[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine - insbesondere feuerfeste - Dämmplatte
zur akustischen und/oder thermischen Isolierung von Gebäuden oder Gebäudeteilen nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1 und auf die Herstellung einer solchen Dämmplatte.
[0002] Elastische, feuerfeste Dämmplatten zur Dämmung von Durchgangsschall und/oder zur
thermischen Isolierung von Wänden und Zwischenwänden bestehen meistens aus Glasfasern,
Schlacken- oder Mineralwolle und konnten bisher nicht auf einfache Art, z.B. mittels
doppelseitiger Klebefolie, mit Holzfaser- bzw. Spanplatten, oder mit metallischen
Oberflächen und dergleichen verbunden werden, so wie dies zum Beispiel mit Platten
aus Kunstharzschaum möglich ist, weil auf der Glas- bzw. Mineralwolloberfläche eine
solche Folie nicht haftet.
[0003] Zur Beseitigung dieses Mangels beschreibt beispielsweise die Patentanmeldung DT 25
56 766 A1 eine mehrlagige feuerfeste Schalldämmplatte und ein aufwendiges Verfahren
zur Herstellung einer solchen Platte. Dabei wird in einer speziell angefertigten Form
eine Giessmasse eingefüllt, eine Verstärkungseinlage eingebettet, und weitere Giessmasse
eingefüllt. Anschliessend werden gegebenenfalls Formbausteine eingelegt bzw. Sand,
Kies oder eine Mischung davon aufgebracht. Diese Elemente können auch zuerst in die
Form eingebracht und anschliessend das Harz und die Verstärkungseinlage aufgebracht
werden. Die fertigen Platten können auf die zu verkleidende Wand genagelt, aufgedübelt,
aufgeschraubt oder geklebt werden. Für die Montage am Bau ist damit auf jeden Fall
zusätzliches Werkzeug und Befestigungsmaterial (Dübel, Schrauben, Kleber, etc.) erforderlich.
[0004] In DE 32 15 811 C2 wird eine mehrlagige, wärmeisolierende und feuerhemmende Verbundplatte
beschrieben, bei der zwei gleichartige Plattenelemente aus gepresster Mineralwolle
mit Wasserglasleim auf den gegenüberliegenden Seiten einer Reflexionsfolie aus Aluminium
aufgeklebt werden. Die solcherart hergestellten Verbundplatten müssen auf Grund der
geringen mechanischen Festigkeit und der fehlenden grossflächigen Verbindung zur Decke
bzw.
[0005] Wand mit speziellen mechanischen Befestigungen in Position gehalten werden.
[0006] Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine feuerfeste Dämmplatte
bereitzustellen, die im Gegensatz zum Stand der Technik in einfacher Art und Weise
entweder auf unterschiedliche geeignete Trägerplatten, -folien oder ähnliche Unterlagen
bzw. direkt auf die zu isolierenden Wandelemente geklebt werden kann. Diese Aufgabe
wird z.B. durch die Kombination der im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen Merkmale
erstmals in überraschender Weise gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung
sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0007] Die - vorzugsweise vorgepresste - Glas- bzw. Mineralwolle wird ein- bis zweimal mit
konzentrierter Wasserglaslösung bestrichen, wobei der erste Anstrich nach der Trocknung
plangeschliffen wird und der zweite vorzugsweise einen Plastifizierungszusatz enthält,
um Rissbildungen zu vermeiden. Dadurch ergibt sich eine Oberfläche, auf der eine doppelseitige
Klebefolie gut haftet, mit deren zweiter Klebefläche dann Platten oder Bauteile auf
Holzbasis oder aus Metall, Wandelemente, Aluminiumfolien oder dergleichen verbunden
werden können.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung rein beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher erläutert.
[0009] Es zeigen:
- Fig.1
- eine Dämmplatte mit beidseitig aufgezogener, doppelseitiger Klebefolie und Schutzfolie
(Trennpapier).
- Fig.2
- zwei erfindungsgemässe Dämmplatten, die über eine Aluminiumfolie miteinander verbunden
sind.
- Fig.3
- Eine mit einer Trägerplatte versehene, erfindungsgemässe Dämmplatte.
[0010] Auf ein Schalldämmmaterial 4, das bevorzugt aus einer vorgepressten Glas- bzw. Mineralwolleplatte
besteht, wird eine die gesamte Oberfläche benetzende erste Schicht aus Wasserglas,
gegebenenfalls mit einem Härterzusatz aufgebracht, die mit besagtem Material eine
Diffusionszone 5 bildet. Diese Diffusionszone 5 härtet während der Trocknung aus und
wird anschliessend - gemäss einer ersten Ausführungsform der Erfindung - plan geschliffen,
da Mineralwollplatten in der Regel eine sehr unebene, für einen Klebevorgang ungeeignete
Oberfläche aufweisen.
[0011] Das Schleifen erfolgt auf Grund der abrasiven Stäube vorzugsweise nur in geschlossenen
Schleifautomaten, andernfalls die dafür vorgesehenen Vorsichtsmassnahmen zu treffen
sind (Atem- und Augenschutz, geschlossene Arbeitskleidung, Handschuhe etc.).
