[0001] Die Erfindung betrifft eine Mehrstationenpresse zur aufeinanderfolgenden Bearbeitung
von Werkstücken in mehreren Schritten nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher
definierten Art.
[0002] Aus der EP 0 439 684 B1 ist eine Stanzpresse mit einem Rahmen, einem Antrieb, einer
vom Antrieb getriebenen Stößelvorrichtung und einer Grundplattenvorrichtung bekannt.
Dabei ist eine Antriebswelle in den Stoßelabschnitten zugeordnete Wellenabschnitte
unterteilt. Die Stößelabschnitte sind voneinander unabhängig, wobei die Grundplattenvorrichtung
in gleicher Weise in voneinander unabhängig abgestützte Grundplattenabschnitte unterteilt
ist. Dadurch sollen die UT-Lagen der einzelnen Stößel phasenverschoben festgelegt
werden, um die Gesamtbelastung der Maschine kleiner zu halten. Weiterhin sollen dadurch
lange und schmale Werkzeuge zum Einsatz gebracht werden können.
[0003] Nachteilig ist dabei, daß die beschriebene Phasenverschiebung fest eingestellt ist,
wodurch die Presse nur für einen Betriebspunkt optimal auslegbar ist. Dabei ist die
Phasenverschiebung zwischen den Stößelabschnitten selbstverständlich immer auf den
schlechtesten Fall bezüglich Ziehtiefe, Werkstückbreite usw. einzustellen.
[0004] Die DE-PS 1 452 772 beschreibt eine Stufenpresse mit einem Hauptstößel und einem
oder mehreren weiteren Stößein, bei dem die weiteren Stößel gegenüber dem Hauptstößel
den UT-Punkt zeitverschoben durchlaufen. Dadurch sollen Belastungsspitzen für die
Presse vermieden werden.
[0005] Dabei ist jedoch ebenfalls nachteilig, daß die einzelnen Stößel in einer festen Phasenverschiebung
zueinander stehen. Dadurch kann die Hubzahl der Presse nicht über ein bestimmtes oberes
Niveau angehoben werden.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Mehrstationenpresse zu schaffen, bei der
die Verhältnisse bezüglich Durchlaufzeit und Hubzahl für jedes spezifische Werkstück
optimal sind, wodurch eine erhöhte Ausbringungsmenge erreicht werden soll. Insbesondere
soll der Phasenversatz der einzelnen Pressenstufen optimal an die Hubzahl der Presse
angepaßt werden können.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Mehrstationenpresse gemäß Anspruch 1
gelöst.
[0008] Durch die erfindungsgemäße verstellbare Kupplung können die einzelnen Pressenstufen
sehr exakt auf ihre spezifischen Merkmale eingestellt werden, wie z.B. die Form und
die Größe des Werkstücks und somit auch des Werkzeugs, den Umformgrad, die Ziehtiefe
und weitere bei der Blechumformung auftretende Einflußgrößen, wodurch der gesamte
Preßvorgang variabel gestaltet werden kann. Der Phasenversatz kann vorteilhafterweise
gezielt auf jede einzelne Ziehtiefe bzw. andere spezifische Gegebenheiten einer Pressenstufe
eingestellt werden.
[0009] Es ist nunmehr einerseits möglich, für den Transport der Werkstücke mehr Zeit vorzusehen,
insbesondere die exakte Zeitdauer für den Transport festzulegen, weil es möglich ist,
den Stößel der einzelnen Pressenstufe so einzustellen, daß er den unteren Totpunkt
zu einem beliebig einstellbaren späteren Zeitpunkt erreicht.
[0010] Andererseits ist es auch möglich, die Stößel mit einer höheren Geschwindigkeit zu
bewegen, da der durch diese höhere Geschwindigkeit entstehende Zeitverlust für das
Transportsystem dadurch ausgeglichen werden kann, daß der Stößel der nachfolgenden
Pressenstufe zu einem späteren Zeitpunkt den unteren Totpunkt durchläuft und somit
das Transportsystem wiederum die selbe Zeit wie bisher zur Verfügung hat.
[0011] Weiterhin ist es erfindungsgemäß möglich, einen größeren zurückzulegenden Transportweg,
der aus den verschiedensten Gründen auftreten kann, durch ein variables Einstellen
der Kupplung und somit der Bewegung der jeweiligen Stößel auszugleichen.
