[0001] Die Erfindung betrifft eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Solche Kreuzspulen herstellenden Textilmaschinen sind in verschiedenen Ausführungsformen
bekannt.
[0003] Die DE 39 04 065 C2 beschreibt beispielsweise einen Kreuzspulautomaten, dessen Spulstellen
jeweils eine Einrichtung zum Regeln der Fadenspannung während des Spulprozesses aufweisen.
Diese bekannten Einrichtungen besitzen eine Vorrichtung zum Erfassen der Drehzahl
der Kreuzspule, eine Vorrichtung, zum Berechnen des augenblicklichen Durchmessers
der Kreuzspule sowie eine Speichervorrichtung mit einem vorgegebenen Fadenspannungsprogramm.
Bei derartig ausgestatteten Einrichtungen wird der Fadenspanner während der Spulenreise
dabei so angesteuert, daß die Fadenspannung mit größer werdendem Durchmesser der Kreuzspule
allmählich abnimmt.
[0004] Durch die EP 0 350 081 A1 ist weiter eine Einrichtung bekannt, bei der die Spulgeschwindigkeit
der Spulaggregate in Abhängigkeit von der Restfadenlänge der Vorlagespulen gesteuert
wird. Die Einrichtungen weisen außerdem jeweils einen Fadenspanner auf, der während
des Spulprozesses im Bedarfsfall durch den Spulstellenrechner definiert ansteuerbar
ist.
[0005] Im Zusammenhang mit Kreuzspulautomaten sind Fadenspanner, die eine rotierbar angeordnete
Bremstelleranordnung aufweisen, wobei einer der Bremsteller mittels einer Tauchspule
axial beaufschlagbar ist, seit langem bekannt. Die DE 41 30 301 A1 beschreibt beispielsweise
einen solchen, in der Praxis vielfach bewährten Fadenspanner.
[0006] Durch die DE 39 02 182 A1 ist ein Kreuzspulautomat mit einer Vielzahl von Spulstellen
bekannt, die jeweils separate Spulstellenrechner aufweisen, welche an eine zentrale
Steuereinheit der Textilmaschine angeschlossen sind. Mit dieser zentralen Steuereinheit
der Textilmaschine steht außerdem ein die Spulstellen versorgendes Serviceaggregat
in Verbindung. Das Serviceaggregat kann über die zentrale Steuereinheit und die Spulstellenrechner
den Spulantrieb jeder Spulstelle so ansteuern, daß während des Wechselvorganges Kreuzspule/Leerhülse
die Fadenführungstrommel mit einer gegenüber dem 'normalen' Spulprozeß geänderten,
d.h. reduzierten Umfangsgeschwindigkeit rotiert.
[0007] Die DE 42 21 504 A1 beschreibt einen Kreuzspulautomaten, dessen Arbeitsstellen über
eine Busleitung mit einem Servicefahrzeug verbunden sind.
Wenn an einer der Arbeitsstellen ein Bedienbedarf auftritt, setzt die betreffende
Arbeitsstelle ein optisches Signal, das von dem vor den Arbeitsstellen patrouillierenden
Servicefahrzeug erkannt und nach dessen Positionierung an dieser Arbeitsstelle durch
ein Lichtsignal an die Arbeitsstelle bestätigt wird. Durch dieses Lichtsignal wird
die betreffende Arbeitsstelle aktiviert, so daß anschließend vom Servicefahrzeug aus,
über die Busleitung, Arbeitsbefehle, beispielsweise Antriebswalze rückwärtsdrehen,
Arbeitsstelle abblasen oder dergleichen an die betreffende Arbeitsstelle abgesetzt
werden können.
[0008] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
den in Verbindung mit Kreuzspulautomaten üblichen automatischen Wechselvorgang Kreuzspule/Leerhülse
zu verbessern.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung gelöst, wie sie im Anspruch
1 beschrieben ist.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Die erfindungsgemäße Ausbildung hat insbesondere den Vorteil, daß die Einstellung
des über den Spulstellenrechner angesteuerten Fadenspanners der Spulstelle sowohl
während des Spulprozesses als auch während des Wechselvorganges Kreuzspule/Leerhülse
jeweils speziell an die vorliegenden Bedürfnisse angepaßt werden kann.
