[0001] Die Erfindung betrifft eine Schließeinrichtung, insbesondere für eine Heckklappe
eines Kraftfahrzeuges, gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches
1.
[0002] Eine gattungsgemäße Schließeinrichtung ist aus der EP 0 565 929 A1 bekannt. Auf einem
Träger ist ein Schließbolzen angeordnet, der beim Verschließen einer Tür, einer Heckklappe
oder dergleichen, von einer Drehfalle einer Schloßmechanik umfaßt wird. Beim Schließvorgang
wird die Schloßmechanik, die Schloßelemente wie Drehfalle, Sperrklinke und weitere
Elemente beinhaltet, über Führungselemente, die ebenfalls - der trapezförmigen Ausbildung
der Schloßmechanik angepaßt - auf dem Träger angeordnet sind, beim Schließvorgang
geführt. Der Träger, die Führungselemente und gegebenenfalls ein parallel zu dem Träger
oberhalb der Führungselemente angeordnetes Karosserieteil bilden einen Schacht zur
Aufnahme der Schloßmechanik, in den Schmutz hineingelangen kann, der dann die Schloßmechanik
in ihrer Funktion beeinträchtigt. Darüber hinaus gehen von diesem Schacht oder auch,
wenn ein solcher nicht vorhanden ist, von dem vorstehenden Schließbolzen und gegebenenfalls
von den Führungselementen beim Benutzen des Kraftfahrzeuges Verletzungsgefahren aus.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schließeinrichtung bereitzustellen,
mit der Verschmutzungen und Verletzungsgefahren wirksam vermieden werden.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Die Bewegbarkeit der auf dem Träger angeordneten Führungselemente hat den Vorteil,
dass für den Fall, dass sich die Schloßmechanik nicht in dem Schacht bzw. zwischen
den Führungselementen befindet und den Schließbolzen anschließt, der Schacht verschlossen
ist und somit kein Schmutz in diesen Schacht gelangen kann. Somit ist er auch nicht
für Bedienpersonen zugänglich, so dass auch Verletzungsgefahren ausgeschaltet sind.
Darüber hinaus trägt die Verschließbarkeit der Schachtes, insbesondere bei dann geöffneter
Tür, Heckklappe oder dergleichen, zur optischen Gefälligkeit bei. Es kann zur Freigabe
des Schachtes bei Einführung auch an eine Längsbewegung (Verschiebung) der Führungselemente
gedacht werden.
[0005] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel, auf das der allgemeine Erfindungsgedanke jedoch nicht beschränkt
ist, ist im folgenden beschrieben und in der Figur 1 gezeigt.
[0007] Figur 1 zeigt als Teil der gesamten Schließeinrichtung einen Träger 1, auf dem ein
Schließbolzen 2 angeordnet ist. Die hier nicht gezeigte Schloßmechanik, die beispielsweise
Drehfalle, Sperrklinke und weitere, an sich bekannte Elemente aufweist, wird bei Betrachtung
der Figur 1 von oben in Richtung des Schließbolzens 2 bewegt, wobei die Bewegung der
auf dem Träger 1 angeordneten Führungselemente 3, die um eine Drehachse 4 herum bewegbar
sind, verschwenkt werden. Durch diese Bewegung der Führungselemente 3 um die Drehachse
4 wird der Schacht für die Schloßmechanik von dieser freigemacht und die Schließeinrichtung
kann in ihren geschlossenen Zustand überführt werden, in dem beispielsweise eine Drehfalle
den Schließbolzen 2 umfaßt. Wurde die Drehfalle von einer Sperrklinke freigegeben,
bewegt sich die Schloßmechanik wieder aus dem Schacht heraus. Die Führungselemente
3 folgen zunächst dieser Bewegung, da sie kraftbeaufschlagt sind. Dies erfolgt in
Figur 1 mittels einer Feder 5, die sich einerseits an dem Führungselement 3 und andererseits
an einem Abstützpunkt 6 an dem Träger 1 abstützt. Die Bewegung der Führungselemente
3 in einer Drehrichtung 7 erfolgt bis zu einem Punkt, an dem ein Ende 8 des jeweiligen
Führungselementes 3 an einen Anschlag 9, der ebenfalls an dem Träger 1 angeordnet
ist, anstößt und somit die Drehbewegung der Führungselemente 3 stoppt. Somit wird
das jeweilige Führungselement 3 kraftbeaufschlagt (mittels der Feder 5) in eine erste
Position gebracht, in der der Schacht verschlossen ist und von der Schloßmechanik
in eine weitere Position gebracht, in der der Schacht der Schloßmechanik zugänglich
ist. Um den Schließvorgang der Schließeinrichtung zu dämpfen, ist ein Dämpfungselement
10 vorgesehen, welches entweder an dem Führungselement 3 befestigt (geklebt, verschraubt,
eingeklemmt oder dergleichen) ist, oder an dem Träger 1, insbesondere an einem an
dem Träger 1 angeordneten Steg 11, in gleicher Weise befestigt ist. In bevorzugter
Weise ist das Dämpfungselement 10 an dem Steg 11 befestigt und verbleibt somit in
einer Ruheposition, so dass sich bei der Bewegung der Führungselemente 3 die bewegten
Massen reduzieren. Weiterhin kann vorgesehen werden, dass zumindest der Teil der Oberfläche
des Führungselementes 3, der den Schacht verdeckt bzw. mit dem die Schloßmechanik
in Berührung kommt, zu lackieren und/oder mit einer Beschichtung zu versehen, um einen
mechanischen Abrieb wirksam zu vermindern und die Lebensdauer zu erhöhen.
