[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Vorhangbeschichtung eines bewegten Trägers mit einem flüssigen Beschichtungsmaterial
gemäss Oberbegriff von Patentanspruch 1. Bei dieser Beschichtung, insbesondere bei
grosser Breite der Maschinen und grosser Geschwindigkeit ergeben sich eine grosse
Anzahl von Problemen, um den Vorhang zu stabilisieren und möglichst gleichmässig auf
die Unterlage zu bringen.
[0002] In der EP-B-281 520 wird der Spülflüssigkeitsfilm zusammen mit dem durch ein Messer
abgeschnittenen Vorhangrand weggeleitet. Dabei steht die Vorderkante des Messers mit
einem Winkel α nach innen. Dies bewirkt jedoch, dass die Randzone des Vorhanges komprimiert
und auf der Beschichtung ein Randwulst erzeugt wird. Dieser Randwulst ist eine unerwünschte
Störung, die zu Materialverlusten und Trocknungsproblemen führt.
[0003] Aus der EP-A-606 038 ist ausserdem eine Vorrichtung zur Entfernung der Vorhangränder
mit als Messer arbeitende Platten bekannt, wobei die Platten parallel zum Vorhang
angeordnet sind und der Vorhangrand dort abgesaugt wird. Die Höhe dieser Messer ist
sehr klein und es besteht die Gefahr, dass ein Teil der Beschichtungslösung unter
die ganze Vorrichtung gelangt, was zu Verschmutzungen führt. Ausserdem wird dort das
Problem des verdickten Randes nicht gelöst.
[0004] In der EP-A-139 211 werden zwar zwei Absaugdüsen beidseits des Vorhangs offenbart,
jedoch keine Kombination von Schneidmessern mit Absaugvorrichtung.
[0005] Es ist demgegenüber eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren und eine
Vorrichtung anzugeben, mit dem eine gleichmässige Beschichtung mit sauberen Kanten
ohne wesentlichen Materialverlust erzielt werden kann. Diese Aufgabe wird mit dem
Verfahren gemäss den unabhängigen Patentansprüchen 1 und 6 gelöst. Weitere Vorteile
sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0006] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
- Figur 1
- zeigt in perspektivischer Sicht und schematisch einen Teil einer Vorhangbeschichtungsanlage,
- Figur 2
- zeigt in einem Längsschnitt die wesentlichen Teile der erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Figur 3
- ist ein Schnitt gemäss der Linie III-III in Figur 2,
- Figur 4
- zeigt in perspektivischer Sicht ein Detail der Vorrichtung von Figur 1, und
- Figur 5
- zeigt einen Schnitt gemäss der Linie V-V in Figur 4.
[0007] In Figur 1 ist schematisch ein Teil einer Beschichtungs-Vorrichtung als Teil einer
Anlage dargestellt. Man erkennt die Giesserplatten 1, siehe auch Figur 4, mit den
seitlich angebrachten Seitenbegrenzungsplatten 2, womit die Giesslösung 3 für die
jeweilige Giessbreite begrenzt wird. An der Lippe 4 der Giesserfrontplatte 5 beginnt
der freie Fall des Vorhanges. Von diesem Punkt an muss der Vorhang 6 durch die Seitenführungen
7 stabilisiert werden. Ohne diese Seitenführungen würde sich der Vorhang unter der
Wirkung der Oberflächenspannung gegen die Mitte zusammenziehen.
[0008] Die Beschichtungsvorrichtung weist ferner einen zu beschichtenden Träger 8 auf, der
um die Giesswalze 9 und unter der Beschichtungsvorrichtung geführt wird. In Figur
1 ist auch der Drehsinn der Giesswalze eingezeichnet.
