Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einer Einrichtung zum Fördern von Kraftstoff aus einem Vorratstank
zu einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges nach der Gattung des Patentanspruchs
1 aus.
[0002] Aus der DE 195 13 822 A1 ist eine derartige Einrichtung bekannt geworden, die aus
einer von der Brennkraftmaschine angetriebenen Förderpumpe gebildet ist, die Kraftstoff
aus einem Vorratstank ansaugt und zur Brennkraftmaschine bzw. einer an dieser vorgesehenen
Hochdruckeinspritzpumpe fördert. Die Förderpumpe weist in ihrem Gehäuse wenigstens
eine Pumpkammer auf, in der ein Paar rotierend angetriebener und miteinander kämmender
Zahnräder angeordnet ist, die Kraftstoff aus einem mit dem Vorratstank verbindbaren
Ansaugraum entlang einem zwischen der Stirnfläche der Zahnräder und der Wand gebildeten
Förderkanal in einen wenigstens mittelbar mit der Brennkraftmaschine verbindbaren
Druckraum fördern. Fur eine Verringerung des Bauraumes und des Fertigungsaufwandes
ist im Gehäuse der Förderpumpe eine weitere, Luft fördernde Pumpe angeordnet, deren
Saugseite mit einem Bremskraftverstärker des Kraftfahrzeuges verbunden ist.
[0003] Die Förderpumpe und die Luft fördernde Pumpe sind koaxial nebeneinander in einem
gemeinsamen Gehäuse angeordnet und werden von einer gemeinsamen Antriebswelle rotierend
angetrieben. Die in das gemeinsame Gehäuse der Förderpumpe eingesetzte Luft fördernde
Pumpe ist vorzugsweise als Flügelzellenpumpe ausgebildet. Die vorzugsweise als Zahnradpumpe
ausgebildete Förderpumpe ist axial hintereinander zu der Flügelzellenpumpe angeordnet,
so daß ein getriebenes Zahnrad der Förderpumpe und ein Rotor der Flügelzellenpumpe
von der gemeinsamen Antriebswelle rotierend angetrieben werden. Dafür ist an einem
das einem Koppelglied zur Nockenwelle abgewandten Ende der Antriebswelle eine Kupplungsscheibe
aufgepreßt, die formschlüssig mit dem Rotor der Flügelzellenpumpe verbunden ist. Durch
diese Anordnung wird während des Betriebs der Einrichtung zum Fördern von Kraftstoff
durch die gemeinsame Antriebswelle sowohl die Förderpumpe als auch die Flügelzellenpumpe
bzw. Unterdruckpumpe fortwährend angetrieben.
[0004] Diese bekannte Einrichtung weist jedoch den Nachteil auf, daß aufgrund des Antriebes
mit einer einzigen gemeinsamen Antriebswelle, die drehfest mit der Zahnrad- als auch
Flügelzellenpumpe verbunden ist, ein zwangsweiser Antrieb beider Pumpen erfolgt. Dadurch
wird im Bremskraftverstärker fortwährend ein Unterdruck erzeugt, der jedoch nur sporadisch,
beispielsweise beim Bremsen mittels Bremskraftverstärker, erforderlich ist. Die fortwährend
mitlaufende Unterdruck-Flügelzellenpumpe ist dadurch einem erhöhten Verschleiß der
Flügel am Gehäuse der Unterdruckpumpe ausgesetzt. Darüber hinaus wird durch den zwangsweisen
Antrieb der Flügelzellenpumpe eine erhöhte Antriebsleistung von der die Förderpumpe
antreibenden Nockenwelle und somit der Brennkraftmaschine erforderlich.
Vorteile der Erfindung
[0005] Die erfindungsgemäße Einrichtung zum Fördern von Kraftstoff aus einem Vorratstank
zu einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß durch die zwischen der Förderpumpe
und der Luft fördernden Pumpe angeordnete Koppeleinrichtung eine bedarfsmäßige Ansteuerung
der die Luft fördernde Pumpe erfolgen kann. Dadurch wird durch die nicht dauerhaft
mitangetriebene Luft fördernde Pumpe eine Verringerung der Antriebsleistung erzielt.
Darüber hinaus weist die erfindungsgemäße Einrichtung den Vorteil auf, daß durch die
bedarfsangepaßte Betätigung der Luft fördernden Pumpe eine Verringerung des Verschleißes
bei den Bauteilkomponenten der Luft fördernden Pumpe ermöglicht ist.
