| (19) |
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(11) |
EP 0 850 786 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.03.2002 Patentblatt 2002/11 |
| (22) |
Anmeldetag: 10.12.1997 |
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| (54) |
Hotmelt-Transfermaterial, Verfahren zu seiner Herstellung und dessen Verwendung
Hotmelt transfer material, process for making the material, and the use thereof
Matière de hotmelt-transfert, procédé pour sa fabrication et son utilisation
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
| (30) |
Priorität: |
30.12.1996 CH 320296
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.07.1998 Patentblatt 1998/27 |
| (73) |
Patentinhaber: Huggenberger, Christian, Dr. |
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8048 Zürich (CH) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Huggenberger, Christian, Dr.
8048 Zürich (CH)
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| (74) |
Vertreter: Staub, Gabriella, Dr. et al |
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c/o MODIANO, JOSIF PISANTY & STAUB,
Baaderstrasse 3 80469 München 80469 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 588 716 US-A- 5 242 739 US-A- 5 501 902
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EP-A- 0 618 079 US-A- 5 271 990
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 095, no. 001, 28. Februar 1995 & JP 06 278378 A (GENERAL
KK), 4. Oktober 1994
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 095, no. 003, 28. April 1995 & JP 06 340184 A (NEW
OJI PAPER CO LTD), 13. Dezember 1994
- DATABASE WPI Section Ch, Week 9602 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class A97,
AN 96-016414 XP002095604 & JP 07 290849 A (DAINIPPON PRINTING CO LTD), 7. November
1995
- DATABASE WPI Section Ch, Week 9621 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class A89,
AN 96-204599 XP002095605 & JP 08 072426 A (ASAHI GLASS CO LTD) , 19. März 1996
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 011, no. 128 (M-583), 22. April 1987 & JP 61 270192
A (DAINIPPON PRINTING CO LTD), 29. November 1986
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 012, no. 134 (M-689), 23. April 1988 & JP 62 257889
A (RICOH CO LTD), 10. November 1987
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Hotmelt-Transferfolie gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs
1, ein Verfahren zur Herstellung desselben, sowie dessen Verwendung.
[0002] Das Gestalten und Herstellen von farbig bedruckten und bemalten T-Shirts und Stofftaschen
stösst auf Beachtung. Im Handel sind Stoffmalstifte und pinselverarbeitbare Malfarben
mit wärmefixierbaren Farbstoffen erhältlich, mit denen direkt auf Textilien gemalt
werden kann. Anschliessend müssen die bemalten Stellen von der Rückseite her mit einem
heissen Bügeleisen wärmefixiert werden, damit die Farbe waschecht wird. Zum Aufbringen
der Farbe muss der Stoff gespannt werden, da sonst beim Bemalen Falten entstehen,
was die Bearbeitung erschwert. Zudem wird durch die beschränkte Farbpalette die gestalterische
Freiheit eingeschränkt. Andererseits sind am Markt Hotmelt-Transferfolien (sogenannte
Textiltransferfolien) erhältlich, die mittels xerografischen Farbkopierern bedruckt
werden. Es können beliebige Vorlagen auf solche Folien kopiert und anschliessend in
Bügelpressen auf Textilien übertragen werden. Auf diese Weise können auch auf Papier
aufgebrachte Malereien und Zeichnungen letztlich auf Textilien abgebildet werden,
allerdings mit einem Qualitätsverlust in der Farbwiedergabe verbunden. Für eine direkte
Bezeichnung und Bemalung mit dem üblichen Malfarben wie wässrigen- oder lösungsmittelhaltigen
Malstiften, Wasserfarben und Wachsmalkreiden sind jedoch diese Folien ungeeignet.
In der Patentschrift US 5,242,739 sind Hotmelt-Transferfolien beschrieben, deren wärmetransferierbaren
Schichten sich für das Bedrucken mit Thermotransfer- und Matrixdruckern, aber auch
zum Bemalen mit Wachsfarben eignen. Da diese Schichten nicht offenporig sind, werden
wässrige Farben schlecht angenommen und ungenügend fixiert. Neuerdings sind Hotmelt-Transferfolien
käuflich, die mittels Ink-Jet-Farbdruckern bedruckbar sind, wobei der Transfer auf
Baumwolle enthaltende Textilgewebe mit einem gewöhnlichen Bügeleisen erfolgen kann.
