[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum temperaturabhängigen
Betreiben von Schneckenpumpen.
[0002] Aus der DE 23 11 770 A1 ist ein Verfahren und eine Anordnung zur Überwachung des
Betriebes von Exzenterschneckenpumpen bekannt. Die Exzenterschneckenpumpe weist hier
im Statorteil der Pumpe einen Temperaturfühler auf, dessen Meßspitze in oder nahe
der inneren Oberfläche des Stators sitzt. Der Temperaturfühler steht mit einem Regelgerät
in Verbindung, das bei Erreichen einer vorgestimmten Temperatur anspricht und den
Antrieb des Rotors über Servomotor oder Regelgetriebe regelt bzw. stillsetzt. Insbesondere
bei Statoren mit hitzeempfindlichen Werkstoffen hat es sich hierbei als vorteilhaft
erwiesen, vor allem die Oberflächentemperatur des Stators zu überwachen, da sie aufgrund
der direkten Reibung zwischen Stator und Rotor höher liegt als im Inneren des Stators.
Das Regelgerät reagiert auf die an der Statoroberfläche herrschende Temperatur, wobei
natürlich Toleranzwerte berücksichtigt werden können. Bei extrem langen Pumpen können
mehrere Temperaturfühler auf die Statorlänge verteilt werden, um auf unzulässige Erwärmungen
an der Innenfläche des Stators in mehreren Teilbereichen zu reagieren. Die Temperaturüberwachung
bezieht sich hier ausschließlich auf Temperaturen im Statorbereich. Die Maßnahmen
beim Überschreiten der für den Stator nicht zuträglichen Temperatur reichen von sofortigem
Abschalten über Drehzahlregulierung bis hin zur Zufuhr von Schmiermedien.
[0003] Die US PS 25 18 597 zeigt eine Kreiselpumpe, in deren Pumpengehäuse direkt im Bereich
des Pumpenrotors eine Temperaturmeßeinrichtung eingesetzt ist. Der Temperaturfühler
nimmt über das Material des Gehäuses die Mediumtemperatur auf. Gleichzeitig dazu sitzt
ein Temperaturfühler im Antrieb. Beide Temperaturfühler sind miteinander verbunden
und reagieren über ein Relais auf unzulässige Temperaturen mit dem Abschalten des
Antriebs.
[0004] Aus der US PS 29 40 395 ist eine Überwachungseinrichtung bekannt zur Unterbrechung
des Pumpenbetriebs bei ungenügender Fördermenge und damit verbundener Überhitzung
der Pumpe. Das Pumpengehäuse hat hierzu einen Temperaturfühler an der Außenseite des
Stators, der auf die unterschiedlichen Temperaturen während des Ölförderbetriebs reagiert.
Es besteht die Möglichkeit, dem Antrieb bei Erreichen einer bestimmten Höchsttemperatur
am Stator zu stoppen und nach dem Abkühlen der Pumpe bei einem niedrigeren Temperaturwert
erneut zu starten.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen,
wodurch der Trockenlauf von Pumpen mit schneckenförmigen Rotoren auf Grund der Auswertung
von Temperaturen weit umterhalb kritischer Materialbelastungstemperaturen möglich
ist.
[0006] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs angegebenen Art durch die Merkmale
des Anspruchs 1 gelöst. Sie wird weiterhin bei einer Vorrichtung der eingangs genannten
Art durch die Merkmale des Anspruchs 4 gelöst. Der Kern der Erfindung besteht darin,
die Pumpe gegen Trockenlauf zu schützen ohne Orientierung an der Temperaturbelastungsgrenze
des Stator-/Rotormaterials. Es hat sich gezeigt, daß der Trockenlauf einer Schneckenpumpe
bereits dann erkennbar ist, wenn die gemessene Temperatur im der Pumpe noch weit unterhalb
der bzw. einer zulässigen Höchsttemperatur für das eingesetzte Pumpenmaterial liegt.
