[0001] Die Erfindung betrifft ein Reinigungsgerät für Schankanlagen mit einer Handpumpe,
die einen Druckball aus flexiblem Material sowie zwei Rückschlagventile, einen Ansaugschlauch
oder -stutzen und eine druckseitige Spritzdüse aufweist.
[0002] Das DE-U-71 22 794 zeigt ein derartiges Reinigungsgerät. Es dient dazu, die Teile
einer Schankanlage, die abwechselnd mit Luft und Getränk in Berührung kommen, insbesondere
also den Zapfhahn mit Klarwasser zu spülen, um sich am Zapfhahn bildende Bakterien
zu entfernen. Der saugseitige Schlauch des Reinigungsgerätes wird in einen Wasserbehälter
getaucht und mit dem Druckball wird Wasser in den Zapfhahnauslauf gepumpt. Die Vorrichtung
ist zwar einfach, in der Handhabung jedoch problematisch. Nachteilig ist, daß das
Spülwasser über die Hand des Benutzers in den Wasserbehälter zurückläuft, wodurch
Keime der Hautoberfläche in den Behälter gelangen und anschließend wieder in den Zapfhahnauslauf
eingespritzt werden. Außerdem sammeln sich die Keime auch im Inneren des Druckballes,
wo es in den Nichtbenutzungsperioden des Reinigungsgerätes zur Bakterienbildung kommt.
Das Wasser im Druckball verdunstet und die Rückstände verkeimen unter Schimmelbildung.
[0003] Das DE-U-94 08 190 zeigt eine Reinigungsvorrichtung für Zapfhähne, bei der die Spritzdüse
von einem Auffangbehälter umgeben ist. Dieser hat einen bodenseitigen Auslaß, an den
ein Ablaufschlauch angeschlossen ist. Die Vorrichtung ist umständlich zu bedienen,
kann z.B. nach dem Spülvorgang nicht einfach in ein Spülbecken abgelegt, sondern muß
in einer speziellen Wandhalterung gehaltert werden.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, das eingangs genannte Reinigungsgerät dahingehend weiter
auszubilden, daß ein Rückfließen von Spülwasser in den Klarwasservorrat verhindert
wird, ohne daß es eines Ablaufschlauches bedarf.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
[0006] Der Vorteil des Auffangbehälters besteht darin, daß zurücklaufende Sülflüssigkeit
direkt unterhalb des Zapfhahnes aufgefangen wird, sodaß die Spülflüssigkeit nicht
über die Hand des Benutzers laufen und auch nicht in den Klarwasservorrat zurückgelangen
kann. Nach dem Spülvorgang wird das Reinigungsgerät im Spülbecken einfach auf den
Kopf gestellt, wobei der Auffangbehälter als Standfuß wirkt. Das Reinigungsgerät wird
dadurch lotrecht positioniert, sodaß jegliches Wasser aus dem Druckball und den Ventilen
entfernt werden kann. Eine mögliche Verkeimung der Innenteile des Reinigungsgerätes
wird somit minimiert. Bei dem an sich bekannten Auffangbehälter gemäß DE-U-94 08 190
ist das nicht möglich, weil die Spritzdüse über den Rand des Auffangbehälters vorsteht.
[0007] Der Auffangbehälter bildet mit der Spritzdüse eine Baueinheit, die vorzugsweise flüssigkeitsdicht
jedoch lösbar mit dem Ventilgehäuse des druckseitigen Absperrventils verbunden wird.
Die Schnittstelle wird vorzugsweise so gelegt, daß ein Teil des Ventilgehäuses durch
einen Bodenstutzen des Auffangbehälters gebildet wird, während der andere Teil dem
Druckball zugeordnet ist. Nach dem Lösen dieser Steck- oder Schraubverbindung können
die Innenteile des Rückschlagventils herausgenommen werden, sodaß eine optimale Reinigung
des Ventils möglich ist. Vorzugsweise werden die beiden Rückschlagventile derart konzipiert,
daß deren kleinster Innendurchmesser mindestens 10 % des größten Innendurchmessers
des Druckballs beträgt. Dieser vergleichsweise große Innendurchmesser der Rückschlagventile,
der in der Größenordnung von 10 mm liegen sollte, ermöglicht es, durch die Rückschlagventile
hindurch auch die Innenfläche des Druckballes zu säubern. Zusätzlich oder alternativ
kann der Druckball gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung an seinen beiden
gegenüberliegenden Durchlaßöffnungen Ringwulste aufweisen, die an den anschließenden
Ventilgehäusen der Rückschlagventile lösbar befestigt sind. Mit dieser Ausgestaltung
ist es möglich, die Rückschlagventile vom Druckball abzunehmen, sodaß eine sehr einfache
Reinigung der Innenfläche des Druckballs wie auch der Innenkanäle der Ventile möglich
ist.