Derartige Folien sind in der Patentschrift US 5,501,902 beschrieben. Auf ein Trägermaterial,
das Papier sein kann, ist eine poröse Schicht aufgebracht, die thermoplastische, feinteilige
Polymerpartikel, ein Bindemittel auf der Basis eines thermoplastischen Polymers und
Zusätze wie Polyethylenglykole für die rasche Aufnahme und Viskositätsveränderung
wässriger Tinten, enthalten und weitere Zusätze für die Fixierung der wässrigen Tinte
nach der Uebertragung auf Textilien aufweisen. Das Gewichtsverhältnis von Binder und
Polymerpartikel (Pigment) ist derart eingestellt, dass die Schicht eine Porösität
aufweist. Dies ist dann der Fall, wenn das Verhältnis nahe der kritischen Pigmentvolumenkonzentration
liegt und die Schicht eine Tendenz zum Auskreiden aufweist. Dies äussert sich in einer
geringen mechanischen Festigkeit der Schicht. Für die direkte Bezeichnung und Bemalung
mit gängigen, von Kindern verwendeten Malfarben wie wässrige oder lösungsmittelhaltige
Malstifte, Wasserfarben und Wachsmalkreiden ergeben die auf diesen Patentschriften
basierenden Hotmelt-Transferfolien ungenügende Resultate, da beim Bezeichnen und Bemalen
wässrige Farben wie beispielsweise mit dem Pinsel aufzutragende Wasserfarben bei kräftigem
Auftrag ungenügend aufgenommen oder bei der Bezeichnung mit Stiften oder Kreiden die
Schichten mechanisch verletzt werden, da die Partikel der porösen Schicht zu wenig
verankert sind. Ausserdem wird durch die Verwendung von Zusätzen in der Schicht wie
Polyethylenglykole die Fixierung der Malfarben und somit die Waschechtheit beinträchtigt,
so dass beim Waschen der Textilien in warmem Wasser die Farben ausbluten.
[0003] Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, die bekannten Hotmelt-Transferfolien
für die Ink-Jet-Anwendung derart zu modifizieren, dass ein direktes Bemalen mit gängigen,
von Kindern verwendeten Malstiften und Malfarben, die wässrige Farben, lösungsmittelhaltige
Farben, oder Wachsfarben enthalten, möglich wird und beim Waschprozess mit warmem
Wasser die Farben fixiert bleiben. Die Erfindung wird mit Hilfe der erfindungsgemässen
Merkmale nach dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0004] Eine Verbesserung der Aufnahme wässriger und lösungsmittelhaltiger Farben und deren
Fixierung wird dadurch erreicht, indem die poröse Schicht poröse, benetzbare Partikel
aus thermoplastischem kunststoff mit einer möglichst grossen Oberfläche zur Adsorption,
beziehungsweise Absorption des Farbstoffes aufweist. Weitere, in der oben genannten
Patentschrift beschriebene Zusätze für die verbesserte Wasseraufnahme, die die Waschbarkeit
beeinträchtigen, entfallen. Die Partikel bestehen aus porösen, thermoplastischen Kunststoffteilchen
mit spezifischen Oberflächen > 6 m
2/g und mit einer Schmelztemperatur < 200 °C. In diesem Fall verschmelzen beim heissen
Aufbügeln der Schicht auf einen Stoff die Partikel zusammen mit Farbstoff, Bindemittel
und allfälligen weiteren Hotmeltschichten. Pulver von thermoplastischen Kunststoffen
zu finden, die diese Bedingungungen erfüllen, erweist sich als schwierig. Feine Pulver
von Kunststoffen können durch Mahlen und Sieben erhalten werden. In diesem Fall liegt
die mittlere Partikelgrösse in der Regel über 50 Mikrometer mit einer breiten Korngrössenverteilung.
