[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Walzen eines Walzbandes
in einer zumindest zwei Walzgerüste aufweisenden Bandstraße mit jeweils horizontal
einstellbaren oberen und unteren Arbeitswalzen, die alleine wirken (Duo-Gerüst) oder
von denen sich jede unmittelbar oder über eine Zwischenwalze an einer Stützwalze abstützt,
oder mit einem Reversiergerüst, an dem mindestens zwei Stiche gewalzt werden, in der
bzw. dem das Walzband einer Zustandsänderung unterworfen wird, wobei profil- und planheitsgebende
Stellglieder auf das Walzband einwirken.
[0002] In der Praxis werden immer höhere Anforderungen an die Warmbandplanheit ebenso wie
an die Kaltbandplanheit gestellt. Zugleich werden auch die Randbedingungen für das
Warmwalzen schwieriger, weil zunehmend dünnere und breitere Produkte verlangt werden,
was zu höheren Abnahmen und erhöhten Walzkräften auch in den hinteren Gerüsten führt.
Dabei nimmt der Verschleiß bei hoher Abnahme zu (CSP-Anlagen), und der "thermische
Crown" steigt bei hoher Straßenproduktion, z. B. beim Endloswalzen oder in einer Alu-Warmbandstraße.
[0003] Daraus ergibt sich, dass ein elementares technisches und wirtschaftliches Bedürfnis
dafür besteht, durch ein optimales "Presetting" eine verbesserte Bandplanheit auch
unter extremeren Randbedingungen einzuhalten, und dementsprechend besteht ein Bedürfnis
für eine Verbesserung der Planheit eines Walzbandes auch innerhalb der Straße, und
dies abhängig vom Verwendungszweck sowie abhängig von den einzukalkulierenden Vorgängen
bei der Abkühlung des Warmbandes auf dem Auslaufrollgang sowie im Coil.
[0004] Beim Warmwalzen von Bandmaterial unterliegen innerhalb eines Walzprogrammes die thermische
Bombierung und der Verschleiß der Arbeitswalzen sowie deren elastische Verformungen
relativ großen Veränderungen. Ohne Korrektur durch Stellglieder verändert sich mit
zunehmend fortlaufendem Walzmaterial-Durchsatz die Walzenkontur. Der Effekt ist von
Gerüst zu Gerüst bzw. von Stich zu Stich unterschiedlich. Damit ändert sich neben
der Bandkontur auch die vorgegebene Warmbandplanheit und in der Folge auch die Kaltbandplanheit.
[0005] Beim Walzen in einer Breite werden innerhalb eines Walzprogrammes nacheinander eine
Anzahl von Bändern mit gleicher Breite oder annähernd gleicher Breite gewalzt. Dabei
ändert sich neben dem für einen bestimmten Punkt (z. B. C
40 oder C
25) vorgegebenen Wert des Bandprofils gleichzeitig die Bandprofilform insgesamt und
entsprechend auch die vorgegebene Bandplanheit sowohl für Bandbereiche der Mitte als
insbesondere auch für randnahe Bereiche des Bandes. Dabei führen beispielsweise der
zunehmende Abfall der thermischen Bombierung der Walzen oder der Arbeitswalzenverschleiß
im randnahen Bereich zu unerwünschten Profilanomalien. Es handelt sich dabei um Verdickungen
im Kantenbereich (Wülste), oder auch im Gegenteil Abfallen der Dicke im Kantenbereich.
Derartige Profilanomalien schränken die walzbare Länge in einer Breite erheblich ein.
Dabei wird als Walzlänge in einer Breite die Summe aller Bandlängen definiert, die
in einer Breite oder annähernd gleicher Breite gewalzt werden.
[0006] Aus der DE 30 38 865 C1 ist es bekannt, Änderungen des thermischen Crowns und des
Arbeitswalzenverschleisses durch geeignete Stellglieder wie Verschiebe- und/oder Biegeglieder,
z. B. "CVC"-(Continuously Variable Crown) Verschiebung oder eine geeignete Kühlung
zu kompensieren.
[0007] Nach der EP 0 276 743 B1 ist es bekannt, zum Steuern der Balligkeit und/oder des
Kantenabfalls des Bandes die horizontale Verschiebung der Arbeitswalzen sowie die
auf diese wirkenden Biegekräfte einer an der Aufstromseite befindlichen Gruppe von
Walzgerüsten eines Tandemwalzwerkes nach Maßgabe der Walzbedingungen einschließlich
der Bereite der Bänder einzustellen.
