Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung zum kontaktlosen Übertragen von
Signalen zwischen einem feststehenden und einem demgegenüber drehbar gelagerten Fahrzeugteil
- vorzugsweise zwischen einem mit einem Airbag ausgestatteten Lenkrad und einer am
Chassis angeordneten Steuerschaltung - welche Anordnung aus einem Übertager besteht,
dessen Primär- und Sekundärwicklung in getrennten, um die Drehachse des beweglichen
Fahrzeuzgteils gegeneinander verdrehbaren Schalenkerne liegen, wobei die Schalenkerne
ein L-Profil haben, die so ineinander greifen, daß jeweils die Stirnseite des kurzen
Schenkels eines L-Profils der Innenseite des langen Schenkels des anderen L-Profils
zugewandt ist und dabei Luftspalte entstehen, die der magnetische Fluß radial zur
Drehachse schneidet.
[0002] Bei einem aus dem Prospekt der Firam Eaton "Lebow, Torque and Force Transducer",
1993 bekannten Drehübertrager bestehen die die Primär- und die Sekundärwicklung aufnehmenden
Schalenkerne aus rotationssymmetrischen U-Profilen, die axial so hintereinander angeordnet
sind, daß die Öffnungen der U-Profile einander zugewandt sind. Dadurch entsteht ein
quer zur Drehachse des Übertragers verlaufender Luftspalt, den der magnetische Fluß
in Richtung zur Drehachse schneidet. Bei dieser Anordnung der Schalenkerne wirkt sich
eine axiale Verschiebung des Lenkrades auf der Lenksäule unmittelbar auf die Größe
des Luftspaltes aus und damit auf den Kopplungsgrad zwischen Primär- und Sekundärwicklung.
Ein übertragenes Signal wäre daher sehr stark abhängig von einem axialen Versatz zwischen
den Schalenkernen des Ubertragers. Dieser bekannte Drehübertrager dient dazu, sowohl
Zündimpulse von einem am Chassis befestigten Steuergerät zu einem im Lenkrad angeordneten
Airbag als auch in umgekehrter Richtung Diagnosesignale des Airbag-Zündpillenwiderstandes
zum Steuergerät zu übertragen. Ein zum Steuergerät übertragenes Diagnosesignal des
Zündpillenwiderstandes könnte also durch eine Luftspaltveränderung eine falsche Information
über die Funktionsfähigkeit des Airbag liefern.
[0003] Gegenüber Schalenkernen mit U-Profil kann an Material und Gewicht dadurch eingespart
werden, daß die Schalenkerne wie einleitend dargelegt, als L-Profile ausgebildet werden.
Ein solcher Drehübertrager mit L-Profil Schalenkernen ist aus der DE-A-19 20 890 und
der DE-A-30 34 735 bekannt. Durch eine gegenseitige axiale Verschiebung der beiden
L-förmigen Schalenkerne kommt es zu einer Verlängerung des Weges für den magnetischen
Fluß, was wiederum zu einer Beeinflussung eines von dem Übertager überkoppelten Signals
führen kann.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung der eingangs genannten
Art anzugeben, bei der ein axialer Versatz zwischen einem feststehenden und einem
beweglichen Fahrzeugteil ein zwischen beiden Teilen kontaktlos übertragenes Signal
möglichst wenig beeinflußt.
Vorteile der Erfindung
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Eine
zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung geht aus den Unteransprüchen hervor.
[0006] Gemäß Anspruch 1 haben die Schalenkerne des Drehübertragers ein L-Profil, wobei diese
so ineinandergreifen, daß jeweils die Stirnseite des kurzen Schenkels eines L-Profils
der Innenseite des langen Schenkels des anderen L-Profils zugewandt ist. Dabei sind
jeweils die Innenseiten der langen Schenkel der L-Profile und/oder die Stirnseiten
der kurzen Schenkel so zueinander abgeschrägt, daß sich bei einem gegenseitigen axialen
Versatz der beiden Schalenkerne die Luftspalte zwischen den langen und kurzen Schenkeln
verringert. Bei einem axialen Versatz der beiden Schalenkerne verringern sich deren
Luftspalte und kompensieren damit einen längeren Weg des magnetischen Flusses über
die Schalenkerne. Axiale Verschiebe- und Einbautoleranzen, beispielsweise eines Lenkrades,
an dem einer der beiden Schalenkerne montiert ist, haben daher nur einen geringen
Einfluß auf die übertragenen Signale. Um das Gewicht des Übertragers zu reduzieren,
ist es zweckmäßig, daß einer der beiden Schalenkerne aus ein oder mehreren Segmenten
eines Ringes besteht.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0007] Anhand mehrerer in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele wird nachfolgend
die Erfindung näher erläutert. Die Figuren 1 und 2 zeigen zwei Varianten mit U-förmigen
Schalenkernen eines Übertragers gemäß dem Stand der Technik, Figur 3 zeigt einen Übertrager
mit L-förmigen Schalenkernen und Figur 4 zeigt einen Ausschnitt eines Übertragers,
bei dem ein Schalenkern als Ringsegment ausgebildet ist.
