[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Nothammer zum Einschlagen von Glasscheiben mit
einem Stiel und einem mit einer Stahlspitze ausgerüsteten Hammerkopf.
[0002] Bei einem durch die EP 0 134 558 B1 bekanntgewordenen Nothammer ist der Hammerkopf
mit einer Stahlspitze bestückt. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch relativ
bruchsichere Scheiben, wie man sie in heutigen Fahrzeugen üblicherweise vorfindet,
im Notfall eingeschlagen werden können. Bedauerlicherweise werden Nothämmer, insbesondere
solche, die in öffentlichen Verkehrsmitteln installiert sind, oftmals zweckentfremdet
verwendet und als Vandalismusmittel eingesetzt. Bekanntlich nimmt besonders in öffentlichen
Verkehrsmitteln wie Bahnen, Omnibussen etc. der Vandalismus in Form von Beschädigungen
der Fensterscheiben durch Zerkratzen, der Sitzbezüge durch Zerschneiden usw. mehr
und mehr zu. Die Stahlspitze heutiger Nothämmer ist für den einschlägigen Personenkreis
ein durchaus geeignetes Mittel um die geschilderten Beschädigungen durchführen zu
können.
[0003] Der Erfindung liegt hiernach die Aufgabe zugrunde, einen Nothammer zur Verfügung
zu stellen, der einerseits sehr wohl zum Einschlagen von Scheiben geeignet sein soll,
um auf diese Weise einen Fluchtweg zu schaffen, der aber andererseits einen Vandalismus
verhindert, zumindest aber erschwert.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß am Hammerkopf für die
Stahlspitze eine den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Nothammers nicht behindernde
Schutzeinrichtung vorgesehen ist.
[0005] Durch eine solche Schutzeinrichtung, die aus einer am Hammerkopf angeordneten, die
Stahlspitze abdeckenden Kappe aus Kunststoff bestehen kann, wird die Stahlspitze gewissermaßen
entschärft, so daß der Nothammer nicht mehr zum Zerkratzen von Scheiben oder zum Zerschneiden
von Sitzbezügen geeignet ist. Die Stahlspitze wird zudem durch die Schutzeinrichtung
den Blicken eines Betrachters entzogen, so daß der Nothammer auch seinen Reiz als
Zerstörungswerkzeug verliert. Die Schutzeinrichtung in Form einer die Stahlspitze
abdeckenden Kappe behindert andererseits den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Nothammers
nicht, denn beim Zerschlagen durchdringt die Stahlspitze völlig problemlos das Kappenmaterial.
[0006] Die bevorzugt aus Kunststoff bestehende Kappe kann in einfachster Weise am Hammerkopf
durch Kleben, Klipsen oder auch Umspritzen angeordnet sein.
[0007] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß sich die Stahlspitze
innerhalb des Hammerkopfes befindet und von einem durch eine Haltefeder belasteten
Gewichtsgrundkörper, der teleskopierbar in einem Hammerkopfhohlraum angeordnet ist,
getragen wird, wobei der Gewichtsgrundkörper die Stahlspitze beim bestimmungsgemäßgen
Gebrauch des Nothammers gegen die Kraft der Haltefeder aus dem Hammerkopfhohlraum
katapultiert. Bei dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung fehlt eine freiliegende Stahlspitze
völlig, so daß die auch nicht ohne weiteres zugängliche Stahlspitze für Vandalismuszwecke
nicht verwendet werden kann.
[0008] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung kann darin bestehen, daß innerhalb eines
im Hammerkopf ausgebildeten Hohlraums ein, vorderendig die aus dem Hohlraum herausbewegbare
Stahlspitze tragender Gewichtsgrundkörper schwenkbeweglich gelagert und in der Grundstellung
durch eine Feder gehalten ist. Auch durch diese Maßnahme ergibt sich für die Stahlspitze
eine verdeckte Anordnung, die eine Zweckentfremdung ausschließt.
[0009] Der Gewichtsgrundkörper kann T-förmig ausgebildet sein und am freien Endbereich seines
vertikalen Schenkels eine Gelenkanordnung aufweisen.
[0010] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Hammerkopf aus einem einstückigen
Gußteil, wie Grauguß oder Zinkdruckguß mit angeformtem Stiel besteht, wobei als Stahlspitze
bevorzugterweise ein angespitzter und durchgehärteter Stahlstift eingesetzt wird.
[0011] Der Hammerkopf kann auch aus einem im wesentlichen ungehärteten Stahlkörper bestehen,
der einendig ein Sackloch mit darin eingesetzter Stahlspitze aus durchgehärtetem Material
aufweist, wobei der Stahlkörper zumindest bereichsweise mit einer auch den Stiel bildenden
Kunststoff-Umspritzung versehen ist. Die Kunststoff-Umspritzung kann dabei auch zur
Bildung der den Stahlstift abdeckenden Kappe vorgesehen sein.
