[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur seitlichen Führung eines Gießstrangs
mit einem drehbar gelagerten Rollenkörper, der von einem zapfenförmigen Rollenhalter
getragen ist. Derartige Vorrichtungen werden in Stranggießanlagen zur seitlichen Führung
des Metallstrangs eingesetzt. Dabei rollt der Rollenkörper in unmittelbarem Kontakt
mit dem heißen Strang auf diesem ab. Dies hat zur Folge, daß der Rollenkörper und
alle mit ihm verbundenen Elemente stark erwärmt werden. So beträgt die typische Betriebstemperatur
bei bekannten Führungsvorrichtungen bis zu 500 °C. Derartige Führungsvorrichtungen
sind aus der Praxis bekannt.
[0002] Bei den bekannten Führungsvorrichtungen ist der Rollenkörper mit Spiel auf einen
zapfenförmig ausgebildeten Rollenhalter aufgesteckt, so daß der Rollenkörper frei
um die Längsachse des Rollenhalters gedreht werden kann. Um über eine längere Betriebsdauer
eine einwandfreie, ungehinderte Drehbewegung des Rollenkörpers zu gewährleisten, ist
der Spalt zwischen den Wandungen der Lagerausnehmung des Rollenkörpers und dem Rollenhalter
mit Fett gefüllt. Das auf diese Weise gebildete Gleitlager muß wegen der hohen thermischen
Belastung und der insbesondere im Bereich von Stranggußanlagen auftretenden starken
Verschmutzungen regelmäßig nachgeschmiert werden.
[0003] Der Vorzug der bekannten Führungsvorrichtungen besteht in ihrer Einfachheit und den
damit einhergehenden geringen Herstellkosten. Aus diesem Grund werden sie seit langem
und in großen Stückzahlen an Stranggießanlagen eingesetzt. Ein Nachteil der bekannten
Führungsrollen ist jedoch, daß das in kurzen Zeitabständen zu wiederholende Nachschmieren
des Gleitlagers zu hohen Wartungskosten führt. Darüber hinaus besteht stets die Gefahr,
daß die Gleitlager aufgrund eines vorzeitigen Verbrauchs des Schmiermittels oder aufgrund
übermäßiger Verschmutzung trocken laufen. Dies kann zum sog. "Festfressen" des Rollenkörpers
auf dem Rollenhalter mit der Folge führen, daß der Rollenkörper nicht mehr auf dem
Metallstrang abrollt, sondern daß dieser an dem Rollenkörper entlang schabt. Die dadurch
verursachten starken Riefen an der Oberfläche des Strangs können häufig auch in den
nachfolgenden Verarbeitungsschritten nicht mehr beseitigt werden.
[0004] Neben dem voranstehend erläuterten Stand der Technik ist aus der DE-AS 1 105 567
eine Vorrichtung zur Führung eines Gießstrangs bekannt, die mit einer über ein Zahnrad
angetriebenen Absenkwalze ausgestattet ist. Die Absenkwalze und das Zahnrad sind dabei
an jeweils einem Ende einer Welle befestigt, die im Bereich jedes Endes in jeweils
einem offenen Lager gelagert ist. Zur Kühlung der Welle und der Absenkwalze wird ein
Kühlmittel durch eine in die Welle eingeformte Bohrung in einen Hohlraum geleitet,
der im Inneren der Absenkwalze ausgebildet ist. Wellenkühlmittel, welches in den Hohlraum
gelangt, wird dort durch die von dem geführten Strang abgegebene Wärme so stark erwärmt,
daß es zu verdampfen beginnt. Der sich bildende Dampf gelangt über eine Abdeckscheibe
zu einer Düsenöffnung, über welche er nach wie vor dampfförmig oder in Form eines
auf den Strang gerichteten Flüssigkeitsstrahles in die Umgebung austritt. Auch der
Strang wird auf diese Weise von dem auftreffenden Dampfoder Flüssigkeitsstrahl gekühlt.