[0008] In der Figur 1 ist ein Querschnitt durch einen ringförmigen Übertrager dargestellt
mit zwei koaxial zueinander angeordneten, als U-Profile ausgebildeten Schalenkernen
1 und 2, von denen der eine Schalenkern 1 die Primärwicklung 3 und der andere Schalenkern
2 die Sekundärwicklung 4 trägt. Der Schalenkern 2 für die Sekundärwicklung 4 ist beispielsweise
an einer Lenksäule 5 eines mit einem Airbag ausgestatteten Lenkrades befestigt. Dieser
Schalenkern 2 bildet also den Rotor des Drehübertragers. Der Stator ist der Schalenkern
1 für die Primärwicklung 3; er ist mit dem Fahrzeug-Chassis fest verbunden. Die Anschlüsse
der Sekundärwicklung 4 führen zu einer nicht dargestellten Zündeinrichtung des Airbag
im Lenkrad, und die Primärwicklung 3 ist an einem ebenfalls nicht dargestellten Steuergerät
angeschlossen.
[0009] Die U-Profile beider Schalenkerne 1 und 2 sind mit ihren Öffnungen und den darin
liegenden Wicklungen 3 und 4 einander zugewandt. Die Stirnseiten 6 und 7 beider U-Profile
1 und 2 bilden miteinander einen Luftspalt 8, der parallel zur Drehachse 9 ausgerichtet
ist und vom magnetischen Fluß in radialer Richtung zur Drehachse 9 geschnitten wird.
Wie der Figur 1 zu entnehmen ist, ist die Stirnseite 6 des Schalenkerns 2 in Richtung
der Drehachse 9 gegenüber der Stirnseite 7 des Schalenkerns 1 verbreitert. Eine axiale
Verschiebung zwischen beiden Schalenkernen 1 und 2 läßt die Größe des Luftspaltes
somit unbeeinflußt. Da trotz axialer Verschiebung zwischen beiden Schalenkernen 1
und 2 der Luftspalt 8 konstant bleibt, bleiben auch die übertragenen Signale nahezu
unbeeinflußt von axialen Verschiebungen.
[0010] Alternativ zum Ausführungsbeispiel in Figur 1 kann gemäß Figur 2 auch die Stirnseite
7' des primärseitigen Schalenkerns 1 gegenüber der Stirnseite 6' des sekundärseitigen
Schalenkerns 2 verbreitert sein. Hiermit wird der gleiche zuvor beschriebene Effekt
erzielt. Vorteilhafterweise ist derjenige Schalenkern, der von beiden die geringere
Masse hat, an der Lenksäule angeordnet.
[0011] Die Figur 3 zeigt einen ringförmigen Übertrager bei dem der Schalenkern 10 für die
Primärwicklung 11 und der Schalenkern 12 für die Sekundärwicklung 13 als L-Profile
ausgebildet sind. Das L-Profil 12 ist mit seinem langen Schenkel an beispielsweise
einer Lenksäule 14 befestigt. Dieser Schalenkern 12 stellt den Rotor des Übertragers
dar. Der Schalenkern 10 für die Primärwicklung 11, der als Stator des Übertragers
mit dem Fahrzeug-Chassis verbunden ist, ist gegenüber dem Schalenkern 12 so angeordnet,
daß die Stirnseite 15 des kurzen Schenkels des sekundärseitigen L-Profils 12 der Innenseite
16 des langen Schenkels des primärseitigen L-Profils 10 zugewandt ist und daß die
Stirnseite 17 des kurzen Schenkels des primärseitigen L-Profils 10 der Innenseite
18 des langen Schenkels des sekundärseitigen L-Profils zugewandt ist. Dadurch entstehen
zwischen den einzelnen Schenkeln der L-Profile 10 und 12 zwei Luftspalte 19 und 20,
die in Richtung der Drehachse 21 verlaufen und vom magnetischen Fluß in Richtung radial
zur Drehachse 21 geschnitten werden. Dadurch, daß auch hier wie im vorhergehend geschilderten
Ausführungsbeispiel die Luftspalte 19 und 20 einerseits von einer kleinen Fläche 15,
17 und andererseits von einer großen Fläche begrenzt sind, bleibt die Luftspaltbreite
bei einem axialen Versatz zwischen den beiden Schalenkernen 10 und 12 nahezu unverändert.
