[0001] Die Erfindung betrifft ein fluidbetriebenes Schlagwerk mit einem in einem Arbeitszylinder
beweglichen und auf ein Werkzeug aufschlagenden Schlagkolben sowie einer Steuerung
mit einem bezüglich eines Gehäuses beweglichen Steuerschieber, wobei der Schlagkolben
zwei unterschiedlich große Kolbenflächen aufweist, von denen die kleinere, in Richtung
des Rückhubs wirksame Kolbenfläche ständig mit einer unter Arbeitsdruck stehenden
Druckleitung und die größere, in Richtung des Arbeitshubs wirksame Kolbenfläche über
die Steuerung wechselweise mit der Druckleitung und einer Ablaufleitung verbunden
ist. Der Steuerschieber weist in zueinander entgegengesetzter Richtung wirksame Schieberflachen
auf, die derart ausgebildet und druckbeaufschlagt sind, daß der Steuerschieber mit
der Annäherung des Schlagkolbens während des Rückhubs an den oberen Totpunkt in die
Arbeitshubstellung umschaltet, in welcher auch an der größeren Kolbenfläche der Arbeitsdruck
anliegt, und mit der Annäherung des Schlagkolbens während des Arbeitshubs an den Aufschlagpunkt
in die Rückhubstellung überführt wird, in welcher die Beaufschlagung der größeren
Kolbenfläche mit dem Arbeitsdruck unterbrochen und eine Verbindung zur Ablaufleitung
hergestellt ist.
[0002] Ein fluidbetriebenes Schlagwerk der eingangs erwähnten Gattung ist in der Druckschrift
DE-C2-34 43 542 vorbeschrieben. Bei der bekannten Vorrichtung weist der Steuerschieber
zwei unterschiedlich große, in zueinander entgegengesetzter Bewegungsrichtung wirksame
Schieberflächen auf, deren kleinere, in Richtung der Rückhubstellung des Steuerschiebers
auf diesen einwirkende Schieberfläche ständig mit der Druckleitung und deren größere
Schieberfläche als Steuerfläche mittels einer Steuerleitung über eine zwischen den
Kolbenflächen angeordnete Umfangsnut jeweils lediglich zeitweilig sowie abwechselnd
mit der Druckleitung bzw. einer drucklos gehaltenen Rücklaufleitung in Verbindung
steht.
[0003] Durch Verwendung eines besonderen Halte- oder Wechselventils, welches in die mit
der Steuerung zusammenwirkende Steuerleitung eingebaut ist und wechselweise auch mit
der Rücklaufleitung in Verbindung steht, soll dabei sichergestellt werden, daß auch
bei einer Reflexion von Schlagenergie über das Werkzeug auf den Schlagkolben diese
reflektierte Energie hydraulisch zurückgewonnen wird, wodurch eine Erhöhung der Schlagkolben-Schlagzahl
erreicht wird.
Die Steuerung selbst ist getrennt von dem den Schlagkolben aufnehmenden Arbeitszylinder
angeordnet.
[0004] Aus der Vorveröffentlichung EP-A1-0 149 967 ist eine hydraulisch betätigte Schlagvorrichtung
mit einem Schlagkolben bekannt, an dem ebenfalls über eine kleinere Kolbenfläche eine
hydraulische Rückstellkraft in Richtung des Rückhubs angreift. Die zugehörige Steuerung
- welche in den den Schlagkolben aufnehmenden Arbeitszylinder integriert ist - weist
einen ein buchsenartiges Schaltelement darstellenden Steuerschieber auf, dieser umschließt
den Schlagkolben im Bereich des hinteren Zylinderraumabschnitts - über den eine größere,
in Richtung des Arbeitshubs wirksame Kolbenfläche mit Arbeitsdruck beaufschlagt werden
kann - mit Abstand.
Bei der bekannten Ausführungsform wird der Steuerschieber mittels des Schlagkolbens
mechanisch aus der Rückhub- in die Arbeitshubstellung überführt. Dementsprechend kann
der am Schlagkolben ausgeführte Hub nicht verändert werden.
[0005] Im Gegensatz zu der zuletzt erwähnten Vorveröffentlichung beschreibt die Druckschrift
DE-C2-30 23 600 eine hydraulische Schlagdrehbohrvorrichtung mit einem buchsenartig
ausgebildeten Steuerschieber, welcher hydraulisch über den Schlagkolben gesteuert
und sowohl an diesem als auch innerhalb des Arbeitszylinders beweglich abgestützt
ist.
