[0001] Die Erfindung betrifft eine Leitungsverbindung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Leitungsverbindungen dieser Art werden dazu verwendet, zwei Leitungen aneinander
anzuschliessen, die bei ihrem Gebrauch relativ zueinander um eine gemeinsame Achse
bewegt werden; häufig, aber nicht immer, ist nur eine der Leitungen bewegt, während
die andere ortsfest ist. Zur Verbindung der beiden Leitungen dient eine Zwischenleitung.
Deren eines Ende ist bei einem ersten Anschluss mit der ersten Leitung und bei einem
zweiten Anschluss mit der zweiten Leitung verbunden. In Fällen, in denen nur eine
ortsfeste mit einer bewegten Leitung zu verbinden ist, ist einer der Anschlüsse fest
und der andere bewegbar. Wenn die Zwischenleitung flexibel ausgebildet ist, so wird
sie bei Bedarf mittels einer Führungsvorrichtung geführt.
[0003] Es sind Leitungsverbindungen dieser Art mit einem festen und einem bewegten Anschluss
und einer verhältnismässig wenig flexiblen, in einer Schleife angeordneten Leitung
bekannt, wobei sich die Bewegung, ausgehend von einer Nulllage, in beiden Drehrichtungen
über einen Winkelbereich von etwa 90°, insgesamt also über etwa 180° erstreckt, so
dass dabei ein Halbkreis bestrichen werden kann.
[0004] In bestimmten Anwendungsbereichen besteht nun die Notwendigkeit, in entsprechender
Weise den gesamten Umkreis über 360° zu bestreichen, wobei aus Gründen der praktischen
Realisierung sowie zur Kompensation von Ungenauigkeiten sogar ein Gesamtwinkel von
mehr als 360°, also etwa 400°, bestrichen werden sollte. Dazu wäre es bei gewissen
Konstruktionen einerseits notwendig, eine sehr flexible Zwischenleitung zu verwenden;
anderseits sollte je nach Konzeption die Zwischenleitung auch auf Druck und nicht
nur auf Zug beanspruchbar sein und daher keine Flexibilität aufweisen, da generell
ein flexibles Element nur auf Zug, nicht aber auf Druck beansprucht werden kann. Diese
beiden Forderungen sind nicht miteinander vereinbar.
[0005] Es muss daher festgestellt werden, dass Leitungsverbindungen der eingangs genannten
Art, mit welchen grosse Drehwinkel bis 360° und mehr bestrichen werden können, nicht
bekannt sind.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird somit darin gesehen, eine Leitungsverbindung der eingangs
genannten Art vorzuschlagen welche die relative Drehung von zwei Leitungen bzw. Anschlüssen
um eine volle Umdrehung von 360° oder etwas mehr ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs
1 gelöst. Bevorzugte Ausführungen und vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemässen
Leitungsverbindung werden durch die abhängigen Patentansprüche definiert.
[0008] Die neue Leitungsverbindung basiert auf dem Prinzip, anstelle der zu verbindenden
Leitungen und der Zwischenleitung jeweils zwei Leitungen bzw. Zwischenleitungen vorzusehen,
die funktional, jedoch nicht geometrisch, parallel geschaltet sind. Dies erlaubt,
wie später beschrieben wird, eine spiegelsymmetrische Anordnung der Zwischenleitung
und der erfindungsgemäss vorgesehenen Zusatzzwischenleitung in zwei gewissermassen
gegenläufigen Schlaufen, was zur Folge hat, dass in jeder Bewegungsphase die Zwischenleitung
und die Zusatzzwischenleitung auf Zug beansprucht werden, so dass hochflexible Leitungen
verwendet werden können.