Die Düsenöffnung wirkt dabei nach Art eines Überdruckventils, welches den Austritt
von Kühlmittel aus dem von der Absenkwalze umschlossenen Raum ermöglicht, sobald der
Druck innerhalb dieses Raums aufgrund der mit der Erwärmung des Wellenkühlmittels
einhergehenden Volumenvergrößerung des Kühlmittels so stark angestiegen ist, daß erwärmtes
Kühlmittel aus der Düse gepreßt wird.
[0005] Der Nachteil der aus der DE-AS 1 105 567 bekannten Vorrichtung besteht allerdings
darin, daß bei einer solchen.Vorrichtung keine kontrollierte Kühlung durchgeführt
werden muß. Stattdessen findet eine aktive Kühlung der Welle nur statt, wenn der sich
in der Absenkwalze bildende Dampf in ausreichendem Maße ausgetreten ist. Ein Durchströmen
der Welle findet dementsprechend allenfalls aufgrund des Nachströmens von Kühlmittel
statt, welches nach dem Austreten von Kühlmitteldampf aus der Absenkwalze ersetzt
werden muß.
[0006] Die dabei die Welle durchströmenden Kühlmittelmengen sind gering. Dementsprechend
besteht auch beim aus der DE-AS 1 105 567 bekannten Stand der Technik die Gefahr,
daß sich die zur Lagerung der Welle verwendeten Lager übermäßig erwärmen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Führungsvorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die bei geringerem Wartungsaufwand eine längere Lebenserwartung aufweist.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß der Rollenhalter frei drehbar in einem Gehäuse gelagert ist und
einen einzigen aus dem Gehäuse ragenden Endabschnitt aufweist, auf dem der Rollenkörper
getragen ist und mit dem der Rollenkörper drehfest verbunden ist, daß der Rollenhalter
von einem Kühlmittel bis zur Spitze seines Endabschnitts durchströmt ist und daß das
Kühlmittel zu einer am selben Ende des Rollenhalters wie die Kühlmittelzufuhrleitung
angeordneten Kühlmittelabfuhrleitungen zurückströmt.
[0009] Dadurch, daß bei der erfindungsgemäßen Führungsvorrichtung der Rollenhalter drehbar
in einem Gehäuse gelagert ist, die Drehlagerung des Rollenkörpers somit nicht mehr
auf dem Rollenhalter selbst erfolgt, ist es möglich, die für die Drehlagerung benötigten
Lagerstellen gegenüber Verschmutzungen abzukapseln. Schon auf diese Weise ist die
Lebensdauer der erfindungsgemäßen Vorrichtung gegenüber herkömmlichen Vorrichtungen
erheblich verlängert.
[0010] Durch die zusätzliche Kühlung mindestens des Rollenhalters mittels des den Rollenhalter
durchströmenden Kühlmittels wird eine übermäßige Erwärmung der Lagerstellen vermieden.
Dies ermöglicht es, wartungsarme Lager einzusetzen, die mit einer Dauerschmierung
versehen sind, welche in der Regel während der Lebensdauer der Lager nicht mehr ersetzt
oder nachgefüllt werden muß.
[0011] Grundsätzlich ist es möglich, den Rollenkörper einstückig mit dem Rollenhalter auszubilden.
Aus fertigungstechnischer Sicht und im Hinblick auf die Auswahl optimaler Materialpaarungen
kann es jedoch vorteilhaft sein, den Rollenkörper derart auszubilden, daß er auf den
Endabschnitt aufsteckbar ist. Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung ist in diesem
Zusammenhang dadurch gekennzeichnet, daß der Rollenkörper mindestens einen Raum aufweist,
der von dem Kühlmittel durchströmbar ist. Dieser Raum sollte sich vorteilhafter Weise
koaxial zu dem Endabschnitt erstrecken. Bei einer derart ausgestalteten erfindungsgemäßen
Führungsvorrichtung können bei geringem Herstellungsaufwand große Wärmemengen aus
dem Bereich der Rollen selbst abgeführt werden. Auf diese Weise kann die Betriebstemperatur
im Bereich der Lagerung des Rollenhalters so gering gehalten werden, daß kostengünstige
handelsübliche Lager mit sog. "For-Life-Schmierung" eingesetzt werden können, die
wartungsfrei sind.
[0012] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine an einer Stranggießanlage
eingesetzte Führungsvorrichtung im Schnitt.
