[0001] In der deutschen Patentanmeldung P 196 37 416 ist eine Verstell-Nockenwelle dargestellt,
die benachbart angeordnete und zwischen maschinenseitigen Anschlägen axial positionerte
Nocken umfaßt, die über die axialgesteuert verlagerbare Nockenwelle winkelverstellbar
sind. Die Axialbewegung der Nockenwelle wird über am Außenumfang angeordnete, in zur
Nockenwellenachse schräg bzw. schraubengangartig in den Nocken angeordnete Nuten eingreifende
Führungselemente in Winkelbewegungen der Nocken umgesetzt.
[0002] Die Führungselemente und die mit diesen formschlüssig zusammenwirkenden Führungsflächen
der Nuten in den Nocken unterliegen entsprechend der Häufigkeit der Nockenwellenverstellungen
über den gesamten Drehzahlbereich einer Brennkraftmaschine einem das ursprüngliche
Gleitspiel zwischen Führungselement und Nut vergrößerndem Verschleiß. Dieser Verschleiß
führt zu relativen Drehwinkelbewegungen jedes Nockens zum jeweiligen Führungselement,
wobei das verschleißbedingte Spiel beim Anlauf des Nockens gegen eine Ventil-Hubführung
schlagartig überwunden ist mit nachteilig akustischen Geräuschen. Weiter bedeutet
ein vergrößertes Führungsspiel bei einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine eine Beeinflussung
der Ventil-Steuerdiagramme mit insbesondere nachteiliger Auswirkung auf die Abgaszusammensetzung.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine derartige Verstell-Nockenwelle so zu verbessern,
daß ein unabhängig vom jeweiligen Verschleiß spielfreies Zusammenwirken des jeweiligen
Führungselementes mit der Nut des jeweiligen Nockens erzielt ist.
[0004] Diese Aufgabe ist mit dem Patentanspruch 1 gelöst mit den weiteren Mitteln, daß die
Führungselemente und Nuten jeweils über miteinander derart korrespondierende Führungsflächen
in formschlüssigem Eingriff stehen, daß jeder Eingriff mittels einer zusätzlichen
Druck-Einrichtung (Feder und/oder Schmiermitteldruck) kraftschlüssig spielfrei gehalten
ist.
[0005] Der Vorteil der Erfindung ist, daß bei einem Verschleiß das Führungselement in der
Nut des Nockens druckgesteuert nachführbar ist und somit Spielfreiheit erreicht ist.
[0006] Bezüglich eines vorteilhaft einfachen Aufbaues sieht eine Ausgestaltung der Erfindung
vor, daß die Nuten in den Nocken im Querschnitt trapezförmig mit zueinander geneigten
Führungsflächen gestaltet sind und die eingreifenden Führungselemente mit entsprechend
korrespondierenden Querschnitten jeweils mittels der auf eine schmierkanalseitige
Stirnfläche des Führungs-Bolzens einwirkenden Druck-Einrichtung kraftschlüssig spielfrei
gehalten sind.
[0007] Eine besonders einfache Ausgestaltung dieser Weiterbildung ist dadurch erreicht,
daß als auf die Stirnfläche des Bolzens einwirkende Druck-Einrichtung eine in der
Nockenwelle mit dem Bolzen fluchtend und mit Vorspannung angeordnete Druckfeder vorgesehen
ist. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung kann diese Druckfeder über den Schmiermitteldruck
im Schmierkanal der Nockenwelle unterstützt sein.
[0008] Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung kann der Führungselement-Bolzen ausschließlich
über seine schmierkanalseitige Stirnfläche vom Schmiermitteldruck im Schmierkanal
beaufschlagt sein.
[0009] Schließlich können die Nuten im Querschnitt auch schwalbenschwanzartig mit zueinander
geneigten Führungsflächen gestaltet sein, wobei an dem eine relativ große nutseitige
Begrenzung aufweisenden Führungselement ein in der stirnseitig geschlossenen Nut herrschender
Schmiermitteldruck einwirkt.
[0010] Die Erfindung ist anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine abschnittsweise dargestellte Nockenwelle mit zwei zwischen
maschinenseitigen Anschlägen angeordneten Nocken, wobei ein Nocken teilweise geschnitten
die Nut aufzeigt,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch den vorgenannten Nocken gemäß der Linie II-II mit einem federbeaufschlagten
Führungselement,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch einen weiteren Nocken mit einem ausschließlich hydraulisch
beaufschlagten Führungselement und
- Figur 4
- einen Nocken mit einer schwalbenschwanzartigen Nut mit entsprechend angepaßtem, hydraulisch
beaufschlagtem Führungselement.