[0009] Als Führungsvorrichtung für die Zwischenleitung und die Zusatzzwischenleitung sind
zwei koaxiale Zylinder, nämlich ein innerer Zylinder und ein äusserer Zylinder, vorgesehen,
die sich relativ zueinander drehen können. Ebenfalls zur Führungsvorrichtung gehört
ein frei drehbares Planetenrad, das durchmessermässig in den Kreisring zwischen den
beiden Zylindern passt und dessen Achse parallel zur Achse der Zylinder gerichtet
ist. Die erste Leitung ist an einem ersten Anschluss mit dem einen Ende der Zwischenleitung
verbunden; eine von ihr abgezweigte erste Zweigleitung ist an einem weiteren Anschluss
mit dem einen Ende der Zusatzzweigleitung verbunden. Die beiden genannten Anschlüsse
sind an einem der Zylinder angeordnet. An das andere Ende der Zwischenleitung ist
bei einem noch weiteren Anschluss die zweite Leitung angeschlossen, und an das andere
Ende der Zusatzzwischenleitung ist bei einem letzten Anschluss die zweite Zweigleitung
angeschlossen. Die beiden letztgenannten Anschlüsse sind am anderen der Zylinder angeordnet
als die beiden vorgängig genannten Anschlüsse. In der Nullage der Leitungsverbindung
sind, wie schon erwähnt, die Zwischenleitung und die Zusatzzwischenleitung sowie auch
das Planetenrad symmetrisch zu einer Symmetrieebene angeordnet, die durch die Achse
der Zylinder und die in der Nullage befindliche Achse des Planetenrades definiert
ist. Die Zwischenleitung läuft von ihrem ersten Anschluss am einen der Zylinder längs
diesem Zylinder bis zum Planetenrad, umrundet dieses längs 180° und setzt sich längs
dem anderen Zylinder bis zum Anschluss an diesem Zylinder fort; entsprechend läuft
die Zusatzzwischenleitung vom Anschluss am einen Zylinder zum Planetenrad, umrundet
dieses zur Hälfte, komplementär zur Zwischenleitung, und setzt sich längs des anderen
Zylinders bis zu ihrem an diesem Zylinder angeordneten Anschluss fort.
[0010] Die oben beschriebene erfindungsgemässe Leitungsverbindung ist nicht nur wegen der
Möglichkeit, hochflexible Kabel zu benutzen und damit auch grosse Winkel bis 360°
oder mehr zu bestreichen, vorteilhaft. Die symmetrische Anordnung ist auch im Hinblick
auf das Drehmoment vorteilhaft, es entstehen keinerlei Rückstellkräfte und die Reibung
der ganzen Anordnung ist minimal. Ein weiterer, in gewissen Fällen bedeutsamer Vorteil
der erfindungsgemässen Leitungsverbindung ist darin zu sehen, dass sie weder nach
innen noch nach aussen über einen Hohlzylinder hinausragt, der dem durch den inneren
und den äusseren Zylinder begrenzten Raum entspricht, so dass insbesondere mittig
andere Bauteile untergebracht werden, vorzugsweise solche, die in einer koaxialen
Beziehung zur relativen Bewegung der beiden Zylinder stehen.
[0011] Wenn es auch möglich ist, beide Zylinder zu drehen, so wird doch häufig eine Kombination
aus einem festen und einem drehbaren Zylinder bevorzugt.
[0012] In konstruktiver Hinsicht ist es in vielen Fällen, speziell wegen dem Raum für die
bewegten Leitungen, besonders geeignet, den äusseren Zylinder zu bewegen, obgleich
damit der Nachteil verbunden ist, eine grösserer Masse zu beschleunigen bzw. zu verzögern.
[0013] Die genauen Orte der Anschlüsse werden durch den erwünschten Gesamtdrehwinkel sowie
natürlich auch durch das Durchmesserverhältnis der beiden Zylinder bestimmt. Zur Erreichung
eines Drehwinkels von ca. 200° können bei einer Wahl des Durchmesserverhältnisses
im ungefähren Bereich von 1:2 in der Nullage die Anschlüsse am einen der Zylinder
annähernd diametral angeordnet sein, während die Anschlüsse am anderen Zylinder in
der Symmetrieebene zusammenfallen können.
[0014] Um ein Verheddern der Zwischenleitung und der axial danebenliegenden Zusatzzwischenleitung
zu verhindern, ist es günstig, wenn die Führungsflächen, also die innere Umfangsfläche
des äusseren Zylinders, die äussere Umfangsfläche des inneren Zylinders sowie die
äussere Umfangsfläche des Planetenrades in Umfangsrichtung verlaufende Führungsnuten
oder -rippen enthalten; auch entsprechende Zylinderböden oder -deckel können Führungsfunktionen
erfüllen.
