[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft neue Mittel zur gleichzeitigen Nachgerbung und
Fettung von vorgegerbtem Leder oder Pelzen, Verfahren zur Herstellung dieser Mittel
sowie die Verwendung dieser Mittel zur Herstellung von Leder oder Pelzen.
[0002] Bei der Herstellung von Leder werden üblicherweise die vorgegerbten Häute neutralisiert,
dann nachgegerbt, gefettet und gegebenenfalls anschliessend gefärbt und noch weiter
ausgerüstet. Die mit der Neutralisation beginnenden Arbeitsgänge werden häufig in
getrennten Bädem oder nacheinander in einem Bad durchgeführt, können aber auch in
einem Bad gleichzeitig stattfinden. Die dabei eingesetzten Produkte werden meist einzeln
in fester oder flüssiger Form verwendet, da es schwierig ist, homogene Mischungen
herzustellen. Die Fettungsmittel sind nämlich fast ausschliesslich flüssig oder zumindest
wachsartig und lassen sich mit den festen Komponenten, z.B. den Neutralisationsmitteln
und Nachgerbstoffen, nach bisher bekannten Methoden nicht zu Mischungen verarbeiten,
bei denen während ausreichend langer Zeit und auch bei unterschiedlichen Temperaturen
eine homogene Verteilung der Komponenten und eine genügende Lagerstabilität gewährleistet
sind.
[0003] Es wurden nun neue Präparate gefunden, die eine bedeutende Vereinfachung der Nasszurichtung
von Leder ermöglichen, da mit nur einem Mittel gleichzeitig das Nachgerben und das
Fetten sowie eventuell noch weitere Behandlungen durchgeführt werden können. Dies
ist dadurch bedingt, dass in diesen Mitteln Nachgerbmittel und Fettungsmittel in solcher
Form vorliegen, dass sie bei der Zugabe zu der mindestens 8fachen Menge Wasser bei
10 bis 60 °C homogene Mischungen ergeben.
[0004] Überraschenderweise tritt bei Verwendung der erfindungsgemässen Mittel,ein synergistischer
Effekt auf. Man kann nämlich die Einsatzmenge an Nachgerb- und Fettungsmittel deutlich
vermindern, gegenüber einer Arbeitsweise, bei der diese Chemikalien einzeln eingesetzt
werden, obwohl die üblichen Nachgerb- und Fettungsmittel verwendet werden. Insbesondere
ist die Fettemulgierung bei Verwendung der erfindungsgemässen Mittel verbessert und
man kommt mit geringeren Mengen an Fettungsmitteln aus. Die erfindungsgemässen Mittel
weisen eine hervorragende Lagerstabilität auf und sind frostfest, falls es sich um
feste Mittel handelt.
[0005] Bei Verwendung der erfindungsgemässen Mittel kann ausserdem der Transport- und Lageraufwand
gegenüber der Verwendung spezieller Mittel für jeden einzelnen Behandlungsschritt
deutlich reduziert werden und die Handhabung wird erheblich vereinfacht. Zudem bringen
sie eine Wasser- und Zeitersparnis von bis zu 60 % und erleichtern die Reproduzierbarkeit
der Qualität des erhaltenen Leders. Darüberhinaus wird durch die Verwendung der erfindungsgemässen
Mittel die Penetration und Verteilung der Chemikalien in das Leder beschleunigt und/oder
verbessert. Dies führt z.B. zu einer besseren Durchfärbung des Leders. Ausserdem werden
weitere wichtige Eigenschaften des Leders, wie das Verhalten gegenüber Wassereinwirkung,
Foggingverhalten, Haftfestigkeit von Zurichtfilmen, Dehnungs- und Festigkeitseigenschaften
sowie die Flächenmasse vorteilhaft beeinflusst.
[0006] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind somit Mittel zur Herstellung von Leder
oder Pelzen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie
a) ein Nachgerbmittel und
b) ein Fettungsmittels sowie gegebenenfalls
c) weitere Zusätze
enthalten, und in solcher Form vorliegen, dass sie bei der Zugabe zu der mindestens
8fachen Menge Wasser bei 10 bis 60 °C homogene Mischungen ergeben.
[0007] Die erfindungsgemässen Mitteln liegen vorzugsweise in solcher Form vor, dass sie
durch übliches Einrühren in Wasser von 10 bis 60 °C homogen verteilbar sind unter
Bildung von Suspensionen oder Dispersionen, die während der Dauer der Lederbehandlung
stabil sind. Unter üblichem Einrühren ist hier einfaches Rühren unter Verwendung von
in der Lederindustrie verwendeten Rührem zu verstehen.
[0008] Die erfindungsgemässen Mittel liegen vorzugsweise in einer solchen Form vor, dass
sie bei der Zugabe zu Wasser Micellen bilden, enthaltend Nachgerbmittel und Fettungsmittel.
