[0001] Die Erfindung betrifft einen Matratzenbezug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Hierunter wird die eigentliche Oberfläche der Matratze verstanden, die den Matratzenkern
mit Federn und dergleichen umgibt, die in versteppter oder unversteppter Form - mit
anderen Materialien - vorliegen kann, worüber dann Bettlaken oder andere formanpassbare
Umhüllungen aufgezogen werden. Letztere werden beispielsweise in der DE-OS 23 63 447
beschrieben und besitzen dementsprechend andere Probleme und müssen anderen Anforderungen
gerecht werden als die eigentliche Matratzenoberfläche als flächenmässiges Gebilde,
mit der sich die Erfindung beschäftigt.
Grundsätzlich sind die Fachleute immer bestrebt, die Haltbarkeit bzw. Lebensdauer
von Produkten zu verbessern. So auch im vorliegenden Fall. Nachteilig hat sich ferner
bei vorbekannten Matratzenbezügen bemerkbar gemacht, dass sie in verschiedenen Bereichen
eine unterschiedlich starke Abnutzung erfahren, was auf die unterschiedlich schweren
Körperteile des Benutzers zurückzuführen ist, die die Matratze unterschiedlich stark
belasten, d.h. der Kopf- und die Füsse eines Benutzers belasten den Matratzenbezug
weniger als dessen Körpermitte. Es sind deshalb auch schon Matratzenbezüge vorgeschlagen
worden, die aus verschiedenen Stoffen zusammengenäht sind, was natürlich einen erheblichen
Konfektionierungsaufwand darstellt. Desweiteren, noch vor Lebensdauer und Haltbarkeit
stehend, gilt es den Nutzen für den Menschen in den Comfortzonen zu verbessern. Sinken
Körperteile in den dehnfähigen Feldern besser ein, kann die Wirkung des Matratzenkerns
besser beim Menschen zur Geltung kommen, da wo die Körperteile nicht so stark einsinken,
der Kern stabiler bleibt und den Körper dort gut stützt.
[0003] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, hier Abhilfe zu schaffen und einen
Matratzenbezug zur Verfügung zu stellen, der eine lange Lebensdauer besitzt und eine
erkennbare Comfortverbesserung bietet. Außerdem ist es wünschenswert, daß der Matratzenbezug
den ergonomischen Bedürfnissen der Wirbelsäule gerecht wird. Diese Aufgabe wird gelöst
durch einen Matratzenbezug nach dem Anspruch 1.
[0004] Überraschenderweise ist es also erfindungsgemäss mit einem Gewirk in Form eines einzigen
Materialstückes möglich, mehrere Bereiche unterschiedlicher Dehnung vorzusehen, die
sich aufgrund der unterschiedlichen Druckbelastungen ergibt, so dass auf eine gesonderte
Konfektionierung verschiedener Stoffe verzichtet werden kann und gleichzeitig eine
ergonomische Anpassung ermöglicht wird, so dass die Wirbelsäule im Liegen auf der
Matratze möglichst gleichmäßig horizontal verläuft.
[0005] Mindestens werden drei Bereiche vorgesehen, so z.B. ein mittlerer, oberer und unterer
Bereich, wobei insbesondere der mittlere Bereich eine geringere Gesamtdehnbarkeit
im Vergleich zum oberen und unteren Bereich aufweist. Letztere können eine gleiche
oder verschiedene Gesamtdehnbarkeit aufweisen. Die Bereiche können in ihrer Form beliebig,
insbesondere rechteckig sein und quer über die Bezugsbreite hinweg verlaufen. Diese
Bereiche können beabstandet voneinander sein, oder direkt aneinandergrenzen.
[0006] Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung zum besseren Verständnis
anhand der Zeichnung näher erläutert:
[0007] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Schemaskizze in Draufsicht auf den erfindungsgemässen Matratzenbezug, in der
gemessene Dehnungswerte angeführt sind.
- Fig. 2
- einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Matratzenbezuges mit zwei aneinandergrenzenden
Dehnungsbereichen.
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch verschiedene Rippnadeln
[0008] Der erfindungsgemässe Matratzenbezug ist generell mit 10 bezeichnet und bildet die
erste Oberfläche bzw. Oberseite einer nicht gezeigten Matratze. Der Bezug 10 besteht
aus einem einstückigen, rechteckigen Gewirk/Gestrick, das unterschiedliche Dehnungsbereiche
18,20,22, die sich in ihrer Bindungstechnik unterscheiden, aufweist, um der unterschiedlichen
Belastung durch die verschiedenen Körperteile (nicht gezeigt) gerecht zu werden. Der
mittige Bereich 18 mit geringerer Dehnungsfähigkeit nimmt etwa 1/3 der Gesamtoberfläche
ein, während der darüberliegende bzw. darunterliegende angrenzende Bereich 22 bzw.