[0015] Obwohl sich die neue Leitungsverbindung auch für kleine Drehwinkel sehr gut eignet,
ist sie doch besonders vorteilhaft, wenn ein relativer Gesamtwinkel von über 360°,
also etwa 400°, zu bestreichen ist, so dass sich eine Drehung aus der Nullage in jeder
Drehrichtung um je etwa 200° in die Extremallagen ergibt.
[0016] Zur Festlegung der Extremallagen ist es günstig, wenn an den Zylindern entsprechende
Anschläge vorgesehen sind.
[0017] Ein besonderes Problem bezüglich solcher Anschläge stellt sich, wenn der Gesamtdrehwinkel
360° übersteigt. In diesem Fall kann am einen der Zylinder ein Anschlagelement vorgesehen
sein. Am anderen der Zylinder werden zwei Festanschläge angebracht; der Winkelabstand
dieser Festanschläge ist gleich dem Gesamtdrehwinkel abzüglich 360°. Mittig zwischen
diesen Festanschlägen ist am selben Zylinder ein zwischen den Festanschlägen frei
schwenkbarer Anschlaghebel angeordnet. Die Festanschläge dienen dazu, den Anschlaghebel,
der in den Extremallagen mit der Anschlagplatte zusammenwirkt, je nach Extremallage
zu positionieren. In der einen Extremallage befindet sich der Anschlaghebel zwischen
dem einen Festanschlag und der einen Fläche des Anschlagelementes, in der anderen
Extremallage befindet sich der Anschlaghebel zwischen dem anderen Festanschlag und
der gegenüberliegenden Fläche des Anschlagelementes. Zur Veränderung des maximal überstreichbaren
Drehwinkels sowie ggfs. zur Justierung kann auch dieses Anschlagelement hebelartig
ausgebildet sein.
[0018] Die erfindungsgemässe Leitungsverbindungen eignet sich zum Verbinden von Leitungen
aller Art wie beispielsweise Fluidleitungen, Glasfaserleitungen und Elektrokabel,
insbesondere Flachbandkabel in der Art von Flex Prints.
[0019] Die verschiedenen Aspekte der Erfindung werden im folgenden anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels und mit Bezug auf die Zeichnung ausführlich dargestellt. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Leitungsverbindung nach dem Stand der Technik, zur Erläuterung des durch die
Erfindung gelosten Problems, in stark vereinfachter, schematischer Darstellung.
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung der Leitungsführung bei einer Leitungsverbindung nach
der Erfindung; einer Leitungsführung nach der Erfindung;
- Fig. 3
- eine Leitungsverbindung nach der Erfindung, wobei sich die bewegbaren Teile in ihrer
Nullage befinden, als vereinfachtes Schaubild;
- Fig. 4
- die Zwischenleitung und die Zusatzzwischenleitung, in gleicher Lage und Darstellung
wie in Fig. 3;
- Fig. 5A
- eine Leitungsverbindung nach der Erfindung, in vereinfachter, schematischer Darstellung,
wobei sich die bewegbaren Teile in der Nullage befinden;
- Fig. 5B
- die in Fig. 5A dargestellte Leitungsverbindung, wobei sich die bewegbaren Teile in
der einen Extremallage befinden; und
- Fig. 5C
- die in den Fig. 5A und 5B dargestellte Leitungsverbindung, wobei sich die bewegbaren
Teile in der anderen Extremallage befinden.
[0020] Fig. 1 zeigt eine Ausführung einer Leitungsverbindung nach dem Stand der Technik. Die Leitungsverbindung
dient dazu, eine Leitung
A mit einer weiteren Leitung
B zu verbinden, wozu eine Zwischenleitung
C verwendet wird. Die Zwischenleitung
C ist an einem Anschluss
D mit der Leitung
A und an einem Anschluss
E mit der Leitung
B verbunden. Unter der Annahme, dass die Leitung
A und der Anschluss
D fest, die Leitung
B und der Anschluss
E beweglich sind, muss sich der Anschluss
E um den erforderlichen Drehwinkel bzw. auf einer entsprechenden Kreislinie aus der
einen Extremallage in die andere Extremallage bewegen, wie es in
Fig. 1 durch von
E ausgehende Pfeile angedeutet ist. Der Anschluss
E und damit das dort angschlossene Ende der Zwischenleitung
C werden während dieser Bewegung mittels einer Fühtungsvorrichtung geführt. In Fällen,
in denen der Drehwinkel im Bereich von gegen 360° oder mehr liegen muss, muss sich
zum Beispiel der als beweglich betrachtete Anschluss
D aus einer Nullage in beiden Drehrichtungen um theoretisch um 180° bzw. unter Berücksichtigung
konstruktiver Gegebenheiten um über 180° drehen, was einem Gesamtdrehwinkel von über
360° entspricht.