Die Partikel sind kugelförmig und die spezifischen Oberflächen liegen unterhalb von
0,2 m
2/g. Feinere Pulver werden durch Fällen des Kunsstoffes aus der Lösung direkt beim
Herstellungsprozess erhalten. Je nach Bedingungen fallen Pulver mit mittleren Partikelgrössen
von ungefähr 5 bis 90 Mikrometer an mit jeweils relativ enger Korngrössenverteilung,
wobei in der Regel die Partikel ebenfalls kugelförmig gebildet werden, so dass die
spezifischen Oberflächen unterhalb von 2 m
2/g liegen. Nur bei speziell geführten Herstellungs-, Fällungs- und schonenden Trocknungsprozessen
entstehen poröse Partikel, als Primärteilchen selber, oder als stabile Aggregate mit
mittleren Partikelgrössen von 5 bis 40 Mikrometer, die aus ultrafeinen Primärpartikeln,
die kleiner als 0,2 Mikrometer sein können, gebildet werden. Solche Partikel weisen
spezifische Oberflächen auf, die wesentlich über 2 m
2/g liegen. Eine weitere vorteilhafte Eigenschaft, die solche Kunststoffpartikel aufweisen
sollten, ist eine Benetzungsfähigkeit gegenüber Wasser und Lösungsmitteln. Ein käufliches
thermoplastisches Polymerpulver, das aus derartigen Partikeln besteht, ist beispielsweise
ein feinteiliges Polyamidpulver, das mittels Polyaddition, anschliessendem Fällungsprozess
und schonender Trocknung hergestellt wird, eine Oberfäche von ungefähr 25 m
2/g, eine Partikelgrösse von ungefähr 10 Mikrometer und eine Benetzungsfähigkeit gegenüber
Wasser und Lösungsmitteln aufweist. Solche Partikel adsorbieren, beziehungsweise absorbieren
bedeutend mehr Farbstoff als kugelige Partikel mit glatter Oberfläche. Als Bindemittel
dient ein thermoplastisches, bei einer Temperatur <200 °C schmelzendes Polymer, das
die Partikel mechanisch genügend verankert, aber minimal dosiert ist und derart ausgewählt
ist, dass die Schicht offenporig bleibt und das Bindemittel die porösen Partikel nicht
vollständig umhüllt. Das thermoplastische Bindmittel weist vorteilhaft eine Schmelztemperatur
< 140 °C auf, so dass es beim Uebertrag auf Textilien durch Einwirkung des heissen
Bügeleisens oder der Bügelpresse leicht schmelzen kann. Andererseits soll das Bindemittel
möglichst gegen Waschlösungen beständig sein. Beispiele von geeigneten Bindemitteln,
die auf wässrigen Dispersionen oder gelösten Kunststoffen basieren, finden sich in
der obengenannten Patentschrift US 5,501,902. Bindmittel, die auf gelösten Kunststoffen
basieren, sollten gegen die in den lösungsmittelhaltigen Farben verwendeten Lösungsmittel
inert sein.
[0005] Eine weitere Verbesserung der Aufnahme wässriger und lösungsmittelhaltiger Farben
und eine Verbesserung der mechanischen Stabilität wird durch eine Bindemittelschicht,
die selber eine porige oder poröse Struktur aufweist, erreicht. Die Eigenporigkeit
oder Eigenporösität des Bindemittels erlaubt eine viel höhere Dosierung des Bindemittels
im Verhältnis zu den porösen Partikeln weit unterhalb der kritischen Pigmentvolumenkonzentration
und damit weit entfernt von einer Tendenz zum Auskreiden. Die porige Struktur des
Bindmittels selber fördert den Zutritt von wässrigen und lösungsmittelhaltigen Farben
zu den Partikeln. Eine detaillierte Uebersicht über Methoden zur Erzeugung poröser
Membranschichten mit weiterführenden Literaturzitaten findet sich im Buch "Membranen
und Membranprozesse" von Eberhard Staude, Verlag VCH, Kap. 2.2.2.3 (Nassfällung) bis
Kap. 2.2.2.4 (kombinierte Trocken-Nassfällung). Kunststoffe werden in einem Lösungsmittel
gelöst und auf einen Träger beschichtet (gegossen) und anschliessend in einem Fällbad
eingetaucht. Das Fällungsmittel muss im Lösungsmittel selber löslich sein. Es erfolgt
ein Uebergang vom Sol- zum Gelzustand und damit die Koagulation. Anschliessend wird
die porige Membran getrocknet. Es können auch mit ternären Gemischen (Membranpolymer/
Lösungsmittel/ Fällungsmittel) porige Schichten hergestellt werden (siehe hierzu J.A.