[0012] Anschliessend wird eine zweite Wasserglasschicht 6, der 2 bis 20, vorzugsweise 5
bis 10 Gew.% eines Weichmachers zugesetzt wurde, der bevorzugt aus einem Akrylharz
oder einer Mischung verschiedener Akrylharze besteht, aufgebracht. Dadurch kann eine
sonst gegebenenfalls auftretende Riss- und Haarrissbildung auf der Oberfläche wirkungsvoll
verhindert werden. Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird die mit Weichmacher
versehene Lösung des Wasserglases zusätzlich noch eingefärbt, um eine optische Kontrolle
zu ermöglichen, ob bereits beide Schichten aufgetragen wurden.
[0013] Der Wasserglasauftrag liegt für beide Schichten 5 und 6 zusammen bei 400 bis 1000,
insbesondere bei 600 bis 800 g/m2. Ein höherer Auftrag wird zu teuer und macht die
Platte zu schwer, ein geringerer zeigt nicht mehr die erforderliche Wirkung.
[0014] Nach vollständiger Trocknung der zweiten Wasserglasschicht 6 kann die doppelseitige
Klebefolie 7, bevorzugt mit einseitiger Abdeckung durch eine Schutzfolie bzw. ein
Trennpapier 8, aufgebracht werden, was bei gleichmässiger, ebener Auftragung der zweiten
Schicht 6 ohne einen weiteren Schleifvorgang durchgeführt werden kann. Als doppelseitige
Klebefolie können dabei alle gängigen Fabrikate verwendet werden, die einerseits auf
der planen Oberfläche des Wasserglases, andererseits auf Platten oder Bauteilen auf
Holzbasis oder aus Metall eine ausreichende Haftung erzielen. Dabei können aufgerollte,
doppelseitige Klebefolien verwendet werden, bei denen nur eine Schutzfolie erforderlich
ist, oder auch Klebefolien, bei denen zwei unterschiedliche Schutzfolien für die Abdeckung
der beiden Klebeflächen verwendet werden.
[0015] Eine andere Möglichkeit, eine entsprechend glatte Oberfläche zu erzeugen, ergibt
sich wie folgt: auf den glatten Boden einer den Grundriss der gewünschten Dämmplatte
aufweisenden, oben offenen Form wird zunächst ein Trennmittel (Trennpapier, Teflon,
Trennspray, etc.) oder eine Folie eingebracht, deren zur Form weisende Oberfläche
selbstklebend ausgebildet, jedoch mit einem Trennpapier abgedeckt ist. Darauf bringt
man wenigstens eine Schicht aus - gegebenenfalls mit Härter versetztes - Wasserglas,
und anschliessend die auf ihrer Unterseite bisher unbehandelte Dämmplatte mit oder
ohne Einwirkung von Druck ein. Nach Trocknung bzw. Härtung des Wasserglases kann die
Platte aus der Form entfernt werden und weist nun, ohne weitere Nachbearbeitung, eine
zur Verklebung ausreichend ebene Oberfläche auf.
[0016] Die solcherart hergestellte Dämmplatte kann nun, nach Entfernen der äusseren Schutzfolie
der doppelseitigen Klebefolie 7, entweder direkt auf dafür geeignete Oberflächen von
Gebäuden bzw. Gebäudeelementen, insbesondere auf metallischen, Holz- oder holzähnlichen
Oberflächen, befestigt und der jeweiligen Oberflächenstruktur angepasst werden. So
können zum Beispiel Metall- und Holzträger alleine, ohne Zuhilfenahme weiterer Befestigungsmittel
wie Schnüre, Klebebänder, Nägel, Klammern oder ähnliches isoliert werden. Auch bei
einem Aufbringen auf flächigen Gebäudeelementen wird durch das Wegfallen der oft mühsamen
zusätzlichen Befestigungsarbeit eine wesentlich höhere Verlegungsgeschwindigkeit erreicht.
[0017] Eine andere bevorzugte Ausführung der Erfindung ergibt sich, wenn die Schalldämmplatte
1 mit der doppelseitigen Klebefolie 6 auf eine Trägerplatte 8, beispielsweise eine
Hartfaser- oder Verbundplatte, oder auf eine Folie, beispielsweise aus Aluminium,
aufgeklebt wird.
[0018] Durch die erhöhte mechanische Festigkeit kann eine mit einer Trägerplatte 3 versehene
Dämmplatte 1,1a auf grösseren Flächen leicht und rationell befestigt werden. So können
solche Elemente auch auf eine an und für sich für eine Verklebung ungeeignete Mauerfläche
mittels Bindemörtel montiert werden, wie dies bereits zur Wärmedämmung mit Platten
aus Kunstharzschaum durchgeführt wird. Selbstverständlich können solcherart hergestellte
Dämmplatten 1,1a auch angedübelt, geschraubt oder hinter entsprechenden Abhängkonstruktionen
bzw. Verschalungen eingehängt bzw. eingeschoben werden.