[0012] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung kann vorsehen, daß der Nothammer aus einem
metallischen Hammerkopf mit einer von diesem getragenen Stahlspitze sowie aus einem
als separates Kunststoff-Spritzgußteil ausgebildeten Stiel besteht, der eine Aufnahmeöffnung
für den Hammerkopf aufweist.
[0013] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
erläutert, und es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform des Nothammers in Ansicht,
- Fig. 2 - 7
- unterschiedliche Ausführungsbeispiele des Nothammers, jeweils folgend der Schnittlinie
A - A in Fig. 1,
- Fig. 8
- eine zweite Ausführungsform des Nothammers in Ansicht und
- Fig. 9
- den Nothammer nach Fig. 8 mit offen dargestelltem Hammerkopfbereich.
[0014] Der neue Nothammer nach Fig. 1 besteht aus einem Stiel 1 und einem an dessen Kopfende
angeordneten Hammerkopf 2. Der Hammerkopf 2 wird gebildet aus einem zweckmäßigerweise
einstückig mit dem Stiel 1 ausgebildeten Kunststoff-Spritzgußkörper 3 und einem darin
eingelassenen Metallkörper 4, der am freien Endbereich mit einer Stahlspitze 5 bestückt
ist, die bevorzugt aus einem angespitzten und durchgehärteten Stahlstift besteht.
[0015] Der Hammerkopf 2 überragt den Stiel 1 im wesentlichen nur einseitig, so daß sich
ein relativ großer Überstand zwischen dem Stiel 1 und der Stahlspitze 5 ergibt. Besonders
erwähnenswert ist, daß der Hammerkopf 2 in einer mit der Stahlspitze 5 schräg nach
oben verlaufenden Ausrichtung am Stiel 1 angeordnet ist, wobei es sich als vorteilhaft
erwiesen hat, eine Schräglage von etwa 15 Winkelgraden (wie dargestellt) vorzusehen.
[0016] Der Stiel 1 trägt an seiner vom Hammerkopf 2 überragten Seite einen Schutzbügel 6,
der vorzugsweise einstückig mit dem Stiel 1 ausgebildet ist.
[0017] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß der Metallkörper 4 mit einer die Stahlspitze 5 überdeckenden
Kappe 7 bestückt ist. Die Kappe 7, die bevorzugt als Kunststoff-Spritzgußteil ausgebildet
ist, weist eine dem freien Ende des Hammerkopfs 2 angepaßte Form und einen in eine
Ringnut 8 des Metallkörpers 4 eingreifenden rohrförmigen Ansatz 9 auf. Eine Klebeverbindung
sichert eine zuverlässige Festlegung der Kappe 7 am Metallkörper 4.
[0018] Bei der Ausführungsart nach Fig. 3 ist die Stahlspitze 5 ebenfalls durch eine aus
Kunststoff gebildete Kappe 7 geschützt, wobei zur Festlegung der Kappe am Metallkörper
4 eine Klipsverbindung vorgesehen ist. Hierfür weist der Metallkörper 4 eine hinterschnittene
Ringnut 8 auf, in die eine innenseitige Metallverdickung 10 am rohrförmigen Ansatz
9 der Kappe 7 einzuschnappen vermag.
[0019] Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform eines Hammerkopfs 2 mit einer über das freie Ende
des Metallkörpers 4 geschobenen Kappe 7, die daran durch Kleben festgelegt ist.
[0020] Bei der Ausführungsvariante nach Fig. 5 ist der Kunstsstoff-Spritzgußkörper 3 so
ausgeführt, daß auch das freie Ende des Metallkörpers 4 nebst Stahlspitze 5 vom Kunststoffmaterial
unter Bildung einer Kappe 7 mit einer relativ dünnen Materialschicht bedeckt ist.
[0021] Die Fig. 1 bis 5 haben eine Schutzeinrichtung miteinander gemeinsam, die aus einem
die Stahlspitze 5 verdeckenden Kappenkörper besteht. Bei einer bestimmungsgemäßen
Benutzung des Nothammers als Schlagwerkzeug zum Zertrümmern einer Scheibe durchdringt
die Stahlspitze 5 natürlich augenblicklich das Kappenmaterial beim Auftreffen auf
einer Scheibe.
[0022] Die Fig. 6 und 7 zeigen eine im Hammerkopf 2 versenkte Anordnung der Stahlspitze
5, die dadurch für eine Fremdbenutzung nicht zur Verfügung steht. Der Hammerkopf 2
oder der darin gelagerte Metallkörper 4 weist einen Hohlraum 11 auf, in dem ein die
Metallspitze 5 tragender Gewichtsgrundkörper 12 schiebebeweglich aufgenommen ist.