Seiner & H.L. Gerhart, Xl. FATIPEC Kongress 1972, S 131 (Lösungsmittelfällung)). Ein
Kunststoff wird in einem einphasigen Lösungsmittelgemisch, das ein den Kunststoff
lösendes Lösungsmittel und ein den Kunststoff nicht lösendes Fällungsmittel (non-solvent)
enthält, aufgelöst. Das Fällungsmittel weist einen tieferen Dampfdruck als das Lösungsmittel
auf. Lösungsmittel und Fällungsmittel sollen gegeneinander keine Mischungslücke aufweisen.
Das Membranbildungsverhalten kann mit dreieckigen Zustandsdiagrammen beschrieben werden.
Wird eine solche Kunststofflösung auf einen Träger beschichtet und das Lösungsmittel
abgedampft, so reichert sich das Fällungsmittel im Lösungsmittelgemisch an, bis am
Gelpunkt eine Auftrennung in zwei Phasen auftritt (Phaseninversion), eine mit Polymer
angereicherte Phase und eine Phase mit dem Fällungsmittel, die aus feinen, die Poren
vorbildenden Tröpfchen bestehen kann. Auf diese Weise können mit einer Vielzahl von
Kunststoffen innerhalb eines optimalen Bereiches des Mischungsverhältnisses von Lösungsmittel
und Fällungsmittel porige und/oder poröse Schichten hergestellt werden. Bei tieferer
Konzentration des Fällungsmittels, bilden sich lediglich geschlossene Mikroporen.
Bei grösserer Konzentration des Fällungsmittels fällt das Polymer aus bevor der Gelpunkt
erreicht ist. In diesem Fall werden offenporige Schichten bis hin zu pulvrigen, lockeren
Schichten erzeugt. Im richtigen Verhältnis gemischt, wird der Gelzustand erreicht,
wobei die Poren die Fällungsmitteltröpfchen enthalten. Durch Trocknen ergeben sich
porige, kontinuierliche Polymermembranen von guter mechanischer Stabilität. Unter
gewissen Bedingungen können beim Trocknungsprozess die Porenwände einreissen, wobei
sich poröse Schichten ergeben. Wird nun diese Methode zur Ausbildung von Poren im
Bindemittel mit der Verwendung von benetzbaren, porösen Kunststoffpartikeln kombiniert,
so werden weitere günstige Wirkungen erzielt. Wenn das ternäre Gemisch (Polymer/ Lösungsmittel/
Fällungsmittel) als weitere Komponente ins System eindispergierte, poröse Partikel
enthält, so bilden sich nach der Beschichtung der Dispersion auf einen Träger beim
Trocknen die Poren bevorzugt im Bereich der Partikel aus (Keimbildung). Tröpfchen
des Fällungsmittels im Gelfilm können leicht durch die porösen Partikel aufgenommen
werden und halten deren inneren und äusseren Oberflächen weitgehend bindemittelfrei.
Nach dem vollständigen Trocknen der Schicht liegen die Poren bevorzugt im Bereich
der Partikel, so dass nach dem Trocknen der Schicht die Aufnahmefähigkeit der Partikel
für wässrige und lösungsmittelhaltige Farben erhalten bleibt. Auf diese Weise können
selbst Bindemittelschichten, die für sich allein geschlossenporig sind, in Gegenwart
der Partikel poröse Schichten von sehr guter mechanischer Festigkeit ausbilden. Der
Bindemittelanteil in der Schicht kann so bis über 50 Gew.% betragen. Das Bindemittel
für die Hotmeltschicht muss eine Schmelztemperatur < 200 °C aufweisen, vorteilhaft
sogar < 150 °C. Bei der Auswahl von Lösungsmittel/ Fällungsmittel muss darauf geachtet
werden, dass diese die porösen Partikel nicht anquellen oder anlösen. Ausserdem ist
bei der Auswahl des Bindemittels der Inertheit gegenüber den Lösungsmitteln der Malstifte
(meist Alkohol) und der Waschbeständigkeit Beachtung zu schenken. Geeignete Bindemittel
sind beispielsweise Polyester, Polyacrylate, Polymethylmethacrylate, Ethylencopolymere,
Ethylen-acrylsäure-Copolymere und Polyamide.