[0011] Eine lediglich abschnittsweise dargestellte Verstell-Nockenwelle 1 für eine nicht
näher dargestellte, ventilgesteuerte Brennkraftmaschine 2 ist in maschinenseitigen
Lagerböcken 3, 3' gesteuert axial verlagerbar gemäß den Pfeilen A-A' angeordnet. Auf
der gesteuert axial verlagerbaren Nockenwelle 1 sind schiebebeweglich und drehwinkelverstellbar
benachbarte Nocken 4 und 5 für unterschiedliche Gaswechselventile zwischen dem Lagerbock
3 und einer im Lagerbock 3' fixierten Lagerbuchse 6 als maschinenseitige Anschläge
axial positioniert vorgesehen. Zur Umsetzung der Axialbewegung der Nockenwelle 1 in
Winkelbewegungen der Nocken 4 und 5 umfaßt jeder der Nocken 4, 5 in seiner Lagerbohrung
7 eine zur Nockenwellenachse 8 schräg gerichtete bzw. schraubengangartig gestaltete
Nut 9 zum formschlüssigen Eingriff eines an der Nockenwelle 1 gesondert angeordneten
Führungselementes 10. Das Führungselement 10 ist mit einem in der einen koaxialen
Schmierkanal 11 aufweisenden Nockenwelle 1 mit Passungsspiel dreh- und hubbeweglich
angeordneten Bolzen 12 fest verbunden. Wie insbesondere aus den Figuren 2 mit 4 ersichtlich,
steht ein den Bolzen 12 und das Führungselement 10 durchsetzend angeordneter Drosselkanal
13 mit dem Schmierkanal 11 in Verbindung zwecks Zuführung von Schmiermittel in die
Nut 9.
[0012] Um das aus dem Verschleiß der häufigen Axialverstellungen der Nockenwelle 1 resultierende
Spiel zwischen dem Führungselement 10 und der Nut 9 zu vermeiden, steht das jeweilige
Führungselement 10 und die Nut 9 des jeweiligen Nockens 4, 5 jeweils über miteinander
derart korrespondieren Führungsflachen 14, 15 in formschlüssigem Eingriff, daß jeder
Eingriff mittels einer zusätzlichen Druckeinrichtung (Feder und/oder Schmiermitteldruck)
kraftschlüssig spielfrei gehalten ist.
[0013] In ersten Ausgestaltungen der Erfindung gemäß den Figuren 2 und 3 sind die Nuten
9 in den Nocken 4, 5 und 4' im Querschnitt trapezförmig mit zueinander geneigten Führungsflächen
14 und 15 gestaltet und die eingreifenden Führungselemente 10 mit entsprechend korrespondierenden
Querschnitten jeweils mittels der auf eine schmierkanalseitige Stirnfläche 16 des
Führungselement-Bolzens 12 einwirkenden Druck-Einrichtung (Feder und/oder Schmiermitteldruck)
kraftschlüssig spielfrei gehalten.
[0014] Gemäß Figur 2 ist als auf die Stirnfläche 16 des Bolzens 12 einwirkende Druckenrichtung
eine in der Nockenwelle 1 mit dem Bolzen 12 fluchtend und mit Vorspannung angeordnete
Druckfeder 17 vorgesehen. Diese Druckfeder 17 kann über den Schmiermitteldruck im
Schmierkanal 11 der Nockenwelle 1 unterstützt sein.
[0015] Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem der Führungselement-Bolzen 12 über
seine schmierkanalseitige Stirnfläche 16 ausschließlich vom Schmiermitteldruck im
Schmierkanal 11 beaufschlagt ist.
[0016] Figur 4 zeigt schließlich ein Ausführungsbeispiel, bei dem die jeweilige Nut 9' in
den Nocken 4', 5' im Querschnitt schwalbenschwanzartig gestaltet ist, wobei die Nuten
9' stirnseitig mittels benachbarter Bauteile - Lagerbock 3, Nocken 4', 5' und Lagerbuchse
6 - im wesentlichen geschlossen sind. Die jeweils eingreifenden Führungselemente 10'
mit entsprechend korrespondierenden Querschnitten sind jeweils kraftschlüssig spielfrei
gehalten mittels eines Schmiermitteldruckes, der im wesentlichen aus der Flächendifferenz
der nutenseitigen Begrenzung 18 des Führungselementes 10' und der nockenseitigen Stirnfläche
16' des Bolzens 12 resultiert.
