[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umreifen von Packstücken nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bei Umreifungsmaschinen der vorbezeichneten Art ist es - z.B. aus EP 0 596 303 A1
- bekannt, das Umreifungsmittel vom Umreifungsmittelvorrat durch ein das Umreifungsmittel
auf einander gegenüberliegenden Seiten durch Friktion antreibendes Walzenpaar (Einschußrollenpaar
18 in EP 0 596 303 A1) in die Maschine bzw. in den Umreifungsmittelführungskanal einzuschießen.
Sobald das führende Umreifungsmittel-Ende nach Umlauf durch den Umreifungsmittelführungskanal
und um das Packstück herum in einer Umreifungsmittelklemme untergebracht ist, gilt
es, das Umreifungsmittel um das Packstück zu straffen, bevor der Umreifungsmittelverschluß
erfolgen kann. Hierzu ist bei bekannten Vorrichtungen entweder ein zweites, gegenläufig
angetriebenes Walzenpaar (Abzugsrollenpaar 16 in EP 0 596 303 A1) vorgesehen, oder
das Einschuß-Walzenpaar kann reversieren und auf diese Weise das Umreifungsmittel
zurückziehen und es so um das Packstück straffen.
[0003] Mit Hilfe dieses jedenfalls reinen Friktionsantriebs sind jedoch nur gewisse Umreifungsmittelspannungen
zu erzielen, so daß Vorrichtungen dieser Art hauptsächlich eingesetzt werden, um relativ
weiches, kompressibles Packgut straff mit dem Umreifungsmittel zu umspannen.
[0004] Um höhere Umreifungsmittelspannungen auf das Packstück aufzubringen, ist bei der
Maschine entsprechend EP 0 596 303 A1 zusätzlich ein trommelförmiger Umreifungsmittelstraffer
17 vorhanden, der dort zwischen dem Einschußrollenpaar und dem Abzugsrollenpaar, angeordnet
ist. Zur näheren Erläuterung einer solchen 'High-Tension-Spanntrommel' sei auf die
US 4,605,456 verwiesen. Aus dieser Patentschrift ist es eine drehantreibbare Spanntrommel
bekannt, die einen diametralen Umreifungsmittel-Durchgangsspalt aufweist, der in Ruhestellung
der Spanntrommel in Umreifungsmittel-Förderrichtung orientiert ist, so daß das Umreifungsmittel
frei durch den Spalt verlaufen kann. Sobald erhöhte Zugspannung auf das Umreifungsmittel
aufgebracht werden soll, wird diese Spanntrommel drehangetrieben mit der Folge, daß
das Umreifungsmittel auf den Umfangsflächen der Trommelsegmente und nach Drehung um
180° des weiteren auf sich selbst aufgewickelt wird. Die Spanntrommel spannt das Umreifungsmittel
nach dem Prinzip der Umschlingungsreibung, kann aber im Gegensatz zu den beschriebenen
Friktionswalzenpaaren eine sehr viel höhere Spannung im Umreifungsmittel erzeugen.
[0005] Die Spanneinrichtung mittels einer solchen Spanntrommel hat jedoch den prinzipbedingten
Nachteil, daß der Schlupf zwischen dem Umreifungsmittel und der Spanntrommel erst
nach einem Drehwinkel von über 180
o aufgehoben wird. Daraus resultiert der Effekt, daß bei wenig kompressiblen Umreifungsmittelstücken
eine hohe Umreifungsmittelspannung mit der Spanntrommel nicht aufgebracht werden kann,
weil das Umreifungsmittel nicht so weit zurückgezogen werden kann, daß durch entsprechend
großen Umschlingungswinkel der Spanntrommel diese Kräfte erzeugt werden könnten.