[0009] In den Dispersionen oder Suspensionen besitzt vorzugsweise 50 % der Teilchen eine
Grösse unter 15µm. Besonders bevorzugt sind solche erfindungsgemässen Mittel, die
bei der Zugabe zu Wasser Micellen bilden, bei denen 90 % der Teilchen eine Grösse
unter 40 µm besitzen.
[0010] Die erfindungsgemässen Mittel eignen sich für die Behandlung von für die Nasszurichtung
vorbereitetem sog. Halbfabrikat, d.h. vorgegerbtem Leder, z.B. Wetblue und Wetwhite.
[0011] Die Nachgerbstoffe können natürlicher oder synthetischer Herkunft sein. In Betracht
kommen zum Beispiel die heutzutage üblicherweise verwendeten Verbindungen, beispielsweise
pflanzliche Gerbstoffe, aromatische Syntane, Harzgerbstoffe, Reaktivgerbstoffe, mineralische
und polymere Gerbstoffe.
[0012] Geeignete pflanzliche Gerbstoffe sind z.B. Gerbstoffe, die aus Mimosa, Quebracho,
Eiche, Kastanie oder Fichtenrinde gewonnen werden. Besonders geeignet sind pflanzliche
Gerbstoffe, die Pyrogallol oder Pyrocatechin (Brenzcatechin) enthalten.
[0013] Als aromatische Syntane kommen z.B. solche Verbindungen in Betracht, welche durch
Kondensation von sulfonierten aromatischen Verbindungen allein oder zusammen mit weiteren,
meist unsulfonierten aromatischen Verbindungen mit Formaldehyd und/oder Harnstoff
erhältlich sind.
[0014] Hierfür geeignete aromatische Verbindungen sind z.B.: Naphthalin, Diphenyl, Terphenyl,
Phenole, Kresole, 4,4'-Dihydroxidiphenylsulfon, β-Naphthol, Dihydroxibenzole, Resorcin,
2,2'-Bis(hydroxyphenyl)propan und Diarylether, wie Diphenylether und Ditolylether,
die gegebenenfalls in an sich bekannter Weise sulfoniert wurden.
[0015] Besonders geeignete anionische aromatische Synthane sind die folgenden Verbindungen:
(I) Kondensationsprodukte aus sulfoniertem Phenol oder Kresol und Formaldehyd,
(II) Kondensationsprodukte aus Naphtalinsulfonsäure und Formaldehyd,
(III) Formaldehyd-Kondensationsprodukte von 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfonen mit Arylsulfonsäuren
oder (Hydroxy)arylsulfonsäuren,
(IV) Formaldehyd-Kondensationsprodukte von sulfogruppenhaltigen aromatischen Hydroxyverbindungen
mit Aralkylhalogeniden.
(V) Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte von Phenolen und Phenolsulfonsäuren.
(Vl) Umsetzungspordukte aus Phenol und einem Sulfonierungsmittel, wobei das Molverhältnis
(Phenol):(SO3) (1):(1,1-2,2) beträgt.
(VII) Kondensationsprodukte aus sulfonierten Diarylethern und Formaldehyd,
(VIII) Kondensationsprodukte aus sulfonierten Di- oder Terphenylen und Formaldehyd,
(lX) Kondensationsprodukte aus 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon und sulfoniertem 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon
mit Formaldehyd,
(X) Fomaldehyd-Kondensationsprodukte aus Diarylethersulfonsäure und 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon
und
(Xl) Formaldehyd-Kondensationsprodukte von Phenol mit Arylsulfonsäuren oder Hydroxyarylsulfonsäuren.
[0016] Diese Kondensationsprodukte liegen in Form der freien Säuren, vorzugsweise in Form
der Sulfonsäuren, oder als Salze, vor allem Ammonium-, Lithium-, Kalium- oder insbesondere
Natriumsalze vor.
[0017] Diese Kondensationsprodukte sind bekannt, z.B. aus Ullmanns Enzyklopädie der technischen
Chemie Bd. 16, (4),
138 bis 140 (1979) oder können nach den in den dort angegebenen Referenzen beschriebenen Verfahren
hergestellt werden.
[0018] Als Harzgerbstoffe kommen z.B. die kationische Kondensationsprodukte stickstoffhaltiger
organischer Verbindungen, wie z.B. Hamstoff, Thioharnstoff, Dicyandiamid oder Melamin,
mit Formaldehyd oder anderen einfachen Oxo-Verbindungen in Betracht.
[0019] Weitere geeignete Harzgerbstoffe sind die anionischen Verbindungen, die man erhält,
wenn man Kondensationsprodukte stickstoffhaltiger organischer Verbindungen, wie z.B.
Hamstoff, Thiohamstoff, Dicyandiamid oder Melamin, mit Formaldehyd oder anderen einfachen
Oxo-Verbindungen und anionischen Verbindungen, wie z.B. Phenolen, Alkalisalzen aromatischer
Sulfonsäuren, Sulfonamiden, Ligninsulfonaten, Sulfit oder Hydrogensulfit kondensiert.
