[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entlüften einer eine Flüssigkeit führenden
Heberleitung mittels einer Entlüftungskammer, die über ein Steigrohr mit der Heberleitung
verbunden ist.
[0002] Aus der DE-PS 44 22 127 C2 ist eine Entlüftungsvorrichtung mit Entlüftungskammer
für Entwässerungssiele bekannt, wobei das Steigrohr eine direkte Verbindung zwischen
dem Scheitelbereich der Heberleitung und der Entlüftungskammer herstellt. Die Steuerung
der Pumpe zum Entlüften der Entlüftungskammer erfolgt mittels Taucheleketroden. Die
in der Heberleitung mitgeführte Luft und aufschwimmende Fest- und Flüssigstoffe steigen
zwangsläufig über das Steigrohr in die Entlüftungskammer auf und erzeugen hier einen
übermäßigen Luft- und Verschmutzungsanfall. Da mit stärker oder turbulenter werdendem
Zulauf von Flüssigkeit im Steigrohr immer mehr Luft mitgeführt wird, bedeutet dies
in der Praxis, daß eine unnötig stark erhöhte Luftmenge in die Entlüftungskammer gelangt
und dort zu separieren ist, was eine leistungsmäßig höher dimensionierte Pumpe erfordert.
Das gleiche gilt für quirlige und mit reichlich Luft angereichte Fließgewässer. Weiterhin
sind bei der bekannten Vorrichtung die zur Steuerung der Pumpe eingesetzten Tauchelektroden
ungeschützt im als Entlüftungskammer dienenden Unterdruckbehälter angeordnet und so
starken Verunreinigungen ausgesetzt und können durch anhaftende Fremdstoffe (Laub,
Kunststoffolie, Chemikalien) isoliert oder kurzgeschlossen und damit außer Funktion
gesetzt werden.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine kleine und sehr leistungsfähige Anlage zur
stetigen Entlüftung einer auch stark verunreinigte und mit Feststoffen unterschiedlichster
Art belastete Flüssigkeiten, z.B. Abwasser, Fäkalien führenden Heberleitung zu schaffen,
damit diese Flüssigkeiten ohne Betriebsunterbrechung sicher und dauerhaft nach dem
energiesparenden Heberprinzip gefördert werden können.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung zum Entlüften einer eine Flüssigkeit führenden
Heberleitung gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen entnehmbar.
[0006] Gemäß der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Entlüften einer eine Flüssigkeit führenden
Heberleitung mit einer Entlüftungskammer vorgeschlagen, bei der die Entlüftungskammer
in ihrem unteren Bereich über ein Steigrohr mit der Heberleitung verbunden ist und
in ihrem oberen Bereich einen Saugstutzen aufweist und an den Saugstutzen eine Unterdruckquelle
zur Erzeugung eines Unterdrucks in der Entlüftungskammer gegenüber dem Druck in der
Heberleitung angeschlossen ist und der Saugstutzen der Entlüftungskammer mittels eines
in der Entlüftungskammer angeordneten Schwimmerventils in Abhängigkeit von aus der
Heberleitung in die Entlüftungskammer eingetretener Flüssigkeit verschließbar oder
öffenbar ist.
[0007] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das Steigrohr so an der
Heberleitung angeordnet, daß es auf der Heberleitung seitlich versetzt zum Scheitelpunkt
der Heberleitung in diese einmündet. Auf diese Weise wird vermieden, daß Lufteinschlüsse,
Gase und auf der Flüssigkeit aufschwimmende Fest- und Flüssigstoffe aus der Heberleitung
zwangsläufig in die Entlüftungseinrichtung eingeleitet werden. Vielmehr werden diese
auf der Flüssigkeit befindlichen Stoffe überwiegend an der erfindungsgemäßen Entlüftungsvorrichtung
vorbeigeleitet. Erst wenn eine zunehmende Luft- oder Gasmenge im Scheitel der Heberleitung
ein Absinken des Flüssigkeitsstandes in der Heberleitung bewirkt, steigt Luft bzw.
Gas in die Entlüftungseinrichtung auf und wird dort separiert. Auf diese Weise behält
die Unterdruckquelle in der Entlüftungskammer eine größere Kapazitätsreserve und die
Heberleitung bleibt sogar bei einem Stromausfall wesentlich länger funktionsfähig.
An Stelle einer seitlich zum Scheitelpunkt der Heberleitung versetzten Anordnung des
Steigrohres ist es auch möglich, das Steigrohr im Scheitelpunkt, jedoch entsprechend
tief in die Heberleitung eintauchend anzuordnen.
[0008] Das Schwimmerventil arbeitet selbsttätig hydromechanisch in Abhängigkeit von dem
in der Entlüftungskammer befindlichen Volumen an Flüssigkeit und dem damit korrespondierenden
Volumen an Gas, so daß der Saugstutzen des Entlüftungsventiles von der Unterdruckquelle
kontinuierlich mit einem voreinstellbaren Unterdruck beaufschlagt werden kann, der
geringer ist als der in der Heberleitung vorherrschende absolute Druck.
[0009] Das auf der Flüssigkeit aufschwimmende Schwimmerventil verschließt bei einem ausreichend
hohen Flüssigkeitsstand im Innern der Entlüftungskammer deren Saugstutzen, so daß
keine Flüssigkeit aus der Entlüftungskammer in die Unterdruckquelle gelangen kann.
[0010] Sinkt jedoch das Volumen an Flüssigkeit in der Entlüftungskammer durch vermehrtes
Aufsteigen von in der Heberleitung befindlichem Gas in die Entlüftungskammer ab, öffnet
sich das Schwimmerventil und gibt den Saugstutzen zum Absaugen der in der Entlüftungskammer
befindlichen Gase mittels der Unterdruckquelle frei. Somit wird eine kontinuierliche
Entlüftung der Heberleitung mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ermöglicht.
[0011] Durch dieses einfache hydromechanisch selbsttätige Schwimmerventil in der Entlüftungskammer
ist die erfindungsgemäße Vorrichtung auch für undefiniert verschmutzte Flüssigkeiten,
wie Abwasser, Oberflächenwasser, geeignet und ermöglicht einen dauerhaft störungsfreien
und weitestgehend wartungsfreien zuverlässigen Betrieb.
[0012] Je nach vorgesehenem Einsatzzweck der erfindungsgemäßen Entlüftungsvorrichtung können
die in einer Heberleitung expandierte Luft bzw. Gase mit teilweise hoher Geschwindigkeit
in die Entlüftungskammer eintreten, in der das erfindungsgemäß vorgeschlagene Schwimmerventil
für den Verschluß des Saugstutzens in Abhängigkeit vom Flüssigkeitsstand innerhalb
der Entlüftungskammer angeordnet ist. Neben der von den Gasen mitgerissenen Flüssigkeit
werden Schwimm- und Schwebstoffe, die im Scheitelpunkt der Heberleitung vorhanden
sind, oder die bei steigendem Flüssigkeitsspiegel in das Steigrohr eintreten, in die
Entlüftungskammer geschleudert. Besonders bei stark kontaminierter Flüssigkeit, zum
Beispiel kommunalem Rohabwasser, können die in die Entlüftungskammer eingetragenen
und dort gegebenenfalls anhaftenden Verschmutzungen zu einer Blockierung des Schwimmerventils
und damit letztendlich zu folgenschweren Betriebsstörungen führen.
