[0001] Die Erfindung betrifft thermoplastische Polymer-Formmassen, die in der Art pigmentiert
werden, daß im Idealfall den Spektralfarben entsprechende Pigmente gegebenenfalls
mit Ruß eingesetzt werden und diese bei der Herstellung von Formkörpern eine einfarbige,
gegebenenenfalls eine dunkle bis schwarze Oberfläche hervorrufen, so daß diese Formkörper
nach Laserbeschriftung an den markierten Stellen eine excellente helle bis weiße,
gegebenenfalls helle farbige Schrift mit sehr gutem Kontrast aufweisen.
[0002] Es wurde gefunden, daß thermoplastische Polymer-Formmassen, die in der Art pigmentiert
werden, daß im Idealfall den Spektralfarben entsprechende Pigmente gegebenenfalls
mit Ruß eingesetzt werden und diese bei der Herstellung von Formkörpern eine einfarbige,
gegebenenfalls eine dunkle bis schwarze Oberfläche hervorrufen, so daß diese Formkörper
nach Laserbeschriftung an den markierten Stellen eine excellente helle bis weiße,
gegebenenfalls helle farbige Schrift mit sehr gutem Kontrast aufweisen.
[0003] Durch Veränderung der Laserenergie und/ oder der Schreibgeschwindigkeit können verschiedene
Helligkeits- und Farbstufen erhalten werden.
[0004] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher thermoplastische Formmassen, enthaltend
A) 99,9999 bis 30, vorzugsweise 99,9995 bis 35, insbesondere 99,9990 bis 40 Gew.-Teile
thermoplastisches Polymer,
B) 0,0001 bis 10,00 Gew.-Teile Pigmente, vorzugsweise 0,0005 bis8,00 Gew.-Teile, insbesondere
0,0010 bis 6,00 Gew.-Teile Pigmente, wobei mindestens 3 Pigmente ausgewählt aus den
Farben des Spektralbereiches zugesetzt werden,
C) 0 bis 60 Gew.-Teile Füll- und Verstärkungsstoffe,
D) 0 bis 60 Gew.-Teile Flammschutzadditive,
E) 0 bis 50 Gew.-Teile Elastomermodifikatoren,
F) 0 bis 8 Gew.-Teile Antimontrioxid
wobei die Summe aller Gewichtsteile der Komponente A) bis F) 100 ergibt.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist weiterhin die Verwendung der oben genannten thermoplastischen
Formmassen zur Herstellung von Formkörpern oder Formteilen, die mittels Laserenergie
beschriftet werden sowie die daraus hergestellten Formkörper.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zur Beschriftung von Formkörpern
mittels Laserenergie.
[0007] Als Energiequelle können handelsübliche Lasersysteme, bevorzugt Nd-YAG-Festkörperlaser,
verwendet werden. Die Wellenlänge kann zwischen 193 und 10 600 nm, bevorzugt bei 532
und 1 064 nm liegen.
[0008] Die erfindungsgemäß verwendeten Formmassen können zur Aufbringung von optischen Informationen
in Form von Mustern, Grafiken, Zahlen, Buchstaben, Schriftzeichen, Bildern (z. B.
Passbildern, Portraits, Fotos) usw. mittels Laserenergie, z. B. durch Laserstrahlenschreiber
eingesetzt werden.
[0009] So können z.B. fotografische Abbildungen auf die erfindungsgemäß verwendeten Formmassen
übertragen werden.
Komponente A
[0010] Als Polymermatrix eignen sich Polymere oder Copolymere, z. B. auf Basis von Polyalkylenterephthalaten,
aromatischen Polyestern, Polyamid, Polycarbonat, Polyacrylat, Polymethacrylat, ABS-Pfropfpolymerisate,
Polyolefine wie Polyethylen oder Polypropylen, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Polyoxymethylen,
Polyimid, Polyether und Polyetherketone, die einzeln oder als Blend aus verschiedenen
Polymeren eingesetzt werden können.
[0011] Polyalkylenterephthalate im Sinne der Erfindung sind Reaktionsprodukte aus aromatischen
Dicarbonsäure oder ihren reaktionsfähigen Derivaten (z.B. Dimethylestern oder Anhydriden)
und aliphatischen, cycloaliphatischen oder araliphatischen Diolen und Mischungen dieser
Reaktionsprodukte.
