[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrwerk einer Hebevorrichtung, insbesondere mit einem
seitlich herauskragenden Ausleger, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der DE GM 19 56 894 ist ein Fahrwerk für Laufkatzen bekannt, das zwei Laufräder
aufweist, die sich auf jeweils einer inneren horizontalen Seitenfläche einer in ihrer
Längsrichtung nach unten offenen hohlprofilförmigen Schiene abstützen und an einem
Laufradträger drehbar gelagert sind. Der Laufradträger ist so ausgebildet, daß er
sich durch die Öffnung der Schiene nach unten erstreckt und ein Anschlußelement bildet,
an dem die zu hebende Last hängt. Das Anschlußelement ist weiter mit einem horizontalen
Querträger versehen, an dem zwei um eine vertikale Achse drehbare Stützrollen angeordnet
sind, die sich auf jeweils einer äußeren vertikalen Seitenfläche mit einer Komponente
senkrecht zur Stützkraft eines Laufrades abstützen.
[0003] Nachteilig ist bei diesem Fahrwerk, daß die Laufräder bei starrer Aufhängung der
Schiene dazu neigen, von den Laufflächen abzuheben, was einen leichtgängigen Lauf
des Fahrwerks innerhalb der Schiene verhindert und mit einem erhöhtem Schienenverschleiß
verbunden ist. Außerdem sind die Lagerstellen der Stützrollen vor Verschmutzung nicht
geschützt.
[0004] Weiter ist aus der DE-GM 18 06 696 ein Fahrwerk bekannt, dessen Laufräder auf den
unteren Innenflächen eines Doppel-T-Trägers beidseitig des Stegs abrollen und seitlich
an einem U-förmigen Fahrwerksrahmen abgestützt sind, der den Träger von unten umfaßt.
Zur Führung des Fahrwerks sind am Fahrwerksrahmen zusätzlich Stützrollen vorgesehen,
die einander gegenüberliegend beidseitig am Steg anliegen. Die Kraftrichtung der einen
Stützrolle ist dabei entgegengesetzt der Kraftrichtung der anderen Stützrolle, so
daß sich die Stützkräfte der Stützrollen gegenseitig aufheben.
[0005] Angetrieben wird das Fahrwerk durch eine an der Außenfläche des unteren Flansches
anliegende Antriebsrolle.
[0006] Ein derartiges Fahrwerk ist nur für Fahrschienen geeignet, die zu den Seiten hin
offen ausgebildet sind und einen Steg aufweisen, so daß Stützrollen auf beiden Seiten
des Stegs zur Anlage gebracht werden können. Bei einer nach unten offenen, aber ansonsten
geschlossenen hohlprofilförmigen Schiene ohne Steg im Innern, ist ein derartiges Fahrwerk
nicht anwendbar, insbesondere da sich die Laufräder innerhalb der Schiene beidseitig
oberhalb der Öffnung bewegen und somit nicht an einem außerhalb der Schiene angeordneten
U-förmigen Fahrwerksrahmen abstützbar sind.
[0007] Ferner ist aus der DE-PS 938 480 ein Fahrwerk für schwere Boden- oder Schienenfahrzeuge
bekannt, bei dem die Laufräder an einem Laufradträger drehbar gelagert sind, der wiederum
gelenkig mit einem Fahrwerkrahmen verbunden ist. Über die gelenkige Verbindung von
Laufradträger und Fahrwerk werden Fahrbahnunebenheiten selbsttätig ausgeglichen, ohne
daß es im wesentlichen zu einem Anheben oder Absenken des Fahrzeuges kommt. Dies ist
insbesondere bei schweren Fahrzeugen, wie beispielsweise Bagger, Krane o. dgl., von
Vorteil.
[0008] Diese Lösung eines Fahrwerks läßt sich allerdings nicht auf in hohlprofilförmigen
Schienen laufende Fahrwerke übertragen, bei denen die Laufräder innerhalb der nahezu
geschlossenen Schiene abrollen und die Last unterhalb der Schiene an dem Fahrwerk
hängt.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein in einer hohlprofilförmigen Schiene verfahrbares
Fahrwerk derart auszubilden, daß die Laufräder ohne von der Schiene abzuheben einen
Laustausgleich erfahren, so daß auch bei starrer Aufhängung der Schiene ein leichtgängiger
Lauf erzielt und ein starker Verschleiß verhindert wird.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß angegeben durch die in den Patentansprüchen
1 und 14 angegebenen Merkmale. Durch die kennzeichnenden Merkmale der Unteransprüche
2 bis 13 und 15 bis 18 sind die Fahrwerke in vorteilhafterweise weiter ausgestaltet.