[0006] Dabei ist besonders vorteilhaft, daß durch die Koppeleinrichtung gewährleistet werden
kann, daß ein Mindestwert an Unterdruck in dem Bremskraftverstärker vorliegt, der
unmittelbar nach einem Bremsvorgang, bei dem der Unterdruck abnimmt, durch das Einschalten
der Luft fördernden Pumpe wieder auf den erforderlichen Unterdruck im Bremskraftverstärker
erhöht werden kann. Diese in Abhängigkeit von einem bestimmten Mindestwert an Unterdruck
arbeitende Koppeleinrichtung wirkt sich insbesondere bei längeren Überlandfahrten
oder Autobahnfahrten ohne einen Bremsvorgang vorteilhaft aus.
[0007] Durch die vorteilhafte Anordnung der Koppeleinrichtung an der Antriebswelle kann
die durch die axial hintereinander angeordnete Förderpumpe und Luft fördernde Pumpe
erzielte Minimierung des Bauraumes aufrecht erhalten werden. Zudem kann auf eine Vielzahl
der bereits vorhandenen Bauteilkomponenten von einer derartigen Einrichtung zum Fördern
von Kraftstoff aus einem Vorratstank zu einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeuges
zurückgegriffen werden, bei der die Förderpumpe und die Luft fördernde Pumpe in einem
gemeinsamen Pumpengehäuse als eine Baueinheit angeordnet sind.
[0008] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß an der die
der Förderpumpe rotierend antreibenden Antriebswelle die Koppelvorrichtung vorgesehen
ist. Dadurch kann ein geringer Bauraum der Einrichtung aufrecht erhalten werden. Desweiteren
ist ein einfacher Antrieb der Koppeleinrichtung möglich, um die Drehbewegung auf die
Flügelzellenpumpe zu übertragen.
[0009] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
die Koppeleinrichtung unmittelbar mit der zum Bremskraftverstärker weisenden Saugseite
über eine zur Koppeleinrichtung führende Durchgangsbohrung verbunden ist. Dadurch
kann auf einfache Weise über den tatsächlich vorliegenden Unterdruck eine Ansteuerung
der Koppeleinrichtung gegeben sein. Somit kann ohne Verwendung von zusätzlichen Bauteilen
eine Ansteuerung der Koppeleinrichtung vorgesehen sein, die bei Erreichen eines vorgegebenen
Unterdrucks die kraftschlüssige Verbindung zwischen der Förderpumpe und der Luft fördernden
Pumpe trennt.
[0010] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
die Koppeleinrichtung als Rutschkupplung ausgebildet ist, die einen axial zur Antriebswelle
bewegbaren Steuerkolben aufweist, der an einer Kupplungsscheibe der Luft fördernden
Pumpe angreift. Durch die Ausgestaltung als Rutschkupplung kann in Abhängigkeit des
Reibwertes der verwendeten Materialien der aufeinander wirkenden Oberflächen des Steuerkolbens
und der Kupplungsscheibe eine exakte Auslegung der Rutschkupplung erfolgen. Desweiteren
kann in Abhängigkeit des Mindestwertes an Unterdruck die kraftschlüssige Verbindung
reproduzierbar getrennt werden.
[0011] Alternativ kann ebenso vorteilhaft vorgesehen sein, daß die Koppeleinrichtung als
magnetisch oder hydraulisch oder elektrisch ansteuerbare Kupplung ausgebildet ist,
die die entsprechenden Steuerbefehle über Sensoren erhält, die wiederum den aktuellen
Unterdruck im Bremskraftverstärker erfassen können.
[0012] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
der Steuerkolben der Kopplungseinrichtung einen mit Unterdruck beaufschlagbaren Kolbenraum
aufweist, in dem ein gegen den Unterdruck arbeitendes Belastungsmittel angeordnet
ist. Das Belastungsmittel, das vorzugsweise als Druckfederelement ausgebildet ist,
kann in Abhängigkeit der auf den Steuerkolbenraum wirkenden Axialkräfte des Unterdruckes
angepaßt sein, so daß ab einem Mindestwert an Unterdruck die Federkraft überwunden
werden kann, wodurch der Steuerkolben gegenüber der Kupplungsscheibe der Luft fördernden
Pumpe getrennt werden kann. Dadurch kann eine Selbstregelung erzielt werden, bei der
erst ab einem vorgegebenen Mindestwert an Unterdruck die Luft fördernde Pumpe abgeschalten
wird.