[0009] Bei der vorliegenden Vorrichtung wird der seitenbegrenzende Flüssigkeitsfilm nicht
mehr parallel zur Giesslösung, bzw. zum Giessvorhang eingeleitet, sondern quer dazu,
das heisst, siehe insbesondere Figur 3, der Flüssigkeitsfilm 10 wird parallel zur
strömungsbegrenzenden Vorderwand 7' der Seitenführung 7 eingeleitet, wobei der Flüssigkeitsfilm
10 in einer Nut 14 in der Seitenführung fliesst und einen Teil der Vorderwand der
Seitenführung bildet. Wie aus Figur 2 hervorgeht, wird die Flüssigkeit, beispielsweise
Wasser oder eine Wasser/Gelatinelösung, durch einen Dosierschlitz 11 eingeführt, wobei
das Schlitzende 12 derart geformt ist, dass der Flüssigkeitsfilm 10 regelmässig und
mit gleichförmiger Dicke die Nut 14 in der Seitenführung hinabströmt.
[0010] Dadurch wird erreicht, dass der Flüssigkeitsfilm und damit auch die Berührungslinie
13 zwischen Giessvorhang 6 und Flüssigkeitsfilm 10 ortsstabil ist, womit unkontrollierte
wellenförmige Bewegungen im Vorhang vermieden werden. Zum Flüssigkeitsfilm können
Zusätze wie Netzmittel und/oder Substanzen zur Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit
beigegeben werden.
[0011] Am unteren Ende der Seitenführungen ist je ein Messer 15 angebracht, dessen äussere
Geometrie an sich bekannt ist. Insbesondere weist auch dieses Messer, um Strömungs-Ablösungen
zu vermeiden, eine Vorderkante 16 auf, die bezüglich der Innenseite der Seitenführung
einen spitzen Winkel α von 0 - 30°, beispielsweise 10° bildet.
[0012] An der Oberseite 17 des Messers ist in der Seitenführung ein Absaugschlitz 18 angeordnet,
dessen Höhe 0,05 - 0,5 mm beträgt, siehe Fig. 2. Dieser Schlitz 18 ist über einen
Absaugkanal 19 mit einem Ventilator oder einer sonstigen Unterdruckanlage verbunden,
um den abgeschnittenen Vorhangrand sowie den Flüssigkeitsfilm 10 abzusaugen. Dabei
werden mit dem Messer 15 einige mm des Vorhanges abgeschnitten. Das Absaugen des Flüssigkeitsfilms
sowie des Vorhangrandes bewirkt eine wesentliche Stabilisierung des Vorhanges. Durch
das gleichzeitige Absaugen des meistens aus Wasser bestehenden Flüssigkeitsfilms mit
der Gelatine enthaltenden Vorhangflüssigkeit wird eine Verdünnung der Gelatine erzielt
und damit eine Verkrustung der Absaugwege verhindert.
[0013] Um den durch den komprimierten Vorhangrand an der Kante des Saugmessers gebildeten
Wulst zu vermeiden, ist an der unteren Kante des Messers ein Saugschlitz 20 angeordnet,
der über einen Kanal 21 mit einer Unterdruckanlage verbunden ist, die dieselbe wie
für den Absaugschlitz 18 sein kann. Vorzugsweise enthält auch dieser Kanal eine Wasserspülung.
Wie in Figur 2 dargestellt, entsteht dadurch ein Rand der Beschichtung 22, der ohne
Verlust verwendet werden kann.
[0014] Die Messerhöhe an der Schneide S des Messers kann 1 - 15 mm betragen und es ist zweckmässig,
den Saugschlitz ab einer Messerhöhe von 3 mm zu verwenden, während bei einer Messerhöhe
von 1 - 3 mm auf einen Absaugschlitz verzichtet werden kann.
[0015] Weitere Störungen können durch die vor der Giesserlippe angeordneten Seitenbegrenzungsplatten
entstehen, so beispielsweise Schichtdickenfehler im Randbereich, dadurch dass die
Giesslösung unter der Wirkung der Oberflächen-Spannung an den Seiten der Seitenbegrenzungsplatten
in die Höhe steigt, da die vorbekannten Seitenbegrenzungsplatten eine rechtwinklige
Stirnseite aufweisen. Die Seiten-Begrenzungsplatten 2 werden dicht auf die Giesserplatten
1 montiert, siehe Figuren 4 und 5, so dass sie sämtliche Giesserplatten und auch den
Bogen 23 der Giesserfrontplatte 5 bis zur Giesserlippe 4 überdecken.
