[0001] Die Erfindung betrifft eine Bedienungseinheit zur Steuerung elektronischer Geräte.
[0002] Für die Steuerung elektronischer Geräte oder Geräteanordnungen existieren eine Vielzahl
von Bedienungseinheiten (lokale Bedienungsapparate und Bedienungsfelder oder Fernbedienungen)
mit jeweils gerätetypischen Steuerelementen, Funktionen und Gestaltungsmerkmalen.
Da die zu steuernden Geräte oder Geräteanordnungen im allgemeinen in großen Stückzahlen
gefertigt werden, sind die dazu passenden Bedienungseinheiten für alle Geräte eines
Typs identisch und lassen sich nicht oder nur mit erheblichem Aufwand an individuelle
Gegebenheiten beziehungsweise Benutzeranforderungen anpassen. Insbesondere ist eine
Anpassung nicht ohne Expertenkenntnisse der Elektronik möglich. Für den Massenmarkt
wird davon ausgegangen, daß der durchschnittliche Konsument keine Gestaltungswünsche
an seine Bedienungseinheit hat. Zusätzlich schließt der vorhandene Kostendruck eine
individuell gestaltbare Bedienungseinheit im allgemeinen von vornherein aus.
[0003] Anders als im Massenmarkt existieren für den professionellen Bereich der Maschinen-
und Gerätesteuerung verschiedene Konzepte von Bedienungseinheiten, die eine auf den
jeweilig zu steuernden Gerätetypus zugeschnittene Gestaltung der Steuerelemente, Funktionen
und Bedienungsoberflächen gestattet. Im allgemeinen wird eine gerätetypische Gestaltung
dadurch erreicht, daß industriell vorkonfektionierte Schalter, Regler, Knöpfe, Taster
und dergleichen mit entsprechenden Gerätefunktionen hardware-Verknüpfung der Bedienungselemente
mit auszuführenden Gerätefunktionen, ihrer grafischen Gestaltung und Formgebung in
den meisten Fällen eine nachträgliche Änderung nur bedingt möglich. Gerade in diesem
Anwendungsbereich sind entsprechende Expertenkenntnisse des inneren Aufbaus und der
Elektronik für Änderungen notwendig. Insbesondere ist es nicht oder nur sehr schwer
möglich, nachträglich Einfluß auf die grafische Gestaltung, die Anordnung der Bedienungselemente
und die Bedienungsoberfläche im allgemeinen zu nehmen.
[0004] Eine Ausnahme bilden PC-gesteuerte Geräteanordnungen, bei denen jedoch der PC gleichzeitig
neben der Bedieneroberfläche weitere Aufgaben innerhalb der auf ihm ablaufenden Anwendungsprogramme
ausführt. In diesem Sinn ist ein PC also nicht als eine reine Bedienungseinheit zu
verstehen.
[0005] Charakteristisches Merkmal aller bekannten Bedienungseinheiten ist es somit, daß
sie für eine größere Menge funktional gleichartiger Geräte oder Geräteanordnungen
konzipiert werden und davon ausgegangen wird, daß der durchschnittliche Bediener die
im Vorfeld festgelegte Bedieneroberfläche und ihre Gestaltung ohne Änderungswünsche
akzeptiert.
[0006] Zur Veranschaulichung sind in der folgenden Aufzählung einige typische Formen von
Bedienungseinheiten mit ihren jeweils charakteristischen Merkmalen beschrieben:
[0007] Handfernbedienungen (Datenübertragung mittels Infrarot oder drahtgebunden) zeichnen
sich durch relativ viele Funktionen auf kleinem Raum aus. Alle Handfernbedienungen
sind mindestens für einen bestimmten Gerätetypus gleichartig, teilweise sogar von
der Grundkonzeption her für Geräte verschiedenen Typus' geeignet. In diesem Fall sind
die vorhandenen Steuerelemente (meist Tasten) lediglich mit anderen Funktionen hinterlegt
und die grafische Gestaltung oder die geometrischen Abmessungen leicht verändert.
Handfernbedienungen für einen Gerätetypus (beispielsweise ein bestimmter Videorekorder,
ein bestimmter Fernseher, ein bestimmtes Radio) weisen immer identische Funktionen
auf und sind weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß aus Gründen niedriger Herstellungskosten
möglichst viele Steuerelemente (Tasten und ähnliches) physikalisch gleichartig sind.
Der Benutzer hat im allgemeinen keinen Einfluß auf die Konfigurierung der hinterlegten
Funktionen, die Gestaltung der Bedienungsoberfläche oder die Bedienungseinheit selber.
[0008] Selbstlernende Handfernbedienungen (Datenübertragung meist per Infrarot) sind durch
viele, physikalisch gleichartige Steuerelemente gekennzeichnet, die bestimmte Bitfolgen
als Steuersequenzen lernen können. In diesem Fall ist die Gestaltungsfreiheit des
Benutzers auf die Anordnung von Befehlen zu einzelnen Steuerelementen und zudem auf
relativ einfache Befehle wie

Ein",

Aus",

+1",

-1" beschränkt. Darüber hinaus sind keine weiteren Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden,
weder in Bezug auf das grafische Aussehen, noch die Formgebung der Steuerelemente,
noch die Komplexität der mit den Steuerelementen verknüpften Befehle.
[0009] Tischfernbedienungen (Datenübertragung mittels Infrarot oder drahtgebunden) sind
von ihren charakteristischen Merkmalen her identisch denen von Handfernbedienungen,
weisen jedoch im allgemeinen größere Abmessungen der Bedienungseinheit als auch ihrer
Steuerungselemente auf. Hier werden meist eine vorgegebene Anzahl vorkonfektionierter
Schalter, Regler, Tasten und dergleichen nachträglich mit bestimmten Steuerbefehlen
hardwaremäßig verdrahtet. Es sind beschränkte Konfigurierungsmöglichkeiten vorhanden,
die jedoch nicht vom Benutzer selber, sondern von entsprechend geschulten Personen
vorgenommen werden müssen. Eine freie Gestaltung der Schalterformen und der Anordnung
der Steuerelemente ist auf einfache Art und Weise im allgemeinen nur im Vorfeld möglich,
anschließend nur mit erheblichem Aufwand oder gar nicht mehr durchzuführen.