[0012] Da Mehrstationenpressen meist eine sehr lange Lebensdauer haben, kann durch neue
Werkstücke, neue Werkzeuge oder neue Technologien ein Wandel in der Nutzung der Presse
auftreten. Dieser Wandel kann bei der Konstruktion der Maschine normalerweise nicht
berücksichtigt werden. Durch die verstellbare Kupplung ist es nunmehr möglich, die
Mehrstationenpresse besser an verschiedene Werkzeuge oder Werkstücke anzupassen und
auch im Nachhinein noch Veränderungen durchzuführen bzw. Kundenwünsche zu berücksichtigen.
[0013] Durch die somit geschaffene Mehrstationenpresse kann die Hubzahl den Pressengegebenheiten
angepaßt werden und in vielen Fällen erhöht werden. Damit steigt auch der Teileausstoß
der Maschine, da dieser unmittelbar von der Hubzahl der Presse abhängt.
[0014] Die Verstellung der Kupplungen kann in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern
innerhalb der Mehrstationenpresse durchführbar sein. Dies können der Transportweg
eines Werkstückes, die Größe eines Werkzeuges oder die Ziehtiefe eines Werkstückes
sein.
[0015] Dadurch ergibt sich eine optimale Anpassung der Mehrstationenpresse und des in der
Mehrstationenpresse ablaufenden Preßvorgangs an die oben beschriebenen Parameter,
die für den Preßvorgang entscheidend sind.
[0016] Zur Verstellung der Kupplungen können verschiedene Einrichtungen vorgesehen sein.
Besonders einfache Verstellmöglichkeiten ergeben sich bei der Verwendung einer Verriegelungseinrichtung
der Antriebswelle, einer Verriegelungseinrichtung eines der Stößel oder einer Druckpunktverstelleinrichtung.
Es ist lediglich notwendig, den Antrieb an irgendeiner Stelle verriegeln zu können,
um somit die einzelnen Kupplungen auf die jeweiligen Gegebenheiten einstellen zu können.
[0017] Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmäßig
beschrieben.
[0018] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Mehrstationenpresse mit einem darin angeordneten Transfersystem;
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus Fig. 1 in vergrößerter Darstellung mit einem Werkstück;
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße Mehrstationenpresse mit einer Antriebseinrichtung in einer anderen
Ausführungsform;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die Mehrstationenpresse gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- eine Einzeldarstellung der Antriebseinrichtung aus Fig. 4;
- Fig. 6
- den oberen Teil der Mehrstationenpresse aus Fig. 1 in einer perspektivischen Darstellung;
und
- Fig. 7
- eine vergrößerte Darstellung der verstellbaren Kupplung gemäß der Linie VII aus Fig.
3;
[0019] Gemäß Fig. 1 ist der untere Teil einer Mehrstationenpresse 1 dargestellt. Die Mehrstationenpresse
1 ist in Arbeitsstationen bzw. Pressenstufen 2, 3, 4, 5, 6 aufgeteilt. Jede Pressenstufe
2, 3, 4, 5, 6 weist einen Tisch 7, 8, 9, 10, 11 auf, an dessen Oberseite jeweils ein
Schiebetisch 12, 13, 14, 15, 16 angeordnet ist. Auf den Schiebetischen 12 bis 16 befinden
sich zu einem jeweiligen Werkzeug gehörende Unterwerkzeuge 21, 22, 23, 24, 25. Den
Pressenstufen 2 bis 6 sind Stößel 27, 28, 29, 30, 31 zugeordnet. An den Stößein 27
bis 31 sind Oberwerkzeuge 32, 33, 34, 35, 36 angebracht, die dafür vorgesehen sind,
mit den Unterwerkzeugen 21 bis 25 zusammenzuarbeiten Wie ebenfalls Fig. 1 zu entnehmen
ist, befinden sich die Stößel 27 bis 31 in unterschiedlichen Höhen innerhalb ihrer
Pressenstufen 2 bis 6.
[0020] Die Pressenstufen 2 bis 6 sind bezüglich einer Durchlaufrichtung T hintereinander
angeordnet und mittels eines Transfersystems 40, das durch separate Transfereinrichtungen
41, 42, 43, 44 gebildet ist, miteinander verkettet. Aufgrund der separaten Transfereinrichtungen
41 bis 44 wird das Transfersystem 40 auch als segmentiertes Transfersystem 40 bezeichnet.