Der Nachteil der bekannten Schlagdrehbohrvorrichtung besteht darin, daß sie im Bereich
des Steuerschiebers eine Doppelpassung benötigt, d.h. der Steuerschieber muß im Außen-
und Innendurchmesserbereich zur Sicherstellung einer einwandfreien Funktion jeweils
ein sehr geringes Spiel aufweisen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein hinsichtlich der Steuerung andersartig
ausgebildetes, fluidbetriebenes Schlagwerk zu entwickeln. Insbesondere soll die Steuerung
auch in der Weise ausgestaltet sein, daß sie ohne ständige Beaufschlagung mit Hochdruck
(d.h. mit dem für den Betrieb des Schlagwerks erforderlichen Arbeitsdruck) und ohne
mechanische Kraftbeaufschlagung, insbesondere auch durch den Schlagkolben, funktionsfähig
ist.
[0007] Die Aufgabe wird durch ein fluidbetriebenes Schlagwerk mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
Danach weist der Steuerschieber eine in Richtung der Arbeitshubstellung wirksame Steuerfläche
auf, die - abhängig von der Stellung des Schlagkolbens - zeitweilig über eine zwischen
den Kolbenflächen angeordnete Umfangsnut mit einer drucklosen Rücklaufleitung bzw.
mit der Druckleitung in Verbindung steht. Zusätzlich ist der Steuerschieber mit einer
Gesamt-Wirkfläche (gebildet aus der Differenz der Steuerschieber-Stirnflächen) ausgestattet,
die - bei druckentlasteter Steuerfläche während des Rückhubs unter einem veränderlichen
Druck stehend, der proportional ist dem Druck auf der größeren Kolbenfläche - den
Steuerschieber in die Rückhubstellung umschaltet.
Der Steuerschieber bildet ein buchsenartiges Schaltelement, über dessen Hohlraum der
die größere Kolbenfläche enthaltende hintere Zylinderraumabschnitt entweder in der
Rückhubstellung an die Ablaufleitung oder in der Arbeitshubstellung an die Druckleitung
angeschlossen ist, wobei in der Rückhubstellung das Fluid gegen einen Ausströmwiderstand
aus dem hinteren Zylinderraumabschnitt (in die bereits erwähnte Ablaufleitung) austritt.
Der Ausströmwiderstand dient dabei dazu, während des Rückhubs im hinteren Zylinderraumabschnitt
ein ausreichendes Druckniveau zu erzeugen und aufrechtzuerhalten, welches auf die
Gesamt-Wirkfläche einwirkt und eine in Richtung auf die Rückhubstellung wirksame Verstellkraft
zur Folge hat.
[0008] Zur Unterstützung der variablen Steuerkraft beim Umschalten des Steuerschiebers in
die Rückhubstellung kann zusätzlich eine mechanische Rückstellung vorgesehen sein
(Anspruch 2); diese besteht im einfachsten Fall aus einer Federeinheit.
[0009] Bei einer Weiterbildung des Erfindungsgegenstands ist die Steuerfläche des Steuerschiebers
- im Querschnitt gesehen - an einem radial nach außen vorkragenden Absatz ausgebildet,
dessen Gegenfläche über eine Entlastungsleitung drucklos gehalten ist (Anspruch 3).
[0010] Im Rahmen der Erfindung weist der Steuerschieber zwei unterschiedlich große Stirnflächen
auf, deren größere der Steuerfläche entgegengerichtet ist (Anspruch 4).
[0011] Allgemein muß der Steuerschieber derart angeordnet und ausgebildet sein, daß er in
der Rückhubstellung eine Verbindung zwischen dem hinteren Zylinderraumabschnitt und
der Ablaufleitung freigibt, beispielsweise durch einen Rücksprung oder eine Ausnehmung.
Insbesondere kann der Steuerschieber derart ausgebildet sein, daß die Verbindung zur
Ablaufleitung über eine im Steuerschieber ausgebildete Querbohrung hergestellt wird
(Anspruch 5).
[0012] Der Ausströmwiderstand kann im Rahmen der Erfindung entweder in der Querbohrung selbst
oder in der Ablaufleitung angeordnet sein (Anspruch 6).
[0013] Vorzugsweise ist die Querbohrung in der Nähe der größeren Stirnfläche angeordnet
(Anspruch 7).
