(19)
(11) EP 0 841 687 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.01.2003  Patentblatt  2003/02

(21) Anmeldenummer: 97117480.0

(22) Anmeldetag:  09.10.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01J 61/30, H01J 61/82

(54)

Keramisches Entladungsgefäss

Ceramic discharge vessel

Enceinte à décharge céramique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 07.11.1996 DE 19645960

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.05.1998  Patentblatt  1998/20

(73) Patentinhaber: Patent-Treuhand-Gesellschaft für elektrische Glühlampen mbH
81543 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Lang, Dieter
    83052 Bruckmühl (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 128 551
EP-A- 0 290 043
RU-C- 2 079 181
EP-A- 0 156 385
GB-A- 2 085 650
US-A- 4 643 690
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung geht aus von einem keramischen Entladungsgefäß gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Es handelt sich dabei insbesondere um keramische Entladungsgefäße für Metallhalogenidlampen oder auch Natriumhochdrucklampen. Sie bestehen üblicherweise aus Aluminiumoxid, das mit Dotierstoffen versehen sein kann. Aber auch andere bekannte Materialien wie Saphir, Aluminiumnitrid o.ä. können verwendet werden.

    [0003] Die DE-A 31 37 076 beschreibt langgestreckte zylindrische oder in der Mitte ausgebauchte Entladungsgefäße für Natriumhochdruckentladungslampen, wobei der Innendurchmesser des Entladungsvolumens größer als der an den Enden ist. Insbesondere wird empfohlen, daß der Innendurchmesser in Höhe der Elektrodenspitze mindesten 60 % des Innendurchmessers in der Mitte beträgt.

    [0004] Aus der EP-A 34 056 ist ein Entladungsgefäß bekannt, das aus einem geraden zylindrischen Rohr gebildet ist, das Enden mit reduziertem Durchmesser besitzt. Das zylindrische Rohr kann einen elliptischen Querschnitt aufweisen. Alternativ ist ein sehr langgestrecktes elliptisches Entladungsgefäß beschrieben, wobei das Achsverhältnis 1:4 bis 1:8 beträgt.

    [0005] Bei derart langgestreckten Entladungsgefäßen ist für den Fall, daß die Füllung Metallhalogenide enthält, keine universelle Brennlage möglich. In vertikaler Brennstellung ist nämlich die cold-spot-Temperatur, die sich dann im Bereich der unteren Elektrode befindet, deutlich niedriger als bei horizontal brennender Lampe. Dies hat eine ausgeprägte Farbverschiebung zwischen horizontaler und vertikaler Brennlage zur Folge. Weiterhin ist die Temperaturverteilung bei derart langgestreckten Geometrien des Entladungsgefäßes relativ inhomogen, so daß ein starker Temperaturgradient auftritt. Bei vorgewählter cold-spot-Temperatur (die zum Erreichen der angestrebten lichttechnischen Werte notwendig ist) stellt sich bei langgestreckter Geometrie eine sehr hohe hot-spot-Temperatur ein, was zu einer Überlastung der Keramik des Entladungsgefäßes führen kann.

    [0006] Aus der EP-A 587 238 ist ein zylindrisches Entladungsgefäß mit rechtwinklig angesetzten Endflächen bekannt, bei dem die Elektroden vertieft in die Enden eingesetzt sind. Derartige zylindrische Entladungsgefäße erlauben zwar eine universelle Brennlage, ihre Temperaturverteilung ist aber ebenfalls inhomogen, so daß auch hier eine sehr hohe hot-spot-Temperatur entsteht.

    [0007] Ein hoher Temperaturgradient, wie er sowohl in langgestreckten elliptischen als auch in zylindrischen Entladungsgefäßen entsteht, begünstigt Korrosionserscheinungen an der Keramik während der Lebensdauer der Lampe.