[0007] Erfindungsgemäß läßt sich das bevorstehende Auftreten bzw. Eintreten des Trockenlaufs
rechtzeitig vermeiden, indem die Temperatur des geförderten Mediums im Einlaßbereich
der Pumpe und in der Pumpe selbst gemessen wird, daß der Temperaturunterschied dieser
beiden Temperaturen ermittelt wird und daß die Pumpe aufgrund dieses ermittelten Temperaturunterschiedes
im Vergleich zu einem vorgegebenen Toleranzwert geregelt wird. Die bisherigen Überwachungsverfahren
zum Schutz gegen Trockenlauf gingen davon aus, den Betrieb der Pumpe bis zu einem
Temperaturwert zu führen, der gerade noch unschädlich für das Material des Stators
ist. Dabei wurde die Reaktionszeit der Überwachung unnötig erhöht, nachdem man das
Medium, den Stator und den Rotor unnötigerweise auf Temperaturen aufheizte, die für
die Erkennung des Trockenlaufs nicht notwendig waren.
[0008] Es hat sich gezeigt, daß die Erhöhung der Mediumstemperatur um bereits wenige Grad
Celsius der Indikator für das Eintreten des Trockenlaufs sein kann. Zur Feststellung
einer Temperaturerhöhung vergleicht man deshalb die Temperatur des Mediums im Einlaßbereich
der Pumpe, was die zuführende Rohrleitung oder das Einlaufgehäuse der Pumpe selbst
sein kann, mit dem Bereich der Pumpe selbst, dem eigentlichen Rotor/Statorbereich.
Schon die Erhöhung der Temperatur des Mediums um einen Wert von ca. 5 °C bzw. eine
Differenz vom 10 °C kann es aufgrund empirisch ermittelter Werte für hoch- und niedrigviskose
Medien notwendig werden lassen, eine Beeinflussung des Pumpenantriebs herbeizuführen.
Unter Beeinflussung des Pumpenantriebs ist dessen sofortiges Abschalten bis hin zur
Drehzahlreduzierung oder Drehrichtungsumkehr zu verstehen.
[0009] Bei hochviskosen Medien, wie beispielsweise bei der Schlammförderung, wird die steigende
Temperaturdifferenz, hervorgehend aus dem ansteigenden Gegendruck und damit erhöhter
Reibung, im Rotor/Statorbereich genutzt, um über die beispielsweise verwendeten Differenztemperaturregler
ein Gleitmittel (Flockungsmittel) ständig oder über eine bestimmte Dauer einzuspeisen.
Diese zusätzliche Dosierung geschieht über beispielsweise eine oder mehrere Düsenanordnungen
im Statorbereich oder im Einlaufgehäuse.
[0010] Die Zeitdauer der Dosierung wird abhängig sein von den Parametern (Zeitdauer der
anstehenden Temperaturdifferenz, Höhe der Differenz) der ermittelten Temperaturdifferenz.
Zahlreiche zum Teil erfinderische Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind erkennbar aus der nachfolgenden
Beschreibung zu Fig. 1.
[0012] Die in Fig. 1 dargestellte Pumpenanordnung besteht aus einer Exzenterschneckenpumpe
10 mit einem Stator 12 und einem exzentrisch um dessen Längsachse umlaufenden schneckenförmigen
Rotor 14. Druckseitig schließt sich dem Stator 12 eine Rohrleitung 16 an, um das geförderte
Medium weiteren Be- oder Verarbeitungsstellen zuzuführen. Saugseitig, also rechts
vom Stator, befindet sich das Einlaßgehäuse 18, in dem die Antriebsverbindungen zwischen
dem Rotor 14 und dem Antrieb 20 untergebracht sind. Zum Ausgleich der Exzentrizität
des Rotors gegenüber der Antriebswelle des Antriebs sind entsprechende Gelenkverbindungen
oder sogenannte Biegestäbe eingesetzt.
[0013] Zur Unterstützung der Zuförderung des Mediums in die Pumpe können im Einlaufgehäuse
zusätzliche Förderer (Schnecken oder Schaufeln) vorgesehen sein. Dem Stutzen 22 kann
zum Einbringen des Mediums eine Rohrleitung oder ein Trichter oder entsprechende Dosiervorrichtungen
zugeordnet sein.
[0014] Zwischen dem in der Regel mit elastischem Material ausgekleideten Stator 12 und dem
aus starrem Material gefertigten Rotor 14 entsteht durch die Rotation des exzentrisch
gelagerten Rotors Wärme, die ohne Fördermedium zur Überhitzung und damit zum Stillstand
und der Zerstörung der Pumpe 10 bzw. dem Antrieb 20 führen können.