[0016] Aus Figur 5 geht hervor, dass die begrenzende Kante 25 der Seitenbegrenzungsplatten
nicht senkrecht ist, sondern eine Schneide 24 aufweist, wobei diese Schneide einen
Winkel von beispielsweise 60° einschliesst, das heisst, dass die beiden Kanten der
Schneide mit der zur Beschichtung 22 Senkrechten einen Winkel β und Γ von je 10 -
80°, vorzugsweise 60°, aufweisen. Dabei beträgt der Abstand H zwischen der Schneide
24 und der Oberfläche der Giesserplatten 0,3 - 2,5 mm, vorzugsweise 0,8 mm. Dadurch
wird die Wirkung der Oberflächenspannung auf ein Minimum reduziert, und es werden
seitliche Verschiebungen der Giesslösung weitgehendst vermieden.
[0017] Es ist selbstverständlich, dass die erfindungsgemässe Vorrichtung bezüglich der angegebenen
Masse variiert werden kann und den verschiedensten Beschichtungsbedingungen und Giesslösungskombinationen
angepasst werden kann. Während jede einzelne Massnahme bereits weitgehende Verbesserungen
bezüglich der Qualität der Beschichtung führt, ergibt eine Kombination sämtlicher
Verbesserungen, wie beispielsweise Absaugen der abgeschnittenen Ränder, Absaugen der
beim Messer gestauten Giesslösung sowie Vermeidung der durch die Oberflächenspannung
bedingten Schichtdickenunterschiede sowie die Führung eines dünnen Flüssigkeitsfilms
entlang der Seitenbegrenzungsplatten eine besonders stabile Beschichtung, deren Ränder
keine Materialverluste oder Trocknungsprobleme mehr verursachen.
1. Verfahren zur Vorhangbeschichtung eines bewegten Trägers mit einem flüssigen Beschichtungsmaterial,
insbesondere photographische Emulsionen, wobei dem geführten Vorhang (6) beidseitig
ein Seitenfluss (10) zugeführt wird und die Breite des Vorhangs grösser ist als die
Breite der Beschichtung auf dem Träger und beide Seiten des Vorhangs mittels Messer
(15) abgeschnitten werden, deren Vorderkante (16) nach innen geneigt ist, dadurch
gekennzeichnet, dass zwecks Vermeidung eines Randwulstes von der Vorderkante des Messers
gestaute Teile der Giesslösung durch Oeffnungen (20) im Messer abgesaugt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die abgeschnittenen Seitenteile
des Vorhangs (6) und des Seitenflusses (10) über einen Absaugschlitz (18) am Messer
(15) und einen Absaugkanal (19) abgesaugt werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit je einem am unteren
Ende der Seitenführung (7) angebrachten Messer (15), dessen Vorderkante (16) bezüglich
der Innenseite der Seitenführung einen spitzen Winkel (α) einschliesst, dadurch gekennzeichnet,
dass an der Oberseite (17) jeden Messers (12) in der Seitenführung (7) ein Absaugschlitz
(18) angeordnet ist, der mit einem Absaugkanal (19) verbunden ist, um die abgeschnittenen
Seitenteile des Vorhangs (6) und des Seitenflusses (10) abzusaugen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Absaugschlitzes
(18) 0,05 - 0,5 mm beträgt.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit zwei Seitenführungen
(7) für den Vorhang (6) und je einem am unteren Ende der Seitenführung (7) angebrachten
Messer (15), dessen Vorderkante (16) bezüglich der Innenseite der Seitenführung einen
spitzen Winkel (α) einschliesst, dadurch gekennzeichnet, dass an der unteren Kante
des Messers (15) ein Absaugschlitz (20) angeordnet ist, der mit einem Absaugkanal
(21) verbunden ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Absaugschlitz
(18) an der Oberseite (17) jeden Messers (12) und/oder der Absaugschlitz (20) an der
unteren Kante (21) des Messers mit einer Wasserspülung versehen ist.