[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Barren
aus Leichtmetall oder einer Leichtmetallegierung, insbesondere aus Magnesium oder
einer Magnesiumlegierung mit einem Durchmesser von 60 bis 400 mm.
[0002] Das Herstellen von Leichtmetall-, insbesondere von Magnesium-Barren erfolgt nach
heutigem Stand der Technik üblicherweise dadurch, daß Gießstränge mit großem Durchmesser,
vorzugsweise 400 bis 600 mm Durchmesser mittels bekannter Stranggießverfahren gegossen
werden. Danach muß eine spanende Bearbeitung der Oberfläche der Gießstränge zur Beseitigung
der Gußrandschale erfolgen. Schließlich wird der Gießstrang durch Strangpressen auf
die gewünschten Abmessungen des Barrens gebracht.
[0003] Die Bezeichnung der so gefertigten Barren ist "Pre-ex (Pre-extruded) Barren".
[0004] Nachteile des Standes der Technik sind insbesondere:
- Eine ungünstige Ausbringung durch die lange Prozeßkette:
1. Das Stranggießen von Gießsträngen mit großem Durchmesser mit etwa 80 % Ausbringung.
2. Die spanende Bearbeitung mit etwa 90 % Ausbringung.
3. Das Strangpressen auf die gewünschten Abmessungen des Barrens mit etwa 70 % Ausbringung.
Das ergibt dann insgesamt eine Ausbringung von nur etwa 50 %.
Die Folge sind ein äußerst hoher Energieverbrauch für den Fertigungsprozeß und zusätzlich
für die Wiederaufbereitung des Rücklaufmaterials.
- Weiterhin entsteht ein hoher Energieverbrauch durch den notwendigen Betrieb einer
Strangpresse, die für das Strangpressen der großformatigen Barren eine Preßkraft in
der Größenordnung um 10.000 t und mehr aufweisen muß. Da Strangpressen in dieser Größenordnung
nur an wenigen Stellen in der Welt betrieben werden, ergibt sich daraus die Tatsache,
daß nur wenige Firmen weltweit in der Lage sind, diese "Pre-ex"-Barren zu fertigen.
- Ein weiterer Nachteil dieses mehrstufigen Verfahrens liegt darin, daß kleinere Bedarfsmengen
nicht wirtschaftlich gefertigt werden können. Auch kurzfristige Bedarfsdeckungen sind
wegen des mehrstufigen Verfahrens nicht möglich.
[0005] Barren aus Leichtmetall oder einer Leichtmetallegierung, insbesondere aus Magnesium
oder einer Magnesiumlegierung können zwar für Versuchszwecke mit herkömmlichen Gießtechniken,
z. B. im Sandgießverfahren hergestellt werden. Die Gefügeeigenschaften sind jedoch
wegen der äußerst geringen Erstarrungsgeschwindigkeiten für die Weiterverarbeitung,
insbesondere das Strangpressen ungünstig. Eine Einzelfertigung erfordert einen sehr
hohen manuellen Aufwand für die Formherstellung sowie die Weiterverarbeitung des Gußrohlings.
Der Gußrohling muß vom Anguß- und Laufsystem befreit werden und rundum auf das Fertigmaß
für die Weiterverarbeitung bearbeitet werden. Durch das großvolumige Anguß- und Steigersystem
sowie die spanende Bearbeitung ergibt sich auch für das Sandgießverfahren eine sehr
geringe Ausbringung in der Größenordnung um etwa 50 %. Für eine Serienfertigung von
Barren ist das Sandgießverfahren somit nicht geeignet.
[0006] Der konventionelle, wassergekühlte Strangguß von Magnesium oder Magnesiumlegierung
ist bei kleinen Formaten wegen der damit verbundenen Explosionsgefahr nicht geeignet.
[0007] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Herstellen von Barren, insbesondere Preßbarren aus Leichtmetall oder einer Leichtmetallegierung,
insbesondere aus Magnesium oder einer Magnesiumlegierung, mit einem Durchmesser von
60 - 400 mm zu schaffen, welches sowohl für eine Serienfertigung als auch für eine
Einzelfertigung für kleine Bedarfsmengen und eine kurzfristige Bedarfsdeckung geeignet
ist. Die Barren sollen ohne weitere Bearbeitung die gewünschten Abmessungen aufweisen,
so daß eine spanende Bearbeitung der Barrenoberflächen entfallen bzw. auf ein Minimum
reduziert werden kann. Schließlich soll die Gesamtausbringung auf etwa 80 % und darüber
erhöht werden.