Das heißt, insbesondere bei den im Zusammenhang mit dem Wechselvorgang Kreuzspule/Leerhülse
durchzuführenden Spulenhandhabungsmaßnahmen kann die jeweils erforderliche Fadenspannung
mittels des an der Spulstelle angeordneten Fadenspanners entsprechend vom Steuerungsrechner
des Serviceaggregates vorgegebener Parameter optimal angepaßt werden. Es ist dabei
möglich, während des Wechselvorganges auch kleinere Einstellungen zu wählen als die,
die während des Spulprozesses üblich sind.
[0012] Da der Steuerungsrechner des Serviceaggregates den Fadenspanner der Spulstelle über
den Maschinenbus exakt ansteuern kann, ist es nicht notwendig, daß das Serviceaggregat,
um auch während des Wechselvorganges eine genaue Fadenspannung einhalten zu können,
eine eigene Fadenspanneinrichtung aufweist.
[0013] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen (Anspruch 2), daß die
vom Steuerungsrechner des Serviceaggregates vorgegebbaren, über den Fadenspanner auf
den Faden aufbringbaren Fadenspannungswerte entsprechend den jeweiligen Spulenhandhabungsmaßnahmen
des Serviceaggregates individuell anpaßbar sind. Die Fadenspannung wird folglich auch
während des Wechselvorganges automatisch optimal eingestellt und richtet sich beispielsweise
danach, ob die Kreuzspule eine Kopfreserve in Form einer über die Stirnseite verlaufenden
Sehne oder eine Kopfreservewicklung in Form einer auf die Hülsenspitze aufgebrachten
sogenannten Topcone-Wicklung erhalten soll. Auch bei der Erstellung der Fußreservewicklung
auf der Leerhülse wird automatisch eine spezielle, optimale Fadenspannung eingestellt.
[0014] Die erforderlichen Parameter zur Einstellung des Fadenspanners können dabei vom Steuerungsrechner
des Serviceaggregates entweder, wie in Anspruch 3 beschrieben, in absoluten Werten
vorgegeben werden oder, wie in Anspruch 4 dargelegt, als prozentuale Abweichung von
einstellbaren Sollwerten.
[0015] Eine Vorgabe der Einstellparameter als prozentuale Abweichung von Sollwerten ist
dabei besonders vorteilhaft, da auf diese Weise auch während des Spulprozesses eine
Abstimmung der Einstellung des Fadenspanners auf das momentan verarbeitete Garn, zum
Beispiel bezüglich der Reißfestigkeit, möglich ist.
[0016] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind einem nachfolgend anhand der Zeichnungen
erläuterten Ausführungsbeispiel entnehmbar.
[0017] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Vorderansicht einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine mit einem Serviceaggregat,
das über einen Maschinenbus mit den Spulstellenrechnern der Spulstellen verbunden
ist,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht auf eine Spulstelle eines Kreuzspulautomaten, mit einem über einen
Maschinenbus vom Steuerungsrechner des Serviceaggregates ansteuerbaren Fadenspanner,
- Fig. 3
- schematisch eine Spulstelle mit einem vom Steuerungsrechner des Serviceaggregates
ansteuerbaren Fadenspanner.
[0018] In Fig. 1 ist in Vorderansicht schematisch eine insgesamt mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnete
Kreuzspulen herstellende Textilmaschine, im Ausführungsbeispiel ein Kreuzspulautomat,
dargestellt. Derartige Kreuzspulautomaten weisen üblicherweise zwichen ihren Endgestellen
35, 36 eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen, im vorliegenden Fall Spulstellen
2, auf. Auf diesen Spulstellen 2 werden, wie bekannt und daher nicht näher erläutert,
die auf einer (nicht dargestellten) Ringspinnmaschine produzierten Spinnkopse 9 zu
großvolumigen Kreuzspulen 11 umgespult.
[0019] Die fertiggestellten Kreuzspulen 11 werden mittels eines selbsttätig arbeitenden
Serviceaggregates, zum Beispiel mittels eines Kreuzspulenwechslers 23, auf eine Kreuzspulentransporteinrichtung
21 ausgerollt und anschließend zu einer maschinenendseitig angeordneten (nicht dargestellten)
Spulenverladestation oder dergleichen transportiert.
[0020] Solche Kreuzspulautomaten 1 weisen außerdem oft eine Logistikeinrichtung in Form
eines Spulen- und Hülsentransportsystems 3 auf. In diesem Spulen- und Hülsentransportsystem
3 laufen, auf Transporttellern 8, Spinnkopse 9 beziehungsweise abgespulte Leerhülsen
34 um.
