[0001] Die Erfindung betrifft einen Lockenwickler zum Aufwickeln menschlichen Haares, mit
einem Stützkörper aus einem hohlen gestaltgebenden Formteil aus Kunststoff oder Metall
und einem den Umfang des Stützkörpers im wesentlichen bedeckenden Belag. Solche Lockenwickler
werden bekanntermaßen eingesetzt, um Haarsträhnen in Locken aufzuwickeln und damit
die Formgebung des Haares zu beeinflussen.
[0002] Ein Lockenwickler der eingangs beschriebenen Art ist aus dem DE-GM 1 851 303 bekannt.
Der Lockenwickler besitzt einen Stützkörper aus gespritztem Kunststoff oder Metall,
der nur begrenzt nachgiebig ausgebildet ist und dem Lockenwickler seine Gestalt verleiht.
Auf der Oberfläche des Stützkörpers ist ein gewirkter, gestrickter oder gewebter weitmaschiger,
polsterartiger Belag angeordnet, der eine plüschartige Oberfläche aufweisen kann.
[0003] Durch die weitmaschige Gestaltung ist es möglich, eine Einstecknadel nach Beendigung
des Aufwickelvorganges der Haarsträhne zu einer Locke quer durch den Belag und den
Stützkörper zu stecken, ohne daß damit der Belag oder der Stützkörper beschädigt wird.
Die Einstecknadel stellt gleichsam eine Befestigungseinrichtung für den Lockenwickler
relativ zum Kopf dar. Durch den weitmaschigen, polsterartigen Belag wird die aufzuwickelnde
Haarsträhne schonend und ohne Knickbildung auf dem Umfang des Lockenwicklers aufgenommen,
wobei allerdings während des Wickelvorgangs die Gefahr besteht, daß die Haftung zwischen
den Haaren und dem Belag nur unzureichend ist. Das Aufwickeln erfordert somit ein
erhebliches Geschick, insbesondere wenn ein fester, strammer Sitz der gebildeten Locke
auf dem Lockenwickler erzielt werden soll. Die quer durchzusteckende Einstecknadel
dient dabei auch zur Fixierung der Locke auf dem Umfang des Lockenwicklers.
[0004] Aus der DE 40 18 202 C2 ist ein Haftwickler zum Aufwickeln menschlichen Haares bekannt.
Der Haftwickler weist einen Haftkörper mit nach außen abstehenden Haftfortsätzen auf,
die ähnlich wie das Hakenband eines Klettverschlusses angeordnet sind und direkt mit
dem Haar haftend in Wirkverbindung treten. Solche Haftwickler besitzen den Vorteil,
daß sie keine Fixiereinrichtung in welcher Form auch immer benötigen. Die auf dem
Umfang aufzuwickelnde Haarsträhne tritt unmittelbar mit den Haken des Hakenbandes
in Wirkverbindung, und die Locke wird während des Aufwickelvorgangs bereits auf dein
Umfang des Belages festgelegt. Mit Beendigung des Aufwickelvorganges erhält der Haftwickler
auch gleichsam automatisch seinen festen Sitz relativ zum Kopf. Es muß weder eine
Spange, ein Querriegel oder ein sonstiger Verschlußmechanismus zusätzlich gehandhabt
werden. Als Stützkörper kann ein Zylinderabschnitt aus geschäumtem Kunststoff vorgesehen
sein, der so engporig gestaltet ist, daß er Flüssigkeit aufzunehmen in der Lage ist.
Die Einheit aus Stützkörper und Haftkörper ist weich und elastisch ausgebildet.