[0006] Ausgehend von einer Umreifungsvorrichtung entsprechend den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruches 1 und somit entsprechend US 4,605,456 liegt der vorliegenden Erfindung
in erster Linie und im wesentlichen die Aufgabe zugrunde, eine derartige Vorrichtung
so zu verbessern, daß auch dann, wenn zur Erzeugung hoher Spannungen im Umreifungsmittel
nur geringe Spannstrecken zur Verfügung stehen, eine hohe Umreifungsmittelspannung
auf das Packstück aufgebracht werden kann, insbesondere also auch wenig kompressible
Packstücke sehr straff umreift werden können.
[0007] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, die Taktzeiten einer Maschine mit einer
Spanntrommel zu erhöhen, also eine größere Anzahl von Umreifungen pro Zeiteinheit
zu ermöglichen.
[0008] Zur Lösung insbesondere der erstgenannten Aufgabe dienen die Merkmale des Anspruches
1. Die Umreifungsvorrichtung ist dem entsprechend dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens
eines der beiden Trommelsegmente relativ zu dem anderen Trommelsegment spaltverengend
beweglich ist und am Ende seiner Bewegung zusammen mit dem anderen Trommelsegment
eine Umreifungsmittelklemme ausbildet.
[0009] Zufolge der Erfindung bilden die Trommelsegmente der Spanntrommel eine Umreifungsmittelklemme
aus. Dadurch trägt die Spanntrommel dem Umreifungsmittel die Zugkräfte nicht reibschlüssig,
sondern kraft- bzw. klemmschlüssig auf. Das bedeutet, daß die auf das Umreifungsmittel
ausgeübte Rückzugskraft erheblich erhöht sein kann und vor allem wesentlich eher und
nicht erst nach Umschlingung der Trommelsegmente ab 180° einsetzt. Eine mit einer
derart "rotierenden Umreifungsmittelklemme" ausgerüstete Umreifungsvorrichtung ist
deshalb in der Lage, auch wenig kompressible Packstücke, bei denen zur Umreifungsmittelstraffung
das Umreifungsmittel nur ein kurzes Stück zurückgezogen werden kann, fest zu umreifen.
[0010] Zugleich wird mit der rotierenden Umreifungsklemme auch der weitere erbliche Vorteil
erzielt, daß der bisherige Umreifungsmittelabrieb, der infolge des Schlupfes zwangsläufig
anfiel, drastisch reduziert ist. Daraus resultiert der Vorteil längerer Betriebszeiten
der Maschine bis zu einer erforderlichen Wartung.
[0011] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß das bewegliche Trommelsegment allein
aufgrund der Zugkraft des umschlingenden Umreifungsmittels in Klemmstellung bewegbar
ist. Die Erfindung geht hierbei davon aus, daß das Umreifungsmittel mit der Drehbewegung
der Spanntrommel aus seiner gestreckten Lage eine im wesentlichen S- bzw. Z-förmige
Lage einnimmt und die dabei gebildeten Winkel am Ein- und Austritt bzw. aus dem Umreifungsmittel-Durchgangsspalt
geeignet sind, Kräfte auf das mindestens eine bewegliche Trommelsegment zu übertragen,
die es gegen das andere Trommelsegment zur Ausbildung einer Umreifungsmittelklemme
bewegen. Mit diesen erfindungsgemäßen Mitteln wird eine automatisch wirkende, allein
vom Umreifungsmittel bzw. seiner Umschlingung gesteuerte Umreifungsmittelklemme geschaffen,
zu deren Funktion keinerlei besondere Antriebsmittel erforderlich sind.
[0012] Bevorzugt ist deshalb das bewegliche Trommelsegment aus seiner den Umreifungsmittel-Durchgangsspalt
definierenden Stellung entgegen einer Federkraft in Klemmstellung bewegbar. Die Federkraft
sorgt dafür, daß nach Entlastung des beweglichen Tronmelsegments durch Entspannen
des Umreifungsmittels sich das bewegliche Trommelsegment selbsttätig wieder in Ausgangsstellung
bewegen kann, in der der Umreifungsmitteldurchgangsspalt frei ist.