[0021] Des weiteren verfügen solche Kreuzspulautomaten 1 über eine Zentralsteuereinheit
37, die über einen Maschinenbus 40 sowohl mit den separaten Spulstellenrechnern 39
der einzelnen Spulstellen 2 als auch mit dem Steuerungsrechner 38 eines die Spulstellen
2 bedienenden Serviceaggregates 23 verbunden ist.
[0022] Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich, ist das Serviceaggregat 23 mit Fahrwerken
24, 25 auf maschinenlangen Laufbahnen 26, 27, die oberhalb der Spulstellen 2 angeordnet
sind, verfahrbar gelagert.
Das Serviceaggregat 23 sorgt nicht nur dafür, daß die auf den Spulstellen fertiggestellten
Kreuzspulen 11 auf die Kreuzspulentransporteinrichtung 21 ausgerollt werden, sondern
es wechselt auch jeweils selbstständig eine Leerhülse 28 in den Spulenrahmen der betreffenden
Spulstelle 2 ein. Die Leerhülse 28 entnimmt das Serviceaggregat 23 dabei vorzugsweise
einem spulstelleneigenen Leerhülsenmagazin 22.
[0023] Von dem insgesamt relativ umfangreichen und an sich bekannten Spulen- und Hülsentransportsystem
3 ist in Fig. 2 lediglich die maschinenlange Spulenzuführstrecke 4, die hinter den
Spulstellen 2 verlaufende Reversierstrecke 5, eine der zu den Spulstellen 2 führenden
Quertransportstrecken 6 sowie die Hülsenrückführstrecke 7 dargestellt.
Die über die Zuführstrecke 4 angelieferten und über die Reversierstreckr 5 auf die
Querstrecken 6 verteilten Spinnkopse 9 werden in den Abspulstellungen 10, die sich
im Bereich der Quertransportstrecken 6 an den Spulstellen 2 befinden, zu großvolumigen
Kreuzspulen 11 umgespult.
[0024] Die einzelnen Spulstellen 2 verfügen dabei, wie bekannt und daher nur angedeutet,
über verschiedene Einrichtungen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb dieser Arbeitsstellen
gewährleisten.
In Fig. 2 ist mit 30 der vom Spinnkops 9 zur Kreuzspule 11 laufende Faden, mit 12
eine Saugdüse und mit 42 ein Greiferrohr gekennzeichnet. Eine Spleißeinrichtung trägt
die Bezugszahl 13, eine Fadenspanneinrichtung die Bezugszahl 14. Außerdem verfügen
solche Spulstellen über einen Fadenreiniger 15 mit Fadenschneideinrichtung sowie über
eine Paraffiniereinrichtung 16.
[0025] Die Antriebstrommel, die die Kreuzspule 11 während des Spulvorganges über Reibschluß
antreibt, trägt die Bezugszahl 17. Während des Spulvorganges ist die Kreuzspule 11
in einem Spulenrahmen 18 gehalten, der um eine Achse 19 schwenkbar gelagert ist. Unterhalb
des Spulenrahmens 18 ist, ebenfalls um die Schwenkachse 19 begrenzt drehbar, ein Schwenkblech
20 angeordnet, über das die fertigen Kreuzspulen auf die hinter den Spulstellen 2
verlaufende Kreuzspulentransporteinrichtung 21 überführbar sind.
[0026] Wie vorstehend bereits angedeutet, werden die Spulstellen 2 über ein Serviceaggregat,
einen sogenannten Kreuzspulenwechsler 23, versorgt. Das heißt, der Kreuzspulenwechsler
23 sorgt dafür, daß Kreuzspulen 11, die einen vorbestimmten Durchmesser erreicht haben,
auf die Kreuzspulentransporteinrichtung 21 ausgetragen werden und daß anschließend
aus dem Leerhülsenmagazin 22 jeweils eine Leerhülse 28 in den Spulenrahmen 18 eingewechselt
wird.
[0027] In Fig. 2 sind einige der im Zuge des Wechselvorganges Kreuzspule/Leerhülse benötigten
Handhabungselemente des Serviceaggregates 23 dargestellt, die da sind: Rahmenöffner
29, Rahmenheber 32, Spulenführungsvorrichtung 33 sowie Hülsenzubringer 31.
Der Übersichtlichkeit halber wurde in dieser Figur auf die Darstellung weiterer Handhabungselemente
derartiger Kreuzspulenwechsler verzichtet. Die Vorrichtungen zum Erstellen einer Kopfreservewicklung
sowie der Fußreservewicklung sind beispielsweise nicht gezeigt.