[0014] Weiterhin kann der Steuerschieber in der Weise ausgebildet sein, daß die nach Art
einer Ringnut ausgebildete Einmündung der Druckleitung in der Rückhubstellung des
Steuerschiebers mittels des Steuerschieber-Abschnitts - dessen Abschluß die kleinere
Stirnfläche bildet - in Richtung auf den hinteren Zylinderraumabschnitt verschlossen
ist (Anspruch 8).
[0015] Im Rahmen der Erfindung kann die Steuerung grundsätzlich getrennt vom Arbeitszylinder
angeordnet sein.
Es ist jedoch auch möglich, die Steuerung in den Arbeitszylinder zu integrieren. Bei
einer derartigen vorteilhaften Ausführungsform ist der Steuerschieber in dem hinteren
Zylinderraumabschnitt koaxial zur Längsachse des Arbeitszylinders angeordnet (Anspruch
9).
[0016] Der Ausströmwiderstand kann insbesondere als Blende ausgebildet sein (Anspruch 10),
die im wesentlichen viskositätsunabhängig arbeitet.
[0017] Der Erfindungsgegenstand unterscheidet sich nach alledem dadurch vom bekannten Stand
der Technik, daß der Steuerschieber nur zeitweilig über seine Steuerfläche mit dem
Arbeitsdruck beaufschlagt ist, wobei dann auch im Hohlraum des die Arbeitshubstellung
einnehmenden Steuerschiebers der Arbeitsdruck anliegt.
Zum Umschalten des Steuerschiebers in die Rückhubstellung und zur Aufrechterhaltung
dieser Endstellung wird über den Ausströmwiderstand lediglich ein niedrigeres Druckniveau
aufrechterhalten. Dabei stellt das den Steuerschieber umgebende Fluid ein Antriebsmittel
dar, unter dessen Einwirkung der Steuerschieber in die Rückhubstellung überführt und
in dieser festgehalten wird, solange seine Steuerfläche nicht mit dem Arbeitsdruck
beaufschlagt ist.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand in der Zeichnung stark schematisiert dargestellter
Ausführungsbeispiele im einzelnen erläutert.
Es zeigen:
- Fig.1
- ein im Sinne der Erfindung ausgestaltetes Schlagwerk mit einer Steuerung, deren Steuerschieber
in den den Schlagkolben aufnehmenden Arbeitszylinder integriert ist, wobei der Steuerschieber
auf der linken Seite der Darstellung die Rückhubstellung und auf der rechten Seite
die Arbeitshubstellung einnimmt,
- Fig.2a
- (als in Fig. 1 angedeutete Einzelheit E) eine gegenüber Fig. 1 vergrößerte Darstellung
im Bereich der Steuerung, wobei der zugehörige Steuerschieber die Arbeitshubstellung
einnimmt,
- Fig.2b
- eine der Fig. 2a entsprechende Darstellung, wobei der Steuerschieber die Rückhubstellung
einnimmt,
- Fig.3
- eine Teildarstellung eines im Sinne der Erfindung ausgestalteten Schlagwerks, dessen
Steuerung getrennt vom Arbeitszylinder angeordnet ist, und
- Fig.4
- eine Teildarstellung des Schlagwerks im Bereich des Steuerschiebers, welcher zusätzlich
eine in Richtung auf die Rückhubstellung wirksame mechanische Rückstellung aufweist.
[0019] Das allgemein mit 1 bezeichnete Schlagwerk weist neben den noch zu beschreibenden
Leitungen sowie Antriebs- und Steuerungselementen einen Arbeitszylinder 2 auf, in
dem ein Schlagkolben 3 in Längsrichtung hin- und herbeweglich gehalten ist. Dieser
weist im Zylinderraum des Arbeitszylinders liegend zwei Kolbenbunde 3a und 3b auf,
welche durch eine Umfangsnut 3c voneinander getrennt sind. Die nach außen gerichtete
Kolbenfläche A1 und A2 des Kolbenbundes 3b bzw. 3a begrenzt mit dem Arbeitszylinder
2 einen hinteren und vorderen Zylinderraumabschnitt 2a bzw. 2b, wobei die Kolbenfläche
A1 kleiner bemessen ist als die Kolbenfläche A2.
Außerhalb des Arbeitszylinders 2 geht der Schlagkolben 3 in eine Kolbenspitze 3d über,
der ein Werkzeug in Gestalt eines Meißels 4 gegenüberliegt. Die Bewegung des Schlagkolbens
3 in Richtung des Arbeitshubs ist durch einen Pfeil 3e angedeutet.