20 mit grösserer Dehnungsfähigkeit etwa je 1/5 der Gesamtoberfläche darstellt. Der
oberste und unterste Bereich 24 bzw. 26 kann die Dehnungswerte des mittleren Bereichs
18 aufweisen oder andere Werte besitzen. Die Bereiche sind rechteckig von der Form
her, können jedoch auch eine andere Kontur oder Anzahl besitzen.
[0009] Die bei Anlegung von 5N angegebenen %-Werte für die Dehnung in Längs- und Querrichtungen
14,16 sind lediglich beispielhaft ausgewählt und beziehen sich auf die werksmäßige
Rollendimension des textilen Stoffes.
[0010] Das Material besteht aus Baumwolle/Polyester/Acryl, Modal/Viskose und/oder Polyamid
oder als Gemisch in beliebiger Form, wobei das Gewicht bei der vorliegenden Ausführungsform
im Bereich von 250 g/m
2 liegt. Vorstellbar sind jedoch 300 g/m
2 ± 200 g/m
2.
[0011] Im folgenden wird die Herstellungsweise des erfindungsgemässen Matratzenbezuges auf
einer Rundstrickmaschine detailliert geschildert:
Die Ware zeichnet sich durch eine unterschiedliche Strickart/Strickbindung/Abbindung
innerhalb der Warenbreite, d.h. um den Umfang der Maschine aus. In der nicht so stark
dehnbaren Zone handelt es sich um einen Jacquard, d.h. es erfolgt eine unregelmässige,
variable Nadelauswahl im Zylinder. Die Nadelauswahl richtet sich nach dem Jacquard-Muster.
Im dehnfähigen Bereich erfolgt eine regelmässige Nadelauswahl, so z.B. 1:1, d.h. stricken
: nicht stricken.
Das Verhältnis zwischen stricken und nicht stricken kann beliebig sein, so z.B. 2:2,
stricken-stricken:.nicht stricken-nicht stricken.Diese regelmässige Nadelauswahl bezieht
sich sowohl auf die Ripp- als auch auf die Zylindernadel.
Die Rippnadeln müssen entsprechend der Strickart (Jacquard + Zone) in die Maschine
eingesetzt werden.
Die Rippnadeln, die hierbei verwendet werden, unterscheiden sich in den unterschiedlichen
Fussabständen. Die beiden verschiedenen Rippnadeln, die horizontal in eine nicht gezeigte
Rippsscheibe eingelegt werden, sind in den Fig. 3 a und b gezeigt.
Im Jacquardbereich wird hierzu im Gegensatz nur ein Nadeltyp verwendet.
[0012] Die unterschiedlichen Dehnungsbereiche können auch ausschließlich durch Jacquardgewirk/Gestrick
gebildet werden, wobei die Zahl der Abbindungen in einem Bereich wesentlich größer
ist als in dem oder den anderen. Mindestens sollten 30 % mehr Abbindundgen im dehnbareren
Bereich vorhanden sein, insbesondere 50 % oder sogar noch mehr Abbindungen als in
dem oder den anderen Bereichen.
[0013] Eine noch weitere Ausführungsform besteht aus der Kombination von Jersey und Frotteegestrick.
1. Matratzenbezug aus einem ein- oder doppelflächig, aus Maschen bestehenden, gewirkten
oder gestrickten, dehnbaren Stoff, herstellbar auf einer Rund- oder Flachstrickmaschine
oder Rundwirkmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem einzigen Materialstück
besteht und daß mindestens ein mittlerer Bereich (18) mit geringerer Dehnungsfähigkeit
sowie ein daran angrenzender oberer und unterer Bereich (20 bzw. 22) mit demgegenüber
größerer Dehnungsfähigkeit vorgesehen sind.
2. Matratzenbezug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche (20, 22)
mit größerer Dehnungsfähigkeit mindestens 30 %, insbesondere 50 %, mehr Abbindungen
aufweisen, als der Bereich (18) mit der geringeren Dehnungsfähigkeit.
3. Matratzenbezug nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der mittlere Bereich
(18) folgende Dehnungswerte (in %) bei einer angelegten Kraft von 5 N aufweist:
Dehnungslänge (DL): 10 % bis max. 80 %
Dehnungsbreite (DB): 30 % bis max. 38 %
während der obere und untere Bereich (20 bzw. 22) folgende Dehnungswerte (in %) aufweist:
Dehnungslänge (DL): 17 % bis max. 86 %
Dehnungsbreite (DB): 32 % bis max. 39 %.
4. Matratzenbezug nach Anspruch 1 bis 3, bestehend aus Baumwolle/Polyester/Acryl/Acryl,
Modal/Viskose und/oder Polyamid oder als Gemisch in beliebiger Form, wobei das Gewicht
bei der vorliegenden Ausführungsform im Bereich von 250 g/m2 liegt, vorstellbar sind jedoch 300 g/m2 ± 200 g/m2.