[0008] Zum Steuern des Verschleißes und der thermischen Bombierung der Arbeitswalzen mit
dem Ziel, unerwünschte Profilformen und Unplanheiten zu vermeiden, werden in einer
an der Abstromseite befindlichen Gruppe der Walzgerüste die Arbeitswalzen in vorbestimmten
Intervallen hin- und hergeschoben. Hierbei werden die hinteren Gerüste nach jedem
Band gegensinnig um einen bestimmten Betrag verschoben; hat der Verschiebetrag einen
maximalen Wert erreicht, wird die Verschieberichtung umgekehrt. Durch dieses zyklische
Verschieben wird der Verschleiß der Arbeitswalzen auf einen größeren Bereich vergleichmäßigt.
[0009] Die EP 0 618 020 A1 offenbart ein Verfahren zum Walzen eines Walzbandes in einem
gattungsgemäßen Walzgerüst mit horizontal einstellbaren oberen und unteren Arbeitswalzen,
wobei profil- und planheitsgebende Stellglieder auf das Walzband einwirken. Das bekannte
Walzverfahren erlaubt es, trotz flexibler Walzprogramme den Anforderungen an die Profilgenauigkeit
und die Planheit des Walzbandes in etwa zu entsprechen, wenn eine Zielkontur des Profils
des Walzbandes vorgegeben wird, zu deren Erreichen sukzessive zwei Gruppen von Stellgliedern
auf das Walzband einwirken, von welchen Stellglieder der ersten Gruppe bei oberhalb
der kritischen Dicke liegenden Walzbanddicken zum Einsatz gebracht werden und vornehmlich
die Kontur des Walzbandes in dessen mittleren Bereich beeinflussen, während Stellglieder
einer zweiten Gruppe bei unterhalb der kritischen Dicke liegenden Walzbanddicken im
Bandkantenbereich zum Einsatz gebracht werden.
[0010] Die beim Stand der Technik bekannten Maßnahmen reichen jedoch nicht aus, um die erhöhten
Anforderungen insbesondere hinsichtlich der Planheit auch unter extremen Randbedingungen
erfüllen zu können. Diese bestehen bei der Erzeugung von Warmband insbesondere darin,
Walzprogramme flexibel zusammenstellen zu können, wobei neben größeren Dicken und
Materialumstellungen vor allen Breitensprünge in Richtung schmal und breit gewünscht
werden (mixed rolling). Außerdem soll aus wirtschaftlichen Gründen die Zahl der Bänder
gleicher Breite innerhalb eines Walzprogrammes ohne Beeinträchtigung von Profilgenauigkeit
und Planheit erhöht werden.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben,
mit welchen sich trotz flexibler Walzprogramme die erhöhten Anforderungen an die Warmbandplanheit
wie auch an die Kaltbandplanheit und im Zusammenwirken damit an die Profilgenauigkeit
erfüllen lassen, und wobei mit Hilfe der vorzuschlagenden Maßnahmen des Verfahrens
durch ein optimales Presetting eine Verbesserung der Planheit auch innerhalb der Straße
sowie eine verbesserte Bandplanheit auch unter extremeren Randbedingungen erzeugt
werden soll und zwar abhängig vom Verwendungszweck sowie von den Vorgängen bei der
Abkühlung des Warmbandes auf dem Auslaufrollgang und im Coil.
[0012] Weiterhin findet das Verfahren auch Anwendung in einer Kaltstraße bzw. einem Kaltgerüst.
Auch hier werden Bandkonturänderungen im unmittelbaren Bandkantenbereich durchgeführt
und eine möglichst "edge-drop"-freie Kontur angestrebt, wobei die Unplanheiten sowie
Bandspannungen speziell an der Bandkante in Grenzen zu halten sind.
[0013] Diese Aufgaben werden mit der Erfindung bei einem Verfahren zum Walzen eines Walzbandes
der im Oberbegriff von Anspruch 1 angegebenen Gattung durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruchs 1 gelöst. Dabei wird nicht mehr von einer Sollplanheit bezogen auf einen
Referenzpunkt des Bandes ausgegangen, sondern vielmehr eine Ziel- Unplanheitsform
über die Breite des Bandes vorgegeben, und andererseits eine in einem bestimmten Bandbereich
de facto erreichte Unplanheitsform ermittelt und mit der vorgegebenen Unplanheitsform
verglichen, daraus eine Differenz errechnet und zur Verfügung stehende mechanisch
oder physikalisch wirksame Stellglieder in der Art eingesetzt, dass die Differenz
möglichst weitgehend minimiert wird.
[0014] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens wird durch ein optimales Presetting eine
verbesserte Bandplanheit auch unter extremeren Randbedingungen erzeugt.