    [0008] Weiterhin wird die mit der Verwendung der Keramik gegebene prinzipielle Möglichkeit, die cold-spot-Temperatur im Vergleich zu Quarzglas zu erhöhen und damit die lichttechnischen Daten zu verbessern, bei diesen Geometrien durch die dort auftretende sehr hohe hot-spot-Temperatur begrenzt. Die hot-spot-Temperatur der Keramik ist auf maximal etwa 1250 °C begrenzt, wenn Lebensdauern von 6 000 bis 10 000 Stunden angestrebt sind.

    [0009] Es hat sich zudem herausgestellt, daß bei derartigen langgestreckten zylindrischen oder elliptischen Entladungsgefäßen wegen ihrer sehr inhomogenen Temperaturverteilung die lichttechnischen und elektrischen Lampendaten stark von der Brennlage abhängig sind. Derartige Entladungsgefäße können daher nur zum Einsatz kommen, wenn keine Unabhängigkeit dieser Lampendaten von der Brennlage gefordert ist. Dies ist nur für zweiseitig gesockelte Lampen möglich. Bei ihnen ist normalerweise nur eine horizontale Brennlage zulässig.

    [0010] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein keramisches Entladungsgefäß gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bereitzustellen, das eine sehr homogene Temperaturverteilung besitzt und daher für jede Brennlage geeignet ist. Insbesondere soll auch der Einsatz bei einseitig gesockelten Lampen möglich sein.

    [0011] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen.

    [0012] Die vorliegende Erfindung beschreibt eine spezielle "bauchige" Geometrie des Entladungsgefäßes, die bei jeder Brennlage zu nahezu gleichwertigen photometrischen Lampendaten führt, im Gegensatz zu den bekannten Entladungsgefäßen mit langgestreckter zylindrischer oder elliptischer Geometrie. Diese Geometrie führt insbesondere zu einer reduzierten hot-spot-Temperatur und zu einer sehr gleichmäßigen Temperaturverteilung.

    [0013] Im einzelnen handelt es ich bei der vorliegenden Erfindung um ein keramisches Entladungsgefäß für eine Hochdruckentladungslampe, das eine lichtemittierende Füllung enthält. Die Kontur der Innenwand des Entladungsgefäßes definiert ein Innenvolumen V. Das Entladungsgefäß besitzt eine Längsachse sowie zwei Enden mit Öffnungen, wobei in den Enden elektrische Durchführungen gasdicht angebracht sind, die mit zwei Elektroden elektrisch verbunden sind, die sich im Innenvolumen in einem gegebenen Elektrodenabstand EA gegenüberstehen.

    [0014] Die Kontur der Innenwand weist die folgende Geometrie auf:

    [0015] Die Innenkontur des Entladungsgefäßes kann man sich aus drei Teilen zusammengesetzt denken, nämlich ein im wesentlichen gerades zylindrisches Mittelteil mit der Länge L und mit dem Innenradius R sowie zwei daran auf beiden Seiten anschließende, im wesentlichen halbkugelförmige Endstücke mit demselben Radius R.

    [0016] Es hat sich herausgestellt, daß eine ausreichende Brennlagenunabhängigkeit durch die gleichzeitige Einhaltung mehrerer geometrischer Randbedingungen gewährleistet wird.

    [0017] Grundlegende Bedingung ist, daß die Länge des zylindrischen Mittelteils kleiner oder gleich seinem Innenradius ist:



    [0018] Anders ausgedrückt, muß der Innendurchmesser des Entladungsgefäßes mindestens 2/3 der Gesamtlänge des Entladungsgefäßes betragen. Besonders bevorzugt gilt L ≤ 0,8 R.

    [0019] L und R sind so zu wählen, daß bestimmte Randbedingungen für den Elektrodenabstand EA eingehalten werden. Diese definieren einen oberen und unteren Grenzwert für die Einsetzlänge der Elektroden im Innenvolumen.