[0028] Wie in den Figuren 1 bis 3 angedeutet, sind über den Maschinenbus 40 die Zentralsteuereinheit
37 der Textilmaschine 1, die Spulstellenrechner 39 der einzelnen Spulstellen 2 und
der Steuerungsrechner 38 des Serviceaggregates 23 miteinander verbunden.
[0029] Die Fig. 3 zeigt, daß der Spulstellenrechner 39 mehrere sogenannte Treiber 43 besitzt,
die über Befehlsleitungen jeweils mit nachgeordneten Funktionselementen verbunden
sind. Die Endstufe 44 des Fadenspanners 14 ist beispielsweise über eine Befehlsleitung
41 an einen der Treiber 43 des Spulstellenrechners 39 angeschlossen.
Der an sich bekannte und bewährte Fadenspanner 14 weist, wie üblich, eine Drehtelleranordnung
47, 48 auf. Dabei ist der Drehteller 47 durch einen Antrieb 49 rotatorisch beaufschlagbar,
während der Drehteller 48 durch eine Tauchspule 45, 46 axial verschoben werden kann.
Zwischen den Drehtellern 47, 48 wird der von einem Spinnkops 9 abgezogene Faden 30,
der nachfolgend zu einer Kreuzspule 11 aufgewickelt wird, definiert geklemmt. Über
das Maß der Klemmung der Bremsteller des Fadenspanners ist dabei die am Faden 30 wirksame
Fadenspannung einstellbar.
Das heißt, die Fadenspannung wird bei diesen bekannten Fadenspannern durch entsprechende
Bestromung der Tauchspule 45, 46 eingestellt.
[0030] Funktion der Einrichtung:
[0031] Während des 'normalen' Spulprozesses wird die Fadenspannung am Faden 30 über den
Fadenspanner 14 geregelt, der zu diesem Zeitpunkt vom Spulstellenrechner 39 der betreffenden
Spulstelle 2 entsprechend angesteuert wird.
[0032] Wenn an einer der Spulstellen 2 des Kreuzspulautomaten 1 eine Kreuzspule 11 ihren
vorgegebenen Durchmesser oder ihre vorgegebene Fadenlänge erreicht hat, wird über
die Fadenschneideinrichtung 16 zunächst der Faden 30 getrennt und die Kreuzspule durch
eine (nicht dargestellte) Spulenabhebevorrichtung von der Antriebstrommel gehoben.
Die Kreuzspule 11 läuft dann gebremst oder ungebremst in den Stillstand aus.
[0033] Da das Serviceaggregat 23 nur einen laufenden Faden 30 fassen kann, wird die Kreuzspule
11 anschließend wieder auf die inzwischen ebenfalls stehende Antriebstrommel 17 abgesenkt
und der Faden 30 in der Spleißeinrichtung 13 der Spulstelle 2 neu verspleißt.
Gleichzeitig wird vom Spulstellenrechner 39 der Kreuzspulenwechsler 23 angefordert.
Die Anforderung des Kreuzspulenwechslers kann dabei auch präventiv erfolgen, das heißt,
das Anforderungssignal kann bereits abgesetzt werden bevor die Kreuzspule ihren endgültigen
Durchmesser erreicht hat.
[0034] Das angeforderte Serviceaggregat 23 positioniert sich an der betreffenden Spulstelle
und nimmt mit einem sogenannten Fadenheber zunächst den Faden 30 auf, um ihn für den
nachfolgenden Wechselvorgang bereitzuhalten. Außerdem übernimmt jetzt, für die Zeit
des Wechselvorganges, der Steuerungsrechner 38 des Serviceaggregates 23 über den Maschinenbus
40 die Führung des Spulstellenrechners 39 der betreffenden Spulstelle 2. Das heißt,
während des Wechselvorganges erfolgt auch die Ansteuerung des Fadenspanners 14 über
den Steuerungsrechner 38 des Serviceaggregates 23. Die Fadenspannungswerte, die während
des Wechselvorganges durch den Fadenspanner 14 eingehalten werden, sind dabei abhängig
von den jeweiligen Spulenhandhabungsmaßnahmen beziehungsweise von der gewählten Ausbildung
der Kreuzspule 11.
Wenn die Kreuzspule 11 beispielsweise mit einer Topcone-Wicklung versehen wird, muß
der im Fadenheber gehaltene Faden 30 mit einer anderen Fadenspannung auf die Hülsenspitze
aufgewickelt werden als wenn die Kreuzspule eine Fadenendreserve in Form einer Sehne
erhält.