[0013] Bezüglich des Aspekts, die maschinentypischen Taktzeiten für eine Umreifung zu erhöhen,
sieht die Erfindung vor, daß zwischen der Spanntrommel und dem Umreifungsmittel-Verschlußaggregat
eine gesteuerte Umreifungsmittelklemme angeordnet ist, die das Umreifungsmittel nach
dem Spannen durch die Spanntrommel festhält, während das Umreifungsmittel-Verschlußaggregat
den Umreifungsmittelverschluß ausbildet und die Spanntrommel in Ausgangslage reversiert.
Im Unterschied dazu mußte beim Stand der Technik die Spanntrommel ihre Spannstellung
beibehalten, solange das Umreifungsmittel-Verschlußaggregat noch mit der Umreifungsmittelverschlußbildung
befaßt war. Nunmehr kann die Spanntrommel bereits eher reversieren, um sofort für
den nächsten Umreifungsvorgang bereit zu stehen. Die langsamere sequentielle Betriebsart
ist entsprechend der Erfindung durch eine rascher arbeitende parallele Betriebsart
abgelöst worden.
[0014] Weitere vorteilhafte und zweckmäßige Aus- und Weiterbildungen des Gegenstandes der
Erfindung sind in den sonstigen Unteransprüchen angegeben. Im übrigen versteht sich
die Erfindung am besten aus ihrer nachfolgenden Erläuterung anhand eines in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispiels. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Umreifungsmaschine in schematischer Ansicht und
- Fig. 2 bis 6
- die Umreifungsmittel-Spanneinrichtung mit Bezug zum Umreifungsmittel-Verschlußaggregat
in einzelnen, prägnanten Stufen eines Umreifungsvorgangs.
[0015] Auf dem Maschinengestell 11 einer in ihrer Gesamtheit mit 10 bezeichneten Umreifungsmaschine
befindet sich ein im wesentlichen geschlossener Umreifungsmittelführungskanal 12,
durch den und um ein mit strichpunktierten Linien angedeutetes Packstück 13 herum
ein Umreifungsmittel 14, insbesondere ein thermoplastisches Kunststoffband, einem
Umreifungsmittel-Verschlußaggregat 15 zugeführt wird. Dessen Aufgabe besteht darin,
einander überlappende Enden eines das Packstück umgebenden Umreifungsmittels miteinander
zu verbinden, also insbesondere durch Hitzeeinwirkung miteinander zu verschweißen.
Hierzu sind insbesondere Widerstandsheiz- oder Reibschweißverfahren gebräuchlich.
[0016] Das Umreifungsmittel 14 - das z.B. auch ein Stahlband sein könnte - wird außerhalb
des Maschinengestells 11 auf einem drehbar gelagerten Umreifungsmittelwickel (Trommel)
55 bevorratet. Zunächst durchläuft das Umreifungsmittel 14 maschineneingangsseitig
ein Rollenpaar 16, welches zwei an einander gegenüberliegenden Umreifungsmittelflächen
reibschlüssig angreifende Rollen aufweist, die aufeinander zu gespannt und also mit
Druck gegen das Umreifungsmittel gehalten sind. Der motorische Antrieb dieses Rollenpaares
16 fördert das Umreifungsmittel 14 in einen Umreifungsmittelspeicher 17, der eine
derartige Länge von Umreifungsmittel 14 spannungsfrei bevorratet, wie er mindestens
für die folgende Umreifung und für die Wegstrecke des Umreifungsmittels bis zum Verschlußaggregat
15 benötigt wird.