[0008] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind denkbar, ohne den Erfindungsgedanken aufzugeben.
So kann beispielsweise bei entsprechender Auslegung die Feder 5 gleichzeitig die Aufgabe
der Vorspannung und die Aufgabe der Dämpfung übernehmen, wobei auch weitere Elemente
zur Kraftbeaufschlagung der Führungselemente 3 wie beispielsweise Druckfedern, Hydraulikzylinder
oder dergleichen möglich sind. Auch als Dämpfungselement kann beispielsweise ein Hydraulikzylinder
oder ein Luftdruckzylinder Verwendung finden.
[0009] Weiterhin kann das in Figur 1 gezeigte Gebilde mit den Elementen wie Träger 1, Schließbolzen
2 und den weiter beschriebenen bzw. gezeigten Elementen als vormontiertes Modul ausgebildet
sein. Weiterhin ist vorgesehen, dass die Führungselemente 3 einschließlich der dazugehörigen
Elemente symmetrisch zu dem Schließbolzen 2 bzw. zur Bewegungsrichtung der Schloßmechanik
(wie dies in Figur 1 gezeigt ist) angeordnet sind. An dem dem Anschlag 8 des Führungselementes
3 abgewandten Ende ist eine Dichtlippe 12 vorgesehen, die insbesondere elastisch verformbar
ist und den Stoßbereich zwischen den beiden Führungselementen 3 verschließt. Auch
eine Zuziehhilfe, bei der beispielsweise der Schließbolzen 2 um eine exzentrische
Achse antreibbar ist, kann eingesetzt werden.
[0010] Eine bevorzugte Anwendung der erfindungsgemäßen Schließeinrichtungen ist bei Heckklappen
von Kraftfahrzeugen zu sehen, wobei diese Anwendungen nicht das einzige Anwendungsgebiet
darstellen.
1. Schließeinrichtung, insbesondere für eine Heckklappe eines Kraftfahrzeuges, mit einem
auf einem Träger (1) angeordneten Schließbolzen (2) sowie Führungselementen (3) zur
Aufnahme einer Schloßmechanik, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente (3)
bewegbar, insbesondere jeweils um eine Drehachse (4) verschwenkbar, auf dem Träger
(1) angeordnet sind.
2. Schließeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente
(3) symmetrisch zur Bewegungsrichtung der Schloßmechanik angeordnet sind.
3. Schließeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente
(3) kraftbeaufschlagt, insbesondere durch eine Feder (5), in eine erste Position und
von der Schloßmechanik in eine weitere Position bringbar sind.
4. Schließeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente
(3) in ihrer ersten Position an einem Anschlag (9) zur Anlage kommen.
5. Schließeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungselemente (3) zumindest teilweise eine Lackierung und/oder eine Beschichtung
aufweisen.
6. Schließeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass an den Führungselementen (3) Dämpfungselemente (10) befestigt sind, die an dem
Träger (1) oder an einem an dem Träger (1) angeordneten Steg (11) zur Anlage kommen.
7. Schließeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Träger (1) oder an einem an dem Träger (1) angeordneten Steg (11) Dämpfungselemente
(10) befestigt sind, die an den Führungselementen (3) zur Anlage kommen.
8. Schließeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass an dem der Drehachse (4) abgewandten Ende der Führungselemente (3) eine Dichtlippe
(12) angeordnet ist.
9. Schließeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schließeinrichtung
eine Zuziehhilfe aufweist.
10. Schließeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schließeinrichtung
jeweils als Modul die Schloßmechanik sowie den Träger (1) mit den darauf oder daran
angeordneten Elementen aufweist.