[0008] Ausgehend von dieser Problemstellung wird ein Verfahren zum Herstellen von Barren,
insbesondere von Preßbarren aus Leichtmetall oder einer Leichtmetallegierung, insbesondere
aus Magnesium oder einer Magnesiumlegierung, mit einem Durchmesser von 60 bis 400
mm vorgeschlagen, das erfindungsgemäß durch die Verwendung einer rohrförmigen Metallkokille
mit einem dem gewünschten Durchmesser bzw. Querschnitt des Barrens entsprechenden
Innendurchmesser bzw. Innenquerschnitt gekennzeichnet ist. Vorzugsweise wird eine
stranggepreßte Metallkokille, die besonders bevorzugt aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung
bestehen kann, verwendet. Die Abkühlungsgeschwindigkeit in einer solchen Kokille ist
so hoch, daß sie sogar zum Herstellen von Barren aus Aluminium und dessen Legierungen
geeignet ist. Um die Kühlwirkung der Metallkokille zu erhöhen, kann die Kokille bevorzugt
mit Kühlrippen und/oder Kühlmittelkanälen versehen sein.
[0009] Derartige Kokillen lassen sich schnell durch Strangpressen mit jedem beliebigen Innendurchmesser
bzw. Innenquerschnitt sowie mit Kühlrippen oder Kühlkanälen herstellen, so daß der
mittels dieser Kokille hergestellte Barren bereits die jeweiligen, für die Weiterverarbeitung
erforderlichen Abmessungen aufweist, ohne daß zusätzliche Bearbeitungsschritte erforderlich
sind. Die bevorzugt eingesetzte Kokille aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung
hat an ruhender Luft bereits eine so hohe Kühlwirkung, daß eine zusätzliche Kühlung
im allgemeinen nicht erforderlich ist. Eine Erhöhung der Kühlwirkung der Kokille läßt
sich bei Bedarf jedoch auf einfache Weise durch Anblasen mittels Luft erreichen. Des
weiteren ist es ebenfalls möglich, eine erhöhte Kühlung mittels eines Wassernebels
zu erreichen.
[0010] Weist die Kokille Kühlmittelkanäle auf, kann das Kühlmittel durch die Kanäle geleitet
werden, das in diesem Fall gasförmig oder flüssig sein kann, oder auch als Wassernebel
durch die Kühlmittelkanäle geführt werden kann.
[0011] Die Innenfläche der Metallkokille kann mit einer herkömmlichen Schlichte versehen
sein, und als Kokillenwerkstoff kommen Metalle in Frage, die sich durch Strangpressen
umformen lassen und eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Vorzugsweise kommen daher
für die Kokille Aluminium oder Aluminiumlegierungen in Frage.
[0012] Bei einer Verfahrensvariante wird die Leichtmetall- bzw. Leichtmetallegierungsscnmelze,
insbesondere die Magnesium- oder Magnesiumlegierungsschmelze, von oben in das als
Kokille verwendete Strangpreßprofil mit steigendem Metallspiegel eingefüllt. Als unterer
Abschluß für die Kokille dient eine Metallplatte, vorzugsweise eine Stahlplatte, die
auch gekühlt sein kann. Um eine ruhige Metallzuführung ohne Wirbel und Turbulenzen
zu erreichen, erfolgt die Schmelzezufuhr während des Gießens stets unterhalb der Schmelzeoberfläche
und zwar bevorzugt in der Weise, daß ein gleichbleibender Abstand einer in die Schmelze
eingetauchten Schmelzedüse von der Schmelzeoberfläche mittels eines Schwimmers durch
Absenken der Kokille oder Anheben der Schmelzedüse eingestellt wird.
[0013] Eine ruhige Metallzuführung ohne Wirbel und Turbulenzen kann auch ohne die Verwendung
eines Schwimmers erreicht werden, indem das Absenken der Kokille bzw. Anheben der
Schmelzedüse in Abhängigkeit der Formfüllgeschwindigkeit so gesteuert wird, daß die
Schmelzedüse immer in die Schmelze eingetaucht bleibt.