    [0020] Die gesamte Innenlänge des Entladungsgefäßes muß um mindestens 10 % größer sein als der Elektrodenabstand EA. Sonst kommen die Elektroden dem Endenbereich zu nahe und erhitzen den Durchführungsbereich zu stark:



    [0021] Der Durchmesser (2R) des Entladungsgefäßes muß mindestens eine Länge von 80 % des Elektrodenabstands EA besitzen, sonst wird das Entladungsgefäß in der Mitte durch die Krümmung des Lichtbogens unnötig stark erhitzt. Gleichzeitig darf der Durchmesser höchstens eine Länge von 150 % des Elektrodenabstands EA besitzen, da ansonsten das Mittelteil zu kalt bleibt



    [0022] Insgesamt ergibt sich aus diesen Bemessungen für das Entladungsgefäß ein Verhältnis zwischen der Gesamtlänge und dem maximalen Innendurchmesser von höchstens 1,5, bevorzugt kleiner gleich 1,3.

    [0023] Mit dieser Geometrie kann die Wandbelastung des Entladungsgefäßes (das ist die auf die innere Oberfläche bezogene Nennleistung) auf Werte zwischen 25 und 45 W/cm2, bevorzugt auf Werte zwischen 25 und 35 W/cm2 eingestellt werden, und zwar bei kleinwattigen Lampen eher bei 35 (bei Werten um 20 W Nennleistung sogar bis 45 W/cm2), bei höherwattigen eher bei 25 W/cm2. Dies gilt insbesondere im Bereich von etwa 20 W bis ca. 250 W Lampenleistung. Damit ist die Wandbelastung um etwa 10 % niedriger als bei konventionellen Lampen gemäß dem oben zitierten Stand der Technik.

    [0024] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Wandbelastung des Entladungsgefäßes (in W/cm2) für Lampen mit einer Nennleistung zwischen 35 und 250 W, abhängig von der Nennleistung P (in W) und den Größen R und L (jeweils in cm) des Entladungsgefäßes, so gewählt, daß



    [0025] Das Volumen V des Entladungsgefäßes liegt bei einer 35 W-Lampe bei ca. 100 - 150 µl und steigt je Watt zusätzlicher Nennleistung um ca. 7 - 10 µl. Entsprechend nimmt es bei geringerer Leistung ab. Eine 20 W-Lampe hat ein Entladungsvolumen von etwa 35 µl.

    [0026] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Innenvolumen V des Entladungsgefäßes (in µl) abhängig von der Nennleistung P (in W) nach folgender Formel gewählt:



    [0027] Für das Erzielen einer möglichst homogenen Temperaturverteilung hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn L ≤ 0.6 R gewählt wird. Dies ist besonders für kleinwattige Lampen von Bedeutung, bei denen die Wärmeverluste an den Enden, relativ gesehen, am höchsten sind. In diesem Fall kann die Innenkontur in guter Näherung durch ein Rotationsellipsoid mit der kleinen Halbachse a und der großen Halbachse b beschrieben werden, wobei



    [0028] Vorteilhaft beträgt die Wandstärke des Entladungsgefäßes zumindest in der Mitte des Entladungsgefäßes zwischen 5 und 15 % des Innenradius R. Besonders geeignet ist ein Entladungsgefäß, bei dem die Wandstärke zu den Enden hin zunimmt und an den Enden bis zum Doppelten der Wandstärke in der Mitte beträgt.

    [0029] Normalerweise besteht das Entladungsgefäß aus Aluminiumoxid, das evtl. mit Magnesiumoxid und anderen Oxiden dotiert sein kann oder auch aus anderen Materialien wie Aluminiumnitrid oder Saphir.

    [0030] Die vorliegenden Erfindung bezieht sich insbesondere auch auf eine Hochdruckentladungslampe mit einem keramischen Entladungsgefäß wie oben beschrieben.