[0012] Bevorzugte Polyalkylenterephthalate lassen sich aus Terephthalsäure (oder ihren reaktionsfähigen
Derivaten) und aliphatischen oder cycloaliphatischen Diolen mit 2 bis 10 C-Atomen
nach bekannten Methoden herstellen (Kunststoff-Handbuch, Bd. VIII, S. 695 FF, Karl-Hanser-Verlag,
München 1973).
[0013] Bevorzugte Polyalkylenterephthalate enthalten mindestens 80, vorzugsweise 90 Mol.-%,
bezogen auf die Dicarbonsäure, Terephthalsäurereste und mindestens 80, vorzugsweise
mindestens 90 Mol.-%, bezogen auf die Diolkomponente, Ethylenglykol- und/oder Butandiol-1,4-reste.
[0014] Die bevorzugten Polyalkylenterephthalate können neben Terephthalsäureresten bis zu
20 Mol-% Reste anderer aromatischer Dicarbonsäuren mit 8 bis 14 C-Atomen oder aliphatischer
Dicarbonsäuren mit 4 bis 12 C-Atomen enthalten, wie Reste von Phthalsäure, Isophthalsäure,
Naphthalin-2,6-dicarbonsäure, 4,4'-Diphenyldicarbonsäure, Bernstein-, Adipin-, Sebacinsäure,
Azelainsäure, Cyclohexandiessigsäure.
[0015] Die bevorzugten Polyalkylenterephthalate können neben Ethylen- bzw. Butandiol-1,4-glykolresten
bis zu 20 Mol.-% anderer aliphatischer Diole mit 3 bis 12 C-Atomen oder cycloaliphatischer
Diole mit 6 bis 21 C-Atomen enthalten, z.B. Reste von Propandiol-1,3, 2-Ethylpropandiol-1,3,
Neopentylglykol, Pentan-diol-1,5, Hexandiol-1.6, Cyclohexan-dimethanol-1,4, 3-Methylpentandiol-2,4,
2-Methylpentandiol-2,4, 2,2,4-Trimethylpentandiol-1,3 und -1,6,2-Ethylhexandiol-1,3
2,2-Diethylpropandiol-1,3, Hexandiol-2,5, 1,4-Di-(β-hydroxyethoxy)-benzol, 2,2-Bis-(4-hydroxycyclohexyl)-propan,
2,4-Dihydroxy-1,1,3,3-tetramethyl-cyclobutan, 2,2-bis-(3-β-hydroxyethoxyphenyl)-propan
und 2,2-bis-(4-hydroxypropoxyphenyl)-propan (DE-OS 24 07 674, 24 07 776, 27 15 932).
[0016] Die Polyalkylenterephthalate können durch Einbau relativ kleiner Mengen 3-oder 4-wertiger
Alkohole oder 3- oder 4-basischer Carbonsäure, wie sie z.B. in der DE-OS 19 00 270
und der US-PS 3 692 744 beschrieben sind, verzweigt werden. Beispiele bevorzugtes
Verzweigungsmittel sind Trimesinsäure, Trimellitsäure, Trimethylolethan und -propan
und Pentaerythrit.
[0017] Es ist ratsam, nicht mehr als 1 Mol.-% des Verzweigungsmittels, bezogen auf die Säurekomponente,
zu verwenden.
[0018] Besonders bevorzugt sind Polyalkylenterephthalate, die allein aus Terephthalsäure
und deren reaktionsfähigen Derivaten (z.B. deren Dialkylestern) und Ethylenglykol
und/oder Butandiol-1,4 hergestellt worden sind (Polyethylen- und Polybutylentherephthalat),
und Mischungen dieser Polyalkylenterephthalate.
[0019] Bevorzugte Polyalkylenterephthalate sind auch Copolyester, die aus mindestens zwei
der obengenannten Säurekomponenten und/oder aus mindestens zwei der obengenannten
Alkoholkomponenten hergestellt sind, besonders bevorzugte Copolyester sind Poly-(ethylenglykol/butandiol-1,4)-terephthalate.
[0020] Die als Komponente A vorzugsweise verwendeten Polyalkylenterephthalate besitzen im
allgemeinen eine Intrisic-Viskosität von ca. 0,4 bis 1,5 dl/g, vorzugsweise 0,5 bis
1,3 dl/g, jeweils gemessen in Phenol/o-Dichlorbenzol (1:1 Gew.-Teile) bei 25°C.
