Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kesselanlage gemäss Oberbegriff des Anspruchs
1.
Stand der Technik
[0002] Die Flammenstabilisierung von vielen modernen Low-NOx-Brenners, wie vorzugsweise
aus EP-B1-0 321 809 hervorgeht, beruht auf der Erzeugung einer Rückströmzone oder
Rückströmblase (= Vortex-Breakdown). Diese Brenner werden oft als Vormischbrenner
bezeichnet, ausgehend von der Tatsache, dass die Vormischung des zum Einsatz kommenden
Brennstoffes innerhalb einer zum Brenner gehörenden Strecke vorgenommen wird. Bei
ungünstiger Auslegung des Drallerzeugers eines solchen Vormischbrenners geht durch
die hohe Drallzahl die gewünschte kurze Rückströmzone durch das Aufplatzen des Wirbels
in eine lange fast zylindrische Rückströmzone über. Beim Betrieb eines solchen Vormischbrenners
ohne eine anschliessende Brennkammer, oder bei einem zu grossen Brennraum, resp. bei
einem Brennraum, dessen Brennkammerwände relativ kalt sind, was typischerweise bei
Kesseln der Fall ist, wird den zurückströmenden Rauchgasen im Kern die Wärme entzogen.
Dies führt, insbesondere beim Start, zu einer ungenügenden Flammenstabilisierung,
und beim Betrieb des Vormischbrenners mit einem flüssigen Brennstoff zu einer unzureichenden
Vorverdampfung der Brennstofftropfen. Dieses Verhalten lässt sich auch bei Brennern
für Kesselanlagen mit einer passiven Rauchgasrezirkulation im Brennraum feststellen.
Diese Probleme können zum Flammenabriss oder zu Schwingungen führen, und machen ein
unerwünschtes besonderes Startprozedere notwendig. Bei Heizungsfeuerungen muss ausserdem
eine sehr lange Startphase vorgesehen werden, welche zu erhöhten Schadstoff-Emissionen
führt. Dies hängt im wesentlichen damit zusammen, dass der ganze Kessel mit seiner
relativ grossen thermischen Trägheit soweit aufgewärmt werden muss, bis die rückströmenden
Abgase eine ausreichende Temperatur aufweisen.
Darstellung der Erfindung
[0003] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist , liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Kesselanlage der eingangs
genannten Art Vorkehrungen vorzuschlagen, welche eine zu starke Abkühlung der reagierten
Rückströmgase verhindert.
[0004] Dies wird erreicht, indem die vom Vormischbrenner gebildete Rückströmzone durch eine
Vorrichtung, welche in der heissen Abgaszone angeordnet ist, in axialer Richtung begrenzt
wird.
[0005] Der wesentliche Vorteil einer solchen Vorrichtung, welche gegenüber der Ausdehnung
der Rückströmzone einen Körper als Limiter bildet, besteht darin, dass die Flammenstabilisation
extrem verbessert wird, und das Aufheizen des gesamten Brennraums während der Startphase
entfällt. Somit wird auch möglich, ganz auf eine separate und komplizierte Startvorrichtung
oder Startprozedur zu verzichten.
[0006] Vorteilhafte und zweckmässige Weiterbildungen der erfindungsgemässen Aufgabenlösung
sind in der weiteren abhängigen Ansprüchen gekennzeichnet.
[0007] Im folgenden wird anhand der Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung nicht erforderlichen
Elemente sind fortgelassen worden. Gleiche Elemente sind in den verschiedenen Figuren
mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Die Strömungsrichtung der Medien ist mit
Pfeilen angegeben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0008] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Kesselanlage, welche mit einem Vormischbrenner betrieben wird, mit einer Vorrichtung
für die Limitierung der Ausdehnung der Rückströmzone,
- Fig. 2
- eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung für die Limitierung der Ausdehnung der
Rückströmzone,
- Fig. 3
- einen Vormischbrenner zum Betrieb der Kesselanlage, in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 4
- eine weitere perspektivische Darstellung dieses Vormischbrenners aus anderer Ansicht
in vereinfachter Form,
- Fig. 5
- einen Schnitt durch den Vormischbrenner gemäss Fig. 2 oder 3, mit Injektoren bestückt,
wobei die Einströmungsebene von Zuführungskanälen parallel zur Brennerachse verlaufen,
- Fig. 6
- eine Konfiguration des Injektorsystems in Strömungsrichtung,
- Fig. 7
- eine weitere Ausgestaltung der Einströmungsebene von Zuführungskanälen und
- Fig. 8
- eine weitere Konfiguration des Injektorsystems in Strömungsrichtung.
Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit
[0009] Fig. 1 zeigt eine Kesselanlage 100, wie sie üblicherweise für Heizugsfeuerungen eingesetzt
wird. Diese Kesselanlage 100 besteht im wesentlichen aus einem aus einem Flammrohr
101 gebildeten Brennraum 17, der durch eine wärmebeständige Schottung 106 umgeben
ist. Die Kesselanlage wird durch einen Vormischbrenner betrieben, dessen Beschreibung
unter Fig. 3 und 4 näher hervorgeht. In der heissen Abgaszone 102, in einem Abstand
hinter der Frontplatte 18 des Vormischbrenners ist in der Ausdehnungsebene der Rückströmzone
eine Scheibe 103 mit einer abströmungsseitigen stabförmigen Halterung 104 angeordnet,
welche als Begrenzung gegenüber der Ausdehnung ebendieser Rückströmzone 24 in Strömungsrichtung
wirkt. Diese aus Scheibe 103 und Halterung 104 bestehende Begrenzung weist eine geringe
Wärmekapazität aus, und besteht vorzugsweise aus einem wärmebeständigen Material.
Hier können beispielsweise hochlegierte Stähle oder keramische Materialien zum Einsatz
kommen. Bei einer Blechkonstruktion dieser Begrenzung soll ein aus thermischen Beanspruchungen
hervorgerufenes Beulen oder Verbiegen dadurch verhindert werden, dass die Ränder der
Scheibe 103 geschlitzt oder umgebördelt werden. Durch die Vorrichtung wird die Flammenstabilisation
extrem verbessert, womit das Aufheizen des gesamten Brennraumes 17 während der Startphase
entfällt. Die Vorteile beim Einsatz dieser Vorrichtung ergeben sich auch daraus, dass
der Startvorgang einfacher zu gestalten ist. Was die nicht dargestellte Einleitung
der rückgeströmten Rauchgase betrifft, so wird auf die Rauchgas-Rezirkulation unter
Fig. 5-8 verwiesen.
[0010] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung zur Begrenzung der strömungsseitigen
Ausdehnung der Rückströmzone. Die Scheibe 103 ist durch einzelne Stützen 105 gehalten,
welche sich an dem Flammrohr 101 abstützen. Die weiteren Ueberlegungen unter Fig.
1 haben auch hier ihre Gültigkeit.
[0011] Fig. 3 zeigt einen Vormischbrenner in perspektivischer Darstellung. Zum besseren
Verständnis des Gegenstandes ist es vorteilhaft, wenn gleichzeitig bei der Erfassung
von Fig. 3 mindestens auch Fig. 4 herangezogen wird. Diese zwei Figuren haben hauptsächlich
den Zweck, die Art und die Funktionsweise eines solchen Brenners abzustecken.
[0012] Der Vormischbrenner gemäss Fig. 3 besteht aus zwei hohlen kegelförmigen Teilkörpern
1, 2, die versetzt zueinander ineinandergeschachtelt sind und mit einem gasförmigen
und/oder flüssigen Brennstoff betrieben wird. Unter dem Begriff "kegelförmig" wird
hier nicht nur die gezeigte, durch einen festen Oeffnungswinkel charakterisierte Kegelform
verstanden, sondern er schliesst auch andere Konfigurationen der Teilkörper mit ein,
so eine Diffusor- oder diffusorähnliche Form sowie eine Konfusor- oder konfusorähnliche
Form. Diese Formen sind vorliegend nicht speziell dargestellt, da sie dem Fachmann
ohne weiteres geläufig sind. Die Versetzung der jeweiligen Mittelachse oder Längssymmetrieachse
der Teilkörper 1, 2 zueinander (Vgl. Fig. 4, Pos. 3, 4) schafft auf beiden Seiten,
in spiegelbildlicher Anordnung, jeweils einen tangentialen Lufteintrittskanal 5, 6
frei, durch welche die Verbrennungsluft 7 in Innenraum des Vormischbrenners, d.h.
