(19)
(11) EP 0 853 229 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.07.1998  Patentblatt  1998/29

(21) Anmeldenummer: 97112895.4

(22) Anmeldetag:  26.07.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F42B 14/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV RO SI

(30) Priorität: 13.01.1997 CH 58/97

(71) Anmelder: Oerlikon-Contraves Pyrotec AG
8050 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Rossmann, Rudolf
    8180 Bülach (CH)

   


(54) Führungsring für ein Geschoss


(57) Dieser Führungsring kann kostengünstig hergestellt und an der Geschosshülle befestigt werden. Der Führungsring (7) ist durch Oeffnungen (9) in der Geschosshülle (2) fest mit einem an der Rückseite des Geschosses im Innern der Geschosshülle (2) angeordnetem Dichtungskörper (10) verbunden. Der Führungsring (7) wird zusammen mit dem Dichtungskörper (10) während eines Schrittes eines Fabrikationsverfahrens durch Einspritzen eines Kunststoffes in die Geschosshülle (2) durch deren offene Rückseite gebildet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Führungsring für ein Geschoss, wobei der Führungsring in einer Umfangsnut einer Geschosshülle angeordnet ist.

[0002] Der Zweck solcher Führungsringe besteht darin, das Geschoss beim Abschuss im Waffenrohr zu führen und in Rotation um die Längsachse (Drall) zu versetzen. Derartige, meist aus metallischen Werkstoffen bestehende Führungsringe sind beispielsweise aus der DE-OS 37 36 167 oder der DE-OS 35 08 053 bekannt. Solche Führungsringe sind mit dem Nachteil behaftet, dass der Verschleiss des Waffenrohres relativ hoch sein kann. Der vorzeitige Verschleiss des Waffenrohres kann jedoch vermindert werden, wenn als Material für die Führungsringe ein geeigneter Kunststoff verwendet wird. Die Herstellung, Montage und Befestigung solcher Führungsringe ist jedoch relativ umständlich und teuer. Mit der DE-OS 35 25 854 ist ein ähnlicher Führungsring bekannt geworden, der aus zwei Halbringen gebildet ist, die durch Schnappverschluss fest miteinander verbindbar sind. Dieser Führungsring ist jedoch nicht fest mit der Geschosshülle verbunden, sondern durchrutschend auf dieser angeordnet, so dass dem Geschoss beim Abschuss nur ein Restdrall erteilt werden kann.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Führungsring der eingangs genannten Art vorzuschlagen, der vorstehend erwähnte Nachteile nicht aufweist.

[0004] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Hierbei ist der Führungsring durch Oeffnungen in der Geschosshülle fest mit einem an der Rückseite des Geschosses im Innern der Geschosshülle angeordnetem Dichtungskörper verbunden. Der Führungsring wird zusammen mit dem Dichtungskörperwährend eines Schrittes eines Fabrikationsverfahrens durch Einspritzen eines Kunststoffes in die Geschosshülle durch deren offene Rückseite gebildet.

[0005] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind darin zu sehen, dass der Führungsring auf einfache Art und Weise hergestellt und fest und sicher mit der Geschosshülle verbunden wird, wobei nur geringe Herstellungskosten entstehen.

[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig.1
einen Längsschnitt durch einen Teil eines Geschosses,
Fig.2
einen Längsschnitt einer Geschosshülle des Geschosses gemäss Fig.1, und
Fig.3
einen Querschnitt entlang der Linie III-III in der Fig.2 in grösserem Massstab, durch einen Teil der Geschosshülle.


[0007] In den Fig.1 bis 3 ist mit 1 ein Mantel bezeichnet, der aus einer Geschosshülle 2 und einer mit dieser fest verbundenen Geschossspitze 3 gebildet ist. Die Geschossspitze 3, die vorzugsweise aus einem hochwarmfesten, faserverstärkten thermoplastischen Kunststoff besteht, wird in einem ersten Schritt eines Fabrikationsverfahrens auf die Geschosshülle 3 gespritzt, wobei sie in Rillen 4, die im Innern der Geschosshülle 2 angeordnet sind verankert wird. Die Geschossspitze 3 weist eine nicht näher dargestellte und beschriebene Zentrierung 6 auf, in welcher ein Geschosskörper 5 geführt und gehalten wird. Der Geschosskörper 5 wird in einem zweiten Schritt des Fabrikationsverfahrens durch die an der Rückseite offene Geschosshülle 2 in die Zentrierung 6 der Geschossspitze 3 geschoben. Mit 7 ist ein Führungsring bezeichnet, der in einer Umfangsnut 8 der Geschosshülle 2 eingebettet ist. Der Führungsring 7 ist durch Oeffnungen 9 in der Geschosshülle 2 fest mit einem an der Rückseite des Geschosses im Innern der Geschosshülle 2 angeordnetem Dichtungskörper 10 verbunden. Die Oeffnungen 9 können beispielsweise sechs um einen Winkel von 60° versetzte Bohrungen sein, die im Bereich der Umfangsnut 8 radial verlaufend angeordnet sind. Es sind jedoch auch Oeffnungen anderer Form und Anzahl möglich.

[0008] Der Führungsring 7 wird in einem dritten Schritt des Fabrikationsverfahrens zusammen mit dem Dichtungskörper 10 durch Einspritzen des gleichen, wie für die Herstellung der Geschossspitze 3 verwendeten Kunsttstoffes in die Geschosshülle 2 durch deren offene Rückseite gebildet. Das Spritzmaterial dringt hierbei aus der Geschosshülle 2 durch die Oeffnungen 9 in die Umfangsnut 8 und in im Innern der Geschosshülle 2 angeordnete Umfangsrillen 11, 12. Ausserdem umschliesst das Spritzmaterial den aus der Zentrierung 6 herausragenden Teil des Geschosskörpers 5, so dass dieser fest im Geschoss verankert ist. In der Umfangsnut 8 ist eine Verzahnung 13 vorgesehen, die mit dem Führungsring 7 im Eingriff ist und so zur Uebertragung des Dralls auf das Geschoss beiträgt.

Bezugszeichenliste



[0009] 
1
Mantel
2
Geschosshülle
3
Geschossspitze
4
Rillen
5
Geschosskörper
6
Zentrierung
7
Führungsring
8
Umfangsnut
9
Oeffnungen
10
Dichtungskörper
11
Umfangsrillen
12
Umfangsrillen
13
Verzahnung



Ansprüche

1. Führungsring für ein Geschoss, wobei der Führungsring (7) in einer Umfangsnut (8) einer Geschosshülle (2) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Führungsring (7) durch Oeffnungen (9) in der Geschosshülle (2) fest mit einem an der Rückseite des Geschosses im Innern der Geschosshülle (2) angeordnetem Dichtungskörper (10) verbunden ist, und dass der Führungsring (7) zusammen mit dem Dichtungskörper (10) während eines Schrittes eines Fabrikationsverfahrens durch Einspritzen eines Kunststoffes in die Geschosshülle (2) durch deren offene Rückseite gebildet wird.
 
2. Führungsring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oeffnungen (9) Bohrungen sind, die im Bereich der Umfangsnut radial verlaufend angeordnet sind.
 
3. Führungsring nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass sechs um einen Winkel von 60° versetzte Oeffnungen (9) vorgesehen sind.
 
4. Führungsring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Umfangsnut (8) eine Verzahnung (13) vorgesehen ist, die mit dem Führungsring (7) im Eingriff ist.
 
5. Führungsring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Führungsring (7) aus einem hochwarmfesten, faserverstärkten thermoplastischen Kunststoff besteht.
 




Zeichnung







Recherchenbericht