Fig. 1 macht deutlich, dass - wie weiter oben beschrieben - die vorbekannten Leitungsverbindungen
im Bereich von insgesamt etwa 50°, jedoch nicht für grössere Drehwinkel eignen.
[0021] Die grundsätzliche Idee der vorliegenden Erfindung ist nun darin zu sehen, dass man
wie beim Stand der Technik die Leitungen
A und
B durch die Zwischenleitung
C verbindet, wobei man aber, wie in
Fig.2 rein schematisch dargestellt, die Leitung
A in eine Leitung
A.1 und eine Zweigleitung
A.2, die Leitung
B in eine Leitung
B.1 und eine Zweigleitungen
B.2 verzweigt; die Leitungen
A.1 und
B.1 sind dabei durch eine Zwischenleitung
C.1 verbunden, während die Zweigleitungen
A.2 und
B.2 durch eine Zusatzzwischenleitung
C.2 verbunden sind; man ordnet, wie weiter unten beschrieben, insbesondere im Hinblick
auf die notwendigen Bewegungen, die Zwischenleitung
C.1 und die Zwischenzweigleitung
C.2 symmetrisch an. Der Leitungszug
A.1,
C.1,
B.1 einerseits und der Leitungszug
A.2,
C.2,
B.2 anderseits bilden somit funktional, jedoch nicht geometrisch, Parallelleitungen.
[0022] Die in den
Fig. 3 - 5 dargestellte Leitungsverbindung
10 nach der Erfindung dient zur Verbindung elektrischer Leitungen. Sie weist eine Zwischenleitung
12.1 sowie eine Zusatzzwischenleitung
12.2, beide in Form von Flex-Prints auf. Als Führungsvorrichtung für die weiter unten
genauer beschriebene Zwischenleitung
12.1 und die Zusatzzwischenleitung
12.2 sind ein innerer Zylinder
20 und ein äusserer Zylinder
22 vorgesehen, welche eine gemeinsame Achse
M besitzen, um die sie relativ zueinander drehbar sind. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist der innere Zylinder
20 fest, während der äussere Zylinder
22 drehbar ist. Zwischen den Zylindern
20 und
22 ist ein ebenfalls der Führungsvorrichtung zuzurechnendes frei bewegbares Planetenrad
24 angeordnet, dessen Durchmesser im wesentlichen der Radiusdifferenz der beiden Zylinder
20,
22 entspricht und dessen Achse
N parallel zur Achse
M gerichtet ist.
[0023] Die Zwischenleitung
12.1 verbindet eine erste Leitung
14.1 mit einer zweiten Leitung
16.1, und die Zusatzzwischenleitung
12.2 verbindet eine erste Zweigleitung
14.2 mit einer zweiten Zweigeitung
16.2. Dabei sind das eine Ende der Zwischenleitung
12 bei einem Anschluss
18.1 mit der ersten Leitung
14.1 und das andere Ende der Zweigleitung
12.1 bei einem Anschluss
19.1 mit der zweiten Leitung
16.1 verbunden. Entsprechend sind das eine Ende der Zusatzzwischenleitung
12.2 bei einem Anschluss
18.2 mit der ersten Zweigleitung
14.2 und das andere Ende der Zusatzzwischenleitung
12.2 bei einem Anschluss
19.2 mit der zweiten Zweigleitung verbunden. Die Anschlüsse
18.1 und
18.2 befinden sich am äusseren, im vorliegenden Ausführungsbeispiel bewegten, Zylinder
22, und die Anschlüsse
19.1 und
19.2 am inneren, im vorliegenden Ausführungsbeispiel festen Zylinder
20. Es liegt auf der Hand, dass bei der vorliegenden Konfiguration die Anschlüsse
19.1 und
19.1 und damit auch die zweite Leitung
16.1 und die zweite Zweigleitung
16.2 auch zusammengefasst werden könnten.
