| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 849 366 A1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
| (43) |
Veröffentlichungstag: |
|
24.06.1998 Patentblatt 1998/26 |
| (22) |
Anmeldetag: 04.12.1997 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: C21C 1/02 |
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
|
Benannte Erstreckungsstaaten: |
|
AL LT LV MK RO SI |
| (30) |
Priorität: |
18.12.1996 DE 19654501
|
| (71) |
Anmelder: MANNESMANN Aktiengesellschaft |
|
40213 Düsseldorf (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Kaiser, Heinz-Peter, Dr.-Ing.
47506 Neukirchen-Vluyn (DE)
- Richter, Klaus-Jürgen, Dr.-Ing.
47665 Sonsbeck (DE)
- Müller, Niclas, Dr. mont.
40878 Ratingen (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Meissner, Peter E., Dipl.-Ing. et al |
|
Meissner & Meissner,
Patentanwaltsbüro,
Hohenzollerndamm 89 14199 Berlin 14199 Berlin (DE) |
|
| |
|
| (54) |
Verfahren zur Roheisenentschwefelung |
(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entschwefelung von zur Weiterverarbeitung
zu Stahl in Sauerstoffaufblaskonvertern bestimmten Roheisenschmelzen, bei dem die
in eine Pfanne abgegossene Schmelze mit einer festen calciumoxidhaltigen im Stahlherstellungsprozeß
anfallende Schlacke sowie mit anderen Entschwefelungsreagenzien in engen Kontakt gebracht
wird, wobei die Schlacke vor ihrem Einsatz kleinstückig aufbereitet wird. Dabei wird
als Schlacke die in der Sekundärmetallurgie anfallende Schlacke oder Calciumcarbid
mit Magnesium oder Schlacke zusammen mit Calciumcarbid und Magnesium als Feststoffgemisch
in gemahlener Form eingesetzt.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entschwefelung von zur Weiterverarbeitung
zu Stahl in Sauerstoffaufblaskonvertern bestimmten Roheisenschmelzen gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Ein gattungsmäßiges Verfahren ist aus der DE 38 36 549 C1 bekannt. Bei diesem Verfahren
wird als Entschwefelungsschlacke die im Sauerstoffaufblasverfahren anfallende Konverterschlacke
zugesetzt. Die Konverterschlacke wird wahlweise in flüssiger Form direkt aus dem Konverter
in die zur Aufnahme des Roheisens bestimmte Behandlungspfanne eingefüllt und anschließend
das Roheisen auf die Schlacke gegossen. Alternativ wird vorgeschlagen, die nach dem
Abguss aus dem Konverter erkaltete Konverterschlacke kleinstückig mit einer maximalen
Stückgröße von 50 mm aufzubereiten und in dieser Form dem Roheisen zuzugeben. Nachteilig
bei dem bekannten Verfahren ist die geringe Sulfidkapazität der eingesetzten Konverterschlacke,
so daß der Anteil zusätzlicher teurer Entschwefelungsreagenzien weiterhin sehr hoch
ist.
[0003] In dem DE 88 16 829.8 U1 wird als Mittel zur Entschwefelung von Roheisenschmelzen
ein Gemisch von Calziumcarbid und Magnesium angegeben. Um eine gute Dosierbarkeit
bei der Injektion zu gewährleisten und um eine Entmischung auch beim längeren Stehen
und beim Transport zu verhindern, wird vorgeschlagen, daß das Schüttgewicht und die
Korngröße beider Komponenten im selben Bereich liegen. In einer bevorzugten Ausführungsform
sind beide Komponenten mit einer öligen Flüssigkeit beschichtet. Dadurch ist die Möglichkeit
der Entmischung noch geringer und die Dosierbarkeit damit noch präziser möglich.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Entschwefelung von Roheisen anzugeben,
bei dem der Anteil der üblichen teuren Entschwefelungsreagenzien wie Kalziumcarbid
und Magnesium signifikant reduziert und die Menge der abzusetzenden und zu entsorgenden
Schlackenmenge verringert wird.
[0005] Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 angegebenen
Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Bestandteil von Unteransprüchen.