[0013] Um diesem Problem abzuhelfen, wird gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der
Erfindung vorgeschlagen, daß ein in die Entlüftungskammer oberhalb des Flüssigkeitsstandes
einmündendes und mit der Heberleitung in Verbindung stehendes Gassteigrohr vorgesehen
ist. Das Steigrohr und das Gassteigrohr wirken wie kommunizierende Röhren zusammen
und ermöglichen, die abzuführenden Gase schon vor ihrem Eintritt in die Entlüftungskammer
von der Flüssigkeit zu trennen, damit diese Flüssigkeit und die Gase getrennt in die
Entlüftungskammer gelangen und der nachteilige Sprudel- und Schleudereffekt unterbunden
wird. Es wird somit eine Flüssigkeits-Gas-Separierung bereits vor Eintritt in die
Entlüftungskammer der erfindungsgemäßen Vorrichtung bewirkt.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist hierbei das Gassteigrohr im oder nahe
dem Scheitelpunkt der Heberleitung mit dieser verbunden. Das Steigrohr dient der Einleitung
von Flüssigkeit in die Entlüftungskammer für das Schwimmerventil und mündet unterhalb
des Gassteigrohres in die Heberleitung ein. Hierbei ist es bevorzugt, das Steigrohr
an einem möglichst tiefgelegenen Punkt mit der Heberleitung zu verbinden, so daß sie
im Betriebszustand ständig und bei Befüllen der Rohrleitung schon bei einem geringen
Füllungsgrad mit Flüssigkeit aus der Heberleitung überflutet ist. Es können dann keine
Feststoffe mehr in die Entlüftungskammer aufschwimmen und es findet kaum Flüssigkeitsausstausch
zwischen der Entlüftungskammer und der Heberleitung statt, wodurch die Verschmutzung
der Entlüftungskammer wesentlich reduziert wird. Die aus der Heberleitung zu entlüftenden
Gase werden über das Gassteigrohr aus dem Scheitelpunkt der Heberleitung in die Entlüftungskammer
in deren oberen, nicht mit Flüssigkeit beaufschlagten Teil geleitet und von dort in
bereits beschriebener Weise über den Saugstutzen entfernt.
[0015] Über das Steigrohr kann die Flüssigkeit nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren
in der Entlüftungskammer das Schwimmerventil betätigen, um die kontinuierliche erfindungsgemäße
Abführung der zu entlüftenden Gase zu veranlassen. Wenn über das Gassteigrohr vermehrt
Gase aus der Heberleitung in die Entlüftungskammer aufsteigen, wird ein Absinken des
Flüssigkeitsstandes in der Entlüftungskammer und damit ein Absinken des Schwimmerventils
und Freigabe des Entlüftungsstutzens bewirkt, so daß eine kontinuierliche Entlüftung
der Heberleitung ermöglicht ist. Bei dieser vorangehend beschriebenen Anordnung bleibt
die Entlüftungskammer nicht nur frei von Verwirbelungen und dem schädlichen Schmutzeintrag,
es unterbleiben auch die durch die aufsteigenden Gase entstehende Schläge auf das
Schwimmerventil, welches zu einem gestörten Regelungsverhalten führen kann.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Entlüftungsvorrichtung sieht vor, daß
das Gassteigrohr von dem Steigrohr abgezweigt ist und einen Gassammelraum bildet,
der in den oberen Bereich der Entlüftungskammer geführt ist. Eine derartige Anordnung
benötigt lediglich ein im Scheitelpunkt oder nahe des Scheitelpunktes in die Heberleitung
einmündendes Steigrohr, welches sich nachfolgend in einen der Führung der Flüssigkeit
in die Entlüftungskammer dienenden Steigrohrabschnitt und das Gassteigrohr mit Gassammelraum
für die Gase verzweigt, was eine besonders platzsparende Bauweise ermöglicht und darüber
hinaus auch die Nachrüstung bereits vorhandener Heberleitungsentlüftungen mit einem
Gassteigrohr ermöglicht. Der Gassammelraum ist im oberen Bereich des Gassteigrohres
gebildet.
[0017] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die Lage des
Schwimmerventils innerhalb der Entlüftungskammer einstellbar ist. Durch Verstellung
der Lage des Schwimmerventils in bezug auf die Höhe innerhalb der Entlüftungskammer
kann somit der Füllungsgrad der Heberleitung je nach Erfordernissen beliebig gesteuert
werden, um zum Beispiel ein mehr oder weniger großes Luftpolster oder einen Totraum
innerhalb der Heberleitung zu erhalten.
[0018] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem Steigrohr und/oder
Gassteigrohr und der Entlüftungskammer ein Feststoffabweiser vorgesehen, der in der
aufsteigenden Flüssigkeit enthaltene Feststoffteilchen von einem Eintritt in die Entlüftungskammer
zurückhält, so daß die erfindungsgemäße Vorrichtung auch durch grobere in der Flüssigkeit
enthaltene Feststoffteilchen nicht in ihrer dauerhaften Funktionssicherheit beeinträchtigt
werden kann.
[0019] Der Feststoffabweiser für die Flüssigkeit in die Entlüftungskammer führende Steigleitung
umfaßt vorteilhaft ein beweglich gelagertes Rückhaltesieb oder einen Rückhalterechen
mit einem daran befestigten Auftriebskörper, dergestalt, daß der Auftriebskörper bei
in der Steigleitung aufsteigender Flüssigkeit aufschwimmt und das Rückhaltesieb in
seine Rückhalteposition im Strömungsweg der Flüssigkeit bringt oder mit Federkraft
im Füllungszustand des Steigrohres geschlossen gehalten wird und bei gewollter Rückspülung
zwecks Reinigung der Entlüftungskammer öffnet und anhaftende Feststoffe im Rückstrom
abstreifen läßt.
[0020] Das Rückhaltesieb kann dabei in seitlichen Führungen Parallel zur Strömungsrichtung
der Flüssigkeit geführt sein, so daß es mit der einströmenden Flüssigkeit in seine
Rückhalteposition aufschwimmt oder bei ablaufender Flüssigkeit in eine Freigabeposition
absinkt. Ein derartiges Rückhaltesieb oder ein Rückhalterechen kann auch schwenkbar
mit einseitiger Befestigung ausgebildet sein.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Saugstutzen der
Entlüftungskammer mit einem Zweiwegeventil oder mit zwei wechselweise je einen Leitungsweg
verschließenden Ventilen ausgebildet, wobei über den einen Leitungsweg die Unterdruckquelle
für die Entlüftungskammer angeschlossen ist und über den anderen Leitungsweg die Entlüftungskammer
zwecks Rückspülung belüftbar ist. Bei einem solchen Rückspül- bzw. Reinigungsvorgang
wird dabei das in der zur Unterdruckquelle führenden Leitung befindliche Ventil geschlossen,
bevor das weitere Ventil geöffnet wird und eine Luftspülung der Entlüftungskammer
einleitet, in deren Verlauf Flüssigkeit und Feststoffe aus der Entlüftungskammer und
auch dem gegebenenfalls vorhandenen Feststoffabweiser zurück in die Heberleitung gespült
werden.
[0022] Alternativ dazu kann die Entlüftungskammer auch mit einem über ein Ventil verschließbaren
Belüftungsstutzen zusätzlich zum Saugstutzen versehen sein. Beispielsweise ist mit
einem derartigen Belüftungsstutzen das Belüften und dadurch bedingte Rückspülen auch
größerer Entlüftungskammern möglich, wobei durch einen entsprechend großen Querschnitt
des Belüftungsstutzens eine rasche Belüftung und damit verbunden eine hohe Strömungsgeschwindigkeit
der ablaufenden Flüssigkeit erzielbar ist, die die Reinigungswirkung erheblich verbessert.
[0023] Der separate Belüftungsstutzen ist überdies beim Entlüften einer vollständig mit
Luft gefüllten Heberleitung vorteilhaft. In diesem Fall kann an dem Belüftungsstutzen
in Umkehrung der eben beschriebenen Luftströmungsrichtung eine leistungsfähige Vakuumpumpe
zeitweilig angeschlossen werden, die die Entlüftung der Heberleitung zur Inbetriebnahme
in erheblich verkürzter Zeit bewirkt.