[0024] Wie am besten aus den
Fig. 4 und
5A ersichtlich, sind die Zwischenleitung
12.1, die Zusatzzwischenleitung
12.2 und das Planetenrad
24 in der Nullage der Leitungsverbindung
10 symmetrisch angeordnet, und zwar bezüglich einer Symmetrieebene
S, die durch die Achse
M der Zylinder
20,
22 und die in der Nullage befindliche Achse
N des Planetenrades
24 definiert und in den
Fig. 5A-5C eingezeichnet ist, wo sie sich als vertikale gerade darstellt.
[0025] Die Zwischenleitung
12.1 erstreckt sich vom Anschluss
18.1 längs der Innenwand des äusseren Zylinders
22 bis zum Planetenrad
24, umrundet dieses längs seiner einen Hälfte und geht weiter längs der Aussenwand des
inneren Zylinders
20 bis zum Anschluss
19.1. Symmetrisch dazu läuft die Zusatzzwischenleitung
12.2 vom Anschluss
18.2, die andere Hälfte des Planetenrades
24 umrundend, zum Anschluss
19.2.
[0026] Es sei noch angemerkt, dass. je nach der Flexibilität des Leitungsmaterials und insbesondere
wenn die Achsen
M und
N nicht vertikal gerichtet sind, die Zwischenleitung und die Zusatzzwischenleitung
ohne zusätzliche konstruktive Massnahmen vom Abgangspunkt auf dem Planetenrad
24 zu den Anschlüssen
18.1 bzw.
18.2 nicht der Innenwandung des äusseren Zylinders
22 folgen sondern direkt aber in gewellter Anordnung angeordnet sein werden.
[0027] Im folgenden wird die Funktion der bisher beschriebenen konstruktiven Elemente unter
Bezugnahme auf die
Fig. 5A - 5C erläutert, wobei die Durchmesser der Zylinder
20,
22 und die Längen der Zwischenleitung
12.1 sowie der Zusatzzwischenleitung
12.2 nicht genau masstäblich dargestellt sind.
[0028] Fig. 5A zeigt die bewegbaren Teile der Leilungsverbindung
10 in ihrer Nullage, während
Fig. 5B annähernd die eine Extremallage und
Fig. 5C annähernd die andere Extremallage der bewegbaren Teile der Leitungsverbindung
10 darstellen.
[0029] Aus
Fig. 5B ist ersichtlich, dass der äussere Zylinder
22 in eine im Vergleich mit
Fig. 5A um knapp 180° im Gegenuhrzeigersinn gedrehte Lage rotiert wurde, wobei natürlich
auch die am äusseren Zylinder
22 angeordneten Anschlüsse
18.1 und
18.2 mitgedreht wurden. Der innere, feste Zylinder
20 und die an ihm angeordneten Anschlüsse
19.1 und
19.2 befinden sich permanent in der in
Fig. 5A dargestellten Lage. Durch die Bewegung des Anschlusses
18.1 ist das Planetenrad
24 um nahezu 270° um die Achse
M in die Gegend seiner ersten Extremallage gelangt bzw. zwischen dem inneren Zylinder
20 und dem äusseren Zylinder
22 gerollt. Der Anteil der Zwischenleitung
12.1, der am inneren Zylinder
20 verläuft, hat sich dadurch verringert, wobei sich gleichzeitig der am äusseren Zylinder
22 verlaufende Anteil der Zwischenleitung
12.1 um dieselbe Länge vergrössert hat. Umgekehrt hat sich der Anteil der Zusatzzwischenleitung
12.1, der am inneren Zylinder
20 verläuft, vergrössert und der am äusseren Zylinder
22 verlaufende Anteil der Zusatzzwischenleitung
12.2 entsprechend verringert. Bei diesen Lageveränderungen wurde die Zwischenleitung
12.1 vom Anschluss
18.1 gewissermassen gezogen und vom inneren Zylinder
20, vom äusseren Zylinder
22 und vom dadurch bewegten Planetenrad
24 geführt. Gleichzeitig wurde die Zusatzzwischenleitung
12.2 gewissermassen vom Planetenrad
24 gezogen und dabei ebenfalls vom inneren Zylinder
20 und vom äusseren Zylinder
22 geführt. Im Gegensatz zur Nullage herrscht in allen anderen Lagen keine Symmetrie
der bewegbaren Teile der Leitungsverbindung
10.