[0015] Dabei können alle Stellglieder bzw. Parameter, die das elastische Verhalten des Walzensatzes
beeinflussen, eine Bandverlängerung parabolischer Art über die Breite bewirken. Einflussgrößen,
welche die Welligkeit bzw. Bandverlängerungen besonders im Kantenbereich verändern,
sind folgende:
- Arbeitswalzenverschleiß
- Thermischer Crown (Zonenkühlung, Abdeckschalen)
- Walzkraft, z. B. infolge Walzenabplattung
- Spezial-Walzenschliff (Anti-Wulst-Walze, Tapered Roll)
- Online-Arbeitswalzen-Schleifvorrichtung
- Bandtemperaturänderungen an der Kante (positiv/negativ)
- Bandkantenschmierung
[0016] Je nach Anforderungen werden dabei Stellglieder mit vornehmlich parabolischer Wirkung
oder Wirkung höherer Ordnung im Bereich der Kanten aktiviert.
[0017] Das Verfahren nach der Erfindung sieht vor, dass eine Ziel- und Planheitsform des
Bandes in Abhängigkeit vom Verwendungszweck sowie von den Vorgängen bei der Abkühlung
des Warmbandes auf dem Auslaufrollgang und im Coil vorgegeben wird. Dabei genügt es
nicht, nur einen Zielplanheits- oder Zielunplanheitswert bezogen auf den z. B. C
40-Punkt vorzugeben, sondern es ist erforderlich, auch eine Bandverlängerung/-verkürzung
über der Breite bzw. eine Planheit höherer Ordnung anzustreben.
[0018] Es können beispielsweise anstelle oder zusätzlich zur Vorgabe eines Ziel-Planheits
bzw. Unplanheitswertes ein Profil der Ziel-Spannungsverteilungen oder Ziel-Verlängerungen
über der Breite vorgegeben und mit den faktisch erreichten bzw. errechneten Spannungsverteilungen
bzw. Verlängerungen verglichen werden. Die sich dabei ergebenen Differenzen werden
sodann errechnet und die Stellglieder in der Art eingesetzt, dass diese Differenzen
möglichst weitgehend minimiert werden.
[0019] Die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Bandkontur bzw. Bandkonturveränderung und
damit der Bandspannungsverteilung über der Breite bzw. der Bandverlängerung über der
Breite ist im Flussdiagramm Fig. 12 dargestellt.
[0020] Die Verfahrensschritte zur Erzeugung einer gewünschten Bandspannungsverteilung bzw.
Bandverlängerung über der Breite zeigt das Flussdiagramm Fig. 13.
[0021] Mit Vorteil werden in einer Warmstraße zur Erzeugung eines im kalten Zustand planen
Bandes beim warmen Band über die Bandlänge unterschiedliche Unplanheitsformen vorgegeben.
[0022] Zu dem hierbei vorgesehenen Erzeugen der unterschiedlichen Warmband-Unplanheiten
werden die Arbeitswalzenbiegung, PC-Gerüst-Stellwinkel, CVC-Verschiebung oder andere
Stellglieder über der Bandlänge verändert.
[0023] Weiter sieht das Verfahren vor, dass bei ungenügender Minimierung der Differenzen
die Eingangsbedingungen des zuständigen Gerüstes geändert und das Ergebnis optimiert
wird. Dabei können zusätzlich zu mechanisch wirksamen Stellgliedern auch physikalisch
wirksame Stellglieder verwendet werden. Diese können als Voreinstellung am Kopf, ebenso
wie auch über der Bandlänge veränderlich eingestellt werden. Es sind dies beispielsweise
Bandkantenkühlung, Bandkantenerwärmung, Walzkraftverteilung oder auch Bandkantenschmierung.
[0024] Zur besseren Übersicht über die dabei stattfindenden Vorgänge und Zustandsänderung
des Bandes wird die Beschreibung der Zielwerte sowie der faktisch erreichten Werte
durch Aufteilen der Bandbreite in einen Bodybereich und in einen Kantenbereich vorgenommen.
Dabei kann die Unplanheitsform durch eine Polynomfunktion

beschrieben werden, wobei y* die Koordinate für die Bandverlängerung, Bandunplanheit
bzw. Bandspannung und x die Bandbreitenkoordinate darstellt.
[0025] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass um die Zielwerte
positive und negative Limits (Bandspannung, Planheit, Bandverlängerung/Bandverkürzung)
definiert und die Stellglieder derart eingesetzt werden, dass die Band-Spannungsverteilung,
Planheitsverteilung, Verteilung von Bandverlängerung/Verkürzung innerhalb der Limits
liegen.
[0026] Zur Erzeugung einer Bandverlängerung/Bandverkürzung parabolischer oder übergeordneter
Art über die Bandbreite werden bevorzugt Stellglieder verwendet, die das elastische
Verhalten des Walzensatzes beeinflussen, wobei diese Stellglieder axiale Verschiebemittel
für die CVC-Arbeitswalzen oder Biegevorrichtungen für diese oder beide Mittel zugleich
umfassen.