[0008] Eine Abwandlung der Erfindung besteht darin, daß der Auffangbehälter eine zentrale
Öffnung aufweist, die von einem Rohr der Spritzdüse durchsetzt wird und daß der Auffangbehälter
am Rohr der Spritzdüse abnehmbar gehaltert ist. Bei dieser Ausführung ist der Behälter
als eigenes Bauteil auf das Rohr der Spritzdüse aufgeschoben, wozu der Behälter vorzugsweise
einen, die zentrale Öffnung umgebenden Rohrstutzen aufweist, der auf das Rohr der
Spritzdüse paßt. Mittels eines Dichtringes läßt sich eine ausreichende Dichtheit erzielen,
sodaß keine Spülflüssigkeit aus dem Auffangbehälter austropfen kann.
[0009] Eine weitere Abwandlung der Erfindung besteht darin, daß der Auffangbehälter einen
bodenseitigen Rohrstutzen aufweist, der mittels eines flexiblen Schlauches mit einem
Anschlußstutzen des druckseitigen Rückschlagventils des Reinigungsgerätes verbunden
ist und daß der Rohrstutzen mit der Spritzdüse kommuniziert. Bei dieser Variante bildet
der Auffangbehälter mit der Spritzdüse ein eigenes Bauteil, das mit dem eigentlichen
Reinigungsgerät über einen flexiblen Schlauch verbunden werden kann Diese Ausführung
dient insbesondere dazu, schon vorhandene Reinigungsgeräte nachträglich mit dem erfindungsgemäßen
Auffangbehälter auszustatten. Schließlich besteht noch eine vorteilhafte Weiterbildung
der Erfindung darin, daß wenigstens eines der den Druckball und die Gehäuse der Rückschlagventile
umfassenden Teile aus durchsichtigem Gummi oder Kunststoff besteht, sodaß sich etwa
gebildet habende Keime im Inneren des Reinigungsgerätes mit einem Blick erkannt werden
können.
[0010] Anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel darstellt, wird die Erfindung näher
beschrieben.
[0011] Die Figur zeigt einen Längsschnitt durch das neue Reinigungsgerät 10. Dieses weist
einen Druckball aus Gummi oder gummiähnlichem Kunststoff auf, der mit zwei einander
diametral gegenüber liegenden zentralen Öffnungen 14 vergleichsweise großen Durchmessers
versehen ist. Der Öffnungsdurchmesser beträgt mindestens 30 % des größten Innendurchmessers
des Druckballes 12, womit sich die Form des Druckballes 12 von herkömmlichen Formen
unterscheidet. Der Zweck dieser Formgebung wird weiter hinten erläutert.
[0012] An den Enden der die zentralen Öffnungen 14 begrenzenden Stutzen des Druckballes
12 sind Ringwulste 16 gebildet, die formschlüssig und flüssigkeitsdicht in Ringnuten
18 eingreifen, die an einem oberen bzw. unteren Ventilgehäuse 22 eines entsprechenden
Rückschlagventiles 20 ausgebildet sind. Jedes dieser beiden Ventilgehäuse 22 besteht
aus zwei Teilen 24, 26 bzw. 28, 30, die miteinander flüssigkeitsdicht verschraubt
sind. Beim druckseitigen Rückschlagventil 20 lagert das Gehäuseteil 24 eine Ventilkugel
32 und dieses Gehäuseteil 24 hat einen entsprechenden Ventilsitz für die Kugel 32,
während das Gehauseteil 26 einen Einsatzkörper 34 zur Hubbegrenzung der Ventilkugel
enthält. Beim saugseitigen Rückschlagventil 20 lagert das mit dem Druckball 12 verbundene
Gehäuseteil 28 diesen Einsatzkörper 34, während das andere Gehäuseteil 30 den Ventilsitz
aufweist und die Ventilkugel 32 enthält.