[0021] Unter aromatischen Polycarbonaten im Sinne dieser Erfindung werden Homopolycarbonate
und Mischungen dieser Polycarbonate verstanden, denen z.B. mindestens eines der folgenden
Diphenole zugrunde liegt:
Hydrochinon,
Resorcin,
Dihydroxydiphenyle,
Bis-(hydroxyphenyl)-alkane,
Bis-(hydroxyphenyl)-cycloalkane,
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfide,
Bis-(hydroxyphenyl)-ether,
Bis-(hydroxyphenyl)-ketone,
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfone,
Bis-(hydroxyphenyl)-sulfoxide,
α,α'-Bis-(hydroxyphenyl)-diisopropylbenzole
sowie deren kernalkylierte und kernhalogenierte Derivate.
[0022] Diese und weitere geeignete Diphenole sind z.B. in den US-PS 3 028 365, 2 999 835,
3 148 172, 2 275 601, 2 991 283, 3 271 367, 3 062 781, 2 970 131 und 2 999 846, in
den deutschen Offenlegungsschriften 1 570 703, 2 063 050, 2 063 052, 2 211 956, 22
11 957 der französischen Patentschrift 1 561 518 und in der Monographie "H. Schnell,
Chemistry und Physics of Polycarbonates, Interscience Publishers, New York 1964",
beschrieben.
[0023] Bevorzugte Diphenole sind beispielsweise:
2,2-Bis-(4-Hydroxyphenyl)-propan,
1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan,
2,2-Bis-(3,5-dichlor-4-hydroxyphenyl)-propan
2,2-Bis-(3,5-dibrom-4-hydroxyphenyl)-propan,
2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-methan,
Bis-(4-hydroxyphenyl)-sulfid,
1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan.
[0024] Die Diphenole können sowohl einzeln als auch im Gemisch eingesetzt werden. Besonders
bevorzugte aromatische Polycarbonate sind Polycarbonate auf der Basis von 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
bzw. einem der anderen als bevorzugt genannten Diphenole. Ganz besonders bevorzugt
sind solche auf Basis von 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propran, 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan
oder 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan oder Gemische aus 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
und 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan.
[0025] Die aromatischen Polycarbonate können nach bekannten Verfahren hergestellt werden,
z.B. durch Schmelzumesterung eines entsprechenden Bisphenols mit Diphenylcarbonat
und in Lösung aus Bisphenolen und Phosgen. Die Lösung kann homogen sein (Pyridinverfahren)
oder heterogen (Zweiphasengrenzflächenverfahren) (vgl. H. Schnell, "Chemistry and
Physics of Polycarbonates", Polymer Reviews, Vol. IX, S 33ff, Intersciencs Publ. 1964).
[0026] Die aromatischen Polycarbonate besitzen in der Regel mittlere Molekulargewichte
w von ca. 10.000 bis 200.000, vorzugsweise 20.000 bis 80.000 (ermittelt durch Gelchromatographie
nach vorheriger Eichung).
[0027] Copolycarbonate im Sinne der Erfindung sind insbesondere Polydiorganosiloxan-Polycarbonat-Blockcopolymere
mit mittlerem Molekulargewicht
w von ca. 10.000 bis 200.000, vorzugsweise 20.000 bis 80.000 (ermittelt durch Gelchromatographie
nach vorheriger Eichung) und mit einem Gehalt an aromatischen Carbonatstruktureinheiten
von etwa 75 bis 97,5 Gew.-%, bevorzugt 85 bis 97 Gew.-% und einem Gehalt an Polydiorganosiloxanstruktureinheiten
von etwa 25 bis 2,5 Gew.-%, bevorzugt 15 bis 3 Gew.-%, wobei die Blockcopolymeren
ausgehend von α,ω-Bishydroxyaryloxyendgruppen-haltigen Polydiorganosiloxanen mit einem
Polymerisationsgrad P
n von 5 bis 100, bevorzugt 20 bis 80, hergestellt werden.
[0028] Die Polydiorganosiloxan-Polycarbonat-Blockpolymeren können auch eine Mischung aus
Polydiorganosiloxan-Polycarbonat-Blockcopolymeren mit üblichen polysiloxanfreien,
thermoplastischen Polycarbonaten sein, wobei der Gesamtgehalt an Polydiorganosiloxanstruktureinheiten
in dieser Mischung ca. 2,5 bis 25 Gew.-% beträgt.