[0027] Weiterhin ist mit der Erfindung vorgesehen, dass zur Vermeidung von Zipfelwellen
am warmen Band sowie im Kaltzustand des Bandes, eine Umverteilung der Walzkraft in
dem Sinne vorgenommen wird, dass die Walzkraft zumindest im letzten Gerüst reduziert
und die Walzkraft stromaufwärts gelegener Gerüste erhöht wird.
[0028] Sehr vorteilhaft werden dabei die Vorgänge beim Abkühlen des Walzbandes auf dem Auslaufrollgang
sowie im Coil und die dabei stattfindenden Band-Verlängerungen/Verkürzungen sowohl
im Bodybereich als auch im Bereich der Bandkanten analysiert und die dabei ermittelten
bzw. errechneten Längenänderungen durch entsprechendes Presetting der Stellglieder
zumindest im letzten Gerüst kompensiert.
[0029] Und schließlich ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt vorgesehen, dass
mechanisch wirkende Stellglieder eingesetzt und durch nicht-mechanische, z. B. positive
oder negative thermische Stellglieder, unterstützt werden.
[0030] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist gekennzeichnet
durch wenigstens zwei oder mehrere der im Vorrichtungsanspruch aufgeführten Stellglieder
im Bereich der Walzanlage.
[0031] Diese können axial verschiebbare CVC-Arbeitswalzen oder Arbeitswalzenbiegeeinrichtungen
umfassen. Zusätzlich können die Arbeitswalzen verschränkbar ausgebildet sein. Zur
thermischen Beeinflussung der Arbeitswalzen können diese beispielsweise mit einer
thermischen Abdeckung ausgestattet sein oder gegebenenfalls auch mit einer Zonenkühlung.
Die Arbeitswalzen können weiterhin mit Spezial-Walzenschliff oder mit einem Online-Grinder
ausgestattet sein. Für eine fallweise erforderliche thermische Korrektur der Bandkantenbereiche
ist darüberhinaus vorgesehen, dass die Vorrichtung vor, innerhalb oder nach der Fertigstraße,
z. B. im Bereich des Ablaufrollganges, eine Bandkanten-Heizung, oder auch vor, innerhalb
oder nach der Fertigstraße eine Bandkanten-Kühlvorrichtung aufweist. Und schließlich
kann innerhalb der Fertigstraße eine Bandkantenschmiervorrichtung vorgesehen sein.
[0032] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Ansprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung einiger in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
der Erfindung.
[0033] Es zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung den erfindungsgemäßen Aufbau einer Anlage zur Durchführung
des Verfahrens,
- Fig. 2.1 - 2.5
- Diagramme zur Ermittlung der Bandverlängerung über die Breite des Bandes,
- Fig. 3.1 - 3.2
- je ein Diagramm eines Walzprogramms nach Breite/Dicke des Walzgutes,
- Fig. 4
- die Form einer Anti-Wulst-Walze (gemäß EP 0 672 471 A1),
- Fig. 5.1 - 5.6
- Einfluss der Anti-Wulst-Walze beim Wegdrücken von Bandwulsten im Kantenbereich, betreffend
die Gerüste 1 bis 6,
- Fig. 6.1 - 6.4
- Planheiten höherer Ordnung ohne Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung,
- Fig. 7.1 - 7.4
- Einführung von Planheitslimits höherer Ordnung bzw. Vergabe einer negativen Ziel-Planheit
höherer Ordnung im randnahen Bereich,
- Fig. 8.1 - 8.6
- Konturregelung durch Änderung der Schiebepositionen von CVC-, Anti-Wulst- und konventionellen
Walzen,
- Fig. 9
- die Form einer Tapered-Walze,
- Fig. 10.1 - 10.4
- Einfluss der Tapered-Walze mit und ohne Berücksichtigung von Planheitslimits höherer
Ordnung,
- Fig. 11.1 - 11.6
- Einfluss einer Walzkraftumverteilung auf die Bandplanheitsform bzw. Form der Bandverlängerung
über der Bandbreite,
- Fig. 12
- Flussdiagramm zur Erzeugung einer gewünschten Bandverlängerung über die Breite,
- Fig. 13
- Flussdiagramm zur Entstehung von Kaltbandunplanheiten und deren Verminderung.
[0034] In Figur 1 ist eine das Erreichen vorgegebener Ziel-Unplanheitsformen über die Breite
eines gewalzten Bandes (3, 4) ermöglichende Walzstraße (6) - teils schematisch und
mit lediglich symbolhaften Kennzeichnungen für die mechanischen Stellglieder - einschließlich
der sie unterstützenden Elemente sowie in Form von "black-boxes" für Rechner und Messgeräte
dargestellt.
