[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verpacken einer Materialbahnrolle mit
einer Verpackungsbahn mit einem Verpackungsbahnspender, der die Verpackungsbahn mit
einem spitzen Winkel ihrer Querrichtung zur Axialrichtung der Materialbahnrolle ausgibt
und der eine Klebstoffauftragsstation aufweist.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus der nachveröffentlichten DE 195 35 746 bekannt.
[0003] Die zu verpackenden Materialbahnrollen haben eine beträchtliche Größe. Ihr Durchmesser
liegt üblicherweise im Bereich von 500 bis 2500 mm. Die Rollenbreite kann 500 bis
3800 mm betragen oder sogar noch größer sein. Derartige Materialbahnrollen entstehen
beispielsweise bei der Papier- oder Textilproduktion. Um die Materialbahnrollen von
ihrer Produktionsstätte, beispielsweise der Papierfabrik, zu der Verbrauchsstätte,
beispielsweise eine Druckerei, transportieren zu können, müssen sie mit einer Verpackungsbahn
umhüllt werden, um sie zu schützen. Die Verpackungsbahn bietet hier einerseits einen
mechanischen Schutz gegen Beschädigungen. Andererseits soll sie auch den Einfluß von
Umgebungsgrößen, wie Luftfeuchtigkeit, klein halten.
[0004] Bislang hat man Materialbahnrollen so verpackt, daß man eine Vielzahl von Vorratsrollen
für Verpackungsbahnen bereitgehalten hat. Je nach Breite der zu verpackenden Materialbahnrolle
wurde dann eine entsprechend breite Vorratsrolle verwendet. Die Verpackungsbahn auf
der Vorratsrolle mußte dann so breit sein, daß sie nach dem Umwickeln der Materialbahnrolle
noch einen axialen Überstand von üblicherweise 100 bis 250 mm hatte, der dann auf
der Stirnseite der Materialbahnrolle eingeschlagen werden konnte.
[0005] Da in einer Papierfabrik je nach Kundenanforderungen Papierrollen mit höchst unterschiedlichen
Breiten erzeugt werden, mußten auch entsprechend viele Vorratsrollen mit Verpackungsbahnen
bereitgehalten werden. Dies ist unwirtschaftlich. Je breiter die Verpackungsbahnen
werden, desto teuer werden sie und desto schwieriger sind sie zu handhaben.
[0006] Wenn man nun den Verpackungsbahnspender nicht parallel zur Materialbahnrolle ausrichtet,
so daß sich beim Wickeln eine reine Umfangsverpackung ergibt, sondern unter einem
Winkel, dann ergibt sich beim Wickeln der Packungsbahn um die Materialbahnrolle eine
schraubenlinienförmige Verpackung, so daß man mit einer einzigen Verpackungsbahnbreite
praktisch alle Breiten der Materialbahnrollen bedienen kann.
[0007] Hierdurch erreicht man eine hohe Wirtschaftlichkeit bei der Bevorratung der Verpackungsbahn,
eine leichtere Handhabung der Verpackungsbahn aufgrund des geringeren Gewichts der
Vorratsrolle für die Verpackungsbahn und auch eine höhere Flexibilität bei dem Verpacken
der Materialbahnrollen. Man kann unabhängig von der Breite alle Materialbahnrollen
in einer einzigen Station verpacken.
[0008] Nachteilig bei dieser Vorgehensweise ist allerdings, daß man mehr Zeit benötigt,
um eine Materialbahnrolle zu verpacken. Die benötigte Zeit wächst mit der axialen
Länge der Materialbahnrolle.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verpackungszeiten kurz zu halten.
[0010] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß die Klebstoffauftragsstation eine erste Klebstoffauftragseinrichtung als Betriebsbeleimungseinrichtung
und eine zweite Klebstoffauftragseinrichtung als Endbeleimungseinrichtung aufweist.
[0011] Hierbei werden die Begriffe Betriebsbeleimungseinrichtung und Endbeleimungseinrichtung
lediglich als Kürzel verwendet. Ihre Aufgabe und ihre Funktion ergibt sich aus der
folgenden Beschreibung.