in den Kegelhohlraum 8 strömt. Die beiden kegeligen Teilkörper 1, 2 weisen je einen
zylindrischen Anfangsteil 9, 10, die ebenfalls, analog den vorgenannten Teilkörpern
1, 2, versetzt zueinander verlaufen, so dass die tangentialen Lufteintrittskanäle
5, 6 über die ganze Länge des Vormischbrenners vorhanden sind. Im Bereich des zylindrischen
Anfangsteils ist eine Düse 11 zur vorzugsweise Zerstäubung eines flüssigen Brennstoffes
12 untergebracht, dergestalt dass deren Eindüsung in etwa mit dem engsten Querschnitt
des durch die Teilkörper 1, 2 gebildeten Kegelhohlraumes 8 zusammenfällt. Die Eindüsungskapazität
und die Betriebsart dieser Düse 11 richtet sich nach den vorgegebenen Parametern des
jeweiligen Vormischbrenners. Der durch die Düse 11 eingedüsten Brennstoff 12 kann
bei Bedarf mit einem rückgeführten Abgas angereichert werden; sodann ist es auch möglich,
durch die Düse 11 die komplementäre Einspritzung einer Wassermenge zu bewerkstelligen.
[0013] Selbstverständlich kann der Vormischbrenner rein kegelig, also ohne zylindrische
Anfangsteile 9, 10 ausgebildet sein. Die Teilkörper 1, 2 weisen des weiteren je eine
Brennstoffleitung 13, 14 auf, welche entlang der tangentialen Eintrittskanäle 5, 6
angeordnet und mit Eindüsungsöffnungen 15 versehen sind, durch welche vorzugsweise
ein gasförmiger Brennstoff 16 in die dort vorbeiströmende Verbrennungsluft 7 eingedüst
wird, wie dies durch Pfeile 16 versinnbildlicht wird, wobei diese Eindüsung zugleich
die Brennstoffinjektionsebene (Vgl. Fig. 4, Pos. 22) des Systems bildet. Diese Brennstoffleitungen
13, 14 sind vorzugsweise spätestens am Ende der tangentialen Einströmung, vor Eintritt
in den Kegelhohlraum 8, plaziert, dies um eine optimale Luft/Brennstoff-Mischung zu
gewährleisten.
[0014] Brennraumseitig weist der Vormischbrenner eine als Verankerung für die Teilkörper
1, 2 dienende Frontplatte 18 mit einer Anzahl Bohrungen 19 auf, durch welche bei Bedarf
eine Misch- bzw. Kühlluft 20 dem vorderen Teil des Brennraumes 17 bzw. dessen Wand
zugeführt wird.
[0015] Wird der Vormischbrenner, wie bereits beschrieben, allein mittels eines flüssigen
Brennstoffes 12 betrieben, so geschieht dies über die zentrale Düse 11, wobei dieser
Brennstoff 12 dann unter einem spitzen Winkel in den Kegelhohlraum 8 bzw. in den Brennraum
17 eingespritzt wird. Aus der Düse 11 bildet sich sonach ein kegeliges Brennstoffprofil
23, das von der tangential einströmenden rotierenden Verbrennungsluft 7 umschlossen
wird. In axialer Richtung wird die Konzentration des eingedüsten Brennstoffes 12 fortlaufend
durch die einströmenden Verbrennungsluft 7 zu einer optimalen Gemisch abgebaut.
[0016] Will man den Vormischbrenner mit einem gasförmigen Brennstoff 16 betreiben, so kann
dies grundsätzlich auch über die zentrale Brennstoffdüse 11 geschehen, vorzugsweise
soll aber eine solche Betriebsart über die Eindüsungsöffnungen 15 vorgenommen werden,
wobei die Bildung dieses Brennstoff/Luft-Gemisches direkt am Ende der Lufteintrittskanäle
5, 6 zustande kommt.