[0024] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die erfindungsgemäße Vorrichtung mittels
eines Absperrventiles von der Heberleitung hydraulisch getrennt werden. Dazu wird
vorgeschlagen, daß das Steigrohr mittels eines Absperrschiebers verschließbar ist.
Somit kann der Betrieb der Heberleitung auch bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten
der erfindungsgemäßen Vorrichtung ohne Unterbrechung weitergeführt werden.
[0025] Als Unterdruckquelle kann beispielsweise eine Pumpe allein oder eine Pumpe mit einem
von der Pumpe evakuierbaren Unterdruckbehälter vorgesehen sein, wobei der Unterdruckbehälter
über eine Saugleitung mit dem Saugstutzen der Entlüftungskammer verbunden ist und
die Pumpe an die Saugleitung angeschlossen ist. Durch diese Anordnung kann die Pumpe
direkt über den Saugstutzen Gase aus der Entlüftungskammer absaugen. Des weiteren
ist es auch möglich, während eines Verschlusses des Saugstutzens mittels des Schwimmerventils,
bei dem die Pumpenleistung nicht für das Absaugen aus der Entlüftungskammer benötigt
wird, den Unterdruckbehälter zu evakuieren, bis ein genügend großer Unterdruck in
diesem Unterdruckbehälter vorherrscht und die Pumpe abgeschaltet werden kann. Der
Unterdruckbehälter ist zu diesem Zweck vorteilhaft mit Drucksensoren und einer entsprechenden
Steuerung für die Pumpe versehen.
[0026] Um zu verhindern, daß bei einem erneuten Öffnen des Schwimmerventils infolge aufsteigender
Gase in die Entlüftungskammer von dem hochevakuierten Unterdruckbehälter über die
Saugleitung und den Saugstutzen ein zu großer Volumenstrom an Gas schlagartig aus
der Entlüftungskammer abgesogen wird, in dessen Folge Flüssigkeit aus der Heberleitung
schlagartig in die Entlüftungskammer nachströmt, wird vorgeschlagen, daß in der Saugleitung
im Bereich zwischen dem Unterdruckbehälter und dem Anschluß der Pumpe an die Saugleitung
eine Drosseleinrichtung vorgesehen ist, mittels derer der Querschnitt der Saugleitung
in Richtung auf den Saugstutzen vollständig freigebbar ist und in entgegengesetzter
Richtung auf einen vorbestimmbaren Restquerschnitt verringerbar ist. Durch die vollständige
Freigabe des Querschnittes der Saugleitung in Richtung auf den Saugstutzen ist eine
ungehinderte Evakuierung des Unterdruckbehälters über die Pumpe ermöglicht, wohingegen
in entgegengesetzter Richtung, d.h. wenn der Unterdruckbehälter über die Saugleitung
und den Saugstutzen Gase aus der Entlüftungskammer ansaugt, lediglich ein geringer
Querschnitt der Saugleitung freigegeben wird, so daß der Volumenstrom aus der Entlüftungskammer
in den Unterdruckbehälter auf ein Maß begrenzt wird, daß es nicht zu einem schlagartigen
Nachströmen von Flüssigkeit aus der Heberleitung in die Entlüftungskammer mehr kommen
kann.
[0027] Eine derartige Drosseleinrichtung kann beispielsweise von einem in die Saugleitung
eingesetzten und diese nur in Richtung des Saugstutzens freigebenden und in entgegengesetzter
Richtung verschließenden Einwegeventil und einer das Einwegeventil überbrückenden
Bypassleitung für die Saugleitung mit einem geringeren Querschnitt als die Saugleitung
gebildet sein. Während der Unterdruckbehälter über die Pumpe evakuiert wird, gibt
das Einwegeventil den vollen Querschnitt der Saugleitung frei, verschließt jedoch
in entgegengesetzter Richtung beim Absaugen von Gasen aus der Entlüftungskammer in
den Unterdruckbehälter die Saugleitung vollständig, so daß die Gase lediglich über
die Bypassleitung mit dem geringeren Querschnitt als die Saugleitung strömen können
und von daher in ihrem Volumenstrom begrenzt werden.
[0028] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die Drosseleinrichtung
von einer schwenkbaren Klappe in der Saugleitung gebildet ist, die in Richtung des
Saugstutzens in eine den Querschnitt der Saugleitung vollständig freigebende Position
und in entgegengesetzter Richtung in eine den Querschnitt der Saugleitung versperrende
Position verschwenkbar ist. Hierdurch wird wiederum die Freigabe des gesamten Querschnittes
der Saugleitung beim Evakuieren des Unterdruckbehälters mittels der Pumpe ermöglicht,
wohingegen in entgegengesetzter Richtung die Klappe den Querschnitt der Saugleitung
versperrt. Um in dieser Position eine begrenzte Entlüftung des in der Entlüftungskammer
enthaltenen Gases über die Saugleitung zu ermöglichen, weist die Klappe oder das Gehäuse
der Drosseleinrichtung mindestens eine Durchgangsbohrung oder periphere Ausnehmung
am Gehäusesitz oder an der Klappe auf, die einen Restquerschnitt für die Saugleitung
freigibt und somit die Entlüftung der Entlüftungskammer mit geringerem Volumenstrom
ermöglicht, so daß keine Flüssigkeit schlagartig und unkontrolliert aus der Heberleitung
in die Entlüftungskammer nachstömen kann. Die mindestens eine Durchgangsbohrung zur
Schaffung des Restquerschnittes der Klappe kann zwecks Veränderung oder Regelung des
Rückstromes aus einer auswechselbaren oder verstellbaren Düse bestehen.
[0029] Weiterhin ist es möglich, über eine Kondensatleitung in der Unterdruckkammer der
Unterdruckquelle angesammeltes Kondensat in die Entlüftungskammer oder den Feststoffabweiser
abzuleiten, was bedarfsweise erfolgen kann.
[0030] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht eine sehr leistungsfähige Entlüftung
einer eine Flüssigkeit führenden Heberleitung bei gleichzeitig sehr kompakten Abmessungen.
Somit ist es mit der Erfindung möglich, eine energie- und kostensparende, kompakte
und einfach zu transportierende Vorrichtung zum Entlüften einer Heberleitung zu schaffen,
die ohne Montagearbeiten jederzeit auch kurzzeitig und für geringere Flüssigkeitsmengen
eingesetzt werden kann. Zu diesem Zweck wird vorgeschlagen, daß das Steigrohr an seinem
der Entlüftungskammer abgewandten Ende mit einem Rohrstutzen dauerhaft verbunden ist
und an beiden Enden des Rohrstutzens Anschlußmittel zum Anschluß von Rohren und/oder
Schläuchen ausgebildet sind. Dieser erfindungsgemäße Rohrstutzen bildet zugleich einen
Teilabschnitt der Heberleitung. Auf diese Weise stellt die transportabel ausgeführte
erfindungsgemäße Entlüftungsvorrichtung selbst ein Teilstück der Heberleitung dar,
die auf beiden Seiten universelle Anschlußmöglichkeiten zum Beispiel für Flanschenrohre,
Schnellkupplungsrohre und Unterdruckschläuche besitzt.
[0031] Zur weiteren Verbesserung der Kompaktheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird
darüber hinaus vorgeschlagen, daß die Entlüftungskammer und die Unterdruckquelle auf
dem Rohrstutzen in einer kompakten Einheit zusammengefaßt und befestigt sind und beispielsweise
mit einer gemeinsamen Abdeckung oder einem Gehäuse versehen sind.
