[0001] Die Erfindung betrifft einen Schwenkantrieb für einen Ausleger einer Hebeeinrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 und ein Verfahren für den Betrieb eines Schwenkantriebes
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15.
[0002] Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 44 37 815 A1 sind verschiedene Ausführungsformen
von Güterumschlagsvorrichtungen für Ladungseinheiten, insbesondere für Container,
bekannt. Diese Umschlagvorrichtungen weisen einen auf Schienen verfahrbaren Portalrahmen
auf, der im wesentlichen aus vier Vertikalträgern besteht, an deren unteren Enden
jeweils Fahrwerke angeordnet sind. Die oberen Enden sind über einen Rahmen miteinander
verbunden, der aus in Fahrtrichtung verlaufenden Längsträgern sowie Querträgern gebildet
ist. Auf dem Rahmen sowie mittig hierzu - in Fahrtrichtung und quer gesehen - ist
ein Ausleger gelagert, der um eine horizontale, in Fahrtrichtung des Portalrahmens
verlaufende Achse schwenkbar ist. Der Ausleger ist vorzugsweise als starrer Schwenkarm
ausgebildet, der in einem hülsenförmigen Führungselement in seiner Längsrichtung verschiebbar
gelagert ist. An dem der Achse abgewandten Ende des Auslegers ist ein Lastaufnahmemittel
gelagert, das um eine parallel zur Achse des Schwenkarms verlaufende weitere Achse
schwenkbar ist. Der Schwenkarm ist ausgehend von einer vertikalen Grundstellung, in
der das Lastaufnahmemittel unten an dem Schwenkarm aufgehängt ist, jeweils nach beiden
Seiten um etwa 70° verschwenkbar. Hierdurch können unterhalb des Portalrahmens ruhende
Ladungseinheiten seitlich über die Kontur des Portalrahmens hinaus umgeschlagen werden.
Besonders geeignet ist eine derartige Umschlagvorrichtung für die Be- und Entladung
von Eisenbahnwaggons, wobei eine Unterfahrung des Oberleitungs-Fahrdrahtes der Schienenstrecke
durch den Schwenkarm und das Lastaufnahmemittel möglich ist.
[0003] In einer Ausführungsform erfolgt der Antrieb des Auslegers für die Schwenkbewegung
über einen Hydraulikzylinder, der mit seiner Kolbenstange zwischen der Achse und dem
Lastaufnahmemittel an dem Ausleger in der Nähe der Achse angelenkt ist und sich mit
seinem anderen Ende auf den Querträger des Portalrahmens abstützt.
[0004] Diese Ausbildung des Schwenkantriebes der Umschlagvorrichtung mit nur einem einzigen
Hydraulikzylinder erweist sich als nachteilig, da der erzielbare Schwenkwinkel direkt
abhängig von dem erreichbaren Hubweg des Hydraulikzylinders und damit der Ausfahrlänge
der knickgefährdeten Kolbenstange ist.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schwenkantrieb eines
Auslegers einer Hebeeinrichtung zu schaffen, dessen Kolbenstangen bei gleichem Schwenkwinkel
weniger knickgefährdet sind, sowie ein optimiertes Verfahren zum Betrieb dieses Schwenkantriebs
anzugeben.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Schwenkantrieb durch die im Anspruch 1 aufgeführten
Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
2 bis 15 angegeben. In bezug auf das Verfahren zum Betrieb dieses Schwenkantriebes
wird eine Lösung der Aufgabe durch die im Anspruch 16 angegebenen Merkmale erzielt.
[0007] Erfindungsgemäß wird durch die Anordnung von mindestens zwei Hydraulikzylindern beidseitig
des Auslegers, die in jeder Schwenkstellung des Auslegers mit mindestens einer ihrer
Wirkrichtungen von der Achse des Auslegers beabstandet sind und sich jeweils in bezug
auf die Achse gesehen gegenüberliegend an dem Portalrahmen abstützen, erreicht, daß
jeder Hydraulikzylinder für sich gesehen einen Hubweg aufweist, der nur ausreichend
ist, um den Ausleger geringfügig um mehr als die Hälfte des maximalen Schwenkwinkels
zu verschwenken. Dabei werden die gegenüberliegenden Hydraulikzylinder zum Verschwenken
des Auslegers wechselweise nicht nur in einer Bewegungsrichtung betrieben, sondern
fahren in einem ersten Schwenkwinkelbereich ausgehend von der Grundstellung hinaus
bis zu einem geringen Schwenkwinkel ein, erreichen ihre Umkehrstellung und fahren
in den anschließenden zweiten Schwenkwinkelbereich von dem geringen Schwenkwinkel
bis zur maximalen Schwenkstellung aus.