[0015] Ein, wie im Ausführungsbeispiel dargestellt, oder mehrere im oder am Stator 12 befestigte
Temperaturfühler 24 messen die Temperatur an der inneren Oberfläche des Stators und
damit die Temperatur des geförderten Mediums. Ein weiterer Temperaturfühler 26 außerhalb
des Rotor/Statorbereichs der Pumpe im Einlaufgehäuse 18 oder Zulaufbereich mißt die
Eingangstemperatur des Mediums. Beide im Ausführungsbeispiel dargestellten Temperaturfühler
24, 26 sind mit einem Temperaturregler, beispielsweise einem Differenztemperaturregler
28 über Leitungen 30, 32 verbunden. Der Differenztemperaturzregler 28 steht direkt
über ein Leistungsteil über die Leitung 34 mit dem Antrieb 20 in Verbindung. Die Betriebsweise
des Differenztemperaturreglers 28 ist im Fig. 1 so gewählt, daß man bei Erreichen
einer bestimmten Temperaturdifferenz zwischen dem Temperaturfühlern 24, 26 den Antrieb
abschaltet, die Drehzahl regelt oder die Drehrichtung kurzzeitig umkehrt und abschaltet
oder wieder umkehrt.
[0016] Vorteil dieser vom der Mediumstemperatur abhängigen Regelung ist, daß selbst bei
sehr geringen Temperaturen weitab von der Temperaturbelastumgsgrenze der Pumpenmaterialien
ein Trockenlauf der Pumpe mit den vorgenannten Möglichkeiten verhindert wird. Zur
exakten Auswertung der Temperaturdifferenz beim Einsatz langer Pumpen können deshalb
mehrere Temperaturfühler über die gesamte Länge des Stators verteilt sein.
[0017] Selbstverständlich läßt die Steuerungsvielfalt des Temperaturdifferentialreglers
alle vorgenannten Kombinationen von Zudosierung und Betriebsweise des Antriebs zu.
[0018] Schließlich soll noch erwähnt werden, daß die Reduzierung der Fördermenge durch die
Ansteuerung des Antriebs über einen Frequenzumrichter oder einem polumschaltbaren
Pumpenmotor erzielt werden kann.
[0019] Die Einstellung und die visuelle Anzeige einer höchst zulässigen Temperatur oder
Differenztemperatur läßt sich über das Eingabefeld 36 des Temperaturdifferenzregler
28 mit der Anzeige 38 bewerkstelligen.
1. Verfahren zum temperaturabhängigen Betreiben von Schneckempumpen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Temperatur des geförderten Mediums im Einlaßbereich der Pumpe und in der Pumpe
selbst gemessen wird, daß der Temperaturunterschied dieser beiden Temperaturen ermittelt
wird und daß die Pumpe aufgrund dieses ermittelten Temperaturunterschiedes im Vergleich
zu einem vorgegebenen Toleranzwert geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Pumpe abgeschaltet wird, sofern die Temperatur des geförderten Mediums in
der Pumpe um über 10 % gegenüber der Temperatur im Einlaßbereich ansteigt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Pumpe abgeschaltet wird, sofern die Temperatur des geförderten Mediums in
der Pumpe um 5 °C größer ist als im Einlaßbereich der Pumpe.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3 für Schneckenpumpen
mit mindestens einem im Statorbereich angeordneten Temperaturfühler und einem Regelgerät,
welches beim Erreichen einstellbarer Temperaturwerte den Pumpenbetrieb beeinflußt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Pumpe ein zweiter Temperaturfühler (26) im Einlaßbereich vor dem Rotor-/Statorbereich
zugeordnet ist, der ebenso wie der im Statorbereich angeordnete Temperaturfühler mit
einem Differenztemperaturregler (28) in Verbindung steht.
5. Vorrichtung mach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Temperaturfühler (26) saugseitig im Einlaufgehäuse (18) angeordnet
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Temperaturfühler (26) im der saugseitigen Rohrleitung vor der Pumpe angeordnet
ist.