[0012] Ein axialer Versatz zwischen den beiden Schalenkernen 10 und 12 in der Weise, daß
sich der Abstand zwischen der Sekundärwicklung 13 und der Primärwicklung 11 vergrößert,
führt (bei einer relativen Permeabilität kleiner 1000) dazu, daß der Weg des magnetischen
Flusses über die beiden Schalenkerne 10 und 12 länger wird und dadurch die Signale
doch noch geringfügig von einer axialen Verschiebung der Schalenkerne beeinflußt werden.
Eine Verlängerung des Weges für den magnetischen Fluß kann aber dadurch kompensiert
werden, daß die Luftspalte 19 und 20 mit zunehmender axialer Verschiebung schmaler
werden. Dies erreicht man dadurch, wie in der Figur 3 durch strichlierte Linien angedeutet,
daß die Innenseiten der langen Schenkel der L-Profile 10 und 12 jeweils mit einer
Abschrägung 22 und 23 versehen werden, die zum Ende des langen Schenkels hin zunimmt.
Anstelle oder zusätzlich zu den Abschrägungen 22 und 23 an den langen Schenkeln der
L-Profile 10 und 12 können auch die schmaleren Stirnseiten 15 und 17 der kurzen Schenkel
der L-Profile 10 und 12 mit entsprechenden Abschrägungen (in der Figur 3 nicht dargestellt)
versehen werden.
[0013] Die L-Profile der Schalenkerne bringen gegenüber den U-Profilen des ersten Ausführungsbeispiels
eine erhebliche Gewichtsreduzierung. Das Gewicht des Ubertragers läßt sich noch dadurch
weiter verringern, indem ein L-Profil 12' - vorzugsweise der drehbare Schalenkern
12'- lediglich aus ein oder mehreren Segmenten eines Rings besteht. Die zu diesem
segmentierten Schalenkern gehörende Wicklung 13' ist auf den kurzen Schenkel eines
jeden L-Profilsegments gewickelt.
[0014] Ein Drehübertrager, wie er vorangehend beschrieben wurde, kann generell dort eingesetzt
werden, wo Signale von einem feststehenden Fahrzeugteil auf ein demgegenüber drehbares
Fahrzeugteil übertragen werden müssen. Als Beispiel wurde bisher die Anwendung für
einen im Lenkrad angeordneten Airbag genannt. Beispielsweise auch über Türschlösser
mit drehbar gelagerten Schließzylindern kann eine Signalübertragung erforderlich sein.
Als weitere Anwendungsbereiche für den Drehübertrager kommen Türscharniere oder Räder
(Reifendruck/-temperatur Überwachung) in Frage.
[0015] Sollen mehrere Signale zwischen einem feststehenden und einem demgegenüber drehbar
gelagerten Fahrzeugteil übertragen werden, beispielsweise Airbagzünd- und Diagnosesignale
oder Bediensignale für Hupe, Radio, Telefon oder auch Energiesignale für eine Lenkradheizung,
so können mehrere der oben beschriebenen Übertrager axial hintereinander oder koaxial
ineinander angeordnet werden.
[0016] Die Schalenkerne des Ubertragers werden zur Vermeidung von Wirbelströmen vorteilhaft
aus einer weichmagnetischen Preßmasse hergestellt, welche aus kunststoffummantelten,
elektrisch isolierten feinsten Fe-Körnchen oder anderen ferromagnetischen Metall-Körnchen
(z.B. NiFe-Legierungen) besteht. Um Hinterschneidungen beim Pressen der Schalenkerne
zu vermeiden, können diese auch aus mehreren Teilen hergestellt werden.