[0012] Um die Verpackungszeiten kurz zu halten, kann man beispielsweise die Wickelgeschwindigkeiten
erhöhen, d.h. die Geschwindigkeit, mit der die Materialbahnrolle gedreht wird, nachdem
man die Verpackungsbahn an ihr zur Anlage gebracht und befestigt hat. Die Erhöhung
der Wickelgeschwindigkeit hat aber nur dann einen nennenswerten Einfluß, wenn gleichzeitig
die Beschleunigungszeiten kurz gehalten werden, d.h. die Materialbahnrolle mit der
anhaftenden Verpackungsbahn möglichst stark beschleunigt wird. Da die Verpackungsbahn
an der Materialbahnrolle festgeklebt wird, hat dies zur Folge, daß die Klebeverbindung
stark beansprucht wird. Diese Beanspruchung tritt insbesondere am Anfang des Wickelvorgangs
auf, wenn die Verpackungsbahn noch nicht durch andere Maßnahmen an der Materialbahnrolle
gehalten wird, beispielsweise der teilweisen Abdeckung durch eine nachfolgende Verpackungsbahnlage.
Auch steht, wenn der Wickelvorgang, also der Verpackungsvorgang, in kurzer Zeit erfolgen
soll, nur eine recht kleine Zeit zur Verfügung, innerhalb derer die Klebeverbindung
hergestellt werden kann. Wenn der Verpackungsbahnspender seitlich neben der Materialbahnrolle
angeordnet ist, was aus Gründen der Handhabbarkeit Vorteile bietet, dann wird die
Verpackungsbahn zwischen der Materialbahnrolle und einer Tragwalze eingefädelt, auf
der die Materialbahnrolle ruht und von denen sie gedreht wird. Bereits nach dem Durchlaufen
des ersten Walzenspalts aus Materialbahnrolle und Tragwalze muß die Verpackungsbahn
dann aber mit einer Festigkeit oder Haftkraft an der Materialbahnrolle anhaften, die
ausreicht, um ein Lösen zu verhindern. Zwar kann mit der zweiten Tragwalze die Verpackungsbahn
noch einmal eingedrückt werden. Spätestens nach dem Verlassen des zweiten Walzenspalts
zwischen Materialbahnrolle und Tragwalze muß die Klebeverbindung aber "halten". Zwar
gibt es Klebstoffe, die bereits nach kurzer Zeit die notwendige Klebkraft aufweisen.
Diese sind jedoch relativ teuer. Wenn man solche Klebstoffe verwendet, dann vermindert
sich die Wirtschaftlichkeit derartiger Verpackungen wieder. Andere Klebstoffe, die
für die Verklebung an und für sich ausreichen würden, weil sie nach einer gewissen
Zeit ebenfalls die notwendige Klebkraft aufweisen, sind zwar preisgünstiger. Hier
besteht jedoch die Gefahr, daß sie den Anfangs-"Tick" nicht bewirken, also nicht die
notwendige Haftkraft der Verpackungsbahn an der Materialbahnrolle erzeugen können.
Der Anfang der Verpackungsbahn kann sich dann unter Umständen wieder von der Materialbahnrolle
lösen, so daß eine zufriedenstellende Herstellung einer Schraubenlinienwicklung nicht
bewirkt werden kann.
[0013] Erfindungsgemäß wird dieses Problem dadurch gelöst, daß man zwei Klebstoffauftragsstationen
vorsieht. Eine davon ist als "Betriebsbeleimungseinrichtung" ausgebildet. Mit ihr
wird Klebstoff aufgetragen, der für die Ausbildung und Verklebung der Verpackung entlang
der axialen Länge der Materialbahnrolle notwendig und ausreichend ist. Es kann sich
hierbei um einen relativ preisgünstigen Klebstoff handeln, beispielsweise Wasserglas.