[0017] In Umreifungsmittelzuführrichtung auf den Umreifungsmittelspeicher 17 folgend ist
ein zweites Rollenpaar 18 angeordnet. Auch die beiden Rollen dieses Rollenpaares 18
treiben das Umreifungsmittel 14 reibschlüssig an. Dieses Rollenpaar ist reversierbar
angetrieben, denn es dient zum einen dem Einschuß des Umreifungsmittels 14 in den
Umreifungsmittelführungskanal 12 und, mit entgegengesetzter Antriebsrichtung, zum
anderen dem Rückzug des Umreifungsmittels 14 und dessen Straffen um das Packstück
13. Im letztgenannten Sinne ist das Rollenpaar eine sog. "Low Tension-Spanneinrichtung".
[0018] In Umreifungsmittelzuführrichtung ist dem Einschuß- und Rückzugs-Rollenpaar 18 die
für die Erfindung wesentliche "High Tension-Spanneinrichtung" mittels Spanntrommel
19 nachgeordnet, die hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Wirkungsweise anhand der
übrigen Figuren im einzelnen erläutert wird.
[0019] Auf die Spanntrommel 19 folgen eine besondere Umreifungsmittelklemme 20 und ein Führungskanal
21, der das Umreifungsmittel 14 dem Umreifungsmittelverschlußaggregat 15 zuführt.
Auch Einzelheiten dieses Aggregats 15 ergeben sich aus den nachfolgenden Figuren und
ihrer Beschreibung.
[0020] Die Ausgangsstellung der Maschine für einen Umreifungsvorgang veranschaulicht schematisch
Fig. 2. Das Umreifungsmittel 14 wurde mittels des Einschußrollenpaares 18 (Drehrichtung
entsprechend dem Pfeil in der rechten oberen Rolle) durch einen Umreifungsmittel-Durchgangsspalt
22 der Spanntrommel 19, durch die Umreifungsmittelführung 21 hindurch und um den in
Fig. 2 und den folgenden nicht mehr dargestellten Umreifungsmittel-Führungskanal 12
hindurch dem Umreifungsmittel-Verschlußaggregat 15 zugeführt, bis das führende Umreifungsmittelende
14' gegen einen sog. Einschußschalter 23 gelaufen ist.
[0021] Auf seinem Weg dorthin hat das freie führende Umreifungsmittelende 14' einen Separatorschlitz
24 in einer ersten Umreifungsmittelklemme 25 durchlaufen und sodann einen Separator
26 innerhalb eines sogenannten "Schweißklemmers" 27. Die beiden Separatorschlitze
dienen dazu, die Umreifungsmittelenden in ihrem gemeinsamen Überlappungsbereich (zunächst
noch) voneinander fernzuhalten.
[0022] Die erwähnten Bauelemente des Umreifungsmittelverschlußaggregats 15 sind beim dargestellten
Ausführungsbeispiel Bestandteil eines Umreifungsmittel-Verschlußaggregats, welches
die Umreifungsmittelenden mittels Reibschweißen erhitzt und dadurch plastifiziert,
so daß sie miteinander verschweissen können. Dies ist im Zusammenhang mit vorliegender
Erfindung nur beispielhaft zu verstehen, denn die Erfindung ist unabhängig von der
spezifischen Art der Ausgestaltung des Umreifungsmittel-Verschlußaggregats 15.
[0023] Die Betätigung des Einschußschalters 23 durch das führende, freie Umreifungsmittelende
signalisiert der Maschinensteuerung die Maschinen-Ausgangsstellung und führt praktisch
einen 'Reset' durch. Diese Ausgangsstellung ist entsprechend Fig. 2 dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb des Umreifungsmittelführungskanals 12 (Fig. 1) bereits ein umreifungsfähiger
Abschnitt des Umreifungsmittels 14 bereitgehalten ist.
[0024] Auf sodann durch Knopfdruck eingeleiteten Maschinenbefehl setzt nun der Umreifungsvorgang
selbst ein, nachdem ein Packstück 13 in den Kanal 12 verbracht ist. Das Walzenpaar
18 erhält den Befehl zum reservierenden Antrieb (vgl. Pfeilrichtung der rechten oberen
Rolle in Fig. 3) und zieht das Umreifungsmittel 14 zurück, welches sich entsprechend
den vom Rollenpaar 18 ausgeübten Friktionskräften um das Packstück 13 zu straffen
beginnt. Soll das Packstück 13 in einer höheren Umreifungsmittelspannung beaufschlagt
werden, als sie das "Low Tension"-Walzenpaar 18 dem Umreifungsmittel 14 ausüben kann,
schaltet sich die "High Tension"-Spanntrommel 19 in den Umreifungsmittel-Spannvorgang
ein.