[0020] Besonders bevorzugte Harzgerbstoffe sind die Kondensationsprodukte von Harnstoff
mit Formaldehyd und Harzgerbstoffe auf Dicyandiamid-Basis.
[0021] Geeignete Reaktivgerbstoffe sind z.B. Mono-, Di- und Polyaldehyde, insbesondere Glutaraldehyd,
mehrfunktionelle lsocyanate, Alkylsulfochloride, höhermolekulare Alkylsulfonate sowie
monomere Vinyl- und Acrylderivate und deren Polymerisate.
[0022] Als mineralische Nachgerbstoffe kommen die bekannten Chrom-, Aluminium-, Eisen- oder
Zirkoniumsalze in Betracht, beispielsweise Chrom(lll)-chlorid oder - sulfat, Chromalaun,
gegebenenfalls basisches Aluminiumchlorid oder -sulfat, Eisen(lll)-chlorid oder -sulfat,
Zirkonoxychlorid und Zirkoniumsulfat.
[0023] Bei den polymeren Nachgerbstoffen handelt es sich z.B. um Polyacrylate, Copolymere,
enthaltend Acrylate, Polyurethane oder Polybutadiene.
[0024] Diese Nachgerbstoffe sind bekannt und zum grossen Teil im Handel erhältlich.
[0025] In den erfindungsgemässen Mitteln werden als Gerbstoffe bevorzugt pflanzliche Gerbstoffe,
aromatische Syntane oder Reaktivgerbstoffe eingesetzt.
[0026] Als Fettungsmittel kommen die üblichen für die Fettung von Leder gebräuchlichen Mittel
in Betracht. Es handelt sich vorzugsweise um
a) Fettungsmittel auf der Basis von tierischen Fetten, z.B. Fischöl, Klauenöl, Wollfett
oder Lardöl,
b) Fettungsmittel auf der Basis von pflanzlichen Fetten, z.B. Rizinusöl, Kokosöl oder
Olivenöl,
c) Synthetische Fettungsmittel, wie z.B. Chlorierungs- und Sulfochlorierungsprodukte
von Paraffinkohlenwasserstoffen, synthetische Fettsäureester und Esteröle,
d) Mineralöle und andere petrochemische Produkte.
[0027] Vorzugsweise sind diese Fettungsmittel durch Sulfatierung, Sulfitierung oder Bildung
von Sulfonsäuren modifiziert, so dass sie in Wasser löslich oder emulgierbar sind.
Man kann auch ein Fettungsmittelgemisch einsetzen, dessen einer Teil emulgierende
Eigenschaften besitzt und so für den restlichen Teil als Emulgator wirkt. Geeignet
sind hierfür z. B. sulfatierte Fettalkohole.
[0028] Diese Fettungsmittel werden vorzugsweise als wässrige Lösungen oder Emulsionen eingesetzt.
[0029] Die erfindungsgemässen Mittel zur Herstellung von Leder können jeweils ein einziges
Neutralisationsmittel, ein Nachgerbmittel und ein Fettungsmittel enthalten, sie können
aber auch Mischungen aus jeweils zwei und mehreren dieser Komponenten enthalten. Dies
ist sogar normalerweise der Fall, da es sich bei diesen Verbindungen nur selten um
Reinsubstanzen, sondem um technische Mischungen aus zahlreichen, mehr oder weniger
ähnlichen Verbindungen handelt.
[0030] Neben Nachgerbmittel und Fettungsmittel können die erfindungsgemässen Lederbehandlungsmittel
weitere Zusätze enthalten, z.B. Neutralisationsmittel, Trägerstoffe, Farbstoffe, Imprägniermittel,
Zurichtmittel und Zuricht-Hilfsmittel.
[0031] Als Neutralisationsmittel kommen die bekannten Verbindungen in Betracht, mit denen
die stark sauren vorgegerbten Leder in schonender Weise neutralisiert werden können.
Unter Neutralisationsmittel sind auch solche Verbindungen zu verstehen, die den pH-Wert
der stark sauren vorgegerbten Leder erhöhen, z.B. auf 4,5, ohne dass der neutrale
pH-Wert von 7 erreicht werden kann. Geeignete Neutralisationsmittel für die erfindungsgemässen
Mittel sind beispielsweise Alkalisalze von anorganischen oder organischen schwachen
Säuren, aromatische Sulfonsäuren oder aliphatische Mono- oder Dicarbonsäuren. Vorzugsweise
handelt es sich um Natrium- oder Kalium-bicarbonat, -formiat, oder -acetat, um Oxalsäure,
Malonsäure, Adipinsäure oder um kondensierte sulfonierte Phenole. Besonders geeignet
sind Natriumbicarbonat, Natriumformiat, Essigsäure, Adipinsäure oder sulfonierte Diphenylsulfone.
[0032] Geeignete Trägerstoffe sind z.B. Natriumchlorid, Glaubersalz, Natriumformiat, Proteinpulver,
Stärke, Kaolin, Polysaccharide, Glucose oder Gelatine.