Allerdings benötigt dieser Klebstoff eine gewisse Zeit zum Erreichen der notwendigen
Klebkraft. Die Betriebsbeleimungseinrichtung würde also nicht ausreichen, um am Anfang
der Verpackung, wenn die Verpackungsbahn an der Materialbahnrolle befestigt werden
soll, die nötige Verbindung sicherzustellen. Hierzu ist dann die Endbeleimungseinrichtung
vorgesehen. Diese vermittelt der Verpackungsbahn einen schnellwirkenden Klebstoffauftrag.
Hierfür können durchaus Klebstoffe verwendet werden, die andere Nachteile aufweisen,
wie höhere Kosten oder größere Verschmutzungsgefahr. Der Auftrag dieser Klebstoffe
wird jedoch auf den Anfang der Verpackungsbahn und gegebenenfalls auf das Ende der
Verpackungsbahn beschränkt. Da Anfang und Ende der Verpackungsbahn an den beiden axialen
Enden der Materialbahnrolle angeordnet sind, wird die zweite Klebstoffauftragseinrichtung
als "Endbeleimungseinrichtung" bezeichnet. Man kombiniert also die Vorteile der beiden
Klebstoffauftragseinrichtungen und schwächt dadurch die Nachteile der jeweiligen Klebstoffauftragseinrichtungen
so weit ab, daß sie insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch vertretbar
sind.
[0014] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die Betriebsbeleimungseinrichtung
mindestens zwei im wesentlichen parallel zu Kante der Verpackungsbahn laufende Klebstoffraupen
erzeugt. Unter "Klebstoffraupe" soll hier ein annähernd linienförmiger Klebstoffauftrag
verstanden werden, der aber unter Umständen auch durchbrochen sein kann. Mit derartigen
Klebstoffraupen wird sichergestellt, daß die Verpackungsbahn fortlaufend am Umfang
der Materialbahnrolle bzw. bei Überlappen der Verpackungsbahn auf eine zuvor aufgebrachte
Lage der Verpackungsbahn festgeklebt wird. Man erzielt dadurch eine über die axiale
Länge der Materialbahnrolle fest verbundene Verpackung, die von ihrer Schutzfunktion
her durchaus einer Verpackung entspricht, die mit einer entsprechend breiten Verpackungsbahn
hergestellt worden ist. Allerdings ergibt sich bei der schraubenlinienförmig verlaufenden
Verpackung optisch ein wesentlich besserer Eindruck bei längeren Materialbahnrollen.
Je breiter die Verpackungsbahnen werden, desto schwieriger ist es, sie faltenlos an
den Umfang der Materialbahnrolle anzulegen.
[0015] Mit Vorteil ist die Klebstoffabgabe der Betriebsbeleimungseinrichtung in Abhängigkeit
von der Geschwindigkeit der Verpackungsbahn steuerbar. Wie oben ausgeführt, lassen
sich hohe Verpackungsgeschwindigkeiten von beispielsweise 300 m/min dann realisieren,
wenn man hohe Wickelgeschwindigkeiten und entsprechend kurze Beschleunigungszeiten
verwendet. Dies führt aber zu einem Problem beim Klebstoffauftrag. Wenn man den Klebstoffauftrag,
d.h. die Menge des abgegebenen Klebstoffs pro Zeiteinheit, an die hohen Geschwindigkeiten
anpaßt, um über die Länge der Materialbahnrolle eine zuverlässige Verbindung zu erzielen,
dann hat man am Anfang und am Ende, wenn die Materialbahnrolle mit einer verminderten
Geschwindigkeit gedreht wird, einen Klebstoffüberschuß, der beispielsweise zu einer
Verschmutzung führen kann, wenn er herausquillt. Wenn man hingegen den Klebstoffauftrag
an die geringen Geschwindigkeiten am Anfang und am Ende anpaßt, dann reicht die Klebstoffmenge
möglicherweise nicht aus, um die Verpackung über die axiale Länge der Materialbahnrolle
mit der gewünschten Qualität herzustellen. Das Problem kann dadurch umgangen werden,
daß man die Klebstoffabgabe geschwindigkeitsabhängig steuert. Am Anfang und am Ende
der Verpackung, wenn sich die Materialbahnrolle mit einer geringeren Geschwindigkeit
dreht und deswegen die Geschwindigkeit der Verpackungsbahn niedrig ist, wird wenig
Klebstoff aufgetragen. Wenn die Geschwindigkeit hoch ist, wird mehr Klebstoff aufgetragen.