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1a
- in schematisierter Darstellung eine Vorrichtung zur Entlüftung einer Heberleitung
- Fig. 1b
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
- Fig. 2
- die Anordnung des Saugstutzens an der Heberleitung
- Fig. 3
- in schematisierter Darstellung eine weitere Ausführungsform einer Vorrichtung zum
Entlüften einer Heberleitung
- Fig. 4a,b
- verschiedene Ausführungsformen von Drosseleinrichtungen
- Fig. 5a
- die Seitenansicht einer Vorrichtung gemäß Fig. 1 in besonders kompakter Bauweise
- Fig. 5b
- die Aufsicht auf die Vorrichtung gemäß Fig. 5a
- Fig. 6a,b
- weitere Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Entlüftungsvorrichtung.
[0033] In der Fig. 1a ist eine Vorrichtung zum Entlüften einer Heberleitung 1 dargestellt.
[0034] Diese Entlüftungsvorrichtung umfaßt eine Entlüftungskammer 5, die unterseitig über
einen Anschlußstutzen 55 und ein Steigrohr 2 an die Heberleitung 1 angeschlossen ist
und oberseitig über einen Saugstutzen 54 und eine Saugleitung 8 an eine Unterdruckquelle
9 angeschlossen ist. Die Unterdruckquelle besteht aus einer Pumpe 91 bzw. einer Pumpe
91 mit einem vorgeschalteten Unterdruckbehälter 90, die einen Unterdruck im Inneren
der Entlüftungskammer 5 erzeugen.
[0035] Der auf diese Weise im Inneren der Entlüftungskammer 5 erzeugbare Unterdruck ist
geringer als in der Heberleitung 1 herrschende absolute Druck, so daß eine in der
Heberleitung 1 geführte Flüssigkeit F sowie Gase G gemäß Pfeilen P1 über das Steigrohr
2 und den Anschlußstutzen 55 nach oben in das Innere der Entlüftungskammer 5 eingesogen
werden bzw. aufsteigen. Die in diesem Gemisch enthaltenen Gase sondern sich innerhalb
der Entlüftungskammer 5 oberhalb der Flüssigkeit F ab und werden über den Saugstutzen
54 von der Pumpe 91 bzw. dem davor befindlichen Unterdruckbehälter 90 aus der Entlüftungskammer
5 entfernt, so daß eine kontinuierliche Entlüftung der Heberleitung 1 bewirkt ist.
[0036] Wie insbesondere aus der Fig. 2 ersichtlich, ist der Saugstutzen 2 zur Förderung
der in der Heberleitung 1 geförderten Flüssigkeit seitlich versetzt zum Scheitelpunkt
S der Heberleitung 1 einmündend angeordnet, so daß auch nur in diesem Bereich Flüssigkeit
F in die Entlüftungskammer 5 eingesaugt wird und gegebenenfalls mitgeführte Feststoffe
und Gase in die Entlüftungskammer aufsteigen können. Hingegen werden die mittig im
Hauptstrom unterhalb des Scheitelpunktes S von der dort vorherrschenden Strömung mitgenommenen
Feststoffe 14 und Gase G am Steigrohr 2 vorbeigeführt.
[0037] Bei einer derartigen störungsfreien Führung der Flüssigkeit F, bei der die Heberleitung
1 bis nahe an den Scheitelpunkt S mit Flüssigkeit gefüllt ist, gelangt somit durch
die seitlich versetzte Einmündung 2a des Steigrohres 2 nur Flüssigkeit F in das Innere
der Entlüftungskammer 5 und führt dort zu einem Ansteigen des Flüssigkeitsstandes
F1. Um zu verhindern, daß infolge der Volumenzunahme und des steigenden Standes an
Flüssigkeit F im Inneren der Entlüftungskammer 5 diese Flüssigkeit F über den Saugstutzen
54 in die Saugleitung 8 und letztlich in die Pumpe 91 zur Erzeugung des Unterdruckes
gelangen kann, ist im Inneren der Entlüftungskammer 5 ein Schwimmerventil 50 angeordnet.
[0038] In gleicher Weise kann auch eine Entlüftung einer vollständig mit Luft gefüllten
Heberleitung 1, etwa bei deren Inbetriebnahme erfolgen, indem die Entlüftungsvorrichtung
über die Pumpe 91 diese Luft über das Steigrohr 2 und die Entlüftungskammer 5 aus
der Heberleitung entfernt, bis diese entlüftet ist.
[0039] Somit wird auf einfache hydromechanische Weise eine selbsttätige Entlüftung der Heberleitung
1 bewirkt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1a bewirkt das im Inneren der
Entlüftungskammer 5 angeordnete Schwimmerventil 50 darüber hinaus auch eine Steuerung
der Pumpe 91 in Abhängigkeit von der in der Entlüftungskammer 5 anfallenden Menge
an Gas G. Für den Fall, daß sich im Inneren der Entlüftungskammer 5 größere Mengen
Gas G angesammelt haben, fällt das Volumen an Flüssigkeit F im Inneren der Entlüftungskammer
5 entsprechend gering aus und das Schwimmerventil 50 ist gemäß Pfeil P3 weit abgesunken
und gibt den Saugstutzen 54 vollständig zur maximalen Saugleistung der Pumpe 91 frei.
Ist jedoch im umgekehrten Fall nahezu kein Gas G im Inneren der Entlüftungskammer
5 vorhanden, ist der Anteil an Volumen der Flüssigkeit F im Inneren der Entlüftungskammer
5 entsprechend hoch, so daß das Schwimmerventil 50 in der eben beschriebenen Weise
einen Verschluß des Saugstutzens 54 bewirkt. In der Folge stellt sich vor der Pumpe
91 ein ansteigender Unterdruck ein, so daß durch Verwendung einer entsprechenden Steuereinrichtung
10 bei Überschreiten eines vorgebbaren Unterdrucks ein Abschalten der Pumpe 91 bewirkt
werden kann, da deren Leistung in diesem Zustand nicht benötigt wird. Der an die Pumpe
91 angeschlossene Unterdruckbehälter 90, der mit der Saugleitung 8 in Verbindung steht,
stellt in diesem Falle auch über längere Zeiträume die Aufrechterhaltung des gewünschten
Unterdrucks sicher. Erst nachdem der Stand an Flüssigkeit F im Inneren der Entlüftungskammer
5 durch eintretendes Gas G wieder abgesunken ist, gibt das Schwimmerventil 50 den
Saugstutzen 54 frei, so daß das angesammelte Gas G abgesaugt wird und es zu einem
Druckabfall im Inneren des Unterdruckbehälters 90 kommt und die Steuereinrichtung
10 gegebenenfalls ein Wiedereinschalten der Pumpe 91 zur Bereitstellung des Unterdrucks
in der Saugkammer 5 bewirkt.
[0040] In der Fig. 1b ist eine gegenüber der vorangehend beschriebenen Anordnung leicht
abweichende Ausführungsform der Vorrichtung zur Entlüftung der Heberleitung 1 dargestellt.
