[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Auswerten eines Signals eines Bewegungsmelders,
insbesondere eines Passiv-Infrarot-Bewegungsmelders. Bei derartigen Bewegungsmeldern
ergibt sich in der Regel für eine erfaßte Änderung ein charakteristischer Signalverlauf.
Die Erfindung bezieht sich weiter auf einen Bewegungsmelder, der nach dem Verfahren
arbeitet.
[0002] Bewegungsmelder der geschilderten Art werden üblicherweise in der Gefahrenmeldetechnik
und in der Steuerungstechnik zum erfassen von bewegten Objekten in einem Innen- oder
Außenraum eingesetzt. Dabei wird die von einem menschlichen Körper oder von einer
anderen Wärmequelle abgegebene Infrarotstrahlung von einer Optik gebündelt und einem
Sensor zugeführt. Ein Bewegungsmelder ist zum Erfassen und Auswerten dynamischer Änderungen
ausgelegt. In seinen Meßbereich können auch kleinste Strahlenflußänderungen oder zeitliche
Änderungen der Temperaturdifferenz zwischen der Umgebungstemperatur und der jeweiligen
Oberflächentemperatur des Objektes detektiert werden.
[0003] Üblicherweise werden bei Bewegungsmeldern die am Sensor durch einen sich bewegenden
thermisch strahlenden Körper erzeugten Potentialänderungen, die sehr gering sind,
hoch verstärkt und auf Überschreiten einer oberen und bzw. oder einer unteren Auflösegrenze
überwacht.
[0004] In der Praxis erscheinen jedoch am Ausgang eines üblicherweise eingesetzten Niederfrequenz-Schmalbandverstärkers
Signalanteile von Störungen, die beispielsweise durch Schaltvorgänge im angeschlossenen
Stromnetz erzeugt und über den Sensor des Bewegungsmelders eingekoppelt werden. Derartige
Störentkopplungen können zu unerwünschten Fehlauslösungen des Bewegungsmelders führen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und einen Bewegungsmelder
zu entwickeln, der besonders störfest ist und zugleich hoch sensibel ausgelegt werden
kann.
[0006] Die Lösung der geschilderten Aufgabe erfolgt mit dem Verfahren nach Patentanspruch
1. Die Lösung erfolgt auch durch einen Bewegungsmelder nach Patentanspruch 4. Hierbei
wird das Frequenzspektrum aus dem zeitlichen Signalverlauf mit abgespeicherten, für
bestimmte Änderungen typischen Frequenzspektrum verglichen. Nach diesem Prinzip werden
übliche Fehlauslösungen vermieden, auch wenn dem Grunde nach eine sensible Auslösung
eingestellt ist. So vermeidet man übliche Fehlschaltungen durch Luftzug, bei denen
sonst der Sensor dynamische Temperaturdifferenzbilder bei Schlieren als Bewegung interpretieren
kann. Eine derartige Sicherheit gegen Fehlauslösungen ist insbesondere dann besonders
vorteilhaft, wenn ein Sensor im Türbereich anstelle eines Installationsschalters eingesetzt
werden soll, um Leuchten einzuschalten, wenn eine Person den Raum betritt.
[0007] Beim erfindungsgemäßen Verfahren kann man die zu jeweiligen Zeitpunkten gewonnenen
Frequenzspektren in ihrem Signalverlauf in üblicher Weise einer Amplitudennormierung
unterziehen. Es lassen sich dann typische Signalverläufe besonders gut vergleichen.
Ein danach arbeitender Bewegungsmelder ist besonders vorteilhaft, wobei dem Amplitudennormierer
ein Vergleicher mit Speicher nachgeschaltet sein kann. Die Frequenzspektren lassen
sich in einem Frequenztransformator bilden, der dafür eingerichtet ist, ein analoges
Signal über seinen zeitlichen Signalverlauf zu nacheinanderfolgenden Zeiten das Frequenzspektrum
zum jeweiligen Signalzeitpunkt zu bilden.
[0008] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß den verschiedenartig vorkommenden
Ereignissen charakteristische Signalverläufe zugeordnet werden können.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Die Erfindung soll nun anhand von in der Zeichnung grob schematisch wiedergegebenen
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden:
In FIG 1 ist eine Standardschaltung aus Optik, Sensor, Verstärker und Auswerteschaltung
veranschaulicht.
In FIG 2 ist der Signalverlauf in einem Zeit-Spannungs-Diagramm für zwei Bewegungsarten
wiedergegeben: einer normalen Bewegung und einer schnellen Bewegung, insbesondere
im Nahbereich.