Man kann auf diese Weise dafür sorgen, daß der Klebstoffauftrag pro Längeneinheit
der Verpackungsbahn im wesentlichen konstant bleibt. Kleinere Schwankungen sind manchmal
unvermeidbar. Es reicht aber aus, wenn der Klebstoffauftrag in einem Bereich von ca.
±15% um einen vorbestimmten Wert bleibt, unabhängig von der Geschwindigkeit.
[0016] Vorzugsweise ist die Betriebsbeleimungseinrichtung getaktet und gibt Klebstoff in
Form von Tropfen aus. Hierdurch läßt sich die Klebstoffabgabe besonders einfach steuern.
Der Klebstoff wird mit einem gewissen Druck aus einem Klebstoffvorrat herangeführt.
In der Betriebsbeleimungseinrichtung wird eine Ausgabeöffnung aber nur zeitweilig
freigegeben. In dieser Zeit kann dann Klebstoff austreten. Bei einer Taktung, bei
der beispielsweise die Betriebsbeleimungseinrichtung periodisch geöffnet werden kann,
bestimmt sich die Klebstoffabgabe dann nach dem Tastverhältnis, d.h. dem Verhältnis
der Öffnungszeit zur Periodendauer. Eine derartige Taktung erfordert weitaus weniger
Aufwand als das genaue Einstellen einer Drossel, die den Klebstoffaustritt ebenfalls
steuern könnte.
[0017] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der zeitliche Abstand und/oder die Größe der
Tropfen in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Verpackungsbahn veränderbar ist.
Man kann beispielsweise ein konstantes Tastverhältnis verwenden und die Periodenlänge
in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit ändern. Man kann alternativ dazu auch die
Periodenlänge konstant lassen und das Tastverhältnis ändern. Selbstverständlich ist
auch eine Kombination beider Möglichkeiten denkbar. Man muß lediglich dafür sorgen,
daß der Klebstoffauftrag pro Längeneinheit der Verpackungsbahn im gewünschten Zielkorridor
bleibt.
[0018] Vorzugsweise ist der Abstand der Klebstofftropfen auf der Verpackungsbahn zumindest
annähernd konstant. Der Abstand kann auch gegen Null gehen. Hierdurch erzielt man
über die Länge der Verpackungsbahn eine sehr gleichmäßige Ausbildung der Leimraupen.
Normalerweise wird man einen kleinen Abstand der Tropfen in Kauf nehmen, weil der
Klebstoff beim Anlegen der Verpackungsbahn an die Materialbahnrolle ohnehin etwas
breitgedrückt wird. Hierbei können dann benachbarte Klebstofftropfen miteinander in
Berührung kommen. Es kann dennoch erwünscht sein, entlang der Leimraupe Bereiche mit
starken und Bereiche mit weniger starken Verbindungskräften zu haben, wie sie beispielsweise
durch die Hintereinanderanordnung der Tropfen bewirkt werden. Dies erleichtert nämlich
das Endpacken der Materialbahnrolle. Wenn man den Tropfenabstand so eingestellt hat,
daß sich gerade eine Berührung von benachbarten Tropfen beim Fertigstellen der Verpackung
ergibt, dann hat man einerseits den gewünschten Schutz durch eine geschlossene Klebstofflinie
und andererseits die Möglichkeit eines Aufreißens der Verpackung, d.h. des Zerkleinern
der Verpackung, mit geringerem Aufwand.
[0019] Bevorzugterweise sind die Leimraupen den Rändern der Verpackungsbahn benachbart angeordnet.