[0021] Die Transfereinrichtungen 41 bis 44 können untereinander baugleich ausgebildet sein,
wobei das Transfersystem 40 als sogenanntes Zwei-Achs-Transfersystem 40 ausgebildet
ist. Dies bedeutet, daß das Transfersystem 40 lediglich einen Transportschritt und
einen Hebehub ausführen muß und im Gegensatz zu anderen bekannten Transfersystemen,
die meist als Drei-Achs-Systeme ausgeführt waren, ein Schließvorgang wegfällt. Die
Transfereinrichtungen 41 bis 44 sind unabhängig voneinander steuerbar.
[0022] Die Wirkungsweise der Transfereinrichtungen 41 bis 44 wird nun im folgenden gemäß
Fig. 2 beispielhaft durch die Transfereinrichtung 41 dargelegt. Dabei ist eine an
der Transfereinrichtung 41 angebrachte Quertraverse 46 in drei verschiedenen Positionen
dargestellt. An der Quertraverse 46 sind zwei als Saugerspinnen 47 ausgebildete Greifeinrichtungen
angeordnet, wodurch ein Werkstück 48, welches ebenfalls in drei verschiedenen Positionen
dargestellt ist, transportiert werden kann. Die drei Positionen, in denen sich das
Werkstück 48 befindet, sind dabei auf dem Unterwerkzeug 21, auf dem Unterwerkzeug
22 sowie zwischen den Pressenstufen 2 und 3.
[0023] Die Stößel 27 und 28 werden durch eine Antriebseinrichtung 50 auf und ab bewegt.
Die Antriebseinrichtung 50 ist in Fig. 3 dargestellt und es wird daher auf die Ausführung
der Antriebseinrichtung 50 erst zu einem späteren Zeitpunkt eingegangen. Durch die
Bewegung der Stößel 27 und 28 wird das Werkstück 48 entsprechend der Ausgestaltung
der Unterwerkzeuge 21 und 22 sowie der Oberwerkzeuge 32 und 33 verformt. Die Transfereinrichtung
41 ist nunmehr dafür vorgesehen, das Werkstück 48 von der einen Pressenstufe 2 in
die nächste Pressenstufe 3 zu transportieren. Dieser Transportvorgang muß möglichst
schnell vollzogen werden, um eine maximale Geschwindigkeit der Stößel 27 und 28 und
somit eine maximale Hubzahl der Mehrstationenpresse 1 erreichen zu können.
[0024] Das Werkstück 48 wird nach Durchlaufen der Pressenstufe 3 von der Transporteinrichtung
42 in gleicher Weise in die Pressenstufe 4 transportiert, bis es letztendlich als
Fertigteil die Pressenstufe 6 verläßt. Selbstverständlich wird, sobald das Werkstück
48 eine der Pressenstufen 2 bis 6 verläßt, ein neues nicht dargestelltes Werkstück
in die jeweilige Pressenstufe 2 bis 6 eingelegt und jeder Stößel 27 bis 31 bearbeitet
bei einem Niedergang ein Werkstück.
[0025] Da die Auf- und Abwärtsbewegung der Stößel 27 und 28 in bekannter Weise durch eine
Rotationsbewegung der Antriebseinrichtung 50 ausgelöst wird, wird die lineare Bewegung
der Stößel 27 und 28 im folgenden anhand einer Kreisbewegung mit einem Winkel von
360° erklärt. Somit stellt ein oberer Totpunkt OT der Stößel 27 bzw. 28 den O°- und
360°-Punkt der Bewegung dar. Ein unterer Totpunkt UT stellt demzufolge den 180°-Punkt
der Bewegung dar. Somit findet die Abwärtsbewegung der Stößel 27 und 28 in einem Bereich
zwischen 0° und 180° statt, wohingegen die Aufwärtsbewegung der Stößel 27 und 28 zwischen
180° und 360° liegt.
[0026] Die im folgenden genannten Gradzahlen sind lediglich beispielhaft zu sehen und werden
durch verschiedene Parameter, wie z.B. das Werkstück 48, die Unterwerkzeuge 21 und
22, die Oberwerkzeuge 32 und 33 sowie durch verschiedene andere Faktoren beeinflußt.
