[0001] Die Erfindung betrifft einer Reinigungsvorrichtung nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Eine Reinigungsvorrichtung dieser Art ist z. B. aus der DE 31 20 983 A1 bekannt.
Diese Reinigungsvorrichtung besitzt eine Waschwalze, hier als Bürstenwalze bezeichnet,
die der Reinigung eines Gummituchzylinders in einer Rotationsoffsetdruckmaschine dient.
Die Reinigungsvorrichtung besitzt unter anderem eine spezielle Ausbildung des Gehäuses.
Damit soll ein unerwünschtes Aufsprühen von Waschflüssigkeit auf andere Teile der
Druckmaschine verhindert werden. Weiterhin ist der Boden des Gehäuses als Wanne zum
Sammeln verbrauchter Waschflüssigkeit und von Verschmutzungen ausgebildet. Eine Aufbereitung
der Waschflüssigkeit ist nicht vorgesehen. Am Gehäuse selbst ist unter anderem eine
Sprühdüse vorgesehen, die einen Reinigungsflüssigkeitsstrahl, unter anderem auch intermittierend,
am Boden des Gehäuses entlang der Wanne bewirkt, so daß die Verschmutzungen sowie
die Waschflüssigkeit in Richtung zu einem Abfluß gespült werden und somit die Ansammlung
von Verunreinigungen, die sich als Schlamm und Flüssigkeit absetzen können, verhindern.
Neben der Waschflüssigkeit ist auch der Einsatz von Wasser für den Reinigungsflüssigkeitsstrahl
möglich.
[0003] Die Verwendung von Waschflüssigkeit oder Wasser ist nachteilig, da ohne Wiederaufbereitung
der Einsatz dieser Medien sehr aufwendig und ökologisch nicht vertretbar ist.
[0004] Aus der DE 30 05 469 C2 ist eine Reinigungsvorrichtung bekannt, welche mit einem
Waschtuch arbeitet. Über einen Kugeltrieb, Antriebswelle und Einwegkupplung zieht
eine Aufwickelwalze (Schmutztuchwalze) schrittweise das Waschtuch von einer Frischtuchwalze
ab.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Reinigungsvorrichtung zu schaffen, die diese Nachteile
beseitigt, die insbesondere das Ansammeln von Reinigungsfluid und sonstigen Verschmutzungen
am Boden des Gehäuses der Reinigungsvorrichtung verhindert bzw. spürbar reduziert
und den zusätzlichen Verbrauch von Reinigungsfluid, wie Waschmittel und/oder Wasser,
vermeidet.
[0006] Gelöst wie dies durch die Ausbildungsmerkmale des Hauptanspruches. Weiterbildungen
ergeben sich aus dem Unteransprüchen.
[0007] Erfindungsgemäß besitzt die an- und abstellbare und im Bereich einer Greiferbrücke
aushebbare Reinigungsvorrichtung im wesentlichen ein sich über die Gesamtbreite der
zu reinigenden Zylindermantelfläche erstreckendes Gehäuse. Das Gehäuse hat eine der
Zylindermantelfläche zugewandte Öffnung und nimmt eine drehbar gelagerte Waschwalze
oder ein Waschtuch auf Das Gehäuse weist weiterhin über die Zylinderbreite verteilt
wenigstens eine angeordnete Reihe von Düsen auf, die der Beaufschlagung der Waschwalze
oder des Waschtuches mit einem Reinigungsfluid, vorzugsweise einem vegetabilen Waschmittel
und/oder Wasser, dienen. Die Düsen sind mit einer entsprechenden Versorgungsleitung
gekoppelt.
[0008] Am Gehäuse ist, vorzugsweise im Bereich der Seitenwände, wenigstens eine mit einem
gasförmigen Medium, vorzugsweise Druckluft, beaufschlagbare Sprühdüse angeordnet,
deren Druckstrahl an dem vorzugsweise geneigten Boden entlang des Gehäuses das im
Reinigungsprozeß verunreinigte Reinigungsfluid (z.B. Waschmittel, Wasser, Papierstaub,
Farbreste, Puder, Lackreste) wenigstens einer Abflußöffnung durch freiblasen in einer
Strömungsrichtung zuführt, so daß der Boden des Gehäuses von dem verunreinigten Reinigungsfluid
freigespült wird.