[0010] LCD-Anzeigen, eingebaut in Steuervorrichtungen, gewähren eine relativ flexible Anordnung
von Steuerelementen, zugehörigen Funktionen und der Formgebung.
[0011] Prinzipiell sind jedoch die nach heutigem Stand der Technik zur Verfügung stehenden
Anzeigen bei günstigem Preis entweder nur Schwarz-Weiß-Ausführungen, oder aber auf
sehr kleine Abmessungen beschränkt. Auch diese Art der Bedienungseinheiten ist im
allgemeinen nicht für eine Individualisierung ausgelegt und weist aus Kostengründen
nur eine sehr geringe Punktauflösung auf. Um für den Benutzer gut lesbar zu bleiben,
müssen somit relativ große Symbole beziehungsweise Steuerelemente benutzt werden,
oder aber passen nur relativ wenige Steuerelemente auf die Anzeige.
[0012] Aus Computeranwendungen sind weiterhin Digitalisiertabletts in Verbindung mit Visualisierungsvorrichtungen
wie LCD-Anzeigen oder Kathodenstrahlbildschirmen bekannt. Solche Tabletts erfassen
die relativen Koordinaten eines entsprechenden Stiftes und setzen seine Bewegungen
in eine Anzeigevorrichtung auf dem jeweiligen Bildschirm (z.B. Mauszeiger) um. Der
dahinterliegende Rechner sorgt anschließend für eine Umsetzung in die jeweils gewünschten
Befehle. Anwendungsbereiche sind vor allen Dingen die einfache Steuerung von Softwareprogrammen
oder die Erstellung von Grafiken innerhalb des computerunterstützten Entwerfens (CAD).
Auch hier ist das jeweilige Steuerprogramm bzw. das Erscheinungsbild der Bedieneroberfläche
im allgemeinen nicht für eine Individualisierung vorgesehen, so daß Änderungen entweder
gar nicht oder nur in sehr geringem Umfang (z.B. Funktionsauswahl und Anordnung) vorgenommen
werden können.
[0013] Bei heutigen Bedienungseinheiten können aufgrund der eingeschränkten Anzahl der zur
Verfügung stehenden Formen von Standardsteuerelementen benutzertypische Gegebenheiten
nur aufwendig mit Hilfe von LCD-Anzeigen, CRT-Bildschirmen oder teuren Spezialbauteilen
nachgebildet werden. Z.B. lassen sich pictogrammbasierte Steuerelemente wie

Öffne/schließe Maschinenventil",

Positioniere Kamera links oben" und dergleichen mit Standardsteuerelementen nicht
auf einer Bedienungseinheit nachbilden. Sollen derartige Bedienungselemente dargestellt
werden, müssen nach heutigem Stand der Technik teure LCD- oder CRT-Anzeigen benutzt
werden.
[0014] Einer einfachen, umfassenden, schnellen und trotzdem preisgünstigen Gestaltung von
Bedienungseinheiten elektronischer Geräte oder Geräteanordnungen sind somit nach dem
heutigen Stand der Technik in allen Fällen enge Grenzen gesetzt.
[0015] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Handbedienungseinheit bereitzustellen, die auf
einfache Art und Weise eine maßgefertigte Gestaltung von Steuerungselementen für beliebige
elektronische Geräte oder Geräteanordnungen gewährleistet. Die Bedienungseinheit soll
ohne nennenswerte konstruktive Änderungen für jede Art von Gerät oder Geräteanordnung
geeignet sein.
[0016] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Bedienungseinheit bereitgestellt
wird zur Steuerung mindestens eines elektronischen Gerätes, gekennzeichnet durch eine
druckempfindliche Folie (10) mit Bereichen, denen symbolische Tasten zugeordnet sind
und die druckpunktabhängige Koordinatenströme liefert, und durch einen Mikrokontroller
(9), der die druckpunktabhängigen Koordinatenströme in Koordinatenwerte umsetzt, mit
gespeicherten Koordinatenwerten vergleicht und in Abhängigkeit vom Vergleichsergebnis
mindestens einen den jeweiligen Koordinatenwerten zugeordneten Befehl zur Steuerung
des mindestens einen elektronischen Gerätes erzeugt (Anspruch 1).
[0017] Die Gestaltung der Steuerelemente ist keinen geometrischen, grafischen oder funktionalen
Einschränkungen unterworfen, um eine zweckmäßige und intuitive Bedienerführung zu
ermöglichen.
[0018] Die Koordinaten sind kartesische Koordinaten, vorzugsweise X/Y-Koordinaten (Anspruch
2).
[0019] Die symbolischen Tasten befinden sich auf einer über der druckempfindlichen Folie
liegenden Trägerschicht (Anspruch 4).
[0020] Sie liefert eine exakte, für das menschliche Auge sichtbare Abbildung der Steuerelemente
als Funktion ihrer X/Y-Koordinaten. Diese Trägerschicht kann zum Beispiel als bedrucktes
Papier oder bedruckte, dünne Folie ausgeführt sein. Prinzipiell ist jedoch auch jedes
andere, bedruckbare Trägermedium geeignet. Änderungen an der sichtbaren Gestaltung
der symbolischen Tasten sind nachträglich durch einfaches Austauschen der Trägerschicht
möglich (Anspruch 5).
[0021] Alternativ können sich die symbolischen Tasten unmittelbar auf der druckempfindlichen
Schicht befinden (Anspruch 3). In diesem Fall wird dann jedoch die gewünschte einfache,
nachträgliche Umkonfigurierungsmöglichkeit erschwert, da bei jeder Gestaltungsänderung
der Steuerelemente eine neue druckempfindliche Folie montiert werden muß.
[0022] Das erzeugte, grafische Layout wird über Standarddrucker wahlweise auf Papier, Folie,
die druckempfindliche Folie selber oder jeden anderen, geeigneten bedruckbaren Informationsträger
übertragen. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß die räumliche Verteilung der
Steuerelemente auf der druckempfindlichen Folie identisch zu derjenigen auf der bedruckten
Schicht ist. Zusätzlich auf beiden Schichten aufgebrachte, sichtbare Marken sorgen
bei der Endmontage für die notwendige laterale Übereinstimmung.