[0008] Durch die vorgenannten Merkmale, insbesondere durch das Schwenken der Wirkungsrichtungen
der einzelnen Hydraulikzylinder in bezug auf die Achse der Auslegers in verschiedenen
Schwenkstellungen mit geringem Schwenkwinkel ist gewährleistet, daß die Umkehrung
der Bewegungsrichtung der beiden Hydraulikzylinder auf die gesamte Schwenkbewegung
des Auslegers gesehen nicht bei einem gleichen Schwenkwinkel stattfinden und somit
der Antrieb für den Ausleger eine Totpunktstellung durchschwenken müßte.
[0009] Als besonders vorteilhaft erweist sich, die Umkehrung der Bewegungsrichtung der Hydraulikzylinder
bei einem Winkel nahe der im wesentlichen vertikalen Grundstellung des Auslegers vorzusehen,
da hier das auf den Ausleger einwirkende Lastmoment noch gering und somit ein Hydraulikzylinder
für die Verschwenkung ausreichend ist. Als günstig für die Umkehrung der Bewegungsrichtung
der Hydraulikzylinder hat sich ein Winkelbereich von etwa 10 bis 25° ausgehend von
der Grundstellung des Auslegers erwiesen.
[0010] Darüber hinaus erweist sich als vorteilhaft, daß für den Fall eines völligen Versagens
eines der Hydraulikzylinder der andere Zylinder den Ausleger in der jeweiligen Position
halten kann, wenn dessen Zuleitungen blockiert sind. Über ein Notprogramm kann dieser
Hydraulikzylinder eine gebremste Bewegung des Auslegers in die Grundstellung sicherstellen.
Somit werden erfolgreich unkontrollierte Auslegerbewegungen verhindert.
[0011] Durch eine symmetrische Anordnung der gegenüberliegenden Hydraulikzylinder wird deren
hydraulische Ansteuerung erleichtert. Als konstruktiv vorteilhaft hat sich herausgestellt,
wenn die Hydraulikzylinder in Längsrichtung des Auslegers gesehen mit einem ersten
Abstand von der Achse und einem zweiten Abstand von der durch die Achse verlaufende
Längsrichtung angelenkt sind und das Verhältnis dieser beiden Abstände zueinander
im Bereich von 0,5 bis 2,0 liegt.
In einer ersten Ausführungsform werden die gegenüberliegenden Hydraulikzylinder mit
ihren Wirkrichtungen in der Grundstellung des Auslegers senkrecht zur Längsrichtung
des Auslegers ausgerichtet. Hierdurch wird vorteilhafterweise erreicht, daß schon
bei sehr geringen Auslenkungen des Auslegers aus der Grundstellung heraus der Umlenkpunkt
des einen Hydraulikzylinders erreicht wird.
[0012] In einer anderen Ausführungsform werden die gegenüberliegenden Hydraulikzylinder
mit ihren Wirkrichtungen in der Grundstellung des Auslegers winklig zur Längsrichtung
des Auslegers ausgerichtet und in einer senkrecht zur Längsrichtung des Auslegers
verlaufenden und die Achse schneidenden Ebene an dem Portalrahmen angelenkt. Hierdurch
wird zwar der Schwenkwinkel vergrößert, bei dem die Umlenkung der Hydraulikzylinder
erreicht wird, jedoch wird die Einleitung der Abstützkräfte der Hydraulikzylinder
in den Portalrahmen optimiert.
[0013] Durch eine Anordnung der Hydraulikzylinder mit ihren Kolbenstangen an dem Ausleger
wird erreicht, daß der Öldruck zur Erzeugung der Kraft immer von der größeren Kolbenseite
des Hydraulikzylinders erfolgt. Der Zylinderdurchmesser wird hierdurch geringer als
bei der Nutzung der gegenüberliegenden Ringfläche des Kolbens, wodurch eine kompaktere
Bauform des Schwenkantriebs insgesamt erreicht wird.