[0013] Die Führungsvorrichtung 1 weist ein Gehäuse 2 auf, dessen Wand 3 einen Innenraum
4 umgibt. Auf der Innenseite der Wand 3 ist mittig ein umlaufender Absatz 5 gebildet,
an dessen Schultern jeweils ein Pendelrollenlager 6,7 mit "For-Life-Schmierung" abgestützt
ist. In den Pendelrollenlagern 6,7 ist ein zapfenförmig ausgebildeter Rollenhalter
8 gelagert, der mit seinem einen Endabschnitt 8a frei aus einer an der oberen Stirnseite
2a des Gehäuses 2 ausgebildeten Öffnung herausragt, während sein anderer Endabschnitt
8b aus einer Öffnung an der unteren Stirnseite 2b des Gehäuses 2 geführt ist. Die
Öffnungen an der oberen bzw. unteren Stirnseite 2a,2b des Gehäuses 2 sind jeweils
durch einen jeweils eine Wellendichtung 9,10 tragenden Gehäusedeckel 11,12 gegenüber
von außen auf das Gehäuse einwirkende Verschmutzungen abgedichtet.
[0014] Auf den ersten Endabschnitt 8a des Rollenhalters 8 ist ein Rollenkörper 13 aufgesteckt.
In den Rollenkörper 13 ist ein zylindrisch ausgebildeter Raum 14 eingeformt, der sich
koaxial zur Längsachse L des Rollenhalters 8 erstreckt. Der Raum 14 weist einen größeren
Durchmesser auf, als der Außendurchmesser des Endabschnitts 8a des Rollenhalters 8,
der durch eine an der unteren Stirnseite 13b des Rollenkörpers 13 ausgebildete Öffnung
durch den Raum 14 bis in eine in die obere Stirnseite 13a eingeformte Öffnung des
Rollenkörpers 13 geführt ist. Gegenüber der Umgebung ist der Raum 14 durch an dem
Rollenhalter 8 anliegende O-Ringe 15 abgedichtet, die in in den Rändern der Öffnungen
des Rollenkörpers 13 ausgebildeten Ringnuten einliegen. Die Öffnung der oberen Stirnseite
13a des Rollenkörpers 13 ist zusätzlich dicht durch einen Deckel 16 verschlossen.
Mittels einer Passfeder 17 ist die drehfeste Verbindung des Rollenkörpers 13 mit dem
Rollenhalter 8 gewährleistet.
[0015] Der Rollenkörper 8 weist zwei Bohrungen 8c,8d auf, die sich vom unteren Ende des
unteren Endabschnitts 8b bis annähernd zur Spitze des Endabschnitts 8a erstrecken.
Jede der Bohrungen 8c,8d ist über eine radial sich erstreckende Verbindungsbohrung
8e bzw. 8f mit dem Raum 14 des Rollenkörpers 13 verbunden, wobei die Verbindungsbohrung
8e zwischen der ersten Bohrung 8c im Bereich der Spitze des Endabschnitts 8a angeordnet
ist, während die Verbindungsbohrung 8f zwischen der zweiten Bohrung 8d und dem Raum
14 der unteren Stirnseite 13b des Rollenkörpers 13 zugeordnet ist. Die Bohrungen 8c,8d
sind in an sich bekannter Weise mit einer fest angeordneten Kühlmittelzufuhrleitung
Z und einer Kühlmittelabfuhrleitung A über eine drehentkoppelte Zweiwegedrehdurchführung
verbunden, wie sie beispielsweise in der DE-OS 2 315 865 beschrieben ist.
[0016] Das Kühlmittel strömt durch die Kühlmittelzufuhrleitung Z in die Bohrung 8c und gelangt
über die Verbindungsbohrung 8e in den Raum 14. Aus diesem strömt sie über die Verbindungsbohrung
8f in die Bohrung 8d und von dort in die Kühlmittelabführleitung A. Der entsprechende
Strömungsweg S ist durch die gestrichelte Linie in der Figur angedeutet. Durch das
den Rollenhalter 8 und den Rollenkörper 13 durchströmende Kühlmittel wird deren Temperatur
dauerhaft auf einem Niveau gehalten, das so niedrig ist, daß eine übermäßige Erwärmung
der Pendelrollenlager 6,7 und damit einhergehend ein vorzeitiges Altern des Schmiermittels
sicher vermieden wird.