In FIG 3 ist der Signalverlauf in einem Diagramm nach Art von FIG 2 für Störungen
dargestellt, links für Luftzug und rechts für eine Störung in Form eines sogenannten
Bursts.
In FIG 4 ist die Umsetzung des zeitlichen Signalverlaufs in ein Frequenzspektrum zu
aufeinanderfolgenden Zeiten veranschaulicht.
In FIG 5 ist eine Baugruppe für einen Bewegungsmelder veranschaulicht, bestehend aus
einem Frequenztransformator, aus Signalabtasteinrichtung und einer Einrichtung zur
Umsetzung in Frequenzspektren, mit angeschlossenem Vergleicher, der mit einem Speicher
arbeitet, in dem typische Frequenzspektren zum jeweils typischen zeitlichen Signalverlauf
abgespeichert sind.
[0011] Die Einrichtung zur Durchfuhrung des Verfahrens nach FIG 1 arbeitet mit eine Optik
1, einem Sensor 2, einem Verstärker 3 und einer Auswerteeinrichtung 4. Die Optik 1
erfaßt Vorgänge in einem bestimmten Winkelraum 5. In der Auswerteeinrichtung 4 kommt
zu erfaßten Änderungen ein Signal mit charakteristischem Signalverlauf an. Aus dem
zeitlichen Signalverlauf wird zu aufeinanderfolgenden Zeiten jeweils ein Frequenzspektrum
gewonnen, das mit abgespeicherten, für bestimmte Änderungen typischen Frequenzspektren
verglichen wird. Das Frequenzspektrum zu einem Zeitpunkt des Signalverlaufs kann jeweils
in an sich bekannter Weise einer Amplitudennormierung unterzogen werden, um maßstabsgerecht
vergleichen zu können. Das jeweilige Ergebnis des Vergleichs auf Übereinstimmung mit
dem abgespeicherten Frequenzspektrum kann als Ergebnissignal für Anzeigen oder für
Weiterverarbeitung am Ausgang der Auswerteeinrichtung 4 bereitgestellt werden. Die
Bauteile nach FIG 1 können in einem Bewegungsmelder untergebracht sein.
[0012] Im Diagramm nach FIG 2 ist auf der Abszisse die Zeit t und auf der Ordinate die Spannung
u abgetragen. Im Zeitbereich 6 ist der zeitliche Signalverlauf für eine normale Bewegung
und im Zeitbereich 7 für eine schnelle Bewegung, insbesondere für eine schnelle Bewegung
im Nahbereich, veranschaulicht. Die Spannung des Signals kann im Variationsbereich
8 liegen. Es kann eine zusätzliche Spannungsbegrenzung vorgesehen sein.
[0013] In FIG 3 sind in einem Diagramm nach Art von FIG 2 typische Störungen wiedergegeben.
Der Signalverlauf 9 ist für erfaßte Änderungen infolge von Luftzug typisch. Der Signalverlauf
10 ist für eine bestimmte Störung nach Art eines Bursts charakteristisch.
[0014] Bewegungsmelder werden üblicherweise hinsichtlich ihrer Leistung verschiedenen Klassen
zugeordnet. Bei Geräten der Klasse 1 wird verlangt, daß die verstärkten Signale von
gehenden oder kriechenden Personen über einen Weg von 2 m mit einer Geschwindigkeit
zwischen 0,2 m/s und 2 m/s detektiert werden. In der Klasse 2 liegen die Werte bei
1,5 m/s und 0,5 m/s bis 5 m/s. Die Geschwindigkeitsgrenzen bewirken in Abhängigkeit
von Entfernung und Brennweite der Optik verschiedenartige Signale am Sensor 2. Dennoch
weist der Signalverlauf in zeitlicher Abhängigkeit und das zu jedem Zeitpunkt zu gewinnende
Frequenzspektrum einen besonders charakteristischen Verlauf auf. Es hat sich gezeigt,
daß das Frequenzspektrum besonders charakteristisch ist.
[0015] In FIG 4 ist in einem Diagramm mit den Koordinaten für die Zeit t und für das Frequenzspektrum
über die Frequenz f und für die Amplitude der Spannung u die Transformation eines
zeitlichen Signalverlaufs in das jeweilige Frequenzspektrum in einem Zeitraster R1
bis R101 veranschaulicht. Die Abtastrate zur Gewinnung der zeitlichen Rasterpunkte
liegt nach einem Beispiel bei 50 ms. Die Brennweite der Optik 1 liegt in diesem Beispiel
bei 6 mm. Es wurden die Frequenzspektren nach FIG 4 erzielt.