[0014] Ein leichtmetallresistenter Filter in der Schmelzedüse kann ebenfalls eine ruhige
Metallzuführung bewirken und vermindert oder vermeidet dazu noch das Einbringen von
Oxiden und/oder Verunreinigungen in die Kokille.
[0015] Durch das Schrumpfen des Leichtmetalls oder der Leichtmetallegierung, insbesondere
des Magnesiums oder der Magnesiumlegierung, während des Erstarrens lassen sich die
Barren leicht aus dem als Kokille verwendeten Strangpreßprofil herausnehmen. Das als
Kokille verwendete Strangpreßprofil erfordert keinerlei Nacharbeit und steht unmittelbar
für weiteren Einsatz zur Verfügung.
[0016] Das Verfahren zeichnet sich durch eine sehr hohe Ausbringung aus, da ein notwendiger
Verschnitt allenfalls auf den untersten Bereich des Barrens beschränkt ist, bei dem
es beim anfänglichen Einfüllen der Leichtmetall- bzw. Leichtmetallegierungsschmelze,
insbesondere der Magnesium- bzw. Magnesiumlegierungsschmelze, zu Turbulenzen und Oxideinschlüssen
kommt und der somit allein bei entsprechenden Anforderungen an die Sauberkeit abgetrennt
werden muß. Das gesamte restliche Material bis zum oberen Metallspiegel kann direkt
für die Weiterverarbeitung eingesetzt werden. Zusätzlich kann ggf. die Oberfläche
des Gußrohlings durch Strahlen gereinigt oder auch geringfügig spanend bearbeitet
werden, um eine metallisch saubere Oberfläche zu erhalten, wenn entsprechende Anforderungen
an die herzustellenden Produkte, insbesondere Strangpreßprofile bestehen.
[0017] In anderen Verfahrensvarianten kann die Leichtmetall- oder Leichtmetallegierungsschmelze,
insbesondere die Magnesium- oder Magnesiumlegierungs-Schmelze, auch von unten in das
als Kokille verwendete Strangpreßprofil mit steigendem Metallspiegel eingefüllt werden.
Als Verfahrensvarianten kommen z. B. das Niederdruck-Gießverfahren oder auch das Schwerkraft-Gießverfahren
mit steigender Formfüllung in Frage.
[0018] Die Vorrichtung zum Herstellen von Barren aus Leichtmetall oder einer Leichtmetallegierung,
insbesondere aus Magnesium oder einer Magnesiumlegierung, mit einem Durchmesser von
60 bis 400 mm weist eine Kokille auf, die als Rohr mit glatter Außenwand oder mit
Kühlrippen und/oder Kühlmittelkanälen versehen ist und aus stranggepreßtem Aluminium
oder einer stranggepreßten Aluminiumlegierung besteht. Die Kokille kann einteilig
sein oder mehrteilig aus Strangpreßprofilsegmenten zusammengesetzt sein und eine Unterlage
aus einer Metallplatte, die auch gekühlt sein kann, aufweisen.
[0019] Um bei der Formfüllung von oben einen gleichbleibenden Abstand einer in die Schmelze
eingetauchten Schmelzedüse von der Schmelzeoberfläche zu gewährleisten, kann ein Schwimmer
vorgesehen sein, der die Schmelzezufuhr steuert.
[0020] In der Schmelzedüse kann ein leichtmetallresistenter Filter angeordnet sein.
[0021] Es lassen sich Barren mit einer der Höhe der Kokille entsprechenden Länge herstellen.
[0022] Um einer möglichen Lunkerbildung im oberen Bereich des Barrens entgegenzuwirken,
kann im oberen Bereich der Kokille eine Wärmeisolierung vorgesehen sein. Diese Wärmeisolierung
kann als an der Innenseite und/oder der Außenseite der Kokille im oberen Bereich angeordnete,
wärmeisolierende Beschichtung ausgebildet sein. Anstelle oder zusätzlich zu dieser
Beschichtung kann auch ein wärmeisolierender Aufsatz auf der Kokille vorgesehen sein.
[0023] Dieser Aufsatz kann aus einem Rohrstück aus Formsand, das vorzugsweise sich nach
oben konisch verjüngend ausgebildet ist, bestehen.