[0033] Als Farbstoffe kommen die üblicherweise eingesetzten Lederfarbstoffe in Frage, beispielsweise
natürliche Farbstoffe, ferner synthetische Farbstoffe, wie z.B. anionische Farbstoffe,
Metallkomplexfarbstoffe, Direktfarbstoffe, kationische Farbstoffe oder Schwefelfarbstoffe.
Unter Farbstoffen sind auch Pigmente, d.h. in Wasser weitgehend unlösliche Farbstoffe
zu verstehen.
[0034] Bei den lmprägniermitteln handelt es sich ebenfalls um die in der Lederindustrie
verwendeten bekannten Mittel, z.B. um Mittel zum Schutz gegen Wasser, organische Lösungsmittel
oder Öle oder gegen Schmutz, Mittel zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen
Abrieb, Scheuem oder andere mechanische Verletzungen, Mittel zur Verbesserung der
Temperaturbeständigkeit oder Lichtechtheit und zur Verminderung der Entflammbarkeit
oder um Antistatika.
[0035] Geeignete Zurichtmittel sind z.B. Grundierungsmittel, wie Polyacrylate, Butadien-Mischpolymerisate
oder Polyurethane, oder Appreturmittel, wie Casein-, Nitrocellulose- oder Polyurethanzubereitungen.
[0036] Als Zuricht-Hilfsmittel kommen die ebenfalls bekannten und in der Praxis gebrauchten
Mittel in Frage, beispielsweise Penetratoren, Grundier- und Füllmittel, Klebeverhütungsmittel,
Verdickungs- und Stabilisiermittel, Weichmacher, Mattierungsmittel, Griffmittel und
Fixierungsmittel.
[0037] Die erfindungsgemässen Mittel zur Herstellung von Leder enthalten vorzugsweise
a) 10 - 80 Gew. % eines Nachgerbmittels,
b) 5 - 50 Gew. % eines Fettungsmittels und
c) 0 - 55 Gew. % weitere Zusätze.
[0038] Vorzugsweise handelt es sich um bei einer Temperatur unter 40 °C feste Mittel, es
ist jedoch auch möglich, die erfindungsgemässen Mittel in Form von Lösungen, Dispersionen
oder Emulsionen in einem geeigneten Lösungsmittel, vorzugsweise in Wasser, einzusetzen.
[0039] Besonders geeignete erfindungsgemässen Mittel zur Herstellung von Leder enthalten
a) 10 - 60 Gew. % eines Nachgerbmittels,
b) 10 - 45 Gew. % eines Fettungsmittels,
c) 10 - 40 Gew. % eines Neutralisationsmittels und
d) 0 - 40 Gew. % weitere Zusätze.
[0040] Unter diesen sind solche Mittel besonders bevorzugt, die
a) 20 - 60 Gew. % eines Nachgerbmittels,
b) 10 - 40 Gew. % eines Fettungsmittels,
c) 10 - 25 Gew. % eines Neutralisationsmittels und
d) 2 - 35 Gew. % weitere Zusätze enthalten.
[0041] Die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf das Gesamtgewicht der Mittel zur Behandlung
von Leder.
[0042] Die Herstellung der erfindungsgemässen Mittel geschieht auf an sich bekannte Art
und Weise, beispielsweise dadurch, dass man ein Nachgerbmittel, ein Fettungsmittel
und gegebenenfalls weitere Zusätze unverdünnt miteinander vermischt. In diesem Falle
muss man das Nachgerbmittel und Fettungsmittel und die eventuell vorhandenen weiteren
Zusätze so auswählen, dass die erhaltenen Mittel bei der Zugabe zu der mindestens
8fachen Menge Wasser bei 10 bis 60 °C homogene Mischungen ergeben.
[0043] Vorzugsweise setzt man jedoch Nachgerbmittel, Fettungsmittel und gegebenenfalls weitere
Zusätze als Lösungen oder Suspensionen bzw. Dispersionen ein, vermischt sie und trocknet
anschliessend.
[0044] Bei den Lösungen, Suspensionen und Dispersionen dient vorzugsweise Wasser als Lösungsmittel,
es kommen jedoch auch organische Lösungsmittel, beispielsweise ein- oder mehrwertige
Alkohole oder Kohlenwasserstoffe in Betracht.
[0045] Das Vermischen erfolgt beispielsweise bei einer Temperatur zwischen 10 und 60 °C,
vorzugsweise jedoch bei Raumtemperatur, d.h. zwischen ca. 15 und 25 °C. Nach dem Vermischen
muss vorzugsweise eine homogene Verteilung der Bestandteile der Suspensionen oder
Dispersionen vorliegen, was erforderlichenfalls durch geeignete Massnahmen, wie z.
B. Verwendung spezieller Rührer oder Ultraschallbehandlung, erreicht werden kann.
[0046] Die Trocknung erfolgt auf übliche Weise, sollte jedoch normalerweise unter Bedingungen
durchgeführt werden, bei denen die homogene Verteilung der Bestandteile der Mischungen
erhalten bleibt. Falls alle Komponenten gut in Wasser löslich oder leicht emulgierbar
bzw. dispergierbar sind, spielt die Art der Trocknung keine Rolle.