[0023] Um die über der druckempfindlichen Folie angeordnete Trägerschicht gegen Abrieb,
Verschmutzungen oder sonstige mechanische Beschädigungen zu schützen, kann darüber
wahlweise eine dritte Schicht angeordnet werden. In diesem Fall ist darauf zu achten,
daß alle über der druckempfindlichen Folie aufgebrachten Schichten möglichst dünn
sind, um eine hohe, zweidimensionale Auflösung zu erzielen (Vergrößerung des Druckpunktes)
und gleichzeitig die Genauigkeit der Errechnung des Druckpunktes durch den Mikrokontroller
zu gewährleisten (Minimierung von Verschleifungen des Eingangssignales). Die standardmäßig
erhältlichen Folien weisen im allgemeinen eine so hohe, innere Auflösung auf, daß
Fehlbedienungen durch obengenannte Effekte ausgeschlossen werden können.
[0024] Alle elektronischen Komponenten werden aus Schutzgründen zweckmäßigerweise im Inneren
der Bedienungseinheit, z.B. unterhalb der druckempfindlichen Folie auf Standardleiterplatten
montiert. Eine Anpassung der Geometrie dieser Leiterplatten an Vorgaben zur Umrißgestaltung
der Bedienungseinheit ist nach dem Stand der Technik durch entsprechende Fräs-und
Schneidetechniken sehr einfach möglich.
[0025] Der Mikrokontroller besitzt eine Schnittstelle zum Einlesen von Koordinatenwerten
und/oder von den Koordinatenwerten zugeordneten Befehlen (Anspruch 6). Diese Umrechnungsvorschrift
von X/Y-Koordinaten in Betriebszustände, Steuerbefehle oder Steuersequenzen der zu
steuernden Geräteanordnungen wird aufgrund der gewünschten, leichten Veränderbarkeit
der Bedienungseinheit zweckmäßigerweise in einem Mikrokontroller mit elektrisch programmierbarem
Speicher abgelegt. Derartige Speicherbausteine stehen standardmäßig in verschiedensten
Speichertiefen und Technologieausführungen zur Verfügung.
[0026] Der Steuerbefehl wird je nach Ausführung der Bedienungseinheit entweder drahtgebunden
oder drahtlos über Standardschnittstellenbausteine an die Geräteanordnung weitergeleitet.
Durch die modulare Anordnung der Auswerteelektronik der Bedienungseinheit (Mikrokontroller,
programmierbarer Speicher, Schnittstellenbausteine drahtgebunden, Schniffstellenbausteine
drahtlos, gerätespezifsche Umsetzer) wird eine Anpassung an beliebige Arten von Geräten
oder Geräteanordnungen sowie deren analoge/digitale Datenformate und Befehlssyntax
erreicht.
[0027] Darüber hinaus ist der Mikrokontroller zwischen mindestens zwei den gleichen Koordinatenwerten
zugeordneten Befehlen umschaltbar (Anspruch 8). Dadurch wird erreicht, daß mit nur
einer einzigen Bedienungseinheit verschiedene Bedieneroberflächen aufrufbar sind.
[0028] Die Entkopplung der Darstellung von Steuerelementen auf einer bedruckten Fläche für
das menschliche Auge sowie ihre elektronische Nachbildung auf einer zweiten, druckempfindlichen
Schicht erfordert eine hohe laterale Übereinstimmung zwischen beiden Schichten, um
Fehlfunktionen während der Bedienung auszuschließen. Bei der Herstellung bzw. Programmierung
der Schichten wird daher zunächst die grafische Darstellung der Steuerelemente mit
einem einfachen Grafikprogramm vorgenommen. In einem zweiten Schritt werden allen
Steuerelementen die jeweils gewünschten Funktionen oder - sequenzen (z.B. als Bestandteile
einer Funktionsdatenbank) zugeordnet und anschließend über eine Umrechnungsroutine
aus dem grafischen Layout und den dahinterliegenden Funktionen das entsprechende Programm
des Mikrokontrollers erzeugt. Die Umrechnungsroutine der Gerätefunktionen in Mikrokontrollerbefehle
ist der einzige geräteabhängige Teil zur Erstellung der Bedienungseinheit, da in ihm
unter Umständen gerätetypische Besonderheiten an Funktionen, Funktionssequenzen und/oder
der Befehlssyntax eingearbeitet werden müssen.
[0029] Durch die Verwendung eines Mikrokontrollers und zugehöriger Technik ist gewährleistet,
daß flexibel auf unterschiedlichste Anforderungen von Geräteanordnungen hinsichtlich
Funktionen und Befehlssyntax reagiert werden kann. Darüber hinaus kann aufgrund der
modularen Anordnung durch Auswahl entsprechender Standardbausteine wahlweise eine
drahtgebundene oder drahtlose Übertragung konfiguriert werden. Ebenfalls kann ein
lokale Konfigurierung über z.B. serielle oder parallele Computerschnittstellen vorgesehen
werden, oder sogar die Konfigurierung aus der Ferne über z.B. ISDN-Schnittstellen
oder sonstige WAN-Verbindungen.
[0030] Bedingt durch die Entkopplung der für den Bediener sichtbaren Symbole der Steuerelemente
sowie deren dahinterliegende elektronische Kodierung mit Hilfe zweier voneinander
getrennter, informationstragender Schichten ist es möglich, die zweidimensionale Geometrie
der einzelnen Steuerelemente unabhängig von der Komplexität der zugeordneten Funktionen
oder Funktionssequenzen zu gestalten. Insbesondere können auch nachträglich Änderungen
flexibel an jeweils einer oder beiden Schichten unabhängig voneinander eingefügt werden.