Hierbei ist der Saugstutzen 54 der Entlüftungskammer 5 über eine Saugleitung 8 mit
dem Unterdruckbehälter 90 verbunden und die Pumpe 91 ist über eine mit 82 gekennzeichnete
Pumpenleitung an die Saugleitung 8 angeschlossen. Bei Inbetriebnahme oder auch während
des Betriebs der Entlüftungsvorrichtung kann die Pumpe 91 über die Pumpenleitung 82
und die Saugleitung 8 Gase G aus dem Innern der Entlüftungskammer 5 über den Saugstutzen
54 in bereits beschriebener Weise absaugen. Infolge des voranschreitenden Entlüftens
der Entlüftungskammer 5 mittels der Pumpe 91 wird mehr und mehr Flüssigkeit über das
Steigrohr 2 in die Entlüftungskammer 5 aufsteigen, bis letztendlich das Schwimmerventil
50 auf der Flüssigkeit F aufschwimmt und einen Verschluß des Saugstutzens 54 bewirkt,
so daß die Pumpe 91 keine weiteren Gase mehr über die Saugleitung 8 aus der Entlüftungskammer
50 absaugen kann. Nunmehr wird bei weiterem Betrieb der Pumpe 91 der Unterdruckbehälter
90 von der Pumpe 91 gemäß Pfeil Q1 evakuiert, bis ein nicht näher dargestellter Drucksensor
eine ausreichende Evakuierung des Unterdruckbehälters 90 ermittelt und über eine Steuerung
10 den Antrieb der Pumpe 91 unterbricht. Bei einer nachfolgenden erneuten Freigabe
des Saugstutzens 54 der Entlüftungskammer durch Absinken des Flüssigkeitsstandes und
damit des Schwimmerventils 50 im Innern der Entlüftungskammer werden die in der Entlüftungskammer
5 enthaltenen Gase über den Saugstutzen 54 und die Saugleitung 8 in den Unterdruckbehälter
90 gemäß Pfeil Q2 abgesaugt, bis ein Ausgleich der Druckverhältnisse zwischen Entlüftungskammer
5 und Unterdruckbehälter 90 erfolgt ist und ein erneutes Anlaufen der Pumpe 91 zum
weiteren Entlüften der Entlüftungskammer 5 notwendig wird. Hierbei hat sich gezeigt,
daß der evakuierte Unterdruckbehälter 90 bei einem Freigeben des Saugstutzens 54 aus
der Entlüftungskammer 5 einen größeren Volumenstrom an Gas aus der Entlüftungskammer
5 absaugt, als es mittels der Pumpe 91 und ihrer begrenzten Leistung möglich wäre.
Es kommt somit zu einem schlagartigen Entlüften der Entlüftungskammer 5, wodurch Flüssigkeit
F aus der Heberleitung 1 mit hoher Geschwindigkeit in die Entlüftungskammer 5 nachströmt,
was zu unerwünschten Sprudelerscheinungen führt.
[0041] Zur Vermeidung dieses Effektes ist eine Drosseleinrichtung 80 in der Saugleitung
8 im Bereich zwischen dem Anschluß der Pumpenleitung 82 der Pumpe 91 und dem Unterdruckbehälter
90 vorgesehen, die in den Fig. 4a, 4b in zwei Ausführungsformen in näheren Einzelheiten
dargestellt ist. Beiden Drosseleinrichtungen 80 gemäß Fig. 4,b ist es zueigen, daß
sie in der mit Q1 bezeichneten Richtung, ausgehend vom Unterdruckbehälter 90 in Richtung
auf den Saugstutzen 54, den Querschnitt der Saugleitung 8 vollständig freigeben und
in entgegengesetzter, mit Q2 gekennzeichneter Richtung den Querschnitt der Saugleitung
8 auf ein vorbestimmbares Minium verringern.
[0042] Zu diesem Zweck ist die Drosseleinrichtung 80 gemäß Fig. 4a mit einer gemäß Pfeil
R um eine Schwenkachse 802 verschwenkbaren Klappe 801 ausgebildet. In Pfeilrichtung
Q1, d.h. ausgehend von dem Unterdruckbehälter 90 in Richtung auf den Saugstutzen 54,
ist die Klappe in eine strichliert dargestellte Stellung gemäß Pfeilen R verschwenkbar,
in der sie den vollen Querschnitt der Saugleitung 8 freigibt. Das vorangehend bereits
beschriebene Evakuieren des Unterdruckbehälters 90 mittels der Pumpe 91 wird somit
ungehindert ermöglicht. In entgegengesetzter Richtung, die mit Pfeil Q2 gekennzeichnet
ist, die einer Entlüftung der Entlüftungskammer 5 über die Saugleitung 8 in den Unterdruckbehälter
entspricht, schlägt jedoch die Klappe 801 in ihre mit ausgezogenen Linien dargestellte
Position, in der sie den Querschnitt der Saugleitung 8 versperrt. Innerhalb der Klappe
801 ist eine Durchgangsbohrung 803 ausgebildet, die einen Restquerschnitt für die
Saugleitung darstellt und somit einen geringeren Volumenstrom in Richtung auf den
Unterdruckbehälter 90 offenhält, so daß die Strömungsgeschwindigkeit des aus der Entlüftungskammer
5 abgesogenen Gases in den Unterdruckbehälter 90 begrenzbar ist. Zu diesem Zweck kann
die Durchgangsbohrung 803 nach Art einer Düse in ihrem Querschnitt verstellbar sein,
so daß entsprechende Einstellmöglichkeiten und Anpassungsmöglichkeiten an die jeweilige
Einsatzumgebung der Entlüftungsvorrichtung gegeben sind.
[0043] Eine andere Ausführungsform der Drosseleinrichtung ist in der Fig. 4b dargestellt.
Hierbei ist ein Einwegeventil 805 in der Saugleitung 8 vorgesehen, welches den Querschnitt
der Saugleitung 8 in Pfeilrichtung Q1, d.h. ausgehend von dem Unterdruckbehälter 90,
zum Saugstutzen 54 vollständig freigibt. Hierdurch wird das Evakuieren des Unterdruckbehälters
90 mittels der Pumpe 91 ungehindert ermöglicht. In entgegengesetzter, mit Q2 bezeichneter
Richtung, d.h. wenn der Unterdruckbehälter 90 Gase über die Saugleitung 8 und den
Saugstutzen 54 aus der Entlüftungskammer 5 absaugt, versperrt jedoch das Einwegeventil
805 den Querschnitt der Saugleitung 8. Der Darstellung gemäß Fig. 4b ist darüber hinaus
zu entnehmen, daß das Einwegeventil 805 von einer Bypassleitung 80b mit einem geringeren
Querschnitt als die Saugleitung 8 überbrückt wird. Von daher ist in mit Q2 gekennzeichneter
Richtung lediglich der geringere Querschnitt der Bypassleitung 80b für die aus der
Entlüftungskammer 5 abgesogenen Gase offengehalten, so daß auch hier eine Begrenzung
des Volumenstromes vorgenommen ist und ein schlagartiges Nachströmen von Flüssigkeit
aus der Heberleitung 1 in die Entlüftungskammer 5 auf diese Weise verhindert wird.
[0044] Um zu verhindern, daß von der Flüssigkeit F in der Heberleitung mitgeführte Feststoffteilchen
14 über das Steigrohr 2 in das Innere der Entlüftungskammer 5 gelangen und dort unter
ungünstigen Umständen zu einer Blockierung des Schwimmerventils 50 führen, ist zwischen
dem Steigrohr 2 und dem Anschlußstutzen 55 der Entlüftungskammer 5 ein Feststoffabweiser
4 angeordnet. Dieser Feststoffabweiser 4 weist im dargesellten Ausführungsbeispiel
einen einseitig schwenkbar gelagerten Rückhalterechen 40 auf, an dessen Unterseite
ein Auftriebskörper 41 befestigt ist oder in diesen integriert ist.Anstelle des Auftriebskörpers
kann eine Feder vorgesehen sein, die den Rückhalterechen in seiner oberen, Feststoffe
sperrenden Position halt und bei einem Rückstrom von diesem in Strömungsrichtung geöffnet
wird. Dieser Auftriebskörper 41 oder die Feder bewirkt bei einem Einströmen von Flüssigkeit
F und auch darin mitgeführten Feststoffteilchen 15 aus der Heberleitung 1 in die Entlüftungskammer
5 in Pfeilrichtung P1 ein Verschwenken des Rückhalterechens 40 in seine Rückhalteposition
im Strömungsweg der Flüssigkeit F, in dem er beim Einströmen der Flüssigkeit F in
dieser aufschwimmt bzw. durch die Federkraft gehalten wird und die Schwenkbewegung
des Rückhalterechens 40 in Pfeilrichtung P2 bewirkt. Der auf diese Weise vor den Anschlußstutzen
55 der Entlüftungskammer 5 bewegte Rückhalterechen 40 verschließt somit bei aufsteigendem
Stand an Flüssigkeit F den Durchgang zur Entlüftungskammer 5 bis auf rechenartig kleine
Durchlässe, so daß keine Feststoffe in die Entlüftungskammer 5 eindringen können.