[0005] Bei Lockenwicklern der eingangs beschriebenen Art, insbesondere aber auch bei Haftwicklern,
tritt der besondere Nachteil auf, daß sich das Haar während des Aufwickelvorganges
elektrostatisch auflädt. Aufgeladene Haare stehen ab und widersetzen sich so dem Aufwickelvorgang
auf der Oberfläche eines Lockenwicklers. Sie scheiden daher aus der zuerst aufgewickelten
Locke aus, obwohl sie an sich für diese Locke bestimmt sind, und werden ggf. bei nachfolgenden
Wickelvorgängen von anderen Lockenwicklern erfaßt. Insbesondere wenn solche aufgeladenen
Haare jedoch nicht durch einen Aufwickelvorgang erfaßt werden oder wenn ein Teil der
Locken nach dem Formgebungsvorgang bereits ausgewickelt ist, besteht beim weiteren
Auswickeln die Gefahr, daß sich nicht eingewickelte aufgeladene Haare während des
Auswickelvorganges auf dem Umfang eines Lockenwicklers aufwickeln und dann in falscher
Wickelrichtung von dem Lockenwickler mitgenommen werden. Dies führt insbesondere bei
Verwendung von Haftwicklern mit nach außen abstehenden Haken oder verdickten Enden
dazu, daß ein Ab- und Ausreißen einzelner Haare möglich wird und die vollständige
Abnahme des Lockenwicklers oder Haftwicklers beim Auswickeln Schwierigkeiten bereitet.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Lockenwickler der eingangs beschriebenen
Art bereitzustellen, der bei Gebrauch keine Aufladungserscheinungen der Haare zeigt.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies bei einem Lockenwickler der eingangs beschriebenen Art
dadurch erreicht, daß der Belag aus einem Streifen eines Hakenbandes oder eines Flauschbandes
eines Klettverschlusses besteht, und daß der Streifen eine antistatische Ausstattung
aufweist.
[0008] Wenn der Belag aus einem Streifen aus Hakenband besteht, handelt es sich um einen
Haftwickler. Wenn der Belag aus einem Streifen aus Flauschband besteht, handelt es
sich um einen Lockenwickler, der auch als Velourwickler bezeichnet wird. Im zweiten
Fall benötigt der Lockenwickler zusätzlich eine Fixiereinrichtung für die Festlegung
der Locke auf dem Umfang des Stützkörpers einerseits sowie für die Festlegung des
Lockenwicklers relativ zum Kopf nach Beendigung des Aufwickelvorganges. Der Streifen,
der im wesentlichen den Umfang des Stützkörpers abdeckt, ist antistatisch ausgestattet,
so daß Aufladungserscheinungen bei Gebrauch erst gar nicht auftreten. Damit wird erreicht,
daß ein Abspreizen einzelner Haare infolge elektrischer Aufladung vermieden wird und
die zu einer Strähne zusammengeführten Haare, die zu einer Locke aufgewickelt werden
sollen, auch möglichst vollständig erfaßt und im Wickelvorgang aufgewickelt werden.
Auch der Auswickelvorgang wird erleichtert. Es besteht in weit geringerem Maße die
Gefahr, daß beim Auswickelvorgang unbeabsichtigt benachbarte Haare mit eingewickelt
werden.
[0009] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die antistatische Ausstattung oberflächenaktive
kationische und amphotonische Wirkstoffe aufweist. Diese oberflächenaktiven Wirkstoffe
können in Form einer wässrigen Lösung als Beschichtung aufgebracht werden. Obwohl
der Streifen aus Kunststoffmaterial besteht, welches aus fadenförmigem Material in
der Regel durch einen Wirkvorgang erstellt ist, reicht eine Tränkung des Streifens
oder des Fadens mit den Antistatikmittel aus, um die erwünschte antistatische Wirkung
zu erreichen. Das Antistatikmittel läßt sich somit ausgesprochen sparsam einsetzen
und anwenden. Neben dieser Möglichkeit der Aufbringung einer Beschichtung kann die
antistatische Ausstattung aber auch dem Ausgangsmaterial zur Herstellung des Streifens
hinzugefügt sein. In beiden Fällen wird die Leitfähigkeit des Streifens erhöht.
