[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpacken einer Materialbahnrolle, bei dem
eine Verpackungsbahn zur Bildung einer Korpusverpackung schraubenlinienförmig um die
Materialbahnrolle gewickelt wird und die Verpakkungsbahn am Anfang und/oder am Ende
der Materialbahnrolle zur Bildung einer Endverpackung unter Ausbildung eines im wesentlichen
gleichförmigen axialen Überstandes in Umfangsrichtung um die Materialbahnrolle gewikkelt
wird.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist aus der nachveröffentlichten DE 195 35 746 A1 bekannt.
[0003] Verpackungen dieser Art haben den Vorteil, daß man unabhängig von der Breite der
zu verpackenden Materialbahnrolle mit einer einzigen Vorratsrolle auskommt, d.h. man
benötigt keine unterschiedlich breiten Verpackungsbahnen mehr. Die Korpusverpackung
ist über die axiale Länge der Materialbahnrolle sozusagen axial zusammengesetzt. Um
die bisher bekannten Verpackungstechniken mit Stirndeckeln verwenden zu können, bei
denen an die Stirnseiten der Materialbahnrollen jeweils ein Innenstirndeckel angelegt
wird, ein axialer Überstand der Verpackungsbahn dann auf die Stirndeckel eingefaltet
und schließlich ein Außenstirndeckel auf den eingefalteten Überstand und den Innenstirndeckel
aufgebracht und befestigt wird, ergänzt man die Korpusverpackung mit der schraubenlinienförmig
verlaufenden Verpackungsbahn durch mindestens eine Endverpackung, bei der die Verpackungsbahn
unter Ausbildung eines axialen Überstandes in Umfangsrichtung um die Materialbahnrolle
gewickelt wird. Hierbei liegt dann die Breitenerstrekkung der Verpackungsbahn parallel
zur Achse der Materialbahnrolle, während sie beim Herstellen der Korpusverpackung
unter einem spitzen Winkel zur Achse der Materialbahnrolle verläuft.
[0004] Beim Herstellen der Korpusverpackung ergibt sich gelegentlich das Problem, daß das
Ende der Verpackungsbahn nicht mit der gewünschten Zuverlässigkeit am Umfang der Materialbahnrolle
haften bleibt. Dies tritt insbesondere dann auf, wenn ein Klebstoffauftrag aus irgendwelchen
Gründen nicht bis zum Rand der Verpackungsbahn erfolgt, sondern einen Abstand dazu
einhält. Während dies bei dem axial über die Materialbahnrolle überstehenden axial
äußeren Ende der Verpackungsbahn unkritisch ist, weil hier ohnehin keine Materialbahnrolle
mehr vorhanden ist, an der die Verpackungsbahn befestigt werden sollte, führt dies
beim axial inneren Ende der Verpackungsbahn dazu, daß dieser Zipfel nicht ausreichend
befestigt wird und sich somit loslösen kann. Dies kann bei einer nachfolgenden weiteren
Handhabung der verpackten Materialbahnrolle zu Beschädigungen der Verpackung führen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verpakkung zu erzeugen, die gegen
derartige Beschädigungen unempfindlicher ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Verpackungsbahn beim Bilden
der Korpusverpackung mit ihrem axial äußeren Ende soweit axial über das Ende der Materialbahnrolle
hinausgeführt wird, daß das axial innere Ende der Verpackungsbahn beim nachfolgenden
Bilden der Endverpackung von der Endverpackung abgedeckt wird.