[0013] Desweiteren ist vorteilhaft, daß die von der Saugseite zur Antriebswelle führende
Durchgangsbohrung in eine in der Antriebswelle angeordnete Ringnut übergeht, die mit
einer Querbohrung in Verbindung steht und in eine zum Steuerkolben führende Axialbohrung
führt. Dadurch kann in konstruktiv einfacher Weise der tatsächlich vorliegende Unterdruck
der Saugseite auf den Steuerkolben einwirken.
[0014] Desweiteren ist vorteilhafterweise vorgesehen, daß die zur Saugseite führende Durchgangsbohrung
in Saugrichtung gesehen vor einem in den Ansaugraum führenden und ein Rückschlagventil
aufweisenden Anschlußstutzen mündet. Dadurch kann eine gezielte und exakte Ansteuerung
der Koppeleinrichtung erzielt werden, die den tatsächlichen im Bremskraftverstärker
herrschenden Unterdruck erfaßt.
[0015] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
zwischen dem zum Steuerkolben weisenden Ende der Antriebswelle und dem Steuerkolben
vorzugsweise klauenförmige Mitnehmerelemente vorgesehen sind. Dadurch kann der rotierende
Antrieb der Koppeleinrichtung sichergestellt sein, wobei gleichzeitig eine axiale
Bewegbarkeit des Steuerkolbens gegeben sein kann, um die Funktion des Auskoppelns
und Einkoppelns aufrecht erhalten zu können.
[0016] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Einrichtung zum Fördern von Kraftstoff
aus einem Vorratstank zu einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges ist in der
Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Fördereinrichtung und
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Fig. 1 mit dem verdeckten Verlauf der Pumpkammer, der Zahnradpumpe
und der Kraftstoffkanäle.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0018] Die in den Figuren 1 und 2 nur mit ihren erfindungswesentlichen Bauteilen dargestellte
Einrichtung zum Fördern von Kraftstoff aus einem nicht dargestellten Vorratsbehälter
zu einer ebenfalls nicht näher dargestellten Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges,
bzw. zu deren Hochdruckeinspritzpumpe, weist ein Pumpengehäuse 1 auf, in das eine
als Zahnradpumpe 3 ausgebildete Kraftstoff-Förderpumpe und eine als Flügelzellenpumpe
5 ausgebildete, Luft fördernde Pumpe (im folgenden Unterdruckpumpe) eingesetzt sind.
[0019] Dabei kann die Förderpumpe alternativ auch als eine andere Verdrängerpumpe, z.B.
als Rollenzellenpumpe, ausgebildet sein. Das Pumpengehäuse 1 weist in seinem Inneren
eine kreisförmige Ausnehmung auf, die eine zu einer Stirnfläche 9 des Pumpengehäuses
1 offene Pumpkammer 7 der Flügelzellenpumpe 5 bildet und die radial einwärts durch
einen exzentrisch zur Pumpkammer 7 angeordneten zylindrischen Gehäusesteg 11 begrenzt
ist. In diesem Gehäusesteg 11 ist eine axiale Durchgangsbohrung 13 eingebracht, in
der eine Antriebswelle 15 drehbar geführt ist, die in der von der Stirnfläche 9 abgewandten
Richtung aus dem Pumpengehäuse 1 ragt. Auf das aus dem Pumpengehäuse 1 ragende freie
Ende der Antriebswelle 15 ist eine Mitnehmerscheibe 17 aufgepreßt, in der Nuten zur
Aufnahme eines elastischen Koppelgliedes in Form einer Paßfeder 19 vorgesehen sind.
Die von der Mitnehmerscheibe 17 vorstehenden Enden der Paßfeder 19 greifen formschlüssig
in entsprechende Ausnehmungen einer nicht dargestellten Nockenwelle der Brennkraftmaschine,
deren freies Wellenende zur Antriebswelle 15 fluchtend angeordnet ist, so daß die
Drehbewegung der Antriebswelle über das elastische Koppelglied 19 auf die Mitnehmerscheibe
17 und auf die Antriebswelle 15 übertragen wird.
