[0001] Die Erfindung betrifft einen Deckenfertiger nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Deckenfertiger (DE-A-4101417), die Einbaubohlen zum schwimmenden Einbau aufweisen,
werden üblicherweise für eine Schichtdicke bis etwa 30 cm, gemessen hinter der Einbaubohle
des Deckenfertigers, ausgelegt. Nur in seltenen Fällen wird bei der Grundauslegung
des Deckenfertigers eine größere Schichtdicke vorgesehen. Der Grund hierfür besteht
darin, daß für eine größere Schichtdicke das Förderband des Deckenfertigers zumindest
im hinteren Maschinenbereich und die Verteilerschnecke sowie der Förderschacht und
die Bohlentransportzylinder nebst sämtlichen Aufbauten, die oberhalb der Einbaubohle
liegen, höher angeordnet werden müssen. Da Deckenfertiger zur jeweiligen Baustelle
mittels Tieflader transportiert werden, wobei gewöhnlich auch Brückenunterführungen
zu passieren sind, ist die Transporthöhe, gewöhnlich bestimmt durch Wetterdach- oder
Kabinenaufbauten, entsprechend limitiert, um die Transportierbarkeit zu gewährleisten.
[0003] Für Anwendungsfälle mit außergewöhnlichen Schichtdicken (z.B. bis 50 cm) werden daher
in der Regel die vorgenannten Elemente nur für diesen Sonderfall insgesamt nach oben
versetzt, um sie nach Erledigung der Baumaßnahme wieder rückgängig zu machen. Bereits
diese Maßnahmen sind mit einem erheblichen Montageaufwand verbunden und führen zudem
dazu, daß die Querstege des Untertrums des Förderbandes Material vom Verteilerschneckenraum
wieder nach vorne unter den Fertiger fördern, da der Freiraum unterhalb des Untertrums
des Förderers in seiner Höhe nicht entsprechend vergrößert ist. Dies führt zu entsprechenden
Störungen, die sogar zu einem Einbaustillstand führen können.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Deckenfertiger nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 zu schaffen, der ohne großen Umrüstaufwand auf einen erhöhten Schichtdickeneinbau
umstellbar ist, ohne daß die Gefahr besteht, daß Störungen durch wieder nach vorne
gefördertes Material auftreten.
[0005] Diese Aufgabe wird entsprechend dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Hierbei sind die Raupenfahrwerke des Deckenfertigers in ihrem vorderen Bereich drehbar
am Maschinenrahmen gelagert und im hinteren Bereich in bezug auf den Maschinenrahmen
höhenverstellbar, so daß der hintere Bereich des Förderers angehoben wird. Die Verstellung
kann äußerst schnell erfolgen und ebenso schnell rückgängig gemacht werden.
[0007] Weitere Ausgestaltungen dar Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0008] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der beigefügten Abbildung schematisiert
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0009] Fig. 1 zeigt einen Deckenfertiger in Seitenansicht beim Einbau einer Schicht geringer
Dicke.
[0010] Fig. 2 zeigt einen Deckenfertiger in Seitenansicht beim Einbau einer Schicht großer
Dicke.
[0011] Der dargestellte Deckenfertiger umfaßt ein Maschinenrahmen 1 mit seitlichen Raupenfahrwerken
2. Frontseitig ist ein Kübel 3 mit seitlich auseinanderklappbaren Seitenwandteilen
4 vorgesehen, die an entsprechenden, darunter befindlichen, feststehenden Seitenwandteilen
5 angelenkt sind, um auseinandergeklappt einen Einfülltrichter für einzubauendes Material
zu bilden. Ein umlaufender, gewöhnlich mit Querstegen versehener Förderer (nicht dargestellt)
bildet den Boden des Kübels 3 und Fördert eingefülltes Material zur Rückseite des
Maschinenrahmens 1 in den Bereich einer dort befindlichen Verteilerschnecke 6, die
das Material über die Einbaubreite verteilt. Das so verteilte Material wird mittels
einer Einbaubohle 7, die gegebenenfalls zum Verbreitern seitlich ausfahrbar und/oder
anstückelbar ist, unter Verdichten und Glätten eingebaut. Die auf dem einzubauenden
Material schwimmende Einbaubohle 7 ist über Zugarme 8 am Maschinenrahmen 1 angelenkt
und über Stellzylinder 9 in bezug auf eine gewünschte Einbauhöhe des einzubauenden
Materials höhenverstellbar. Die Einbaubohle 7 kann Stampf- und/oder Vibrationsaggregate
10, 11 umfassen. Die Einbaubohle 7 ist über einen Bohlentransportzylinder 12 in eine
zum Transport des Deckenfertigers geeignete Stellung anhebbar. Über dem Förderschacht
des Förderers sind Aufbauten mit einem Fahrerstand 13, einem Antriebsmotor und dergleichen
angeordnet.