Die zunächst angesprochene Darstellung gemäß Fig. 1 zeigt das Schlagwerk 1 in einem
Zustand unmittelbar nach Auftreffen des Schlagkolbens 3 auf den Meißel 4; der Schlagkolben
nimmt also die vorgesehene Aufschlagstellung ein.
[0020] Im Gegensatz zur größeren Kolbenfläche A2 ist die kleinere Kolbenfläche A1 über eine
Rückstelleitung 5 ständig mit dem Arbeitsdruck (Systemdruck) beaufschlagt; dieser
wird von einer Energiequelle in Form einer Hydraulikpumpe 6 erzeugt und über eine
von dieser ausgehende Druckleitung 7 (unter anderem) in die Rückstelleitung 5 eingespeist.
Die Einmündung 5a der Rückstelleitung 5 ist bezüglich des Arbeitszylinders 2 derart
angeordnet, daß sie in jedem Fall außerhalb des Kolbenbundes 3b und somit innerhalb
des vorderen Zylinderraumabschnitts 2b liegt.
[0021] Bei der in Rede stehenden Ausführungsform (gemäß Fig. 1 und 2a, b) ist die allgemein
mit 8 bezeichnete Steuerung für die Umschaltung der Bewegung des Schlagkolbens 3 in
den Arbeitszylinder 2 integriert, d.h. sie befindet sich im Bereich des hinteren Zylinderraumabschnitts
2a innerhalb des Arbeitszylinders 2.
Die Steuerung weist einen bezüglich eines Gehäuses beweglichen Steuerschieber 9 auf,
wobei das Gehäuse (wie bereits erwähnt) im vorliegenden Fall aus einem Teil des Arbeitszylinders
2 besteht.
Der Steuerschieber 9 ist buchsenartig ausgebildet und derart angeordnet, daß er -
koaxial zum Schlagkolben 3 liegend - diesen im Bereich des hinteren Zylinderraumabschnitts
2a mit Abstand umschließt. Dementsprechend stellt der innenliegende Hohlraum des Steuerschiebers
gleichzeitig einen Teil des hinteren Zylinderraumabschnitts 2a dar.
[0022] Der Steuerschieber 9 selbst weist zwei unterschiedlich große Stirnflächen auf - nämlich
eine kleinere, vordere Stirnfläche S1 und eine hintere, größere Stirnfläche S2. Die
beiden genannten Stirnflächen S1 und S2 begrenzen den axialen Bewegungsspielraum des
Steuerschiebers 9 in Richtung des Arbeitshubs (Pfeil 3e) bzw. in Richtung des Rückhubs.
Dementsprechend kann der Steuerschieber zwei Endstellungen einnehmen - nämlich die
in Fig. 1 oben links angedeutete Rückhubstellung, in welcher sich der Steuerschieber
über die kleinere Stirnfläche S1 an einer vorderen Anschlagfläche 2c des Arbeitszylinders
abstützt, und die in Fig. 1 oben rechts angedeutete Arbeitshubstellung, in welcher
die größere Stirnfläche S2 an einer hinteren Anschlagfläche 2d anliegt.
[0023] In der Nähe der vorderen Anschlagfläche 2c des Arbeitszylinders befindet sich eine
ringnutenförmige Einmündung 10a einer Versorgungsleitung 10, die ihrerseits an die
Druckleitung 7 angeschlossen und über diese ständig mit dem Arbeitsdruck beaufschlagt
ist (vgl. dazu Fig. 1 im Zusammenhang mit Fig. 2a, b).
Der Steuerschieber 9 weist in der Nähe seiner größeren Stirnfläche S2 eine Querbohrung
11 auf, über welche gegebenenfalls - d.h. in Abhängigkeit von der Stellung des Steuerschiebers
9 - eine Verbindung zwischen dem hinteren Zylinderraumabschnitt 2a und einer Ablaufleitung
12 hergestellt werden kann; letztere ist mit einem Ausströmwiderstand in Form einer
Blende 13 ausgestattet und geht in Richtung auf den Steuerschieber 9 in eine ebenfalls
ringnutenförmig ausgebildete Einmündung 12a über.
Die Ablaufleitung 12 steht über eine drucklos gehaltene Rücklaufleitung 14 mit einem
Tank 15 in Verbindung.