[0020] Das Pumpengehäuse 1 weist an seiner zweiten der Mitnehmerscheibe zugewandten Stirnfläche
21 eine ovale, eine Pumpkammer der Zahnradpumpe 3 bildende Ausnehmung auf, die durch
eine Gehäuszwischenwand von der Pumpkammer getrennt ist und die von der Antriebswelle
15 durchdrungen wird. Dabei ist ein erstes Zahnrad 25 eines miteinander an seinen
Stirnflächenen kämmenden Zahnradpaares auf der Antriebswelle 15 innerhalb der Pumpkammer
23 mittels eines in die Antriebswelle 15 eingepreßten Stiftes 27 formschlüssig mit
dieser verbunden. Das zweite nicht näher dargestellte Zahnrad ist schräg zum ersten
Zahnrad 25 versetzt angeordnet, wobei dessen Achse ebenfalls im Pumpengehäuse 1 gelagert
ist. Ein oberer, sich radial an die Zahnräder in Höhe des Zahneingriffs anschließender
Abschnitt der Pumpenkammer 23 bildet dabei einen Ansaugraum 29 und ein unterer, diesem
am Zahnradeingriff gegenüberliegenden Abschnitt der Pumpkammer 23 einen Druckraum
31 der Zahnradpumpe 3. In den Ansaugraum 29 mündet eine Saugbohrung im Pumpengehäuse
1, die mit einer Kraftstoffleitung vom Vorratstank verbunden ist. Vom Druckraum 31
führt ein Druckkanal 25 ab, der durch eine Sicke in der Stirnfläche 21 des Pumpengehäuses
1 gebildet ist und der sich bis in einen Steg 37 des Pumpengehäuses 1 erstreckt. Parallel
zu diesem Druckkanal 35 ist ein ebenfalls durch eine Sicke gebildeter Rücklaufkanal
39 angeordnet, der über eine Verbindungsbohrung 41 mit dem Druckkanal 35 verbunden
ist und sich von dieser ausgehend etwa bis an das Ende des Druckkanales 35 erstreckt.
Die Pumpkammer 23, der Druckkanal 35 und der Rücklaufkanal 39 sind auf der dem Gehäuse
1 abgewandten Seite durch einen auf der Stirnfläche 21 des Pumpengehäuses 1 dichtend
aufgeschraubten ersten Gehäusedeckel 43 verschlossen, in dem eine vom Druckkanal 35
abführende Druckbohrung 45 und eine vom Rücklaufkanal 39 abführende Rücklaufbohrung
47 angeordnet sind. Dabei ist der Gehäusedeckel 43 seinerseits so an den Zylinderkopf
der zu versorgenden Brennkraftmaschine angeflanscht, daß die Druckbohrung 45 und die
Rücklaufbohrung 47 direkt an entsprechenden Kraftstoffkanälen im Zylinderkopf münden.
Um die Pumpkammer 23 der Zahnradpumpe 3 gegen die Brennkraftmaschine und die Flügelzellenpumpe
5 abzudichten, sind neben verschiedenen Dichtringen am Gehäusedeckel zwei Wellendichtringe
49 auf der Antriebswelle 15 angeordnet, die die Pumpkammer 23 an der Antriebswelle
15 verschließen.
[0021] Die in den Figuren 1 und 2 näher dargestellte Flügelzellenpumpe 5 wird aus einem
in der Pumpkammer 7 angeordneten zylindrischen Rotor 51 mit einer axialen Bohrung
gebildet, der mit seiner zylindrischen Innenwandfläche 53 in Form einer Gleitlagerung
auf der Mantelfläche des zylindrischen Gehäusestegs 11 geführt ist. Der Rotor 51 ist
über eine auf das der Zahnradpumpe abgewandte Ende der Antriebswelle 15 angeordnete
Koppeleinrichtung 52 mit einer Kupplungsscheibe 55 verbunden, die sich andererseits
an einem zweiten, die Pumpkammer 7 der Flügelzellenpumpe 5 verschließenden Gehäusedeckel
56 über ein Lagermittel 57 abstützt, der dichtend an der Stirnfläche 9 des Pumpengehäuses
1 verschraubt ist. In der die Pumpkammer 7 radial einwärts begrenzenden zylindrischen
Außenwandfläche 64 des Rotors 51 sind vorzugsweise drei Schlitze 59 zur verschiebbaren
Aufnahme von Flügeln vorgesehen, die in Drehrichtung des Rotors 51 auf dessen Radialebene
gekippt sind. Da der Rotor 51 derart exzentrisch in der Pumpe 7 angeordnet ist, daß
er zum Teil mit seiner Außenwandfläche 64 an der radialen Pumpenkammerwand 63 der
Pumpkammer 7 anliegt, sind die Schlitze 59 so ausgeführt, daß sie ein vollständiges
Eintauchen der Flügel 61 sowie eine ausreichende Führung bei maximalem Austauchen
ermöglichen, sowie Dichtflächen zu den Flügeln 61 bilden, um bei einer Druckbeaufschlagung
der im Rotor 51 befindlichen Flügelenden durch das Schmieröl die Flügel 61 zwangsweise
während der Saugphase radial nach außen zu drücken und somit die Anpreßkraft und Dichtwirkung
der Flügel 61 am Gehäuse 1 vor allem bei niedrigen Drehzahlen zu verbessern.
