(19)
(11) EP 0 852 201 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(88) Veröffentlichungstag A3:
08.07.1998  Patentblatt  1998/28

(43) Veröffentlichungstag:
08.07.1998  Patentblatt  1998/28

(21) Anmeldenummer: 97118476.7

(22) Anmeldetag:  24.10.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B65B 27/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 28.10.1996 DE 19644765

(71) Anmelder: Wella Aktiengesellschaft
64274 Darmstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Sodies, Jörg
    36088 Hündfeld (DE)
  • Kiel, Hartmuth
    36151 Burghaun (DE)

   


(54) Bündelkopf zum Bündeln von langen Gegenständen


(57) Bündelkopf (1) für eine Vorrichtung (27) zum Bündeln von länglichen Gegenständen (2), wobei durch axiale Rotation um die Gegenstände (2) mittels eines einseitig klebenden Bandes (3) eine Bündelumwicklung der Gegenstände (2) erfolgt, und daß eine Andruckeinrichtung (4) zum Andrücken des Bandes (3) auf die Gegenstände (2) vorgesehen ist. Innerhalb des Bündelkopfs (1) ist eine Bandzugeinrichtung (5) angeordnet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Bündelkopf nach der Gattung des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

[0002] Ein solcher Bündelkopf ist durch die US-3 547 737-A bekannt, der den Nachteil aufweist, daß ein straffes Umwickeln mit Klebeband um lange Gegenstände nicht möglich ist, da lediglich Druckkräfte auf das Band wirken.

[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgleichen Bündelkopf zu schaffen, der den oben genannten Nachteil nicht aufweist.

[0004] Gelöst wird diese Aufgabe nach dem kennzeichnenden Merkmal des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.

[0005] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Es zeigt:
Figur 1
in einer Seitenansicht einen Bündelkopf in einer ersten Position (Anfangsposition);
Figur 2
in einer Seitenansicht eine zweite Position;
Figur 3
in einer Seitenansicht eine dritte Position;
Figur 4
in einer Seitenansicht eine vierte Position;
Figur 5
in einer Draufsicht den Bündelkopf;
Figur 6
in einer Schnittdarstellung den Bündelkopf nach der Figur 5, und
Figur 7
in einer Seitenansicht den in einem Handgerät angeordneten Bündelkopf.


[0006] Die Figur 1 zeigt einen Bündelkopf 1 für eine Vorrichtung 27 (Figur 7) zum Bündeln von länglichen Gegenständen 2, zum Beispiel von Kabeln, wobei durch axiale Rotation um die Gegenstände 2 mittels eines einseitig klebenden Bandes 3 eine Bündelumwicklung der Gegenstände 2 und eine Andruckeinrichtung 4 zum Andrücken des Bandes 3 auf die Gegenstände 2 vorgesehen sind. Innerhalb des Bündelkopfs 1 ist eine Bandzugeinrichtung 5 angeordnet. Durch ein Zahnrad 14 ist der Bündelkopf 1 axial drehbar ausgebildet, wobei das Zahnrad 14 samt Bündelkopf 1 eine Öffnung 15 aufweist zum Einlegen der länglichen Gegenstände 2 in den Bündelkopf 1. Die Bandzugeinrichtung 5 weist eine erste und eine zweite gegenüberliegende Schwenkbacke 6, 7 auf, die von einer dazu mittig angeordneten, mittels einer Druckfeder 16 federbelasteten Schiebebacke 8 gesteuert werden, wobei die Schiebebacke 8 durch Einführen der Gegenstände 2 über die Öffnung 15 in den Bündelkopf 1 verschiebbar ausgebildet ist und die Schwenkbacken 6, 7 derart ausgebildet sind, daß sie auf das Band 3 gegenseitig drücken und damit einen Klemmzug auf das dazwischenliegende Band 3 bewirken. Die beiden Schwenkbacken 6, 7 sind mit je einer Schenkelfeder 17, 18 versehen und werden von jeweils einer Kulisse 19, 20 an der Schiebebacke 8 gesteuert. Nachdem die Gegenstände 2 und der Bandanfang 3' mit der Klebeseite 21 in Kontakt gebracht sind (gestrichelt angedeutet), werden die Gegenstände 2 zusammen mit dem Band 3 durch die Öffnung 15 auf die gummiartige Schicht 10 der Schiebebacke 8 gedrückt.

[0007] Dadurch verbindet sich das Band 3 im Bereich der Kontaktstelle der Schiebebacke 8 mit den Gegenständen 2.

[0008] Durch weiteres Einbringen der Gegenstände 2 in den Bündelkopf 1 gegen die Kraft der Druckfeder 16 verschiebt sich die Schiebebacke 8 in eine zweite Position nach der Figur 2, wobei die erste Schwenkbacke 6 ungefähr auf eine entgegengesetzte Stelle das Band 3 auf die Gegenstände 2 mittels der Schenkelfeder 17 drückt, wobei die zweite Schwenkbacke 7 durch das fest gespannte (zum Beispiel mittels einer in der DE 195 32 487 A1 veröffentlichten Bremseinrichtung 6) Klebeband 3 in der oberen Stellung gehalten wird.