Je nach Bedarfsfall sind daher sowohl für jedermann bekannte, im Alltag verwendete
Symbole möglich, als auch völlig neuartige Gestaltungen von Bedienungselementen, die
z.B. auf besondere Steuervorgänge, Funktionszusammenhänge oder Gerätebesonderheiten
Rücksicht nehmen. Durch diese einfach durchzuführende, freie Konfigurierbarkeit der
Geometrie der Steuerelemente werden in hohem Maß intuitiv zu bedienende Oberflächen
ermöglicht. Gleichermaßen lassen sich hinter bereits existierende, grafische Gestaltungen
von Steuerelementen beliebig komplexe Funktionen auch nachträglich hinterlegen, ohne
daß das ursprüngliche, für den Benutzer sichtbare Layout verändert werden müßte.
[0031] Sollen nach der Grundkonfiguration einer Bedienungseinheit einzelne Funktionen geändert,
neue Funktionen eingefügt oder die Anordnung der Steuerelemente untereinander neuen
Anforderungen angepaßt werden, sind die dafür notwendigen Änderungen, neben der Programmierung
des Mikrokontrollers, auf die Erstellung einer neuen Trägerschicht beschränkt. Da
die Generierung des Mikrokontrollercodes per Softwareprogramm automatisch anhand der
grafischen Gestaltung der Steuerelemente und den ihnen zugeordneten Funktionen vorgenommen
wird, sind Änderungen schnell und insbesondere ohne Elektronikkenntnisse oder spezielle
Kenntnisse des inneren Aufbaus der Bedienungseinheit möglich. Der Austausch der kompletten
Bedienungseinheit, wie er nach heutigem Stand der Technik notwendig wäre, entfällt.
[0032] Sollen lediglich Änderungen an der farblichen Gestaltung der Steuerelemente vorgenommen
werden, ohne daß ihre zweidimensionale Gestalt oder die dahinterliegenden Funktionen
geändert werden müssen, ist sogar nur der Austausch der bedruckten Schicht erforderlich.
[0033] Bedingt durch die Verwendung von Standardbauelementen sowie den einfachen mechanischen
und elektrischen Aufbau sind frei gestaltbare Bedienungseinheiten sowohl in Einzel-
als auch in Serienfertigung kostengünstig herstellbar. Auch nachträglich vorzunehmende
Änderungen können einfach, schnell und damit preisgünstig vorgenommen werden. Es muß
lediglich mit Hilfe eines Grafikprogrammes die gewünschte Änderung vorgenommen werden,
alle weiteren Schritte wie Ausdruck der Trägerschicht und Neuprogrammierung des Mikrokontrollers
können automatisiert ablaufen, sowohl lokal vor Ort, als auch aus der Entfernung gesteuert
(z.B. über ISDN, LAN oder WAN).
[0034] Aufgrund der Möglichkeit, Steuerfunktionen oder -sequenzen auf einer Fläche zweidimensional
zu verteilen, lassen sich besondere Steuerelemente wie Schieberegler, Winkelpotentiometer
oder sogar zweidimensionale Potentiometer realisieren, die normalerweise in Standardbedienungseinheiten
entweder gar nicht einsetzbar sind, oder deren Darstellung der jeweiligen Schalterstellung
zusätzliche technische Hilfsmittel wie Kathodenstrahlbildschirme, LCD-Anzeigen oder
ähnliches erfordern. Mit dem vorgestellten Konzept ist es z.B. möglich, eine bestimmte
Schalter- oder Potentiometerstellung direkt anzuwählen, ohne durch sequentielles Drücken
eines bestimmten Steuerelementes auf die gewünschte Endstellung zu gelangen (eindimensionales
Potentiometer). Desweiteren ist es möglich, großflächige Steuerelemente zu gestalten,
deren Gesamtausdehnung als räumliches Steuerelement aufgefaßt werden kann. Z.B. könnte
für die Kamerasteuerung innerhalb eines Raumes dieser Raum als ein Flächenelement
auf der Bedienungseinheit dargestellt werden. Je nachdem, auf welche Stelle der Steuerfläche
ein Bediener drückt, wird dieses als gewünschter Endpunkt der Kamerasteuerung aufgefaßt
und die Kamera automatisch dorthin verfahren (Funktionssequenz aus mehreren X- bzw.
Y- Befehlen an die Kamera oder direkte Ansteuerung, sofern die Kameraelektronik dieses
erlaubt.) In diesem Sinne sind mit der Erfindung also sogar zweidimensionale, analoge
Potentiometer als Steuerelemente darstellbar.
[0035] Aufgrund der analogen Kodierung der X/Y-Koordinaten in Form von Strömen in X- bzw.
Y-Richtung sind sehr hohe Auflösungen an Steuerelementen pro Raumeinheit möglich.
Theoretisch ist pro I
x-I
y-Paar ein Steuerelement darstellbar. Die Auflösung pro Raumeinheit ist einerseits
durch die Genauigkeit der druckempfindlichen Folie, andererseits durch das Auflösungsvermögen
der nachgeschalteten Auswerteeinheit vorgegeben. Insgesamt ergibt sich ein Auflösungsvermögen,
welches weit oberhalb der nach heutigem Stand der Technik realisierten, vergleichbaren
Bedienungseinheiten liegt.
[0036] Da in den allermeisten Fällen die Geräteanordnung manuell bedient wird und durch
den Bediener anstelle eines einzigen Druckpunktes eine größere Fläche aktiviert wird,
kann der Mikrokontroller alle Koordinatenströme, die von der jeder symbolischen Taste
entsprechenden Fläche stammen, den zu dieser Taste gehörenden Koordinatenwerten zuordnen
(Anspruch 7). Da dieses auf der druckempfindlichen Schicht mit der Erzeugung von Summenströmen
in X- bzw. Y-Richtung gleichzusetzen ist, resultiert daraus eine gewisse Verschleifung
der Druckpunktinformation. Durch Bildung des Schwerpunktes der Druckpunktinformationen
in der Auswerteeinheit können leichte Abweichungen von der per Steuerelement vorgegebenen
Solldruckstelle ausgeglichen werden, ohne daß es zu Fehlbedienungen kommt. Das vorgestellte
Konzept bietet zusätzlich also eine gewisse Fehlertoleranz gegenüber Fehlbedienungen.