In der Nichtgebrauchslage nach Fig. 6 wird der Gewichtsgrundkörper 12 durch eine Haltefeder
13 positioniert. Beim bestimmungsgemäßen Gebrauch des Nothammers wird der Gewichtsgrundkörper
12 mit der Stahlspitze 5 voran gegen die Kraft der Haltefeder aus dem Hohlraum 11
katapultiert, sobald das freie Ende des Metallkörpers 4 auf eine Scheibe auftrifft
und abrupt abgebremst wird. Die Haltefeder 13 stützt sich einendig an einem Kragen
des Metallkörpers 4 und anderendig an einem stufenförmigen Absatz des Gewichtsgrundkörpers
ab und ist hinsichtlich ihrer Federkernlinie so ausgewählt, daß der Gebrauch des Nothammers
nicht behindert wird.
[0023] Der neue Nothammer nach Fig. 8 und 9 zeigt ein modernes Design, umfaßt aber natürlich
ebenfalls einen Stiel 1 und einen Hammerkopf 2. Auch bei diesem Nothammer besteht
die Schutzeinrichtung für die Stahlspitze 5 aus einer im Hammerkopf 2 versenkten Anordnung
derselben. Im Hammerkopf 2 ist ein Hohlraum 14 ausgebildet und in dem Hohlraum 14
ist ein T-förmig gestalteter Gewichtsgrundkörper 15 schwenkbeweglich gelagert. Der
Gewichtsgrundkörper 15 trägt vorderendig die Stahlspitze 5 und weist am Endbereich
seines vertikalen Schenkels eine Gelenkanordnung 16 auf. In der Ruhelage wird der
Gewichtsgrundkörper 15 durch eine Schenkelfeder 17 gehalten. Beim bestimmungsgemäßen
Gebrauch des Nothammers wird der Gewichtsgrundkörper 15 aus seiner mit ausgezogenen
Linien dargestellten Lage augenblicklich in die mit gestrichelten Linien dargestellte
Lage überführt, sobald das freie Hammerkopfende auf eine Scheibe auftrifft und abrupt
abgestoppt wird.
1. Nothammer zum Einschlagen von Glasscheiben mit einem Stiel (1) und einem mit einer
Stahlspitze (5) ausgerüsteten Hammerkopf (2), dadurch gekennzeichnet, daß am Hammerkopf
(2) für die Stahlspitze (5) eine den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Nothammers nicht
behindernde Schutzreinrichtung vorgesehen ist.
2. Nothammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzeinrichtung aus einer
am Hammerkopf (2) angeordneten, die Stahlspitze (5) abdeckenden Kappe (7) aus Kunststoff
besteht.
3. Nothammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kappe (7) am Hammerkopf
(2) durch Kleben, Klipsen oder Umspritzen angeordnet ist.
4. Nothammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Stahlspitze (5) innerhalb
des Hammerkopfs (2) befindet und von einem durch eine Haltefeder (13) belasteten Gewichtsgrundkörpers
(12), der teleskopierbar in einem Hammerkopfhohlraum (11) angeordnet ist, getragen
wird, wobei der Gewichtsgrundkörper (12) die Stahlspitze (5) beim bestimmungsgemäßen
Gebrauch des Nothammers gegen die Kraft der Haltefeder (13) aus dem Hammerkopfhohlraum
(11) katapultiert.
5. Nothammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb eines im Hammerkopf
(2) ausgebildeten Hohlraums (14) ein, vorderendig die aus dem Hohlraum (14) herausbewegbare
Stahlspitze (5) tragender Gewichtsgrundkörper (15) schwenkbeweglich gelagert und in
der Grundstellung durch eine Feder (17) gehalten ist.
6. Nothammer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Gewichtsgrundkörper (15)
T-förmig ausgebildet ist und am Endbereich seines vertikalen Schenkels eine Gelenkanordnung
(16) aufweist.
7. Nothammer nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hammerkopf (2) aus einem einstückigen Gußteil, wie Graugruß oder Zinkdruckguß
mit angeformtem Stiel (1) und einer eingesetzten Stahlspitze (5) besteht.
8. Nothammer nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stahlspitze (5) aus einem angespitzten und durchgehärteten Stahlstift besteht.
9. Nothammer nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hammerkopf (2) aus einem Metallkörper (4) besteht, der einendig ein Sackloch
mit darin eingesetzter Stahlspitze (5) aus durchgehärtetem Material aufweist und daß
der Metallkörper zumindest bereichsweise eine auch den Stiel (1) bildende Kunststoff-Umspritzung
(3) aufweist.
10. Nothammer nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß derselbe aus einem metallischen Hammerkopf (4) mit einer von diesen getragenen
Stahlspitze (5) sowie aus einem als separates Kunststoff-Spritzgußteil (3) ausgebildeten
Stiel (1) besteht, der eine Aufnahmeöffnung für den Hammerkopf (2) aufweist.