[0011] Die Erfindung sieht in einer ersten Variante vor, daß der Laufradträger und das Anschlußelement
über ein Gelenk ineinander gestützt sind, daß sich die wenigstens eine Stützrolle
im Innern der Schiene abstützt und daß sich mindestens eine im Anschlußelement gelagerte
Laufrolle an wenigstens einer äußeren Lauffläche der Schiene mit einer Kraft abstützt,
die eine Komponente entgegen der Kraftrichtung eines Laufrades aufweist. Ein derartig
ausgebildetes Fahrwerk ermöglicht es, Horizontalkräfte wirksam in die Seitenflächen
der hohlprofilförmigen Schiene einzuleiten, so daß es bei starr aufgehängten Schienen
zu keiner Zerstörung bzw. zu keinem starken Verschleiß und zu keiner Verwindung des
Fahrwerkes und/oder der Schiene kommt. Verklemmungen des Fahrwerkes werden weitestgehend
vermieden, so daß ein leichtgängiger Lauf der Fahrwerke auch bei Verwendung eines
um eine vertikale Achse schwenkbaren Auslegers erzielt wird, der wechselnde Vertikalkräfte
erzeugt.
[0012] Vorteilhafterweise ist das Gelenk ein Kardangelenk, das in einem großen Winkelbereich
gelenkig bewegbar ist.
[0013] Eine stabilere Ausführungsfom ergibt sich, wenn die wenigstens eine Stützrolle am
Anschlußelement in dessen oberen Bereich drehbar gestützt ist.
[0014] Ein gleichmäßigerer Lauf des Fahrwerks wird dadurch erzielt, daß die Laufräder in
Fahrtrichtung hintereinander angeordnet sind.
[0015] Um eine selbstzentrierende Fahrwerksführung sicherzustellen, sind die Laufflächen
der Schiene schräg zueinander angeordnet und die Laufflächen der Laufräder ballig
ausgebildet.
[0016] Als vorteilhaft hat es sich für eine gleichmäßige Ableitung der Kräfte in die Seitenwände
erwiesen, mindestens zwei an jeweils einer Seitenfläche abrollbare Stützrollen vorzusehen.
[0017] Die Leichtgängigkeit des Fahrwerks wird insbesondere dadurch sichergestellt, daß
das kardanisch ausgebildete Gelenk aus einem starr mit dem Anschlußelement verbundenen
Kugelkopf und einer am Laufradträger angeordneten Kugelpfanne gebildet ist.
[0018] Zum gleichmäßigen Einleiten der Horizontalkräfte in die Seitenwände ist es zweckmäßig,
wenn die Stützrollen in Fahrtrichtung gesehen zwischen den Laufrädern angeordnet sind.
[0019] Ein gleichmäßiges Einleiten der Horizontalkräfte wird ebenfalls erzielt, wenn die
Stützrollen in Fahrtrichtung gesehen vor und hinter den Laufrädern angeordnet sind.
[0020] Eine einfache Nachstell- oder Einstellmöglichkeit läßt sich dadurch erreichen, daß
die von unten an eine an der Schiene ausgebildeten horizontale äußere Lauffläche anstellbare
Laufrolle über eine exzentrische Lagerung in Richtung der Schiene von unten anstellbar
ist, unter Belassung eines Spiels zwischen Laufrolle und Schiene, insbesondere zum
Ausgleich von Schienentoleranzen. Hierdurch werden die nach oben gerichteten Vertikalkräfte
sicher in die Schiene geleitet.
[0021] Eine gute Führung erzielt man dadurch, daß am Anschlußelement beidseitig Laufrollen
angeordnet sind und daß die Schiene beidseitig horizontale äußere Laufflächen für
die Laufrollen aufweist.
[0022] Um aus den Einzelfahrwerken ein in zwei Schienen laufendes Fahrwerk zu bilden, die
insbesondere mit einem um eine Vertikalachse schwingbaren Ausleger versehen ist und
bei der es auch bei größerer Last zu keinen Verklemmungen kommt, wird vorgeschlagen,
daß sich Fahrwerke in parallel angeordneten Schienen befinden und die Anschlußelemente
starr miteinander verbunden sind. Die Horizontalkräfte werden bei einer derartigen
Anordnung der Fahrwerke gleichmäßig und effektiv in die Schienen eingeleitet. Weiter
werden innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs liegende Abweichungen der Schienenparameter
bei einem derartigen Fahrwerk verklemmungsfrei ausgeglichen.