[0047] Mit Vorzug verwendet man eine Methode, bei der die Trocknung sehr schnell erfolgt.
[0048] Vorzugsweise trocknet man durch Sprühtrocknung. bei etwa 80 bis 140 °C, insbesondere
bei 100 bis 120 °C.
[0049] Es ist auch möglich, die Lösung, Suspension oder Dispersion auf einen vorgelegtes
Trägermaterial, beispielsweise Natriumchlorid, Glaubersalz, Natriumformiat, Proteinpulver
oder Stärke, zu sprühen und gleichzeitig oder anschliessend zu trocknen.
[0050] Man erhält nach diesen Verfahren die erfindungsgemässen Mittel in Form von Pulvem
oder Granulaten, die in dieser Form zur Bereitung wässriger Flotten für die Lederherstellung
eingesetzt werden können. Die Mittel sind nicht stäubend, lassen sich leicht homogen
in Wasser verteilen und bleiben auch bei längerer Lagerung rieselfähig, auch bei Temperaturen
bis ca. 40 °C. Wenn man kein Trägermaterial oder als solches eine nicht-salzartige
Verbindung verwendet, lassen sich die erfindungsgemässen Mittel salzfrei oder salzarm
herstellen, was bei der weiteren Bearbeitung, z.B. beim gleichzeitigen oder anschliessenden
Färben oft von Vorteil ist und die Umwelt entlastet.
[0051] Die erfindungsgemässen Mittel eignen sich zur Herstellung verschiedener Ledertypen,
beispielsweise für vollnarbige, leicht oder stark nachgegerbte Leder oder Velourleder
von Ziege, Schaf, Rind oder Schwein. Mit diesen Mitteln sind Leder für alle Verwendungszwecke
herstellbar, beispielsweise Schuh-, Möbel-, Auto-, Bekleidungs- und Täschnerleder.
Die erfindungsgemässen Mittel eignen sich ebenso für die Nachgerbung und Fettung von
Pelzen, wobei die Haare weitgehend nicht beeinflusst werden.
[0052] Die Herstellung der Leder kann in allen für die Nasszurichtung üblichen Maschinen
durchgeführt werden, beispielsweise Fass, Dosamat, Gerbmaschine oder Mixer.
[0053] Die Herstellung erfolgt z.B. indem man vorgegerbtes Leder, beispielsweise Wetblue
oder Wetwhite bei 10 - 50 °C in 50 - 300 % Wasser, bezogen auf das Gewicht des Substrates,
vorlegt, dann 5 - 30 % des erfindungsgemässen Mittels hinzufügt und diese während
30 - 180 Minuten bei der genannten Temperatur unter Umwälzen einwirken lässt. Anschliessend
setzt man gegebenenfalls 1 - 3 % Ameisensäure in zwei Teilen während 15 Minuten zu
und setzt die Behandlung während 40 - 60 Minuten fort. Danach lässt man die Flotte
ablaufen, spült während 5 - 10 Minuten mit 100 - 300 % Wasser, lässt die Spülflotte
ablaufen und stellt auf übliche Weise fertig.
[0054] Falls man ein erfindungsgemässes Mittel eingesetzt hat, welches ausser Nachgerbmittel
und Fettungsmittel keine weiteren Wirksubstanzen enthielt, so kann man die weiteren
Behandlungsschritte, wie z.B. Neutralisation, Färben und Zurichten, auf übliche Weise
durchführen.
[0055] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung
von Leder oder Pelzen, dadurch gekennzeichnet, dass man vorgegerbte Leder oder Pelze
in wässriger Flotte mit einem Mittel behandelt, das
a) ein Nachgerbmittel und
b) ein Fettungsmittels sowie gegebenenfalls
c) weitere Zusätze enthält und in solcher Form vorliegt, dass es bei der Zugabe zu
der mindestens 8fachen Menge Wasser bei 10 bis 60 °C eine homogene Mischung ergibt.
[0056] Man erhält nach dem erfindungsgemässen Verfahren Leder von gleicher oder besserer
Qualität als von Leder, bei dessen Herstellung die Behandlung mit Nachgerbmittel und
Fettungsmittel jeweils in getrennten Schritten durchgeführt wurde.
[0057] Die nachfolgenden Beispiele erläutem die Erfindung, ohne sie darauf zu beschränken.
Teile bedeuten Gewichtsteile und Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturen sind
in °Celsius angegeben.