[0006] Als Träger der porösen Hotmelt-Schicht können synthetische Papiere oder Kunsstoff-Folien,
die beim Aufbügeln genügend wärmeresistent sind, verwendet werden. Vorteilhaft werden
aber als Träger Papiere eingesetzt. Zur besseren Ablösung des Trägers von der Schicht
nach dem Aufbügeln werden vorteilhaft einseitig silikonisierte Träger verwendet. Solche
Träger sind als Abhäsivpapiere oder einseitig silikonisierte Papiere bekannt. Vorteilhaft
werden Papiere von 50 -100 g/m
2 verwendet. Die silikonisierte Seite dient als Zwischenschicht und muss genügend wärmeresistent
sein, damit sich die bemalte Schicht nicht mit dieser verbindet und ein Ablösen nach
dem Aufbügeln und Erkalten erschwert. Zur verbesserten Fixierung der Malfarben und
verbesserten Haftung auf den Textilien wird das erfindungsgemässe Hotmelt-Transfermaterial
vorteilhaft mit einer weiteren Hilfsschicht, die zwischen der porösen Schicht einerseits
und dem Trägermaterial oder einseitig silikonisiertem Trägermaterial andererseits
liegt und aus einem filmbildenden thermoplastischen Polymer besteht, ausgestattet.
Geeignete Polymere hierzu sind Thermoplaste mit einem Schmelzbereich unter 200 °C,
vorzugsweise Polyester, Schmelzklebstoffe für die Textilindustrie, etwa auf der Basis
von Polyethylen, oder siegelfähige Polymere, etwa Dispersionen für Heissiegelschichten,
beispielsweise auf der Basis von Ethylen-Copolymerisaten oder insbesondere Ethylen-acrylsäure-Copolymerisaten.
Auch diese Polymere werden vorzugsweise so ausgewählt, dass ihre Beständigkeit gegenüber
gängigen Lösemitteln der Malstifte genügend ist. Ausserdem muss die poröse Schicht
genügend auf dieser Schicht haften, um beim Bezeichnen und Bemalen nicht abgerieben
zu werden.
[0007] Eine erfindungsgemässe Hotmelt-Transferfolie eignet sich vorzüglich zum Bezeichnen
und Bemalen mit gängigen Malstiften und Malfarben wie wässrigen oder lösungsmittelhaltigen
Malstiften, Wachsmalkreiden und Wasserfarben. Wässrige und lösungsmittelhaltige Farben
werden durch die porösen Partikel in der porösen Schicht rasch aufgenommen und gut
adsorbiert beziehungsweise absorbiert. Beim Transfer auf Textilien verschwindet die
Porösität der Schicht und die thermoplastischen, mikroporösen Partikel mit dem Farbstoff
werden im Bindemittel und in der zweiten Hotmeltschicht aufgenommen, beziehungsweise
verschmolzen und damit bleibend fixiert. Eine ebenso gute Aufnahme in die Schicht
wird im Falle von oberflächlich aufgebrachter Wachsmalfarbe beim Aufbügeln auf Textil
erreicht. Das Bezeichnen und Bemalen auf einer erfindungsgemässen Hotmelt-Transferfolie
erfolgt ebenso leicht wie auf einem gewöhnlichen Papier, so dass mit den vertrauten
Farben gemalt werden kann. Eine bemalte Hotmelt-Transferfolie kann leicht von der
Rückseite her mit einem heissen Bügeleisen auf weisse oder farbige Baumwoll- oder
baumwollehaltigen Textilien wie T-Shirts oder Stofftaschen aufgebügelt werden. Nach
dem Abziehen des Trägers ist das gemalte Motiv in der ursprünglichen Qualität auf
das Textilgewebe aufgebracht und derart fixiert, dass das Textilgewebe mit warmem
Wasser unter Verwendung gängiger Waschmittel ohne Ausbluten und Beeinträchtigung der
Farbe gewaschen werden kann.
