(57) Verfahren zum Herstellen von Porenbetonkörpern mit den Schritten:
a) Gießen einer Ausgangsmasse in eine Form mit geringerer Höhe als Länge und Breite,
b) Vorhärten der gegossenen Masse zu einem quaderförmigen Kuchen,
c) Kippen des Kuchens aus seiner waagerechten Ausgangslage um 90° auf eine untere
Schmalseite,
d) Schneiden des Kuchens in zu dessen Außenflächen parallelen Ebenen,
e) Kippen des Kuchens soweit in Richtung auf seine waagerechte Ausgangslage, daß sich
eine an die untere Schmalseite angrenzende Bodenschicht entfernen läßt, und Entfernen
der Bodenschicht,
f) Kippen des Kuchens zurück in die senkrechte Lage auf die untere Schmalseite, und
g) Aushärten des Kuchens in senkrechter Lage.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Porenbetonkörpern mit den
Schritten a) Gießen einer Ausgangsmasse in eine Form mit geringerer Hohe als Länge
und Breite; b) Vorhärten der gegossenen Masse zu einem quaderförmigen Kuchen; c) Kippen
des Kuchens aus seiner waagerechten Ausgangslage um 90° auf eine untere Schmalseite;
d) Schneiden des Kuchens in zu dessen Außenflächen parallelen Ebenen.
[0002] Bei diesem bekannten Verfahren zur Herstellung von Porenbetonkörpern wird der Kuchen
auf seine schmalste Längsseite gekippt und in dieser Lage geschnitten. Nach dem Schneiden
verbleibt der Kuchen auch bei dem nachfolgenden Härten im Autoklaven und bis zum Verpacken
des fertigen Materials in dieser Lage.
[0003] Die Vorteile dieser Lage beim Schneiden des Kuchens sind bekannt. Man erreicht dadurch
eine gute Ausnutzung des Autoklaven, und es ist im Gegensatz zu anderen Verfahren
im Autoklaven weniger Stahl zu erwärmen, da die Tragpaletten schmaler sind und keine
Stapeltische benötigt werden. Dadurch wird der Energieverbrauch verringert. Weiterhin
stehen dem Dampf im Autoklaven zum Eindringen in dem Kuchen die beiden größten Flächen
zur Verfügung. Beim Verpackungsvorgang schließlich können Blöcke mit Greifern aufgenommen
und ohne zusätzliches Drehen flach auf Holzpaletten abgelegt werden, welches eine
gebräuchliche, vorteilhafte Verpackung darstellt.
[0004] Das bekannte Verfahren weist jedoch auch Nachteile auf. Bei der Dampfhärtung im Autoklaven
besteht verstärkt die Gefahr des Verklebens der horizontalen Schichten. Hier kann
eine in den Verfahrensablauf eingefügte Trenneinrichtung Abhilfe schaffen, die nach
dem Härten im Autoklaven mittels hydraulisch betätigten Greifern die Lagen trennt.
Bei nachteiligen Verfahrensbedingungen in Bezug auf Rohstoffe, Prozeßführung und/oder
Temperaturen kann es jedoch von Zeit zu Zeit in der untersten horizontalen Schneidfuge
zwischen der unteren Abfallschicht, welche im Kuchen verbleibt, und der ersten Schicht
mit Steinen oder der ersten Platte beim Autoklavieren zu stärkeren Verklebungen kommen.
Bei dem Trennen der Lagen bzw. Schichten kann es gelegentlich passieren, daß die untere
Abfallschicht zerbricht und somit zu Störungen des weitgehend automatisierten Betriebsablauf
führt. Eine stärkere/dickere Bodenschicht könnte hier Abhilfe schaffen, führt aber
insgesamt zu einer schlechteren Materialausnutzung.
[0005] Im ungünstigsten Fall bleiben große Teile der Bodenschicht mit der ersten Steinlage
bzw. Platte so stark verbunden, daß diese Teile unbrauchbar werden. Der Anteil des
harten Abfalls würde erhöht und die Wirtschaftlichkeit des Prozesses verschlechtert.
