[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gebäudehülle mit einer Unterkonstruktion,
mit daran angeordneten Blechprofilen, mit in einem wählbaren Abstand zur Unterkonstruktion
und in Abstand zueinander angeordneten Befestigungsstegen für eine Bekleidung, mit
einer einen Raum hinter den Befestigungsstegen ausfüllenden und einer die Befestigungsstege
überdeckenden Wärmedämmung, und mit einer durch die überdeckende Wärmedämmung hindurch
mit Befestigungsmitteln an den Befestigungsstegen befestigte Bekleidung. Die Erfindung
betrifft ebenfalls einen Baukasten, wenigstens bestehend aus einem Blechprofil mit
einem Befestigungssteg und einer auf das Blechprofil abgestimmten Dämmplatte.
[0002] Gebäudehüllen oben erwähnter Gattung können als Unterkonstruktion geschlossene Mauern
oder Wände oder aber in Abstand zueinander angeordnete Tragelemente, z.B. Stahlstützen,
aufweisen. Je nachdem werden darauf Z-Profile oder Blechkassetten montiert, welche
Befestigungsstege für eine Bekleidung aufweisen. Oft werden auch verschiedene solche
Gebäudehüllen nebeneinander am gleichen Bau angewandt, wobei zweckmässigerweise Unterkonstruktion
und Blechprofil unterschiedlich, die Dämmung und die Bekleidung jedoch gleichgestaltet
sind.
[0003] Kassettenwande oben erwähnter Gattung beispielsweise werden bisher folgendermassen
gedämmt: In die Tiefe der Metallkassette werden weiche Mineralfaser-Dämmplatten eingefüllt.
Diese klemmen hinter den Befestigungsstegen. Darauf werden mit speziellen Befestigungselementen
druckfeste Mineralfaser-Dämmplatten montiert. Diese Befestigungselemente werden durch
die äussere Dämmschicht hindurch in die innere Dämmschicht gedreht und halten diese
zwei Schichten zusammen. Darüber wird die Bekleidung montiert und mit Befestigungsmitteln
mit den Befestigungsstegen verschraubt oder vernietet. Bei Verwendung von Z-Profilen
auf einer geschlossenen Wand werden entsprechend die Dämmplatten zwischen die Z-Profile
eingefüllt und meist zwischendrin an der Wand befestigt. Danach werden die druckfesten
Dämmplatten ebenfalls über die Befestigungsstege hinweg verlegt und an den darunter
angeordneten Dämmplatten befestigt.
[0004] Nachteilig an einer solchen Gebäudehülle ist, dass die äusseren, druckfesten Dämmplatten
in einem separaten Arbeitsgang mit speziellen Befestigungselementen angebracht werden
müssen und zudem z.B. beim Anbringen der Bekleidung oder durch Wind gerne vom Untergrund
wieder abgelöst werden. Der Untergrund muss zudem aus dichteren Platten als für die
Wärmedämmung notwendig bestehen, damit die Befestigungselemente darin einigermassen
Halt finden. Dazu kommt, dass die Fugen zwischen den äusseren, meist dünnen Dämmplatten
bei Einsatz von nicht qualifiziertem Personal gerne mit einer ungenügenden Genauigkeit
gestossen werden.
[0005] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung eine Gebäudehülle dieser Gattung zu schaffen,
bei welcher weder verschiedene Dämmschichten miteinander verbunden werden müssen,
noch sich die äusserste Dämmschicht durch Belastungen aus Wetter oder Bauarbeitenvom
Untergrund lösen kann, und die Stossfugen zwischen den Dämmplatten auch bei Einsatz
von nicht ausgebildeten Arbeitern sauber gestossen sind.
[0006] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die Wärmedämmung durch eine einzige
Dämmschicht gebildet ist, welche sowohl den Raum hinter den Befestigungsstegen ausfüllt
als auch die Befestigungsstege überdeckt. Dem entsprechend besteht die Wärmedämmung
nicht aus zwei Schichten von Dämmplatten, wodurch weder zwei Schichten miteinander
verbunden werden müssen noch sich eine Schicht von der andern lösen kann. Der Befestigungssteg
wird zweckmässigerweise durch eine Flanke eines Z-Profiles oder durch eine Abkantung
an einer Kassette gebildet. Das Einbringen der Wärmedämmplatten in die Kassette oder
zwischen die Z-Profile gestaltet sich sehr einfach, da die Kassetten bzw. die Z-Profile
die Lage der Dämmplatten bestimmen. Obwohl grundsätzlich jede Art von Dämmstoff, z.B.