[0045] Zur Selbstreinigung der Entlüftungsvorrichtung ist der Saugstutzen 54 der Entlüftungskammer
5 mit zwei wechselseitig verschließbaren Ventilen 6, 7 versehen. An dem ersten vom
Ventil 7 verschließbaren Weg ist dabei die zur Pumpe 91 führende Saugleitung 8 angeschlossen,
während über den zweiten vom Ventil 6 verschließbaren Weg Luft in das Innere der Entlüftungskammer
5 eingeleitet werden kann, um eine Rückspülung zu bewirken. Bei einem derartigen Reinigungsvorgang
wird in einem ersten Schritt das Ventil 7 geschlossen und das Ventil 6 geöffnet, so
daß die infolge des Unterdrucks im Inneren der Entlüftungskammer 5 über das Ventil
6 und den Saugstutzen 54 einströmende Luft eine Rückspülung der Entlüftungskammer
5 in die Heberleitung 1 bewirkt. Dabei öffnet sich auch der schwenkbare Rückhalterechen
40 des Feststoffabweisers 4 entgegen Pfeilrichtung P2, so daß gegebenenfalls zwischen
Rückhalterechen 40 und Anschlußstutzen 55 eingeklemmte Feststoffteilchen ebenfalls
in die Heberleitung 1 herausgespült werden.
[0046] In Abwandlung der eben beschriebenen Anordnung ist in der Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel
einer Entlüftungsvorrichtung dargestellt.
[0047] Bei dieser Entlüftungsvorrichtung weist die Entlüftungskammer 5 zum einen den bereits
beschriebenen Saugstutzen 54 zum Absaugen der Gase G aus der Entlüftungskammer 5 auf,
jedoch ist zusätzlich zu diesem Saugstutzen 54 auch ein separat in die Entlüftungskammer
5 führender Belüftungsstutzen 54a vorgesehen.
[0048] An den Saugstutzen 54 ist dabei nur die Pumpe 91 mit Unterdruckbehälter 90 über die
mittels Ventil 7 verschließbare Saugleitung 8 angeschlossen, während über den Belüftungsstutzen
54a nach dem öffnen -mechanisch und/oder elektrisch- eines Ventils 6 über die Leitung
60 Luft zwecks Rückspülung der Entlüftungskammer, wie beim ersten Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 1a in diese einleitbar ist.
[0049] Der Belüftungsstutzen 54a kann jedoch mit einem größeren Querschnitt als der Saugstutzen
54 ausgeführt werden und ermöglicht somit auch bei größeren Entlüftungskammern 5 ein
rasches vollständiges Belüften derselben, was entsprechend hohe Strömungsgeschwindigkeiten
und damit gute Reinigungswirkung der beim Belüften der Entlüftungskammer 5 in die
Heberleitung 1 ablaufenden Flüssigkeit mit sich bringt.
[0050] Darüber hinaus eröffnet der separate Belüftungsstutzen 54a der Entlüftungskammer
5 die Möglichkeit, in Umkehrung der beim Belüften vorherrschenden Luftströmung, bei
Inbetriebnahme und Entlüftung einer zum Beispiel vollständig mit Luft gefüllten Heberleitung
1 an die aus dem Belüftungsstutzen 54a führende Leitung 60 eine leistungsfähige Vakuumpumpe
anzuschließen, die eine Entlüftung der Heberleitung 1 in erheblich kürzerer Zeit als
die Pumpe 91 ermöglicht. Mit einer derartigen an den Belüftungsstutzen 54a angeschlossenen
Vakuumpumpe kann darüber hinaus auch der Betrieb der Entlüftungsvorrichtung bei einem
Ausfall der Pumpe 91, etwa durch Ausfall der Energieversorgung oder Defekt, aufrechterhalten
werden.
[0051] Unterhalb des Feststoffabweisers 4 bzw. unterhalb der Entlüftungskammer 5 ist ein
Absperrschieber 3 im Steigrohr 2 angeordnet, mit dessen Hilfe die Entlüftungsvorrichtung
von der Heberleitung 1 hydraulisch getrennt werden kann. Somit kann der Betrieb der
Heberleitung 1 auch bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten an der Entlüftungsvorrichtung
unbeeinflußt fortgesetzt werden.
[0052] Zur Ableitung von gegebenenfalls in der Pumpe 91 oder dem Unterdruckbehälter 90 anfallenden
Kondensat ist weiterhin eine zur Entlüftungskammer 5 führende Kondensatleitung 13
vorgesehen, die bedarfsweise nach dem Öffnen eines Ventils 13a ein Entleeren des angefallenen
Kondensats zum Beispiel in die Entlüftungskammer 5 oder den Feststoffabweiser 4 ermöglicht.
[0053] Um einen dauerhaft störungsfreien Betrieb der Entlüftungsvorrichtung sicherzustellen,
sind überdies Signalgeber, wie Elektroden 11, 12, zur Erfassung nicht betriebsgemäßer
Füllstände im Inneren der Entlüftungskammer 5 vorgesehen, die bei einem Defekt der
Entlüftungskammer 5 bzw. des Schwimmerventiles 50 oder bei Versagen der Pumpe 91 (zum
Beispiel bei Stromausfall) einen Alarm in der Steuereinrichtung 10 der Vorrichtung
auslösen, der beispielsweise optisch, akustisch oder fernmeldetechnisch angezeigt
werden kann.
[0054] In der Fig. 6a ist eine weitere Ausführungsform der Entlüftungsvorrichtung für eine
Heberleitung 1 schematisiert dargestellt. Hierbei ist die Entlüftungskammer 5 seitlich
versetzt zur Heberleitung 1 angeordnet. Analog zu den vorangehend erläuterten Ausführungsbeispielen
ist das Steigrohr 2 so angeordnet, daß es unterhalb des Schwimmerventils 50 in die
Entlüftungskammer 5 einmündet. Oberhalb des Flüssigkeitsstandes F1 in der Entlüftungskammer
5 ist darüber hinaus ein zusätzliches Gassteigrohr 200 angeordnet, welches in oder
nahe dem Scheitelpunkt der Heberleitung 1 mit seinem Mündungsbereich 200a in diese
einmündend angeordnet ist. Der Mündungsbereich 2a des Steigrohres 2 ist möglichst
tiefliegend mit der Heberleitung 1 verbunden, so daß die Heberleitung 1 im Betriebszustand
ständig und bei beginnender Befüllung der Heberleitung 1 schon bei einem geringen
Füllungsgrad mit Flüssigkeit überflutet ist. Es können dann keine Feststoffe mehr
in die Entlüftungskammer 5 aufschwimmen und es findet kaum Flüssigkeitsausstausch
zwischen der Entlüftungskammer 5 und der Heberleitung 1 statt, wodurch die Verschmutzung
der Entlüftungskammer 5 wesentlich reduziert wird. Nach dem Prinzip der kommunizierenden
Röhren stellt sich bei dieser Anordnung zwischen der Entlüftungskammer 5 und der Heberleitung
1 ein gleich hohes Niveau F1 an Flüssigkeit F ein, die eine entsprechende Betätigung
des Schwimmerventils 50 innerhalb der Entlüftungskammer 5 in der bereits beschriebenen
Weise zur Freigabe bzw. zum Verschluß des Saugstutzens 54 für die hier nicht dargestellte,
aber analog zu den vorangehend dargestellten Ausführungsbeispielen realisierbare Unterdruckquelle
mit entsprechendem Verlauf einer Saugleitung ermöglicht. Die aus der Heberleitung
1 zu entfernenden Gase gelangen über das Gassteigrohr 200 in die Entlüftungskammer
5, wobei sie oberhalb des Flüssigkeitsspiegels F1 in die Entlüftungskammer 5 eintreten.
