[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum
einer Brennkraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeuges, mit einer Mischkammer
mit Kraftstoffzuführmitteln und ersten Gaszuführmitteln, wobei ferner eine Austrittsöffnung
für ein Kraffstoff-Gas-Gemisch vorgesehen ist. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung
ein Verfahren zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine,
insbesondere eines Kraftfahrzeuges.
[0002] In herkömmlichen Systemen wird in einer Mischkammer Luft zugeführt, welche sich mit
dem eingespritzten Kraftstoff vermischt. Das so gebildete Kraftstoffspray wird über
einen Gemischaustrittskanal in einen Brennraum eingeleitet.
[0003] So offenbart die DE-A1-44 22 331 eine Vorrichtung zur luftunterstützten Kraftstoffeinspritzung
in ein Saugrohr einer Brennkraftmaschine, wobei zur Optimierung der Zerstäubung des
Kraffstoffs eine Luftzufuhr mit mehreren, radial ausgerichteten, in einer Querschnittsebene
einer Mischkammer verlaufende Luftkanäle vorgesehen sind. Die Achsen der Luftkanäle
schneiden sich dabei in einem Winkel abweichend von 180 Grad.
[0004] In dem Aufsatz "Development of Air-Assisted Injector Systems" von Harada et al, SAE-Paper-Nr.
920294 wird ein Adapter zur luftunterstützten Kraftstoffeinspritzung beschrieben,
wobei im Anschluß an einen Mischraum für Luft und Kraftstoff, ein weiterer Flußkanal
für ein so entstandenes Kraftstoff-Luft-Gemisch zweigeteilt ist.
[0005] In der DE-OS-1933514 ist ein Brennstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen beschrieben,
welches eine Brennstoffdüse koaxial zu einer Zerstäuberdüse aufweist.
[0006] Die Zerstäuberdüse ist in einer inneren Abschlußwand einer Manschette ausgebildet
und so groß, daß der noch nicht zerstäubte Kraftstoffstrahl in sie eintreten kann,
andererseits aber klein genug, so daß die aus einem Ringkanal angesaugte Luft die
Zerstäubung des Kraftstoffes verursacht.
[0007] In dem US-Patent 5,409,169 wird eine elektronische, luftunterstützte Kraftstoffeinspritzung
beschrieben, in dem über radiale Nuten in einem Wirbelelement Kraftstoff in eine Kraftstoffverwirbelungskammer
eingeleitet wird. Zur Zerstäubung von Kraftstoff in feine Tröpfchen ist nach der Kraftstoffverwirbelungskammer
eine Luftverwirbelungskammer angeordnet, der Preßluft zugeführt wird. Der verwirbelte
Luftstrom schneidet dabei den verwirbelten Kraftstoffstrom.
[0008] Alle diese Systeme haben den Nachteil, daß nach dem Einlaß des Kraftstoff-Gas-Gemisches
in einen Brennraum keine Führung desselben mehr erfolgt. Durch unkontrolliertes Fließen
und insbesondere dadurch bedingtes Benetzen von Brennraumwandungen mit Kraftstofftröpfchen
wird ein nachfolgender Verbrennungsvorgang negativ beeinflußt. Ferner beruhen derartige
Systeme auf einer Spraybildung durch Wandfilmabriß am Düsenaustritt. Da zu Beginn
und am Ende einer Einspritzphase größere Kraftstoffragmente an der Düsenöffnung abreißen,
entstehen einzelne große Tropfen, die zur Wandfilmbildung führen und daher nicht erwünscht
sind.
[0009] In der EP-B1-0 158 739 wird eine Einrichtung zum Einspritzen von Kraftstoff in Brennräume
beschrieben, wobei ein Heizelement nach einer Einspritzdüse vorgesehen ist und ein
Luftmantel einen durch das Heizelement geleiteten Kraftstoffstrahl vor der Berührung
mit diesem abschirmt. Die Luft wird dabei vom Kraftstoffstrahl aus dem Brennraum angesaugt.
Das Heizelement dient zum Erwärmen des Kraftstoffes für eine leichte Entflammbarkeit
in einer nachfolgenden Verbrennung.
[0010] Ferner beschreibt die EP-A1-0 188 743 eine Einrichtung zum Einspritzen von Kraftstoff
in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine mit einer Einspritzdüse und einem nachgeschalteten
Glühkörper. Vom Kraftstoffstrahl aus dem Brennraum angesaugte Luft schirmt den Kraftstoffstrahl
vor einer Berührung mit dem Glühkörper ab.