Schaumkunststoff, Holzfaserplatten, Kokosmatten oder Wollematten etc. für eine erfindungsgemässe
Dämmschicht verwendet werden kann, wird eine Mineralfaserdämmung, insbesondere eine
Steinwolldämmplatte vorgezogen. Diese weist vorzügliche Verarbeitungs-, Dämm-, Rezyklier-,
Brandschutz- und Lärmschutzeigenschaften auf, ist in geeignetem Ausmass pressbar und
kann bei niedrigem Raumgewicht verhältnismässig hohe Drücke aufnehmen. Sie ist insbesondere
mit einer Zweischichtcharakteristik herstellbar.
[0007] Die Fingen zwischen zwei benachbarten Dämmplatten in der gleichen Kassette bzw. zwischen
den gleichen Z-Profilen können bei der Montage durch Zusammenstossen der Platten sauber
gestossen werden. Die Dichtigkeit des Fugenstosses zwischen zwei benachbarten Dämmplatten
in verschiedenen Kassette bzw. beidseitig eines Z-Profils jedoch ist abhängig von
der Montagegenauigkeit der Blechprofile. Damit die Fingen zwischen benachbarten Dämmplatten
in zwei verschiedenen Kassetten mit einem durch eine Abkantung in der Kassette gebildeten
Befestigungssteg dicht sind, weist die Abkantung vorteilhaft eine Ausformung auf,
welche nach präziser Montage benachbarter Kassetten in Eingriff mit der benachbarten
Kassette ist. Um die Kassetten richtig an der Unterkonstruktion montieren zu können,
ist diese Ausformung in Eingriff mit der benachbarten Kassette zu bringen. Dadurch
werden die Kassetten durchwegs präzise gefügt und die Abstände zwischen den Befestigungsstegen
ist mit Sicherheit konstant. Daher können bei Verwendung solcher Kassetten die Stossfugen
von auf die Kassetten abgestimmten Dämmplatten nicht undicht gestossen werden. Wenn
der Befestigungssteg durch eine Abkantung einer ersten Kassette und eine mit dieser
Abkantung zusammenwirkenden Abkantung einer zweiten benachbarten Kassette gebildet
ist, weisen vorteilhaft beide Abkantungen je eine nach innen gerichtete Sicke auf,
wobei die Sicke in der einen Abkantung in Eingriff mit der Sicke in der anderen Abkantung
ist. Dank dieser Sicken ist die Präzision beim Fügen der Kassetten leicht überprüfbar.
Vorteilhaft werden die Befestigungsmittel in der Sicke festgemacht, welche den Befestigungssteg
versteift. Da die Sicken nach innen gerichtet sind, wird ein Bohrer oder eine Schraube
durch den Rand der Sicke in die Sicke geleitet, was ein senkrechtes Bohren oder Schrauben
erleichtert und ein Abrutschen weitgehend verhindert.
[0008] Zum Beispiel durch Ausschneiden von entsprechenden Profilen aus einer überbreiten
Platte kann eine die Dämmschicht bildende Dämmplatte derart ausgeformt werden, dass
auf einer Seite der Platte ein den Befestigungssteg überdeckender Plattenteil und
auf der anderen Seite ein den Raum hinter dem Befestigungssteg ausfüllender Plattenteil
vorsteht. Vorgezogen wird jedoch eine Dämmplatte, welche einen Einschnitt aufweist,
um den Befestigungssteg aufzunehmen. Dadurch sind die Aussenränder bündig und somit
weniger verletzlich. Ausserdem ist die Herstellung einer solchen Platte sehr einfach.