Der Vorteil dieser Lösung ist, daß neben dem zum Benetzen der Waschwalze oder des
Waschtuches erforderlichen Reinigungsfluid mengenmäßig kein weiteres Reinigungsfluid,
wie Waschmittel bzw. Wasser, zusätzlich erforderlich ist. Der Einsatz von Druckluft
ist mit geringem Aufwand versehen, da bei Druckmaschinen in der Regel eine Druckluftversorgung
bereits vorhanden ist und auch ein Nachrüsten vorhandener Reinigungsvorrichtungen
leicht möglich ist. Der Druckstrahl reinigt durch freiblasen das Gehäuse zufriedenstellend
von dem verunreinigten Reinigungsfluid und verhindert das Verstopfen des Abflusses
bzw. das Ansammeln von Schlamm und/oder verunreinigtem Reinigungsfluid im Gehäuse
selbst. Vorteilhaft ist es, wenn die Rücklaufleitung mit einer Absaugung gekoppelt
ist und der Druckstrahl oder die Druckstrahlen (bei Verwendung mehrerer Düsen) kombiniert
mit der Absaugung den Boden des Gehäuses, einschließlich der Abflußöffnungen, in einer
Strömungsrichtung reinigt.
[0009] Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine schematisch dargestellte Reinigungsvorrichtung in Vorderansicht
- Figur 2
- eine schematische Darstellung der Reinigungsvorrichtung in Seitenansicht.
[0010] Eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung 1 ist in einem Druckwerk einer Offsetdruckmaschine
einem Druckzylinder 10 benachbart zugeordnet. Die Reinigungsvorrichtung 1 besitzt
ein Gehäuse 2, das einen annähernd rechteckigen Querschnitt aufweist und sich über
die volle Breite des Druckzylinders 10 hinaus erstreckt. Das Gehäuse 2 nimmt eine
drehbare, separat antreibbare Waschwalze 7, z.B. eine mit Bürsten bestückte Waschbürste,
auf. Am Gehäuse 2 sind in Reihe angeordnete Sprühdüsen 11 auf die Waschwalze 7 gerichtet,
die mit einer Wasserzuführung gekoppelt sind. Weiterhin ist am Gehäuse 2 ein mit der
Waschwalze 7 zusammenwirkendes Rakel 13 angeordnet, sowie eine ebenfalls auf die Waschwalze
7 gerichtete Reinigungsfluidversorgung (Waschmittelversorgung), die mittels einer
Reihe Sprühdüsen 12 die Waschwalze 7 benetzen.
[0011] Am tiefsten Punkt des geneigten Bodens ist für das verschmutze Reinigungsfluid (Waschmittel,
Wasser, Papierstaub, Farbreste, Puder, Lackreste sowie Schlamm) mindestens eine Abflußöffnung
5 angeordnet, die mit einer Rücklaufleitung 6 und einer nachgeschalteten Aufbereitungsanlage
(nicht gezeigt) zum regenerieren des verschmutzten Remigungsfluids gekoppelt ist.
Dem Druckzylinder 10 zugewandt ist das Gehäuse 2 offen, wobei die Waschwalze 7 an
dessen Zylindermantelfläche an- und abstellbar und beim Passieren der Greiferbrücken
abhebbar ist. An einer Stirnseite 3 des Gehäuses 2 ist eine Sprühdüse 4 angeordnet,
welche mit einer Zuführung für das gasförmige Medium, hier einer Druckluftzuführung
9 mit entsprechender Druckluftquelle, gekoppelt ist. Auf die schaltungstechnische
sowie steuerungstechnische Ausbildung soll hier nicht näher eingegangen werden.
[0012] Die Sprühdüse 4 ist im Reinigungsbetrieb im vorliegenden Beispiel ständig mit Druckluft
aktiviert oder intermittierend aktivierbar, derart, daß ein auf den Boden des Gehäuses
2 gerichteter Druckstrahl 8 das verunreinigte Reinigungsfluid (z.B. Waschmittel, Wasser,
Papierstaub, Farbreste, Puder, Lackreste sowie Schlamm) durch Freiblasen in einer
erzeugten Strömungsrichtung (was zum Freispülen des Bodens führt) der Abflußöffnung
5 zuführt. Damit wird das mögliche Anhaften von Verunreinigungen bzw. das Anstauen
von verunreinigtem Reinigungsfluid im Gehäuse 2 vermieden bzw. spürbar reduziert.