    [0031] An den Enden des Entladungsgefäßes sind bevorzugt separate keramische Stopfen (evtl. auch als Cermet ausgeführt) zur Aufnahme der Stromdurchführungen angebracht. Die Enden können aber auch integrale Bestandteile des Entladungsgefäßes sein.

    [0032] Die Durchführungen können aus dem an sich bekannten Formenschatz (z.B. ein Rohr oder Stift aus Niob oder Molybdän oder ein leitendes Cermet) ausgewählt werden, insbesondere als Kapillaren ausgeführt sein, in die ein geeignetes Elektrodensystem eingelötet wird,.

    [0033] Beschrieben wird hier im wesentlichen die Innenkontur des Entladungsgefäßes. Die für die vorliegende Erfindung weniger wichtige Außenkontur ist dann durch die Wandstärke mehr oder weniger vorbestimmt.

    [0034] Die Außenkontur ist im einfachsten Fall durch eine gleichmäßige Wandstärke vorgegeben. Die Wandstärke beträgt zwischen 5 % und 15 % des Innenradius des Entladungsgefäßes. Zweckmäßiger ist es jedoch, eine von der Mitte zu den Enden hin leicht ansteigende Wandstärke zu haben. Dies wirkt erstens als Maßnahme für Wärmestau und leitet außerdem verstärkt Wärme von der Mitte zu den Enden hin, was die Wärmeverluste durch das Elektrodensystem und den Durchführungsbereich teilweise kompensiert. Somit wird eine weitere Homogenisierung der Temperaturverteilung erzielt. Die Wandstärke steigt in diesem Fall von typisch 10 % des Innenradius in der Mitte des Entladungsgefäßes bis auf das Doppelte dieses Wertes im Endbereich. Dies verhindert außerdem eine schnelle Korrosion der Keramik während der Lebensdauer, die im Endbereich am ehesten auftritt.

    [0035] Im folgenden soll die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher erläutert werden. Es zeigen:
    Figur 1
    das keramische Entladungsgefäß einer Metallhalogenidlampe im Schnitt
    Figur 2
    ein weiteres Ausführungsbeispiel eines keramischen Entladungsgefäßes im Schnitt
    Figur 3
    das Prinzip der elliptischen Näherung für kleine Längen L
    Figur 4
    ein weiteres Ausführungsbeispiel eines keramischen Entladungsgefäßes im Schnitt, basierend auf der Näherung gemäß Fig. 3


    [0036] Das in Fig. 1 gezeigte keramische Entladungsgefäß 1 ist für eine 70 W-Lampe gedacht. Es besteht aus einem zylindrischen geraden Mittelteil 2 mit der Länge L = 2 mm und zwei halbkugelförmigen Endstücken 3 mit dem Radius R = 4 mm. Die Gesamtlänge des Innenvolumens ist 10 mm. Die Wandstärke des Entladungsgefäß ist konstant 0,9 mm. Der maximale Außendurchmesser ist 9,8 mm. An den Endstücken 3 erstrecken sich axial jeweils zylindrische, integrale etwa 1,5 mm lange Ansatzstücke 4 nach außen. In ihnen sind keramische langgezogene Stopfen 5 eingesetzt. Sie sind etwas vertieft in die Ansatzstücke 4 eingesetzt, so daß sie die Idealform der halbkreisförmigen Innenkontur noch besser annähern. Im einfachsten Fall haben sie innere Stirnseiten 6, die gerade sind (Fig. 1 linke Hälfte). Vorteilhaft ist die Innenstirnseite 6' des Stopfens abgeschrägt oder selbst konkav gebogen und daher der halbkreisförmigen Innenkontur noch besser angepaßt (Fig. 1, rechte Hälfte). Auf diese Weise wird eine ideale Isothermie erzeugt.