[0014] Besonders geeignet ist der vorliegende Schwenkantrieb für eine Hebeeinrichtung, insbesondere
Umschlageinrichtungen für Ladungseinheiten, deren Ausleger in einem Bereich von etwa
0 bis 65° aus einer vertikalen Grundstellung in die jeweilige Schwenkstellung verschwenkbar
ist, sowie deren Hydraulikzylinder oberhalb der Achse an dem Ausleger angreifen und
das Lastaufnahmemittel unterhalb der Achse an dem Ausleger aufgehängt ist. Derartige
Hebeeinrichtungen weisen vorzugsweise als starre Schwenkarme ausgebildete. Ausleger
auf, die in einem hülsenförmigen Führungselement in ihrer Längsrichtung verschiebbar
gelagert sind. Dieses Führungselement ist auf einem Portalrahmen der Umschlagvorrichtung
schwenkbar gelagert, wobei der Portalrahmen vorzugsweise als Fahrrahmen ausgebildet
ist, der aus zwei voneinander in dessen Fahrrichtung und untereinander beabstandeten
Paaren von Vertikalträgern mit Fahrwerken gebildet ist. Hierbei sind die den Fahrwerken
abgewandten Enden der Vertikalträger über einen rechteckigen Rahmen verbunden, der
aus Querträgern und Längsträgern besteht und zwischen den Längsträgern parallel zu
den Querträgern verlaufende Quertraversen befestigt sind, auf denen mittig der Ausleger
über eine in Fahrtrichtung des Portalrahmens verlaufende Achse gelagert ist.
[0015] Das Verfahren zum Betrieb des vorgenannten Schwenkantriebes wird dahingehend opitmiert,
daß ausgehend von der Grundstellung des Auslegers bei geringem Schwenkwinkel die Schwenkbewegung
des Auslegers nur durch einen einzigen Hydraulikzylinder erfolgt und bei größer werdendem
Schwenkwinkel, wenn der andere Hydraulikzylinder seine Umkehrstellung überwunden hat,
dieser für die Schwenkbewegung zugeschaltet wird.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht einer Vorrichtung zum Umschlagen von Containern mit einem Schwenkantrieb
über zwei Paare von Hydraulikzylindern,
- Figur 2
- eine Draufsicht von Figur 1,
- Figur 3A bis 3C
- eine schematische Ansicht von Figur 1 mit einer ersten Ausführungsform der Anlenkung
der Hydraulikzylinder, mit verschiedenen Schwenkstellungen des Auslegers,
- Figur 4
- eine schematische Ansicht von Figur 1 mit einer weiteren Ausführungsform der Anlenkung
der Hydraulikzylinder.
[0017] In der Figur 1 ist eine Ansicht einer Umschlagvorrichtung für Container 1 gezeigt,
die im wesentlichen aus einem Portalrahmen 2 und einem Ausleger 3 besteht, der über
einen Schwenkantrieb mit Hydraulikzylindern 4 bewegbar ist.
[0018] Der Portalrahmen 2 ist über Fahrwerke 5 auf Schienen 6 verfahrbar und besteht im
wesentlichen aus vier Vertikalträgern 7, die in Draufsicht gesehen in den Eckpunkten
eines gedachten Rechtecks angeordnet sind. Die Enden der Vertikalträger 7 sind einseitig
mit den Fahrwerken 5 und gegenüberliegend mit einem Rahmen verbunden. Der Rahmen ist
hier aus Längsträgern 8, Querträgern 9 und Quertraversen 10 (s. auch Fig. 2) aufgebaut.
Auf dem Rahmen, insbesondere auf den Quertraversen 10 ist über eine horizontal sowie
in Fahrtrichtung des Portalrahmens 2 verlaufende Achse 11 der Ausleger 3 schwenkbar
gelagert. Die Achse 11 ist in und quer zur Fahrtrichtung des Portalrahmens 2 gesehen
mittig auf der Quertraverse 10 angeordnet. Der Ausleger 3 ist hier als starrer Schwenkarm
ausgebildet, der in einem hülsenförmigen Führungselement 12 in seiner Längsrichtung
verschiebbar geführt ist. Somit ist der Ausleger 3 über das Führungselement 12 mit
der Achse 11 verbunden. Die Bewegung des Auslegers 3 in seiner Längsrichtung innerhalb
des Führungselementes 12 erfolgt hydraulisch.
