[0001] Die Erfindung betrifft eine selbsttragende elektrische Leitung, insbesondere eine
Aufzugsleitung, mit einem zentralen Tragorgan, einer Mehrzahl von darüber verseilten
isolierten elektrischen Leitern und einem Mantel, bzw. ein Verfahren zum Herstellen
einer selbsttragenden elektrischen Leitung, insbesondere einer Aufzugsleitung, bei
dem eine Mehrzahl von isolierten elektrischen Leitern über einem zentralen Tragorgan
verseilt und darüber ein Mantel aufgebracht wird.
[0002] Selbsttragende Aufzugsleitungen wie z. B.
Baustellenaufzugsleitungen werden für Einhängelängen bis zu 400 Metern verwendet.
Um eine für das Abfangen des Gewichts von derart großen Leitungslängen ausreichende
Zugfestigkeit zu gewährleisten, weisen die bekannten selbsttragenden elektrischen
Leitungen ein hochzugfestes und dabei dehnungsarmes Tragorgan auf, das allerdings
eine dementsprechend hohe Steifigkeit besitzt. Im Betrieb des Aufzugs muß die jeweils
nicht benötigte Länge der elektrischen Leitung, die durch die jeweilige Höhe des Fahrkorbes
bestimmt wird, auf irgendeine Weise auf möglichst engem Raum abgelegt werden, ohne
daß die elektrische Leitung dabei beschädigt wird.
[0003] Der Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, eine selbsttragende elektrische Leitung
so auszubilden, daß sie auf einfache Weise auf engem Raum abgelegt werden kann.
[0004] Dieses Problem wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Leitung einen Vordrall
aufweist bzw. daß die Leitung aufgewickelt, der Mantel im aufgewickelten Zustand der
Leitung vulkanisiert oder vernetzt und dabei ein Vordrall der Leitung erzeugt wird.
[0005] Die durch die Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die
selbsttragende elektrische Leitung aufgrund des eingeprägten Vordralls bzw. der eingeprägten
Spannung auch in großen Längen problemlos auf engem Raum in einem Aufnahmetopf abgelegt
werden kann. Dies ist insbesondere bei Aufzugsleitungen von großem Vorteil, bei denen
die durch die jeweilige Höhe des Fahrkorbes bestimmte Überlänge der elektrischen Leitung
abgelegt werden muß. Die einen Vordrall aufweisende selbsttragende elektrische Leitung
ist darüber hinaus durch das erfindungsgemäße Verfahren besonders einfach und kostengünstig
herstellbar. Für eine besonders zuverlässige Ablage der elektrischen Leitung in einem
Aufnahmetopf ist es dabei von Vorteil, wenn die Leitung zur Vulkanisation oder Vernetzung
möglichst eng aufgewickelt wird.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Merkmale sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Patentanspruch 1 angegebenen selbsttragenden elektrischen
Leitung bzw. des im Patentanspruch 5 angegebenen Verfahrens möglich.
[0007] Für eine besonders hohe Zugfestigkeit der selbsttragenden elektrischen Leitung ist
es von Vorteil, wenn wenigstens einer der elektrischen Leiter aus miteinander verseilten
oder verwürgten Stahl- und Kupferdrähten ausgebildet ist.
[0008] Von Vorteil ist es, wenn der Mantel aus einem gummielastischen Werkstoff ausgebildet
ist, so daß die selbsttragende elektrische Leitung eine gute Flexibilität und eine
hohe Abriebfestigkeit aufweist.
[0009] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung vereinfacht dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen die Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen selbsttragenden elektrischen Leitung, die Fig. 2 die Ablage
einer solchen selbsttragenden elektrischen Leitung in einem Ablagetopf sowie die Fig.
3 einen Verfahrensschritt zum Herstellen der selbsttragenden elektrischen Leitung.
[0010] Die in der Fig. 1 beispielhaft dargestellte, z. B. als Baustellenaufzugsleitung verwendbare
selbsttragende elektrische Leitung 1 hat ein zentrales Tragorgan 3, das beispielsweise
aus einem Beilauf 5 aus einem Ethylen-Propylen-Kautschuk und auf den Beilauf 5 aufgebrachten
hochzugfesten Elementen 7 ausgebildet ist. Bei den hochzugfesten Elementen 7 kann
es sich z. B. um Kevlarfäden, Aramidfäden oder Stahldrähte handeln. Um das Tragorgan
3 sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel vier Energieadern 9 und ein Steueraderbündel
11 verseilt. Jede der vier Energieadern 9 weist einen von einer elektrischen Isolierung
13 umschlossenen elektrischen Leiter 15 zur Energieübertragung auf. Das Steueraderbündel
11 hat einen beispielsweise aus einer Hanfkordel gebildeten Kern 17, um den z. B.
sechs zur Übertragung von Steuersignalen dienende Steueradern 12 mit jeweils einem
von einer elektrischen Isolierung 19 umschlossenen elektrischen Leiter 21 verseilt
sind. Darüber ist ein Innenmantel 23 vorgesehen, der die Zwickel zwischen den Energieadern
9, dem Steueraderbündel 11 und dem Tragorgan 3 ausfüllt. Der Innenmantel 23 ist von
einem Außenmantel 25 umschlossen, der beispielsweise ebenso wie der Innenmantel 23
aus einem gummielastischen Werkstoff ausgebildet ist. In den Außenmantel 25 sind bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel zur Erhöhung der Zugfestigkeit des Außenmantels
zugfeste Fäden 27 z. B. in Form eines Geflechtes integriert.