[0022] Ein oberer Bereich der Pumpkammer 7 bildet bei Drehung des Rotors 51 entgegen dem
Uhrzeigersinn einen Ansaugbereich 65 der Flügelzellenpumpe 5, der in eine Anschlußbohrung
67 mündet, in die ein Anschlußstutzen 69 eingesetzt ist, auf den eine Schlauchleitung
von einem Bremskraftverstärker des Kraftfahrzeuges aufsteckbar ist. Um dabei möglichst
wirksam einen Unterdruck im Bremskraftverstärker aufbauen zu können, ist dem Anschlußstutzen
69 ein in Richtung Pumpkammer 7 öffnendes Rückschlagventil 71 oberhalb der Bohrung
67 vorgeschaltet.
[0023] Die Zahnradpumpe 3 und Flügelzellenpumpe 5 ist über die Koppeleinrichtung 52 antriebsverbunden,
die von einer Antriebswelle 15 aufgenommen ist. Die Koppeleinrichtung 52 ist als Rutschkupplung
ausgebildet, die in Abhängigkeit eines Mindestwerts an Unterdruck im Bremskraftverstärker
eine kraftschlüssige Verbindung der Zahnradpumpe 3 zur Flügelzellenpumpe 5 trennt.
Die Koppeleinrichtung 52 weist einen Steuerkolben 91 auf, der in einem Steuerkolbensitz
109 geführt ist und der von an der Antriebswelle 15 angeordneten Mitnehmerelementen
92 rotierend angetrieben ist. Der Steuerkolben 91 ist gleichzeitig über die Mitnehmerelemente
92 zur Antriebswelle 15 axial bewegbar gelagert, so daß eine zur Kupplungsscheibe
55 weisende Stirnfläche 93 an der Kupplungsscheibe 55 kraftschlüssig angreifen kann.
Der Steuerkolben 91 und die Kupplungsscheibe 55 sind aus wärmebeständigem Material
ausgebildet, das darüber hinaus verschleißarm ist. Die Stirnfläche 93 weist eine hohe
Bearbeitungsgenauigkeit auf, so daß mit einer komplementären Fläche der Kupplungsscheibe
55 eine Rutschkupplung mit schnellem Eingriff und hoher Kraftübertragung gegeben ist.
[0024] Der Steuerkolben 91 weist einen Steuerkolbenraum 94 auf, der als zylindrische Sackbohrung
ausgebildet ist. Der Steuerkolbenraum 94 steht mit einer in der Antriebswelle 15 ausgebildeten
Axialbohrung 96 in Verbindung, die in eine Querbohrung 97 übergeht und in eine Ringnut
98 mündet. Eine von dem Anschlußstutzen 69 der Saugseite abzweigende erste Bohrung
101, die in eine zweite Bohrung 102 übergeht, mündet in die Ringnut 98 ein. Die Bohrungen
101 und 102 erstrecken sich bis zu einer Stirnfläche 103, die von einem ersten Gehäusedeckel
43 verschlossen ist. Diese Durchgangsbohrungen 101, 102 schließen einen Winkel von
im wesentlichen 90° zueinander ein, wodurch eine einfache Herstellung der Bohrungen
im Pumpengehäuse 1 gegeben ist. Über diese Durchgangsbohrungen 101 und 102 sowie der
Ringnut 98, der zumindest einen Querbohrung 97 und der Axialbohrung 96 steht der Steuerkolbenraum
94 unmittelbar mit einem Unterdruckraum des Bremskraftverstärkers in Verbindung.
[0025] Die Kupplungsscheibe 55 ist über ein als Kugel ausgebildetes Lagermittel 57 zum zweiten
Gehäusedeckel 56 angeordnet, wodurch die über die Koppeleinrichtung 52 wirkenden axialen
Kräfte, die in eine Rotationsbewegung der Kupplungsscheibe 55 übertragen werden, unter
Belastung reibungsarm aufgenommen werden.