[0029] Solche Polydiorganosiloxan-Polycarbonat-Blockcopolymere sind dadurch gekennzeichnet,
daß sie in der Polymerkette einerseits aromatische Carbonatstruktureinheiten (1) und
andererseits Aryloxyendgruppen-haltige Polydiorganosiloxane (2) enthalten,

worin
- Ar
- gleiche oder verschiedene Arylreste aus Diphenolen sind und
- R und R1
- gleich oder verschieden sind und lineares Alkyl, verzweigtes Alkyl, Alkenyl, halogeniertes
lineares Alkyl, halogeniertes verzweigtes Alkyl, Aryl oder halogeniertes Aryl, vorzugsweise
aber Methyl bedeuten,
und
die Anzahl der Diorganosiloxy-Einheiten

, vorzugsweise 20 bis 80, ist.
[0030] Alkyl ist in vorstehender Formel (2) beispielsweise C
1-C
20-Alkyl, Alkenyl ist in vorstehender Formel (2) beispielsweise C
2-C
6-Alkenyl; Aryl ist in vorstehender Formel (2) C
6-C
14-Aryl. Halogeniert bedeutet in vorstehender Formel teilweise oder vollständig chloriert,
bromiert oder fluoriert.
[0031] Beispiele für Alkyle, Alkenyle, Aryle, halognierte Alkyle und halogenierte Aryle
sind Methyl, Ethyl, Propyl, n-Butyl, tert.-Butyl, Vinyl, Phenyl, Naphthyl, Chlormethyl,
Perfluorbutyl, Perfluoroctyl und Chlorphenyl.
[0032] Derartige Polydiorganosiloxan-Polycarbonat-Blockcopolymere sind z.B. aus US-PS 3
189 662, US-PS 3 821 325 und US-PS 3 832 419 bekannt.
[0033] Bevorzugte Polydiorganosiloxan-Polycarbonat-Blockcopolymere werden hergestellt, indem
man α,ω-Bishydroxyaryloxyendgruppen-haltige Polydiorganosiloxane zusammen mit anderen
Diphenolen, gegebenenfalls unter Mitverwendung von Verzweigern in den üblichen Mengen,
z.B. nach dem Zweiphasengrenzflächenverfahren (s. dazu H. Schnell, Chemistry and Physics
of Polycarbonates Polymer Rev. Vol. IX, Seite 27 ff, Interscience Publishers New York
1964) umsetzt, wobei jeweils das Verhältnis der bifunktionellen phenolischen Reaktanten
so gewählt wird, daß daraus der erfindungsgemäße Gehalt an aromatischen Carbonatstruktureinheiten
und Diorganosiloxy-Einheiten resultiert.
[0034] Derartige α,ω-Bishydroxyaryloxyendgruppen-haltige Polydiorganosiloxane sind z.B.
aus US 3 419 634 bekannt.
ABS-Pfropfpolymerisate im Sinne der Erfindung sind Pfropfpolymerisate aus
[0035]
A.1) 5 bis 95, vorzugsweise 30 bis 80 Gew.-Teile, einer Mischung aus
A.1.1) 50 bis 95 Gew.-Teilen Styrol, α-Methylstyrol, halogen- oder methylkernsubstituiertem
Styrol, C1-C8-Alkylmethacrylat, insbesondere Methylmethacrylat, C1-C8-Alkylacrylat, insbesondere Methylacrylat oder Mischungen dieser Verbindungen und
A.1.2) 5 bis 50 Gew.-Teilen Acrylnitril, Methylacrylnitril, C1-C8-Alkylmethacrylaten, insbesondere Methylmethacrylat, C1-C8-Alkylacrylat, insbesondere Methylacrylat, Maleinsäureanhydrid, C1-C4-alkyl- bzw. phenyl-N-substituierte Maleinimide oder Mischungen dieser Verbindungen
auf
A.2) 5 bis 95, vorzugsweise 20 bis 70 Gew.-Teilen Butadien, Polybutadien oder Butadien/Styrol-Copolymerisat
mit einer Glasübergangstemperatur unter -10°C.
[0036] Solche Pfropfpolymerisate sind z.B. in der DE-OS 2 035 390 (=US-PS 3 644 574) oder
in der DE-OS 2 248 242 (=GB-PS 1 409 275) beschrieben.