[0037] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht in der gegenüber herkömmlichen Bedienungseinheiten
erhöhten Drucksensibilität. Es genügt bereits ein leichter Druck auf die druckempfindliche
Fläche, um den gewünschten Steuerbefehl oder die Steuersequenz auszulösen. Auch hier
ist die Sensibilität eine Funktion sowohl der druckempfindlichen Folie, als auch des
Auflösungsvermögens der nachgeschalteten Auswerteeinheit.
[0038] Sämtliche Bedienungsvorgänge lassen sich sowohl lokal, als auch aus der Entfernung
über z.B. ISDN, LAN oder WAN-Verbindungen vornehmen, sofern eine entsprechend konfigurierte
Bedienungseinheit eingesetzt wurde. Eine derartige Möglichkeit zur Fernsteuerung bezieht
sich einerseits auf reine Bedienungsvorgänge zur Gerätesteuerung, als auch auf die
Fernladbarkeit neuer Funktionen oder Funktionssequenzen in den Mikrokontroller hinein,
als auch auf Änderungen hinsichtlich bestehender Funktionen oder -sequenzen.
[0039] Desweiteren hat der Mikrokontroller einen Eingang für den Ist-Zustand des elektronischen
Gerätes repräsentierende elektronische Signale (Anspruch 9).
[0040] Aufgrund dieser Rückmeldungsmöglichkeit des Mikrokontrollers über die jeweils ausgeführten
Funktionen ist zusätzlich eine Fernüberwachung (ISDN, LAN, WAN) des Bedienerverhaltens
möglich und somit die Möglichkeit einer fernüberwachten Bedienerführung gegeben. Insbesondere
im Hinblick auf Schulungen bei komplizierten Geräteanordnungen ist diese Eigenschaft
bei Bedienungseinheiten sehr wünschenswert.
[0041] Zusätzlich kann der Mikrokontroller in Abhängigkeit vom Druckpunkt auf der Bedieneroberfläche
einen akustischen Signalgeber aktivieren (Anspruch 10). Dieses liefert dem Benutzer
eine wertvolle Kontrollmöglichkeit.
[0042] Durch die modulare Anordnung der Bedienungseinheit aus Bausteinen für Mikrokontroller,
programmierbarem Speicher, IR-Übertragung oder drahtgebunden, Ausgabeschnittstellen,
Eingabeschnittstellen, Umsetzern für bestimmte Befehlssyntax oder Datenformate von
Geräteanordnungen ist die Bedienungseinheit auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse
und Anforderungen hin konfigurierbar. Insbesondere wird mit diesem Konzept ein hohe
Zukunftssicherheit bezüglich neuer Geräteanordnungen erreicht.
[0043] In den Figuren 1 bis 3 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch vereinfacht
dargestellt. Es zeigt:
- Figur 1:
- den Aufbau einer Bedienungseinheit
- Figur 2:
- die Gestaltung einer Bedienungsoberfläche
- Figur 3:
- die elektronischen Komponenten einer Bedienungseinheit
[0044] In Figur 1 ist schematisch eine Anordnung der verschiedenen Komponenten einer erfindungsgemäßen
Bedienungseinheit dargestellt. In einem ersten Gehäuse(ober)-teil 2 ist eine druckempfindliche
Folie 10 eingelegt, die durch entsprechende Aussparungen in Gehäuseteil 2 gegen Verschiebungen
in X- und Y- Richtung gesichert ist. Selbstverständlich können auch andere als der
gezeichnete Mechanismus ein Verschieben der Folie 10 verhindern, so z.B. mechanische
Befestigung durch Aufkleben der Folie 10 auf dem Boden des Gehäuseteiles 2 oder das
Fixieren mittels Aussparungen in der Folie 10, durch die entsprechende Konterstücke
des Gehäuseteils 2 geführt werden. Für die Funktionalität der Bedienungseinheit ist
die Art und Weise der Fixierung der Folie 10 unerheblich.
[0045] Über der druckempfindlichen Folie 10 ist eine weitere Schicht 8 aufgebracht, die
die für den Bediener sichtbaren Steuerelemente enthält. Diese Schicht 8 kann z.B.
als bedrucktes Papier oder bedruckte Folie ausgeführt sein. Mit Hilfe der gleichen
Aussparungen wir sie für die druckempfindliche Folie 10 vorgesehen sind, wird auch
Schicht 8 gegen Verschieben gesichert, so daß die laterale Übereinstimmung beider
Schichten 8 und 10 gewährleistet ist. Selbstverständlich sind auch hier andere als
die dargestellten Mechanismen als Sicherungen gegen Verschieben möglich. Insbesondere
kann ein gegenseitiges Verschieben auch durch Verkleben beider Schichten miteinander
erreicht werden. Wichtig ist nur, daß durch den gewählten Sicherungsmechanismus ein
Verschieben der druckempfindlichen Folie 10 gegenüber der Schicht 8 dauerhaft verhindert
wird.
[0046] Sofern die druckempfindliche Folie 10 selbst als Träger der für den Bediener sichtbaren
Steuerelemente dient, kann Schicht 8 entfallen. In diesem Fall ist jedoch bei gewünschten
Änderungen an dem grafischen Erscheinungsbild der Steuerelemente sofort ein Austausch
der druckempfindlichen Folie 10 notwendig.
[0047] Um die über der druckempfindlichen Folie 10 angeordnete, bedruckte Schicht 8 gegen
Abrieb, Verschmutzungen oder sonstige mechanische Beschädigungen zu schützen, kann
darüber eine dritte Schicht 6 angeordnet werden. Diese Schicht besteht vorzugsweise
aus einem dünnen, durchsichtigen Material mit hoher mechanischer Abriebfestigkeit.
Wurde eine zusätzliche Schutzschicht 6 aufgebracht, ist darauf zu achten, daß alle
über der druckempfindlichen Folie 10 aufgebrachten Schichten 8 und 6 möglichst dünn
sind, um eine hohe, zweidimensionale Auflösung der Bedienungseinheit zu erzielen (Vergrößerung
des Druckpunktes) und gleichzeitig die Genauigkeit der Errechnung des Druckpunktes
durch den Mikrokontroller zu gewährleisten (Minimierung von Verschleifungen des Eingangssignales).
Insbesondere kann die Schutzschicht 6 auch direkt mit der Schicht 8 verbunden sein,
z.B. durch ein zusätzlich aufgebrachtes Coating.