[0009] Nachdem die Drehbewegung des Bündelkopfs 1 begonnen hat (Figur 3), schneidet das ortsfeste Messer 12 einer Schneideinrichtung 11 das fest gespannte Band 3 durch Drehung des Bündelkopfs 1 ab, zum Beispiel bei 45 Grad (Figur 4). Der Bandanfang 3' wird mit der Klebeseite 21 vom Backenbereich 28 der ersten Schwenkbacke 6 gegen die Klebeseite 21 des Bands 3 gedrückt, wodurch das Band 3 um die Gegenstände 2 herum zunächst fixiert wird. Daraufhin legt sich die zweite Schwenkbacke 7 mittels der Feder 18 derart auf die erste Schwenkbacke 6, daß das Band von beiden Schwenkbacken 6, 7 gegenseitig von den Backenbereichen 28, 29 gedrückt wird, wodurch insbesondere durch den Andruck der Klebeseite 21 auf die erste Schwenkbacke 6 durch die zweite Schwenkbacke 7 sich ein hoher Reibungswiderstand ergibt und damit eine hohe Zugkraft, wodurch durch weiteres Drehen des Bündelkopfs 1 ein sehr straffes Umwickeln des Bandes 3 um die Gegenstände 2 erreicht wird. Die Zugkraft auf das Band 3 kann durch die Schenkelfedern 17, 18 eingestellt werden, wodurch das Band 3 von den Schwenkbacken 6, 7 nachgebend klemmend gedrückt werden. Ein etwaiger Klebeschichtabrieb von der Oberfläche der ersten Schwenkbacke 6 wird fortlaufend durch das nachfolgende Band abgetragen (Selbstreinigungseffekt).

[0010] Aus der Ansicht nach der Figur 5 geht weiter eine Bandführung 22 hervor, die durch zwei Seitenteile 23 (auch Figur 1), 24 gebildet ist.

[0011] Das Zahnrad 14 und das eine Seitenteil 23 ist einteilig in einem Spritzgußverfahren hergestellt und mit dem anderen Seitenteil 24 verschraubt (Figur 6).

[0012] Aus der Figur 7 geht die Verwendung des Bündelkopfs 1 für eine Vorrichtung 27 zum Bündeln von länglichen Gegenständen 2, insbesondere bei einem elektrisch angetriebenen Handgerät 13, näher hervor, wobei eine entsprechende Bandvorratsaufnahme 25 vorgesehen ist.

Bezugszeichenliste



[0013] 
1
Bündelkopf
2
Gegenstände
3
Band
3'
Bandanfang
4
Andruckeinrichtung
5
Bandzugeinrichtung
6
Erste Schwenkbacke
7
Zweite Schwenkbacke
8
Schiebebacke
9
Verrutschsicherungseinrichtung
10
Gummiartige Schicht
11
Schneideinrichtung
12
Messer
13
Handgerät
14
Zahnrad
15
Öffnung
16
Druckfeder
17, 18
Schenkelfeder
19, 20
Kulisse
21
Klebeseite
22
Bandführung
23, 24
Seitenteil
25
Bandvorratsaufnahme
26
Umlenkband
27
Vorrichtung
28
Backenbereich
29
Backenbereich



Ansprüche

1. Bündelkopf (1) für eine Vorrichtung (27) zum Bündeln von länglichen Gegenständen (2), wobei durch axiale Rotation um die Gegenstände (2) mittels eines einseitig klebenden Bandes (3) eine Bündelumwicklung der Gegenstände (2) erfolgt, und daß eine Andruckeinrichtung (4) zum Andrücken des Bandes (3) auf die Gegenstände (2) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb des Bündelkopfs (1) eine Bandzugeinrichtung (5) angeordnet ist.
 
2. Bündelkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandzugeinrichtung (5) eine erste und eine zweite gegenüberliegende Schwenkbacke (6, 7) aufweist, die von einer dazu mittig angeordneten, federbelasteten Schiebebacke (8) gesteuert werden, wobei die Schiebebacke (8) durch Einführen der Gegenstände (2) in den Bündelkopf (1) verschiebar ist und daß dabei die Schwenkbacken (6, 7) so ausgebildet sind, daß sie auf das Band (3) gegenseitig drücken.
 
3. Bündelkopf nach mindestens Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste und die zweite Schwenkbacke (6, 7) federbelastet ist und von der Schiebebacke (8) kulissenartig gesteuert werden.
 
4. Bündelkopf nach mindestens Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkbacken (6, 7) derart ausgestaltet sind, daß das Band (3) von den Schwenkbacken (6, 7) federnd gedrückt wird.
 
5. Bündelkopf nach mindestens Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schiebebacke (8) stirnseitig mit einer Verrutschsicherungseinrichtung (9) für die Gegenstände (2) versehen ist.
 
6. Bündelkopf nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verrutschsicherungseinrichtung (9) eine gummiartige Beschichtung (10) aufweist.
 
7. Bündelkopf nach mindestens Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bündelkopf (1) mit einer Schneideinrichtung (11) versehen ist.
 
8. Bündelkopf nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Bündelkopf (1) in einem Handgerät (13) angeordnet ist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht