[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schubladenführung mit zwei ineinandergreifenden
Schienen, nämlich einer Korpusschiene und einer Ladenschiene, die mit einem oberen
Laufsteg auf einer Laufrolle im vorderen Endbereich der Korpusschiene aufliegt und
im hinteren Endbereich eine zwischen einem oberen und einem unteren Führungssteg der
Korpusschiene abrollende Laufrolle trägt, sowie mit einer Aushebesicherung aus einem
mit einem Randsteg der einen Schiene zusammenwirkenden Stützanschlag der anderen Schiene.
[0002] Die im Bodenbereich der Schublade angeordnete Ladenschiene üblicher Schubladenführungen
aieser Art liegt mit einem oberen Laufsteg auf einer im vorderen Endbereich der Korpusschiene
angeordneten Laufrolle auf und greift mit einer an ihrem hinteren Ende vorgesehenen
Laufrolle zwischen zwei Führungsstege der Korpusschiene ein. so daß sich die Schublade
im vorderen Bereich der Korpusschiene auf deren Laufrolle und im Bereich des hinteren
Schubladenendes über die Laufrolle der Ladenschiene entweder am unteren oder am oberen
Führungssteg der Korpusschiene abstützt, je nach der Wirkungsrichtung des von der
Ausziehlänge abhängigen Kippmomentes der Schublade um die vordere Laufrolle der Korpusschiene.
Die zwischen den beiden Führungsstegen der Korpusschiene geführte Laufrolle kann jedoch
das Abheben des Laufsteges von der vorderen Laufrolle der Korpusschiene um die hintere
Laufrolle der Ladenschiene als Drehachse nicht verhindern. Um eine Aushebesicherung
für die Schublade zu erreichen, ist es bekannt (AT 000 648 U1), an der Ladenschiene
unterhalb des oberen Führungssteges der Korpusschiene gegen die Korpusschiene vorragende
Lappen als Stützanschläge vorzusehen, die beim Versuch, die Schublade anzuheben, an
den Randsteg des Führungssteges anschlagen und dadurch ein Ausheben der Schublade
verhindern. Nachteilig an dieser bekannten Konstruktion ist allerdings, daß beim Ausziehen
der Schublade die an der Ladenschiene vorgesehenen Stützanschläge an der vorderen
Laufrolle der Korpusschiene vorbeibewegt werden müssen, was entweder den zulässigen
Übergriff des Stützanschlages über den Randsteg erheblich einengt oder die Gefahr
mit sich bringt, daß der Stützanschlag gegen die Laufrolle der Korpusschiene gedrückt
wird, so daß einerseits die Sicherheit gegenüber einem Ausheben der Schublade und
anderseits die Funktionssicherheit der Schubladenführung gefährdet ist.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Schubladenführung der eingangs
geschilderten Art mit einfachen konstruktiven Mitteln so auszugestalten, daß eine
uneingeschränkte Aushebesicherung unabhängig von der Funktionssicherheit der Schubladenführung
gewährleistet werden kann.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß der Randsteg aus einem abgewinkelten
Randabschnitt des oberen Laufsteges der Ladenschiene besteht und daß der vorzugsweise
im Bereich der Laufrolle der Korpusschiene vorgesehene, am Verbindungssteg zwischen
den beiden Führungsstegen angeordnete, über den oberen Führungssteg vorragende Stützanschlag
den abgewinkelten Randsteg der Ladenschiene übergreift.
[0005] Da durch diese Maßnahme der Stützanschlag der Korpusschiene zugeordnet wird, entfällt
die Notwendigkeit diesen Stützanschlag mit dem Ausziehen der Schublade an einer der
Laufrollen vorbeibewegen zu müssen. Mit der Abwinkelung eines Randabschnittes des
oberen Laufsteges der Ladenschiene zur Bildung eines mit dem Stützanschlag zusammenwirkenden
Randsteges, der vom Stützanschlag auf der von der Laufbahn für die Laufrolle abgekehrten
Außenseite übergriffen wird. kann die Übergriffslänge des Stützanschlages über den
Randsteg weitgehend frei gewählt und den jeweiligen Anforderungen entsprechend angepaßt
werden. Der Umstand, daß diese Konstruktion einen den Verbindungssteg zwischen den
beiden Führungsstegen nach oben überragenden Stützanschlag erfordert, erhöht den Konstruktionsaufwand
kaum, weil ja der Stützanschlag vorteilhaft aus einer aufgebogenen, aus dem im übrigen
Laufrollenbereich ausgenommenen oberen Führungssteg ausgeschnittenen Zunge bestehen
kann. Selbstverständlich ist eine solche einstückige Ausbildung des Stützanschlages
mit der Ladenschiene nicht zwingend. Ein gesondert gefertigter Stützanschlag, der
entsprechend an der Korpusschiene befestigt wird, erfüllt in gleicher Weise die Sicherungsaufgabe.
Wird der Stützanschlag im unmittelbaren Bereich der Laufrolle der Korpusschiene vorgesehen,
so wird einerseits eine Abhebesicherung über die volle Ausziehlänge auch bei Vollauszügen
gewährleistet und anderseits erreicht, daß der im Rahmen des unvermeidbaren Spiels
mögliche Aushebewinkel wegen des vom Abstand zwischen der hinteren Laufrolle der Ladenschiene
und dem Stützanschlag abhängigen Schwenkradius klein bleibt.
[0006] Zum Einführen der an der Schublade im Bodenbereich befestigten Ladenschiene in die
Korpusschiene muß zunächst die hintere Laufrolle der Ladenschiene über die vordere
Laufrolle der Korpusschiene hinweg zwischen deren Führungsstege eingeführt werden.
was über einen entsprechend ausgenommenen oberen Führungssteg der Korpusschiene einfach
möglich ist. Diese Einführung der Ladenschiene in die Korpusschiene durch ein Aufkippen
der Schublade bedingt allerdings. daß der abgewinkelte Randsteg der Ladenschiene auf
den Stützanschlag der Korpusschiene aufgesetzt wird. Damit beim Einsetzen der Schublade
der Stützanschlag den abgewinkelten Randsteg der Ladenschiene übergreifen kann. kann
der abgewinkelte Randsteg der Ladenschiene mit Abstand von ihrer Laufrolle im hinteren
Endbereich eine Randausnehmung für den Durchtritt des Stützanschlages aufweisen, so
daß nach dem Einführen der hinteren Laufrolle der Ladenschiene zwischen die Führungsstege
der Korpusschiene deren Stützanschlag in den Bereich der Randausnehmung des abgewinkelten
Randabschnittes und durch diese Randausnehmung hindurch in die erforderliche Übergriffslage
gelangt, in der die Abhebesicherung gegebenenfalls mit Ausnahme des Bereichs der Randausnehmung
über die volle Auszuglänge wirksam wird. Als Einführhilfe kann der Randsteg im Anschluß
an die Randausnehmung für den Durchtritt des Stützanschlages auf der gegen den hinteren
Endbereich der Ladenschiene gerichteten Seite einen nach oben ausgebogenen Längsabschnitt
bilden, in den der Stützanschlag beim Einführen der Schublade einrastet, was einen
zwangsweisen Durchtritt des Sicherungsanschlages durch die Randausnehmung des Randsteges
nach sich zieht, weil aufgrund des dadurch bedingten Höhenversatzes der Sicherungsanschlag
nicht an der Randausnehmung vorbeibewegt werden kann, deren Länge ja möglichst auf
den Sicherungsanschlag abgestimmt werden soll. Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse
ergeben sich in diesem Zusammenhang, wenn der nach oben ausgebogenen Längsabschnitt
einen mit dem Stützanschlag zusammenwirkenden Ausziehanschlag für die Ladenschiene
bildet, so daß sich gesonderte Ausziehanschläge erübrigen.
[0007] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Schubladenführung in einem schematischen Querschnitt im Bereich
der vorderen Laufrolle der Korpusschiene,
- Fig. 2
- die Schubladenführung nach der Fig. 1 in einer Zwischenstellung während des Einsetzens
der Ladenschiene in die Korpusschiene in einer zum Teil aufgerissenen Ansicht auf
die Korpusschiene von der Seite der Ladenschiene her im vorderen Endbereich der Korpusschiene
und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Schubladenführung in der Zwischenstellung nach der Fig. 2.