[0037] Da bei der Pfropfreaktion die Pfropfmonomere bekanntlich nicht unbedingt vollständig
auf die Pfropfgrundlage ausgepfropft werden, entstehen aus den Pfropfmonomeren Copolymerisate.
Unter dem Begriff ABS-Pfropfpolymerisate sind auch solche Produkte zu verstehen, die
bedingt durch Polymerisation eben diese Copolymere enthalten.
[0038] Der mittlere Teilchendurchmesser d
50 des ABS-Pfropfpolymerisates beträgt im allgemeinen 0,5 bis 5 nm, vorzugsweise 0,1
bis 2 nm. Der mittlere Teilchendurchmesser d
50 ist der Durchmesser, oberhalb und unterhalb dessen jeweils 50 Gew.-% der Teilchen
liegen. Es kann mittels Ultrazentrifugenmessungen (W. Scholtan, H. Lange, Kolloid,
Z. Polymere 250 (1972), 782-796) bestimmt werden.
[0039] Polyolefine sind Polyethylen, Polypropylen, Poly-1-buten und Polymethylpenten, die
noch geringe Mengen nicht konjugierter Diene einpolymerisiert enthalten können. Diese
Polymerisate sind bekannt und in Roempp's Chemielexikon, 8. Auflage 1987, Bd. 5, Seite
3307 und in der dort zitierten Literatur beschrieben. Bevorzugt ist Polypropylen.
[0040] Als Polyamide werden in den thermoplastischen Polyamidformmassen im allgemeinen aliphatische
Polyamide oder Polyamide mit überwiegend aliphatischem Anteil eingesetzt. Bevorzugt
sind Polyamid 6 oder Polyamid 66 oder Copolyamide von Polyamid 6 mit Diaminen (bevorzugt
C
4-C
16-, insbesondere C
4-C
8-Alkylendiaminen) und Dicarbonsäuren (bevorzugt C
4-C
12-, insbesondere C
4-C
8-Alkylendicarbonsäuren) oder Polyamide 66 mit einem Comonomerenanteil von höchstens
20 Gew.-%.
Komponente B
[0041] Als Pigmente eignen sich sowohl organische als auch anorganische Pigmente und / oder
Farbstoffe. Ruß ist gegebenenfalls Bestandteil der Pigmentmischung. Die Pigmente/
Farbstoffe und / oder Ruße können gegebenenfalls auch als Batch eingesetzt werden.
Die Pigmentmischung ist so zu wählen, daß im Idealfall alle Spektralfarben eingesetzt
werden, gegebenenfalls in Verbindung mit Ruß.
[0042] Beispiele von anorganischen Pigmenten, die als Zuschlagstoffe zur Verfärbung verwendet
werden, sind Antimontrioxid, Antimonpentoxid, basisches Bleicarbonat, basisches Bleisulfat
oder Bleisilikat, Lithopone, Titandioxid (Anatas, Rutil), Zinkoxid, Zinksulfid, Metalloxide
wie Berlinerblau, Bleichromat, Bleisulfochromate, Chrom-antimon-titanat, Chromoxide,
Eisenoxide, Kobaltblau, Kobaltchromblau, Kobaltnickelgrau, Manganblau, Manganviolett,
Molybdatorange, Molybdatrot, Nickel-antimon-titanat, Ultramarinblau, sowie Metallsulfide
wie Arsendisulfid, Antimontrisulfid, Cadmiumsulfid, Cadmiumsulfoselenide, Zirkonsilikate
wie Zirkonvanadiumblau, Zirkonpräseodymgelb.
[0043] Beispiele von organischen Pigmenten, die als Zuschlagstoffe zur Verfärbung verwendet
werden, sind Antrachinon-, Azo-, Azomethin-, Benzanthron-, Chinacridon-, Chinophthalon-,
Dioxazin-, Flavanthron-, Indanthron-, Isoindo-lin-, Isoindolinon-, Methin-, Perinon-,
Perylen-, Phthalocyanin-, Pyranthron-, Pyrrolopyrrol-, Thioindigopigmente sowie Metallkomplexe
von z. B. Azo-, Azomethin-, Methinfarbstoffen oder Metallsalzen von Azoverbindungen.