[0007] Auch wenn am Ende der Verpackungsbahn die Ecke, die axial innen liegt und die im
folgenden als "innerer Zipfel" bezeichnet wird, nicht mit der notwendigen Zuverlässigkeit
an dem Umfang der Materialbahnrolle oder einer zuvor aufgebrachten Windung der Verpackungsbahn
angeklebt wird, wird sie zuverlässig an der Materialbahnrolle gehalten, weil sie von
der Endverpackung abgedeckt wird. Damit kann die Verpackung der Materialbahnrolle
nicht mehr dadurch beschädigt werden, daß dieser Zipfel frei kommt und die Verpackungsbahn
ausgehend von dem Zipfel einreißt. Diese Vorgehensweise bedingt allerdings, daß die
die Korpusverpackung bildende Verpackungsbahn axial ein Stück weit über die Stirnseite
der Materialbahnrolle vorsteht. Es handelt sich hierbei allerdings nur um eine einzelne
Lage der Verpackungsbahn, die beim nachfolgenden Einfalten des Überstandes der Endverpackung
nicht nennenswert stört. In einem relativ großen Umfangsbereich hat der axiale Überstand
der Korpusverpackung auch nur eine relativ geringe axiale Erstreckung. Man kann diesen
Überstand also durchaus auch dann in Kauf nehmen, wenn beabsichtigt ist, die verpackten
Materialbahnrollen in einer Kaminstapelung übereinander zu lagern.
[0008] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß das axial innere
Ende der Verpackungsbahn der Korpusverpackung in einem Bereich liegt, der von einem
axial inneren Randstreifen der Verpackungsbahn der Endverpackung mit einer Breite
von maximal 20 % der Breite der Verpackungsbahn abgedeckt wird. Bei dieser Ausgestaltung
wird sichergestellt, daß der innere Zipfel der Korpusverpackung zwar abgedeckt wird.
Diese Abdeckung liegt jedoch im Bereich des axial inneren Endes der Endverpackung,
so daß der axiale Überstand der Korpusverpackung kleingehalten werden kann. Dies spart
Verpackungsmaterial.
[0009] Auch ist bevorzugt, daß das Ende der Korpusverpackung vollständig von der Endverpackung
abgedeckt wird. Dies erleichtert das nachfolgende Einfalten des axialen Überstandes
der Endverpackung. Es besteht keine Gefahr, daß axial außen an der Korpusverpackung
ein weiterer Zipfel entsteht, der zu einer Beschädigung führen könnte.
[0010] Vorzugsweise wird das axial überstehende Ende der Korpusverpackung frei von Klebstoff
gehalten. Da das axial überstehende Ende der Korpusverpackung auf die Stirnseite der
Materialbahn eingefaltet wird, besteht in ungünstigen Fällen die Gefahr, daß die Verpackungsbahn
der Korpusverpackung an die Stirnseite der Materialbahnrolle kommt, wenn diese beispielsweise
vom Innenstirndeckel nicht vollständig abgedeckt wird. Wenn man nun den axialen Überstand
der Korpusverpackung frei von Klebstoff hält, dann besteht diese Gefahr nicht
[0011] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der Klebstoff in mehreren parallel verlaufenden
Streifen aufgetragen wird, wobei mindestens ein Streifen auf dem axial überstehenden
Teil früher endet als die anderen. Man stellt also hiermit sicher, daß die Verpackungsbahn
zumindest axial weiter innen noch vollständig mit der Materialbahnrolle verklebt werden
kann. Der Überstand bleibt jedoch frei.
[0012] In einer alternativen Ausgestaltung ist vorgesehen, daß ein an Luft nach einer vorbestimmten
Zeitdauer trocknender Klebstoff verwendet wird und der axiale Überstand der Endverpackung
erst nach Ablauf der Zeitdauer auf die Stirnseite eingefaltet wird. Wenn der Klebstoff
an der Luft trocknet, verliert er seine Klebfähigkeit. Ein Einfalten ist dann gefahrlos
möglich, weil der axiale Überstand nicht mehr mit der Stirnseite verklebt.
[0013] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß die Zeitdauer mindestens so groß ist wie die
zum Bilden der beiden Endverpackungen benötigte Zeit. Wenn man den axialen Überstand
erst dann einfaltet, wenn die Endverpackungen vollständig hergestellt sind, dann muß
diese Zeit ohnehin verstreichen. Es entstehen also keine zusätzlichen Totzeiten, die
die Verpackung verlangsamen könnte.
[0014] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels erläutert.
Hierin zeigt die einzige Figur eine verpackte Materialbahnrolle.
[0015] Die Figur zeigt eine verpackte Materialbahnrolle 1. Materialbahnrollen 1 dieser Art
entstehen beispielsweise bei der Produktion von Papier oder textilen Warenbahnen.