Die Transfereinrichtung 41 kann z.B. erst bei einer 240°-Stellung des Stößels 27 in
die Pressenstufe 2 einfahren. Dort greift die Transfereinrichtung 41 durch die Saugerspinnen
47 das Werkstück 48 und bewegt sich in Richtung der Pressenstufe 3. Um das Werkstück
48 für die nachfolgende Bearbeitung in die Pressenstufe 3 zu bringen, kann die Transfereinrichtung
41 die Pressenstufe 3 z.B. bei einer 120°-Stellung wieder verlassen haben. Dies ergibt
somit einen Drehwinkel von 240°, in welchem die Transfereinrichtung 41 das Beladen
der Pressenstufe 3 vollzogen haben muß, um Kollisionen zu vermeiden. Dieser Drehwinkel
kann auch in eine Zeit umgerechnet werden, da zu jedem Weg bzw. Drehwinkel eine Zeit
gehört. In dieser Zeit muß dann der Transportvorgang abgeschlossen sein, was auch
als Zeitfenster für den Transportvorgang bezeichnet wird.
[0027] Da die Pressenstufen 2 bis 6 alle die selbe Hubzahl aufweisen, gilt dieser Be- und
Entladevorgang für alle Pressenstufen 2 bis 6. Um der Bewegung der Transfereinrichtung
41 eine längere Zeit für diesen Vorgang zu ermöglichen, wird nun der Stößel 28 im
Vergleich zum Stößel 27 um z.B. 20° versetzt. Bei der 180°-Stellung des Stößels 27
befindet sich der Stößel 28 dann erst in der 160°-Stellung. Dies bedeutet, daß die
Transfereinrichtung 41 nunmehr 260° statt bisher 240° für den Be- und Entladevorgang
zur Verfügung hat. Mit anderen Worten, es ergibt sich ein größeres Zeitfenster, in
welchem der Transportvorgang vollzogen werden kann. Dadurch kann eine höhere Stößelgeschwindigkeit
erreicht werden, wodurch auch die Hubzahl steigt. Andererseits ist es dadurch möglich,
einen größeren zurückzulegenden Weg zwischen der Pressenstufe 2 und der Pressenstufe
3 ohne Verringerung der Stößelgeschwindigkeit zu überbrücken.
[0028] Die oben beschriebene Phasenverschiebung wird in gleicher Weise jeweils auch zwischen
den Stößein 28 bis 31 durchgeführt. Dadurch verbleibt zwar das Werkstück 48 längere
Zeit in der Mehrstationenpresse 1, was je nach Einstellung der Phasenverschiebung
der Stößel 27 bis 31 bis zu 180° und mehr sein kann, dies spielt jedoch für die Hubzahl
der Mehrstationenpresse 1 keine Rolle. Da die Hubzahl nicht absinkt, sondern durch
Optimierung der Stößelgeschwindigkeiten sogar ansteigen kann, sind als Resultat sogar
erhöhte Ausstoßmengen zu erwarten. Die Hubzahl der Mehrstationenpresse 1 bestimmt
ja bekanntlich die Ausstoßmenge an Werkstücken 48 und nicht die Durchlaufzeit eines
einzelnen Werkstücks 48.
[0029] Der optimale Phasenversatz zwischen zwei hintereinander angeordneten Stößein 27 bis
31 hängt von verschiedenen Einflußfaktoren ab, welche allgemein zum Bereich der Pressenauslegung
gerechnet werden können. Dies sind z.B. die Hubzahl der Mehrstationenpresse 1, der
Umformgrad des umzuformenden Werkstücks 48, wozu auch die Ziehtiefe zu rechnen ist,
die Breite des Werkstücks 48, sowie allgemein die Transportbewegung des Werkstücks
48. Die Transportbewegung des Werkstücks 48 hängt vor allem von der geometrischen
Beschaffenheit der Pressenstufen 2 bis 6 ab.
[0030] Gemäß Fig. 3 und Fig. 4 ist die Mehrstationenpresse 1 in einer anderen Darstellungsform
gezeigt. Dabei sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nur vier Pressenstufen 2 bis
5 dargestellt. Sie weist jedoch im wesentlichen die selben Merkmale wie die Mehrstationenpresse
1 gemäß Fig. 1 auf, wobei jedoch näher auf die Antriebseinrichtung 50 eingegangen
wird. Die Antriebseinrichtung 50 der Mehrstationenpresse 1 ist gemäß Fig. 5 im wesentlichen
vollständig dargestellt und weist zwei Antriebsmotoren 51, 52 auf. Die Antriebsmotoren
51, 52 sind durch eine Getriebeeinrichtung 53 mit einer Antriebswelle 54 verbunden.
