[0001] Die Erfindung betrifft einen Führungsring für ein Geschoss, wobei der Führungsring
in einer Umfangsnut einer Geschosshülle angeordnet ist.
[0002] Der Zweck solcher Führungsringe besteht darin, das Geschoss beim Abschuss im Waffenrohr
zu führen und in Rotation um die Längsachse (Drall) zu versetzen. Derartige, meist
aus metallischen Werkstoffen bestehende Führungsringe sind beispielsweise aus der
DE-OS 37 36 167 oder der
DE-OS 35 08 053 bekannt. Solche Führungsringe sind mit dem Nachteil behaftet, dass der Verschleiss
des Waffenrohres relativ hoch sein kann. Der vorzeitige Verschleiss des Waffenrohres
kann jedoch vermindert werden, wenn als Material für die Führungsringe ein geeigneter
Kunststoff verwendet wird. Die Herstellung, Montage und Befestigung solcher Führungsringe
ist jedoch relativ umständlich und teuer. Mit der
DE-OS 35 25 854 ist ein ähnlicher Führungsring bekannt geworden, der aus zwei Halbringen gebildet
ist, die durch Schnappverschluss fest miteinander verbindbar sind. Dieser Führungsring
ist jedoch nicht fest mit der Geschosshülle verbunden, sondern durchrutschend auf
dieser angeordnet, so dass dem Geschoss beim Abschuss nur ein Restdrall erteilt werden
kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Führungsring der eingangs genannten
Art vorzuschlagen, der vorstehend erwähnte Nachteile nicht aufweist.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch
1 angegebene Erfindung gelöst. Hierbei ist der Führungsring durch Oeffnungen in der
Geschosshülle fest mit einem an der Rückseite des Geschosses im Innern der Geschosshülle
angeordnetem Dichtungskörper verbunden. Der Führungsring wird zusammen mit dem Dichtungskörperwährend
eines Schrittes eines Fabrikationsverfahrens durch Einspritzen eines Kunststoffes
in die Geschosshülle durch deren offene Rückseite gebildet.
[0005] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind darin zu sehen, dass der Führungsring
auf einfache Art und Weise hergestellt und fest und sicher mit der Geschosshülle verbunden
wird, wobei nur geringe Herstellungskosten entstehen.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- einen Längsschnitt durch einen Teil eines Geschosses,
- Fig.2
- einen Längsschnitt einer Geschosshülle des Geschosses gemäss Fig.1, und
- Fig.3
- einen Querschnitt entlang der Linie III-III in der Fig.2 in grösserem Massstab, durch einen Teil der Geschosshülle.
[0007] In den
Fig.1 bis
3 ist mit
1 ein Mantel bezeichnet, der aus einer Geschosshülle
2 und einer mit dieser fest verbundenen Geschossspitze
3 gebildet ist. Die Geschossspitze
3, die vorzugsweise aus einem hochwarmfesten, faserverstärkten thermoplastischen Kunststoff
besteht, wird in einem ersten Schritt eines Fabrikationsverfahrens auf die Geschosshülle
3 gespritzt, wobei sie in Rillen
4, die im Innern der Geschosshülle
2 angeordnet sind verankert wird. Die Geschossspitze
3 weist eine nicht näher dargestellte und beschriebene Zentrierung
6 auf, in welcher ein Geschosskörper
5 geführt und gehalten wird. Der Geschosskörper
5 wird in einem zweiten Schritt des Fabrikationsverfahrens durch die an der Rückseite
offene Geschosshülle
2 in die Zentrierung
6 der Geschossspitze
3 geschoben. Mit
7 ist ein Führungsring bezeichnet, der in einer Umfangsnut
8 der Geschosshülle
2 eingebettet ist. Der Führungsring
7 ist durch Oeffnungen
9 in der Geschosshülle
2 fest mit einem an der Rückseite des Geschosses im Innern der Geschosshülle
2 angeordnetem Dichtungskörper
10 verbunden. Die Oeffnungen
9 können beispielsweise sechs um einen Winkel von 60° versetzte Bohrungen sein, die
im Bereich der Umfangsnut
8 radial verlaufend angeordnet sind. Es sind jedoch auch Oeffnungen anderer Form und
Anzahl möglich.
[0008] Der Führungsring
7 wird in einem dritten Schritt des Fabrikationsverfahrens zusammen mit dem Dichtungskörper
10 durch Einspritzen des gleichen, wie für die Herstellung der Geschossspitze
3 verwendeten Kunsttstoffes in die Geschosshülle
2 durch deren offene Rückseite gebildet. Das Spritzmaterial dringt hierbei aus der
Geschosshülle
2 durch die Oeffnungen
9 in die Umfangsnut
8 und in im Innern der Geschosshülle
2 angeordnete Umfangsrillen
11,
12. Ausserdem umschliesst das Spritzmaterial den aus der Zentrierung
6 herausragenden Teil des Geschosskörpers
5, so dass dieser fest im Geschoss verankert ist. In der Umfangsnut
8 ist eine Verzahnung
13 vorgesehen, die mit dem Führungsring
7 im Eingriff ist und so zur Uebertragung des Dralls auf das Geschoss beiträgt.
Bezugszeichenliste
[0009]
- 1
- Mantel
- 2
- Geschosshülle
- 3
- Geschossspitze
- 4
- Rillen
- 5
- Geschosskörper
- 6
- Zentrierung
- 7
- Führungsring
- 8
- Umfangsnut
- 9
- Oeffnungen
- 10
- Dichtungskörper
- 11
- Umfangsrillen
- 12
- Umfangsrillen
- 13
- Verzahnung
1. Führungsring für ein Geschoss, wobei der Führungsring (7) in einer Umfangsnut (8) einer Geschosshülle (2) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Führungsring (7) durch Oeffnungen (9) in der Geschosshülle (2) fest mit einem an der Rückseite des Geschosses im Innern der Geschosshülle (2) angeordnetem Dichtungskörper (10) verbunden ist, und dass der Führungsring (7) zusammen mit dem Dichtungskörper (10) während eines Schrittes eines Fabrikationsverfahrens durch Einspritzen eines Kunststoffes
in die Geschosshülle (2) durch deren offene Rückseite gebildet wird.
2. Führungsring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oeffnungen (9) Bohrungen sind, die im Bereich der Umfangsnut radial verlaufend angeordnet sind.
3. Führungsring nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass sechs um einen Winkel von 60° versetzte Oeffnungen (9) vorgesehen sind.
4. Führungsring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Umfangsnut (8) eine Verzahnung (13) vorgesehen ist, die mit dem Führungsring (7) im Eingriff ist.
5. Führungsring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Führungsring (7) aus einem hochwarmfesten, faserverstärkten thermoplastischen Kunststoff besteht.