[0025] Die Umreifungsmittel-Spanntrommel 19 umfaßt zwei auf einen gemeinsamen rotierbaren
Träger 28 angeordnete Trommelsegmente 29 und 30. Das erste Trommelsegment 29 ist mittels
zweier Verschraubungen 31 starr auf dem Kopfstück 28 befestigt. Das zweite Trommelsegment
30 ist hingegen lediglich mit Hilfe einer einzigen Achse 32 am Kopfstück 28 gehalten
und zugleich um diese zur Drehachse 33 parallele Achse 32 schwenkbar am Kopfstück
28 gelagert. Bezüglich der zentralen Achse 33 ist die Schwenkachse 32 zur Einlaufseite
34 des Umreifungsmittel-Durchtrittsspaltes 23, der zwischen den beiden Trommelsegmenten
29 und 30 freigehalten ist, hin versetzt angeordnet.
[0026] Das bewegliche Trommelsegment 30 weist einen Ausschnitt 35 auf, in den eine insbesondere
als Schraubenfeder ausgebildete Druckfeder 36 integriert ist, die sich einenends am
Ausschnittsrand 37 und andernends an einem kopfstückfesten Widerlager 38 abstützt.
Diese Feder 36 hält den Ausschnittsrand 35a des beweglichen Trommelsegments gegen
die Rückfläche 38a des kopfstückfesten Widerlagers 38, derart, daß der Umreifungsmittel-Durchgangskanal
22 - wie in Fig. 3 gezeigt - in dieser 'Nullstellung' der Spanntrommel für das Umreifungsmittel
14 frei durchgängig offengehalten ist. Entgegen der Wirkung der Druckfeder 36 ist
das Trommelsegment 30 (bezüglich der Figuren) um die Achse 32 entgegen dem Uhrzeigersinn
verschwenkbar angeordnet.
[0027] Um das Umreifungsmittel 14 mit höheren Spannkräften um das Packstück 13 zu straffen,
wird die Spanntrommel 19 durch einen motorischen Antrieb (insbesondere mittels eines
stromaufnahmegeregelten, reversierbaren Niederspannungs-DC-Motors) in Drehung versetzt,
und zwar bei der beschriebenen Ausgestaltung und Anordnung des beweglichen Trommelsegments
13 im Uhrzeigersinn. Der Beginn dieser Drehbewegung ist in Fig. 4 dargestellt.
[0028] Die Drehung der Spanntrommel 19 hat zur Folge, daß das um die auslaufseitige Kante
39 des Trommelsegments 30 geführte Umreifungsmittel 14 auf das Trommelsegment 30 eine
Kraft ausübt, die es gegen die Kraft der Feder 36 entgegen dem Uhrzeigersinn um die
Achse 32 zu verschwenkt. Dadurch verengt sich der Umreifungsmittel-Durchgangsspalt
22 an seiner Umreifungsmitteleinlaufseite 34 und bildet dort eine Umreifungsmittelklemme
40 aus, die mit den aufeinanderzu gerichteten Pfeilen angedeutet ist. Praktische Versuche
haben gezeigt, daß die Umreifungsmittelklemme 40 bereits nach etwa 30° Umschlingungswinkel,
also etwa der in Fig. 4 gezeigten Position, zuverlässig greift. Von dieser Stellung
an ist die Mitnahme des Umreifungsmittels 14 im Sinne seiner Straffung um das Packstück
13 also nicht mehr von Friktionskräften abhängig, die aus einer Trommelumschlingung
herrühren.