[0024] Der Steuerschieber 9 ist - in axialer Richtung gesehen - im Bereich zwischen den
beiden Stirnflächen S1 und S2 weiterhin mit einer in Richtung der Arbeitshubstellung
des Steuerschiebers wirksamen Steuerfläche SF ausgestattet, die - im Querschnitt gesehen
- als radial nach außen vorkragender Absatz ausgebildet ist und der eine Gegenfläche
GF gegenüberliegt; letztere ist über eine an die Rücklaufleitung 14 angeschlossene
Entlastungsleitung 16 druckentlastet.
[0025] Die Steuerfläche SF des Steuerschiebers kann über eine Steuerleitung 17 - welche
im Bereich zwischen den Einmündungen 10a und 5a mit dem Innenraum des Arbeitszylinders
2 in Verbindung steht - mit dem Arbeitsdruck beaufschlagt bzw. druckentlastet werden;
der Arbeitszylinder 2 ist außerdem über eine Rücklaufleitung 18, welche in die Rücklaufleitung
14 übergeht, an den Tank 15 angeschlossen.
Die Einmündungen 17a und 18a der Leitungen 17 bzw. 18 sind derart angeordnet, daß
sie in der (in Fig. 1 angedeuteten) Aufschlagstellung des Schlagkolbens 3 über die
Umfangsnut 3c zwischen den Kolbenbunden 3a und 3b miteinander verbunden sind; diese
gegenseitige Zuordnung hat zur Folge, daß die Steuerfläche SF zu diesem Zeitpunkt
über die Steuerleitung 17, die Ringnut 3c und die Rücklaufleitung 18 druckentlastet
ist.
Falls der Schlagkolben 3 den Rückhub ausführt, sich also in der Darstellung gemäß
Fig. 1 nach oben bewegt, wird zunächst die Verbindung zwischen den Leitungen 17 und
18 durch den Kolbenbund 3b unterbrochen, bevor dieser schließlich die Einmündung 17a
erneut freigibt und dabei - über den vorderen Zylinderraumabschnitt 2b - eine Verbindung
zwischen den Leitungen 17 und 5 herstellt. Diese Verbindung hat zur Folge, daß die
Steuerfläche SF nunmehr mit dem von der Hydraulikpumpe 6 erzeugten Arbeitsdruck beaufschlagt
ist.
[0026] Aufgrund der zuvor beschriebenen Ausgestaltung arbeitet das Schlagwerk 1 folgendermaßen:
Sobald während des Rückhubs des Schlagkolbens 3 (entgegen der Arbeitshubbewegung gemäß
Pfeil 3e) über den vorderen Zylinderraumabschnitt 2b eine Verbindung zwischen den
Leitungen 5 und 17 hergestellt ist, verschiebt sich der Steuerschieber 9 unter Einwirkung
der mit dem Arbeitsdruck beaufschlagten Steuerfläche SF in die in Fig. 2a dargestellte
Arbeitshubstellung, wodurch einerseits die Verbindung zwischen der Querbohrung 11
und der Ablaufleitung 12 unterbrochen und andererseits über die freigegebene Einmündung
10a eine Verbindung zwischen der Versorgungsleitung 10 und dem hinteren Zylinderraumabschnitt
2a hergestellt wird. Dementsprechend liegt nunmehr an der größeren Kolbenfläche A2
ebenfalls der Arbeitsdruck an, so daß der Schlagkolben - entgegen der von der kleineren
Kolbenfläche A1 ausgehenden Rückstellkraft - einen Arbeitshub in Richtung des Pfeiles
3e auszuführen beginnt.
[0027] Kurz bevor der Schlagkolben 3 über seine Kolbenspitze 3d auf den Meißel 4 auftrifft,
wird über die Ringnut 3c die bereits erwähnte Verbindung zwischen der Steuerleitung
17 und der Rücklaufleitung 18 hergestellt mit der Folge, daß die Steuerfläche SF druckentlastet
ist. Der im hinteren Zylinderraumabschnitt 2a vorhandene Hochdruck greift nunmehr
an einer Gesamtwirkfläche an, die sich aus dem Größenunterschied zwischen der größeren
Stirnfläche S2 und der kleineren Stirnfläche S1 ergibt, und bewegt dementsprechend
den Steuerschieber 9 (in der Darstellung gemäß Fig. 1 nach unten) in Richtung auf
die in Fig. 2b dargestellte Rückhubstellung, in welcher sich der Steuerschieber über
seine kleinere Stirnfläche S1 an der vorderen Anschlagfläche 2c des Arbeitszylinders
2 abstützt.
