[0001] Die Erfindung betrifft einen Verschluß für den Ausguß eines Behälters, insbesondere
einer Flasche, mit einer von einer Ringnut und mindestens einem Wulst gebildeten Schnappverbindung
zwischen einer über die Ausgußöffnung schiebbaren Verschlußkappe und dem Behälter,
wobei der Ausguß mit einem zumindest als Abschnitt vorliegenden Außengewinde versehen
ist und die Verschlußkappe mit mindestens einen, bevorzugt jedoch zwei, einander insbesondere
gegenüberliegende, Griffteile mit sich nach innen erstreckenden Vorsprüngen, insbesondere
in Form von mit dem Außengewinde des Ausgusses korrespondierenden Innengewinde, versehen
ist, wobei die Griffteile an der Verschlußkappe gegen das Innere der Verschlußkappe
bewegbar angeordnet sind, um die Vorsprünge in Eingriff mit dem Außengewinde des Ausgusses
zu bringen, womit durch Drehen der Verschlußkappe der schnappartige Eingriff zwischen
der Verschlußkappe und dem Behälter lösbar und die Verschlußkappe vom Ausguß abziehbar
ist.
[0002] Bei einem Verschluß dieser Art wurde es bekannt (GB-A 21 75 289), die Griffteile
durch Rippen vom Umfang der Verschlußkappe abzuheben. Diese Rippenabschnitte sind
dabei einander gegenüberliegend am Umfang der Verschlußkappe angeordnet. Um den Verschluß
zu öffnen, müssen die Griffteile aufeinander zu bewegt werden, was eine Verformung
des gesamten Mantels der Verschlußkappe nach sich zieht. Diese Verformung führt zu
einer Erhöhung der Reibungskräfte zwischen dem Ausguß und der Verschlußkappe und ist
einem Drehen der Verschlußkappe hinderlich. Dies führt dazu, daß die Verschlußkappe
der bekannten Einrichtung nur sehr schwer oder überhaupt nicht geöffnet werden kann.
[0003] Eine ähnliche Einrichtung ist aus der GB-A 21 57 661 bekanntgeworden. Auch hier ist
der Mantel an zwei einander gegenüberliegenden Stellen mit einer Rippung versehen
und durch Aufeinanderzubewegen der gerippten Griffteile kann ein Eingriff zwischen
den Vorsprüngen der Verschlußkappe und dem Außengewinde des Ausgusses erzielt werden.
Allerdings ist die Anordnung dabei so getroffen, daß es bei Druckausübung auf die
Griffteile zu einer Verformung praktisch der gesamten Kappe kommt, sodaß es großer
Kraftanstrengungen bedarf, um den Verschluß überhaupt öffnen zu können.
[0004] Auch ein weiterer Behälterverschluß (US-PS 45 61 553) weist diesen Mangel auf, d.h.
bei Druckausübung auf die Griffteile, die sich in diesem Falle nicht besonders vom
Mantel der Kappe abheben, ist eine Verformung der Kappe erforderlich, um den Eingriff
der Vorsprünge der Kappe in das Außengewinde des Ausgusses bewerkstelligen zu können.
Diese Verformung verursacht wieder eine erhöhte Reibung und damit eine Erhöhung des
für das Verschwenken der Kappe erforderlichen Drehmomentes.
[0005] Hier Abhilfe zu schaffen und ein leichteres Öffnen des Verschlusses sicherzustellen,
ist eines der Ziele der Erfindung. Dieses Ziel wird erreicht, wenn gemäß der Erfindung
die Griffteile als Lappen ausgebildet sind, die längs einer Seite über ein Filmscharnier
mit dem Mantel der Verschlußkappe verbunden und in eine Öffnung (Fenster) des Mantels
der Verschlußkappe einschwenkbar angeordnet sind. Durch die erfindungsgemäße Konstruktion
der Griffteile ist lediglich die Rückstellkraft des Filmscharniers zu überwinden,
um die Lappen gegen den Ausguß zu verschwenken und den Eingriff der Vorsprünge der
Verschlußkappe in das Außengewinde des Ausgusses zu erzielen. Die Verschlußkappe als
solche wird dabei kaum verformt.
