[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung für das Ent- und Beladen von Schiffen, insbesondere
von Binnen- und Küstenmotorschiffen, von bzw. mit Ladeeinheiten, mit einem mittels
einer Laufkatze eines Brückenkranes bzw. mittels eines Kragarmkranes verfahrbaren,
heb- und senkbaren Hubwerk, wobei das Hubwerk ein Hubgerüst und eine damit verbundene
Lastaufnahmevorrichtung aufweist.
[0002] Die Ladeeinheiten können Container, Wechselbehälter, Sattelanhänger o. dgl. sein.
Der Kragarmkran kann beispielsweise mit einem schwenkbaren Ausleger versehen sein.
[0003] Bei bekannten Einrichtungen für das Ent- und Beladen von Schiffen weisen die Hubwerke
für das Heben und Senken der Ladeeinheiten an Seilen angebrachte Kranhaken (US-PS
1 900 867) Oder Spreader (DE-OS 15 56 636) auf. Mit derartigen Einrichtungen kann
das automatische Ent- und Beladen von Schiffen nur mit hohem Aufwand realisiert werden.
Auch die Kombination mit anderen Transportmitteln, wie Schienen- und Straßenfahrzeugen,
gestaltet sich sehr schwierig und erfordert in aller Regel einen Zwischentransport
in Längsrichtung des Schiffes, beispielsweise deshalb, weil ein aus Schienenfahrzeugen
gebildeter Zug eine größere Länge aufweist als ein Schiff.
[0004] Ein weiteres Problem bei bekannten Einrichtungen für das Ent- und Beladen von Schiffen
besteht darin, daß Positionsfehler oder Schiefstellungen der Ladeeinheiten auftreten
können oder daß es zu Pendelbewegungen der Lastaufnahmevorrichtung (Kranhaken oder
Spreader) kommt.
[0005] Um diese auszugleichen sind bei einem bekannten Umschlaggerät zwischen der Lastaufnahmevorrichtung
und dem Hubgerüst Stellzylinder vorgesehen (DE 43 42 522 A1). Hierdurch können jedoch
nicht die Pendelbewegungen bei solchen Einrichtungen ausgeglichen werden, bei denen
die Lastaufnahmevorrichtung an Seilen angebracht ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bei den bekannten Einrichtungen auftretenden
Schwierigkeiten zumindest weitgehend zu vermeiden und homogene logistische Abläufe
im Hafen zu ermöglichen, und hierbei die Einrichtung der eingangs genannten Art so
auszubilden, daß das Hubwerk auch für das Umschlagen von Ladeeinheiten zwischen den
zu ent- bzw. beladenden Schiffen und weiteren Transportmitteln, wie Schienen- und
Straßenfahrzeugen, geeignet ist.
[0007] Die Lösung der gestellten Aufgabe besteht bei Einrichtung der eingangs genannten
Art darin,
- daß das Hubgerüst des Hubwerks mit einem angetriebenen Seilhubwerk versehen ist,
- daß die freien Enden der Seile des Seilhubwerks an der Lastaufnahmevorrichtung befestigt
sind
- und daß die Lastaufnahmevorrichtung von dem Hubgerüst abtrennbar ist.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Einrichtung ist es möglich, das Seil
bzw. die Seile des Seilhubwerks bei vom Hubgerüst abgetrennter Lastaufnahmevorrichtung
auch über große Längen abzuwickeln, so daß die Lastaufnahmevorrichtung in die Schächte
eines Schiffes, beispielsweise eines Containerschiffes, eingefahren werden kann und
dadurch die großen Hubhöhen bei der Ent- und Beladung von Schiffen überwunden werden
können. Der Umschlag von Ladeeinheiten zwischen dem zu ent- bzw. zu beladenden Schiff
und einem Schienen- bzw. Straßenfahrzeug erfolgt bei fest mit dem Hubgerüst verbundener
Lastaufnahmevorrichtung, so daß dieser Umschlag pendelfrei durchgeführt werden kann.
Hierdurch wird eine Automatisierung bzw. Teilautomatisierung im gesamten Umschlagbereich
ermöglicht. Sofern hierbei nach vollständigem Absenken des Hubgerüstes noch ein Abstand
zur Ladeeinheit verbleiben sollte, wird dieser Abstand durch weiteres Absenken der
Lastaufnahmevorrichtung mittels des Seiles bzw. der Seile des Seilhubwerks überbrückt.
[0009] Eine alternative Lösung der gestellten Aufgabe besteht darin,
- daß das Hubgerüst des Hubwerks mit einem angetriebenen Seilhubwerk versehen ist,
- daß die freien Enden der Seile des Seilhubwerks am Hubgerüst und die unteren Umlenkrollen
für die Seile an der Lastaufnahmevorrichtung und befestigt sind,
- und daß die Lastaufnahmevorrichtung von dem Hubgerüst abtrennbar ist.
[0010] Durch die alternative Lösung der gestellten Aufgabe können Bewegungen des Hubgerüstes
und des Seilwerks mit nur einem einzigen gemeinsamen Antrieb realisiert und nacheinander
betrieben werden.