[0023] Ein besonders stabiles Fahrwerk erhält man dadurch, daß bei zwei parallel zueinander
angeordneten Schienen an einer Schiene ein paar von Fahrwerken und an der anderen
Schiene ein einzelnes Fahrwerk vorgesehen sind.
[0024] Bei einem Fahrwerk einer Hebevorrichtung, insbesondere mit einem seitlich herauskragenden
Ausleger, das mindestens zwei Laufräder aufweist, die sich auf verschiedenen inneren
Seitenflächen einer in ihrer Längsrichtung nach unten offenen hohlprofilförmigen Schiene
abstützt und die an einem Laufradträger drehbar gelagert sind, an denen ein Elementenpaar
zur Aufnahme der Last angeordnet ist und an den zumindest eine Laufrolle drehbar gelagert
ist, die sich an einer Außenseite der Schiene abstützt und die eine spielfreie Verbindung
zwischen Schiene und Fahrwerk gewährleistet, sieht die Erfindung in einer zweiten
Variante vor, daß die mindestens eine Laufrolle sich mit einer Komponente entgegengesetzt
zur Stützkraft eines Laufrades an der Schiene abstützt und daß das Elementenpaar ein
Kugelgelenk ist. Die Verwendung des Kugelgelenkes führt bei einer starren Aufhängung
der Schienen zu einer Verringerung der bei Betrieb auftretenden Horizontalkräfte und
Zwängungen.
[0025] Zur Herstellung einer spielfreien Verbindung wird vorgeschlagen, eine exzentrische
Lagerung zu verwenden.
[0026] Eine einfache exzentrische Lagerung ergibt sich, wenn die Laufrolle auf ihrer Achse
exzentrisch angeordnet ist.
[0027] Zweckmäßigerweise läßt sich die Spielfreiheit durch Einstellung erzielen, was eine
praktische Anpassung an die Gegebenheiten der Schiene und des Fahrwerkes ermöglicht.
[0028] Gute Laufeigenschaften werden erzielt, wenn beidseitig des Laufradträgers zumindest
je eine Laufrolle angeordnet ist.
[0029] Ausführungsbeispiel der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines Fahrwerkes,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch ein Fahrwerk und eine Schiene gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Ansicht einer weiteren Variante eines Fahrwerkes,
- Fig. 4
- eine Laufkatze eines Hängekrans,
- Fig. 5
- einen Querschnitt durch zwei starr miteinander verbundene Fahrwerke einer Laufkatze
gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Laufkatze eines Hängekrans mit einem um eine vertikale Achse schwenkbaren Ausleger
und
- Fig. 7
- einen Hängekran mit Laufkatze in schematischer Darstellung.
[0030] Fig. 1 zeigt eine Ansicht eines Fahrwerkes 1 einer schienenverfahrbaren Hebevorrichtung.
Das Fahrwerk 1 weist in Fahrtrichtung gesehen hintereinander und paarweise parallel
nebeneinander angeordnete ballig ausgebildete Laufräder 2 auf, die beidseitig an einem
Anschlußelement 3 angeordnet sind. Selbstverständlich ist auch eine Anordnung mit
auf beiden Seiten des Anschlußelementes 3 versetzt zueinander angeordneten Laufrädern
2 möglich. Im oberen Bereich des Anschlußelementes 3 sind in Fahrtrichtung gesehen
zwischen den Laufrädern 2 angeordnete Stützrollen 4 drehgelagert. Die vertikalen Drehachsen
5 der Stützrollen 4 sind am Anschlußelement 3 abgestützt. Im Ausführungsbeispiel ist
auf jeder Seite des Anschlußelementes 3 genau eine Stützrolle 4 vorgesehen. Selbstverständlich
können die Stützrollen 4 auch vor und/oder hinter den Laufrädern 2 angeordnet sein,
wobei sich eine paarweise Anordnung quer zur Fahrtrichtung als besonders zweckmäßig
erwiesen hat. Denkbar ist aber auch eine einzige große Stützrolle 4. Im unteren Bereich
des Anschlußelementes ist beidseitig eine in einer vertikalen Ebene umlaufende Laufrolle
6 vorgesehen.