[0009] Bei einer Gebäudehülle mit einer auf der Wärmedämmschicht aufliegenden Bekleidung
oder Bekleidungshalterung weist die Dämmschicht auf ihrer Aussenseite vorteilhaft
eine Druckverteilschicht auf. Diese gewährleistet, dass die über die Befestigungsmittel
lokal ausgeübte Kraft sich in der Dämmung verteilt und so im weichen Teil der Dämmung
kleinere lokale Kräfte auftreten, welche von der Dämmung aufgenommen werden können.
[0010] Vorteilhaft ist die Dämmschicht im Bereich der Befestigungsmittel zwischen Bekleidung
oder Bekleidungshalterung und Befestigungssteg druckfest, um den Hauptteil der auftretenden
Kräfte an den Befestigungssteg abzugeben. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht
werden, dass eine druckfeste Teilschicht im Bereich der Befestigungsmittel in eine
Ausnehmung in der Dämmplatte eingebracht wird oder dass ein druckfester Streifen mit
einem Einschnitt für den Befestigungssteg seitlich mit einer weichen Dämmplatte verbunden
wird. Bevorzugt weist jedoch die Dämmplatte eine weiche innere und eine druckfeste
äussere Schicht auf, wobei die druckfeste äussere Schicht so dick ist, dass sie den
Raum zwischen der Innenseite der Bekleidung oder Bekleidungshalterung und dem Befestigungssteg
ausfüllt. Eine solche Platte kann auf einer entsprechenden Maschine in einem Arbeitsgang
aus Steinwolle hergestellt werden, so dass die druckfeste äussere Teilschicht und
die weiche innere Teilschicht miteinander verfilzt sind. Diese Verfilzung widersteht
auch starken Angriffen durch Wind und Regen, ohne dass Teile der Platte sich lösen
würden.
[0011] Vorteilhaft weist die Dämmschicht lediglich in den Bereichen um die Befestigungsmittel
eine druckfeste Schicht auf und ist zwischen diesen Bereichen in ihrer ganzen Stärke
weich ausgebildet. Da beispielsweise nur jeder dritte Steg oder jede dritte Flanke
der Befestigung der Bekleidung dient, muss nur bei jeder dritten Kassette eine Dämmplatte
mit druckfester äusserer Teilschicht eingesetzt werden. Daher können beispielsweise
zwei Drittel kostengünstigere weiche Platten verwendet werden.
[0012] Vorteilhaft weisen die Befestigungsmittel für die Bekleidung oder Bekleidungshalterung
einen Schaft auf, welcher in seiner Länge auf die Stärke der die Befestigungsstege
überdeckenden Dämmschicht abgestimmten ist, so dass die überdeckende Dämmschicht in
einem durch die Schaftlänge der Befestigungsmittel bestimmten Ausmass gepresst wird.
Dadurch wird die Dämmschicht gleichmässig und in vorherbestimmbarem Mass gepresst,
d.h. die auf das Befestigungsmittel bzw. das Bekleidungselement und den Befestigungsteg
wirkende Kraft ist bestimmbar.
[0013] Wenn auch Nieten zur Befestigung der Bekleidung Anwendung finden können, so sind
die Befestigungsmittel doch vorteilhaft selbstbohrende Schrauben mit einem die Einschraubtiefe
begrenzenden Abschluss des Gewindes. Selbstbohrende Schrauben haben den Vorteil, dass
nicht vorgebohrt werden muss und der die Einschraubtiefe begrenzende Gewindeabschluss
verunmöglicht ein Überdrehen und dadurch Ausreissen der Schraube bzw. ein Verformen
der Bekleidung.
[0014] Bei dem erfindungsgemässen Baukasten, welcher wenigstens ein Blechprofil mit einem
Befestigungssteg, und eine auf das Blechprofil abgestimmte Dämmplatte aufweist, ist
die Stärke der Dämmplatte grösser als der Abstand zwischen Befestigungssteg und einer
Fläche des Profils zur Auflage auf der Unterkonstruktion, so dass die Dämmplatte nach
der Montage den Befestigungssteg überdeckt. Daher wird der Schichtteil, welcher den
Befestigungssteg überdeckt, im gleichen Arbeitsgang mit dem den Raum hinter dem Befestigungssteg
ausfüllenden Schichtteil eingebracht. Gegenüber dem eingangs erwähnten Stand der Technik
wird dadurch sowohl Arbeitsaufwand gespart wie auch die Präzision der Stossfugen erhöht.