[0011] Um das Verbinden der Lastaufnahmevorrichtung mit dem Hubgerüst sowie das Abtrennen
der Lastaufnahmevorrichtung vom Hubgerüst zu vereinfachen, sind in Ausgestaltung der
Erfindung für die lösbare Verbindung zwischen Hubgerüst und Lastaufnahmevorrichtung
ausklinkbare Stellzylinder vorgesehen. Derartige Stellzylinder sind, wie vorstehend
bei der Erläuterung des Standes der Technik dargelegt, an sich bekannt. Für den vorliegenden
Verwendungszweck ist es vorteilhaft, die Stellzylinder mit einer Raste zu versehen.
Ferner ist es vorteilhaft, die Stellzylinder an der Lastaufnahmevorrichtung anzuordnen,
da dann die Stellzylinder für ihre Verstellfunktion mit der gleichen Hydraulikpumpe
versorgt werden können, die an der Lastaufnahmevorrichtung ohnehin vorhanden ist.
[0012] Bei einer anderen erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist für die lösbare Verbindung
zwischen Hubgerüst und Lastaufnahmevorrichtung mindestens ein Bolzen vorgesehen, der
in mindestens eine Kulisse eingreift. Nach der Zusammenführung von Bolzen und Kulisse
werden diese verriegelt.
[0013] Zweckmäßigerweise stehen die Kulisse bzw. der Bolzen über Stellzylinder mit dem Hubgerüst
bzw. mit der Lastaufnahmevorrichtung in Verbindung. Hierbei kann mittels der Stellzylinder
eine Feinpositionierung des Hubgerüstes bewirkt werden.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Unterseite des Hubgerüstes und die
Oberseite der Lastaufnahmevorrichtung mit zusammenwirkenden Zentrierungen versehen,
so daß ein einwandfreies Zusammenführen der Lastaufnahmevorrichtung mit dem Hubgerüst
gewährleistet ist.
[0015] Um eine einwandfreie Führung der Seile des Seilhubwerks zu gewährleisten sind in
dem Hubgerüst zusätzliche Seilführungsrollen für das Seil bzw. die Seile des Seilhubwerks
vorgesehen.
[0016] Falls eine Schachtführung im Schiff vorhanden ist, wird beim Absenken der Lastaufnahmevorrichtung
das Hubgerüst den Schiffsbewegungen nachgeführt, so daß eine recht genaue Positionierung
über dem Schacht des Schiffes erfolgt und die Lastaufnahmevorrichtung in der Schachtführung
weiterlaufen kann. Um hierbei eine einwandfreie Führung der Lastaufnahmevorrichtung
zu gewährleisten, ist bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die Lastaufnahmevorrichtung
mit Führungsrollen versehen.
[0017] Das Anheben und das Absenken des Hubgerüstes kann mittels eines weiteren Seilhubwerks
durchgeführt werden. Die erfindungsgemäße Einrichtung kann jedoch dadurch verbessert
werden, daß für das Anheben und das Absenken des Hubgerüstes mindestens ein hydraulischer
Zylinder vorgesehen ist.
[0018] Die Erfindung ist anhand der Zeichnung näher erläutert, in der als Ausführungsbeispiel
das Hubwerk auf einem Brückenkran verfahrbar ist. Es zeigen, jeweils in schematischer
Darstellung:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein Hafenbecken mit daran angrenzendem Standplatz für die
Ladeeinheiten, mit darüber verfahrbarem Hubwerk;
- Fig. 2
- ein Hubwerk in einem Längsschnitt;
- Fig. 3
- ein anderes Hubwerk, ebenfalls in einem Längsschnitt.
[0019] Wie Fig. 1 zeigt, ist oberhalb des im Hafenbecken 1 liegenden Schiffes 2 und dem
daran angrenzendem Standplatz 3 für die - nicht dargestellten - Ladeeinheiten ein
auf einer Brücke 4 verfahrbares Hubwerk 5 vorgesehen. Das Hubwerk 5 besteht im wesentlichen
aus einer Laufkatze 6, einem Hubgerüst 7 und einer als Spreader ausgebildeten Lastaufnahmevorrichtung
8.
[0020] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel für ein Hubwerk ist das Hubgerüst
7 mit einem Seilhubwerk 9 versehen, dessen Seil 10 um zwei obere Umlenkrollen 11 und
zwei untere Umlenkrollen 12 geführt ist. Die unteren Umlenkrollen 12 sind an der Lastaufnahmevorrichtung
8 befestigt. Das Seilhubwerk 9 weist eine beispielsweise elektrisch angetriebene Seiltrommel
13 für das Seil 10 auf, die an der Rahmenführung 14 des Hubgerüstes 7 befestigt ist.
[0021] Für die lösbare Verbindung der Lastaufnahmevorrichtung 8 mit dem Hubgerüst 7 sind
bei diesem Ausführungsbeispiel ausklinkbare Stellzylinder 15 vorgesehen. An der Unterseite
des Hubgerüste 7 und an der Oberseite der Lastaufnahmevorrichtung 8 befinden sich
zusammenwirkende Zentrierungen 16.