[0006] Wiewohl das Filmscharnier an jeder Seite des bevorzugt im wesentlichen rechtwinkelig
gestalteten Lappens angeordnet sein könnte, erweist es sich als zweckmäßig, jenen
Rand des Lappens mit dem Filmscharnier zu versehen, der sich in Umfangsrichtung der
Verschlußkappe erstreckt. Das Außengewinde am Ausguß kann in besonderer Ausgestaltung
der Erfindung ein mehrgängiges, insbesondere viergängiges, Gewinde sein, dessen Gewindegänge
sich über einen Winkelbereich von etwas mehr als 90°, bevorzugt etwa 105 - 110°, erstrecken.
Dadurch stehen mehrere Stellen für einen Eingriff zwischen den Vorsprüngen der Verschlußkappe
und dem Außengewinde des Ausgusses zur Verfügung.
[0007] Zur Erleichterung der Handhabung kann es weiters vorgesehen sein, daß die Lappen
gegenüber den ihnen benachbarten Abschnitten des Mantels der Verschlußkappe vorspringen.
Diese Ausführungsform stellt sicher, daß lediglich die Lappen und nicht auch die ihnen
insbesondere seitlich benachbarten Abschnitte der Verschlußkappe beim Öffnen von den
Fingern erfaßt werden.
[0008] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt hiebei einen Ausguß mit aufgesetzter Verschlußkappe (in unterbrochenen
Linien angedeutet),
Fig. 2 einen Achsschnitt durch den Ausguß,
Fig. 3 eine Ansicht des Ausgusses,
Fig. 4 einen Achsschnitt durch die Verschlußkappe,
Fig. 5 eine Draufsicht auf die Verschlußkappe, Fig. 6 eine Seitenansicht der Verschlußkappe,
Fig. 7 einen Schnitt entlang Linie VII-VII, wobei jedoch im Inneren der Verschlußkappe
Teile weggebrochen sind, und
Fig. 8 eine Untersicht der Verschlußkappe.
[0009] Der Ausguß 1 kann entweder Bestandteil eines Behälters, insbes. einer Flasche, sein.
Er kann jedoch auch auf den Hals einer Flasche aufgeschoben werden, in welchem Fall
dann ein Wulst 11 des Ausgusses in eine Ringnut des Flaschenhalses eingreift und den
Ausguß 1 unlösbar mit dem Flaschenhals verbindet. Der Ausguß 1 besitzt weiters eine
nach außen offene Ringnut 2 zum schnappartigen Eingriff mindestens eines nach innen
vorspringenden Wulstes 3 am Mantel 4 einer über die Ausgußöffnung 5 schiebbaren Verschlußkappe
6. Der Ausguß 1 weist ein mehrgängiges, im dargestellten Ausführungsbeispiel viergängiges,
Außengewinde 7 auf. Die Verschlußkappe 6 ist mit zwei einander diametral gegenüberliegenden
Lappen 8 versehen, deren jeder sich nach innen erstreckende Vorsprünge 9 aufweist.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind diese Vorsprünge als Innengewinde ausgebildet,
das mit dem Außengewinde 7 des Ausgusses 1 korrespondiert. Bei aufgesetzter Verschlußkappe
6 liegen die Vorsprünge 9 außerhalb des Bereiches des Außengewindes 7 am Ausguß 1.