[0013] Das Gehäuseteil 30 des saugseitigen Rückschlagventils 20 hat einen Saugstutzen 36,
der zum Eintauchen in ein Klarwasser-Reservoir dient. Das obere Gehäuseteil 26 des
druckseitigen Rückschlagventils 20 ist einstückig mit einer Spritzdüse 38 ausgestattet,
die aus einem zylindrischen Rohr 40 und einer zentralen Düsenmündung 42 besteht. Die
Düsenmündung 42, das Rohr 40, die Rückschlagventile 20 und der Druckball 12 haben
eine gemeinsame geometrische Achse. Am druckseitigen Ventilgehäuse 20 ist ein Auffangbehälter
44 vorgesehen, der die Spritzdüse 38 ringum mit Abstand umgibt. Die Umfangswand 46
ist vorzugsweise kreisförmig konturiert und steht in Achsrichtung des Reinigungsgerätes
10 über die Spritzdüse 38 wenigstens geringfügig vor und hat einen Durchmesser der
in jedem Fall größer als der größte Außendurchmesser des Druckballes 12 ist. Vorzugsweise
liegt das Durchmesserverhältnis des Auffangbehälters 44 zum Druckball 12 im Bereich
von 1,2 bis 1,8. Ein bevorzugstes Verhältnis liegt bei 1,4. Die Umfangswand 46 des
Auffangbehälters 44 hat einen Oberrand 48, der in einer zur Achse des Reinigungsgerätes
10 rechtwinkligen Ebene liegt. Damit kann das Reinigungsgerät 10 auf den Kopf gestellt
werden, wodurch der Auffangbehälter 44 als Stützfuß wirkt.
[0014] In der linken Hälfte der Figur ist ein Auffangbehälter 44 dargestellt, der mit der
Spritzdüse 38 und dem Gehäuseteil 26 des Rückschlagventils 20 einstückig ausgebildet
ist. Die rechte Hälfte dieser Figur zeigt eine alternative Lösung, bei der lediglich
die Spritzdüse 38 mit dem Ventilgehäuseteil 26 einstückig ausgebildet ist, während
der Auffangbehälter 44 einen sich vom Boden aufwärts erstreckenden Stutzen 50 aufweist,
der einen zylindrischen Kanal begrenzt, welcher vorn Rohr 40 der Spritzdüse 38 durchsetzt
wird. In diesen Stutzen ist vorzugsweise eine nicht dargestellte innere Ringnut eingearbeitet,
in welcher ein O-Ring angeordnet ist, um eine Abdichtung zwischen Auffangbehälter
44 und Spritzdüsenrohr 40 zu schaffen.
[0015] In Gebrauch pumpt der Benutzer aus einem Klarwasservorrat Wasser nach oben, wobei
er die Spritzdüse 38 unter den Bereich des Zapfhahnauslaufes hält. Das Spülwasser
spritzt aus der Düsenmündung 42 in den Zapfhahn und gelangt dort an alle zu spülenden
Innenflächen. Das rückfließende Spülwasser sammelt sich im Auffangbehälter 44. Aufgrund
dessen Größe wird sicher verhindert, daß Spülwasser auf die Hand des Benutzers tropft.
Der Auffangbehälter 44 kann mehrfach ausgeleert werden. Am Ende des Reinigungsvorganges
wird das Reinigungsgerät 10 auf den Kopf gestellt, sodaß der Auffangbehälter 44 als
Stützfuß wirkt. Durch einige Betätigungen des Druckballes 12 wird restliche Flüssigkeit
entfernt. Durch Schwerkraftwirkung der beiden Ventilkugeln 32 bleiben die Rückschlagventile
20 offen. Das Innere des Reinigungsgerätes kann somit völlig austrocknen, sodaß Keimbildung
weitestgehend ausgeschlossen ist.