[0029] Sobald die Spanntrommel 19 das Umreifungsmittel 14 bis zu dem zuvor (etwa durch Begrenzung
der Stromaufnahme des Antriebsmotors für die Spanntrommel 19) eingestellten Zugkraftwert
gespannt hat, wird die mit 41 bezeichnete zweite Umreifungsmittelklemme hinter dem
Separator 26 gegen einen Gegenhalter 42 gepreßt und hält das Umreifungsmittel bei
14'' fest. Der Antrieb der Umreifungsmittelklemme 41 erfolgt über eine zentrale Nockenwelle
43, die Steuernocken 44 für die zweite Umreifungsmittelklemme 41, 45 für ein Umreifungsmittel-Trennmesser
46, 47 für die erste Umreifungsmittelklemme 25 und 48 für eine Zusatz-Umreifungsmittelklemme
20 aufweist.
[0030] Entsprechend Fig. 5 wird im weiteren Verlauf eines Umreifungszyklus nunmehr diese
zusätzliche Umreifungsmittelklemme 20, die der Spanntrommel 19 unmittelbar benachbart
ist, geschlossen. Sobald diese Umreifungsmittelklemme 20 faßt, wird über den Nocken
45 ein Trennmesser 46 aktiviert und im Bereich 49 einander überlappender Umreifungsmittel-Enden
der Umreifungsmittelverschluß ausgebildet - beim dargestellten Ausführungsbeispiel
mittels Reibschweißen, wozu ein Vibrationsschwinger 50 in an sich bekannterweise durch
Friktion zwischen den Bandenden im Überlappungsbereich 49 Hitze erzeugt, die zu deren
Verschmelzen führt.
[0031] Währenddessen und während geschlossen gehaltener Umreifungsmittelklemme 20 wird die
Spanntrommel 19 bereits wieder motorisch in ihre Ausgangslage entsprechend Fig. 2
und 3 reversiert, wobei das Rollenpaar 18 die bei Rückdrehung der Spanntrommel 19
freiwerdende Umreifungsmittel-Überlänge durch reversierte Drehrichtung in den Umreifungsmittel-Speicher
17 (Fig. 1) zurückfördert. Nunmehr kann die Umreifungsmittelklemme 20 wieder öffnen.
Dies zeigt Fig. 6, aus der im übrigen auch die jetzt vollendete Packstück-Umreifung
50 erkennbar ist.
[0032] Der Arbeitszyklus einer Umreifung wird sodann noch dadurch vollendet, daß nach Entfernen
des mit vollständiger Umreifung 51 und einem Umreifungsmittelverschluß 52 versehenen
fertiggestellten Packstücks 13 vom Arbeitstisch der Maschine 10 das Umreifungsmittel
14 erneut in den Umreifungsmittelführungskanal 12 eingeschossen wird, womit die Grundstellung
der Maschine entsprechend Fig. 2 wieder erreicht ist.
[0033] Abweichend vom dargestellten Ausführungsbeispiel kann die als Schraubendruckfeder
36 beim Ausführungsbeispiel gezeigte Feder auch durch ein anderes Spannmittel ersetzt
sein. So könnte auch z.B. eine gewickelte Schenkelfeder auf der Schwenkachse 32 ruhen,
die mit einem Ende am Kopfstück 28 und mit ihrem anderen Windungsende am schwenkbeweglichen
Trommelsegment 30 fixiert ist.
[0034] Der in den Fig. 4 und 5 dargestellte, relativ geringe Umschlingungswinkel der beiden
Umfangsflächen 29' und 30' der Trommelsegmente 29 und 30 versteht sich ebenfalls lediglich
beispielhaft. Er ist abhängig von der Umreifungsmittellänge, die gefördert werden
muß, um die erforderliche Umreifungsmittelspannung am Packstück 13 zu erzielen. Bei
höher kompressiblen Packstücken ist diese Umreifungsmittellänge naturgemäß größer
als bei weniger nachgiebigen Packstücken 13.