[0031] Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch ein Fahrwerk, das sich im Innern einer nach
unten offenen hohlprofilförmigen Schiene 7 befindet. Die Schiene 7 weist ein kaltgewalztes
Spezialprofil auf, wodurch ein geringes Eigengewicht und gute Festigkeits- und Steifigkeitswerte
erzielbar sind. Wie Fig. 2 erkennen läßt, rollen die Laufräder 2 auf im wesentlichen
horizontalen inneren Laufflächen 8 ab, die leicht schräg zueinander angeordnet sind
und sich in Schienenlängsrichtung erstrecken. Die beiden Stützrollen 4 sind im Innern
der Schiene 7 an mindestens einer Seitenfläche 7a abrollbar. Hierbei kann die Anordnung
so ausgeführt sein, daß in Mittenlage, also bei fehlenden Horizontalkräften, ein Spiel
vorhanden ist. Auf diese Weise liegt bei Auftreten von abzuleitenden Horizontalkräften
nur jeweils eine der Stützrollen 4 an einer der Seitenwände 7a der Schiene 7 an, unter
Einleitung dieser Kräfte in die Schiene 7.
[0032] Um zu erreichen, daß Horizontalkräfte ohne Verklemmung des Fahrwerkes 1 in der Schiene
7 in die Seitenwände 7a eingeleitet werden, sind die beiden Achsen 9 der Laufräder
2 über einen gemeinsamen Laufradträger 10 miteinander verbunden. Die Verbindung des
Laufradträgers 10 mit dem Anschlußelement 3 erfolgt über ein kardanisches Gelenk.
Der Laufradträger 10 und das Anschlußelement 3 sind hierbei über ein Gelenk 11 ineinander
gestützt. In Fig. 1 ist die Ausbildung des kardanischen Gelenkes durch die teilgeschnittene
Darstellung gut zu erkennen. Wie Fig. 1 und Fig. 2 zeigen, weist das Gelenk 11 eine
Kugelpfanne 12 auf. Auf der Kugelpfanne 12 ist das Anschlußelement 3 über eine am
Anschlußelement 3 ausgebildete komplementäre kugelförmige Fläche 13 abgestützt. Anschlußelement
3 und Laufradträger 10 sind in einem begrenzten Winkelbereich gegeneinander verschwenkbar.
Hierdurch werden Verklemmungen des Laufwerkes während der Fahrt wirksam verhindert,
so daß trotz abzuleitender Horizontalkräfte ein leichtgängiger Lauf des Fahrwerkes
1 erzielt wird. Dies hat weiter den Vorteil, daß sich die Last auch bei verwundener
Schiene gleichmäßig auf die Laufrollen 2 verteilt.
[0033] Fig. 2 ist weiter zu entnehmen, daß das Anschlußelement zum Befestigen einer Last
unten aus der Schiene 1 herausragt. Eine spielfreie, quasi "starre" Verbindung zwischen
Fahrwerk 1 und Schiene 7 wird durch die über eine exzentrische Lagerung in Richtung
der Schiene von unten anstellbaren Laufrollen 6 gewährleistet. Die Anstellung der
Laufrollen 6 erfolgt beispielsweise einmal nach Einsetzen des Fahrwerkes 1 in die
Schiene unter Belassung eines Spiels, z.B. von 1 mm; eine Nachstellung ist während
des Betriebes jederzeit möglich. Wie Fig. 2 zeigt, erfolgt die Anstellung der Laufrollen
6 von unten an jeweils eine horizontale äußere Lauffläche 15 der Schiene 1, an der
sie sich mit einer Kraft abstützt, die eine Komponente entgegen der Kraftrichtung
des Laufrades 2 aufweist. Hierzu sind die Laufrollen 6 exzentrisch an einer Achse
14 drehgelagert, über die die Laufrollen 6 wiederum am Anschlußelement 3 gelagert
sind.
[0034] Bei sehr großen Horizontalkräften, wie sie nur in Ausnahmefällen vorkommen, verhindert
die Gleitrolle 16 eine Beschädigung des Fahrwerkes 1 und/oder der Schiene 7.