[0016] Nach FIG 5 weist der Frequenztransformator 11 eine Signalabtasteinrichtung 12 und
eine Einrichtung 13 zur Umsetzung in Frequenzspektren auf. Die Frequenzspektren werden
einem Vergleicher 14 zugeführt, in dessen Speicher zu typischen zeitlichen Signalverlaufen
für Störung, Bewegung und Burst typische Frequenzspektren abgespeichert sind. Das
empfangene Signal wird mit dem abgespeicherten Signal verglichen und einem Typ zugeordnet.
[0017] Das Verfahren beruht auf der Auswertung des Spektrums eines verstärkten Signals eines
Sensors 2. Durch die Transformation vom Zeitbereich in den Frequenzbereich werden
Spektralverteilungen erzielt, beispielsweise nach FIG 4, die man einer Amplitudennormierung
unterziehen kann. Die Spektralverteilung kann dann mit typischen gespeicherten Spektralverteilungen
verglichen werden. Es hat sich eine ausreichende Ähnlichkeit mit typischen Spektralverteilungen
gezeigt. Störungen lassen sich gut unterdrucken, da jeder Typ von Störung eine besondere
Spektralverteilung aufweist, die man erkennen kann und wofür man eine weitere Auswertung
abbrechen kann. Allgemein kann man sagen, daß Luftbewegungen in ihrem Signalverlauf
niederfrequent betont sind und daß ein Burst ein besonders gleichförmiges Spektrum
aufweist. So erzeugen beispielsweise Leuchtstofflampen Bursts, wobei von Leuchtstofflampen
elektromagnetische Störungen ausgehen. Zugeordnete Störsignale sollen nach den Vorschriften
über die elektromagnetische Verträglichkeit, beispielsweise EMV-Norm IEC801 Teil 4,
nicht zu Beeinträchtigungen führen. Andererseits soll nach den Bestimmungen über die
EMV-Verträglichkeit auch das Aussenden von Störungen vermieden werden.
[0018] Eine Variation der Abtastrate und der Anzahl der in Betracht zu ziehenden Werte ermöglicht
es, das Verfahren und einen Bewegungsmelder an die gegebene Optik anzupassen. Die
Abtastrate sollte in einem vernünftigen Verhältnis zur Bandbreite des Verstärkers
liegen.
1. Verfahren zum Auswerten eines Signals eines Bewegungsmelders (16), insbesondere eines
Passiv-Infrarot-Bewegungsmelders, bei dem ein für eine erfaßte Änderung charakteristischer
Signalverlauf erzeugt wird, wobei das Frequenzspektrum (15) aus dem zeitlichen Signalverlauf
mit abgespeicherten, für bestimmte Änderungen typischen Frequenzspektren verglichen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Frequenzspektrum (15) zu einem Zeitpunkt eines Signalverlaufs einer Amplitudennormierung
unterzogen wird und danach mit abgespeicherten Frequenzspektren verglichen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das jeweilige Ergebnis des Vergleichs auf Übereinstimmung mit den abgespeicherten
Frequenzspektren als Ergebnissignal für Anzeige oder Weiterverarbeitung bereitgestellt
wird.
4. Bewegungsmelder, der zur Bewegung von erfaßbaren Objekten einen charakteristischen
Signalverlauf erzeugt,
dadurch gekennzeichnet,
daß einem Frequenztransformator (11) zur Bildung von Frequenzspektren über den zeitlichen
Signalverlauf mit angeschlossenem Amplitudennormierer ein Vergleicher (14) mit Speicher
nachgeschaltet ist.
5. Bewegungsmelder nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Ergebnisausgang des Vergleichers Ergebnissignale für Anzeige- oder zur Weiterverarbeitung
bereitgestellt sind.
6. Bewegungsmelder nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Frequenztransformator (11) dafür eingerichtet ist, ein analoges Signal über
einen zeitlichen Signalverlauf zu nacheinanderfolgenden Zeiten das Frequenzspektrum
(15) zum jeweiligen Signalzeitpunkt zu bilden.
7. Bewegungsmelder nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Frequenztransformator (11) eine Signalabtasteinrichtung (12) und eine Einrichtung
(13) zur Umwandlung in Frequenzspektren aufweist.