[0006] Im Unterschied zum bekannten Stand der Technik wird keine Konverterschlacke, sondern
eine in der Sekundärmetallurgie anfallende Schlacke, z. B. Giesspfannenschlacke oder
Calciumcarbid mit Magnesium oder Schlacke zusammen mit Calciumcarbid und Magnesium
als Feststoffgemisch in gemahlener Form eingesetzt. Durch die vorgeschaltete Mahlung
werden die Entschwefelungsreagenzien pneumatisch förderbar und verbessem die Entschwefelungsbedingungen,
da durch die kleine Korngröße die spezifische Oberfläche vergrößert wird. Dabei liegt
die Korngröße für alle verwendeten Reagenzien unter 1 mm, wobei der Durchschnitt für
Kalziumcarbid 0,03 mm, für Magnesium 0,5 mm und für die Schlacke 0,7 mm beträgt. Der
Vorteil der Verwendung dieser Schlacke ist darin zu sehen, daß sie eine Basizität
von mindestens 4 und geringe Eisengehalte im Bereich von 4 - 6 Gewichtsprozent und
Phosphorgehalte ≤ 0,4 Gewichtsprozent aufweist. Da die Gießpfannenschlacke im Regelfall
noch eine durchschnittliche relative Feuchtigkeit von 8 % aufweist, wird diese z.
B. einer Mahltrocknung unterzogen, um ein Verbacken in der Tauchlanze zu vermeiden.
Die so aufbereitete sekundärmetallurgische Schlacke ist geeignet, wahlweise über eine
Tauchlanze direkt in die Roheisenbehandlungs-, Hochofenpfanne oder in die Roheisenrinne
eingebracht zu werden.
[0007] Durch den Einsatz einer Gießpfannenschlacke als Entschwefelungsreagens werden die
Kosten für den Prozeß der Roheisenentschwefelung reduziert. Gleichzeitig wird die
Menge der abzusetzenden und zu entsorgenden Schlackenmenge verringert, was sich wiederum
kostengünstig auswirkt.
[0008] Anhand eines Beispieles wird das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert.
[0009] 200 t Roheisen mit einem S-Gehalt von 500 ppm werden in eine Behandlungspfanne gefüllt.
Durch Einblasen von 100 % gemahlener Gießpfannenschlacke (20 kg / t Roheisen) wird
der Schwefelgehalt im Roheisen innerhalb von 15 min. auf Gehalte < 200 ppm abgesenkt.
Die weitere Entschwefelung erfolgt unter Zugabe von Calciumcarbid und Magnesium.
1. Verfahren zur Entschwefelung von zur Weiterverarbeitung zu Stahl in Sauerstoffaufblaskonvertern
bestimmten Roheisenschmelzen, bei dem die in eine Pfanne abgegossene Schmelze mit
einer festen calciumoxidhaltigen im Stahlherstellungsprozeß anfallende Schlacke sowie
mit anderen Entschwefelungsreagenzien in engen Kontakt gebracht wird, wobei die Schlacke
vor ihrem Einsatz kleinstückig aufbereitet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Schlacke die in der Sekundärmetallurgie anfallende Schlacke mit einer Basizität
von min. 4 und geringe Eisengehalte im Bereich von 4 - 6 Gewichtsprozent und Phosphorgehalte
im Bereich ≤ 0,4 Gewichtsprozent in gemahlener Form allein oder die in der Sekundärmetallurgie
anfallende Schlacke zusammen mit Calciumcarbid und Magnesium als Feststoffgemisch
in gemahlener Form eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Korngröße der Entschwefelungsreagenzien unter 1 mm liegt, wobei der Durchschnitt
für Kalziumcarbid 0,3 mm, für Magnesium 0,5 mm und für die Schlacke 0,7 mm eingestellt
wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlacke einer trocknenden Aufbereitung unterzogen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 -3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Entschwefelungsreagenzien unter Überdruck in die Schmelze eingeblasen werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Entschwefelungsreagenzien auf direktem Weg in die Roheisen-, Hochofenpfanne
oder Roheisenrinne eingetragen werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlacke für eine Vorentschwefelung des Roheisens verwendet wird und die weitere
Entschwefelung unter Zugabe von Calciumcarbid und Magnesium erfolgt.