Das präzise Stossen der Fugen wirkt sich vorteilhaft auf den Wärme- und Lärmschutz
und, insbesondere während der Bauphase, auf die Wind- und Regendichtigkeit der Dämmschicht
aus.
[0015] Obwohl die Dämmplatte auch an einer Kante der äusseren Schicht eine Ausnehmung und
an der gegenüberliegenden Kante der äusseren Schicht einen den Abmessungen des Ausschnitts
entsprechenden Vorsprung aufweisen könnte, so dass der Vorsprung über den Befestigungssteg
in die Ausnehmung der benachbarten Dämmplatte greifen würde, wird eine Dämmplatte
vorgezogen, welche einen seitlichen Einschnitt aufweist, um den Befestigungssteg aufzunehmen.
Ein solcher Einschnitt ist sehr einfach herzustellen, die Platte weist die kleineren
Abmessungen auf und die seitlichen Stossflächen und Kanten der Platte sind weniger
verletzlich.
[0016] Vorteilhaft weist auch beim Baukasten die Dämmplatte eine weiche innere Schicht und
eine festere äussere Schicht auf. Dabei kann die festere äussere Schicht eine Druckverteilschicht
mit geringerer Dicke als die Überdeckung der Befestigungsstege sein, die ganze Dicke
der Überdeckung bis zu den Befestigungsstegen ausmachen oder gar noch dicker sein.
[0017] Vorteilhaft weist ein Teil der Dämmplatten eine festere äussere Schicht auf, wobei
die anderen Dämmplatten weich sind. Dadurch kann bei einem Teil der Dämmplatten an
Gewicht gespart werden, was sich preislich niederschlägt.
[0018] Bei Kassetten, welche eine Abkantung zur Bildung eines Befestigungssteges aufweisen,
weist diese Abkantung vorteilhaft eine Ausformung auf, um nach präziser Montage benachbarter
Kassetten in Eingriff mit der benachbarten Kassette zu sein. Falls die Kassette zwei
beim Zusammenbau mehrerer Kassetten mit den Abkantungen der benachbarten Kassette
zusammenwirkende Abkantungen aufweist, weisen diese vorteilhaft je eine Sicke auf,
wobei die Sicke in der einen Abkantung in die Sicke in der anderen Abkantung einer
präzise gefügten benachbarten Kassette passt.
[0019] Ein solcher Bausatz zeichnet sich vorteilhaft auch durch Befestigungsmittel für eine
Bekleidung oder Bekleidungshalterung aus, welche Befestigungsmittel einen in seiner
Länge auf die Stärke des die Befestigungsstege überdeckenden Dämmschichtteils abgestimmten
Schaft aufweisen, so dass beim Anbringen der Befestigungsmittel der überdeckende Dämmschichtteil
in einem durch die Schaftlänge der Befestigungsmittel bestimmten Ausmass gepresst
wird. Diese Befestigungsmittel sind vorteilhaft selbstbohrende Schrauben mit einem
die Einschraubtiefe begrenzenden Abschluss des Schraubengewindes.
[0020] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren
beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemässe Kassettenwand mit herkömmlicher
Kassette und einer Dämmschicht mit einem bis auf die Befestigungsstege reichenden
druckfesten äusseren Schichtteil,
- Fig. 2
- einen Vertikalschnitt durch eine Kassettenwand mit verbesserten Kassetten und einer
Dämmschicht mit Druckverteilschicht und Schrauben mit einem auf die die Befestigungsstege
überdeckende Dämmschichtstärke abgestimmten Schaftlänge,
- Fig. 3
- einen Vertikalschnitt durch eine erfindngsgemässe Gebäudehülle mit Z-Profilen.
[0021] Die Kassettenwand in Figur 1 besteht aus einem Unterbau 11, an welchem die herkömmlichen
Kassetten 13 befestigt sind, dem die Kassetten 13 ausfüllenden Dämmstoff 15 und einer
an den Kassetten 13 befestigten Aussenhaut oder Bekleidung 17. Der Unterbau 11 ist
im ausgeführten Beispiel ein Stahlprofilständer. Es sind auch andere Unterbauten anwendbar,
wie z.B. Holzständer und gemauerte oder gegossene Wände.