In dieser Rückhubstellung ist einerseits die Einmündung 10a der Versorgungsleitung
10 in Richtung auf den hinteren Zylinderraumabschnitt 2a unterbrochen und dieser andererseits
über die Querbohrung 11 und die Einmündung 12a an die Ablaufleitung 12 angeschlossen.
Da das im hinteren Zylinderraumabschnitt 2a befindliche Fluid gegen den von der Blende
13 erzeugten Ausströmwiderstand ausgeschoben wird, steht der hintere Zylinderraumabschnitt
2a unter einem erhöhten Druck, wodurch der Steuerschieber 9 während des gesamten Rückhubs
des Schlagkolbens 3 in der in Fig. 2b dargestellten Rückhubstellung festgehalten wird.
[0028] Abweichend von der zuvor beschriebenen Ausführungsform (gemäß Fig. 1 und 2a, b) kann
das Schlagwerk 1 auch eine Steuerung 8 aufweisen, die - wie in Fig. 3 dargestellt
- vom Arbeitszylinder 2 getrennt angeordnet ist.
In diesem Fall ist der Steuerschieber 9 in einem eigenen Steuergehäuse 19 axial beweglich
gehalten, wobei sein Hohlraum 9a über eine Verbindungsleitung 20 - in der Nähe der
hinteren Anschlagfläche 2d (vgl. dazu Fig. 1 und Fig. 2a, b) - mit dem hinteren Zylinderraumabschnitt
2a in Verbindung steht.
[0029] Im Rahmen der Erfindung kann die Steuerung 8 auch derart ausgebildet sein, daß der
Ausströmwiderstand in den Steuerschieber 9 integriert ist.
Dies läßt sich in einfacher Weise dadurch verwirklichen, daß die Blende 13 - wie in
Fig. 3 ebenfalls dargestellt - in die Querbohrung 11 eingebaut ist. Die Ablaufleitung
12 weist bei dieser Ausgestaltung dementsprechend keinen besonders ausgebildeten,
zusätzlichen Ausströmwiderstand auf.
[0030] Selbstverständlich kann die Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2a, b im Rahmen der
Erfindung ebenfalls entsprechend ausgebildet sein, d.h. eine Steuerung 8 aufweisen,
bei welcher der Ausströmwiderstand nicht Bestandteil der Ablaufleitung 12, sondern
in den Steuerschieber 9 integriert ist.
[0031] Abweichend von den zuvor beschriebenen Ausführungsformen kann die Steuerung 8 auch
zusätzlich mit einer mechanischen Rückstellung, vorzugsweise in Form einer Federeinheit,
ausgestattet sein, welche die Umsteuerung des Steuerschiebers 9 in Richtung auf die
Rückhubstellung unterstützt.
Zu diesem Zweck kann die Federeinheit insbesondere derart angeordnet und ausgebildet
sein, daß sie an der größeren Stirnfläche S2 und/oder an der Gegenfläche GF angreift.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausgestaltung stützt sich der Steuerschieber 9 über
seine größere Stirnfläche S2 an einer vorgespannten Federeinheit 21 ab, die ihrerseits
in einer vorspringenden Ausnehmung 2e der hinteren Anschlagfläche 2d angeordnet ist.
Unter der Einwirkung dieser mechanischen Rückstellung hat der Steuerschieber 9 das
Bestreben, die dargestellte Rückhubstellung einzunehmen.
[0032] Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß sich mit einfachen Mitteln
und ohne mechanische Mitnahme durch den Schlagkolben die erforderliche Umsteuerung
zwischen Arbeits- und Rückhub verwirklichen läßt, wobei die Steuerung erforderlichenfalls
auch in den ohnehin vorhandenen Arbeitszylinder integriert sein kann. Das neu vorgeschlagene
Schlagwerk benötigt darüber hinaus keine Doppelpassung im Sinne des eingangs erwähnten
Standes der Technik, da der Steuerschieber lediglich über seine Außenfläche an der
Umgebung abgestützt ist.