Die Antriebswelle 54 ist in mehrere Wellenabschnitte 55, 56, 57, 58 aufgeteilt, die
jeweils einer Pressenstufe 2 bis 5 zugeordnet sind. An dem von den Antriebsmotoren
51, 52 entfernten Ende der Antriebswelle 54 befindet sich eine in bekannter Weise
ausgeführte Zentralverriegelung 59. Die Wellenabschnitte 55 bis 58 sind durch Kupplungen
60, 61, 62 miteinander verbunden.
[0031] Die Kupplungen 60 bis 62 sind verstellbar ausgeführt. Dadurch ist es möglich, den
oben erwähnten Phasenversatz zwischen den Stößein 27 bis 31 beliebig einzustellen.
Dabei ist es erforderlich, daß jede Kupplung 60 bis 62 einzeln für sich einstellbar
ist bzw. ein- und ausrückbar ist. Die Verstellung der Kupplungen 60 bis 62 ist auf
verschiedene Art und Weise möglich.
[0032] Vetriegelt man z.B. den Wellenabschnitt 58, so ist durch Verstellen der Kupplung
62 die Phasenverschiebung zwischen den Wellenabschnitten 57 und 58 einstellbar. Durch
ein zusätzliches Verriegeln des Wellenabschnitts 57 wird demnach durch Verstellen
der Kupplung 61 die Phasenverschiebung zwischen dem Wellenabschnitt 56 und dem Wellenabschnitt
57 eingestellt. Selbstverständlich ist diese Verstellung der Kupplungen 60 bis 62
zur Einstellung einer Phasenverschiebung zwischen den Wellenabschnitten 55 bis 58
und somit zwischen den Pressenstufen 2 bis 5 in beliebigen Kombinationen durch Verriegeln
jeweils eines der Wellenabschnitte 55 bis 58 möglich.
[0033] Eine weitere Möglichkeit zur Verstellung der Kupplungen 60 bis 62 und somit der Einstellung
der Phasenverschiebung ist es, den Stößel 31 festzusetzen. Dieses Verstellen der Kupplungen
60 bis 62 geht prinzipiell in derselben Art und Weise wie das Verriegeln der Wellenabschnitte
55 bis 58 vor sich. Dadurch wird ebenfalls erreicht, daß sich die Antriebswelle 54
im von den Antriebsmotoren 51 und 52 entfernten Bereich nicht verdrehen kann. Eine
solche nicht dargestellte Verriegelungseinrichtung zum Verriegeln eines der Stößel
27 bis 31 ist in bekannter Weise ausgeführt und üblicherweise an den Stößein 27 bis
31 von Mehrstationenpressen 1 vorhanden.
[0034] Eine nicht dargestellte sogenannte Druckpunktverstelleinrichtung bietet eine alternative
Möglichkeit zum Verstellen der Kupplungen 60 bis 62. Diese ist ebenfalls üblicherweise
im oberen Teil der Stößel 27 bis 31 vorgesehen. Die Druckpunktverstelleinrichtung
ist gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung dafür vorgesehen, den Stößel an unterschiedliche
Werkzeuge anzupassen. Somit könnte durch gleichzeitige Verriegelung aller Stößel 27
bis 31 mit Hilfe der Druckpunktverstelleinrichtung die gewünschte Phasenverschiebung
der Stößel 27 bis 31 in einfacher Weise eingestellt werden. Die Sößel 27 bis 31 werden
durch eine jeweilige Versieglung festgesetzt. Die Kupplungen 60 bis 62 werden nun
gelöst. Durch
[0035] Verfahren der Druckpunktverstellung werden die Kupplungshälften zueinander verdreht.
Ist der neue Wert des Phasenversatzes erreicht, werden die Kupplungen wieder festgesetzt.
[0036] Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Kupplung 62 stellvertretend für die Kupplungen
60 bis 62. Die Kupplung 62 verbindet hier den Wellenabschnitt 57 mit dem Wellenabschnitt
58. An der Kupplung 62 sind um den Umfang mehrere Hydraulikzylinder 68 angebracht.
Ein an dem Hydraulikzylinder 68 angebrachter Vorsprung 69 greift in eine Aussparung
70 einer ebenfalls zu der Kupplung 62 gehörenden Muffe 71 ein.
[0037] Im Betrieb verbindet die Muffe 71 den Wellenabschnitt 57 und 58. Zum Einstellen eines
neuen Phasenabsatzes wird die Muffe 71 mit Hilfe der Hydraulikzylinder 68 nach links
verschoben und die Verbindung zwischen Muffe 71 und Wellenabschnitt 58 ist aufgehoben.