[0026] Die Mitnehmerelemente 92 sind klauenförmig, als Paß-Federprofil oder als Keilwellenprofil
ausgebildet und greifen in einen ebenso ausgebildeten Endbereich des Steuerkolbens
91 ein, der zur Antriebswelle 15 weist. In dem Steuerkolbenraum 94 ist ein Belastungsmittel
104 angeordnet, das als Druckfederelement ausgebildet ist. Das Belastungsmittel 104
stützt sich in einer Bohrung 106 der Antriebswelle 15 ab, damit eine Axialkraft auf
den Steuerkolben 91 ausgeübt werden kann, der mit seiner Stirnfläche 93 an der Kupplungsscheibe
55 angreift. Die Antriebswelle 15 weist koaxial zu der Bohrung 106 einen Ringbund
107 auf, an dem die Mitnehmerelemente 92 angeordnet sind. Gleichzeitig stützt sich
dieser Ringbund den Mitnehmerelementen gegenüberliegend an dem Steuerkolbensitz 109
des Gehäusesteges 11 ab. Der Steuerkolbensitz ist durch Feinbearbeitung, Vorzugsweise
Reiben, hergestellt. Der Steuerkolben 91 ist abdichtend mit seiner Mantelfläche zum
Steuerkolbensitz 109 ausgebildet. Alternativ kann vorgesehen sein, daß der Steuerkolben
einen Dichtring oder dergleichen aufweist, um eine abdichtende Anordnung zu ermöglichen.
[0027] Die erfindungsgemäße Fördereinrichtung arbeitet in folgender Weise. Während des Betriebes
der Brennkraftmaschine treibt die Antriebswelle der Brennkraftmaschine die Antriebswelle
15 der Fördereinrichtung über die elastische Kupplung an der Mitnehmerscheibe 17 rotierend
an. Diese Drehbewegung der Antriebswelle 15 wird auf das erste Zahnrad 25 der Zahnförderpumpe
3 übertragen, das seinerseits das mit ihm kämmende zweite Zahnrad antreibt. Dabei
wird in bekannter Weise Kraftstoff über die Saugbohrung 33 aus dem Vorratstank in
den Saugraum der Zahnradpumpe 3 angesaugt, wobei die Zahnradpumpe 3 auch in der Lage
ist, Luft anzusaugen und zu fördern, so daß sie sich bei entleerten Kraftstoffleitungen
selbständig entlüften kann. Dieser Kraftstoff wird dann zwischen den kämmenden Stirnflächen
der Zahnräder im Druckraum gefördert, wovon der Kraftstoff über einen Druckkanal zur
Druckbohrung und weiter zur Brennkraftmaschine oder einer an dieser vorgesehenen Hochdruckeinspritzpumpe
strömt. Der über die Kupplungseinrichtung 52 rotierend angetriebene Rotor 51 der Flügelzellenpumpe
5 saugt während seines Umlaufes in der Pumpkammer 7 über den Anschlußstutzen 69 Luft
vom Bremskraftverstärker ab, wozu das durch die Flügel 61 begrenzte Volumen der einzelnen
Kammer 11 während der Drehbewegung des Rotors 51 von der Mündung der Anschlußbohrung
67 ausgehend vergrößert wird, so daß in bekannter Weise ein Unterdruck erzeugt wird.
Im weiteren Verlauf der Drehbewegung, nach Austauchen der jeweiligen Kammer aus der
Überdeckung mit der Anschlußbohrung 67 verringert sich deren Volumen, so daß das eingeschlossene
Luftvolumen gemeinsam mit dem die Druckkammer 7 durchströmenden Schmiermittel mit
Druck in eine Abführungsbohrung gefördert wird, von der dieses Gemisch wieder dem
Schmiermittelkreislauf der Brennkraftmaschine zugeführt wird. Dabei vermeidet das
Rückschlagventil 71 ein Rückströmen von Luft zum Bremskraftverstärker, insbesondere
nach dem Abschalten der Brennkraftmaschine, so daß der erzeugte Unterdruck aufrecht
erhalten werden kann.
[0028] Ein bestimmter Mindestwert an Unterdruck ist über die Federkonstante des Druckelementes
109 und die Wirkflächen des Steuerkolbenraums 94 bestimmbar. Dieser kann beispielsweise
bei 700 Millibar liegen und kann einen genügend großen Unterdruck in dem Bremskraftverstärker
darstellen.