[0010] Es besteht die Möglichkeit, daß der Belag aus einem Streifen eines Hakenbandes eines
Klettverschlusses besteht, der mit der Oberfläche des Stützkörpers fest verbunden
ist. Ein solcher Haftwickler benötigt keine zusätzliche Fixiereinrichtung, läßt sich
einfach herstellen und sicher anwenden.
[0011] Andererseits ist es aber auch möglich, daß der Belag aus einem Streifen eines Flauschbandes
eines Klettverschlusses besteht, der mit der Oberfläche des Stützkörpers fest verbunden
ist, und daß dem Flauschband ein Streifen Hakenband eines Klettverschlusses zugeordnet
ist. In diesem Falle ist zusätzlich ein Streifen aus Hakenband vorgesehen. Das Flauschband
und das Hakenband sind Bestandteile eines gemeinsamen Klettverschlusses. Das Hakenband
kann als loses Teil oder angeheftet an den Stützkörper des Lockenwicklers vorgesehen
sein. Es genügt im allgemeinen, das Flauschband antistatisch auszurüsten. Es ist aber
auch möglich, zusätzlich den Streifen aus Hakenband antistatisch auszurüsten.
[0012] Die Erfindung wird anhand verschiedener Ausführungsbeispiele weiter erläutert und
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer ersten Ausführungsform des Lockenwicklers als
Haftwickler und
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung des Lockenwicklers als Velourwickler.
[0013] Der in Fig. 1 dargestellte Lockenwickler 1 weist einen Stützkörper 2 auf, der als
hohler, zylindrischer Körper ausgebildet ist, zweckmäßig eine Vielzahl von Durchbrechungen
3 aufweist und sich über die Länge des Lockenwicklers 1 erstreckt. Der Stützkörper
2 kann als Formspritzteil aus Kunststoff ausgebildet sein, aber auch aus weitgehend
steifem Metallgeflecht bestehen. Der Stützkörper 2 verleiht dem Lockenwickler 1 seine
Gestalt. Er ist nur begrenzt nachgiebig ausgebildet.
[0014] Auf der nach außen gekehrten Oberfläche des Stützkörpers 2 ist ein Streifen 4 befestigt.
Der Streifen 4 kann als Band um die Oberfläche des Stützkörpers 2 herumgelegt sein,
wobei seine beiden Enden mit einer Schweißnaht 5 mit dem Stützkörper 2 fest verbunden
sind, so daß der Streifen 4 den Stützkörper 2 straff und fest dauerhaft umgibt.
[0015] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 besteht der Streifen 4, der im wesentlichen
die gesamte zylindrische Oberfläche des Stützkörpers 2 abdeckt, aus einem Hakenband
6 eines Klettverschlusses. Ein solches Hakenband 6 besitzt normal zu seiner Haupterstreckungsrichtung
abstehende Haken oder pilzförmige Verdickungen, mit denen es bei Kontakt mit Haaren
mit diesen in Wirkverbindung tritt. Wenn beispielsweise eine Haarsträhne lockenartig
um einen solchen Lockenwickler 1 gewickelt und damit aufgewickelt wird, treten die
Haken des Hakenbandes 6 in die Haare der Strähne ein und fixieren damit die Locke
auf dem Umfang des Lockenwicklers 1. Dieser in Fig. 1 dargestellte Haftwickler benötigt
auch keine Fixiereinrichtung für die Beibehaltung in der Endposition des Aufwickelvorganges
am Kopf. Der Aufwickelvorgang kann gleichsam automatisch zu jeder beliebigen Zeit
beendet werden, so daß sich ein gewünscht straffer Sitz des Lockenwicklers am Kopf
ergibt. Durch gezielte Beendigung des Aufwickelvorganges kann der Sitz mehr oder weniger
straff bzw. lose erzeugt werden.