[0035] Die Anlage besteht aus mehreren Walzgerüsten, von denen lediglich das erste und das
letzte Walzgerüst (7) bzw. (8) gezeigt sind. Es kann sich jedoch auch um eine Walzstraße
mit einem Reversiergerüst handeln, mit dem mehrere Stiche gewalzt werden. Jedes Walzgerüst
(7, 8) weist horizontal einstellbare, von Stützwalzen (9) abgestützte obere und untere
Arbeitswalzen (10, 11) auf. Die letzteren sind axial verschiebbar, vorzugsweise mit
einer CVC-Verschiebung (12), sowie mit Arbeitswalzenbiegeeinrichtungen (13) ausgerüstet;
die Arbeitswalzen (10, 11), versehen mit geschliffener oder thermischer Verschleißkontur,
werden mittels CVC-Verschiebung (12) und Arbeitswalzenbiegung (13) als mechanische
Stellglieder entweder im Bandmittenbereich oder im Bandkantenbereich eingesetzt.
[0036] Zur Unterstützung dieser mechanischen Stellglieder (12, 13) ist vor und hinter den
ersten Gerüsten der Fertigstraße zur Veränderung der Kantenerwärmung des Walzbandes
(3) bzw. (4) eine Bandkantenheizung (14) angeordnet. Zur thermischen Beeinflussung
der Bandform über Veränderungen des thermischen Crowns der Arbeitswalzen (10, 11)
besitzt die Walzstraße (6), bevorzugt im Bereich der vorderen bzw. hinteren Walzgerüste,
eine Arbeitswalzen-Zonenkühlung (15), z. B. in Form von in den entsprechenden Zonen
auf die Arbeitswalzen (10, 11) gerichteten Spritzdüsen, wie z. B. hinter dem ersten
Walzgerüst (7) gezeigt. Zur thermischen Beeinflussung der Bandkanten tragen weiterhin
Bandkantenkühlungen (16) mit z. B. in den Seitenführungen angeordneten Spritzdüsen
sowie Arbeitswalzen-Abdeckschalen (18) bei, wie für das letzte Walzgerüst (8) beispielhaft
gezeigt. Die Schmierung (17) der Arbeitswalzen (10, 11) im Bandkantenbereich beeinflusst
die Lastverteilung im Walzspalt und damit ebenfalls die Bandkontur. Hinter dem letzten
Walzgerüst (8) sind zur permanenten Ermittlung der Bandkontur Dicken-, Planheits-
und Temperaturmessgeräte (19, 20, 21) angeordnet.
[0037] Sowohl die Messgeräte (19 - 21) sowie (25, 26), als auch Meldeeinrichtungen der mechanischen
Stellglieder (12, 13) sowie der thermischen und anderen Beeinflussungselemente (14
- 18) sind an einen Bandkontur- und Planheitsrechner (22) angeschlossen. Die ermittelten
Messdaten, insbesondere für Profil und Planheit bzw. Unplanheit des Bandes (3, 4)
können daher unmittelbar zur Korrektur der vorgeschalteten Regelsysteme bzw. Stellglieder
herangezogen werden, mit dem Ziel, die tatsächlich erreichte Unplanheitsform des Walzbandes
mit den Werten der vorgegebenen Zielunplanheit zu vergleichen, daraus eine Differenz
zu errechnen und die zur Verfügung stehenden mechanisch oder physikalisch wirksamen
Stellglieder in der Art einzusetzen, dass die Differenzen möglichst weitgehend minimiert
werden, wie dies die Lehre der Erfindung vorschreibt. Um optimale Anfangsbedingungen
für die Profil- und Planheitsrechnung zu erhalten, werden vorzugsweise die einlaufende
Bandkontur mit dem Profilmessgerät (25), sowie die einlaufende Bandplanheitsform mit
dem Planheitsmessgerät (26) erfasst. Ein Stichplanrechner (23) versorgt den Bandkontur-
und Planheitsrechner (22) mit Eingangsdaten. Eine Datenrückführung (24) ist zum Zwecke
der erwünschten Walzkraftumverteilung eingerichtet.
[0038] Die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Bandkontur bzw. Bandverlängerung (Delta
L / L)
i(B) und damit der Bandspannungsverteilung σ
i(B) über die Breite (B) ist in den Figuren 2.1 bis 2.5 dargestellt. Die Verfahrensschritte,
mit welchen eine vorgegebene Zielunplanheit bzw. Ziel-Bandverlängerung über der Breite
erzeugt wird, zeigt das Flussdiagramm Fig. 12. In Fig. 2.1 stellt die durchgezogene
Kurve die ein laufende Bandkontur y
ein(B) dar und die strichpunktierte Kurve die auslaufende Bandkontur y
aus(B). Fig. 2.2 zeigt die Differenz zwischen ein- und auslaufender Bandkontur, Fig.