[0019] Für die Schwenkbewegung des Auslegers 3 sind jeweils an dem Führungselement 12 sowie
auf den Quertraversen 10 des Portalrahmens 2 Konsolen 13 angeordnet, an denen die
Hydraulikzylinder 4 angelenkt sind. Es sind jeweils zwei Paare von Hydraulikzylindern
4 (s. Fig. 2) vorgesehen, die beidseitig des Führungselementes 12 angeordnet sind
und deren Wirkrichtungen in Draufsicht senkrecht zur Achse 11 verlaufen. Als im Sinne
der Erfindung wird jede beliebige Anzahl von Hydraulikzylindern 4 angesehen, sofern
mindestens zwei an den gegenüberliegenden Seiten des Auslegers angelenkt sind. Die
Hydraulikzylinder 4 sind mit ihren Kolbenstangen 14 an Konsolen des Führungselementes
12 angelenkt.
[0020] Darüber hinaus ist der Fig. 1 zu entnehmen, daß an dem einen Ende des Auslegers 3
ein Lastaufnahmemittel 16 für die Container 1 angeordnet ist, das um eine parallel
zur Achse 11 verlaufende weitere Achse 15 schwenkbar an dem Ausleger 3 aufgehängt
ist.
[0021] Aus der Fig. 2, die eine Draufsicht von Fig. 1 zeigt, ist zu entnehmen, daß der Portalrahmen
2 einen Rahmen aufweist, der mit den Vertikalträgern 7 (s. Fig. 1) verbunden ist und
aus Längsträgern 8, Querträgern 9 und Quertraversen 10 besteht. Hierbei verbinden
die Längsträger 8 jeweilig die Enden der Vertikalträger 7 (s. Fig. 1), die in Fahrtrichtung
des Portalrahmens 2 gesehen hintereinander und voneinander beabstandet sind. Über
die Querträger 9 werden die jeweils quer zur Fahrtrichtung gegenüberliegend und beabstandet
angeordneten Vertikalträger 7 verbunden. In Fahrtrichtung gesehen zwischen den Querträgern
9 und die Längsträger 8 verbindend sind weitere Quertraversen 10 vorgesehen, auf denen
die Achse 11 für den Ausleger 3 gelagert ist. Auch ist der Fig. 2 zu entnehmen, daß
je Seite des Portalrahmens ein Paar Hydraulikzylinder 4 für die Schwenkbewegung des
Auslegers 3 vorgesehen ist.
[0022] Anhand der Figuren 3A bis 3C, die jeweils eine schematische Ansicht von Fig. 1 in
verschiedenen Stellungen des Auslegers 3 zeigen, wird die Wirkungsweise des Schwenkantriebes
mit den Hydraulikzylindern 4 näher erläuert. Zur Vereinfachung ist der Ausleger 3
hier nicht längenverschiebbar sowie der Container 1 und das Lastaufnahmemittel 16
nur schematisch dargestellt.
[0023] In der hier dargestellten Ausführungsform sind die Hydraulikzylinder 4 mit ihren
Wirkrichtungen W in Draufsicht senkrecht zur Längsrichtung L des Auslegers 3 ausgerichtet,
wenn dieser sich in seiner vertikalen Grundstellung mit einem Schwenkwinkel a von
0° befindet. Darüber hinaus sind die Hydraulikzylinder symmetrisch zur Längsrichtung
L des Auslegers 3 angeordnet und deren Wirkrichtungen W fallen zusammen. Des weiteren
ist ersichtlich, daß in dieser Grundstellung die Kolbenstangen 14 der Hydraulikyzlinder
4', 4'' leicht ausgefahren sind und deren Anlenkpunkte in Längsrichtung L des Auslegers
3 gesehen mit einem Abstand b nach oben von der Achse 3 und mit einem Abstand c von
der Längsrichtung L des Auslegers 3 senkrecht zur Achse 11 beabstandet sind. Ausgehend
von dieser Stellung wird für ein Verschwenken des Auslegers 3 nach links um einen
Schwenkwinkel a von etwa 20° nur der linke Hydraulikyzlinder 4' mit Druck beaufschlagt,
während der rechte Hydraulikzylinder 4'' drucklos geschaltet und von dem linken Hydraulikzylinder
4' über die Konsolen 13 und den Ausleger 3 die Kolbenstange 14 des rechten Hydraulikzylinders
4'' eingeschoben wird. In der in der Fig. 3B dargestellten Schwenkstellung schneidet
die Wirkrichtung W des rechten Hydraulikzylinders 4 die Achse 11 des Auslegers 3.