[0044] Als polymerlösliche Farbstoffe eignen sich beispielsweise Dispersionsfarbstoffe,
wie solche der Anthrachinonreihe, beispielsweise Alkylamino-, Amino-, Arylamino-,
Cyclohexylamino-, Hydroxy-, Hydroxyamino- oder Phenylmercaptoanthrachinone, sowie
Metallkomplexe von Azofarbstoffen, insbesondere 1:2-Chrom- oder Kobaltkomplexe von
Monoazofarbstoffen, sowie Fluorezenzfarbstoffe, zum Beispiel solche aus der Benzthiazol-,
Cumarin-, Oxarin-, - oder Thiazinreihe.
[0045] Die polymerlöslichen Farbstoffe werden bevorzugt in Kombinationen mit Füllern und/
oder Pigmenten, insbesondere mit anorganischen Pigmenten wie Titandioxid eingesetzt.
[0046] Erfindungsgemäß können Pigmente oder polymerlösliche Farbstoffe mit oder ohne Pigmentzusätzen
verwendet werden. In diesem Fall muß lediglich darauf geachtet werden, daß sie mit
den erfindungsgemäss verwendeten thermoplastischen Polymeren verträglich sind und
deren mechanischen oder sonstigen Eigenschaften nicht beeinträchtigen.
[0047] Geeignete Pigmentzusätze sind beispielsweise Fettsäuren mit mindestens 12 C-Atomen,
wie Behensäure oder Stearinsäure, deren Amide, Salze oder Ester, wie Aluminiumstearat,
Magnesiumstearat, Zinkstearat, oder Magnesiumbehenat, sowie quartäre Ammoniumverbindungen,
wie Tri-(C
1-C
4)-alkylbenzylammoniumsalze, Wachse, wie Polyethylenwachs, Harzsäuren, wie Abietinsäure,
Kolophoniumseife, hydriertes oder dimeriesiertes Kolophonium, C
12-C
18-Paraffindisulfonsäuren oder Alkylphenole.
[0048] Erfindungsgemäss bevorzugt sind die metallhaltigen Pigmente, wie die anorganischen
Pigmente und die Metallkomplexe von Azo-, Azomethin- oder Methinfarbstoffen.
[0049] Ebenfalls bevorzugt sind Anthrachinon-, Azo-, Azomethin-, Chinacridon-, Dioxazin-,
Isoindolin-, Isoindolinon-, Methin-, Perylen-, Phthalocyanin-, Pyrrolopyrrol-, Thioindigopigmente
und Wismut-Vanadat.
[0050] Bevorzugt sind solche anorganischen und/ oder organischen Pigmente, die den Farben
des Spektralbereiches entsprechen. Als solche anorganischen und / oder organischen
Pigmente werden die Pigmente bevorzugt, die definitionsgemäß den auf oder nahe des
Kurvenzugs der CIE-Normfarbtafel gelegenen gesättigten Farben entsprechen. Die anorganischen
metallhaltigen Pigmente Phthalocyanin-Metallkomplex, Kupfer-Phthalocyanin, Monoazo-1:2-Chromkomplexe,
Azo-Metallkomplex und Wismut-Vanadat werden dabei besonders bevorzugt.
Komponente C
[0051] Als Füllstoffe und Verstärkungsstoffe können Glasfasern, Glaskugeln, Glimmer, Silikate,
Quarz, Talkum, Titandioxid, Wollastonit, u.a. eingesetzt werden, die auch oberflächenbehandelt
sein können. Bevorzugte Verstärkungsstoffe sind handelsübliche Glasfasern. Die Glasfasern,
die im allgemein einen Faserdurchmesser zwischen 8 und 14 µm haben, können als Endlosfasern
oder als geschnittene oder gemahlene Glasfasern eingesetzt werden, wobei die Fasern
mit einem geeigneten Schlichtesystem und einem Haftvermittler bzw. Haftvermittlersytem
auf Silanbasis ausgerüstet sein können. Vorzugsweise werden der Mischung 8 bis 45,
insbesondere 10 bis 40 Gew.-Teile Füll- und Verstärkungsstoffe zugesetzt.
Komponente D
[0052] Als Flammschutzadditive sind handelsübliche organische Verbindungen oder Halogenverbindungen
mit Synergisten oder handelsübliche organische Stickstoffverbindungen oder organisch/anorganische
Phosphorverbindungen geeignet. Auch mineralische Flammschutzadditive wie Mg-Hydroxid
oder Ca-Mg-Carbonat-Hydrat können eingesetzt werden.