Damit werden die Ränder verklebt. Eine Beschädigung der Verpackung durch Gegenstände,
die sich zwischen einzelne Verpackungslagen schieben können, wird damit weitgehend
unmöglich gemacht. Auch das Vordringen von Feuchtigkeit wird praktisch unmittelbar
neben den Rändern der Verpackungsbahn gestoppt.
[0020] Vorzugsweise bewirkt die Endbeleimungseinrichtung einen flächigen Klebstoffauftrag.
Die Leimraupen erzeugen einen weitgehend linienförmigen Klebstoffauftrag, so daß für
die Haltekraft auch nur ein entsprechend kleiner Flächenbereich zur Verfügung steht.
Wenn man einen größeren Klebebereich wählt, dann kann man unter ansonsten unveränderten
Bedingungen auch eine höhere Haftkraft erreichen. Auch wenn die spezifische Haftkraft,
d.h. die Haftkraft pro Flächeneinheit, in einer Anwendung nicht größer ist als die
bei der Leimraupe, ist die Chance doch wesentlich größer, daß die Klebeverbindung
mit der Materialbahnrolle so weit hält, daß die Verpackungsbahn an der Rolle aufgewickelt
werden kann.
[0021] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist hierbei vorgesehen, daß die Endbeleimungseinrichtung
eine Klebstoffsprüheinrichtung aufweist. Mit einer Klebstoffsprüheinrichtung wird
nicht nur ein flächiger Klebstoffauftrag erzeugt. Der aufgesprühte Klebstoff hat in
der Regel auch eine wesentlich höhere Anfangsklebkraft als eine normalen Leimraupe.
Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, daß der Klebstoff, wenn er auf die
Verpackungsbahn aufgesprüht worden ist, einen geringeren Wasseranteil enthält. Das
Aufsprühen von Klebstoff ist an sich bekannt. Es führt aber in der Regel zu einer
sehr schnellen Verschmutzung der Klebstoffauftragseinrichtung und ihrer Umgebung,
so daß man eine Klebstoffsprüheinrichtung nicht gerne verwendet. Die notwendigen Wartungsarbeiten
vermindern die Wirtschaftlichkeit. Wenn man die Klebstoffsprüheinrichtung allerdings
nur am Anfang und gegebenenfalls am Ende der Verpackungsbahn verwenden muß, dann wird
ihre Betriebszeit klein gehalten. Dementsprechend bleibt auch die Verschmutzung, die
sich bei der Verwendung einer Klebstoffsprüheinrichtung ergibt. Eine Reinigung ist
zwar notwendig. Diese kann jedoch in längeren Intervallen erfolgen.
[0022] Vorzugsweise beaufschlagt die Klebstoffsprüheinrichtung im wesentlichen die Breite
der Verpackungsbahn mit Klebstoff. Damit kann man den Klebstoffauftrag entlang der
Länge auf relativ kurze Bereiche beschränken. Um die Verschmutzung gering zu halten,
wird man allerdings beim Sprühauftrag des Klebstoffs einen gewissen Abstand zu den
Rändern der Verpackungsbahn einhalten. Durch ein kurzzeitiges, breites Klebstoffsprühen
kann man allerdings eine höhe Anfangsfestigkeit der Klebeverbindung bei geringer Verschmutung
der Vorrichtung erzielen.
[0023] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig.
- 1 eine schematische Draufsicht auf eine Verpackungsvorrichtung,
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht auf eine Verpackungsbahn nach Durchlaufen einer Klebstoffauftragsstation
und
- Fig. 3
- eine schematische Vorderansicht der Klebstoffauftragsstation.
[0024] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Verpacken einer Materialbahnrolle 2 mit einer
Verpackungsbahn 3. Die Materialbahnrolle 2 ist hierbei auf zwei Tragwalzen 4, 5 gelagert,
von denen die Tragwalze 5 mit Hilfe eines Antriebs drehbar ist. Wenn die Tragwalze
5 gedreht wird, dreht sich auch die Materialbahnrolle 2.