[0016] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform. Auch hier besitzt der Lockenwickler 1
wiederum einen Stützkörper 2, der in Übereinstimmung mit dem Ausführungsbeispiel der
Fig. 1 ausgebildet sein kann. Auch hier ist mit dem Umfang des Stützkörpers 2 ein
Streifen 4 verbunden, der jedoch hier aus einem Flauschband 7 eines Klettverschlusses
gebildet wird. Der Streifen 4 aus Flauschband 7 ist auch hier durch eine Schweißnaht
5 mit dem Stützkörper 2 aus Kunststoff verbunden. Zwischen der Oberfläche des Flauschbandes
7 wird beim Aufwickeln der Haare nur eine begrenzte Haftung zu den Haaren erreicht.
Zum Fixieren der aufgewickelten Locke am Stützkörper 2 einerseits sowie des Lockenwicklers
1 am Kopf andererseits ist zusätzlich ein Streifen 8 aus Hakenband 9 vorgesehen, der
auf seiner Oberfläche abstehende Fortsätze 10 mit verdickten Enden aufweisen kann.
Es ist aber auch eine hakenartige Ausbildung wie bei dem Hakenband 6 der Fig. 1 möglich.
Der Streifen 4 aus Flauschband 7 und der Streifen 8 aus Hakenband 9 bilden zusammen
einen Klettverschluß und damit die Fixiereinrichtung für den Lockenwickler.
[0017] Bei beiden Ausführungsformen ist wenigstens der Streifen 4 aus Hakenband 6 oder aus
Flauschband 7 mit einer antistatischen Ausstattung versehen. Das Material des Streifens
4 kann hierzu mit einer wässrigen Lösung getränkt oder beschichtet sein, die oberflächenaktive
kationische und amphotere Wirkstoffe aufweist. Statt diese Wirkstoffe auf die Oberfläche
aufzubringen, ist es auch möglich, diese Wirkstoffe in dem Material der Streifen 4
anzuordnen bzw. dort einzuarbeiten. Dies kann bereits bei der Herstellung des Fadens
geschehen, aus denen der Streifen 4 dann letztendlich hergestellt wird. Auch der Streifen
8 kann zusätzliche eine solche antistatische Ausstattung aufweisen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0018]
- 1
- - Lockenwickler
- 2
- - Stützkörper
- 3
- - Durchbrechung
- 4
- - Streifen
- 5
- - Schweißnaht
- 6
- - Hakenband
- 7
- - Flauschband
- 8
- - Streifen
- 9
- - Hakenband
- 10
- - Fortsatz
1. Lockenwickler (1) zum Aufwickeln menschlichen Haares, mit einem Stützkörper (2) aus
einem hohlen gestaltgebenden Formteil aus Kunststoff oder Metall und einem den Umfang
des Stützkörpers im wesentlichen bedeckenden Belag, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag aus einem Streifen (4) eines Hakenbandes (6) oder eines Flauschbandes
(7) eines Klettverschlusses besteht, und daß der Streifen (4) eine antistatische Ausstattung
aufweist.
2. Lockenwickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die antistatische Ausstattung oberflächenaktive kationische und amphotonische
Wirkstoffe aufweist.
3. Lockenwickler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die antistatische Ausstattung in Form einer Beschichtung des Streifens (4) vorgesehen
ist.
4. Lockenwickler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die antistatische Ausstattung dem Ausgangsmaterial zur Herstellung des Streifens
(4) hinzugefügt ist.
5. Lockenwickler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag aus einem Streifen (4) eines Hakenbandes (6) eines Klettverschlusses
besteht, der mit der Oberfläche des Stützkörpers (2) fest verbunden ist.
6. Lockenwickler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Belag aus einem Streifen (4) eines Flauschbandes (7) eines Klettverschlusses
besteht, der mit der Oberfläche des Stützkörpers (2) fest verbunden ist, und daß dem
Flauschband (7) ein Streifen (8) Hakenband (9) eines Klettverschlusses zugeordnet
ist.