[0008] Das nun folgende Beispiel erläutert die Erfindung.
Beispiel
[0009]
1. Herstellung einer Bindemittellösung für die poröse Hotmeltschicht:
Ein gesättigter linearer Polyester, beispielsweise ein Vylon-Typ, wird in einem Gemisch
von Methylethylketon und einem Alkohol gelöst, wobei der Alkohol einen höheren Siedepunkt
als Methylethylketon aufweist. Für das spätere Eindispergieren der porösen Partikel
und Stabilisierung der stehenden Dispersion kann zusätzlich ein für oganische Füllstoffe
typisches Dispergierhilfsmittel eingerührt werden. Die Konzentration des Polyesters
in der Lösung sollte etwa 10 bis 30 Gew.% betragen und das Mischungsverhältnis Methylethylketon/Alkohol
wird derart eingestellt, dass sich beim Aufstreichen der viskosen Bindemittellösung
auf einen Träger und anschliessendem Trocken bei ungefähr 60 - 80 °C porige Schichten
ausbilden.
2. Poröse Partikel:
Polyamidpulver, beispielsweise Orgasol 3501 (Korngrösse ungefähr 10 Mikron, spezifische
Oberfläche ungefähr 25 m2/g).
3. Verdünnugsmittel: Methylethylketon/Alkohol im gleichen Mischungsverhältnis wie
oben.
4. wässrige Dispersion für das Aufbringen der Hotmeltschicht (Grundierung):
Eine Dispersion auf der Basis eines siegelfähigen Ethylen-acrylsäure-Copolymers, beispielsweise
ein Enorex-Typ mit einem Festkörpergehalt von ungefähr 40%.
Vorgehen:
[0010] In einem ersten Schritt wird mittels Handrakel die Dispersion für die Hotmeltschicht
(Grundierung) auf die Silikonseite eines einseitig silikonisierten Abhäsivpapiers
(80 g/m
2) aufgestrichen und anschliessend bei einer Temperatur von ungefähr 110 °C getrocknet.
Der Trockenauftrag sollte ungefähr 30 g/m
2 betragen. In einem zweiten Schritt wird die Dispersion für die poröse Hotmeltschicht
zubereitet. Mittels Rührwerk werden in die Bindemittellösung (Punkt 1) unter Dispergierbedingungen
abwechslungsweise Portionen des Polyamidpulvers (Punkt 2) und des Verdünnungsmittels
(Punkt 3) eingerührt, bis eine mit dem Handrakel beschichtbare, sämige Dispersion
geeigneter Viskosität entsteht. Auf die Hotmeltschicht (Grundierung/ 1. Schritt) wird
nun mittels Handrakel die Dispersion für die poröse Hotmeltschicht aufgestrichen und
bei einer Temperatur von ungefähr 60 - 80 °C getrocknet. Der Trockenauftrag sollte
etwa 30 g/m
2 betragen. Der Festkörperanteil des Bindmittels bezogen auf die poröse Hotmeltschicht
sollte etwa im Bereich von 30 bis 50 Gew.% liegen.
[0011] Die Schicht weist eine gute mechanische Stabilität und Porösität auf und lässt sich
mit den üblichen Malhilfsmitteln wie wässrigen und lösungsmittelhaltigen Malstiften,
Wasserfarben und Wachsmalkreiden ähnlich wie gewöhnliches Papier bemalen. Der Uebertrag
auf weisse und bunte Baumwoll-T-Shirts erfolgt mit dem Bügeleisen bei etwa 190 bis
200 °C (Wärmestufe für Baumwolle). Die Hotmett-Transferfolie wird mit der bemalten
Seite gegen das T-Shirt gelegt und an die gewünschte Stelle positioniert. Mit dem
Bügeleisen wird der Papierrücken unter kräftigem Druck gründlich überstrichen, damit
die Farbe mit der Schicht verschmelzen kann und diese sich mit dem Stoff verbindet.