1. Vorrichtung zur seitlichen Führung eines Gießstrangs mit einem drehbar gelagerten.Rollenkörper
(13), der von einem zapfenförmigen Rollenhalter (8) getragen ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der Rollenhalter (8) frei drehbar in einem Gehäuse (2) gelagert ist und einen einzigen
aus dem Gehäuse (2) ragenden Endabschnitt (8a) aufweist, auf dem der Rollenkörper
(13) getragen ist und mit dem der Rollenkörper (13) drehfest verbunden ist,
- daß der Rollenhalter (8) von einem Kühlmittel bis zur Spitze seines Endabschnitts (8a)
durchströmt ist und
- daß das Kühlmittel zu einer am selben Ende des Rollenhalters (8) wie die Kühlmittelzufuhrleitung
(Z) angeordneten Kühlmittelabfuhrleitungen (A) zurückströmt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rollenkörper (13) auf den Endabschnitt (8a) des Rollenhalters (8) aufsteckbar
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rollenkörper (13) mindestens einen Raum (14) aufweist, der von dem Kühlmittel
durchströmbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Raum (14) des Rollenkörpers (13) sich koaxial zu dem Endabschnitt (8a) des Rollenhalters
(8) erstreckt.
5. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rollenhalter (8) mittels zweier Pendelrollenlager (6,7) in dem Gehäuse (2) gelagert
ist.
1. A method for laterally guiding a cast strand, with a rotatably held roller body (13)
supported by a peg-shaped roller holder (8),
characterised in that
- the roller holder (8) is held in a housing (2) so as to be freely rotatable, with
said roller holder (8) comprising a single end section (8a) protruding from the housing
(2), said end section (8a) supporting the roller body (13) and being connected to
the roller body (13) so as to be rotationally rigid;
- coolant flows through the roller holder (8) up to the tip of its end section (8a);
and in that
- the coolant flows back to a coolant outlet pipe (A) arranged at the same end of
the roller holder (8) as the coolant inlet pipe (Z).
2. A device according to claim 1, characterised in that the roller body (13) is attachable to the end section (8a) of the roller holder (8).
3. A device according to claim 2, characterised in that the roller body (13) comprises at least one space (14) through which coolant can
flow.
4. A device according to claim 3, characterised in that the space (14) of the roller body (13) extends coaxially to the end section (8a)
of the roller holder (8).
5. A device according to one of the preceding claims, characterised in that the roller holder (8) is held by means of two swivel-joint roller bearings (6, 7)
in the housing (2).
1. Dispositif pour guider latéralement un cordon de coulée, comportant un corps de rouleau
(13) monté rotatif, qui est porté par un porte-rouleau (8) en forme de tourillon,
caractérisé en ce
- que le porte-rouleau (8) est monté de manière à pouvoir tourner librement dans un carter
(2) et possède une seule section d'extrémité (8a), qui ressort du carter (2), sur
laquelle le corps de rouleau (13) est porté et à laquelle le corps de rouleau (13)
est relié solidairement en rotation,
- que le porte-rouleau (8) est traversé par un fluide de refroidissement jusqu'à la pointe
de sa section d'extrémité (8a), et
- que le fluide de refroidissement reflue en direction d'une canalisation (A) d'évacuation
du fluide de refroidissement, qui est disposée sur la même extrémité du porte-rouleau
(8) que la canalisation (Z) d'amenée du fluide de refroidissement.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps de rouleau (13) peut être emmanché sur la section d'extrémité (8a) du porte-rouleau
(8).
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que le porte-rouleau (13) comporte au moins un espace (14), qui peut être parcouru par
le fluide de refroidissement.
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'espace (14) du porte-rouleau (13) s'étend coaxialement à la section d'extrémité
(8a) du porte-rouleau (8).
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le porte-rouleau (8) est monté au moyen de deux paliers à rouleaux pendulaires (6,7)
dans le carter (2).