[0030] Anschliessend an die beschriebene Drehung des äusseren Zylinders
22 in die in Fig.
5B dargestellte Lage wird dieser weiter in seine eine Extremallage gedreht. Daraufhin
erfolgt die Zurückdrehung in die Nullage und die sofortige Weiterdrehung in die in
Fig.
5C dargestellte Lage, in welcher sich die bewegbaren Teile nahezu in ihrer zweiten Extremallage
befinden; dabei erfolgte insgesamt eine Drehung um über 360° im Uhrzeigersinn. Daran
anschliessend erfolgt wiederum eine Drehung um über 360°, jedoch im Gegenuhrzeigersinn.
Alle diese Drehungen laufen sinngemäss so ab wie die mit Bezug auf die
Fig. 5A und
5B ausführlich beschriebene Drehung.
[0031] Zur Festlegung der Extremallagen sind am inneren Zylinder
20 zwei Festanschläge
30.1,
30.2 und mittig zwischen ihnen ein frei beweglicher, ggfs. mit einer Sperrvorrichtung
blockierbarer, Anschlaghebel
32 montiert. Der gegenseitige Winkelabstand der Festanschläge beträgt 40°, wenn davon
ausgegangen wird, dass der Gesamtdrehwinkel 400° betragen soll. Am äusseren Zylinder
22 ist ein Anschlagelement
34 befestigt. In der einen Extremallage befindet sich der Anschlaghebel
32 zwischen dem einen Festanschlag
32.1 und der einen Fläche des Anschlagelementes
34, und in der anderen Extremallage befindet sich der Anschlaghebel
32 zwischen dem anderen Festanschlag
30.2 und der anderen Fläche des Anschlagelementes
34.
[0032] Insbesondere
Fig. 3 zeigt deutlich, dass sich die gesamte Leitungsverbindung in einem hohlzylinderförmigen
Raum, der durch die beiden Zylinder
20, 22 begrenzt ist, anordnen lässt. Somit bleibt sowohl der zentrale Raum in inneren Zylinder
20 wie auch die Umgebung ausserhalb des äusseren Zylinders 22 frei für andere Bauteile.
[0033] Die oben beschriebene Leitungsverbindung 10 stellt lediglich eine Ausführungsform
der erfindungsgemässen Leitungsverbindungen dar, wobei im Rahmen der obigen Beschreibung
und der Zeichnung sowie der Patentansprüche sind zahlreiche weitere Ausführungsformen
möglich sind.
1. Leitungsverbindung (
10) zur Verbindung einer ersten Leitung (
14.1) mit einer zweiten Leitung (
16.1) über eine Zwischenleitung (
12.1), die mit ihrem einen Ende durch einen ersten Anschluss (
18.1) mit der ersten Leitung (
14.1) und mit ihrem anderen Ende durch einen zweiten Anschluss (
19.1) mit der zweiten Leitung (
16.1) verbunden ist, welche Anschlüsse (
18.1, 19.1) relativ zueinander um eine gemeinsame Achse (
M) drehbar sind.
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine Zusatzzweigleitung (12.2) angeordnet ist,
- dass als Führungsvorriohtung für die Zwischenleitung (12.1) und die Zusatzzwischenleitung (12.2) ein äusserer Zylinder (22) und ein inneren Zylinder (20), welche um dieselbe Achse (M) und relativ zueinander drehbar angeordnet sind, sowie ein zwischen den Zylindern
(20, 22) frei drehbares Planetenrad (24), dessen Achse (N) parallel zur Achse (M) gerichtet ist, vorgesehen sind, wobei
- der erste Anschluss (18.1) und ein dritter, eine von der ersten Leitung (14.1) abgezweigte erste Zweigleitung (14.2) mit dem einen Ende der Zusatzzwischenleitung (12.2) verbindender, Anschluss (18.2) am einen der Zylinder (20) angeordnet sind, und
- der zweite Anschluss (19.1) sowie ein vierter, eine von der zweiten Leitung (16.1) abgezweigte zweite Zweigleitung (16.2) mit dem anderen Ende der Zusatzzwischenleitung (12.2) verbindender, Anschluss (19.2) am anderen der Zylinder (22) angeordnet sind, derart,
- dass in einer Nullage, aus welcher die Zylinder (20, 22) relativ zueinander in beiden Drehrichtungen drehbar sind, der Anschluss (18.1), der Anschluss (19.1) sowie die Zwischenleitung (12.1) einerseits und der Anschluss (18.2), der Anschluss (19.2) sowie die Zusatzzwischenleitung (12.2) anderseits symmetrisch zu einer Symmetrieebene (S) angeordnet sind, welche durch die Achse (M) der Zylinder (20, 22) und die in der Nullage befindliche Achse (N) des Planetenrades (24) bestimmt ist, wobei in der Nullage
- die Zwischenleitung (12.1) und die Zusatzzwischenleitung (12.2) axial nebeneinanderliegend von ihren am einen Zylinder (22) angeordneten Anschlüssen (18.1 bzw. 18.2) längs dieses Zylinders (22) zum Planetenrad (24) laufen, dieses komplementär je halb umrunden und längs des anderen Zylinders (20) zu ihren am letzteren Zylinder (20) angeordneten Anschlüssen (19.1 bzw. 19.2) geführt sind.