    [0037] In den Stopfen ist, ähnlich wie in EP-A 587 238 beschrieben, jeweils ein Elektrodensystem (nicht dargestellt) eingesetzt, wobei der Elektrodenabstand 7,5 mm beträgt. Die im Entladungsvolumen enthaltene Füllung enthält eine Mischung der Metallhalogenide NaJ und TlJ mit Seltenerd-Jodiden, wie z.B. DyJ3, TmJ3 und HoJ3, wie sie üblicherweise für Lampen mit hoher Wandbelastung eingesetzt werden. Damit wird eine anfängliche Farbtemperatur von 3030 ± 80 K in vertikaler und 2980 ± 80 K in horizontaler Brennlage erzielt. Der Temperaturunterschied zwischen cold-spot und hot-spot beträgt bei dieser Lampe nur noch 20° im Gegensatz zu 70° bei konventionellen zylindrischen Lampen mit rechtwinklig angesetzten Endflächen.

    [0038] Die Wandbelastung dieses Entladungsgefäßes beträgt etwa 28 W/cm2. Das Innenvolumen des Entladungsgefäßes ist 370 µl.

    [0039] In Fig. 2 ist ein Entladungsgefäß 1 für eine 35 W-Lampe gezeigt. Hier ist die Länge des zylindrischen Mittelteils 2 aber 1,9 mm, während der Radius der halbkugelförmigen Endstücke 3 jetzt 2,55 mm beträgt. Die Gesamtlänge des Innenvolumens ist 7.0 mm.

    [0040] Die Wandstärke des Entladungsgefäßes 1 nimmt von der Mitte (0,8 mm) nach außen hin auf maximal 0,95 mm zu. Der maximale Außendurchmesser ist 6,8 mm. Auch hier sind wieder integrale Ansatzstücke 4 und separate Stopfen 5 vorgesehen.

    [0041] In weiteren ähnlich aufgebauten Ausführungsbeispielen ist die Lampenleistung höher gewählt. Bei 100 W Leistung ist L = 2,5 mm und R = 4,5 mm. Bei 150 W Leistung ist L = 2 mm und R = 6 mm. Bei 250 W Leistung ist L = 6 mm und R = 7,0 mm.

    [0042] Um die Erfordernisse, denen die oben dargestellte Kontur genügt, noch befriedigend zu erfüllen, genügt auch eine näherungsweise Einhaltung der oben angegebenen Abmessungsvorschriften mit maximal 15 % Abweichung.

    [0043] Daher ist für den Grenzfall kleiner Längen des Mittelteils (L ≈ 0,5 R) die Beschreibung der Innenkontur mittels einer elliptischen Formel mit den Halbachsen a und b möglich, da diese Näherung auf 15 % genau ist.

    [0044] Unter der Voraussetzung, daß die kleine Halbachse a der Ellipse so gewählt ist, daß die Abweichung von der idealen Kontur (mit Radius R und Länge L des Mittelteils) höchstens 15 % ist:

    und unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die große Halbachse b als b = R + L/2 dargestellt werden kann, ist in Fig. 3 ein Vergleich der beiden Konturen gezeigt. Es ergibt sich dabei ein Verhältnis für die Halbachsen des Ellipsoids von:



    [0045] Die restlichen Bemessungsregeln hinsichtlich Elektrodenabstand und Wandbelastung gelten dabei unverändert weiter.

    [0046] In Fig. 4 ist das Beispiel einer 70 W-Lampe dargestellt, bei der die Innenkontur 10 des Entladungsgefäßes 9 als geschlossenes Ellipsoid geformt ist mit den Abmessungen a = 4,4 mm sowie b = 5 mm, ausgehend von einem Design mit R =4 mm. Somit ist b/a =1,14. Die Endstücke 11 sind zusammen mit den Stopfen 12 integral aus einem einzigen Keramikformteil hergestellt, das aus Aluminiumoxid besteht. Die Wandstärke nimmt von der Mitte, wo sie 0,8 mm beträgt, zu den Enden kontinuierlich auf das Doppelte zu.