1. Fluidbetriebenes Schlagwerk (1) mit einem in einem Arbeitszylinder (2) beweglichen
und auf ein Werkzeug (4) aufschlagenden Schlagkolben (3) sowie einer Steuerung (8)
mit einem bezüglich eines Gehäuses (2 bzw. 19) beweglichen Steuerschieber (9), wobei
der Schlagkolben (3) zwei unterschiedlich große Kolbenflächen (A1, A2) aufweist, von
denen die kleinere, in Richtung des Rückhubs wirksame Kolbenfläche (A1) ständig mit
einer unter Arbeitsdruck stehenden Druckleitung (7) und die größere, in Richtung des
Arbeitshubs (Pfeil 3e) wirksame Kolbenfläche (A2) über die Steuerung (8) wechselweise
mit der Druckleitung (7) und einer Ablaufleitung (12) verbunden ist,
wobei der Steuerschieber (9) in zueinander entgegengesetzter Richtung wirksame Schieberflächen
(S1; S2; SF) aufweist, die derart ausgebildet und druckbeaufschlagt sind, daß der
Steuerschieber mit der Annäherung des Schlagkolbens (3) während des Rückhubs an den
oberen Totpunkt in die Arbeitshubstellung umschaltet, in welcher auch an der größeren
Kolbenfläche (A2) der Arbeitsdruck anliegt, und mit der Annäherung des Schlagkolbens
während des Arbeitshubs an den Aufschlagpunkt in die Rückhubstellung überführt wird,
in welcher die Beaufschlagung der größeren Kolbenfläche (A2) mit dem Arbeitsdruck
unterbrochen und eine Verbindung zur Ablaufleitung (12) hergestellt ist,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- der Steuerschieber (9) weist eine in Richtung der Arbeitshubstellung wirksame Steuerfläche
(SF) auf, die - abhängig von der Stellung des Schlagkolbens (3) - zeitweilig über
eine zwischen den Kolbenflächen (A1, A2) angeordnete Umfangsnut (3c) mit einer drucklosen
Rücklaufleitung (18) bzw. mit der Druckleitung (7) in Verbindung steht;
- zusätzlich ist der Steuerschieber (9) mit einer Gesamt-Wirkfläche (Differenz der
Stirnflächen S2 und S1) ausgestattet, die - bei druckentlasteter Steuerfläche (SF)
während des Rückhubs unter einem veränderlichen Druck stehend, der proportional ist
dem Druck auf der größeren Kolbenfläche (A2) - den Steuerschieber in die Rückhubstellung
umschaltet;
- der Steuerschieber (9) bildet ein buchsenartiges Schaltelement, über dessen Hohlraum
(2a bzw. 9a) der die größere Kolbenfläche (A2) enthaltende hintere Zylinderraumabschnitt
(2a) entweder in der Rückhubstellung an die Ablaufleitung (12) oder in der Arbeitshubstellung
an die Druckleitung (7) angeschlossen ist, wobei in der Rückhubstellung das Fluid
gegen einen Ausströmwiderstand (13) aus dem hinteren Zylinderraumabschnitt (2a) austritt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerschieber (9) zusätzlich eine in Richtung der Rückhubstellung wirkende
mechanische Rückstellung (21) aufweist.
3. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerfläche (SF) - im Querschnitt gesehen - an einem radial nach außen vorkragenden
Absatz ausgebildet ist, dessen Gegenfläche (GF) über eine Entlastungsleitung (16)
drucklos gehalten ist.
4. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerschieber (9) zwei unterschiedlich große Stirnflächen (S1, S2) aufweist,
deren größere (S2) der Steuerfläche (SF) entgegengerichtet ist.
5. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zur Ablaufleitung (12) über eine im Steuerschieber (9) ausgebildete
Querbohrung (11) hergestellt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß entweder die Querbohrung (11) oder die Ablaufleitung (12) mit einem Ausströmwiderstand
(13) ausgestattet ist.
7. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 5 und 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Querbohrung (11) in der Nähe der größeren Stirnfläche (S2) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die nach Art einer Ringnut ausgebildete Einmündung der Druckleitung (Versorgungsleitung
10) in der Rückhubstellung des Steuerschiebers (9) mittels des Steuerschieber-Abschnittsdessen
Abschluß die kleinere Stirnfläche (S1) bildet - in Richtung auf den hinteren Zylinderraumabschnitt
(2a) verschlossen ist.
9. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerschieber (9) in dem hinteren Zylinderraumabschnitt (2a) koaxial zur
Längsachse des Arbeitszylinders (3) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ausströmwiderstand als Blende (13) ausgebildet ist.