Sie haben eine beträchtliche Größe. Ihr Durchmesser liegt im Bereich 0,5 bis 2,5 m.
Ihre axiale Länge liegt im Bereich von 0,5 bis 3,8 m oder sogar darüber hinaus.
[0016] Dargestellt ist lediglich ein axiales Ende der Materialbahnrolle 1. Über die Länge
ist die Materialbahnrolle 1 mit einer Korpusverpackung 2 versehen. An ihrem axialen
Ende ist zusätzlich eine Endverpackung 3 angebracht. Diese Endverpackung 3 ist aus
Gründen der Übersichtlichkeit mit einem etwas größeren Durchmesser als die Materialbahnrolle
dargestellt. In Wirklichkeit liegt die Endverpackung 3 ebenfalls am Umfang der Materialbahnrolle
1 an.
[0017] Die Korpusverpackung 2 und die Endverpackung 3 werden aus der gleichen Verpackungsbahn
4 hergestellt. Die Verpackungsbahn besteht aus Packpapier und weist eine Breite von
mindestens 350 mm auf. Damit läßt sich ein axialer Überstand 11 von 100 bis 150 mm
am Ende der Materialbahnrolle 1 realisieren. Bewährt hat sich eine Verpackungsbahnbreite
von etwa 500 mm. Zum Herstellen der Korpusverpackung 2 wird die Verpackungsbahn 4
schraubenlinienförmig um die Materialbahnrolle 1 herum geführt. Die Verpackungsbahn
hat eine Breite B. Die Steigung der Schraubenlinie ist so eingestellt, daß sich aufeinanderfolgende
Lagen der Verpackungsbahn 4 im vorliegenden Ausführungsbeispiel jeweils um B/2 überlappen.
Dadurch entsteht eine zweilagige Korpusverpakkung 2. Natürlich kann man auch andere
Verhältnisse zwischen Breite B und Steigung wählen, so daß man auch mehrlagige, beispielsweise
drei- oder vierlagige Korpusverpackungen 2 herstellen kann. Die Überlappung ist dadurch
dargestellt, daß der jeweils rechte Rand der Verpackungsbahn 4 in der Figur gestrichelt
eingezeichnet ist. Es ist also von der nachfolgenden Verpackungsbahnlage abgedeckt.
[0018] Die Verpackungsbahn 4 ist im Bereich ihrer Ränder mit Leimraupen 5, 6 versehen, d.h.
mit einem annähernd linienförmigen Klebstoffauftrag, so daß sie beim Herstellen der
Korpusverpackung über ihre gesamte Länge mit der Materialbahnrolle bzw. mit zuvor
aufgebrachten Lagen der Verpackungsbahn 4 verklebt wird.
[0019] Die Verpackungsbahn 4 endet an einer Schnitt- oder Trennlinie 7. Dort ergibt sich
dann am axial inneren Ende ein innerer Zipfel 8 und am axial äußeren Ende ein äußerer
Zipfel 9. Der äußere Zipfel 9 liegt hierbei in einem Bereich der Verpackungsbahn 4,
der axial über die Stirnseite 10 der Materialbahnrolle 1 übersteht.
[0020] Die Endverpackung 3 besteht aus mindestens einer Lage, üblicherweise aber mehreren
Lagen der Verpackungsbahn 4, die in Umfangsrichtung unter Ausbildung eines axialen
Überstandes 11 um die Materialbahnrolle 1 gewickelt ist.
[0021] Man stimmt nun das Ende der Verpackungsbahn 4 der Korpusverpackung 2, d.h. die Lage
der Schnitt- oder Trennlinie 7, so auf die Lage der Endverpackung 3 ab, daß die Schnitt-
oder Trennlinie 7 vollständig von der Endverpackung 3 abgedeckt wird. Damit wird zum
einen sichergestellt, daß der innere Zipfel 8 von der Endverpackung abgedeckt wird.
Es ist aus der Figur ersichtlich, daß die Leimraupe 5 zwar im Bereich des Randes der
Verpackungsbahn 4 angeordnet ist, zu diesem jedoch einen kleinen Abstand aufweist.
Dies führt dazu, daß sich der innere Zipfel 8 von der Materialbahnrolle 1 lösen kann.