[0022] Die Kassetten 13 sind C-förmig, d.h. sie besitzen einen Rücken 19, welcher am Unterbau
11 anliegt, eine untere und eine obere Aufbordung 21, bzw. 23 und daran jeweils parallel
zum Rücken 19 eine Flanke oder eine Abkantung 25, bzw. 27. Der Rücken 19 wird in verschiedenen
Höhen hergestellt, so dass der Abstand zwischen den Aufbordungen 21 und 23 kleiner
oder grösser ist. Je nach Höhe des Rückens 19 ist wie eingezeichnet eine einzige Sicke
29 parallel zu den Aufbordungen 21,23 oder sind zwei oder drei Sicken zur Versteifung
des Bleches vorgesehen. Die herkömmlichen Höhen der Kassetten sind 333, 500 und 600
Millimeter. Auch die Aufbordungen 21 und 23 weisen eine Sicke 31 bzw. 33 auf. Diese
Sicken 31,33 sind nicht nur zur Versteifung des Bleches. Da sie beide nach unten ausgeformt
sind, greifen sie beim Aufeinandersetzen der Kassetten ineinander und stabilisieren
dadurch die beiden benachbarten Kassetten 13 und richten sie aneinander aus.
[0023] Die Aufbordungen 21,23 bestimmen die Tiefe der Kassette 13 und werden je nach gewünschter
Stärke der Wärmedämmung in unterschiedlichen Tiefen hergestellt. Die obere Aufbordung
23 ist um die Blechdicke kürzer als die untere Aufbordung 21, damit die untere 21
jeweils über die obere 23 greifen kann und die Rücken 19 benachbarter Kassetten 13
bündig sind.
[0024] Die Abkantungen 25 und 27 sind beide nach unten gerichtet. Dadurch läuft während
dem Bau anfallendes Regenwasser aus den Kassetten hinaus und bleibt nicht in einer
Rinne liegen. Bei der Montage der Aussenhaut 17 werden die beiden Abkantungen 25,
27 bei den Befestigungspunkten 35 der Aussenhaut 17 miteinander verbunden.
[0025] Die Kassette 13 ist mit einer Dämmplatte 15 aus Steinwolle gefüllt. Die Dämmplatte
15 füllt den Raum zwischen Rücken 19 und innerster Oberfläche 37 der Aussenhaut 17.
Sie überdeckt mit dem äusseren Schichtteil 39 die Befestigungsstege 25,27. Der innere
Schichtteil 41 weist eine der Tiefe der Kassette 13 entsprechende Stärke auf und ist
hinter die Abkantungen 25,27 geklemmt, welche zusammen einen Befestigungssteg bilden.
Die beiden Schichtteile 41 und 39 sind durch einen Einschnitt 43 voneinander getrennt.
Im Einschnitt 43 findet der Befestigungssteg bzw. finden die beiden Abkantungen 25,
27 Platz. Bei der Montage werden die Platten 15 von schräg unten in die Kassette eingeführt
und der innere Schichtteil 41 hinter die Abkantungen 25,27 geschoben. Dabei gelangen
die Abkantungen 25,27 in den Einschnitt 43 und der äussere Schichtteil 39 überdeckt
die Abkantungen 25,27. Die Fugen 45 zwischen den äusseren Schichtteilen 39 verfilzen
und sind dadurch dicht. Da die Mineralfaser-Dämmplatten 15 komprimierbar sind, passt
sich der innere Schichtteil 41 der Kassette 13 sehr gut an und füllt sie aus. Die
notwendigen Massunterschiede der Dämmung im inneren 41 und äusseren Schichtteil 39
aufgrund der Aufbordungen 21,23, welche nur im inneren Bereich vorhanden sind, nimmt
die Platte 15 spielend auf. Die Dämmplatte 15 weist eine Zweischichtcharakteristik
auf. Die Innenschicht 47, welche nicht exakt dem inneren Schichtteil 41 der Dämmschicht
15 entsprechen muss, ist leicht und weich. Die druckfeste Aussenschicht 49 kann dicker
(oder wie in Figur 2 gezeigt dünner) als der äussere Schichtteil 39 der Dämmschicht
15 sein.