[0017] Bei der Eindüsung des flüssigen Brennstoffes 12 über die Düse 11 wird am Ende des
Vormischbrenners die optimale, homogene Brennstoffkonzentration über den Querschnitt
erreicht. Ist die Verbrennungsluft 7 zusätzlich vorgeheizt oder mit einem rückgeführten
Abgas angereichert, so unterstützt dies die Verdampfung des flüssigen Brennstoffes
12 nachhaltig innerhalb der durch die Länge des Vormischbrenners induzierte Vormischstrecke.
Was die Zumischung eines rückgeführten Rauchgas betrifft, so wird auf die Fig. 5-8
verweisen.
[0018] Die gleichen Ueberlegungen gelten auch, wenn über die Brennstoffleitungen 13, 14
statt gasförmige nun flüssige Brennstoffe zugeführt werden sollten.
[0019] Bei der Gestaltung der kegelförmigen Teilkörper 1, 2 hinsichtlich der Zunahme des
Strömungsquerschnittes sowie der Breite der tangentialen Lufteintrittskanäle 5, 6
sind an sich enge Grenzen einzuhalten, damit sich das gewünschte Strömungsfeld der
Verbrennungsluft 7 am Ausgang des Vormischbrenners einstellen kann. Die kritische
Drallzahl stellt sich am Ausgang des Vormischbrenners ein: Dort bildet sich auch eine
Rückströmzone 24 (Vortex Breakdown) mit einem gegenüber der dort wirkenden Flammenfront
25 stabilisierenden Effekt ein, in dem Sinne, dass die Rückströmzone 24 die Funktion
eines körperlosen Flammenhalters übernimmt.
[0020] Die optimale Brennstoffkonzentration über den Querschnitt wird erst im Bereich des
Wirbelaufplatzens, also im Bereich der Rückströmzone 24 erreicht. Erst an dieser Stelle
entsteht sodann eine stabile Flammenfront 25. Die flammenstabilisierende Wirkung ergibt
sich durch die sich im Kegelhohlraum 8 bildende Drallzahl in Strömungsrichtung entlang
der Kegelachse. Ein Rückschlagen der Flamme in das Innere des Vormischbrenners wird
damit unterbunden.
[0021] Allgemein ist zu sagen, dass eine Minimierung der Durchflussöffnung der tangentialen
Lufteintrittskanäle 6, 7 prädestiniert ist, die Rückströmzone 24 ab Ende der Vormischstrecke
zu bilden. Die Konstruktion des Vormischbrenners eignet sich des weiteren vorzüglich,
die Durchflussöffnung der tangentialen Lufteintrittskanäle 5, 6 nach Bedarf zu verändern,
womit ohne Veränderung der Baulänge des Vormischbrenners eine relativ grosse betriebliche
Bandbreite erfasst werden kann. Selbstverständlich sind die Teilkörper 1, 2 auch in
einer anderen Ebene zueinander verschiebbar, wodurch sogar eine Ueberlappung gegenüber
der Lufteintrittsebene in den Kegelhohlraum 8 (Vgl. Fig. 4, Pos. 21) derselben im
Bereich der tangentialen Lufteintrittskanäle 5, 6, wie dies aus Fig. 4 hervorgeht,
bewerkstelligt werden kann. Es ist sodann auch möglich, die Teilkörper 1, 2 durch
eine gegenläufige drehende Bewegung spiralartig ineinander zu verschachteln.
[0022] Durch eine in diesem Vormischbrenner erreichbare homogenere Gemischbildung zwischen
den eingedüsten Brennstoffen 11, 12 und der Verbrennungsluft 7 erzielt man tiefere
Flammentemperaturen und damit tiefere Schadstoff-Emissionen, insbesondere tiefere
NOx-Werte. Sodann reduzieren diese tieferen Temperaturen die thermische Belastung
für das Material an der Brennerfront und machen beispielweise eine Sonderbehandlung
der Oberfläche nicht zwingend.