1. Anordnung zum kontaktlosen Übertragen von Signalen zwischen einem feststehenden und
einem demgegenüber drehbar gelagerten Fahrzeugteil - vorzugweise zwischen einem mit
einem Airbag ausgestatteten Lenkrad und einer am Chassis angeordneten Steuerschaltung
- welche Anordnung aus einem Übertrager besteht, dessen Primär- (11) und Sekundärwicklung
(13) in getrennten, um die Drehachse (21) des beweglichen Fahrzeugteils (14) gegeneinander
verdrehbaren Schalenkernen (10, 12) liegen, wobei die Schalenkerne (10, 12) ein L-Profil
haben, die so ineinander greifen, daß jeweils die Stirnseite (15, 17) des kurzen Schenkels
eines L-Profils (12, 10) der Innenseite (16, 18) des langen Schenkels des anderen
L-Profils (10, 12) zugewandt ist und dabei Luftspalte (19, 20) entstehen, die der
magnetishe Fluß radial zur Drehachse (21) schneidet, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
die Innenseiten der langen Schenkel der L-Profile (10, 12) und/oder die Stirnseiten
der kurzen Schenkel so zueinander abgeschrägt (22, 23) sind, daß sich bei einem gegenseitigen
axialen Versatz der beiden Schalenkerne (10, 12) die Luftspalte (19, 20) zwischen
deren langen und kurzen Schenkeln verringern.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einer der beiden Schalenkerne
(10) die Form eines geschlossenen Rings hat und daß der andere Schalenkern (12') aus
einem oder mehreren Segmenten eines Rings besteht.
1. Arrangement for the contactless transmission of signals between a fixed and a, by
contrast, rotatably mounted vehicle component - preferably between a steering wheel
equipped with an airbag and a control circuit arranged on the chassis - which arrangement
comprises a transformer whose primary winding (11) and secondary winding (13) are
located in separate pot-type cores (10, 12), which can be rotated relative to one
another about the axis (21) of rotation of the moveable vehicle component (14), the
pot-type cores (10, 12) having an L-profile which engage one in the other in such
a way that the respective end (15, 17) of the short limb of an L-profile (12, 10)
faces the inner side (16, 18) of the long limb of the other L-profile (10, 12) and,
in the process, air gaps (19, 20) are produced which are intersected by the magnetic
flux radially with respect to the axis (21) of rotation, characterized in that in
each case the inner sides of the long limbs of the L-profiles (10, 12) and/or the
ends of the short limbs are bevelled (22, 23) with respect to one another in such
a way that, in the event of a mutual axial offset of the two pot-type cores (10, 12),
the air gaps (19, 20) between the long and short limbs thereof are reduced.
2. Arrangement according to Claim 1, characterized in that one of the two pot-type cores
(10) has the form of a closed ring, and in that the other pot-type core (12') comprises
one or more segments of a ring.
1. Dispositif pour la transmission sans contact de signaux entre une partie fixe d'un
véhicule et une partie montée de façon à pouvoir tourner par rapport à celle-ci, de
préférence entre un volant de direction équipé d'un coussin d'air et un circuit de
commande disposé sur le châssis, dispositif qui consiste en un répétiteur, dont l'enroulement
primaire (11) et l'enroulement secondaire (13) se trouvent dans des noyaux de coquilles
(10, 12) séparés, que l'on peut faire tourner l'un par rapport à l'autre autour de
l'axe de rotation (21) de la partie mobile du véhicule (14), les noyaux de coquilles
(10, 12) ayant un profil en forme de L, et venant en prise l'un dans l'autre d'une
manière telle que respectivement la face frontale (15, 17) de l'aile courte d'un profilé
en forme de L (12, 10) soit tourné vers la face intérieure (16, 18) de l'aile longue
de l'autre profilé en forme de L (10, 12) et qu'il se forme ce faisant des entrefers
(19, 20), qui coupe le flux magnétique radialement par rapport à l'axe de rotation
(21),
caractérisé en ce que
les faces intérieures des ailes longues des profilés en forme de L (10, 12) et/ou
les faces frontales des ailes courtes sont chanfreinées (22, 23) les unes par rapport
aux autres de telle sorte que les entrefers (19, 20) situés entre les ailes longues
et les ailes courtes se réduisent lors d'un décalage axial mutuel des deux noyaux
de coquilles (10, 12).
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
• l'un des deux noyaux de coquilles (10) a la forme d'un anneau fermé et
• l'autre noyau de coquille (12') consiste en un ou plusieurs segments d'un anneau.