Wenn sich der heissgewordene Papierrücken wieder etwas abgekühlt hat, wird das Abhäsivpapier
abgezogen. Anschliessend können mehrere Waschprozesse in einer Waschmaschine mit gängigen
Waschmitteln durchgeführt werden. Die Farben, selbst die Wasserfarben, erweisen sich
als waschecht.
1. Hotmelt-Transferfolie mit einer auf einem Träger aufgebrachten, porösen Hotmeltschicht,
die feine, aus thermoplastischem Kunststoff bestehende Partikel und ein auf thermoplastischem
Kunststoff basierendes Bindemittel enthält, wobei die im Bindemittel verankerten Partikel
eine poröse Struktur mit einer Oberfläche aufweisen, die von wässrigen und lösungsmittelhaltigen
Farben benetzt wird und die Farben adsorbiert bzw absorbiert, die Partikel aus einem
Pulver mit einer spezifischen Oberfläche von mindestens 6 m2/g und einer Korngrösse zwischen 2 Mikrometer und 50 Mikrometer gebildet sind, und
die Partikel und das Bindemittel unterhalb von 200 °C schmelzen.
2. Hotmelt-Transferfolie nach Anspruch 1 ,dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel aus Polyamid bestehen.
3. Hotmelt-Transferfolie nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel selber eine poröse Struktur, und/oder Poren im Bereich der Partikel
aufweist.
4. Hotmelt-Transferfolie nach Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Poren des Bindemittels durch Nassfällung, kombinierte Trocken-Nassfällung, oder
Lösungsmittelfällung gebildet sind.
5. Hotmelt-Transferfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel Polyester, Polyacrylate, Polymethylmethacrylate, Ethylen-Copolymere,
Ethylen-acrylsäure-Copolymere, oder Polyamide enthält.
6. Hotmelt-Transferfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Hotmeltschicht zwischen Träger und poröser Hotmeltschicht aufgebracht
ist.
7. Hotmelt-Transferfolie nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Hotmeltschicht Polyester, Polyethylen, Ethylen-Copolymere, oder Ethylen-acrylsäure-Copolymere
enthält.
8. Hotmelt-Transferfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger aus einem Papier besteht.
9. Hotmelt-Transferfolie nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Silikonschicht zwischen Träger und Hotmeltschicht aufgebracht ist.
10. Verfahren zur Herstellung einer Hotmelt-Transferfolie nach einem der Ansprüche 1 bis
9, dadurch gekennzeichnet, dass die Dispersion für das Aufbringen der porösen Hotmeltschicht die Partikel, das gelöste
Bindemittel, ein Fällungsmittel und ein Lösungsmittel, dessen Dampfdruck höher liegt
als derjenige des Fällungsmittels, enthält und diese Dispersion auf einen Träger beschichtet
und anschliessend unter Phaseninversion und Porenbildung getrocknet wird.
11. Verwendung der Hotmelt-Transferfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zum Bemalen
mit wässrigen Farben, lösungsmittelhaltigen Farben, oder Wachsfarben und Aufbügeln
auf Textilien.
1. Hot-melt transfer film with a porous hot-melt layer containing fine particles of thermoplastic
plastics and a binder based on thermoplastic plastics, applied to a substrate, the
particles anchored in the binder having a porous structure with a surface that is
wetted by aqueous and solvent-containing paints and the paints are adsorbed or absorbed,
the particles being in the form of powder with a specific surface of at least 6 m2/g and a grain size of between 2 micrometres and 50 micrometres, and the particles
and the binder melt at below 200°C.
2. Hot-melt transfer film as claimed in claim 1, characterised in that the particles consist of polyamide.
3. Hot-melt transfer film as claimed in one of claims 1 or 2, characterised in that the binder itself has a porous structure and/or pores in the region of the particles.
4. Hot-melt transfer film as claimed in claim 3, characterised in that the pores of the binder are formed by wet precipitation, combined dry-wet precipitation
or solvent precipitation.