    [0047] Alle derartigen Lampen zeigen auch nach 9000 Stunden noch keinerlei Korrosion des Entladungsgefäßes. Dagegen haben die besten konventionellen Lampen gemäß dem eingangs vorgestellten Stand der Technik bereits nach 8000 Stunden eine Ausfallrate von 50 %.


    Ansprüche

    1. Keramisches Entladungsgefäß für eine Hochdruckentladungslampe, wobei die Kontur der Innenwand des Entladungsgefäßes ein Innenvolumen V definiert, das eine lichtemittierende Füllung enthält, und das eine Längsachse sowie zwei Enden mit Öffnungen besitzt, wobei in den Öffnungen elektrische Durchführungen gasdicht angebracht sind, die mit zwei Elektroden elektrisch verbunden sind, die sich im Innenvolumen in einem gegebenen Elektrodenabstand EA gegenüberstehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontur der Innenwand die folgende Geometrie aufweist:

    • die Kontur besitzt ein im wesentlichen gerades zylindrisches Mittelteil der Länge L und dem Innenradius R sowie zwei im wesentlichen halbkugelförmige Endstücke mit demselben Radius R,

    • die Länge des zylindrischen Mittelteils ist kleiner oder gleich seinem Innenradius:

    • die Innenlänge des Entladungsgefäßes ist mindestens 10 % größer als der Elektrodenabstand EA:

    • der Durchmesser 2R des Entladungsgefäßes entspricht mindestens 80 % des Elektrodenabstands EA; gleichzeitig darf er höchstens eine Länge von 150 % des Elektrodenabstands EA besitzen:


     
    2. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandbelastung des Entladungsgefäßes zwischen 25 und 45 W/cm2 liegt.
     
    3. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandbelastung des Entladungsgefäßes in W/cm2 abhängig von der Nennleistung P in W des Entladungsgefäßes so gewählt ist, daß


     
    4. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Innenvolumen V des Entladungsgefäßes für eine Nennleistung von mindestens 35 W mindestens 100 µl beträgt.
     
    5. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Innenvolumen des Entladungsgefäßes in µl abhängig von der Nennleistung P in W nach folgender Formel gewählt ist:


     
    6. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß L ≤ 0.5 R.
     
    7. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenkontur durch ein Rotationsellipsoid mit den Halbachsen a und b beschrieben wird, wobei


     
    8. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke des Entladungsgefäßes zumindest in der Mitte des Entladungsgefäßes zwischen 5 und 15 % des Innenradius R beträgt.
     
    9. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke zu den Enden hin zunimmt und dort bis zum Doppelten der Wandstärke in der Mitte beträgt.
     
    10. Keramisches Entladungsgefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Öffnungen Stopfen angebracht sind, deren entladungsseitige Stirnseiten abgeschrägt sind oder konkav gebogen sind.
     
    11. Hochdruckentladungslampe mit einem keramischen Entladungsgefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
     


    Claims

    1. Ceramic discharge vessel for a high-pressure discharge lamp, in which the contour of the inner wall of the discharge vessel defines an internal volume V which contains a light-emitting fill and which has a longitudinal axis and two ends with openings, electrical lead-throughs being arranged in a gas tight manner in the openings, which electrical lead-throughs are electrically connected to two electrodes which are positioned opposite one another, at a given electrode spacing EA, in the internal volume, characterized in that the contour of the inner wall has the following geometry:

    • the contour has a substantially straight, cylindrical centre part of length L and internal radius R and two substantially hemispherical end pieces having the same radius R,

    • the length of the cylindrical centre part is less than or equal to its internal radius:

    • the internal length of the discharge vessel is at least 10% greater than the electrode spacing EA:

    • the diameter 2R of the discharge vessel corresponds to at least 80% of the electrode spacing EA; at the same time, it may have a length of at most 150% of the electrode spacing EA:


     
    2. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that the wall loading of the discharge vessel is between 25 and 45 W/cm2.
     