Auf diese Weise ist es möglich, die abzuführenden Gase schon vor Eintritt in die Entlüftungskammer
von der Flüssigkeit zu trennen, so daß die Flüssigkeit über das Steigrohr 2 und die
Gase über das Gassteigrohr 200 in die Entlüftungskammer 5 gelangen, wodurch Sprudel-
und Schleudereffekte innerhalb der Entlüftungskammer unterbunden werden.
[0055] Die über das Gassteigrohr 200 eintretenden Gase bewirken ein Abfallen des Flüssigkeitsspiegels
in der Entlüftungskammer 5 und aktivieren damit über das Schwimmerventil die Öffnung
des Saugstutzens 54 zur Abführung der Gase aus der Entlüftungskammer in bereits beschriebener
Weise. Somit bleibt die Entlüftungskammer nicht nur frei von Verwirbelungen und schädlichem
Schmutzeintrag, es unterbleiben auch Schläge auf das Schwimmerventil infolge aufsteigender
Luft im Steigrohr 2.
[0056] Zur Umrüstung von vorhandenen Anlagen mit nur einem im oberen Teil der zu entlüftenden
Heberleitung 1 angeordneten Steigrohr 2, oder wenn durch Einbauverhältnisse eine seitliche
Anordnung der Entlüftungskammer 5 in bezug auf die Heberleitung 1 nicht realisiert
werden kann, wird eine Ausführung gemäß Fig. 6b vorgeschlagen. Das Steigrohr 2 mündet
in die Entlüftungskammer 5 unterhalb des Schwimmerventils 50, bevorzugt im Bodenbereich
der Entlüftungskammer ein. Des weiteren ist von dem Steigrohr 2 in vertikaler Verlängerung
der Mündung 2a des Steigrohres 2 das Gassteigrohr 200 mit Gassammelraum 21 abgezweigt.
Das Gassteigrohr 200 führt in den oberhalb des Flüssigkeitsspiegels F1 gelegenen Bereich
der Entlüftungskammer 5. Im in der Fig. 6b dargestellten Betriebszustand der Entlüftungsvorrichtung
steigen Flüssigkeit F und gegebenenfalls darin enthaltene Gase über das Steigrohr
2 entsprechend des Unterdrucks in der Entlüftungskammer 5 auf ein entsprechendes Niveau
auf. Hierbei wird der Zufluß 22 vollständig von Flüssigkeit überflutet und die Flüssigkeit
tritt in den unteren Bereich der Entlüftungskammer 5 über den Zufluß 22 ein, so daß
das Schwimmerventil 50 auf der Flüssigkeit aufschwimmt und eine niveauabhängige Freigabe
bzw. Verschluß des Saugstutzens 54 in bereits beschriebener Weise bewirkt. Die in
der Flüssigkeit enthaltenen Gase steigen in dem aus dem Steigrohr 2 abgezweigten Gassteigrohr
in dessen Gassammelraum 21 auf und werden über das Gassteigrohr 200 dem oberen Bereich
der Entlüftungskammer 5 zugeführt, von der aus sie in bereits beschriebener Weise
über den Saugstutzen 54 abgesaugt werden. Auch hierbei wird die Entlüftungskammer
5 nur gering mit Feststoffen und anderen Verunreinigungen aus der Heberleitung 1 beaufschlagt.
[0057] Beiden vorangehend erläuterten Anordnung gemäß Fig. 6a,b ist darüber hinaus zu eigen,
daß über eine Veränderung der Position des Schwimmerventils 50 innerhalb der Entlüftungskammer
5 ein mehr oder weniger großer Totraum T im Scheitelbereich der Heberleitung 1 geschaffen
werden kann, wenn dies für den Betrieb der Heberleitung 1 erforderlich ist. Zu diesem
Zweck kann das Schwimmerventil 50 höhenverstellbar gehaltert sein. Darüber hinaus
ist es möglich, wie in Fig. 6a schematisch angedeutet, auch im Gassteigrohr 200 einen
Rückhalterechen 201 oder ein Sieb vorzusehen, um unerwünschten Zutritt von Feststoffen
durch das Gassteigrohr 200 bei ungünstigen Betriebsbedingungen in das Innere der Entlüftungskammer
5 zu verhindern.
[0058] Durch ihre Einfachheit und Robustheit ist die vorangehend beschriebene Entlüftungsvorrichtung
für die Heberleitung z.B. auch als transportable Kompakt-Heberleitungsanlage geeignet,
die in den Fig. 5a und 5b dargestellt ist. Wie diesen Fig. 5a, 5b entnehmbar, stellt
diese Vorrichtung selbst ein Teilstück der Heberleitung 1 dar, indem an einem Ende
des Steigrohres 2 ein Rohrstutzen 100 dauerhaft befestigt ist, der in die Heberleitung
1 eingesetzt wird. Zu diesem Zweck sind an beiden Enden des Rohrstutzens 100 universelle
Anschlußmittel 110 für Flanschenrohre, Schnellkupplungsrohre und Unterdruckschläuche
vorgesehen bzw. über nicht dargestellte T-Stücke mit der Heberleitung 1 verbunden.
Durch eine entsprechende konstruktive Abdeckung A können die unmittelbaren Anschlüsse
der Entlüftungsvorrichtung abgedeckt und somit die Vorrichtung gegen Diebstahl geschützt
werden.
[0059] Zur Inbetriebnahme dieser kompakten Entlüftungsvorrichtung wird diese in eine Heberleitung
1 eingebaut, indem sie über Flanschen, Schnellkupplungsrohre oder Spiralschläuche
mit den Ober- und Unterwasserbereichen der zu führenden Flüssigkeit verbunden wird.
Dabei wird die Entlüftungsvorrichtung auf dem höchsten Punkt der zu überbrückenden
Strecke aufgestellt, und nach Anschluß an eine geeignete Energiequelle eingeschaltet.
[0060] Durch den von der Pumpe 91 im Inneren der Entlüftungskammer 5 erzeugten Unterdruck
entlüftet sich nun die mit den Rohren bzw. Schläuchen und der Entlüftungsvorrichtung
geschaffene Heberleitung 1 bei ober- und unterseitigem Vorhandensein von Flüssigkeit
selbsttätig und gewährleistet eine kontinuierliche, zuverlässige und energiesparende
Förderung.
[0061] Hierdurch ist es möglich, das energiesparende Heberprinzip auch da einzusetzen, wo
die Erstellung einer üblicherweise stationären Heberleitungsanlage auf Grund der relativ
geringen zu fördernden Wassermenge, der Notwendigkeit ständiger Verlagerung der Wasserhaltungsstrecken
oder der Kürze der Einsatzdauer beispielsweise während der Sanierung eines Abwasserkanalabschnittes
zu unwirtschaftlich wäre.
[0062] Die Entlüftungsvorrichtung kann innerhalb der Heberleitung, d.h. als Teilstück derselben,
angeordnet sein.
[0063] Es ist auch möglich, den Anschluß der Entlüftungsvorrichtung zum Beispiel mittels
T-Stücken außerhalb der eigentlichen Heberleitung, d.h. seitlich an diese angeflanscht,
vorzusehen.
[0064] Des weiteren kann die Entlüftungsvorrichtung innerhalb, d.h. als Teilstück einer
Verbindungsleitung zwischen zwei oder mehr parallelen Heberleitungen angeordnet werden.
[0065] In jeder dieser Anordnungen - weitere sind ebenfalls denkbar - wird somit durch die
vorstehend beschriebene Erfindung eine dauerhafte und zuverlässige Förderung verschmutzter
und auch mit Feststoffen belasteter Flüssigkeiten nach dem Heberprinzip und dem Prinzip
der kommunizierenden Röhren wartungs- und energiearm ermöglicht, die auch von gelegentlichen
Stromausfällen, wie sie zum Beispiel bei Unwetter und auf Baustellen vorkommen können,
nicht beeinträchtigt wird.