[0006] Die Gründe dafür, daß die gelegentlich starke Verbindung nur in der untersten Schnittfuge
auftritt, obwohl schon die nächsthöhere Schicht gut trennbar ist, sind nicht immer
genau bestimmbar. Mit großer Wahrscheinlichkeit spielen folgende Umstände dabei eine
Rolle:
- in der untersten Schnittfuge tritt durch die größte Summe der aufliegenden Schichten
der höchste Flächendruck auf;
- bei häufiger, stoßartiger Bewegung kann eine Gefügezerstörung, verbunden mit Freisetzen
von Wasser an der Schnittfläche, erfolgen, so daß an diesen Stellen ein verstärktes
Kleben möglich ist;
- durch Wärmeabgabe an die Außenwand der Form bzw. an den Härteboden ist die Kuchentemperatur
an den betreffenden Schnittfugen niedriger;
- beim Aushärten ist dieser Bereich durch den eindringenden Dampf am schlechtesten zu
erreichen.
[0007] Neben den genannten Effekten vermindern sogenannte Gärrisse von 10 bis 20 mm Tiefe
die ohnehin herabgesetzte Festigkeit der Bodenschicht noch weiter, wodurch das automatische
Abtrennen erschwert wird.
[0008] Es ist grundsätzlich naheliegend, die Bodenschicht nach dem Schneiden und vor dem
Härten im Autoklaven zu entfernen. Damit werden nicht nur einige Gründe für das verstärkte
Kleben bzw. die schlechte Abtrennbarkeit der Bodenschicht beseitigt, sondern es werden
noch zusätzliche Vorteile erzielt. Einerseits ist die Bodenschicht noch weich und
kann, in Wasser aufgerührt, den Prozeß als sogenannter "Grünabfall" sehr vorteilhaft
wieder zugeführt werden. Dadurch wird eine nicht unerhebliche Menge an Bindemitteln
gespart, wodurch die Produktionskosten gesenkt werden. Andererseits entfällt ein nachträgliches
Hantieren und Entsorgen der als Hartabfall anfallenden Bodenschicht. Beim Autoklavieren
wird weniger Energie benötigt, da die Bodenschicht nicht unnützerweise gehärtet werden
muß. Außerdem ist bei gleicher Produktionskapazität ein geringerer Autoklavdurchmesser
ausreichend, wodurch die Maschinenkosten gesenkt werden.
[0009] Aus der DE-OS 2108300 ist ein Verfahren bekannt, bei dem der Kuchen zum Schneiden
auf die schmale Längsseite gekippt wird und vor dem Härten im Autoklaven wieder in
die flache Lage zurückgekippt wird. Dieses Verfahren bietet ebenso einige der genannten
Vorteile und vermindert die Gefahr des Klebens. Es ist aber erforderlich, die Kuchen
mit einer wesentlich höheren Festigkeit zu schneiden, da die Kuchen zwecks besserer
Dampfeindringung im Autoklaven auf sogenannten Härterosten ruhen, die gegenüber einer
durchgehenden Platte eine verringerte Auflagefläche aufweisen, wodurch der Flächendruck
erhöht wird. Eine durchgehende Platte wäre nicht sinnvoll, da dann von unten kein
Dampf in die große Kuchenfläche eintreten könnte und die Härtezeit im Autoklaven verlängert
würde.
[0010] Bei entsprechend harten Kuchen ist aber das herkömmliche Schneidverfahren nur noch
teilweise anwendbar, da beim Schneiden zu harter Kuchen Risse auftreten können, die
das Produkt beschädigen.
[0011] Auch bei einem aus der DE-AS 2043081 bekannten Verfahren wird der Kuchen in waagerechter
Lage in den Autoklaven eingebracht, was mit den genannten Nachteilen verbunden ist.
[0012] Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, das eingangs genannte Verfahren zum
Herstellen von Porenbetonkörpern dahingehend weiterzuentwickeln, daß bei einem verminderten
Verkleben und weniger Hartabfall gleichwohl eine gute Ausnutzung des Autoklaven erreicht
wird.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß in einer ersten Variante durch das Verfahren nach
dem Anspruch 1 gelöst, wobei der in senkrechter Lage bereitstehende, geschnittene
Kuchen soweit in Richtung auf seine waagerechte Ausgangslage gekippt wird, daß sich
eine an der unteren Schmalseite liegende Bodenschicht entfernen läßt, die Bodenschicht
entfernt wird, der Kuchen in die senkrechte Lage auf die untere Schmalseite zurückgekippt
wird und in senkrechter Lage ausgehärtet wird.