[0048] Zusätzlich zu dem Gehäuseoberteil 2 existiert ein Gehäuseunterteil 4, welches im
allgemeinen von seiner geometrischen Formgebung demjenigen von Gehäuseteil 2 entspricht
und wie das Gehäuseteil 2 über Befestigungsmöglichkeiten beider Gehäusehälften miteinander
verfügt. Solche gegenseitigen Befestigungsmöglichkeiten sind je nach Anforderung an
die Bedienungseinheit wahlweise als Schraubverbindungen, Verklebungen oder Verschweißungen
ausgeführt. Jede andere Befestigungsform der beiden Gehäusehälften ist jedoch auch
denkbar.
[0049] In der unteren Gehäusehälfte 4 ist eine Aussparung eingelassen, in der die elektronischen
Komponenten 12 mit allen externen Anschlüssen 14 untergebracht sind. Die Befestigung
der elektrischen Komponenten geschieht mit Standardmitteln heute zur Verfügung stehender
Techniken, wie z.B. Verschraubungen, Verklebungen oder paßgenaues Klemmen, kann jedoch
auch durch jede andere Befestigungsart geschehen.
[0050] Die Aufteilung in zwei Gehäusehälften 4 und 2 ist keine zwingende Voraussetzung für
die Funktionsfähigkeit der erfindungsgemäßen Bedienungseinheiten. Es können Bedienungseinheiten
auch aus nur einem Gehäuseteil oder mehr als zwei Teilen bestehen.
[0051] Eine komplette Geräteanordnung ist in Figur 2 dargestellt.
[0052] Auf der in Form eines bedruckten Papiers ausgeführten Bedieneroberfläche 8 sind kunden-
und anlagenspezifische Steuerelemente dargestellt, wie sie für die Bedienung einer
bestimmten Ausprägungsform einer Videokonferenzanlage 20 benötigt werden. Als Abdeckung
und gleichzeitig Schutzschicht gegenüber Verschmutzungen und mechanischen Einflüssen
dient eine über Schicht 8 angeordnete dünne, durchsichtige Plastikfolie 6. Unterhalb
des bedruckten Papiers 8 ist die druckempfindliche Folie 10 derart befestigt, daß
die im Speicher 7 abgelegte Umrechnungstabelle von X/Y-Koordinaten zu Steuerbefehlen
exakt der sichtbaren Anordnung der Steuerelemente auf dem bedruckten Papier 8 entspricht.
Alle drei Schichten 6, 8 und 10 sind durch Einlegen in entsprechende mechanische Aussparungen
der Bedienungseinheit gegen laterale Verschiebung geschützt. Die sichtbare Anordnung
der Steuerelemente auf dem bedruckten Papier 8 sowie die für den Bediener nicht sichtbare
Codierung der Steuerelemente innerhalb der Schicht 10 sind somit dauerhaft miteinander
verbunden.
[0053] Bei Druck auf einen beliebigen Punkt der Bedienungsoberfläche 8 werden in der druckempfindlichen
Folie 10 Ströme I
x und I
y 22 erzeugt und an eine Vorverarbeitungseinheit 4 weitergeleitet. Aufgabe der Vorverarbeitungseinheit
4 ist es, aus den erzeugten Strömen I
x/I
y 22 absolute X- und Y-Koordinaten 24 zu errechnen bzw. diese Koordinaten in eine für
den Mikrokontroller 9 geeignete Signalform umzusetzen. Das mikrokontrollereigene Programm
sorgt in ausreichend häufigen Zeitabständen dafür, daß die an seinen Eingängen anliegenden
Signale 24 aufgenommen und intern weiterverarbeitet werden.
[0054] Mit Hilfe der X/Y-Koordinaten 24 und der im Speicher 7 (z.B. internes RAM, EEPROM
oder Flash-EPROM) abgelegten Umrechnungstabelle von X/Y-Koordinaten in Steuerinformationen
34 erzeugt der Mikrokontroller 9 die vom Bediener erwarteten Steueranweisungen 26.
Derartige Anweisungen können sowohl von schon ausgeführten Steueranweisungen 26 abhängen
als auch gedächtnislos sein. Es ist Aufgabe des Mikrokontrollers 9 aktuelle Steuerinformationen
34 im Kontext mit bereits getätigten oder noch zu tätigenden Steueranweisungen 26
zu verwalten und zu erzeugen.
[0055] Sämtlich Steueranweisungen 26 werden durch ein Schnittstellenmodul 12 in das für
die jeweilige Übertragungsstrecke erforderliche Datenformat bzw. die erforderlichen
optischen/elektrischen Signale 28 umgesetzt und an das Sende-/Empfangsmodul 16 der
Videokonferenzanlage 20 gesendet. Aufgabe des Sende-/Empfangsmoduls 16 ist die Umsetzung
der Eingangssignale 28 in die von der zentralen Steuereinheit 18 erwarteten Datenformate
und Signale 30. In der Steuereinheit 18 werden die von dem Sende- und Empfangsmodul
16 erzeugten Signale 30 aufgenommen und abhängig von der Art des auszuführenden Steuerbefehles
30 Signale 32 an das jeweilige Gerät innerhalb der Videokonferenzanlage 20 gesendet.
Als Übertragungsmedium für die Signale 32 werden für jedes Gerät entweder gesonderte
Datenleitungen oder Bussysteme benutzt.
[0056] Umgekehrt werden die vom jeweiligen Gerät der Videokonferenzanlage 20 erzeugten Rückmeldungen
33 in der zentralen Steuereinheit 18 empfangen und ausgewertet. Ausgewertete Rückmeldungen
werden in Anweisungen 31 umgesetzt und über die Sende-/Empfangsmodule 16 bzw. 12 an
den Mikrokontroller 9 weitergeleitet.