[0066] Zusammenfassend schafft die Erfindung demnach eine Entlüftungsvorrichtung für eine
in oberwasserunterwasserseitige Flüssigkeitsübernahme- und Übergaberäume mündende
Heberleitung 1 zur ununterbrochenen fremdenergiefreien Förderung von verunreinigten
Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Abwasser, Oberflächenwasser, die im Hochpunkt der
Heberleitung 1 über ein Steigrohr mit dieser verbunden wird, wobei die Austrittsöffnung
der Entlüftungskammer 5 mittels einer Unterdruckquelle 9 ständig mit einem geringeren
Druck als dem in der Heberleitung 1 vorherrschenden absoluten Druck beaufschlagt und
somit die Heberleitung 1 durch einen voreingestellten Unterdruck der Unterdruckquelle
9 ständig selbsttätig entlüftet wird.
[0067] Die Luftentnahme der Entlüftungsvorrichtung erfolgt bevorzugt seitlich versetzt zum
Scheitelpunkt S der Heberleitung 1. Ein der Entlüftungskammer 5 vorgeschalteter Feststoffabweiser
4 verschließt den Durchlaß zur Entlüftungskammer 5 bis auf rechenartige kleinere Öffnungen
gegen das Eindringen von Grobstoffen. Eine intervallgesteuerte Selbstreinigung erfolgt
durch Luftspülung, bei der der Inhalt der Entlüftungskammer 5 über den sich dabei
öffnenden Feststoffabweiser 4 schnell in die Heberleitung 1 gedrückt wird.
[0068] Die Erfindung ermöglicht insbesondere die Schaffung einer transportablen Kompaktheberanlage,
die auf dem höchsten Punkt der zu überbrückenden Strecke aufgestellt wird, wobei die
Entlüftungsvorrichtung selbst ein Teilstück der Heberleitung darstellen kann und universelle
Anschlußmöglichkeiten für Flanschenrohre, Schnellkupplungsrohre und Unterdruckschläuche
besitzt, somit schnell an veränderten Orten aufgestellt und durch einen automatischen
Entlüftungsvorgang selbsttätig die Förderung nach dem Heberprinzip aufnehmen kann.
1. Vorrichtung zum Entlüften einer eine Flüssigkeit führenden Heberleitung (1) mittels
einer Entlüftungskammer (5), wobei die Entlüftungskammer (5) in ihrem unteren Bereich
über ein Steigrohr (2) mit der Heberleitung (1) verbunden ist und in ihrem oberen
Bereich einen Saugstutzen (54) aufweist und an den Saugstutzen eine Unterdruckquelle
(9) zur Erzeugung eines Unterdrucks in der Entlüftungskammer gegenüber dem Druck in
der Heberleitung angeschlossen ist und der Saugstutzen (54) der Entlüftungskammer
(5) mittels eines in der Entlüftungskammer (5) angeordneten Schwimmerventils (50)
in Abhängigkeit von aus der Heberleitung (1) in die Entlüftungskammer (5) eingetretener
Flüssigkeit verschließbar oder öffenbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Steigrohr (2) seitlich versetzt zum Scheitelpunkt der Heberleitung (1) in
diese einmündet.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß ein in die Entlüftungskammer oberhalb des Flüssigkeitsstandes (F1) einmündendes
und mit der Heberleitung (1) in Verbindung stehendes Gassteigrohr (200) vorgesehen
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gassteigrohr (200) im oder nahe dem Scheitelpunkt der Heberleitung (1) mit
dieser verbunden ist und das Steigrohr (2) unterhalb des Gassteigrohres (200) mit
der Heberleitung (1) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gassteigrohr (200) von dem Steigrohr (2) abgezweigt ist und einen Gassammelraum
(21) bildet, der in den oberen Bereich der Entlüftungskammer (5) geführt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lage des Schwimmerventils (50) innerhalb der Entlüftungskammer (5) einstellbar
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Heberleitung (1) und der Entlüftungskammer (5) in dem Steigrohr
(2) und/oder Gassteigrohr (200) ein Feststoffabweiser (4) vorgesehen ist, der in der
in der Steigleitung aufsteigenden Flüssigkeit enthaltene Feststoffteilchen von einem
Eintritt in die Entlüftungskammer (5) zurückhält.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Saugstutzen (54) mit einem Zweiwegeventil oder mit zwei wechselweise Leitungswege
verschließenden Ventilen (6,7) ausgebildet ist, wobei über den einen Leitungsweg die
Unterdruckquelle (9) für die Entlüftungskammer (5) angeschlossen ist und über den
anderen Leitungsweg die Entlüftungskammer (5) zwecks Rückspülung belüftbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftungskammer (5) mit einem Belüftungsstutzen (54a) ausgerüstet ist,
der mit einem manuell und/oder elektrisch betätigbaren Ventil (6) verschließbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Steigrohr (2) und/oder das Gassteigrohr (200) mittels eines Absperrschiebers
(3) verschließbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Unterdruckquelle (9) von einer Pumpe (91) bzw. einer Pumpe (91) mit einem
Unterdruckbehälter (90) gebildet ist, wobei der Unterdruckbehälter (90) über eine
Saugleitung (8) mit dem Saugstutzen (54) der Entlüftungskammer (5) verbunden ist und
die Pumpe (91) an die Saugleitung (8) angeschlossen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Saugleitung (8) im Bereich zwischen dem Unterdruckbehälter (90) und dem
Anschluß (Z) der Pumpe (91) eine Drosseleinrichtung (80) vorgesehen ist, mittels derer
der Querschnitt der Saugleitung (8) in Richtung auf den Saugstutzen (54) der Entlüftungskammer
(5) vollständig freigebbar ist und in entgegengesetzter Richtung auf einen vorbestimmbaren
Restquerschnitt verringerbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drosseleinrichtung (80) von einem in die Saugleitung (8) eingesetzten und
diese in Richtung des Saugstutzens (54) freigebenden und in entgegengesetzter Richtung
verschließenden Einwegeventil (805) und einer das Einwegeventil (805) überbrückenden
Bypassleitung (80b) für die Saugleitung (8) mit einem geringeren Querschnitt als die
Saugleitung (8) gebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drosseleinrichtung (80) von einer in der Saugleitung (8) angeordneten schwenkbaren
Klappe (801) gebildet ist, die in Richtung des Saugstutzens (54) in eine dem Querschnitt
der Saugleitung (8) vollständig freigebende Position und in entgegengesetzter Richtung
in eine den Querschnitt der Saugleitung verschließende Position verschwenkbar ist
und die Klappe (801) oder das Gehäuse der Drosseleinrichtung (80) mindestens eine
Durchgangsbohrung (803) oder periphere Ausnehmung am Gehäusesitz oder an der Klappe
(801) zur Schaffung eines Restquerschnittes für die Saugleitung (8) aufweist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Durchgangsbohrung (803) der Klappe (801) in ihrem Querschnitt
veränderbar ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß eine den Unterdruckbehälter (90) der Unterdruckquelle (9) mit der Entlüftungskammer
(5) verbindende Kondensatleitung (13) vorgesehen ist, mittels deren in der Unterdruckquelle
(9) anfallendes Kondensat in die Entlüftungskammer (5) ableitbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß das Steigrohr (2) und/oder das Gassteigrohr (200) an seinem unteren Ende mit
einem Rohrstutzen (100) verbunden ist, der einen Teilabschnitt der Heberleitung (1)
bildet und an den beiden Enden Anschlußmittel (110) zum Anschluß von Rohren und/oder
Schläuchen aufweist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftungskammer (5) und die Unterdruckquelle (9) an dem Rohrstutzen (100)
befestigt sind.