Beispiel 1:
[0058] Man vermischt folgende Komponenten bei Raumtemperatur zu einer homogenen Mischung:
- 12,5
- Teile eines Neutralisationsmittels (ca. 35 %ige wässrige Lösung einer Mischung von
aromatischen Sulfonsäuren mit aliphatischen Dicarbonsäuren),
- 12,5
- Teile eines Penetrationshilfmittels (ca. 50 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
aromatischer Sulfonsäuren),
- 10,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 50 %ige wässrige Lösung einer Mischung aus einem
pflanzlichen Gerbstoff und einem gerbend wirkenden Kondensationsprodukt aromatischer
Sulfone),
- 15,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 55 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
von Phenolsulfonsäure und aromatischen Hydroxysulfonen),
- 47,5
- Teile eines Fettungsmittels ( ca. 50 % ige wässrige Lösung eines Fettungsmittels auf
der Basis von sulfitierten natürlichen und synthetischen Fetten) und
- 2,5
- Teile eines Stabilisators für das Fettungsmittel (sulfatierter Fettalkohol).
[0059] Diese Mischung wird bei Normaldruck und 110 °C sprühgetrocknet. Man erhält ein Pulver,
das sich für die Nasszurichtung von Wetblue und Wetwhite eignet, insbesondere für
die Herstellung von Möbel- und Autopolsterleder sowie Schuhleder.
Beispiel 2:
[0060] Man vermischt folgende Komponenten bei Raumtemperatur zu einer homogenen Mischung:
- 12,5
- Teile eines Neutralisationsmittels (ca. 35 %ige wässrige Lösung einer Mischung von
aromatischen Sulfonsäuren mit aliphatischen Dicarbonsäuren),
- 12,5
- Teile eines Penetrationshilfmittels (ca. 50 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
aromatischer Sulfonsäuren),
- 10,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 30 %ige wässrige Lösung eines Acrylat-Copolymeren),
- 15,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 55 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
von aromatischen Hydroxysulfonen und Sulfonsäuren),
- 47,5
- Teile eines Fettungsmittels ( ca. 50 % ige wässrige Lösung eines Fettungsmittels auf
der Basis von sulfitierten natürlichen und synthetischen Fetten) und
- 2,5
- Teile eines Stabilisators für das Fettungsmittel (sulfatierter Fettalkohol).
[0061] Diese Mischung wird bei Normaldruck und 110 °C sprühgetrocknet. Man erhält ein Pulver,
das sich für die Nasszurichtung von Wetblue und Wetwhite eignet, insbesondere für
die Herstellung von Möbel- und Autopolsterleder sowie Schuhleder.
Beispiel 3:
[0062] Man vermischt folgende Komponenten bei Raumtemperatur zu einer homogenen Mischung:
- 24,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 50 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
von Sulfonen und Sulfonsäuren cyclischer Verbindungen),
- 20,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 50 %ige wässrige Lösung einer Mischung aus einem
pflanzlichen Gerbstoff und einem gerbend wirkenden Kondensationsprodukt aromatischer
Sulfone),
- 20,0
- Teile eines flüssigen Melaminharzes
- 12,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 30 %ige wässrige Lösung eines Acrylat-Copolymeren),
und
- 24,0
- Teile eines Fettungsmittels ( ca. 50 % ige wässrige Lösung eines Fettungsmittels auf
der Basis von sulfitierten natürlichen und synthetischen Fetten).
[0063] Diese Mischung wird bei Normaldruck und 110 °C sprühgetrocknet. Man erhält ein Pulver,
das sich für die Nasszurichtung von Wetblue und Wetwhite eignet, insbesondere für
die Herstellung von Schuhoberleder.
Beispiel 4:
[0064] Man gibt ein Stück Wetblue (Rind) im Fass in 180 % Wasser von 30°und setzt 1,5 %
Natriumbicarbonat zu. Nach 10 Minuten fügt man 10 % des Mittels gemäss Beispiel 1
zu und behandelt 60 Minuten bei 30°. Dann gibt man noch 100 % Wasser zu und erhöht
die Temperatur auf 60°. Innerhalb von 10 Minuten setzt man 2 % Ameisensäure in zwei
Raten zu und behandelt weitere 30 Minuten. Dann lässt man die Flotte ab, spült während
5 Minuten mit 200 % kaltem Wasser und stellt auf übliche Weise fertig.
[0065] Das erhaltene Leder ist deutlich weicher als auf konventionelle Weise hergestelltes
Leder, bei dessen Herstellung die Neutralisation, die Nachgerbung und die Fettung
jeweils einzeln nacheinander durchgeführt werden. Zudem zeichnet es sich durch bessere
Reissfestigkeit und niedrigere Foggingwerte aus, bei niedrigeren Herstellungskosten.