[0013] Dabei ist es vorteilhaft, daß die kontinuierliche oder intermittierende Druckluftbeaufschlagung
kurz vor dem Reinigungsprozeß der Waschwalze 7 beginnt und kurzzeitig, vorzugsweise
30 bis 60 Sekunden, nach Beendigung des Reinigungsprozesses der Waschwalze 7 beibehalten
wird. Dies erhöht den Reinigungseffekt beim Freispülen des Bodens als auch der Abflußöffnung
5.
[0014] Das Freiblasen und das damit einhergehende Freispülen des Bodens von verunreinigtem
Reinigungsfluid (z.B. Waschmittel, Wasser, Papierstaub, Farbreste, Puder, Lackreste
sowie Schlamm) wird insbesondere dadurch verbessert, indem parallel zur Druckluftbeaufschlagung
der Sprühdüse 4 die Rücklaufleitung 6 mit einer gekoppelten Absaugquelle aktiviert
wird. Damit wird das Fließverhalten von Schlamm und verunreinigtem Reinigungsfluid
in einer Strömungsrichtung auf dem Boden des Gehäuses 2 verbessert.
[0015] In einer weiteren Ausbildung (nicht gezeigt) ist die Reinigungsvorrichtung 1 auch
mit an jeder Stirnseite 3 angeordneten Sprühdüsen 4 ausführbar. Der Boden des Gehäuses
2 weist dabei jeweils ein von den Stirnseiten 3 zur Mitte des Gehäuses 2 verlaufendes
Gefälle auf. Mittig im Gehäuse 2 ist die Abflußöffnung 5 angeordnet, die wiederum
mit einer Absaugquelle in vorteilhafter Weise gekoppelt ist.
[0016] Soll beispielsweise ein relativ breiter Zylinder 10 mittels der Reinigungsvorrichtung
1 gereinigt werden, so ist es vorteilhaft, wenn über die Länge des Gehäuses 2 der
Reinigungsvorrichtung 1 im Bereich des Bodens in Abständen verteilt mehrere Sprühdüsen
4 (mit entsprechender Druckluftversorgung) angeordnet sind. Diese Sprühdüsen 4 unterstützen
das Freiblasen (Abfließen) von verunreinigtem Reinigungsfluid in einer von den Druckstahlen
8 erzeugten einheitlichen Strömungsrichtung und verbessern das Fließverhalten auf
dem Weg zur nächsten Abflußöffnung 5 des Gehäuses 2.
Bezugszeichenaufstellung
[0017]
- 1
- Reinigungsvorrichtung
- 2
- Gehäuse
- 3
- Stirnseite
- 4
- Sprühdüse
- 5
- Abflußöffnung
- 6
- Rücklaufleitung
- 7
- Waschwalze
- 8
- Druckstrahl
- 9
- Druckluftzuführung
- 10
- Druckzylinder
- 11
- Sprühdüse
- 12
- Sprühdüse
- 13
- Rakel
1. Reinigungsvorrichtung für einen Zylinder einer Druckmaschine mit einem zur Zylindermantelfläche
offenen Gehäuse, welches eine Waschwalze oder ein Waschtuch aufnimmt, die mit wenigstens
einem zuführbaren und abführbaren Reinigungsfluid benetzbar und an den Zylinder an-
und abstellbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Gehäuse (2) wenigstens eine Sprühdüse (4) im Bereich der Stirnseiten (3) angeordnet
ist, jede Sprühdüse (4) mit einem gasförmigen Medium beaufschlagbar ist und aus der
Sprühdüse (4) ein eine Strömung erzeugender Druckstrahl (8) austritt, so daß der Boden
des Gehäuses (2 ) von verunreinigtem Reinigungsfluid unter Verwendung wenigstens einer
Abflußöffnung (5) freiblasbar ist.
2. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprühdüse (4) an wenigstens einer Stirnseite (3) des Gehäuses (2) angeordnet
ist.
3. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß an jeder Stirnseite (3) wenigstens eine Sprühdüse (4) angeordnet ist und wenigstens
eine Abflußöffnung (5) mittig am Gehäuse (2) angeordnet ist.
4. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abflußöffnung (5) mit einer Rücklaufleitung (6) verbunden ist, welche mit
einer Absaugquelle gekoppelt ist.
5. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckluftbeaufschlagung der Sprühdüse (4) mit der Absaugung der Rücklaufleitung
(6) kombinierbar ist.
6. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das gasförmige Medium Druckluft ist.
7. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Sprühdüsen (4) über die Breite des Gehäuses (2) in einer durch deren Druckstrahlen
(8) erzeugten einheitlichen Strömungsrichtung verteilt angeordnet sind.