[0057] Als Bestätigung für das Drücken einer bestimmten Stelle der Bedieneroberfläche wird
mit Hilfe eines Lautsprechers 14 ein akustisches Signal erzeugt. Die akustischen Signale
unterschieden sich voneinander, je nachdem, ob Steuerelemente gedrückt und damit Steueranweisungen
26 erzeugt wurden oder ob eine nicht mit Steuerelementen belegte Stelle der Bedienungsoberfläche
gedrückt wurde. Gleiches gilt für die Rückmeldungen 33 bzw. 27. Der Bediener bekommt
dadurch eine sofortige Rückmeldung über Erfolg oder Nichterfolg der von ihm ausgelösten
Steuervorgänge.
[0058] Sämtliche im Speicher 7 gespeicherten Steuerinformationen 34 sind über ein zusätzliches
Sende- und Empfangsmodul 11 auch aus der Entfernung erzeugbar. Aufgrund der bidirektionalen
Übertragung ist damit einerseits die Fernsteuerung der Bedienungseinheit und damit
auch der Videokonferenzanlage möglich, andererseits kann über vom Mikrokontroller
gesendete Steueranweisungen 37 eine Überwachung der ausgeführten Steueranweisungen
aus der Ferne vorgenommen werden. In beiden Fällen sind somit sehr einfach Diagnosen,
Testläufe und sonstige Wartungsarbeiten ausführbar, ohne daß notwendigerweise Wartungspersonal
vor Ort vorhanden sein müßte.
[0059] Über die gleiche Sende- und Empfangsschnittstelle ist außerdem im Bedarfsfall die
Neukonfigurierung der Umrechnungstabellen im Speicher 7 möglich, so daß die Erweiterung
der Bedieneroberfläche um neue Funktionen, anderer Verteilungen der Steuerelemente
auf der druckempfindlichen Oberfläche 10 oder sonstige Änderungen aus der Entfernung
heraus vorgenommen werden können.
[0060] Schließlich ist es mit Hilfe eines oder mehrerer Schalter 36 möglich, den Mikroprozessor
9 zu veranlassen, je nach Schalterstellung verschiedene Umrechnungstabellen im Speicher
7 für die Erzeugung von Steueranweisungen zu benutzen. Durch diesen Zusatz wird erreicht,
daß mit nur einer einzigen Bedienungseinheit völlig verschiedene Bedieneroberflächen
aufgerufen werden, ohne daß eine vorherige Fernübertragung neuer Umrechnungstabellen
vorgenommen werden muß. Durch Austausch der Schicht 8 gegen eine neue Schicht 8' können
somit sehr einfach verschiedenste Bedienungsebenen oder Komplexitäten von Steuerfunktionen
gegeneinander getauscht werden. In der vorliegenden Ausführung entspricht z.B. die
Bedienungsoberfläche 8 der normalen Oberfläche zur Steuerung einer Videokonferenz,
während die Bedienungsoberfläche 8' Servicetechnikern oder sonstigem Wartungspersonal
zusätzliche Funktionen für Diagnosen, Testläufe und Wartungsarbeiten zugänglich macht.
[0061] Figur 3 stellt exemplarisch eine mögliche Gestaltung der Bedieneroberfläche dar,
wie sie erfindungsgemäß ausgeführt sein könnte. Das grafische Layout ist dazu auf
eine Schicht 42 aufgedruckt, die wie in Figur 1 beschrieben bedrucktes Papier, bedruckte
Folie oder die druckempfindlichen Folie sein kann. Die einzelnen Steuerungselemente
sind in Form von dreidimensional wirkenden Schaltern (z.B. Schalter Nummer 46, 48,
414, 416, 418, usw.) ausgeführt, oder sogar als Flächenelemente wie Schalter Nummer
420 und 422. Um die Möglichkeiten der erfindungsgemäßen Ausgestaltung aufzuzeigen,
sind die verschiedenen Arten von Schaltern nachfolgend beschrieben:
[0062] Steuerungselement 44 dient in dem aufgezeigten Beispiel als Initialisierungsschalter
mit dem die Geräteanordnung in einen bestimmten Grundzustand gefahren werden kann.
Im Kontext der dargestellten Anordnung für eine Videokonferenzsteuerung könnte eine
solche Initialisierung zum Beispiel aus dem Einschalten der Oberlichter, dem Positionieren
der Kameras in bestimmten Grundpositionen, dem Einschalten des Videorekorders und
der Mikrofone, dem Schließen von Vorhängen sowie der Einstellung einer bestimmten
Lautsprecherlautstärke bestehen. Durch Aktivierung dieses Steuerelementes wird somit
über den Mikrokontroller eine Reihe von Befehlen bzw. Befehlssequenzen ausgeführt,
für die in Bedienungseinheiten nach dem Stand der Technik das Aktivieren einer Vielzahl
einzelner Schalter, Regler und ähnliches notwendig ist.
[0063] Die Steuerelemente 46 und 48 dienen jeweils als Ein- bzw. Ausschalter um bestimmte
Betriebszustände ohne Kenntnis des gerade aktuellen Zustandes zu erzwingen. In diesem
Fall wird durch Drücken des Schalters 46 immer das Mikrofon eingeschaltet, während
bei Drücken des Schalters 48 immer das Mikrofon ausgeschaltet wird, unabhängig vom
jeweils vorherigen Zustand. Der Mikrokontroller muß in diesen Fällen also nur einen
einzigen Steuerungsbefehl erzeugen (gedächtnislose Steuerung).
[0064] In gleicher Art und Weise ist auch ein Umschalter als Ein-/Auskombination denkbar,
wie er in Steuerelement 47 ausgeführt ist. Hier wird je nach vorherigem Zustand der
Lichter entweder das Licht ein- oder ausgeschaltet (gedächtnisbehaftete Steuerung).
[0065] In gleicher Art und Weise wie Steuerelement 44 ist auch Steuerelement 410 zu verstehen:
durch Drücken dieses Steuerelementes können situations- bzw. firmenspezifische Grundeinstellungen
hinterlegt werden, die sich zum Beispiel auf die Positionen und den Bildausschnitt
der Kameras, die Grundlautstärke der Lautsprecher und ähnliche Einstellungen auswirken.
Auch hier ist mit dem jeweiligen Steuerelement eine Vielzahl von Befehlen verknüpft,
die durch den Mikrokontroller nacheinander abgearbeitet werden. Zusätzlich kann das
grafische Layout des Steuerelementes hinsichtlich farblicher und geometrischer Gestaltung
dem jeweiligen Firmenlogo entsprechen, so daß eine sehr intuitive Bedienungsmöglichkeit
geschaffen wird.