[0035] Die erfindungsgemäße Auslegung der Spanntrommel 19 läßt es auch durchaus zu, daß
sie zur Aufbringung einer Spannkraft um mehr als 180° umfangsverdreht wird. Durch
die aus der Umschlingung des Umreifungsmittels rührenden Kräfte wird die Umreifungsmittelklemme
40 wieder geöffnet und die hohe Zugkraft von der Umschlingungsreibung übernommen.
Daraus ergibt sich der Vorteil, daß die Feder 36 sehr schwach dimensioniert sein kann.
Dies wiederum hat den Vorzug, daß die Feder 36 besonders schnell anspricht, zum Schließen
der Umreifungsmittelklemme 40 also bereits ein sehr kleiner Umschlingungswinkel des
bewegbaren Segments 30 ausreicht.
[0036] Im Rahmen der Erfindung ist es wesentlich, daß bereits nach geringer Umfangsverdrehung
der Spanntrommel 19 diese auf das Umreifungsmittel 14 eine definierte Zugkraft aufbringen
kann, was erfindungsgemäß mit Hilfe der vom Umreifungsmittel 14 selbst gesteuerten
Umreifungsmittelklemme 40 erfolgt.
1. Vorrichtung zum Umreifen von Packstücken mit einem Umreifungsmittel, insbesondere
einem thermoplastischen Band, welches von einem Umreifungsmittelvorrat in einen das
Packstück umgebenden Umreifungsmittelführungskanal ein- und durch diesen hindurch
einem Umreifungsmittel-Verschlußaggregat zugeführt wird und wobei Mittel zum Straffen
des Umreifungsmittels um das Packstück herum vorgesehen sind, die eine drehantreibbare
Spanntrommel umfassen, welche einen diametralen Umreifungsmittel-Durchgangsspalt und
zwei durch den Umreifungsmittel-Durchgangsspalt voneinander distanzierte Trommelsegmente
umfaßt, auf deren Umfangsflächen das Umreifungsmittel zum Spannen aufwickelbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eines der beiden Trommelsegmente (30) relativ zu dem anderen Trommelsegment
(29) spaltverengend beweglich ist und am Ende seiner Bewegung zusammen mit dem anderen
Trommelsegment eine Umreifungsmittelklemme (40) ausbildet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Trommelsegment
(30) allein aufgrund der Zugkraft des umschlingenden Umreifungsmittels (14) in Klemmstellung
bewegbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Trommelsegment
(30) aus seiner den Umreifungsmittel-Durchgangsspalt (22) definierenden Stellung entgegen
einer Federkraft in Klemmstellung bewegbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche
Trommelsegment (30) um eine parallel zur Drehachse (33) der Spanntrommel (19) verlaufende
Schwenkachse (32) bewegbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (32) zur
Umreifungsmittelklemme (40) hin versetzt angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die
Trommelsegmente (29, 30) an einem gemeinsamen drehangetriebenen Träger (28) befestigt
bzw. angelenkt sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Federkraft aus einer sich am Träger (28) und dem beweglichen Trommelsegment (30) abstützenden
Feder (36) resultiert.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (36) eine im wesentlichen
in einer Ausnehmung (35) des beweglichen Trommelsegments (30) angeordnete Druckfeder
ist.
9. Vorrichtung einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Spanntrommel (19) und dem Umreifungsmittel-Verschlußaggregat (15) eine gesteuerte
Umreifungsmittelklemme (20) angeordnet ist, die das gestraffte Umreifungsmittel (14)
nach dem Spannen durch die Spanntrommel (19) festhält, während das Umreifungsmittel-Verschlußaggregat
(15) den Umreifungsmittelverschluß (52) ausbildet und die Spanntrommel (19) in Ausgangslage
reversiert.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Spanntrommel (19) motorisch
in ihre Ausgangslage rückdrehbar ist.