[0017] Der Vorteil der Erfindung ist, daß ein verschleißbedingtes Führungsspiel zwischen
jeweiligem Führungselement 10, 10' und jeweiliger Nut 9, 9' mittels mechanisch und/oder
hydraulisch bewirkter Verlagerung des jeweiligen Führungselementes 10, 10' in die
jeweilige Nut 9, 9' vermieden ist,wobei die korrespondierenden Führungsflächen 14,15
und 14',15' so zueinander geneigt angeordnet sind , daß eine Klemmwirkung nicht gegeben
ist.
1. Verstell-Nockenwelle, insbesondere für ventilgesteuerte Brennkraftmaschinen,
- mit auf einer gesteuert axial verlagerbaren Nockenwelle (1) relativ zueinander zwischen
maschinenseitigen Anschlägen (3, 6) winkelverstellbar gelagert angeordneten Nocken
(4, 5; 4', 5'; 4'', 5''), die
- in ihren Lagerbohrungen (7) zur Nockenwellenachse (8) schräg gerichtet angeordnete
Nuten (9, 9') aufweisen zum jeweils formschlüssigen Eingriff eines gesonderten Führungselementes
(10, 10'), das
- mit einem in der einen koaxialen Schmierkanal (11) aufweisenden Nockenwelle (1)
mit Passungsspiel beweglich angeordneten Bozen (12) fest verbunden ist, und
- ein den Bolzen (12) und das Führungselement (10, 10') durchsetzend angeordneter
Drosselkanal (13) mit dem Schmierkanal (11) in Verbindung steht, wobei
- die Führungselemente (10, 10') und die Nuten (9, 9') jeweils über miteinander derart
korrespondierende Führungsflächen (14, 15; 14', 15') in formschlüssigem Eingriff stehen,
- daß jeder Eingriff mittels einer zusätzlichen Druck-Einrichtung (Feder 17 und/oder
Schmiermitteldruck) kraftschlüssig spielfrei gehalten ist.
2. Nockenwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Nuten (9) in den Nocken (4, 5; 4', 5') im Querschnitt trapezförmig mit zueinander
geneigten Führungsflachen (14, 15) gestaltet sind, und
- die eingreifenden Führungselemente (10) mit entsprechend korrespondierenden Querschnitten
jeweils mittels der auf eine schmierkanalseitige Stirnfläche (16) des Führungselement-Bolzens
(12) einwirkenden Einrichtung (Feder 17 und/oder Schmiermitteldruck) kraftschlüssig
spielfrei gehalten sind.
3. Nockenwelle nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als auf die Stirnfläche
(16) des Bolzens (12) einwirkende Druck-Einrichtung eine in der Nockenwelle (1) mit
dem Bozen (12) fluchtend und mit Vorspannung angeordnete Druckfeder (17) vorgesehen
ist.
4. Nockenwelle nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die auf den Bozen (12) einwirkende
Druckfeder (17) über den Schmiermitteldruck im Schmierkanal (11) der Nockenwelle (1)
unterstützt ist.
5. Nockenwelle nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungselement-Bolzen
(12) über seine schmierkanalseitige Stirnfläche (16) ausschließlich vom Schmiermitteldruck
im Schmierkanal (11) beaufschlagt ist.
6. Nockenwelle nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Nuten (9') in den Nocken (4'', 5'') im Querschnitt schwalbenschwanzartig
mit zueinander geneigten Führungsflächen (14', 15') gestaltet sind, wobei
- die Nuten (9') stirnseitig mittels benachbarter Bauteile (Nocken 5'' oder 4'', Lagerbock
3, Lagerbuchse 6) im wesentlichen geschlossen sind, und
- die eingreifenden Führungselemente (10') mit entsprechend korrespondierenden Querschnitten
jeweils kraftschlüssig spielfrei gehalten sind mittels eines Schmiermitteldruckes,
der
- im wesentlichen aus der Flächendifferenz der nutenseitigen Begrenzung (18) des Führungselementes
(10') und der nockenseitigen Stirnfläche (16') des Bolzens (12) resultiert.