[0016] Die Ventilgehäuse 22 bestehen vorzugsweise aus glasklarem Kunststoff. Gleiches gilt
für die Ventilkugeln 32 und die Hubbegrenzungseinsätze 34 und schließlich auch für
den Druckball 12. Damit ist ein visuelle Kontrolle auch unzugänglicher Stellen des
Reinigungsgerätes 10 bezüglich einer etwaigen Verkeimung gewährleistet. Dank der Tatsache,
daß die Ventilgehäuse 22 zweiteilig ausgebildet sind und die Schnittstelle so gelegt
ist, daß nach dem Auseinanderschrauben der beiden Teile 24, 26 bzw. 28, 30 die Ventilkugel
32 und der Einsatzkörper 34 herausgenommen werden können, lassen sich alle Teile komfortabel
reinigen und durch die freiliegenden großflächigen Kanalquerschnitte der an den Druckball
12 angrenzenden Gehäuseteile 24, 28 läßt sich auch das Innere des Druckballes 12 leicht
reinigen. Zusätzlich ist vorgesehen, daß dank der Ringwulste 16 des Druckballes 12
auch die Ventilgehäuse 22 vom Druckball abgenommen werden können, sodaß eine innenseitige
Reinigung des Druckballes 12 noch weiter vereinfacht wird.
[0017] Trotz der mehrfachen Zerlegbarkeit des Reinigungsgerätes 10 lassen sich die Einzelteile
ohne zu Hilfenahme von Werkzeugen montieren und demontieren.
1. Reinigungsgerät für Schankanlagen, mit einer Handpumpe, die einen Druckball (12) aus
flexiblem Material sowie zwei Rückschlagventile (20), einen Ansaugschlauch oder -stutzen
(36) und eine druckseitige Spritzdüse (38) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß im Umgebungsbereich der Spritzdüse (38) ein oben offener Auffangbehälter (44) angeordnet
ist; der um die Spritzdüse (38) ringsum durch eine Umfangswand (46) geschlossen ist,
deren Oberrand (48) das Auslaßende (42) der Spritzdüse (38) überragt und von einer
Ebene tangiert wird, die zu der die Spritzdüse (38) und die Rückschlagventile (20)
enthaltenden Achse in einem Toleranzbereich von höchstens +/- 20° rechtwinklig liegt,
so daß das Reinigungsgerät zur Entleerung in Überkopfstellung mit seinem Auffangbehälter
(44) als Stützfuß abstellbar ist.
2. Reinigungsgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß der Auffangbehälter (44) mit der Spritzdüse (38) eine Baueinheit bildet.
3. Reinigungsgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß der Auffangbehälter (44) am Reinigungsgerät (10) lösbar befestigt ist.
4. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit an einem, das druckseitige Rückschlagventil (20) enthaltenden Ventilgehäuse
(22) insbesondere unter Verwendung eines Dichtringes lösbar befestigt ist.
5. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Auffangbehälter (44) eine zentrale Öffnung aufweist, die von einem Rohr (40)
einer Spritzdüse (38) durchsetzt wird und daß der Auffangbehälter (44) am Rohr (40)
der Spritzdüse (38) abnehmbar gehaltert ist.
6. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der mittlere Durchmesser des Auffangbehälters (44) mindestens gleichgroß oder größer
als der maximale Durchmesser des Druckballes (12) ist.
7. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Auffangbehälter (44) einen bodenseitigen Rohrstutzen aufweist, der mittels eines
flexiblen Schlauches mit einem Anschlußstutzen des druckseitigen Rückschlagventils
(20) des Reinigungsgerätes (10) verbunden ist und daß der Rohrstutzen mit der Spritzdüse
kommuniziert.
8. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Gehäuse (22) der Rückschlagventile (20) zweiteilig ausgebildet sind und beide
Gehäuseteile lösbar miteinander flüssigkeitsdicht verbunden sind.
9. Reinigungsgerät nach einem der Asprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckball (12) zwei einander diametral gegenüber liegende große kreisförmige
Öffnungen (14) aufweist, die jeweils von einem Ringwulst (16) des Druckballes (12)
begrenzt werden und daß die Ringwulste (16) in, an den Ventilgehäusen (22) der Rückschlagventile
(20) ausgebildeten Nuten (18) formschlüssig eingreifen.
10. Reinigungsgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilgehäuse (22) mit dem Druckball (12) lösbar verbunden sind und/oder der
kleinste Innendurchmesser der Rückschlagventile (20) mindestens 10 % des größten Innendurchmessers
des Druckballes (12), vorzugsweise mindestens 8 mm beträgt.