[0029] Aufgrund der von dem Anschlußstutzen 69 abzweigenden Durchgangsbohrungen 101 und
102, die in die Ringnut 98, die Querbohrung 97 und Axialbohrung 69 der Antriebswelle
15 übergehen und in den Steuerkolbenraum 94 münden, liegt in diesem Steuerkolbenraum
94 der tatsächlich herrschende Unterdruck an. Sobald dieser Mindestwert an Unterdruck
erreicht wird, erfolgt eine Trennung der kraftschlüssigen Verbindung zwischen der
Stirnfläche 93 des Steuerkolbens 91 zu der Kupplungsscheibe 55. Dabei arbeitet der
Unterdruck entgegen der Druckkraft des Belastungsmittels 104, wodurch der Steuerkolben
91 entgegen der Druckkraft des Belastungsmittels 104 bewegt werden kann. Durch das
Rückschlagventil 71 und die Wellendichtung an der Antriebswelle 15 und des Steuerkolbensitzes
109 kann der Unterdruck aufrecht erhalten bleiben. Dadurch wird nur die Förderpumpe
3 angetrieben, während die Flügelzellenpumpe 5 stillsteht.
[0030] Sobald der Unterdruck in dem Bremskraftverstärker, beispielsweise durch einen Bremsvorgang
oder Undichtheiten, einen gewissen Mindestwert unterschreitet, bewirkt das Belastungsmittel
104 aufgrund des abfallenden Unterdrucks, daß der Steuerkolben 91 wieder zur Kupplungsscheibe
55 gepreßt wird. Dadurch kann eine Mitnahme der Kupplungsscheibe 55 und somit ein
Antreiben der Flügelzellenpumpe 5 erfolgen, um den erforderlichen Unterdruck im Bremskraftverstärker
wieder aufzubauen. Durch die geringe Luft- und Ölleckage am Steuerkolbensitz 109,
der in dem Gehäusesteg 11 vorgesehen ist, wird der im Steuerkolbenraum 94 anliegende
Unterdruck langsam abgebaut, so daß die Stirnfläche 93 des Steuerkolbens 91 langsam
eine kraftschlüssige Verbindung zur Kupplungsscheibe 55 aufbaut, wodurch ein gleichmäßiges
Hochlaufen der Flügelzellenpumpe 5 bewirkt werden kann.
[0031] Durch dieses bedarfsmäßige Zuschalten der Flügelzellenpumpe 5 während des Kraftstoff-Förderbetriebes
kann eine Verringerung des Verschleißes der Flügelzellenpumpe 5 erzielt werden, wodurch
ebenso eine Verringerung der Antriebsleistung erforderlich ist. Es ist somit mit der
erfindungsgemäßen Einrichtung möglich, die in konstruktiv einfacher Weise in einem
gemeinsamen Gehäuse vorgesehene Anordnung der Aggregate zum Fördern von Kraftstoff
und zum Aufbau des Unterdrucks mit einem erheblich reduzierten Bauraum aufrecht zu
erhalten und eine Verringerung der Antriebsleistung der Brennkraftmaschine über die
Antriebswelle und eine Verringerung des Verschleißes der Flügelzellenpumpe 5 zu erzielen.