[0026] Von Aussen ist die Bekleidung, Dach oder Aussenhaut 17 mit Edelstahl-Schrauben 51
mit Dichtscheibe durch den äusseren Schichtteil 39 hindurch am Befestigungssteg 25,27
festgeschraubt. In anderer Ausführung sind Bekleidungshalterungen in dieser Art befestigt
und die Bekleidung an diesen festgemacht. Die druckfeste Aussenschicht 49 nimmt die
bei der Verschraubung auftretenden Druckkräfte auf und gibt sie an die zwei als Befestigungssteg
zusammenwirkenden Abkantungen 25,27 weiter. Die Aussenhaut 17 besteht aus vertikal
oder diagonal verlegten Blechbahnen. Es ist jedoch auch möglich, die Kassetten 13,
vertikal und die Bekleidung 17 horizontal anzuordnen. Weiter gibt es die Möglichkeit
von Zwischenlattungen zur Hinterlüftung der Bekleidung oder Aussenhaut 17.
[0027] In Figur 2 weisen die Kassetten 13' im Unterschied zu den Kassetten 13 in Figur 1
in den Aufbordungen 21',23' keine Sicken auf. Dies vereinfacht die Produktion. Dagegen
sind in den Abkantungen 25' und 27', welche zusammen den Befestigungssteg bilden,
Sicken 53 und 55 angeordnet. Diese Sicken 53,55 greifen bei richtiger Montage der
Kassetten 13' ineinander. Dadurch wird eine konstante Montagedistanz von Kassette
zu Kassette sichergestellt. Die Sicken 53 und 55 sind nach innen eingesenkt, so dass
die Schraube 51' durch die Sickenränder 56 zentriert wird. Das Gewinde 57 der Schraube
51' formt sich beim Einschrauben ein Gegengewinde in das Blech der Abkantungen 25',27'
und allenfalls in die Sickenränder 56.
[0028] Das Gewinde 57 der Edelstahl-Schraube 51' endet vor einem Schaft 59, welcher einen
Durchmesser aufweist, der nicht grösser als der Durchmessers des Gewindekerns ist.
Es ist auch möglich, dass nur ein an das Gewinde 57 anschliessender Bereich diesen
Durchmesser aufweist und der Schaft 59 selber dicker ist. Dadurch ist die Einschraubtiefe
begrenzt und die Schraube 51' dreht leer, sobald das Gewinde 57 durch das Blech der
Abkantungen 25',27' hindurchgeschraubt ist. Das Gewinde 57 hält am Öffnungsrand hinter
der um den Schaft 59 anschliessenden Öffnung im Blech. Der Schaft 59 weitet die Öffnung
im Blech nicht weiter auf. Eine so eingeschraubte Schraube 51' löst sich durch die
Bewegungen und Erschütterungen der Bekleidung nicht mehr selbsttätig, weil das Aussengewinde
57 der Schraube 51' nicht mehr im durch sie geformten Innengewinde im Blech sitzt.
Unter Zug auf die Schraube 51' ist sie jedoch wieder ausschraubbar. Eine Drehmomentbegrenzung
bei den Schraubern zum Anziehen der Schrauben 51' ist durch eine solche Begrenzung
der Einschraubtiefe nicht mehr notwendig. Die Schrauben 51' sind konstant gleich stark
angezogen und die Dämmung 15' konstant gleich stark gepresst.
[0029] Die Dämmung 15' ihrerseits weist eine druckfeste Schicht 49' auf, welche im Unterschied
zur Dämmung 15 in Figur 1 dünner ist als der die Befestigungsstege (25',27') überdeckende
Dämmschichtteil 39'. Die weiche Innenschicht 47' ist entsprechend dicker als die Tiefe
der Kassetten 13'. Dies ist möglich, da die durch die Zugkraft der Schraube 51' aufgebaute
Druckkraft auf die Wärmedämmung 15' dank der festeren Druckverteilschicht 49' in der
Dämmschicht 15' verteilt wird, so dass die entstehenden Drücke auch von der weicheren
Innenschicht 47' aufgenommen werden können.