[0011] Derartige Lufteinfassungen wirken nur im Bereich des Heizelementes und können den
weiteren Verlauf der Kraftstoffverteilung im Brennraum nicht wesentlich beeinflussen.
[0012] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und
ein Verfahren der obengenannten Art zur Verfügung zu stellen, wobei ein extrem feines
Kraftstoffspray zur Verfügung stehen soll.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung der o.g. Art mit den in
Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmalen und durch ein Verfahren mit den in Anspruch
13 angegebenen Schritten gelöst.
[0014] Dazu ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß an der Austrittsöffnung zweite Gaszuführmittel
vorgesehen sind. Dies hat den Vorteil, daß die so gebildete Luftumfassung größere
Tropfen des Kraftstoffstrahls aerodynamisch zerstört. Ferner läßt sich ein noch feineres
Kraftstoffspray erzeugen, mit dem ein besonders vorteilhaftes Kaltstart- und Warmlaufverhalten
möglich ist.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform führt das erste und/oder zweite Gaszuführmittel
Luft und/oder Abgas zu.
[0016] Einen besonders wirkungsvollen Einschluß des Kraftstoff-Gas-Gemisches erzielt man
dadurch, daß das zweite Gaszuführmittel die Austrittsöffnung umschließt, insbesondere
ringförmig umschließt.
[0017] In vorteilhafter Weise ist die Austrittsöffnung an der Mischkammer angeordnet und
die Austrittsöffnung mündet in Richtung auf den Brennraum. Dies erzielt eine besonders
effiziente Beeinflussung des Kraftstoffstrahls auch nach Verlassen der Einspritzvorrichtung.
[0018] In besonders vorteilhafter Weise ist die Austrittsöffnung eine Düsenaustrittsöffnung
und insbesondere in einem trichterförmigen Element angeordnet.
[0019] Dadurch, daß die Vorrichtung Mittel aufweist, die die Vorrichtung und/oder eine Düse
dieser Vorrichtung wenigstens teilweise elektrisch, mit Abgasen oder mittels Zufuhr
von Kühlmittel der Brennkraftmaschine beheizen, erzielt man in vorteilhafter Weise
eine zusätzliche Unterstützung des nachfolgenden Verbrennungsvorgangs durch eine Erhöhung
der Entflammbarkeit des Kraftstoff-Gas-Gemisches.
[0020] In einem erfindungsgemäßen Verfahren sind folgende Schritte vorgesehen:
(a) Mischen eines ersten Gases und Kraftstoff zu einem Kraftstoff-Gas-Gemisch,
(b) Zuleiten eines zweiten Gases derart, daß das Kraftstoff-Gas-Gemisch vom zweiten
Gas umhüllt wird.
[0021] Dies hat den Vorteil, daß die so gebildete Luftumfassung größere Tropfen des Kraftstoffstrahls
aerodynamisch zerstört. Ferner läßt sich ein noch feineres Kraftstoffspray erzeugen,
mit dem ein besonders vorteilhaftes Kaltstart- und Warmlaufverhalten möglich ist.
[0022] Weitere Merkmale, Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen, sowie aus der nachstehenden Beschreibung der Erfindung
an Hand der beigefügten Zeichnung. Diese zeigt schematisch in einer Schnittansicht
eine vorteilhafte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0023] In einer Einfassung 20 ist eine Mischkammer 10 vorgesehen, der Kraftstoff 12 und
Luft über eine erste Luftzuführung 14 zugeleitet wird. Oberhalb der Mischkammer ist
in einer Aufnahme 18 für die Kraftstoffzufuhr ein nicht dargestelltes Einspritzventil
angeordnet. Die Mischkammer 10 läuft in Strömungsrichtung konisch spitz zu und die
Luft der ersten Luftzuführung 14 mischt sich mit dem Kraftstoff 12 zu einem Kraftstoff-Gas-Gemisch.
Dieses wird über eine Düsenaustrittsöffnung 22 in Richtung auf einen Brennraum gedrückt.