[0012] Die Raupenfahrwerke 2 sind im Bereich ihres vorderen Drittels um eine Achse 14 drehbar
am Maschinenrahmen 1 gelagert. In ihrem hinteren Bereich sind die Raupenfahrwerke
2 gegenüber einer vertikalen Gleitführung 15, die fest mit dem Maschinenrahmen 1 verbunden
ist, vertikal verstellbar. Für die Ausgangsstellung, aus der der Maschinenrahmen 1
hinten gegenüber den Raupenfahrwerken 2 anhebbar ist, kann ein Anschlag vorgesehen
sein.
[0013] Die vertikale Verstellung der Raupenfahrwerke 2 gegenüber dem Maschinenrahmen 1 kann
beispielsweise mittels Schraubspindeln vorgenommen werden. Jedoch werden entsprechende
hydraulische Stellzylinder 16, jeweils einer pro Raupenfahrwerk 2, bevorzugt, die
beispielsweise über den bei einem Deckenfertiger ohnehin vorhandenen Hydraulikkreislauf
mittels eines Vier-/Dreiwegeventils elektrohydraulisch gesteuert und in der jeweils
gewünschten Position über ein entsperrbares Zwillingsrückschlagventil gehalten werden
können.
[0014] Hierdurch läßt sich in äußerst kurzer Zeit der hintere Teil des Deckenfertigers einschließlich
der Einbaubohle 7 in eine gegenüber dem Fahrbahngrund 17 erhöhte Position bringen.
Dann befinden sich sämtliche Aggregate wie Einbaubohle 7, Förderer, Verteilerschnecke
6, Bohlentransportzylinder 12 und die Aufbauten oberhalb der Einbaubohle 7 in eine
für eine große Schichtdicke der einzubauenden Decke vorteilhaften Lage. Durch die
höhere Position des Bohlentransportzylinders 12 kann die Einbaubohle 7 somit entsprechend
große Schichtdicken einbauen.
[0015] Durch den Hub der Stellzylinder 16 wird allerdings die minimale Höhe einer einbaubaren
Schichtdicke im Verhältnis zur maximalen limitiert. Wenn nach einer Schicht mit entsprechend
großer Schichtdicke wiederum Normalbeläge wie ca. 4 cm dicke Verschleißbeläge oder
ca. 8 cm dicke Binderschichten eingebaut werden sollen, sind die Raupenfahrwerke 2
und damit der Maschinenrahmen 1 über die Stellzylinder 16 wieder entsprechend abzusenken.
Allerdings kann dies ebenfalls sehr schnell vorgenommen werden, so daß keine langwierigen
Umrüstarbeiten entstehen.
1. Deckenfertiger mit einem Maschinenrahmen (1) und Raupenfahrwerken (2), wobei der Maschinenrahmen
(1) vorderseitig einen Kübel (3) und rückseitig eine Verteilerschnecke (6) aufweist,
zwischen denen ein Förderer zum Transportieren von einzubauendem Material aus dem
Kübel (3) durch einen Förderschacht, über dem sich Aufbauten befinden, in den Bereich
der Verteilerschnecke (6) angeordnet ist, während eine Einbaubohle (7) über Zugarme
(8) am Maschinenranmen (1) angelenkt hinter dem Bereich der Verteilerschnecke (6)
zum schwimmenden Einbau des einzubauenden Materials vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Raupenfahrwerke (2) in ihrem vorderen Bereich drehbar am Maschinenrahmen
(1) gelagert und in ihrem hinteren Bereich längs einer am Maschinenrahmen (1) befindlichen
Vertikalführung (15) höhenverstellbar angeordnet sind.
2. Deckenfertiger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Raupenfahrwerke (2)
über hydraulische Stellzylinder (16) höhenverstellbar sind.
3. Deckenfertiger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellzylinder (16)
mittels eines Vier-/Dreiwegeventils elektrohydraulisch mit einem Hydraulikkreislauf
des Deckenfertigers gekoppelt und betätigbar sind, wobei sie in der jeweils gewünschten
Position mittels eines entsperrbaren Zwillingsrückschlagventils haltbar sind.