[0022] In dem Hubgerüst 7 sind zusätzliche Seilführungsrollen 17 für das Seil 10 vorgesehen,
während die Rahmenführung 14 mit Führungsrollen 18 für das Hubgerüst 7 versehen ist.
Damit bei Vorhandensein einer Schachtführung die Lastaufnahmevorrichtung 8 in dieser
Schachtführung einwandfrei geführt ist, weist die Lastaufnahmevorrichtung 8 Führungsrollen
19 auf.
[0023] Fig. 3 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel für ein Hubwerk 5. Bei diesem Ausführungsbeispiel
verlaufen die Seile 10 des Seilhubwerks 9 innerhalb der Säulen 20 des Hubgerüstes
7. Die freien Enden der Seile 10 sind an der Lastaufnahmevorrichtung 8 befestigt.
[0024] Für die lösbare Verbindung der Lastaufnahmevorrichtung 8 mit dem Hubgerüst 7 sind
bei diesem Ausführungsbeispiel mindestens eine Kulisse 21 und mindestens ein darin
eingreifender Bolzen 22 - In diesem Falle ein Kreuzbolzen - vorgesehen. Dabei ist
die Kulisse 21 an der Lastaufnahmevorrichtung 8 befestigt, während der Bolzen 22 über
Stellzylinder 15 mit dem Hubgerüst 7 in Verbindung steht. Es kann aber auch der Bolzen
22 an der Lastaufnahmevorrichtung 8 befestigt sein und die Kulisse 21 mit dem Hubgerüst
7 in Verbindung stehen. Es können aber auch die Stellzylinder 15 zwischen der Lastaufnahmevorrichtung
8 und der Kulisse 21 bzw. dem Bolzen 22 vorgesehen sein.
[0025] Aus dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist auch zu ersehen, daß das
Hubgerüst 7 mittels eines hydraulischen Zylinders 23 angehoben und abgesenkt werden
kann. Anstelle des hydraulischen Zylinders 23 kann auch ein Seilhubwerk verwendet
werden.
1. Einrichtung für das Ent- und Beladen von Schiffen, insbesondere von Binnen- und Küstenmotorschiffen,
von bzw. mit Ladeeinheiten, mit einem mittels einer Laufkatze eines Brückenkranes
bzw. mittels eines Kragarmkranes verfahrbaren, heb- und senkbaren Hubwerk, wobei das
Hubwerk ein Hubgerüst und eine damit verbundene Lastaufnahmevorrichtung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
1.1 daß das Hubgerüst (7) des Hubwerks (5) mit einem angetriebenen Seilhubwerk (9)
versehen ist,
1.2 daß die freien Enden der Seile (10) des Seilhubwerks (9) an der Lastaufnahmevorrichtung
(8) befestigt sind,
1.3 und daß die Lastaufnahmevorrichtung (8) von dem Hubgerüst (7) abtrennbar ist.
2. Einrichtung für das Ent- und Beladen von Schiffen, insbesondere von Binnen- und Küstenmotorschiffen,
von bzw. mit Ladeeinheiten, mit einem mittels einer Laufkatze eines Brückenkranes
bzw. mittels eines Kragarmkranes verfahrbaren, heb- und senkbaren Hubwerk, wobei das
Hubwerk ein Hubgerüst und eine damit verbundene Lastaufnahmevorrichtung aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
2.1 daß das Hubgerüst (7) des Hubwerks (5) mit einem angetriebenen Seilhubwerk (9)
versehen ist,
2.2 daß die freien Enden der Seile (10) des Seilhubwerks (9) am Hubgerüst (7) und
die unteren Umlenkrollen (12) für die Seile (10) an der Lastaufnahmevorrichtung (8)
und befestigt sind,
2.3 und daß die Lastaufnahmevorrichtung (8) von dem Hubgerüst (7) abtrennbar ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die lösbare Verbindung
zwischen Hubgerüst (7) und Lastaufnahmevorrichtung (8) ausklinkbare Stellzylinder
(15) vorgesehen sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die lösbare Verbindung
zwischen Hubgerüst (7) und Lastaufnahmevorrichtung (8) mindestens ein Bolzen (22)
vorgesehen ist, der in mindestens eine Kulisse (21) eingreift.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kulisse (21) bzw. der
Bolzen (22) über Stellzylinder (15) mit dem Hubgerüst (7) bzw mit der Lastaufnahmevorrichtung
(8) in Verbindung stehen.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterseite
des Hubgerüstes (7) und die Oberseite der Lastaufnahmevorrichtung (8) mit zusammenwirkenden
Zentrierungen (16) versehen sind.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Hubgerüst
(7) zusätzliche Seilführungsrollen (17) für die Seile (10) des Seilhubwerks (9) vorgesehen
sind.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Lastaufnahmevorrichtung
(8) mit Führungsrollen (19) versehen ist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß für das
Anheben und das Absenken des Hubgerüstes (7) mindestens ein hydraulischer Zylinder
(23) vorgesehen ist.