[0025] Die Verpackungsbahn 3 ist auf einer Vorratsrolle 7 aufgewickelt, die auf einem Verpackungsbahnspender
8 angeordnet ist. Der Verpackungsbahnspender ist auf Schienen 9, 10 parallel zur Materialbahnrolle
3 verfahrbar. Er ist darüber hinaus in seiner Winkellage zur Materialbahnrolle 2 einstellbar.
In der in Fig. 1 dargestellten Winkellage schließt die Breitenrichtung der Verpackungsbahn
3, d.h. die Axialrichtung der Vorratsrolle 7, einen spitzen Winkel mit der Axialrichtung
der Materialbahnrolle 2 ein. Wenn man also die Verpackungsbahn 3 in dieser Ausrichtung
zwischen der Materialbahnrolle 2 und der Tragwalze 5 einführt und an der Materialbahnrolle
2 befestigt, dann ergibt sich beim Drehen der Materialbahnrolle 2 in Richtung des
Pfeils 11 eine schraubenlinienförmige Verpackung der Materialbahnrolle 2 mit der Verpackungsbahn
3. Dies ist schematisch in Fig. 1 dargestellt.
[0026] Die Verpackungsbahn 3 hat eine wesentlich geringere Breite als die Materialbahnrolle
2, beispielsweise 0,35 bis 0,75 m. Zum Herstellen einer Verpackung sind daher eine
Vielzahl von Umdrehungen der Materialbahnrolle 2 notwendig. Es liegt auf der Hand,
daß man hierfür einige Zeit benötigt. Die Verpackungszeit kann also durchaus höhere
Werte annehmen.
[0027] Um die Verpackungszeiten nicht zu groß werden zu lassen, kann man natürlich die Materialbahnrolle
2 mit einer höheren Geschwindigkeit, beispielsweise 300 m/min Umfangsgeschwindigkeit,
drehen lassen, wobei es hierbei sinnvoll ist, möglichst schnell, also innerhalb von
wenigen Sekunden, auf diese Geschwindigkeiten zu kommen. Dementsprechend müssen also
die Beschleunigungszeiten kurz sein, was zu hohen Beschleunigungen mit entsprechenden
Kräften führt. Darüber hinaus steht zum Befestigen der Verpackungsbahn 3 an der Materialbahnrolle
2 nur eine kurze Zeit zur Verfügung.
[0028] Um die Befestigung der Verpackungsbahn 3 an der Materialbahnrolle 2 zu bewirken,
ist eine Klebstoffauftragsstation 12 vorgesehen, die in den Fig. 1 und 3 schematisch
dargestellt ist. In Fig. 3 ist die Verpackungsbahn 3 aus Gründen der Übersichtlichkeit
zweimal dargestellt, und zwar einmal unter der Klebstoffauftragsstation 12 und einmal
an der zu verpackenden Materialbahnrolle 2. Diese Darstellung, bei der die Verpackungsbahn
3 einmal von vorne und einmal seitlich zu sehen ist, wurde nur aus Gründen der Übersichtlichkeit
gewählt. In Wirklichkeit läuft die Verpackungsbahn 3 geradlinig von der Klebstoffauftragsvorrichtung
12 zu der Materialbahnrolle 2.
[0029] Die Klebstoffauftragsstation 12 weist einen Träger 13 auf, der etwas oberhalb der
Verpackungsbahn 3 angeordnet ist. Damit ist es möglich, die Oberseite 14 der Verpackungsbahn
3 mit Klebstoff zu versehen. Diese Oberseite kommt dann in Schwerkraftrichtung unten
mit der Materialbahnrolle 2 in Berührung und wird durch die Tragwalzen 5, 4 an die
Materialbahnrolle 2 angedrückt.
[0030] Die Klebstoffauftragsstation 12 weist eine erste Klebstoffauftragseinrichtung 15
auf, die als Betriebsbeleimungseinrichtung bezeichnet wird, und eine zweite Klebstoffauftragseinrichtung
16, die aus Endbeleimungseinrichtung bezeichnet wird, weil sie die Bereiche der Verpackungsbahn
3 mit Klebstoff versieht, die an den axialen Enden 17, 18 der Materialbahnrolle 2
positioniert werden.