Beispiel 5:
[0066] Man vermischt folgende Komponenten bei Raumtemperatur zu einer homogenen Mischung:
- 12,5
- Teile eines Neutralisationsmittels (ca. 35 %ige wässrige Lösung einer Mischung von
aromatischen Sulfonsäuren mit aliphatischen Dicarbonsäuren),
- 12,5
- Teile eines Penetrationshilfmittels (ca. 50 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
aromatischer Sulfonsäu ren),
- 10,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 50 %ige wässrige Lösung einer Mischung aus einem
pflanzlichen Gerbstoff und einem gerbend wirkenden Kondensationsprodukt aromatischer
Sulfone),
- 15,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 55 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
von Phenolsulfonsäure und aromatischen Hydroxysulfonen),
- 47,5
- Teile eines Fettungsmittels ( ca. 50 % ige wässrige Lösung eines Fettungsmittels auf
der Basis von sulfitierten natürlichen und synthetischen Fetten),
- 2,5
- Teile eines Stabilisators für das Fettungsmittel (sulfatierter Fettalkohol),
- 32,0
- Teile einer wässrigen Farbstofformulierung, enthaltend 40 Gew. % des schwarzen Farbstoffes
C.I. Acid Black 210 und
- 4,0
- Teile einer wässrigen Farbstofformulierung, enthaltend ca. 50 Gew. % Russ.
[0067] Diese Mischung wird bei Normaldruck und 110 °C sprühgetrocknet.
[0068] Arbeitet wie im Beispiel 4 beschrieben, verwendet jedoch anstelle des Mittels gemäss
Beispiel 1 20 % der vorstehend beschriebenen Mischung, so erhält man egal schwarz
gefärbtes Leder, das eine deutlich bessere Durchfärbung zeigt als ein auf konventionelle
Weise hergestelltes Leder, bei dessen Herstellung die Neutralisation, die Nachgerbung,
die Fettung und Färbung jeweils einzeln nacheinander durchgeführt werden.
Beispiel 6:
[0069] Man vermischt folgende Komponenten bei Raumtemperatur zu einer homogenen Mischung:
- 3,5
- Teile eines pflanzlischen Gerbstoffes,
- 15,0
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 50 %ige wässrige Lösung eines gerbend wirkenden Kondensationsproduktes
aromatischer Sulfone),
- 5,5
- Teile eines Nachgerbstoffes (ca. 40 %ige wässrige Lösung eines Acrylat-Copolymeren),
- 26,5
- Teile eines Neutralisationsmittels (ca. 50 %ige wässrige Lösung einer Mischung von
aromatischen Sulfonsäuren mit aliphatischen Dicarbonsäuren),
- 5,5
- Teile eines Penetrationshilfmittels (ca. 40 %ige wässrige Lösung eines Kondensationsproduktes
aromatischer Sulfonsäuren),
- 30,5
- Teile eines Fettungsmittels ( ca. 50 % ige wässrige Lösung eines Fettungsmittels auf
der Basis von sulfitierten natürlichen und synthetischen Fetten),
- 13,0
- Teile eines Trägerstoffes (Glaubersalz).
[0070] Diese Mischung wird bei Normaldruck und 110 °C sprühgetrocknet. Man erhält ein Pulver,
das sich für die Nasszurichtung von Wetblue und Wet white eignet, insbesondere für
die Herstellung von Schuhoberleder.
Beispiel 7:
[0071] Man gibt ein Stück Wetblue (Rind) 1,9 mm gefalzt im Fass in 30 % Wasser von 30°und
setzt 15 % des Mittels gemäss Beispiel 6 zu und behandelt 30 Minuten bei 30°. Dann
gibt man 3 % des Schwarzen Pulver-Farbstoffes C.I.Acid Black 210 zu und behandelt
90 Minuten bei 30 °.
[0072] Danach gibt man noch 200 % Wasser zu und erhöht die Temperatur auf 60°. Innerhalb
von 10 Minuten setzt man 1 % Ameisensäure zu und behandelt weitere 30 Minuten. Dann
lässt man die Flotte ab, spült während 5 Minuten mit 200 % kaltem Wasser und stellt
auf übliche Weise fertig.
[0073] Das erhaltene Leder ist deutlich weicher als auf konventionelle Weise hergestelltes
Leder, bei dessen Herstellung die Neutralisation, die Nachgerbung und die Fettung
jeweils einzeln nacheinander durchgeführt werden.
1. Mittel zur Herstellung von Leder oder Pelzen, dadurch gekennzeichnet, dass sie
a) ein Nachgerbmittel und
b) ein Fettungsmittels sowie gegebenenfalls
c) weitere Zusätze
enthalten und in solcher Form vorliegen, dass sie bei der Zugabe zu der mindestens
8fachen Menge Wasser bei 10 bis 60 °C homogene Mischungen ergeben.
2. Mittel gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie durch übliches Einrühren
in Wasser von 10 bis 60 °C homogen verteilbar sind.
3. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie bei der
Zugabe zu Wasser Micellen bilden, enthaltend Nachgerbmittel und Fettungsmittel.
4. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie beim Einrühren
in Wasser eine Dispersion oder Suspension ergeben, bei der 50 % der Teilchen eine
Teilchengrösse unter 15 µm besitzen.
5. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie beim Einrühren
in Wasser eine Dispersion oder Suspension ergeben, bei der 90 % der Teilchen eine
Teilchengrösse unter 40 µm besitzen.
6. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie bei einer
Temperatur unter 40 °C fest sind.
7. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie als weiteren
Zusatz ein Neutralisationsmittel enthalten.
8. Mittel gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Neutralisationsmittel
Alkalisalze von anorganischen oder organischen schwachen Säuren, aromatische Sulfonsäuren
oder aliphatische Mono- oder Dicarbonsäuren enthalten.
9. Mittel gemäss Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Neutralisationsmittel
Natrium- oder Kalium-bicarbonat, -formiat, oder -acetat, Oxalsäure, Malonsäure, Adipinsäure
oder ein kondensiertes sulfoniertes Phenol enthalten.
10. Mittel gemäss Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Neutralisationsmittel
Natriumbicarbonat, Natriumformiat, Essigsäure, Adipinsäure oder ein sulfoniertes Diphenylsulfon
enthalten.
11. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Nachgerbstoff
einen pflanzlichen Gerbstoff, ein aromatisches Syntan, einen Harzgerbstoff, einen
Reaktivgerbstoff oder einen mineralischen oder polymeren Gerbstoff enthalten.
12. Mittel gemäss Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Nachgerbstoff einen
pflanzlichen Gerbstoff, ein aromatisches Syntan oder einen Reaktivgerbstoff enthalten.
13. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Fettungsmittel
a) ein Fettungsmittel auf der Basis von tierischen Fetten,
b) ein Fettungsmittel auf der Basis von pflanzlichen Fetten,
c) ein synthetisches Fettungsmittel oder
d) ein Mineralöl oder ein petrochemisches Produkt enthalten.
14. Mittel gemäss Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Fettungsmittel einsetzt,
das durch Sulfatierung, Sulfitierung oder Bildung von Sulfonsäuren modifiziert ist,
so dass es in Wasser löslich oder emulgierbar ist.
15. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie als weiteren
Zusatz einen Trägerstoff, einen Farbstoff, ein Imprägniermittel, ein Zurichtmittel
oder ein Zuricht-Hilfsmittel enthalten.
16. Mittel gemäss Anspruche 15, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Trägerstoff Natriumchlorid,
Glaubersalz, Natriumformiat, Proteinpulver oder Stärke enthalten.
17. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 - 16, dadurch gekennzeichnet, dass sie als weiteren
Zusatz einen Farbstoff enthalten.
18. Mittel gemäss Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Farbstoff einen natürlichen
Farbstoff, einen synthetischen anionischen oder Metallkomplex-, Direkt- oder Schwefelfarbstoff
oder ein Pigment enthalten.
19. Mittel zur Herstellung von Leder, enthaltend
a) 10 - 80 Gew. % eines Nachgerbmittels,
b) 5 - 50 Gew. % eines Fettungsmittels und
c) 0 - 55 Gew. % weitere Zusätze.
20. Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 - 19, enthaltend
a) 10 - 60 Gew. % eines Nachgerbmittels,
b) 10 - 45 Gew. % eines Fettungsmittels,
c) 10 - 40 Gew. % eines Neutralisationsmittels und
d) 0 - 40 Gew. % weitere Zusätze.
21. Feste Mittel gemäss Anspruch 20, enthaltend
a) 20 - 60 Gew. % eines Nachgerbmittels,
b) 10 - 40 Gew. % eines Fettungsmittels,
c) 10 - 25 Gew. % eines Neutralisationsmittels und
d) 2 - 35 Gew. % weitere Zusätze.
22. Verfahren zur Herstellung der Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch
gekennzeichnet, dass man ein Nachgerbmittel, ein Fettungsmittel und gegebenenfalls
weitere Zusätze unverdünnt miteinander vermischt.
23. Verfahren zur Herstellung der festen Mittel gemäss einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch
gekennzeichnet, dass man ein Nachgerbmittel, ein Fettungsmittel und gegebenenfalls
weitere Zusätze als Lösungen oder Suspensionen bzw. Dispersionen einsetzt, miteinander
vermischt und anschliessend trocknet.
24. Verfahren gemäss Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass man nach dem Vermischen
die Lösung, Suspension oder Dispersion einer Ultraschallbehandlung unterwirft.
25. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, dass man
den Trocknungsprozess so durchführt, dass die Lösung, Suspension oder Dispersion ohne
Entmischung getrocknet wird.
26. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 23 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass man durch
Sprühtrocknung trocknet.
27. Verfahren zur Herstellung von Leder oder Pelzen, dadurch gekennzeichnet, dass man
vorgegerbte Leder oder Pelze in wässriger Flotte mit einem Mittel gemäss einem der
Ansprüche 1 bis 21 behandelt.
28. Verfahren gemäss Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass man vorgegerbte Leder oder
Pelze in einer wässriger Flotte behandelt, in der Micellen, enthaltend Nachgerbmittel
und Fettungsmittel, enthalten sind.
29. Leder oder Pelze, hergestellt nach dem Verfahren gemäss einem der Patentansprüche
27 oder 28 oder unter Verwendung eines Mittels gemäss einem der Ansprüche 1 bis 21.