5. Hot-melt transfer film as claimed in one of claims 1 to 4, characterised in that the binder contains polyester, polyacrylates, polymethyl methacrylates, ethylene
copolymers, ethylene-acrylic acid copolymers or polyamides.
6. Hot-melt transfer film as claimed in one of claims 1 to 5, characterised in that a second hot-melt layer is applied between substrate and porous hot-melt layer.
7. Hot-melt transfer film as claimed in claim 6, characterised in that the second hot-melt layer contains polyester, polyethylene, ethylene copolymers or
ethylene-acrylic acid copolymers.
8. Hot-melt transfer film as claimed in one of claims 1 to 7, characterised in that the substrate consists of a paper.
9. Hot-melt transfer film as claimed in claim 8, characterised in that a silicon layer is applied between substrate and hot-melt layer.
10. Method of producing a hot-melt transfer film as claimed in one of claims 1 to 9, characterised in that the dispersion for applying the porous hot-melt layer contains the particles, the
dissolved binder, a precipitating agent and a solvent whose vapour pressure is higher
than that of the precipitating agent and a substrate is coated with this dispersion
and then dried inducing phase inversion and pore formation.
11. Use of the hot-melt transfer film as claimed in one of claims 1 to 9 for painting
with aqueous paints, solvent-containing paints or wax-based paints and ironing onto
fabrics.
1. Feuille de transfert à couche thermofusible comportant, sur un support, une couche
thermofusible poreuse contenant de fines particules en polymère thermoplastique et
un liant à base de polymère thermoplastique, les particules incorporées dans le liant
ayant une structure poreuse avec une surface qui peut être mouillée avec des peintures
à base d'eau ou à base de solvant et adsorbe et absorbe ces peintures, les particules
étant des particules de poudre ayant une surface spécifique d'au moins 6 m2/g et une taille comprise entre 2 µm et 50 µm, et les particules et le liant ayant
un point de fusion inférieur à 200 °C.
2. Feuille de transfert à couche thermofusible selon la revendication 1, caractérisée par le fait que les particules sont en polyamide.
3. Feuille de transfert à couche thermofusible selon l'une des revendications 1 ou 2,
caractérisée par le fait que le liant lui-même a une structure poreuse et/ou comporte des pores à proximité des
particules.
4. Feuille de transfert à couche thermofusible selon la revendication 3, caractérisée par le fait que les pores du liant sont obtenus par précipitation par voie humide, par précipitation
combinée par voie sèche et voie humide, ou par précipitation dans un solvant.
5. Feuille de transfert à couche thermofusible selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisée par le fait que le liant contient des polyesters, des polyacrylates, des poly(méthacrylate), des
copolymères à base d'éthylène, des copolymères d'éthylène et d'acide acrylique ou
des polyamides.
6. Feuille de transfert à couche thermofusible selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisée par le fait qu'une deuxième couche thermofusible est appliquée entre le support et la couche thermofusible
poreuse.
7. Feuille de transfert à couche thermofusible selon la revendication 6, caractérisée par le fait que la deuxième couche thermofusible contient des polyesters, du polyéthylène, des copolymères
à base d'éthylène ou des copolymères d'éthylène et d'acide acrylique.
8. Feuille de transfert à couche thermofusible selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisée par le fait que le support est en papier.
9. Feuille de transfert à couche thermofusible selon la revendication 8, caractérisée par le fait qu'une couche de silicone est appliquée entre le support et la couche thermofusible.
10. Procédé de fabrication d'une feuille de transfert à couche thermofusible selon une
des revendications 1 à 9, caractérisé par le fait que la dispersion servant à l'application de la couche thermofusible poreuse contient
les particules, le liant sous forme dissoute, un agent précipitant et un solvant ayant
une pression de vapeur supérieure à celle de l'agent précipitant, que l'on dépose
cette dispersion sur un support et que l'on sèche ensuite l'ensemble provoquant ainsi
une inversion de phases et la formation de pores.
11. Utilisation d'une feuille de transfert thermofusible selon une des revendications
1 à 9 pour la peinture avec des peintures à base d'eau, des peintures à base de solvant
ou des couleurs grasses et transfert par repassage sur des matériaux textiles.