[0066] Für die Steuerung aus dem Alltag bekannter Geräte (zum Beispiel Videorekorder), können
allgemein bekannte Symbole 412 eingesetzt werden, um einen hohen Wiedererkennungsgrad
und damit eine sichere Bedienung zu gewährleisten. Mit jedem einzelnen Steuerelement
ist die jeweilige Videorekorderfunktion verknüpft, über Umschaltungen der jeweiligen
Videoquellen durch Steuerelemente 413 wird zusätzlich dafür gesorgt, daß verschiedene
Videoquellen aufgenommen werden können.
[0067] Steuerelement 414 dient als weiteres Beispiel für das Auslösen mehrerer Mikrokontrollerbefehle
durch ein einziges Steuerelement. Derartige Funktionen werden in Bedienungseinheiten
nach dem Stand der Technik im allgemeinen durch verschiedene Steuerelemente nachgebildet.
Durch Drücken des Steuerelementes 414 werden im Mikrokontroller die Befehlssequenzen

Verschiebe Kamera in X-Richtung" sowie

Verschiebe Kamera in Y-Richtung" ausgelöst, solange das Steuerelement 414 gedrückt
bleibt.
[0068] Die Kombination der Steuerelemente 416 und 418 zeigt, daß die Funktion bestimmter
Steuerelemente von außen programmierbar ist und zusätzlich von der Historie der vorher
gedrückten Steuerelemente abhängen kann: wurde zum Beispiel die Kamera in eine bestimmte
Position verfahren und soll diese Position dauerhaft gespeichert werden, ist durch
Drücken der Kombination Steuerelement 418 und anschließend Steuerelement 416 diese
Kameraposition unter dem jeweiligen Steuerelement 416 abgelegt. Durch nachfolgendes
Drücken des Steuerelementes 416 wird die Kamera unabhängig von ihrer aktuellen Position
automatisch an die vorher gespeicherte Position gefahren. Der Mikrokontroller hat
also die Differenz der gewünschten Position mit der aktuellen Position zu vergleichen
und daraus die entsprechenden Steuerungsbefehle zu erzeugen.
[0069] Steuerelement 420 ist ein Beispiel für die Anordnung eines eindimensionalen Potentiometers
auf der aktiven Fläche der druckempfindlichen Folie: durch Drücken der Fläche zwischen
den beiden Endpunkten des Potentiometersymboles wird im Beispiel die entsprechende
Zoomposition der Kamera direkt angefahren. Der Bediener kann durch Wahl der Druckposition
zwischen den grafisch dargestellten Endpunkten direkt den gewünschten Zoom-Endpunkt
bestimmen, ohne daß das sequentielle Drücken eines

Plus-Zoom" oder

Minus-Zoom" -Symbols notwendig wäre. Gleichzeitig kann sehr einfach durch die Größe
des Potentiometerbereiches auf der druckempfindlichen Folie die jeweilig gewünschte
Auflösung vorgegeben werden.
[0070] Steuerelement 422 dient als Beispiel für ein zweidimensionales Potentiometer. Jeder
Punkt innerhalb des Steuerelementes 422 dient als gewünschte Anfahrposition der Kamera.
Durch Drücken des jeweiligen Punktes innerhalb der fett umrahmten Gesamtfläche des
Steuerelementes 422 wird die zugehörige X/Y-Koordinate errechnet und vom Mikrokontroller
in absolute Koordinaten des grafisch nachgebildeten Raumes übersetzt. Anhand dieser
Abbildungsvorschrift muß der Mikrokontroller die entsprechenden Steuerbefehle für
die Kamera erzeugen und sie anschließend in die gewünschte Position verfahren. Wie
durch die Symbole 424, 426, 428 und 430 angedeutet, sind sämtliche Besonderheiten
eines Raumes darstellbar und damit eine sehr intuitive Bedienung der Geräteanordnung,
hier speziell der Kamerapositionierung möglich.
1. Bedienungseinheit zur Steuerung mindestens eines elektronischen Gerätes, gekennzeichnet
durch eine druckempfindliche Folie (10) mit Bereichen, denen symbolische Tasten zugeordnet
sind und die druckpunktabhängige Koordinatenströme liefert, und durch einen Mikrokontroller
(9), der die druckpunktabhängigen Koordinatenströme in Koordinatenwerte umsetzt, mit
gespeicherten Koordinatenwerten vergleicht und in Abhängigkeit vom Vergleichsergebnis
mindestens einen den jeweiligen Koordinatenwerten zugeordneten Befehl zur Steuerung
des mindestens einen elektronischen Gerätes erzeugt.
2. Bedienungseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Koordinaten kartesische
Koordinaten, vorzugsweise X/Y-Koordinaten sind.
3. Bedienungseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die symbolischen
Tasten unmittelbar auf der druckempfindlichen Folie (10) befinden.
4. Bedienungseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die symbolischen
Tasten auf einer über der druckempfindlichen Folie (10) liegenden Trägerschicht (8)
befinden.
5. Bedienungseinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerschicht (8)
austauschbar ist.
6. Bedienungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Mikrokontroller (9) eine Schnittstelle zum Einlesen von Koordinatenwerten und/oder
von den Koordinatenwerten zugeordneten Befehlen besitzt.
7. Bedienungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Mikrokontroller (9) alle Koordinatenströme, die von der jeder symbolischen Taste entsprechenden
Fläche stammen, den zu dieser Taste gehörenden Koordinatenwerten zuordnet.
8. Bedienungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Mikrokontroller (9) zwischen mindestens zwei den gleichen Koordinatenwerten zugeordneten
Befehlen umschaltbar ist.
9. Bedienungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Mikrokontroller (9) einen Eingang für den Ist-Zustand des elektronischen Gerätes repräsentierende
elektronische Signale hat.
10. Bedienungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Mikrokontroller (9) in Abhängigkeit vom Druckpunkt auf der Bedieneroberfläche einen
akustischen Signalgeber aktiviert.