[0024] Für eine Serienfertigung kann das Verfahren in Form einer Bandfertigung oder Karussellfertigung
angewendet werden. Wichtig dabei ist die Kühlstrecke, die bis zum Erstarren und zur
Entnahme des Barrens aus der Kokille benötigt wird. Es kann auch gleichzeitig mehrsträngig
gegossen werden, indem mit einer entsprechenden Verteilerpfanne oberhalb mehrerer
Kokillen gearbeitet wird.
[0025] Die Erfindung wird nachstehend anhand mehrerer, in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
des näheren erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Kokille mit Darstellung des angewandten
Gießverfahrens,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf eine erste Ausführungsform einer Kokille,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform einer Kokille für erhöhte Kühlwirkung,
- Fig. 4
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Kokille mit Darstellung des angewandten
Gießverfahrens und einer gekühlten Bodenplatte,
- Fig. 5
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Kokille mit Darstellung des angewandten
Gießverfahrens und eines leichtmetallresistenten Filters,
- Fig. 6
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Kokille mit Darstellung des angewandten
Gießverfahrens und eines anders angeordneten, leichtmetallresistenten Filters,
- Fig. 7
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Kokille mit Darstellung des angewandten
Gießverfahrens und einer Wärmeisolierung im oberen Bereich der Kokille und
- Fig. 8
- eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Kokille mit Darstellung des angewandten
Gießverfahrens und einer anderen Ausführungsform einer Wärmeisolierung im oberen Bereich
der Kokille.
[0026] Eine stranggepreßte Kokille 1 aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung weist eine
Rohrwand 2 mit einem dem gewünschten Durchmesser des Barrens entsprechenden Innendurchmesser
und radiale Kühlrippen 3 auf. Die Kokille 1 ruht auf einer Bodenplatte 4 aus Metall,
und das Ganze wird von einer Absenkvorrichtung 10 getragen. Die Bodenplatte 4 kann,
wie in Fig. 4 dargestellt, Kühlkanäle 16 aufweisen. In die Kokille 1 ragt eine Schmelzedüse
6 hinein, die aus einem leichtmetall-, insbesondere magnesiumbeständigen Material
besteht. Mit der Düse 6 steht ein Schwimmer 7 ebenfalls aus leichtmetall-, insbesondere
magnesiumbeständigem Material in Verbindung, der dafür sorgt, daß Leichtmetall- oder
Leichtmetallegierungsschmelze bzw. die Magnesium- oder Magnesiumlegierungsschmelze
8 stets mit einem gleichmäßigen Abstand zu einer Schmelzeoberfläche 9 in die Kokille
1 eingeführt wird.
[0027] Die Absenkvorrichtung 10 wird entsprechend der Gießgeschwindigkeit abgesenkt, bis
die Kokille mit Metallschmelze gefüllt ist. Das Abkühlen der Schmelze erfolgt an ruhender
Luft oder wird durch Anblasen der Kühlrippen mit Luft oder durch Besprühen mit einem
Wassernebel beschleunigt.
[0028] Wenn die Kühlwirkung ausreichend ist, kann die Kokille auch als glattes Rohr ohne
Kühlrippen ausgebildet sein.
[0029] Mit dem beschriebenen Verfahren lassen sich Barren mit einer der Höhe der Kokille
entsprechenden Länge herstellen. Selbstverständlich ist es möglich, die Düse 6 entsprechend
der Gießgeschwindigkeit anzuheben, statt die Kokille 1 abzusenken.
[0030] Das in Fig. 3 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine aus Kokillensegmenten 11
bestehende Kokille, in deren Rohrwand 12 Kühlmittelkanäle 13 angeordnet sind. Zusätzlich
sind äußere Kühlrippen 14 dargestellt, die jedoch nicht erforderlich sind, wenn die
Kühlung durch das durch die Kühlmittelkanäle 13 geführte Kühlmittel ausreichend ist.
Im dargestellten Beispiel besteht die Kokille besteht aus vier Kokillensegmenten 11,
die z. B. mittels einer Schwalbenschwanzverbindung 15 formschlüssig miteinander verbunden
sind, jedoch kann die Kokille auch aus weniger oder mehr Kokillensegmenten bestehen.
[0031] Selbstverständlich sind auch andere Verbindungsmöglichkeiten z. B. durch Verschweißen
möglich.
[0032] Um ein Anhaften des Leichtmetalls oder der Leichtmetallegierung an der Innenfläche
der Kokillenrohrwand zu vermeiden, kann diese mit einer herkömmlichen Schlichte behandelt
sein.