[0023] Was die Anzahl der Lufteintrittskanäle betrifft, so ist der Vormischbrenner nicht
auf die gezeigte Anzahl beschränkt. Eine grössere Anzahl ist beispielsweise dort angezeigt,
wo es darum geht, die Vorvermischung breiter anzulegen, oder die Drallzahl und somit
die davon abhängige Bildung der Rückströmzone 24 durch eine grössere Anzahl Lufteintrittskanäle
entsprechend zu beeinflussen.
[0024] Vormischbrenner der hier beschriebenen Art sind auch solche, welche zur Erzielung
einer Drallströmung von einem zylindrischen oder quasi-zylindrischen Rohr ausgehen,
die Einströmung der Verbrennungsluft ins Innere des Rohres über ebenfalls tangential
angelegte Lufteintrittskanäle bewerkstelligt wird, und im Innern des Rohres einen
kegelförmigen Körper mit in Strömungsrichtung abnehmenden Querschnitt angeordnet ist,
womit auch mit dieser Konfiguration eine kritische Drallzahl am Ausgang des Brenners
erzielbar ist.
[0025] Fig. 4 zeigt den gleichen Vormischbrenner gemäss Fig. 3, jedoch aus einer anderen
Perspektive und in vereinfachter Darstellung. Diese Figur 4 soll im wesentlichen dazu
dienen, die Konfiguration dieses Vormischbrenners einwandfrei zu erfassen. Insbesondere
ist in dieser Fig. 4 die Versetzung der beiden Teilkörper 1, 2 zueinander, bezogen
auf die Hauptmittelachse 26 (= Brennerachse) des Vormischbrenners, welche der Hauptachse
der zentralen Brennstoffdüse 11 entspricht, recht gut ersichtlich. Diese Versetzung
induziert an sich die Grösse der Durchflussöffnungen der tangentialen Lufteintrittskanäle
5, 6. Die Mittelachse 3, 4 verlaufen hier parallel zueinander.
[0026] Fig. 5 ist ein Schnitt etwa in der Mitte des Vormischbrenners. Die spiegelbildlich
tangential angeordneten Zuführungskanäle 27, 28 erfüllen die Funktion einer Mischstrecke,
in welchen die Verbrennungsluft 7, gebildet aus Frischluft 29 und rückgeführtem Rauchgas
30 perfektioniert wird. Die Verbrennungsluft 7 wird in einem Injektorsystem 200 aufbereitet.
Stromauf jedes Zuführungskanals 27, 28, der als tangentiale Einströmung in den Innenraum
8 des Vormischbrenners dient, wird die Frischluft 29 auf der ganzen Länge dieses Vormischbrenners
gleichmässig über Lochplatten 31, 32 verteilt. In Strömungsrichtung zur tangentialen
Eintrittskanäle 5, 6 sind diese Lochplatten 31, 32 perforiert. Die Perforierungen
erfüllen die Funktion einzelner Injektordüsen 31a, 32a, welche eine Saugwirkung gegenüber
dem umliegenden Rauchgas 30 ausüben, dergestalt, dass jede dieser Injektordüse 31a,
32a jeweils nur einen bestimmten Anteil an Rauchgas 30 ansaugt, worauf über die ganze
axiale Länge der Lochplatten 31, 32, die der Brennerlänge entspricht, eine gleichmässige
Rauchgas-Zumischung stattfindet. Diese Konfiguration bewirkt, dass bereits am Berührungsort
der beiden Medien, also der Frischluft 29 und des Rauchgases 30, eine innige Vermischung
stattfindet, so dass die bis zu den tangentialen Lufteintrittsschlitzen 5, 6 reichende
Strömungslänge der Zuführungskanäle 27, 28 für die Gemischbildung minimiert werden
kann. Danebst zeichnet sich die hiesige Injektor-Konfiguration 200 dadurch aus, dass
die Geometrie des Vormischbrenners, insbesondere was die Form und Grösse der tangentialen
Lufteintrittskanäle 5, 6 betrifft, formstabil bleibt, d.h. durch die gleichmässig
dosierte Verteilung der an sich heissen Rauchgase 30 entlang der ganzen axialen Länge
des Vormischbrenners entstehen keine wärmebedingten Verwerfungen. Die gleiche Injektor-Konfiguration,
wie die soeben hier beschriebene, kann auch im Bereich der kopfseitigen Brennstoffdüse
11 für eine axiale Zuführung einer Verbrennungsluft vorgesehen werden.