2.3 die Bandverlängerung (B) mit Angabe des Bandkantenbereichs (a), wobei der verbleibende
Kurvenverlauf den sogenannten "Bandbodybereich" angibt; K ist der Laufindex über die
Bandbreite. Die gestrichelten Kurven zeigen die Form der positiven und negativen Planheitslimits
über der Bandbreite. In Fig. 2.4 ist die Aufteilung der Bandverlängerung sowie deren
Limits in einen parabolischen Anteil und in Fig. 2.5 in einen Anteil höherer Ordnung
gezeigt.
[0039] Die Figur 3.1 zeigt ein Diagramm eines Walzprogramms nach der Breite des gewalzten
Bandes. Diese umfasst eine Breitendifferenz beim Walzen von insgesamt ca. 185 Coils
zwischen 1000 und 2000 mm in entsprechend abgestuften Breitensprüngen. Die Figur 3.2
zeigt ergänzend hierzu innerhalb des gleichen Walzprogrammes Dickensprünge des Walzgutes
zwischen 1600 und 3600 Mikrometer bei gleicher Coilfolge. Beim Walzen breiter Bänder,
beispielsweise nach dem Walzprogramm entsprechend Fig. 3.1, 3.2 können bei kurzer
Ziehfolge Wulste entstehen. Diese werden mit Hilfe von Anti-Wulst-Walzen nach Figur
4 erfolgreich weggedrückt.
[0040] Die Veränderung der Bandkontur wird durch Betrachten der Figuren 5.3 und 5.4 deutlich.
Diese Konturänderung führt zu Bandverlängerungen besonders im Bandkantenbereich, was
für die Gerüste 3-6 der Figuren 6.1 bis 6.4 erkennbar ist, wobei auf der Ordinate
die Planheit höherer Ordnung angegeben ist und auf der Abszisse die Coilanzahl. Aus
der Figur 5.4 sowie 6.2, insbesondere im Bereich der Coils 20 bis 80, ist die Bandkonturänderung
durch Einsatz der Anti-Wulst-Walze deutlich erkennbar.
[0041] Weiterhin kann der Verschleiß der Arbeitswalzen sowie der thermische Crown der Arbeitswalzen
zu unerwünschten Bandverlängerungen bzw. Bandverkürzungen führen. Deshalb müssen Limits
für die Begrenzung der Bandverlängerung bzw. Planheitslimits - auch höherer Ordnung
- eingeführt werden. Die Einführung derartiger Planheitslimits geht z. B. aus den
Figuren 7.1 bis 7.4 für die gerüste F3 bis F6 (strichpunktierte Linien) hervor. Die
eingestellten Schiebepositionen der Gerüste F1 bis F6 von CVC-, Anti-Wulst- und konventionellen
Walzen zum Zwecke der Bandkontur- und Bandplanheitsoptimierung zeigen die Figuren
8.1 bis 8.6. Für das Auslaufgerüst der Figur 7.4 wurden negative Ziel-Unplanheiten
höherer Ordnung für die Bandkante vorgegeben. Wie insbesondere das Diagramm 7.4 zeigt,
werden hierdurch Wellen höherer Ordnung, z. B. Zipfelwellen an der Bandkante, im warmen
wie auch im kalten Bandzustand erfolgreich bekämpft.
[0042] Ein weiteres Stellglied für die Anwendung der Konturregelung ist in der Figur 9 dargestellt.
Es ist die Form einer Tapered-Walze erkennbar, wobei die Abszisse die axiale Länge,
und die Ordinate die Durchmesserdifferenz anzeigen.
[0043] Die Wirkung der Tapered-Walze auf die Bandkontur sowie die Planheitsform bzw. Form
der Bandverlängerung sind aus den Figuren 10.1 bis 10.4 erkennbar. In dem Beispiel
der Fig. 10.1 konnte zwar die gewünschte Bandkontur erzeugt werden, es sind jedoch
unzulässig kurze Bandfasern im Kantenbereich entsprechend Fig. 10.2 die Folge. Die
Gefahr des Bandreissens bedingt durch zu hohe Zugspannung an der Kante ist sehr groß.
Zur Vermeidung dieses Problems wurden Planheitslimits höherer Ordnung eingeführt.
[0044] Nach der Figur 10.3 ist die gewünschte Bandkontur nicht so flach, weil die erzeugte
Planheitsform nach Fig. 10.4 innerhalb der zulässigen Grenzen gehalten wurde. Bei
Optimierung der Schiebeposition zum Zwecke der Planheitsverbesserung höherer Ordnung
wird z. B. die Biegung benutzt, um die Bodyplanheit sicherzustellen.