[0035] Eine weitere Variante des Fahrwerkes 1 ist in Fig. 3 dargestellt. Hierbei sind der
Laufradträger 10 und das Anschlußelement 3 starr miteinander verbunden, d. h. die
gelenkige Verbindung dieser beiden Bauteile fehlt bei dieser Variante des Fahrwerkes
1. Dafür weist der unten aus der Schiene herausragende Teil ein Elementenpaar auf,
das als Kugelgelenk 20 ausgebildet ist, welches aus einer am Anschlußelement 3 ausgebildeten
Kugelpfanne 21 und aus einem in die Kugelpfanne eingesetzten Kugelkopf 22 besteht,
wobei der Kugelkopf 22 über ein Tragelement 23 (beispielsweise einen Lasthaken) mit
einer Last verbindbar ist. Weiter sind an dem Laufradträger 10 (über das das Anschlußelement
3 als Teil des Laufradträgers 10) zwei Laufrollen 6 drehbar gelagert, die sich an
jeweils einer Außenseite 15 der Schiene 7 abstützen, mit einer Komponente entgegengesetzt
zur Stützkraft der Laufräder 2. Um eine spielfreie Verbindung zwischen Schiene 7 und
Fahrwerk 1 zu gewährleisten, sind die beiden Laufrollen 6 auf ihrer Achse 14 einstellbar
exzentrisch angeordnet.
[0036] Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch ein aus Fahrwerken 1 gebildetes Gesamtfahrwerk,
beispielsweise eine Laufkatze eines Hängekrans, an dem beispielsweise ein Hebezeug
(nicht gezeigt) verfahrbar ist. Wesentlich ist bei diesem Gesamtfahrwerk, daß die
Anschlußelemente 3 der an verschiedenen Schienen angeordneten Fahrwerke durch eine
Traverse 31 starr miteinander verbunden sind, wie in Fig. 5 im Querschnitt dargestellt.
Eine derartiges Gesamtfahrwerk weist bereits sehr gute Lauf- und Belastungseigenschaften
auf. Eine deutliche Verbesserung erhält man, wenn man zumindest zwei Paare von Fahrwerken
1 kombiniert. Hierzu werden die Anschlußelemente 3 der an verschiedenen Schienen angeordneten
Fahrwerke 1 die sich in Fahrtrichtung gesehen auf gleicher Höhe befinden, jeweils
durch eine Traverse miteinander verbunden. Zweckmäßigerweise schließen die Längsrichtung
der Traverse 31 und die Schienenlängsrichtung jeweils einen Winkel von 90° ein. Ein
solches Gesamtfahrwerk, bestehend aus vier über Traversen 31 biegesteif miteinander
verbundenen Fahrwerken 1, läßt sich sehr gut mit einem Ausleger 30 verwenden, da alle
Horizontalkräfte wirksam in die Schienen 1 eingeleitet werden. Hierbei ist es möglich,
wie in Fig. 6 dargestellt, den Ausleger 30 um eine vertikale Schwenkachse schwenkbar
anzuordnen. Es hat sich gezeigt, daß mit dieser Anordnung beim Verschwenken einer
Last nahezu keine vertikale Absenkung der Last erfolgt, so daß durch eine Bedienperson
mit geringem Kraftaufwand ein Verschwenken der Last in jede beliebige Position erfolgen
kann. Einen derartigen Hängekran mit Laufkatze zeigt Fig. 7 in schematischer Darstellung.
[0037] Eine stabiler Lauf des Gesamtfahrwerks läßt sich alternativ dazu auch durch eine
Dreipunktabstützung erzielen, indem bei zwei parallel zueinander angeordneten Schienen
7 an einer Schiene 7 ein Paar von Fahrwerken 1 und an der anderen Schiene ein einzelnes
Fahrwerk 1 angeordnet sind.