Nun kann der Wellenabschnitt 58 gegenüber Wellenabschnitt 57 verdreht werden. Ist
die neue Stellung erreicht, wird die Muffe 71 mit Hilfe der Hydraulikzylinder 68 wieder
nach rechts bewegt und die Wellenabschnitte 57 und 58 sind wieder verbunden.
[0038] Somit können die Kupplungen 60 bis 62 verstellt werden, wodurch ein Phasenversatz
zwischen den Pressenstufen 2 bis 6 in beliebiger Größenordnung einstellbar ist. Selbstverständlich
ist es im Rahmen der Erfindung möglich, beliebig viele Pressenstufen durch die oben
beschriebenen Kupplungen miteinander zu verbinden und einen entsprechenden Phasenversatz
zwischen diesen Pressenstufen einzustellen.
- 1
- Mehrstationenpresse
- 2, 3, 4, 5, 6
- Pressenstufen
- 7, 8, 9, 10, 11
- Tisch
- 12, 13, 14, 15, 16
- Schiebetisch
- 21, 22, 23, 24, 25
- Unterwerkzeuge
- 27, 28, 29, 30, 31
- Stößel
- 32, 33, 34, 35, 36
- Oberwerkzeuge
- 40
- Transfersystem
- 41, 42, 43, 44
- Transfereinrichtungen
- 46
- Quertraverse
- 47
- Saugerspinnen
- 48
- Werkstück
- 50
- Antriebseinrichtung
- 51, 52
- Antriebsmotoren
- 53
- Getriebeeinrichtung
- 54
- Antriebswelle
- 55, 56, 57, 58
- Wellenabschnitte
- 59
- Zentralverriegelung
- 60, 61, 62
- Kupplungen
- 63, 64, 65, 66, 67
- Getriebeeinrichtungen
- 68
- Hydraulikzylinder
- 69
- Vorsprung
- 70
- Aussparung
- 71
- Muffe
1. Mehrstationenpresse (1) zur aufeinanderfolgenden Bearbeitung von Werkstücken (48)
in mehreren Schritten, insbesondere Saugerpresse zur Bearbeitung von Blechteilen,
mit mehreren hintereinander angeordneten Pressenstufen (2-6), die von dem Werkstück
(48) aufeinanderfolgend zu durchlaufen sind, mit wenigstens einer Transfereinrichtung
(41) zum Transportieren des Werkstücks (48), mit einer gemeinsamen Antriebseinrichtung
(50) für alle Pressenstufen (2-6), die eine in Wellenabschnitte (55-58) aufgeteilte
Antriebswelle (54) aufweist, wobei jedem Wellenabschnitt (55-58) mindestens eine Pressenstufe
(2-6) zugeordnet ist und mit von der Antriebswelle (54) angetriebenen Stößeln (27-31),
die jeweils einer Pressenstufe (2-6) zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß mit Hilfe einer Verstelleinrichtung oder mehrerer Verstelleinrichtungen (60,
61, 62) ein Phasenversatz oder mehrere Phasenversatze veränderbar ist.
2. Mehrstationenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Phasenversatz in Abhängigkeit von einem Transportweg eines Werkstückes (48)
innerhalb der Mehrstationenpresse (1) einstellbar ist.
3. Mehrstationenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Phasenversatz in Abhängigkeit von der Größe eines Werkzeuges (48) innerhalb
der Mehrstationenpresse (1) einstelbar ist.
4. Mehrstationenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Phasenversatz in Abhängigkeit von einer Zieh-tiefe eines Werkstückes (48)
innerhalb der Mehrstationenpresse (1) einstellbar ist.
5. Mehrstationenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß zur Verstellung des Phasenversatzes eine Verriegelungseinrichtung der Antriebswelle
(54) vorgesehen ist.
6. Mehrstationenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verstellung des Phasenversatzes eine Verriegelungseinrichtung eines der Stößel
(27-31) vorgesehen ist.
7. Mehrstationenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß zur Verstellung des Phasenversatzes eine Druckpunktverstelleinrichtung vorgesehen
ist.
8. Mehrstationenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwischen zwei hintereinander angeordneten Wellenabschnitten (55-58) eine
verstellbare Kupplung (60-62) zur Einstellung eines spezifischen Phasenversatzes zwischen
zwei aufeinander folgenden Pressenstufen (2-6) angeordnet ist.