[0045] Um die Zielplanheit höherer Ordnung werden zweckmäßigerweise Planheits-Grenzlinien
gelegt. Diese dienen dazu, den erwarteten der Bandkanten beim Abkühlen des Bandes/Coils
entgegenzuwirken bzw. einen sicheren Bandtransport in der Straße zu gewährleisten.
[0046] Verschiedentlich ergeben sich in der Straße Zipfelwellen. Ursache hierfür ist in
vielen Fällen eine zu hohe Walzkraft, beispielsweise gemäß Fig. 11.1 bis 11.3 am Gerüst
F6.
[0047] Das Walzkraftniveau ist oft von Gerüst zu Gerüst nicht fallend, sondern bleibt konstant
oder steigt sogar gem. Fig. 11.1 bei F6 etwas an. Dies führt insbesondere bei dünnen
Bändern zu langen Bandkanten, wie dies die Figur 11.3 zeigt.
[0048] Die Zielplanheitsform (Delta L / L)
ziel sowie die Planheitslimits ((Delta L / L)
lim sind in der Figur 11.3 ebenfalls dargestellt. Wenn dieser Vorgang in einer Warmstraße
stattfindet, bei der die Bandkanten naturgemäß etwas kälter sind, dann verschlimmert
sich die Situation beim Abkühlvorgang des Warmbandes im Coil noch zusätzlich. Eine
Walzkraftumverteilung z. B. unter Verminderung der Walzkraft an F6 und Erhöhung an
F4/F5 gem. Figuren 11.4 bis 11.6 verbessert die Situation.
[0049] Eine damit verbundene Änderung der Body-Unplanheit kann durch die Stellglieder Arbeitswalzenbiegung
oder CVC-Walzen ausgeglichen werden. Durch Analyse der Vorgänge beim Abkühlprozess
des Warmbandes auf dem Auslaufrollgang und im Coil lassen sich die Zielbandverlängerungen
für das Warmband über der Breite ermitteln, um danach die Kaltbandplanheit zu verbessern.
Die Vorgehensweise hierzu ist im Flussdiagramm gemäß Fig. 13 dargestellt.
[0050] Die Einbindung der Walzkraftumverteilung in das Gesamtiterationsschema zeigt die
Figur 12.
1. Verfahren zum Walzen eines Walzbandes in einer Bandstraße mit zumindest zwei Walzgerüsten
mit horizontal einstellbaren oberen und unteren Arbeitswalzen, die alleine wirken
(Duo-Gerüst) oder von denen sich jede unmittelbar oder über eine Zwischenwalze an
einer Stützwalze abstützt, oder in einem Reversiergerüst, an dem mindestens zwei Stiche
gewalzt werden, in der bzw. dem das Walzband einer Zustandsänderung unterworfen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest an einem Bandbereich einerseits eine Ziel-Unplanheitsform über die
Breite des Bandes vorgegeben, und andererseits eine dort faktisch erreichte Unplanheitsform
ermittelt und mit der vorgegebenen Unplanheitsform verglichen, daraus eine Differenz
errechnet und zur Verfügung stehende mechanisch oder physikalisch wirksame Stellglieder
in der Art eingesetzt werden, dass die Differenz möglichst weitgehend minimiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass anstelle oder zusätzlich zur Vorgabe einer Ziel-Unplanheitsform ein Profil
der Ziel-Spannungsverteilungen oder Ziel-Verlängerungen des Bandes über der Breite
vorgegeben und mit den faktisch erreichten Spannungsverteilungen bzw. Verlängerungen
verglichen, die sich dabei ergebenden Differenzen errechnet und die Stellglieder in
der Art eingesetzt werden, dass die Differenzen minimiert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung eines im kalten Zustand planen Bandes beim warmen Band über die
Bandlänge unterschiedliche Unplanheitsformen vorgegeben werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei ungenügender Minimierung der Differenz die Eingangsbedingungen, d. h. die
Eigenschaften des einlaufenden Bandes wie Bandkontur, Planheitsform bzw. Bandtemperaturverteilung
des zuständigen Gerüstes geändert und das Ergebnis optimiert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erzeugen unterschiedlicher Band-Unplanheitsformen die Arbeitswalzenbiegung,
PC-Gerüst-Stellwinkel, CVC-Verschiebung oder zusätzlich weitere mechanisch oder physikalisch
wirksame Stellglieder über die Bandlänge konstant oder veränderlich eingestellt werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschreibung der Zielwerte, Unplanheitsformen und die mathematische Auswertung
durch Aufteilen der Bandbreite in einen Bodybereich und in einen Kantenbereich vorgenommen
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Unplanheitsform durch eine Polynomfunktion

beschrieben wird, wobei y* die Koordinate für die Bandverlängerung, Bandunplanheit
oder Bandspannung und x die Bandbreitenkoordinate darstellt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Unplanheitsform alternativ als Punktfolge (x,y) beschrieben wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Zielwert für die Unplanheitsform durch eine Polynomfunktion gemäß Anspruch