    3. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that the wall loading of the discharge vessel in W/cm2 is selected as a function of the rated output P in W of the discharge vessel, in a such a way that


     
    4. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that the internal volume V of the discharge vessel for a rated output of at least 35 W is at least 100 µl.
     
    5. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that the internal volume of the discharge vessel in µl is selected as a function of the rated output P in W, according to the following formula:


     
    6. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that L ≤ 0.5 R.
     
    7. Ceramic discharge vessel according to Claim 6, characterized in that the internal contour is described by a rotational ellipsoid having the semiaxes a and b, where


     
    8. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that the wall thickness of the discharge vessel, at least in the centre of the discharge vessel is between 5 and 15% of the internal radius R.
     
    9. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that the wall thickness increases towards the ends, where it is up to twice the wall thickness in the centre.
     
    10. Ceramic discharge vessel according to Claim 1, characterized in that stoppers, the discharge-side end sides of which are bevelled or concavely curved, are fitted in the openings.
     
    11. High-pressure discharge lamp having a ceramic discharge vessel according to one of the preceding claims.
     


    Revendications

    1. Enceinte à décharge en céramique pour une lampe à décharge à haute pression, le contour de la paroi intérieure de l'enceinte à décharge définissant un volume V intérieur qui contient une atmosphère émettant de la lumière et qui a un axe longitudinal, ainsi que deux extrémités ayant des ouvertures, des traversées électriques étant ménagées de manière étanche au gaz dans les ouvertures et étant reliées électriquement à deux électrodes qui se font face dans le volume intérieur à une distance EA donnée entre les électrodes, caractérisée en ce que le contour de la paroi intérieure a la géométrie suivante :

    • le contour a une partie médiane cylindrique sensiblement rectiligne de longueur L et de rayon R intérieur, ainsi que deux embouts sensiblement hémisphériques de même rayon RF,

    • la longueur de la partie médiane cylindrique est inférieure ou égale à son rayon intérieur :

    • la longueur intérieure de l'enceinte à décharge est supérieure d'au moins 10 % à la distance EA entre les électrodes :

    • le diamètre 2R de l'enceinte à décharge représente au moins 80 % de la distance EA entre les électrodes, l'enceinte devant en même temps avoir au plus une longueur représentant 150 % de la distance EA entre les électrodes :


     
    2. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1, caractérisée en ce que la charge de paroi de l'enceinte à décharge est comprise entre 25 et 45 W/cm2.
     
    3. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1,
    caractérisée en ce que la charge de paroi de l'enceinte à décharge en W/cm2 est choisie en fonction de la puissance P nominale en W de l'enceinte à décharge, de sorte que


     
    4. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1, caractérisée en ce que le volume V intérieur de l'enceinte à décharge est, pour une puissance nominale d'au moins 35 W, d'au moins 100 µl.
     
    5. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1, caractérisée en ce que le volume intérieur de l'enceinte à décharge en µl est choisi en fonction de la puissance P nominale en W selon la formule suivante :


     
    6. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1, caractérisée en ce que L ≤ 0,5 R.
     
    7. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 6, caractérisée en ce que le contour intérieur est décrit par un ellipsoïde de révolution ayant les demi-axes a et b, dans lequel


     
    8. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1, caractérisée en ce que l'épaisseur de la paroi de l'enceinte à décharge représente, au moins au milieu de l'enceinte à décharge, de 5 à 15 % du rayon R intérieur.
     
    9. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1, caractérisée en ce que l'épaisseur de la paroi augmente vers les extrémités et y représente jusqu'au double de l'épaisseur de paroi au milieu.
     
    10. Enceinte à décharge en céramique suivant la revendication 1, caractérisée en ce qu'il est mis dans les ouvertures des tampons dont les faces frontales se trouvant du côté de la décharge sont inclinées ou sont courbées de manière concave.
     
    11. Lampe à décharge à haute pression ayant une enceinte à décharge en céramique suivant l'une des revendications précédentes.
     




    Zeichnung