[0053] Die erfindungsgemäßen Formmassen können bis zu 20, vorzugsweise 3 bis 18, insbesondere
6 bis 15 Gew.-Teile halogenierte Verbindungen und bis zu 8, vorzugsweise 2 bis 6 Gew.-Teile
Antimonverbindungen, insbesondere Antimontrioxid oder Antimonpentoxid enthalten.
[0054] Als halogenhaltige, insbesondere bromierte und chlorierte, organische Verbindungen
seien beispielhaft genannt:
Ethylen-1,2-bistetrabromphthalimid,
Epoxidiertes Tetrabrombisphenol A-Harz,
Tetrabrombisphenol-A-oligocarbonat,
Tetrachlorbisphenol-A-oligocarbonat,
Pentabrompolyacrylat,
bromiertes Polystyrol.
[0055] Pentabrompolyacrylat hat im allgemeinen mittlere Molekulargewichte
w (Gewichtsmittel) von 10.000 bis 200.000, bromiertes Polystyrol im allgemeinen 10.000
bis 500.000.
[0056] Bevorzugt werden epoxidiertes Tetrabrombisphenol-A und Tetrabrombisphenol-A-Oligocarbonat
verwendet.
[0057] Expoxidiertes Tetrabrombisphenol-A ist ein bekanntes Diepoxidharz mit einem Molekulargewicht
von etwa 350 bis etwa 2.100, vorzugsweise 360 bis 1.000, besonders bevorzugt 370 bis
400, und besteht im wesentlichen aus mindestens einem Kondensationsprodukt von Bisphenol
A und Epihalogenhydrin und wird beschrieben durch die Formel (I)

worin X Wasserstoff oder Brom darstellt und n eine Durchschnittszahl zwischen Null
und weniger als 2,3 ist (vgl. z.B. EP-A 180 471).
[0058] Tetrabrombisphenol-A-oligocarbonat bzw. Tetrachlorbisphenol-A-oligocarbonat ist beschrieben
durch die Formel (II), wobei die Oligomere entweder mit Phenol oder mit Tribromphenol
bzw. Trichlorphenol terminiert werden:

worin X Wasserstoff, Brom oder Chlor darstellt, n ist eine Durchschnittszahl zwischen
4 und 7.
[0059] Tetrabrom(chlor)bisphenol-A-oligocarbonat ist bekannt und nach bekannten Verfahren
herstellbar.
[0060] Als organische Phosphorverbindungen sind die Phosphorverbindungen gemäß EP-A 345
522 (US-PS 061.745) oder DE-OS 43 28 656.9 in den dort beschriebenen Mengen geeignet,
z.B. Triphenylphosphat, oligomere Phosphate, Resorcindiphosphat oder eine Mischung
daraus.
Komponente E
[0061] Als Elastomermodifikatoren kommen handelsübliche EP(D)M-Kautschuke, Pfropfkautschuke
auf Basis Butadien, Styrol, Acrylnitril (siehe z.B. die oben beschriebenen ABS-Propfpolymerisate),
Acrylatkautschuke, thermoplastische Polyurethane oder EVA-Copolymere mit oder ohne
funktionelle Kopplungsgruppen infrage. Vorzugsweise werden bis zu 30Gew.-Teile Komponente
E zugesetzt.
Komponente F
[0062] Antimontrioxid ist allgemein bekannt und kann z. B. von Campine käuflich erworben
werden.
[0063] Die erfindungsgemäßen Formmassen können übliche Additive, wie Gleit-und Entformungsmittel,
Nukleierungsmittel, Antistatika, Stabilisatoren enthalten.
[0064] Die erfindungsgemäßen Formmassen aus den jeweiligen Komponenten und gegebenenfalls
weiteren bekannten Zusätzen wie Stabilisatoren, Farbstoffen, Pigmenten, Gleit- und
Entformungsmitteln, Verstärkungsstoffen, Nukleierungsmitteln sowie Antistatika, können
hergestellt werden, indem man die jeweiligen Bestandteile in bekannter Weise vermischt
und bei Temperaturen von 180°C bis 330°C in üblichen Aggregaten wie Innenknetern,
Extrudern, Doppelwellenschnecken schmelzcompoundiert oder schmelzextrudiert.