In dieser Stellung des Hydraulikzylinders 4'' befindet sich die Kolbenstange 14 in
der am weitesten eingefahrenen Stellung und würde anschließend unabhängig von der
Schwenkrichtung des Auslegers 3 wieder ausfahren. Die geometrische Anordnung der Wirkrichtungen
W der Hydraulikzylinder 4' und 4'' und der Abstände b und c führen dazu, daß die in
Fig. 3B dargestellte Umkehrstellung des Hydraulikzylinders 4'' bei einem geringen
Schwenkwinkel von etwa 20° erreicht wird. Dies hat den Vorteil, daß bei der darauffolgenden
Schwenkbewegung des Auslegers 3 in der gleichen Richtung nun auch der Hydraulikzylinder
4'' mit Druck beaufschlagt werden kann, so daß in Richtung der in Fig. 3C dargestellten
Stellung des Auslegers 3 mit einem Schwenkwinkel a von etwa 60° erreicht wird. Vorteilhafterweise
erfolgt die Verschwenkung des Auslegers 3 bei geringen Schwenkwinkeln a von ± 20°
mit nur einem Hydraulikzylinder 4' oder 4'' und oberhalb dieses Schwenkwinkels a mit
beiden Hydraulikzylindern 4' und 4''.
[0024] Darüber hinaus sind die Hydraulikzylinder 4' so ausgelegt, daß für den Fall eines
völligen Versagens eines Hydraulikzylinders 4 der andere Hydraulikzylinder 4 den Ausleger
3 in der jeweiligen Position halten kann, wenn die Zuleitungen blockiert sind. Über
ein Notprogramm kann dann dieser Hydraulikzylinder 4 eine gebremste Bewegung des Auslegers
3 in die Grundstellung sicherstellen. Unkontrollierte Auslegerbewegungen werden somit
verhindert.
[0025] Ferner ist in der Fig. 4 in einer schematischen Ansicht von Fig. 1 eine weitere Ausführungsform
des Schwenkantriebes dargestellt. Hier sind die Wirkrichtungen W der Hydraulikzylinder
4',4'' zu der Längsrichtung L des Auslegers 3 in seiner Grundstellung so gewählt,
daß die Anlenkpunkte der Hydraulikzylinder 4',4'' an dem Portalrahmen in einer horizontalen
Ebene mit der Achse 11 des Auslegers 3 liegen. Diese Anordnung der Hydraulikzylinder
4 hat den Vorteil, daß die Kräfte der Hydraulikzylinder 4',4'' optimal in den Portalrahmen
2 eingeleitet werden können. Demgegenüber ist jedoch ein größerer Schwenkwinkel a
erforderlich, bis die Hydraulikzylinder 4',4'' ihre Umkehrstellungen erreichen.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Container
- 2
- Portalrahmen
- 3
- Ausleger
- 4', 4''
- Hydraulikzylinder
- 5
- Fahrwerke
- 6
- Schienen
- 7
- Vertikalträger
- 8
- Längsträger
- 9
- Querträger
- 10
- Quertraverse
- 11
- Achse
- 12
- Führungselement
- 13
- Konsole
- 14
- Kolbenstange
- 15
- weitere Achse
- 16
- Lastaufnahmemittel
- a
- Schwenkwinkel
- b
- Abstand
- c
- Abstand
- L
- Längsrichtung
- W
- Wirkrichtung
1. Schwenkantrieb für einen Ausleger einer Hebevorrichtung, insbesondere einer Vorrichtung
für den Umschlag von Ladungseinheiten, mit mindestens einem zwischen einem Portalrahmen
der Hebevorrichtung und dem an dem Portalrahmen um eine weitestgehend horizontal verlaufende
Achse schwenkbar gelagerten Ausleger angeordneten Hydraulikzylinder für eine von einer
Grundstellung ausgehenden Schwenkbewegung des Auslegers, an dessen einem Ende ein
Lastaufnahmemittel angeordnet ist, wobei der Hydraulikzylinder mit seinem einen Ende
an dem Portalrahmen und seinem anderen Ende am Ausleger mit Abstand zur Achse angeordnet
ist und eine Wirkrichtung des Hydraulikzylinders in Draufsicht quer zu Achse verläuft,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Hydraulikzylinder (4',4'') vorgesehen sind, die derartig beidseitig
des Auslegers (3) angeordnet sind, daß in jeder Schwenkstellung des Auslegers (3)
mindestens die Wirkrichtung (W) eines Hydraulikzylinders (4',4'') von der Achse (11)
beabstandet ist und die Hydraulikzylinder (4',4'') sich jeweils in bezug auf die Achse
(11) gesehen gegenüberliegend an dem Portalrahmen (2) abstützen.
2. Schwenkantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anordnung der Hydraulikzylinder (4',4'') derart gewählt ist, daß ausgehend
von der Grundstellung des Auslegers (3) bei einem geringen Schwenkwinkel (a) und je
nach Schwenkrichtung einer der Hydraulikzylinder (4',4'') mit seiner Wirkrichtung
(W) die Achse (11) schneidet.
3. Schwenkantrieb nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der geringe Schwenkwinkel (a) in einem Bereich von etwa 10° bis 25° liegt.
4. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikzylinder (4',4'') in der Grundstellung des Auslegers (3) symmetrisch
zu dem Ausleger (3) ausgerichtet sind.
5. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikzylinder (4',4'') in Grundstellung an dem Ausleger (3) in Längsrichtung
(L) des Auslegers (3) mit einem ersten Abstand (b) von der Achse (11) und mit einem
zweiten Abstand (c) von der durch die Achse (11) verlaufenden Längsrichtung (L) angelenkt
sind und daß das Verhältnis des ersten Abstandes (b) zu dem zweiten Abstand (c) im
Bereich zwischen 0,5 und 2,0 liegt.
6. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikzylinder (4',4'') mit ihren Wirkrichtungen (W) in der Grundstellung
des Auslegers (3) senkrecht zur Längsrichtung (L) des Auslegers (3) ausgerichtet sind.
7. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikzylinder (4',4'') mit ihren Wirkrichtungen (W) in der Grundstellung
des Auslegers (3) winklig zur Längsrichtung (L) des Auslegers (3) ausgerichtet sind
und in einer senkrecht zur Längsrichtung (L) des Auslegers (3) verlaufenden und die
Achse (11) schneidenden Ebene an dem Portalrahmen (2) angelenkt sind.
8. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikzylinder (4',4'') über ihre Kolbenstangen (14) mit dem Ausleger (3)
verbunden sind.
9. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (3) ausgehend von der Grundstellung beidseitig in Schwenkstellungen
verschwenkbar ist.
10. Schwenkantrieb nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet
daß der Ausleger (3) in einem Bereich von etwa 0° bis 65° aus der Grundstellung in
die jeweilige Schwenkstellung verschwenkbar ist.
11. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (3) in der Grundstellung vertikal ausgerichtet ist.
12. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikzylinder (4',4'') oberhalb der Achse (11) an dem Ausleger (3) angelenkt
sind und das Lastaufnahmemittel (16) unterhalb der Achse (11) an dem Ausleger (3)
aufgehängt ist.
13. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (3) als starrer Schwenkarm ausgebildet und in einem hülsenförmigen
Führungselement (12) in seiner Längsrichtung (L) verschiebbar gelagert ist, das auf
dem Portalrahmen (2) schwenkbar gelagert ist.
14. Schwenkantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Portalrahmen (2) als Fahrrahmen ausgebildet ist, der aus zwei voneinander
in dessen Fahrtrichtung und untereinander beabstandeten Paaren von Vertikalträgern
(7) mit Fahrwerken (5) gebildet ist, deren den Fahrwerken (5) abgewandte Enden über
einem rechteckigen Rahmen verbunden sind, der aus Querträgern (9) und Längsträgern
(L) besteht, und in Fahrtrichtung des Portalrahmens (2) gesehen zwischen den Querträgern
(9) und parallel hierzu verlaufende Quertraversen (10) mit ihren Enden an den Längsträgern
(8) befestigt sind, an denen mittig der Ausleger (3) über die in Fahrtrichtung des
Portalrahmens (2) verlaufende Achse (11) gelagert ist.
15. Schwenkantrieb nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydraulikzylinder (4',4'') an den Quertraversen (10) des Portalrahmens (2)
angelenkt sind.
16. Verfahren für den Betrieb eines Schwenkantriebes gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß ausgehend von der Grundstellung der Ausleger (3) zunächst von dem Hydraulikzylinder
(4',4'') verschwenkt wird, der in dieser Schwenkrichtung des Auslegers (3) von der
Grundstellung bis zur maximalen Schwenkstellung nur in einer Bewegungsrichtung verfahren
wird, durch diese Verschwenkung des Auslegers (3) der andere Hydraulikzylinder (4'',4')
im antriebslosen Zustand zunächst eingefahren wird, bis dessen Wirkrichtung (W) die
Achse (11) schneidet, anschließend seine Bewegungsrichtung umgekehrt wird und dem
ersten Hydraulikzylinder (4',4'') für die Verschwenkung des Auslegers (3) zugeschaltet
wird.