[0014] In einer zweiten Variante nach dem Anspruch 5 wird der in senkrechter Lage bereitstehende
Kuchen um 180° gedreht, so daß sich eine nunmehr an der obenliegenden Schmalseite
liegende Bodenschicht entfernen läßt. Nach Entfernen der Bodenschicht verbleibt der
Kuchen in seiner senkrechten Lage und wird so in den Autoklaven befördert. Vorteilhaft
ist hierbei, daß die Bodenschicht nach dem Abtrennen nicht unkontrolliert herabfällt,
sondern kontrolliert abgenommen werden kann.
[0015] Bevorzugte Ausgestaltungen der beiden erfindungsgemäßen Verfahren sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
[0016] In der ersten Variante wird der Kuchen nach dem Schneiden und vor dem Härten soweit
aus der vertikalen in die horizontale Lage bewegt, daß sich die Bodenschicht durch
eine geeignete Vorrichtung entfernen läßt oder durch Gravitation von selbst herabfällt.
Dabei wird der Kuchen kurzzeitig in einer Kippeinrichtung auf eine durchgehende Platte
übergeben. Der Härteboden, auf dem der Kuchen in seiner vertikalen Lage ruhte, wird
wegbewegt, und nachdem die Bodenschicht entfernt ist, wieder an die schmale Längsseite
des Kuchens herangeführt. Danach wird der Kuchen erneut aufgerichtet, so daß er mit
seiner schmalen Längsseite wieder auf dem Härteboden ruht.
[0017] In der zweiten Variante wird der Kuchen in einer modifizierten Kippeinrichtung zunächst
auf eine durchgehende Platte und dann mit seiner der ursprünglichen schmalen Standseite
gegenüberliegenden Schmalseite auf einen zweiten Härteboden übergeben, auf dem er
nach Vervollständigung seiner 180°- Drehung zu liegen kommt. Die nun obenliegende
Bodenschicht wird in geeigneter Weise entfernt und der Kuchen anschließend im Autoklaven
ausgehärtet.
[0018] Der besondere Vorteil gegenüber den bekannten Verfahren besteht darin, daß der Kuchen
nach dem Schneiden und dem Entfernen der Bodenschicht wieder aufgerichtet wird bzw.
in senkrechter Lage verbleibt. Dadurch werden die Vorteile des aufrecht stehenden
Kuchens beim Autoklavieren beibehalten und um den Vorteil des verminderten Autoklavdurchmessers
ergänzt, und zwar in Verbindung mit den Vorteilen, die durch vermindertes Kleben und
weniger Hartabfall erzielt werden. Die Kuchen können auch weiterhin relativ weich
geschnitten werden, da sie nur kurzzeitig und ganzflächig auf eine durchgehende Platte
gekippt werden.
1. Verfahren zum Herstellen von Porenbetonkörpern mit den Schritten:
a) Gießen einer Ausgangsmasse in eine Form mit geringerer Höhe als Länge und Breite,
b) Vorhärten der gegossenen Masse zu einem quaderförmigen Kuchen,
c) Kippen des Kuchens aus seiner waagerechten Ausgangslage um 90° auf eine untere
Schmalseite,
d) Schneiden des Kuchens in zu dessen Außenflächen parallelen Ebenen,
e) Kippen des Kuchens soweit in Richtung auf seine waagerechte Ausgangslage, daß sich
eine an die untere Schmalseite angrenzende Bodenschicht entfernen läßt, und Entfernen
der Bodenschicht,
f) Kippen des Kuchens zurück in die senkrechte Lage auf die untere Schmalseite, und
g) Aushärten des Kuchens in senkrechter Lage.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kuchen in Schritt e) um
90° in die waagerechte Ausgangslage gekippt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenschicht in
Schritt d) geschnitten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenschicht in
Schritt e) geschnitten wird.
5. Verfahren zum Herstellen von Porenbetonkörpern mit den Schritten:
a) Gießen einer Ausgangsmasse in eine Form mit geringerer Höhe als Länge und Breite,
b) Vorhärten der gegossenen Masse zu einem quaderförmigen Kuchen,
c) Kippen des Kuchens aus seiner waagerechten Ausgangslage um 90° auf eine untere
Schmalseite,
d) Schneiden des Kuchens in zu dessen Außenflächen parallelen Ebenen,
e) Drehen des Kuchens um 180°, so daß die in Schritt c) untenliegende Schmalseite
oben liegt, und Entfernen einer an diese Schmalseite angrenzenden Bodenschicht,
f) Aushärten des Kuchens in senkrechter Lage.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenschicht in Schritt
d) geschnitten wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenschicht in Schritt
e) geschnitten wird.