[0008] Die dargestellte Schubladenführung weist eine im wesentlichen ein C-Profil bildende
Korpusschiene 1 auf, die mit Hilfe von Befestigungsbügeln 2 an einer Möbelwand 3 angeschraubt
wird. Diese Korpusschiene 1 bildet mit ihren freien, durch einen Verbindungssteg 4
miteinander verbundenen Schenkeln einen unteren und einen oberen Führungssteg 5 bzw.
6. Der obere Führungssteg 6 ist im Bereich des vorderen Endes der Korpusschiene 1
mit Ausnahme einer stehengebliebenen, nach oben ausgebogenen, hakenartigen Zunge 7
ausgenommen, in deren Bereich eine Laufrolle 8 im Verbindungssteg 4 gelagert ist.
Auf der Laufrolle 8 liegt der Laufsteg 9 einer Ladenschiene 10 auf, die im hinteren
Endbereich eine Laufrolle 11 trägt, die zwischen die Führungsstege 5 und 6 der Korpusschiene
1 eingreift. Eine Schublade 12, die im Bodenbereich die Ladenschiene 10 aufweist,
stützt sich somit einerseits über den Laufsteg 9 der Ladenschiene 10 an der vorderen
Laufrolle 8 der Korpusschiene 1 und anderseits über die hintere Laufrolle 11 der Ladenschiene
10 am unteren Führungssteg 5 der Korpusschiene 1 ab, bis der Gesamtschwerpunkt der
Schublade 12 über den Bereich der Laufrolle 8 der Korpusschiene 1 hinausbewegt wird.
Das durch diese Schwerpunktsverlagerung bedingte Kippmoment der Schublade 12 wird
über den oberen Führungssteg 6 der Korpusschiene 1 aufgenommen, an den dann die Laufrolle
11 der Ladenschiene 10 angedrückt wird.
[0009] Um ein Abheben der Ladenschiene 10 von der vorderen Laufrolle 8 der Korpusschiene
1 zu verhindern, ist eine Aushebesicherung vorgesehen, die aus einem durch einen abgewinkelten
Randabschnitt des Laufsteges 9 der Ladenschiene 10 gebildeten Randsteg 13 und einem
diesen Randsteg 13 außen übergreifenden Stützanschlag 14 besteht. der durch die aufgebogene,
hakenförmige Zunge 7 am Verbindungssteg 4 der Korpusschiene 1 gebildet wird. Wie sich
der Fig. 1 unmittelbar entnehmen läßt. verhindert dieser Stützanschlag 14 das Abheben
des Laufsteges 9 der Ladenschiene 10 von der Laufrolle 8 der Korpusschiene 1, und
zwar über die gesamte Ausziehlänge. Die Anordnung des Stützanschlages 14 im Bereich
der Laufrolle 8 bietet darüber hinaus den Vorteil, daß trotz des vor allem durch den
Einlauf bedingten Abstandes zwischen dem Stützanschlag 14 und dem abgewinkelten Randsteg
13 das verbleibende Spiel bezüglich eines Hochschwenkens der Schublade 12 wegen des
durch den Abstand zwischen dem Stützanschlag 14 und der hinteren Laufrolle 11 bestimmten
Schwenkradius vergleichsweise klein bleibt.
[0010] In den Fig. 2 und 3 ist eine für das Einführen der Ladenschiene 10 in die Korpusschiene
1 kennzeichnende Zwischenstellung dargestellt. Zum Einführen der Laufrolle 11 der
Ladenschiene 10 ist die Laufrolle 11 zunächst über die Laufrolle 8 hinweg im Bereich
15 des über die Laufrolle 8 hinaus ausgenommenen oberen Führungssteges 6 zwischen
die Führungsstege 5 und 6 einzuführen. Dies bedeutet allerdings, daß der abgewinkelte
Randsteg 13 von oben auf den Stützanschlag 14 aufgesetzt wird. Um den abgewinkelten
Randsteg 13 durch den Stützanschlag 14 übergreifen zu können, ist mit Abstand vor
der Laufrolle 11 der Randsteg 13 mit einer Randausnehmung 16 versehen, durch die der
Stützanschlag 14 auf die Oberseite des Randsteges 13 durchtreten kann, wenn die Ladenschiene
10 entsprechend abgesenkt wird. Beim weiteren Längsverschieben der Ladenschiene 10,
die dann mit ihrem Laufsteg 9 auf der Laufrolle 8 der Korpusschiene 1 aufruht, wird
der Stützanschlag 14 gemäß der Fig. 1 oberhalb des Randsteges 13 geführt.
[0011] Damit für den Durchtritt des Stützanschlages 14 durch die Randausnehmung 16 eine
Einführhilfe geschaffen werden kann, ist der abgewinkelte Randsteg 13 der Ladenschiene
10 im Anschluß an das hintere Ende der Randausnehmung 16 in einem Längsabschnitt 17
nach oben ausgebogen, wie dies insbesondere der Fig. 2 entnommen werden kann. Beim
Einführen der Ladenschiene 10 in die Korpusschiene 1 rastet somit der Stützanschlag
14 in die durch den ausgebogenen Längsabschnitt 17 gebildete Einführhilfe ein und
wird zwangsläufig in die gegen diesen Längsabschnitt 17 offene Randausnehmung 16 verlagert.
Da wegen des Höhenversatzes ein Weiterschieben der Ladenschiene 10 ohne einen Durchtritt
des Stützanschlages 14 durch die Randausnehmung 16 verhindert wird, wird die Sicherungslage
des Stützanschlages 14 beim Einsetzen der Ladenschiene 10 in die Korpusschiene 1 gewährleistet.
Beim Ausziehen der eingeschobenen Ladenschiene 10 schlägt, falls nicht für einen vorhergehenden
Anschlag gesorgt ist, der Sicherungsanschlag 14 an den aufgewölbten Längsabschnitt
17 des Randsteges 13 an, was auch vorteilhaft als Ausziehanschlag ausgenützt werden
kann.
[0012] Obwohl die Erfindung anhand eines Einfachauszuges dargestellt ist, ist sie nicht
auf eine solche Ausführungsform beschränkt und könnte auch bei einem Vollauszug eingesetzt
werden, bei dem beispielsweise die Ladenschiene 10 durch einen hinteren, angelenkten
Stützhebel beim Ausziehen der Schublade 12 verlängert werden kann.
1. Schubladenführung mit zwei ineinandergreifenden Schienen, nämlich einer Korpusschiene
(1) und einer Ladenschiene (10), die mit einem oberen Laufsteg (9) auf einer Laufrolle
(8) im vorderen Endbereich der Korpusschiene (1) aufliegt und im hinteren Endbereich
eine zwischen einem oberen und einem unteren Führungssteg (5, 6) der Korpusschiene
(1) abrollende Laufrolle (11) trägt, sowie mit einer Aushebesicherung aus einem mit
einem Randsteg (13) der einen Schiene (10) zusammenwirkenden Stützanschlag (14) der
anderen Schiene (1), dadurch gekennzeichnet, daß der Randsteg (13) aus einem abgewinkelten
Randabschnitt des oberen Laufsteges (9) der Ladenschiene (10) besteht und daß der
vorzugsweise im Bereich der Laufrolle (8) der Korpusschiene (1) vorgesehene, am Verbindungssteg
(4) zwischen den beiden Führungsstegen (5, 6) angeordnete, über den oberen Führungssteg
(6) vorragende Stützanschlag (14) den abgewinkelten Randsteg (13) der Ladenschiene
(10) übergreift.
2. Schubladenführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützanschlag (14)
aus einer aufgebogenen, aus dem im übrigen Laufrollenbereich ausgenommenen oberen
Führungssteg (6) ausgeschnittenen Zunge (7) besteht.
3. Schubladenführung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der abgewinkelte
Randsteg (13) der Ladenschiene (10) mit Abstand von ihrer Laufrolle (11) im hinteren
Endbereich eine Randausnehmung (16) für den Durchtritt des Stützanschlages (14) aufweist.
4. Schubladenführung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Randsteg (13) im
Anschluß an die Randausnehmung (16) für den Durchtritt des Stützanschlages (14) auf
der gegen den hinteren Endbereich der Ladenschiene (10) gerichteten Seite einen nach
oben ausgebogenen Längsabschnitt (17) bildet.
5. Schubladenführung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der nach oben ausgebogenen
Längsabschnitt (17) einen mit dem Stützanschlag (14) zusammenwirkenden Ausziehanschlag
für die Ladenschiene (10) bildet.