[0024] An der Düsenaustrittsöffnung 22 bzw. rund um diese herum ist eine Ringnut bzw. ein
Ringspalt 24 angeordnet, welche bzw. welcher mit einer zweiten Luftzuführung 16 verbunden
ist. Die aus diesem Spalt 22 austretende Luft ummantelt das aus der Düsenaustrittsöffnung
22 austretende Kraftstoff-Gas-Gemisch ringförmig. Diese Stützluft sorgt für eine Luftumfassung
des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Der Spraykegel wird dadurch zusätzlich im Austritt
22 der Düse eingeengt. Dadurch wird eine Wandbenetzung mit Kraftstoff erheblich vermindert
bzw. findet deutlich später statt als in herkömmlichen luftunterstützten Einspritzungen.
[0025] Sowohl die erste 14 als auch zweite Luftzuführung 16 werden von einer Luft- bzw.
Abgaszufuhr 26 gespeist. Die Zuführung von Abgas oder Luft erfolgt beispielsweise
mit Hilfe des bei einem gedrosselten Motor vorliegenden Differenzdruckes, mit einem
Kompressor oder mit Hilfe einer vorhandenen Sekundärpumpe.
[0026] Um die Abgaswärme für eine Kraftstoffvorheizung bei der Einspritzung zu nutzen ist
es vorteilhaft statt der Stützluft eine Versorgung über die Zufuhr 26 mit Abgas vorzusehen.
Dies ermöglicht zusätzlich eine Abgasrückführung zur Stickoxidabsenkung.
[0027] In besonders vorteilhafter Weise ist eine nicht dargestellte, direkte oder indirekte
Beheizung der Düse oder deren unmittelbaren Umgebung vorgesehen. Diese kann beispielsweise
elektrisch, durch die obenerwähnte Abgasrückführung oder durch zusätzliche Zufuhr
von erwärmtem Kühlmittel der Brennkraftmaschine erfolgen.
1. Vorrichtung zum Einspritzen von Kraftstoff (12) in eine Brennkraftmaschine, insbesondere
eines Kraftfahrzeuges, mit einer Mischkammer (10) mit Kraftstoffzuführmitteln und
ersten Gaszuführmitteln (14), wobei ferner eine Austrittsöffnung (22) für ein Kraftstoff-Gas-Gemisch
vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
an der Austrittsöffnung (22) zweite Gaszuführmittel (16) vorgesehen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das erste Gaszuführmittel (14) Luft und/oder Abgas zuführt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das zweite Gaszuführmittel (16) Luft und/oder Abgas zuführt.
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das zweite Gaszuführmittel (16) die Austrittsöffnung (22) umschließt.
5. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das zweite Gaszuführmittel (16) die Austrittsöffnung (22) ringförmig umschließt.
6. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Austrittsöffnung (22) an der Mischkammer (10) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Austrittsöffnung (22) eine Düsenaustrittsöffnung ist.
8. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Austrittsöffnung (22) in einem trichterförmigen Element angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Kraftstoff-Gas-Gemisch ein Kraftstoff-Luft-Gemisch oder ein Kraftstoff-Abgas-Gemisch
oder ein Kraftstoff-Luft/Abgas-Gemisch ist.
10. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Gaszuführung am ersten und/oder zweiten Gaszuführmittel (14,16) mittels Differenzdruckes,
eines externen Kompressors oder einer Sekundärluftpumpe erfolgt.
11. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Vorrichtung Mittel aufweist, die die Vorrichtung und/oder eine Düse dieser Vorrichtung
wenigstens teilweise elektrisch, mit Abgasen oder mittels Zufuhr von Kühlmittel der
Brennkraftmaschine beheizen.
12. Verfahren zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine,
insbesondere eines Kraftfahrzeuges, mit folgenden Schritten,
(a) Mischen eines ersten Gases und Kraftstoff zu einem Kraftstoff-Gas-Gemisch,
(b) Zuleiten eines zweiten Gases derart, daß das Kraftstoff-Gas-Gemisch vom zweiten
Gas umhüllt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
das erste und/oder das zweite Gas Luft und/oder Abgas ist.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
Schritt (a) in einer Mischkammer erfolgt.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
Schritt (b) an einer Austrittsöffnung der Mischkammer erfolgt.
16. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Schritt (b) das zweite Gas das Kraftstoff-Gas-Gemisch ringförmig umschließt.
17. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Kraftstoff-Gas-Gemisch ein Kraftstoff-Luft-Gemisch oder ein Kraftstoff-Abgas-Gemisch
oder ein Kraftstoff-Luft/Abgas-Gemisch ist.