[0030] In Figur 3 ist eine Wand im Vertikalschnitt dargestellt, bei welcher die Unterkonstruktion
61 aus Beton besteht. Darauf sind Z-Profile 63 befestigt. Die eine Flanke 65 der Z-Profile
63 ist an der Wand 61 befestigt, die andere Flanke 67 dient als Befestigungssteg 67
für die Bekleidung 17. Für die Befestigung der Bekleidung 17 sind Edelstahl-Schrauben
51' mit Dichtscheiben eingesetzt mit einem die Einschraubtiefe begrenzenden Gewindeabschluss
und einem Schaft 59, dessen Länge auf die Stärke des die Befestigungsstege 67 überdeckenden
Dämmschichtteils abgestimmt ist. Alternativ zu den Beispielen in den Figuren 1 und
2 sind in Figur 3 nicht durchgehend gleiche Dämmplatten verwendet. Da die Z-Profile
63 lediglich in Abständen vorgesehen sind, in denen eine Befestigung der Bekleidung
17 notwendig ist (auf dem Bau gewöhnlich in Abständen zwischen 150 und 200 cm), sind
dazwischen mehrere Platten eingebracht. Im Bereich der Befestigungsstege 67 ist eine
Dämmplatte 69 angeordnet, welche dichter und schwerer ist als die Dämmplatten 71 dazwischen.
Die Dämmplatte 69 weist einen Schlitz 43 zur Aufnahme des Befestigungssteges 67 auf
und ist druckfest ausgebildet, d.h. sie überträgt die Druckkräfte von der Bekleidung
17 auf den Befestigungssteg 67 und damit auf das Z-Profil 63. Die Dämmplatten 71 müssen
daher keinen Druck aufnehmen können und sind deshalb möglichst leicht ausgebildet.
[0031] Damit die Dämmplatten 69,71 in der Bauphase bis zur Montage der Bekleidung 17 an
ihrem Ort bleiben, sind sie mit Kleber 73 an die Wand 61 geklebt.
1. Gebäudehülle mit einer Unterkonstruktion, mit daran angeordneten Blechprofilen, welche
in einem wählbaren Abstand zur Unterkonstruktion und in Abstand zueinander angeordnete
Befestigungsstegen für eine Bekleidung aufweisen, mit einer einen Raum hinter den
Befestigungsstegen ausfüllenden und einer die Befestigungsstege überdeckenden Wärmedämmung,
und mit einer durch die überdeckende Wärmedämmung hindurch mit Befestigungsmitteln
an den Befestigungsstegen befestigte Bekleidung, dadurch gekennzeichnet, dass die
Wärmedämmung durch eine einzige Dämmschicht (15;15';69,71) gebildet ist, welche sowohl
den Raum hinter den Befestigungsstegen (25,27;25'27';67) ausfüllt als auch die Befestigungsstege
(25,27;25'27';67) überdeckt.
2. Gebäudehülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungssteg durch
eine Flanke (67) eines Z-Profiles (63) gebildet ist.
3. Gebäudehülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungssteg durch
eine Abkantung (25,27;25'27') einer Blechkassette (13,13') gebildet ist.
4. Gebäudehülle nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkantung (25',27')
eine Ausformung (53,55) aufweist, welche nach präziser Montage benachbarter Kassetten
(13') in Eingriff mit der benachbarten Kassette (13') ist.
5. Gebäudehülle nach Anspruch 4, bei welcher der Befestigungssteg durch eine Abkantung
(25') einer ersten Kassette (13') und eine mit dieser Abkantung (25') zusammenwirkenden
Abkantung (27') einer zweiten benachbarten Kassette (13') gebildet ist, dadurch gekennzeichnet,
dass beide Abkantungen (25',27') je eine nach innen gerichtete Sicke (53,55) aufweisen,
wobei die Sicke (53) in der einen Abkantung (25') in Eingriff mit der Sicke(55) in
der anderen Abkantung (27') ist.
6. Gebaudehülle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine die
Dämmschicht bildende Dämmplatte (15,15') einen Einschnitt (43) aufweist, um den Befestigungssteg
(25,27;25',27') darin aufzunehmen.