Dadurch, daß die Endverpackung 3 den inneren Zipfel 8 abdeckt, ist diese Gefahr jedoch
beseitigt worden.
[0022] Auch der äußere Zipfel 9 wird von der Endverpackung 3 abgedeckt. Auch hier besteht
dann keine Gefahr mehr, daß er vorsteht. Dies könnte zu einer Angriffsstelle für Beschädigungen
werden.
[0023] Nach dem Herstellen der Endverpackung 3 wird an sich bekannter Weise, beispielsweise
mit Flügelrädern, der axiale Überstand 11 der Endverpackung 3 auf die Stirnseite 10
der Materialbahnrolle 1 eingefaltet. Gegebenenfalls kann noch ein Innenstirndeckel
vorher eingebracht werden.
[0024] Um zu verhindern, daß beim Einfalten des axialen Überstandes 11 bzw. des äußeren
Zipfels 9 die Verpackungsbahn 4 der Korpusverpackung 2 mit der Stirnseite 10 verklebt,
kann man die Leimraupe 6 vor der Trennlinie 7 enden lassen. Man kann sich ausrechnen,
wann die Leimraupe 6 enden muß, damit sie sich nicht mehr in den Bereich des axialen
Überstandes der Hauptverpackung 2 erstreckt. Dort ist ein Klebstoffauftrag ohnehin
nicht mehr notwendig, weil nichts mehr zur Verfügung steht, mit dem die Verpackungsbahn
4 verklebt werden könnte.
[0025] Alternativ dazu kann man auch einen Klebstoff verwenden, der seine Klebefähigkeit
verliert, wenn er eine bestimmte Zeitdauer der Umgebungsatmosphäre ausgesetzt ist.
Dieses Verhalten läßt sich bei vielen Klebstoffen beobachten. Da für das Herstellen
der Endverpackungen 3 an beiden Enden der Materialbahnrolle 1 ohnehin eine gewisse
Zeit benötigt wird, kann man durch eine entsprechende Auswahl des Klebstoffs ein Verkleben
des Überstandes der Korpusverpackung 2 mit der Stirnseite 10 der Materialbahnrolle
verhindern.
1. Verfahren zum Verpacken einer Materialbahnrolle, bei dem eine Verpackungsbahn zur
Bildung einer Korpusverpackung schraubenlinienförmig um die Materialbahnrolle gewickelt
wird und die Verpackungsbahn am Anfang und/oder am Ende der Materialbahnrolle zur
Bildung einer Endverpackung unter Ausbildung eines im wesentlichen gleichförmigen
axialen Überstandes in Umfangsrichtung um die Materialbahnrolle gewickelt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verpackungsbahn (4) beim Bilden der Korpusverpakkung (2) mit
ihrem axial äußeren Ende (9) soweit axial über das Ende (10) der Materialbahnrolle
(1) hinausgeführt wird, daß das axial innere Ende (8) der Verpackungsbahn (4) beim
nachfolgenden Bilden der Endverpackung (3) von der Endverpackung (3) abgedeckt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das axial innere Ende (8) der
Verpackungsbahn (4) der Korpusverpackung (2) in einem Bereich liegt, der von einem
axial inneren Randstreifen der Verpackungsbahn (4) der Endverpackung (3) mit einer
Breite von maximal 20 % der Breite der Verpackungsbahn abgedeckt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ende (7) der Korpusverpackung
(2) vollständig von der Endverpackung (3) abgedeckt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das axial
überstehende Ende der Korpusverpackung (2) frei von Klebstoff gehalten wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Klebstoff in mehreren parallel
verlaufenden Streifen (5, 6) aufgetragen wird, wobei mindestens ein Streifen (6) auf
dem axial überstehenden Teil früher endet als die anderen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein an Luft
nach einer vorbestimmten Zeitdauer trocknender Klebstoff verwendet wird und der axiale
Überstand (11) der Endverpakkung (3) erst nach Ablauf der Zeitdauer auf die Stirnseite
(10) eingefaltet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitdauer mindestens so
groß ist wie die zum Bilden der beiden Endverpackungen (3) benötigte Zeit.