Bezugszahlenliste
[0032]
- 1
- Pumpengehäuse
- 3
- Zahnradpumpe
- 5
- Flügelzellenpumpe
- 7
- Pumpkammer
- 11
- Gehäusesteg
- 13
- Durchgangsbohrung
- 15
- Antriebswelle
- 17
- Mitnehmerscheibe
- 19
- Paßfeder
- 21
- Stirnfläche
- 23
- Pumpkammer
- 25
- erstes Zahnrad
- 27
- Stift
- 29
- Ansaugraum
- 31
- Druckraum
- 33
- Saugbohrung
- 35
- Druckkanal
- 37
- Steg
- 39
- Rücklaufkanal
- 41
- Verbindungsbohrung
- 43
- Gehäusedeckel
- 45
- Druckbohrung
- 47
- Rücklaufbohrung
- 49
- Wellendichtringe
- 51
- Rotor
- 52
- Koppeleinrichtung
- 53
- Innenwandfläche
- 55
- Kupplungsscheibe
- 56
- Gehäusedeckel
- 57
- Lagermittel
- 59
- Schlitz
- 61
- Flügel
- 64
- Außenwandfläche d. Rotors
- 65
- Ansaugbereich
- 67
- Anschlußbohrung
- 69
- Anschlußstutzen
- 71
- Rückschlagventil
- 91
- Steuerkolben
- 92
- Mitnehmerelemente
- 93
- Stirnfläche
- 94
- Steuerkolbenraum
- 96
- Axialbohrung
- 97
- Querbohrung
- 98
- Ringnut
- 101
- erste Bohrung
- 102
- zweite Bohrung
- 103
- Stirnfläche
- 104
- Belastungsmittel
- 106
- Bohrung
- 107
- Ringbund
- 109
- Steuerkolbensitz
1. Einrichtung zum Fördern von Kraftstoff aus einem Vorratstank zu einer Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeuges, mit einer in einer Förderleitung vom Vorratstank zur Brennkraftmaschine
eingesetzten Förderpumpe (3), die in ihrem Gehäuse (1) wenigstens eine Pumpkammer
(23) aufweist, mit rotierend angetriebenen Verdrängungselementen, insbesondere einer
Zahnradpumpe, die Kraftstoff aus einem mit dem Vorratstank verbindbaren Ansaugraum
(29) in einen wenigstens mittelbar mit der Brennkraftmaschine verbindbaren Druckraum
(31) fördert, wobei die Förderpumpe (3) mit einer Luft fördernden Pumpe (5) eine Baueinheit
bildet, deren Saugseite (65) zur Erzeugung eines Unterdrucks mit einem Bremskraftverstärker
des Kraftfahrzeuges verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Förderpumpe
(3) und der Luft fördernden Pumpe (5) eine Koppeleinrichtung (52) vorgesehen ist,
die in Abhängigkeit des zu erzeugenden Unterdrucks die Luft fördernde Pumpe (5) von
der Förderpumpe (3) trennt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderpumpe (3) von einer
Antriebswelle (15) rotierend angetrieben ist und die Koppelvorrichtung (52) an einem
zur Antriebswelle abgewandten Ende der Antriebswelle (15) angeordnet ist, die an der
Luft fördernden Pumpe (5) angreift.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine von der Saugseite
zur Erzeugung eines Unterdrucks zur Koppelvorrichtung (52) führende Bohrung (96, 97,
99, 101, 107) vorgesehen ist, die die Koppeleinrichtung (52) ansteuert.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Koppeleinrichtung (52) als Rutschkupplung ausgebildet ist, die einen axial zur Antriebswelle
(15) bewegbaren Steuerkolben (91) aufweist, der an einer Kupplungsscheibe (55) der
Luft fördernden Pumpe (5) angreift.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkolben (91) einen
mit Unterdruck beaufschlagbaren Steuerkolbenraum (94) aufweist, in dem ein gegen den
Unterdruck arbeitendes Belastungsmittel (104) angeordnet ist, das sich gegenüber der
Antriebswelle (15) abstützt.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle
(15) eine mit der Bohrung (101, 102) in Verbindung stehende Ringnut (98) aufweist,
von der wenigstens eine Radialbohrung (97) abzweigt und in eine zum Steuerkolbenraum
(94) führende Axialbohrung (96) übergeht.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkolben
(91) in einem in dem Gehäusesteg (11) angeordneten Steuerkolbensitz (109) axial bewegbar
angeordnet ist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das zum
Steuerkolben (91) weisende Ende der Antriebswelle (15) an dem Steuerkolben (91) angreifende
Mitnehmerelemente (92) aufweist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die auf
die Kupplungsscheibe (55) der Luft fördernden Pumpe (5) wirkende Axialkraft von einem
an einem Gehäusedeckel (56) gelagerten Lagermittel (57) abgestützt ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das zur
Saugseite weisende Ende der Durchgangsbohrung (101) in Saugrichtung gesehen vor einem
in den Ansaugraum führenden und ein Rückschlagventil (71) aufweisenden Anschlußstutzen
(69) mündet.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenz
der den Steuerkolben (91) beaufschlagenden Druckkraft des Belastungsmittels (104)
und die aufbringbare Unterdruckkraft den Einsatzbeginn der Pumpe (5) bestimmt.
12. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeleinrichtung (52)
als elektrisch betätigbare Kupplung ausgebildet ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeleinrichtung (52)
als magnetisch betätigbare Kupplung ausgebildet ist.