Zum Bilden einer Topcone-Wicklung wird der im Fadenheber gehaltene Faden 30 beispielsweise
durch ein entsprechendes (nicht dargestelltes) Arbeitselement in Richtung der Hülsenspitze
verlegt und die Kreuzspule dabei langsam in Aufwickelrichtung gedreht. Die Fadenspannung
ist dabei vorzugsweise geringfügig höher, als die Fadenspannung auf dem letzten Abschnitt
der Spulenreise.
Wenn das Fadenende einer Kreuzspule 11 in Form einer Fadensehne vorliegen soll, wird
der Faden im Anschluß an die Spulenreise kurz von der Mantelfläche der Kreuzspule
herunter- und sofort wieder auf die Mantelfläche zurückgeführt. In diesem Fall ist
es vorteilhaft, wenn mit einer deutlich verringerten Fadenspannung gearbeitet wird.
Das Verfahren zum Erstellen einer solchen Fadensehne ist dabei grundsätzlich bekannt
und beispielsweise in der DE 40 40 532 C2 beschrieben.
[0035] Nach dem Aufbringen der gewünschten Reservewicklung wird der Faden 30 geschnitten,
wobei der Unterfaden in einer Klemmeinrichtung des Fadenhebers fixiert bleibt.
Anschließend wird über den Rahmenöffner 29 des Serviceaggregates 23 der Spulenrahmen
18 beaufschlagt, so daß die Kreuzspule 11 auf dem Schwenkblech 20 zur Ablage kommt.
Durch den Rahmenheber 32 wirg dann das Schwenkblech 20 angehoben, so daß die Kreuzspule
auf die Kreuzspulentransporteinrichtung 21 rollt. Die Kreuzspule ist dabei durch eine
Spulenführungseinrichtung 33 geführt.
[0036] Im nächsten Schritt wird durch den Hülsenzubringer 31 eine Leerhülse 28 aus dem spulstelleneigenen
Leerhülsenmagazin 22 genommen und zwischen den geöffneten Armen des Spulenrahmens
18 positioniert. Gleichzeitig wird der im Fadenheber gehaltene Unterfaden so zwischen
der Stirnseite der Leerhülse und der Hülsenaufnahme des Spulenrahmens 18 positioniert,
daß er beim Schließen des Rahmens eingeklemmt wird. Das Serviceaggregat 23 sorgt anschließend
mit einer (nicht dargestellten) Einrichtung dafür, daß die Leerhülse 28, wie üblich,
eine Fußreservewicklung erhält. Auch während der Erstellung dieser Fußreservewicklung
übernimmt der Steuerungsrechner 38 des Serviceaggregates 23 die Ansteuerung des Fadenspanners
14 und sorgt in diesem Fall dafür, daß der Faden 30 mit einer gegenüber der normalen
Wickelspannung etwas erhöhten Fadenspannung auf die Leerhülse 28 aufgewickelt wird.
[0037] Der Spulstellenrechner 39 der Spulstelle 2 übernimmt die Ansteuerung des Fadenspanners
14 erst dann erneut, wenn der reguläre Spulbetrieb wieder einsetzt, das heißt, wenn
das Serviceaggregat 23 die Spulstelle verläßt.
1. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine mit einer Vielzahl von Spulstellen, die jeweils
einen über einen Spulstellenrechner ansteuerbaren Fadenspanner aufweisen sowie einem
Serviceaggregat, dessen Steuerungsrechner mit den Spulstellenrechnern zur Übermittlung
von Steuerbefehlen koppelbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerungsrechner (38) des Serviceaggregates (23) zur Abgabe von Steuerungsbefehlen
an den Spulstellenrechner (39) für die Ansteuerung des Fadenspanners (14) der Spulstelle
(2), an der das Serviceaggregat (23) positioniert ist, eingerichtet ist.
2. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steuerungsrechner (38) des Serviceaggregates (23) über einen Maschinenbus (40)
mit den Spulstellenrechnern (39) der Spulstellen (2) verbunden ist.
3. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Fadenspanner (14) während der verschiedenen im Zuge des Wechselvorganges Kreuzspule/Leerhülse
vom Serviceaggregat (23) durchzuführenden Spulenhandhabungsmaßnahmen, vom Steuerungsrechner
(38) des Serviceaggregates (23) angesteuert, jeweils optimal auf den erforderlichen
Fadenspannungswert einstellbar ist.
4. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Parameter zur Einstellung des Fadenspanners (14) in absoluten
Werten vorgebbar sind.
5. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Parameter zur Einstellung des Fadenspanners (14) als prozentuale
Abweichung von Sollwerten vorgebbar sind.