[0031] Die Betriebsbeleimungseinrichtung 15 steht über eine Leitung 19 und eine Pumpe 20
mit einem Vorratsgefäß 21 in Verbindung. Die Pumpe 20 entnimmt hierbei Klebstoff aus
dem Vorratsgefäß 21 und fördert ihn unter Druck durch die Leitung 19. Die Betriebsbeleimungseinrichtung
15 weist hierbei Ventile 22 auf, die von einer Steuereinrichtung 23 geöffnet und geschlossen
werden können. Dementsprechend geben die Ventile 22 dem Klebstoff in form von Tropfen
24 ab. Die Steuereinrichtung 23 steht auch mit dem Antrieb 6 der Tragwalze 5 in Verbindung.
[0032] Sie ist also über die Umfangsgeschwindigkeit der Materialbahnrolle 2 und damit auch
über die Zuführgeschwindigkeit der Verpackungsbahn 3 informiert. Die Ventile 22 werden
so gesteuert, daß der Klebstoffauftrag zeitlich in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit
der Verpackungsbahn 3 variiert. Er wird genauer gesagt so gesteuert, daß der Klebstoffauftrag
pro Längeneinheit der Verpackungsbahn 3 konstant ist oder zumindest in einem vorbestimmten
Zielkorridor bleibt. Dies läßt sich beispielsweise dadurch erreichen, daß die Steuereinrichtung
23 die Ventile 22 taktet, d.h. in periodisch aufeinanderfolgenden Zeitpunkten öffnet
und nach jedem Öffnen wieder schließt, wobei die Öffnungszeit im Verhältnis zur gesamten
Periodenlänge, d.h. das sogenannte Tastverhältnis, in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit
der Verpackungsbahn 3 variiert werden kann. Man kann natürlich auch die Periodenlänge
variieren und das Tastverhältnis gleich lassen oder beides variieren. Dementsprechend
wird beim Beginn des Wickelns, wenn sich die Materialbahnrolle 2 nur langsam dreht
und dementsprechend die Verpackungsbahn nur eine kleinere Geschwindigkeit hat, weniger
Klebstoff abgegeben als im weiteren Verlauf des Wickelns, wo die Materialbahnrolle
2 mit einer höheren Geschwindigkeit gedreht wird.
[0033] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ergeben sich dadurch Leimraupen 25, die hier als
Abfolge von Klebstofftropfen 24 dargestellt sind. Die Klebstofftropfen können sich
berühren, beispielsweise dann, wenn sie beim Anlegen der Verpackungsbahn 3 an die
Materialbahnrolle 2 breitgequetscht werden. Dies ist vorteilhaft, aber nicht zwingend.
Von den Leimraupen 25 sind zwei dem Rand der Verpackungsbahn 3 möglichst nahe benachbart.
Es können auch mehr als die dargestellten drei Leimraupen 25 vorhanden sein.
[0034] Die zweite Klebstoffauftragseinrichtung, die Endbeleimungseinrichtung 16, steht über
eine Leitung 26 und eine Pumpe 27 mit einem Vorratsgefäß 28 in Verbindung. Sie weist
Sprühdüsen 29 auf, denen ebenfalls ein Ventil 30 vorgeschaltet ist. Wenn das Ventil
30 geöffnet wird, wozu ebenfalls die Steuereinrichtung 23 in Aktion tritt, dann entsteht
ein Sprühstrahl 31, durch den Klebstoff auf Bereiche 32 auf der Oberseite 14 der Verpackungsbahn
3 gelangt.
[0035] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind die Bereiche 32 flächig ausgebildet. Sie erstrecken
sich fast über die gesamte Breite der Verpackungsbahn 3, wobei ein gewisser Abstand
zu den Rändern eingehalten wird, um eine Verschmutzung der Umgebung zu vermeiden.
In Längs- oder Bewegungsrichtung der Verpackungsbahn 3 sind die Bereiche 32 hingegen
relativ kurz, d.h. sie hören kurz nach der Vorderkante 33 der Verpackungsbahn 3 wieder
auf. Dementsprechend muß die Endbeleimungseinrichtung 16 auch nur für ganz kurze Zeit
betätigt werden, so daß die Verschmutzung der Umgebung klein bleibt.
[0036] Durch das Aufsprühen des Klebstoffs aus dem Vorratsgefäß 28 erreicht man nicht nur
einen flächigen Klebstoffauftrag. Es wird auch eine höhere Anfangsklebkraft erzielt.
Möglicherweise ist dies darauf zurückzuführen, daß nach dem Sprühauftrag der Wassergehalt
des Klebstoffs kleiner ist.
[0037] Wenn nun die Verpackungsbahn 3 an die Materialbahnrolle 2 zur Anlage gebracht wird,
dann erhält sie bereits beim Durchlaufen des ersten Walzenspalts zwischen der Tragwalze
5 und der Materialbahnrolle 2 eine hohe Anfangsklebefestigkeit, die sich durch das
zweite Anpressen durch die Tragwalze 4 weiter verstärkt. Der Bereich 32 muß im Grunde
genommen nur eine Länge haben, die dem Abstand der beiden Tragwalzen 4, 5 entspricht.
In bestimmten Fällen kann der Bereich 32 sogar noch kürzer sein.
[0038] Am Anfang und am Ende der Verpackungsbahn 3 wird also sowohl die Endbeleimungseinrichtung
16 in Betrieb genommen als auch die Betriebsbeleimungseinrichtung 15, wobei letztere
eine relativ geringe Klebstoffmenge pro Zeit abgibt. Kurz nach dem Anfang der Verpackungsbahn
3 hört der Sprühauftrag aus der Endbeleimungseinrichtung 16 auf (bzw. er beginnt kurz
vor dem Ende der Verpackungsbahn 3) und es verbleibt lediglich der Klebstoffauftrag
in Form von Leimraupen 25, der durch die Betriebsbeleimungseinrichtung 15 erzeugt
wird. Dieser reicht aus, weil auch die Leimraupen nach einer gewissen Zeit die gewünschte
feste Verbindung der einzelnen Lagen der Verpackungsbahn 3 untereinander bzw. mit
der Materialbahnrolle 2 gewährleistet.
1. Vorrichtung zum Verpacken einer Materialbahnrolle mit einer Verpackungsbahn mit einem
Verpackungsbahnspender, der die Verpackungsbahn mit einem spitzen Winkel ihrer Querrichtung
zur Axialrichtung der Materialbahnrolle ausgibt und der eine Klebstoffauftragsstation
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebstoffauftragsstation (12) eine erste
Klebstoffauftragseinrichtung als Betriebsbeleimungseinrichtung (15) und eine zweite
Klebstoffauftragseinrichtung als Endbeleimungseinrichtung (16) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsbeleimungseinrichtung
(15) mindestens zwei im wesentlichen parallel zur Kante der Verpackungsbahn (3) verlaufende
Klebstoffraupen (25) erzeugt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebstoffabgabe
der Betriebsbeleimungseinrichtung (15) in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der
Verpackungsbahn (3) steuerbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsbeleimungseinrichtung
(15) getaktet ist und Klebstoff in Form von Tropfen (24) ausgibt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der zeitliche Abstand und/oder
die Größe der Tropfen (24) in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Verpackungsbahn
(3) veränderbar
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Klebstofftropfen
(24) auf der Verpackungsbahn (3) zumindest annähernd konstant ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Leimraupen
(25) den Rändern der Verpackungsbahn (3) benachbart angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Endbeleimungseinrichtung
(16) einen flächigen Klebstoffauftrag (32) bewirkt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Endbeleimungseinrichtung
(16) eine Klebstoffsprüheinrichtung (29) aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebstoffsprüheinrichtung
(29) im wesentlichen die Breite der Verpackungsbahn (3) mit Klebstoff beaufschlagt.