2. Leitungsverbindung (10) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie, vorzugsweise einschliesslich der Leitungen (14.1, 16.1) und der Zweigleitungen (14.2, 16.2), im durch den inneren Zylinder (20) und den äusseren Zylinder (22) begrenzten Hohlzylinder angeordnet sind.
3. Leitungsverbindung (10) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass einer der Zylinder (20, 22) ortsfest ist.
4. Leitungsverbindung (10) nach Patentanspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der ortsfeste Zylinder der innere Zylinder (20) ist.
5. Leitungsverbindung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Nullage die Anschlüsse (18.1, 18.2) um mehr als 90° vom Planetenrad (24) beabstandet sind.
6. Leitungsverbindung (10) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Nullage das Planetenrad (24) diametral zu den gegenseitig nicht beabstandeten Anschlüssen (19.1, 19.2) angeordnet ist.
7. Leitungsverbindung (10) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Planetenrad (24) an seiner äusseren Umfangsfläche, der innere Zylinder (20) an seiner äusseren Umfangsfläche und der äussere Zylinder (22) an seiner inneren Umfangsfläche in Umfangsrichtung verlaufende Führungsrillen- und/oder
rippen für die die Zwischenleitung (12.1) und die Zusatzzwischenleitung (12.2) aufweisen.
8. Leitungsverbindung (10) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zylinder (20, 22) relativ zueinander in aus der Nullage in beiden Drehrichtungen in die Extremallagen
in beiden Drehrichtungen um mehr als 180° drehbar sind.
9. Leitungsverbindung (10) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Festlegung der Extremallagen an den Zylindern (20, 22) Anschläge (30.1, 30.2, 32,34) vorgesehen sind.
10. Leitungsverbindung (10) nach den Patentansprüchen 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Festlegung von Extremallagen, in welche die Zylinder (20, 22) aus der Nullage relativ zueinander um einen 180° übersteigenden Winkel drehbar sind,
am einen Zylinder (22) zwei Festanschläge (30.1, 30.2) und mittig zwischen den Festanschlägen (30.1, 30.2) ein schwenkbarer Anschlaghebel (32) vorgesehen sind, wobei der Winkelabstand der Festanschläge (30.1, 30.2) dem 360° übersteigenden Gesamtdrehwinkel entspricht, und dass am anderen Zylinder
(20) ein radial gerichteter, zum Zusammenwirken mit dem Anschlaghebel (32) in den Extremallagen bestimmtes, Anschlagelement (34) fest montiert ist, wobei sich der Anschlaghebel (32) in der einen Extremallage zwischen dem einen Festanschlag (30.1) und einer Fläche des Anschlagelementes (34) und in der anderen Extremallage zwischen dem anderen Festanschlag (30.2) und der anderen Fläche des Anschlagelementes (34) befindet.
11. Leitungsverbindung nach mindestens einem der Patentansprüche 1 - 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leitungen (14.1, 16.1) und die Zweigleitungen (14.2, 16.2) elektrische Leitungen sind, wobei die Zwischenleitung (12.1) und die Zusatzzwischenleitung (12.2) vorzugsweise Flachbandkabel bzw. Print-Flex sind.