BEZUGSZEICHENLISTE:
[0038]
- 1
- Fahrwerk
- 2
- Laufrad
- 3
- Anschlußelement
- 4
- Stützrolle
- 5
- Drehachse
- 6
- Laufrolle
- 7
- Schiene
- 7a
- Seitenfläche der Schiene
- 8
- innere Lauffläche
- 9
- Achse des Laufrads
- 10
- Laufradträger
- 11
- Gelenk
- 12
- Kugelpfanne
- 13
- kugelförmige Fläche
- 14
- Achse der Lauffrolle
- 15
- äußere Lauffläche
- 16
- Gleitrolle
- 20
- Kugelgelenk
- 21
- Kugelpfanne
- 22
- Kugelkopf
- 23
- Tragelement
- 30
- Ausleger
- 31
- Traverse
- 33
- vertikale Schwenkachse
1. Fahrwerk einer Hebevorrichtung, insbesondere mit einem seitlich herauskragenden Ausleger,
das mindestens zwei Laufräder aufweist, die sich auf verschiedenen inneren Seitenflächen
einer in ihrer Längsrichtung nach unten offenen hohlprofilförmigen Schiene abstützen
und die an einen Laufradträger drehbar gelagert sind, der mit einem Anschlußelement
verbunden ist, an dem die zu hebende Last hängt und an dem wenigstens eine Stützrolle
drehbar angeordnet ist, die sich mit einer Komponente senkrecht zur Stützkraft eines
Laufrades an der Schiene abstützt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Laufradträger (10) und das Anschlußelement (3) über ein Gelenk (11) ineinander
gestützt sind, daß sich die wenigstens eine Stützrolle (4) im Innern der Schiene (7)
abstützt und daß sich mindestens eine im Anschlußelement (3) gelagerte Laufrolle (6)
an wenigstens einer äußeren Lauffläche (15) der Schiene (7) mit einer Kraft abstützt,
die eine Komponente entgegen der Kraftrichtung eines Laufrades (2) aufweist.
2. Fahrwerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gelenk (11) ein Kardangelenk ist.
3. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Stützrolle (4) im oberen Bereich des Anschlußelements (3)
drehbar abgestützt ist.
4. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Laufräder (2) in Fahrtrichtung hintereinander angeordnet sind.
5. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Laufflächen (8) der Schiene (7) schräg zueinander angeordnet und die Laufflächen
der Laufräder (2) ballig ausgebildet sind.
6. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei an jeweils einer Seitenfläche (7a) abrollbare Stützrollen (4)
vorliegen.
7. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das kardanisch ausgebildete Gelenk (11) aus einem starr mit dem Anschlußelement
(3) verbundenen Kugelkopf (22) und einer am Laufradträger (10) angeordneten Kugelpfanne
(21) gebildet ist.
8. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Stützrolle (4) in Fahrtrichtung gesehen zwischen den Laufrädern (2) angeordnet
ist.
9. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stützrollen (4) in Fahrtrichtung gesehen vor und hinter den Laufrädern (2)
angeordnet sind.
10. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Laufrolle (6) über eine exzentrische Lagerung in Richtung der Schiene (7)
von unten anstellbar ist.
11. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Anschlußelement (3) beidseitig Laufrollen (6) angeordnet sind und daß die Schiene
(7) beidseitig horizontale äußere Laufflächen (15) für die Laufrollen (6) aufweist.
12. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich Fahrwerke (1) in parallel angeordneten Schienen (7) befinden und die Anschlußelemente
(3) starr miteinander verbunden sind.
13. Fahrwerk nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei zwei parallel zueinander angeordneten Schienen (7) an einer Schiene (7) ein
paar von Fahrwerken (1) und an der anderen Schiene ein einzelnes Fahrwerk (1) vorgesehen
sind.
14. Fahrwerk einer Hebevorrichtung, insbesondere mit einem seitlich herauskragenden Ausleger,
das mindestens zwei Laufräder aufweist, die sich auf verschiedenen inneren Seitenflächen
einer in ihrer Längsrichtung nach unten offenen hohlprofilförmigen Schiene abstützen
und die an einem Laufradträger drehbar gelagert sind, an den ein Elementenpaar zur
Aufnahme der Last angeordnet ist und an den zumindest eine Laufrolle drehbar gelagert
ist, die sich an einer Außenseite der Schiene abstützt und die eine spielfreie Verbindung
zwischen Schiene und Fahrwerk gewährleistet,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Laufrolle (6) sich mit einer Komponente entgegengesetzt zur
Stützkraft eines Laufrades (2) an der Schiene (7) abstützt und daß das Elementenpaar
(8) ein Kugelgelenk (20) ist.
15. Fahrwerk nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die spielfreie Verbindung mit einer exzentrischen Lagerung erzielt wird.
16. Fahrwerk nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die exzentrische Lagerung durch eine exzentrische Anordnung der Laufrolle (6)
auf ihrer Achse (14) erzielt wird.
17. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spielfreiheit durch Einstellung erzielt.
18. Fahrwerk nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß beidseits des Laufradträgers (10) zumindest je eine Laufrolle (6) angeordnet ist.