[0027] Fig. 6 ist eine schematische Darstellung des Vormischbrenners in Strömungsrichtung,
worin insbesondere der Verlauf der zum Injektorsystem gehörenden Lochplatten 31, 32
gegenüber den Einströmungsebenen 33 der Zuführungskanäle 27, 28 zum Ausdruck kommt.
Dieser Verlauf ist parallel, wobei die Einströmungsebenen 33 selbst über die ganze
Brennerlänge parallel zur Brennerachse 26 des Vormischbrenners verlaufen. In dieser
Figur ist auch ersichtlich, wie die Injektordüsen 31a, 32a ihren Einströmungswinkel
gegenüber der Brennerachse 26 des Vormischbrenners in Strömungsrichtung verändern.
Von einer anfänglichen spitzen Winkel im Bereich der Kopfstufe des Vormischbrenners
richten sie sich allmählich auf, bis sie im Bereich des Ausganges in etwa senkrecht
zur Brennerachse 26 stehen. Durch diese Vorkehrung wird die Mischungsgüte der Verbrennungsluft
gesteigert und die Rückströmzone positionsstabil gehalten.
[0028] Fig. 7 und 8 zeigen im wesentlichen die gleiche Konfiguration gemäss Fig. 5 und 6,
wobei die Lochplatten 34, 35 mit den dazugehörigen Injektordüsen 34a, 35a ebenfalls
parallel über die ganze Brennerlänge zu den Einströmungsebenen 36 der Zuführungskanäle
27, 28 verlaufen. Indessen, diese Einströmungsebenen 36 verlaufen konisch gegenüber
der Brennerachse 26 des Vormischbrenners. Der veränderliche Einströmungswinkel der
Injektordüsen 34a, 35a in Strömungsrichtung entspricht auch hier weitgehend der Konfiguration
gemäss Fig. 5 und 6, wobei sich hier die allmähliche Aufrichtung dieser Injektordüsen
34a, 35a zu einer senkrechten Einströmung im Bereich des Ausganges des Vormischbrenners
primär gegenüber der Einströmungsebene 36 des jeweiligen Zuführungskanals richtet.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1, 2
- Kegelförmige Teilkörper
- 3, 4
- Mittelachse zu 1 resp. 2
- 5, 6
- Tangentiale Lufteintrittskanäle
- 7
- Verbrennungsluft
- 8
- Kegelhohlraum, Innenraum des Brenners
- 9, 10
- Zylindrische Anfangsteile des Brenners
- 11
- Brennstoffdüse
- 12
- Brennstoff, Flüssiger Brennstoff
- 13, 14
- Brennstoffleitungen
- 15
- Eindüsungsöffnungen der Brennstoffleitung 13, 14
- 16
- Brennstoff, gasförmiger Brennstoff
- 17
- Brennraum
- 18
- Frontplatte
- 19
- Bohrungen in Frontplatte
- 20
- Luft, Mischluft, Kühlluft
- 21
- Lufteintrittsebene
- 22
- Brennstoffinjektionsebene
- 23
- Brennstoffprofil
- 24
- Rückströmzone, Rückströmblase
- 25
- Flammenfront
- 26
- Hauptmittelachse, Brennerachse
- 27, 28
- Zuführungskanäle
- 29
- Frischluft
- 30
- Rückgeführtes Rauchgas
- 31, 32
- Lochplatten
- 31a, 32a
- Injektordüsen
- 33
- Einströmungsebene der Züführungskanäle 27, 28
- 34, 35
- Lochplatten
- 34a, 35a
- Injektordüsen
- 36
- Einströmungsebene der Zuführungskanäle 27, 28
- 100
- Kesselanlage
- 101
- Flammrohr
- 102
- Abgaszone
- 103
- Scheibe
- 104
- Stabförmige Halterung
- 105
- Stützen
- 106
- Schottung
- 200
- Injektorsystem
1. Kesselanlage für eine Wärmeerzeugung, im wesentlichen bestehend aus einem Brennraum
und einem kopfseitig der Kesselanlage wirkenden Vormischbrenner für den Betrieb mit
einem flüssigen und/oder gasförmigen Brennstoff, wobei eine Verbrennungsluft durch
tangentiale Lufteintrittskanäle in eine durch die axiale Erstreckung des Vormischbrenners
gebildete Vormischstrecke einströmt, und wobei der Vormischbrenner eine Ausgestaltung
aufweist oder Mittel beinhaltet, welche eine kritische Drallzahl an dessen Ausgang
induzieren, dadurch gekennzeichnet, dass im Brennraum (17) der Kesselanlage (100),
abströmungsseitig des Ausganges (18) des Vormischbrenners, eine Begrenzungvorrichtung
(103, 104, 105) gegen eine Ausbreitung einer vom Vormischbrenner gebildeten Rückströmzone
(24) angeordnet ist.
2. Kesselanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungsvorrichtung
aus einer durch mindestens einer Abstützung (104, 105) mittig gehaltenen Scheibe (103)
besteht.
3. Kesselanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vormischbrenner aus
mindestens zwei hohlen, kegelförmigen, in Strömungsrichtung ineinandergeschachtelten
Teilkörper (1, 2) besteht, dass die Mittelachsen (3, 4) dieser Teilkörper (1, 2) zueinander
versetzt verlaufen, dergestalt, dass benachbarte Wandungen der Teilkörper (1, 2) tangentiale
Lufteintrittskanäle (5, 6) für eine Verbrennungsluft (7) bilden, und dass der Vormischbrenner
mit mindestens einer Brennstoffdüse (11, 15) betreibbar ist.
4. Kesselanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennstoffdüse (11)
kopfseitig und auf der Brennerachse (26) angeordnet ist.
5. Kesselanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der tangentialen
Lufteintrittskanäle (5, 6) in Längserstreckung des Vormischbrenners eine Anzahl zueinander
beabstandeter Brennstoffdüsen (15) angeordnet sind.
6. Kesselanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchflussquerschnitt
eines von den Teilkörpern (1, 2) gebildeten Kegelhohlraumes (8) in Strömungsrichtung
gleichförmig zunimmt.
7. Kesselanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchflussquerschnitt
eines von den Teilkörpern (1, 2) gebildeten Kegelhohlraumes (8) einen Diffusor, einen
diffusorähnlichen Verlauf, einen Konfusor, einen konfusorähnlichen Verlauf bildet.
8. Kesselanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilkörper (1, 2) spiralförmig
ineinander geschachtelt sind.
9. Kesselanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich in radialer oder quasi-radialer
Richtung gegenüber den Lufteintrittskanäle (5, 6) Zuführungskanäle (27, 27) erstrecken,
welche je mindestens ein Injektorsysten (200) für die Bereitstellung einer aus Frischluft
(29) und Rauchgas (30) bestehenden Verbrennungsluft (7) aufweisen.
10. Kesselanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zum Injektorsystem gehörige
Lochplatten (31, 32; 34, 35) parallel zur jeweiligen Einströmungsebene (33, 36) der
Verbrennungsluft (7) in die Zuführungskanäle (27, 28) verlaufen, dass die Lochplatten
im Bereich der Einströmungsebenen mit Injektordüsen (31a, 32a; 34a, 35a) versehen
sind, und dass der Einströmungswinkel der Injektordüsen in Axialrichtung des Vormischbrenners
gegenüber der Brennerachse (26) fortlaufend veränderbar ist.
11. Kesselanlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchflussebene der
Injektordüsen (31a, 32a; 34a, 35a) im Bereich der Kopfstufe des Vormischbrenners einen
spitzen Winkel aufweist, und dass dieser Winkel in axialer Richtung der Lochplatten
(31, 32; 34, 35) allmählich zunimmt bis dieser im Bereich des Ausganges des Vormischbrenners
weitgehend senkrecht zur Einströmungsebenen (33, 36) der Zuführungskanäle (25, 26)
und/oder zur Brennerachse (26) des Vormischbrenners steht.