[0019] Auf Aluminium oder anderen Folien aufgebrachte Dämmplatten 1, die bei Bedarf mit
einer zweiten doppelseitigen Klebefolie auf der anderen Seite der Aluminiumfolie versehen
sind, können vorteilhaft als lange, für Lagerung und Transport aufgerollte Dämmbahnen
eingesetzt werden, wenn grössere Flächen isoliert werden müssen.
[0020] Eine weitere, bevorzugte Ausführung der Erfindung ergibt sich, wenn auf der Aussenseite
(d.h. auf der der zu isolierenden Fläche abgewandten Seite des Dämmelements) einer
mit einer doppelseitigen Klebefolie 7 auf einer Trägerplatte 3 montierten Dämmplatte
1 eine weitere Trägerplatte 3 aufgebracht wird. Dazu wird in zeitlicher Abfolge vorzugsweise
nach oder vor dem Aufbringen der ersten doppelseitigen Klebefolie 7 eine zweite doppelseitige
Klebefolie 7 auf der gegenüberliegenden Seite des Dämmmaterials 4 aufgebracht und
dieses über die zwei doppelseitigen Klebefolien auf beiden Seiten mit jeweils einer
Trägerplatte 3 verbunden. Die Aussenseite einer der Trägerplatten 3 kann dabei in
weitem Rahmen gestaltet werden, so dass nach der Montage keine oder nur noch wenige
Arbeitsschritte (Feinputz, farbliche Anpassung) zur Herstellung einer ästhetisch ansprechenden
Oberfläche notwendig sind. Auch dadurch können auf Grund des verringerten Arbeitsaufwandes
vor Ort erhebliche Einsparungen getroffen werden.
[0021] Eine gegenüber der letzten Variante etwas vereinfachte Ausführung einer mit zwei
Trägerplatten 3 versehenen Dämmplatte 1,1a ergibt sich, wenn statt der einen Trägerplatte
3 eine Abdeckschicht, bestehend aus einem feuerfesten Veputz, einer Wasserglasschicht,
die bei Bedarf plangeschliffen oder gegossen wird, und/oder einer Farbschicht in einer
oder mehreren Lagen aufgebracht wird.
1. Dämmplatte (1), insbesondere aus Glas-, Mineral- oder Schlackenwolle, zur akustischen
und/oder thermischen Dämmung von Gebäuden bzw. Gebäudeteilen, bei der auf mindestens
einer Seite eine erste Wasserglasschicht (5) aufgebracht ist, dadurch gekennzeichnet,
dass diese erste Wasserglasschicht (5) eine ebene Fläche bildet, auf der eine selbstklebend
ausgebildete, mit einer Schutzfolie bzw. einem Trennpapier (8) abgedeckte Folie (7)
aufgebracht ist.
2. Dämmplatte (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der ersten Wasserglasschicht
(5) zumindest eine weitere (zweite) Wasserglasschicht (6) aufgebracht ist, wobei die
Gesamtmenge des aufgetragenen Wasserglases 400 bis 1000, vorzugsweise 600 bis 800
g/m2 beträgt.
3. Dämmplatte (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Wasserglasschichten
(5,6) einen Weichmacher, vorzugsweise in einer Konzentration von 2 bis 20, insbesondere
von 5 bis 10 Gewichts%, und/oder einen Farbstoff enthält.
4. Dämmplatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Weichmacher aus einem Akrylharz oder aus einer Mischung unterschiedlicher Acrylharze
besteht.
5. Dämmplatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
sie auf wenigstens einer Seite mit einer Schutzfolie (8), einem Bauteil (3) - insbesondere
auf Holzbasis oder aus Metall - oder mit einer Folie (2), vorzugsweise aus Aluminium,
verklebt ist.
6. Dämmplatte (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf der anderen Seite
der Aluminiumfolie bzw. des Bauteils eine weitere Dämmplatte (1a) angeordnet ist.
7. Dämmplatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
auf derjenigen Seite des Dämmmaterials (4), die der mit der selbstklebenden Folie
(7) verbundenen Seite gegenüberliegt, eine Abdeckschicht aufgebracht ist, die zumindest
eine der folgenden Komponenten enhält: Wasserglas, Verputz, Farbgeber.
8. Verfahren zur Herstellung einer akustisch und/oder thermisch isolierenden Dämmplatte
(1, 1a) mit einer zumindest auf einer Seite aufgebrachten ersten Wasserglasschicht
(5), dadurch gekennzeichnet, dass diese erste Wasserglasschicht (5) durch ein geeignetes
Verfahren mit einer weitgehend ebenen Abschlussfläche versehen und anschliessend mit
einer zweiten Wasserglasschicht (6), die vorzugsweise einen Zusatz bestehend aus einem
Weichmacher und/oder einem Farbstoff enthält, abgedeckt wird, und auf dieser nach
Trocknung und Aushärtung eine doppelseitige Klebefolie (7) aufgezogen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbildung einer weitgehend
ebenen Abschlussfläche durch einen oder mehrere Schleifvorgänge erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbildung einer weitgehend
ebenen Abschlussfläche durch Giessen in eine, gegebenenfalls mit einem Trennmittel
beschichtete oder belegte, Form erfolgt.