7. Gebaudehülle nach einem der Ansprüche 1 bis 6 mit einer auf der Wärmedämmschicht aufliegenden
Bekleidung oder Bekleidungshalterung, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Dämmschicht
bildende Dämmplatte (15,15') auf ihrer Aussenseite eine Druckverteilschicht (49,49')
aufweist.
8. Gebäudehülle nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmschicht
(15, 69) im Bereich der Befestigungsmittel (51,51') zwischen Bekleidung (17) oder
Bekleidungshalterung und Befestigungssteg (25,27; 67) druckfest ist.
9. Gebäudehülle nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmschicht
(71,69) lediglich in den Bereichen um die Befestigungsmittel (51') eine druckfeste
Schacht (69) aufweist und zwischen diesen Bereichen in ihrer ganzen Stärke weich ausgebildet
ist.
10. Gebäudehülle nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel
(51') für die Bekleidung (17) oder Bekleidungshalterung einen in seiner Länge auf
die Stärke der die Befestigungsstege überdeckenden Dämmschicht (39',39'') abgestimmten
Schaft (59) aufweisen, so dass die überdeckende Dämmschicht (39',39'') in einem durch
die Schaftlänge der Befestigungsmittel (51,51') bestimmten Ausmass gepresst ist.
11. Gebäudehülle nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel
selbstbohrende Schrauben (51') mit einem die Einschraubtiefe begrenzenden Abschluss
des Gewindes (57) sind.
12. Baukasten, wenigstens bestehend aus einem Metallprofil (13;13';63) mit einem Befestigungssteg
(25,27;25',27';67) und einer auf das Metallprofil (13;13';63) abgestimmten Dämmplatte
(15;15';69,71), dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Dämmplatte (15;15';69,71)
grösser als der Abstand zwischen Befestigungssteg (25,27;25',27';67) und einer Fläche
(19;65) zur Auflage auf der Unterkonstruktion (11;11';61) ist, so dass die Dämmplatte
(15;15';69,71) nach der Montage den Befestigungssteg (25,27;25',27';67) überdeckt.
13. Baukasten nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmplatte (15;15';69)
einen seitlichen Einschnitt (43) aufweist, um den Befestigungssteg (25,27;25',27';67)
aufzunehmen.
14. Baukasten nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmplatte (15;15')
eine weiche innere Schicht (47;47') und eine festere äussere Schicht (49;49') aufweist.
15. Baukasten nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil
der Dämmplatten (69) eine festere äussere Schicht aufweist, und die anderen Dämmplatten
(71) weich sind.
16. Baukasten nach einem der Ansprüche 12 bis 15 mit Kassetten, welche eine Abkantung
zur Bildung eines Befestigungssteges aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkantung
(25,27;25',27') eine Ausformung (53,55) aufweist, um nach präziser Montage benachbarter
Kassetten (13,13') in Eingriff mit der benachbarten Kassette (13,13') zu sein.
17. Baukasten nach Anspruch 16, wobei die Kassette zwei beim Zusammenbau mehrerer Kassetten
zusammenwirkende Abkantungen (25',27') aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die
Abkantungen (25',27') je eine Sicke (53,55) aufweisen, wobei die Sicke (53) in der
einen Abkantung (25') in die Sicke (55) in der anderen Abkantung (27') einer präzise
gefügten benachbarten Kassette (13')passt.
18. Baukasten nach Anspruch 12 bis 17, gekennzeichnet durch Befestigungsmittel (51') für
eine Bekleidung (17) oder Bekleidungshalterung, welche Befestigungsmittel (51') einen
in seiner Länge auf die Stärke des die Befestigungsstege (25',27',67) überdeckenden
Dämmschichtteils (39',39'') abgestimmten Schaft (59) aufweisen, so dass beim Anbringen
der Befestigungsmittel (51') der überdeckende Dämmschichtteil (39',39'') in einem
durch die Schaftlänge der Befestigungsmittel (51') bestimmten Ausmass gepresst wird.
19. Baukasten nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel selbstbohrende
Schrauben (51') mit einem die Einschraubtiefe begrenzenden Abschluss des Schraubengewindes
(57) sind.