[0010] Die Lappen 8 sind an der Verschlußkappe 6 mittels eines sich bevorzugt in Umfangsrichtung
der Verschlußkappe erstreckenden Filmscharniers 12 gehalten und gegen das Innere der
Verschlußkappe 6 bewegbar, insbes. schwenkbar, angeordnet. Die Schwenkrichtung ist
durch den Pfeil P angedeutet. Das Filmscharnier 12 könnte auch an einer der beiden
vertikal verlaufenden Seitenkanten der Lappen 8 angeordnet sein. Wesentlich ist, daß
nur an einer Seite des Lappens 8 ein Filmscharnier angeordnet ist. Werden die Lappen
8 gegen das Innere gedrückt und wird die Verschlußkappe 6 gedreht, so kommen die Vorsprünge
8 in Eingriff mit dem Außengewinde 7 des Ausgusses 1, womit durch Drehen der Verschlußkappe
6 die Verschlußkappe in Richtung des Pfeiles Q bewegt und der schnappartige Eingriff
des Wulstes 3 der Verschlußkappe 6 in die Ringnut 2 des Ausgusses gelöst wird. Die
Verschlußkappe 6 kann dann vom Ausguß 1 abgezogen werden (Pfeil Q). Die Lappen 8 sind,
wie insbes. die Fig. 6 und 7 erkennen lassen, in Fenstern 10 des Mantels 4 der Verschlußkappe
6 schwenkbar gelagert. Die Schwenklinie liegt dabei - wie bereits erwähnt - in Umfangsrichtung
der Verschlußkappe 6. Jeder Gewindegang des Außengewindes 7 am Ausguß 1 erstreckt
sich über einen Winkelbereich, der mindestens 90°, bevorzugt jedoch etwas mehr, nämlich
ungefähr 105 - 110°, beträgt. Die Gänge des Außengewindes 7 enden im Abstand S von
der Stirnfläche (Ausgußöffnung 5) des Ausgusses 1. Der erfindungsgemäße Verschluß
kann auch mit einer Einrichtung zur Sicherung der Originalität versehen sein. Der
Originalitätsschutz hält dabei die Verschlußkappe 6 am Behälter bzw. Ausguß 1 und
wird beim erstmaligen Öffnen der Verschlußkappe 6 zerstört. Eine Ausführungsform des
Originalitätsschutzes kann dabei ein umfänglich angeordnetes Aufreißband 13 mit Aufreißlasche
14 aufweisen, das längs eines Umfangsrandes 15 mit dem abhebbaren Teil der Verschlußkappe
6 und mit dem anderen Umfangsrand 16 mit einem am Ausguß 1 verankerten Teil 17 der
Verschlußkappe 6 jeweils über eine Schwächungslinie verbunden ist.
[0011] Der erfindungsgemäße Verschluß ist kindergesichert und kann zusätzlich auch mit Originalitätsschutz
ausgestattet sein.
1. Verschluß für den Ausguß (1) eines Behälters, insbesondere einer Flasche, mit einer
von einer Ringnut (2) und mindestens einem Wulst (3) gebildeten Schnappverbindung
zwischen einer über die Ausgußöffnung (5) schiebbaren Verschlußkappe (6) und dem Behälter,
wobei der Ausguß (1) mit einem zumindest als Abschnitt vorliegenden Außengewinde (7)
versehen ist und die Verschlußkappe (6) mindestens einen, bevorzugt jedoch zwei, einander
insbesondere gegenüberliegende, Griffteile mit sich nach innen erstreckenden Vorsprüngen
(9), insbesondere in Form von mit dem Außengewinde (7) des Ausgusses (1) korrespondierenden
Innengewinde, versehen ist, wobei die Griffteile an der Verschlußkappe (6) gegen das
Innere der Verschlußkappe (6) bewegbar angeordnet sind (Pfeil P), um die Vorsprünge
(9) in Eingriff mit dem Außengewinde (7) des Ausgusses (1) zu bringen, womit durch
Drehen der Verschlußkappe (6) der schnappartige Eingriff zwischen der Verschlußkappe
(6) und dem Behälter lösbar und die Verschlußkappe (6) vom Ausguß (1) abziehbar ist
(Pfeil Q), dadurch gekennzeichnet, daß die Griffteile als Lappen (8) ausgebildet sind,
die längs einer Seite über ein Filmscharnier mit dem Mantel der Verschlußkappe (6)
verbunden und in eine Öffnung (Fenster) des Mantels der Verschlußkappe (6) einschwenkbar
angeordnet sind.
2. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Filmscharnier in Umfangsrichtung
der Verschlußkappe (6) angeordnet ist.
3. Verschluß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Außengewinde (7)
am Ausguß (1) ein mehrgängiges, insbesondere viergängiges Gewinde ist, dessen Gewindegänge
sich über einen Winkelbereich von etwas mehr als 90°, bevorzugt etwa 105 - 110°, erstrecken.
4. Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lappen
(8) gegenüber den ihnen insbesondere seitlich benachbarten Abschnitten des Mantels
der Verschlußkappe (6) vorspringen.
5. Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Lappen
(8) im wesentlichen rechteckig ausgebildet sind, wobei an drei Seiten die Lappen frei
endigen und die vierte Seite über das Filmscharnier mit dem Mantel der Verschlußkappe
(6) verbunden ist.
6. Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußkappe
(6) über einen Originalitätsschutz am Behälter bzw. Ausguß gehalten ist, wobei der
Originalitätsschutz vor dem erstmaligen Öffnen der Verschlußkappe zerstörbar ist.