7 oder als Punktfolge (x-y) gemäß Anspruch 8 beschrieben wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass um die Zielwerte positive und negative Limits (Bandspannung, Planheit, Bandverlängerung/Bandverkürzung)
definiert und die Stellglieder derart eingesetzt werden, dass die Band-Spannungsverteilung,
Planheitsverteilung, Verteilung von Bandverlängerung/Verkürzung innerhalb der Limits
liegen, bzw. eine Überschreitung der Limits minimiert wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Limits für die zulässige Unplanheitsform durch eine Polynomfunktion nach
Anspruch 7 oder als Punktfolge (x,y) gemäß Anspruch 8 beschrieben werden.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zielunplanheitsformen sowie die Planheitslimits über der Breite eines Bandes
für die unterschiedlichen Gerüste bzw. Stiche unterschiedliche Formen und Niveaus
annehmen können.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer Bandverlängerung/Verkürzung parabolischer oder übergeordneter
Art über die Bandbreite Stellglieder verwendet werden, die das elastische Verhalten
des Walzensatzes beeinflussen, wobei diese Stellglieder axiale Verschiebemittel für
die Arbeitswalzen oder Biegevorrichtungen für diese oder beide dieser Mittel zugleich
umfassen.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vermeidung von Zipfelwellen am warmen Band sowie im Kaltzustand des Bandes
eine Verteilung der Walzkraft in dem Sinne vorgenommen wird, dass die Walzkraft zumindest
im letzten Gerüst reduziert und die Walzkraft stromaufwärts gelegener Gerüste erhöht
wird.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgänge beim Abkühlen des Walzbandes auf dem Auslaufrollgang sowie im
Coil und die dabei stattfindenden Band-Verlängerungen/Verkürzungen sowohl im Bodybereich
als auch im Bereich der Bandkanten analysiert und die dabei ermittelten bzw. errechneten
Längenänderungen durch entsprechendes Presetting der Stellglieder zumindest im letzten
Gerüst kompensiert werden.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass mechanisch wirkende Stellglieder eingesetzt und durch nicht-mechanische, z.B.
positive oder negative thermische Stellglieder unterstützt werden.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die gemessene Unplanheitsform mit der Zielplanheitsform verglichen und die
Differenz für Adaptionszwecke herangezogen wird.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz zwischen der gerechneten bzw. gemessenen Unplanheitsform und
der Zielplanheitsform analysiert und in parabolische Anteile sowie in Anteile höherer
Ordnung aufgeteilt wird, und dass Stellglieder danach entsprechend ihrer Wirkung eingesetzt
werden.
19. Vorrichtung zum Walzen eines Walzbandes in einer Bandstraße mit zumindest zwei Walzgerüsten
mit horizontal einstellbaren oberen und unteren Arbeitswalzen, die alleine wirken
(Duo-Gerüst) oder von denen sich jede unmittelbar oder über eine Zwischenwalze an
einer Stützwalze abstützt, oder in einem Reversiergerüst, an dem mindestens zwei Stiche
gewalzt werden, in der bzw. dem das Walzband einer Zustandsänderung unterworfen wird,
zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens zwei oder mehrere der folgenden Stellglieder umfasst:
- Verschiebbare Arbeitswalzen (10, 11) oder Arbeitswalzenbiegeeinrichtungen (13);
- Mittel zum paarweisen Verschränken der Arbeitswalzen (10, 11) und Stützwalzen (9);
- Zonenkühlungen (15) für die Arbeitswalzen (10, 11);
- Thermische Abdeckungen (18) an Längsbereichen der Arbeitswalzen (10, 11);
- Bandkantenheizungen (14) vor, innerhalb oder nach der Fertigstraße, z. B. im Bereich
des Ablaufrollganges;
- Bandkanten-Kühlvorrichtung(en) (16) vor, innerhalb oder nach der Fertigstraße;
- Bandkantenschmiervorrichtung(en) (17) innerhalb der Fertigstraße.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass unterstützend zu den aufgeführten Stellgliedern eine Online-Schleifvorrichtung
eingesetzt wird, welche so angesteuert, angeordnet und ausgebildet ist, dass sie die
Arbeitswalzen (10, 11) des Auslaufgerüstes lokal an den Stellen nachschleift, an welchen
zu lange Bandfasern gemessen werden und somit die Differenz zwischen der gemessenen
Unplanheitsform und der Zielunplanheitsform beseitigt bzw. minimiert.