Beispiele
Beispiele
Beispiel 1 (erfindungsgemäß)
[0065]
- 0,0050 Gew.-Teile
- Bayertitan Rutil KB 2 (Titandioxid, BAYER AG),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Heliogenblau K 6911 D (Kupferphthalocyanin, BASF AG),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Heliogengrün K 8730 Phthalocyanin-Metallkomplex, BASF AG),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Filamidgelb R (Monoazo-1:2-Chromkomplex, Ciba Geigy GmbH),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Irgacolor Gelb 2GTM (Wismut-Vanadat, Ciba Geigy GmbH),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Orasol-Orange (Azo-Metallkomplex, Ciba Geigy GmbH) und
- 0,0850 Gew.-Teile
- Printex 300 (Pigmentruß, Degussa AG) werden mit
- 2,0000 Gew.-Teile
- Stabilisatoren und Nukleierungsmittel und
- 97,9090 Gew.-Teile
- Durethan B 31 SK (ein Polyamid der BAYER AG)
physikalisch gemischt und anschließend mittels eines Extruders compoundiert. Das
erhaltene Granulat wird auf einer Spritzgießmaschine zu Formkörpern verarbeitet.
Beispiel 2 (erfindungsgemäß)
[0066]
- 0,0050 Gew.-Teile
- Bayertitan Rutil KB 2 (Titandioxid, BAYER AG),
- 0,0050 Gew.-Teile
- Printex 300 (Pigmentruß, Degussa AG),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Heliogenblau K 6911 D (Kupferphthalocyanin, BASF AG),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Heliogengrün K 8730 (Phthalocyanin-Metallkomplex, BASF AG),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Filamidgelb R (Monoazo-1:2-Chromkomplex, Ciba-Geigy GmbH),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Irgacolorgelb 2 GTM (Wismut-Vanadat, Ciba-Geigy GmbH),
- 0,0002 Gew.-Teile
- Filamidorange (Azo-Metallkomplex, Ciba Geigy GmbH) und
- 2,0000 Gew.-Teile
- Stabilisatoren und Nukleierungsmittel werden mit
- 97,9890 Gew.-Teile
- Durethan B 31 SK (Polyamid, BAYER AG)
physikalisch gemischt und anschließend mittels eines Extruders compoundiert. Das
erhaltene Granulat wird auf einer Spritzgießmaschine zu Formkörpern verarbeitet.
Beispiel 3 (Vergleich)
[0067]
- 0,08 Gew.-Teile
- Printex 300 (Ruß) werden mit
- 2,00 Gew.-Teile
- Stabilisatoren und Nukleierungsmittel und
- 97,92 Gew.-Teile
- Durethan B 31 SK, Bayer AG
physikalisch gemischt und anschließend mittels eines Extruders compoundiert. Das
erhaltene Granulat wird auf einer Spritzgießmaschine zu Formkörpern verarbeitet.
Tabelle 1
| Ergebnis aus den Beispielen 1 bis 3 |
| Beispiele |
1 |
2 |
3 |
| |
erfindungsgemäß |
Vergleich |
| Hintergrundfarbe |
schwarz |
grün |
schwarz |
| Schrift |
weiß bis hellgrün* |
weiß bis hellgrün* |
hell |
| Kontrastbewertung Stromstärke [A] |
1 12-16 |
1-12-16 |
2 12-16 |
| Zugrunde liegende Parameter: |
| Stromstärke [A] |
12-16 |
12-16 |
12-16 |
| Frequenz [Hz] |
1.000-8.000 |
1.000-8.000 |
1.000-8.000 |
| Schreibgeschwindigkeit [mm/s] |
300-1.500 |
300-1.500 |
300-1.500 |
| *Je nach Intensität der Laserstrahlenenergie und Schreibgeschwindigkeit werden weiße,
helle oder farbighelle Zeichen auf dunklem, schwarzem oder einfarbigem Hintergrund
erzeugt. |
[0068] Beschriftet wurde mit einem Nd:YAG-Lasergerät der Fa. Rofin Sinar, Bezeichnung RSM
Base Line 60, bei einer Wellenlänge von 1.064 nm, einem Zeichenabstand von 0,2 mm
und einer Leistung von 60W. Dabei wurde eine 1,8mm-Modemblende verwendet.