[0011] Zur Erhöhung der Zugfestigkeit der Energieadern 9 sind die elektrischen Leiter 15
beispielsweise aus miteinander verseilten oder verwürgten Stahl- und Kupferdrähten
ausgebildet. Auch die elektrischen Leiter 21 der Steueradern 12 können aus miteinander
verseilten oder verwürgten Stahl- und Kupferdrähten bestehen. In Abweichung von dem
in der Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist es ebenfalls möglich, die selbsttragende
elektrische Leitung 1 als reine Steuerleitung auszubilden und ausschließlich eine
Mehrzahl von Steueraderbündeln um das zentrale Tragorgan zu verseilen.
[0012] Zur Erzeugung eines Vordralls der selbsttragenden elektrischen Leitung 1 wird diese,
nachdem der Außenmantel 25 aufgebracht ist, wie in der Fig. 3 beispielhaft dargestellt
auf eine enge Spule 29, beispielsweise auf eine enge Stahlspule aufgewickelt. Die
Spule 29 mit der aufgewickelten selbsttragenden elektrischen Leitung 1 wird in einen
Ofen 31 eingebracht. Im Ofen 31 wird der Außenmantel 25 der selbsttragenden elektrischen
Leitung 1 im aufgewickelten Zustand der Leitung durch Erwärmung vulkanisiert bzw.
vernetzt. Dabei wird eine mechanische Spannung in den Außenmantel 25 eingeprägt und
auf diese Weise ein Vordrall der Leitung 1 erzeugt, so daß die fertiggestellte selbsttragende
elektrische Leitung 1 auch nach dem Abwickeln von der Spule 29 bestrebt ist, sich
in eine spiralförmige Form zu legen, sofern nicht andere Kräfte auf die elektrische
Leitung 1 wirken.
[0013] In der Fig. 2 ist beispielhaft dargestellt, wie eine Überlänge einer als Aufzugsleitung
dienenden elektrischen Leitung 1 in einem engen Aufnahmetopf 33 abgelegt ist. Der
Pfeil 34 deutet dabei die Bewegung der selbsttragenden elektrischen Leitung 1 beim
Verfahren eines nicht dargestellten Fahrkorbes des Aufzuges an. Der Vordrall der erfindungsgemäßen
selbsttragenden elektrischen Leitung 1 gewährleistet, daß sich diese beim Absenken
des Fahrkorbes zuverlässig und sicher in dem engen Aufnahmetopf 33 in etwa in Form
einer Spirale ablegt. Dies wird zusätzlich durch einen trichterförmigen Einführabschnitt
35 am oberen Ende des Aufnahmetopfes 33 erleichtert. Dabei ist es für die einfache
und sichere Ablage der Leitung 1 von Vorteil, wenn der Durchmesser des Kerns der Spule
29, auf den die selbsttragende elektrische Leitung 1 bei der Vulkanisation bzw. Vernetzung
aufgewickelt wird, kleiner ist als der innere Durchmesser des Aufnahmetopfes 33.
1. Selbsttragende elektrische Leitung, insbesondere Aufzugsleitung, mit einem zentralen
Tragorgan, einer Mehrzahl von darüber verseilten isolierten elektrischen Leitern und
einem Mantel, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitung (1) einen Vordrall aufweist.
2. Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vordrall der Leitung (1) durch die Vulkanisation oder Vernetzung des Mantels
(25) im aufgewickelten Zustand der Leitung (1) erzeugt ist.
3. Leitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer der elektrischen Leiter (15, 21) aus miteinander verseilten
oder verwürgten Stahl- und Kupferdrähten ausgebildet ist.
4. Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (25) aus einem gummielastischen Werkstoff ausgebildet ist.
5. Verfahren zum Herstellen einer selbsttragenden elektrischen Leitung, insbesondere
einer Aufzugsleitung, bei dem eine Mehrzahl von isolierten elektrischen Leitern über
einem zentralen Tragorgan verseilt und darüber ein Mantel aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitung (1) aufgewickelt, der Mantel (25) im aufgewickelten Zustand der Leitung
(1) vulkanisiert oder vernetzt und dabei ein Vordrall der Leitung (1) erzeugt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer der elektrischen Leiter (15, 21) durch Verseilen oder Verwürgen
von Stahl- und Kupferdrähten ausgebildet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (25) aus einem gummielastischen Werkstoff ausgebildet wird.