[0033] Der Querschnitt der Kokille kann, wie dargestellt, kreisförmig sein, kann jedoch
auch andere Querschnittsformen aufweisen.
[0034] Die Abkühlungsgeschwindigkeit an der Wand 2 der Kokille ist so groß, daß die aus
Aluminium oder einer Aluminiumlegierung stranggepreßte Kokille 1 auch zum Herstellen
von Barren aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung geeignet ist.
[0035] Um die Formfüllgeschwindigkeit zu steuern, kann gemäß Fig. 5 ein leichtmetallresistenter
Filter 17 zwischen dem Schwimmer 7 und der Schmelzedüse 6 oder gemäß Fig. 6 anstelle
des Schwimmers an der Schmelzedüse 6 angeordnet sein. Damit läßt sich das Einbringen
von Oxiden und anderen Verunreinigungen in die Schmelze vermindern oder sogar ganz
vermeiden.
[0036] Um einer Lunkerbildung im oberen Bereich des Barrens entgegenzuwirken, kann im oberen
Bereich der Kokille 1, innen und/oder außen, eine wärmeisolierende Beschichtung 18,
19 angebracht sein. Der gleiche Zweck läßt sich auch durch einen in Fig. 8 dargestellten
Aufsatz 20 in Form eines sich konisch nach oben verengenden Rohrstücks aus Formsand
erreichen, der allein oder zusätzlich zu der Beschichtung 18, 19 in Fig. 7 die Wärmeisolierung
bildet.
1. Verfahren zum Herstellen von Barren, insbesondere von Preßbarren aus Leichtmetall
oder einer Leichtmetallegierung, insbesondere aus Magnesium oder einer Magnesiumlegierung,
mit einem Durchmesser von 60 bis 400 mm, gekennzeichnet durch die Verwendung einer rohrförmigen Metallkokille mit einem dem gewünschten Durchmesser
bzw. Querschnitt des Barrens entsprechenden Innendurchmesser bzw. Innenquerschnitt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung einer stranggepreßten Metallkokille.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Kühlrippen und/oder Kühlmittelkanäle aufweisenden Kokille.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet durch die Verwendung einer stranggepreßten Kokille aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kokille mittels Luft gekühlt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kokille mittels Wassernebel gekühlt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kokille mittels eines flüssigen Kühlmittels gekühlt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzezufuhr während des Gießens stets unterhalb der Schmelzeoberfläche
erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein gleichbleibender Abstand einer in die Schmelze eingetauchten Schmelzedüse
von der Schmelzoberfläche mittels eines Schwimmers durch Absenken der Kokille oder
Anheben der Schmelzedüse eingestellt wird.
10. Vorrichtung zum Herstellen von Barren, insbesondere Preßbarren aus Leichtmetall oder
einer Leichtmetallegierung, insbesondere aus Magnesium oder einer Magnesiumlegierung,
mit einem Durchmesser von 60 bis 400 mm in einer Kokille, gekennzeichnet durch eine als glattes Rohr oder mit Kühlrippen (3, 14) und/oder Kühlmittelkanälen (13)
ausgebildete Kokille (1; 11) aus stranggepreßtem Aluminium oder einer stranggepreßten
Aluminiumlegierung.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch eine mehrteilige aus Strangpreßprofilsegmenten (11) zusammengesetzte Kokille.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, gekennzeichnet durch eine Metallplatte (4) als Unterlage für die Kokille (1; 11).
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallplatte (4) gekühlt ist.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 13, gekennzeichnet durch eine Halterung für die Kokille (1; 11) und eine Absenkvorrichtung (10) für die Metallplatte
(4).
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 14, gekennzeichnet durch eine Wärmeisolierung (18, 19, 20) im oberen Bereich der Kokille (1; 11).
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch eine wärmeisolierende Beschichtung (18, 19) an der Innenseite und/oder der Außenseite
des oberen Bereichs der Kokille (1; 11).
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, gekennzeichnet durch einen wärmeisolierenden Aufsatz (20) auf dem oberen Bereich der Kokille (1; 11).
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der wärmeisolierende Aufsatz (20) aus einem Rohrstück aus Formsand besteht.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohrstück (20) sich nach oben konisch verjüngend ausgebildet ist.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 19, gekennzeichnet durch einen leichtmetallresistenten Filter (17) in der Schmelzedüse (6).