(19)
(11) EP 0 854 230 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.07.1998  Patentblatt  1998/30

(21) Anmeldenummer: 97119411.3

(22) Anmeldetag:  06.11.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D21F 3/02, D21F 9/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 23.12.1996 DE 19654200

(71) Anmelder: Voith Sulzer Papiermaschinen GmbH
89509 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Kotitschke, Gerhard
    89555 Steinheim (DE)
  • Mayer, Wolfgang
    89522 Heidenheim (DE)
  • Esslinger, Klaus
    89564 Nattheim (DE)
  • Meschenmoser, Andreas
    88263 Horgenzell (DE)
  • Morhardt, Günther
    Jardim Marajoara, 0467100 Sao Paulo (BR)

   


(54) Nasspresse


(57) Eine Naßpartie einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn 10 umfaßt wenigstens eine Presse, die einen Preßspalt umfaßt, durch den die in einer Bahnbildungszone vorgebildete Faserstoffbahn 10 hindurchgeführt ist. Dabei ist wenigstens eine Presse eine Langspaltpresse 20 und der betreffende Preßspalt ein in Bahnlaufrichtung L verlängerter Preßspalt. Dieser Preßspalt ist in einem Bereich vorgesehen, in dem der Trockengehalt der in den Spalt einlaufenden vorgebildeten Faserstoffbahn 10 kleiner oder gleich 15 % und vorzugsweise kleiner oder gleich 12 % ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Naßpartie einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere Papier- und/oder Kartonbahn, mit wenigstens einer Presse, die einen Preßspalt umfaßt, durch den die in einer Bahnbildungszone vorgebildete Faserstoffbahn hindurchgeführt ist.

[0002] In der Naßpartie von Maschinen zur Herstellung einer Faserstoffbahn wie insbesondere einer Papier- und/oder Kartonbahn erfolgt die weitere Entwässerung der nassen Faserstoffbahn im Anschluß an den Formierbereich, nach dem für die Fasern ein gewisser Immobilitätsgrad erreicht ist, bisher meistens durch im wesentlichen saugende Elemente wie insbesondere Foils, Registerwalzen, Saugkästen, Saugwalzen und/oder dergleichen. Diese Art der Entwässerung ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden, wobei insbesondere viel Platz beansprucht und u.a. zur Vakuumerzeugung übermäßig viel teure Energie verbraucht wird. Da zudem das Entwässerungssieb über die meistens feststehenden Entwässerungselemente schleift, ergibt sich je nach Stoffsorte eine verhältnismäßig kurze Siebstandzeit.

[0003] Bei einer aus der EP-A-0 359 696 bekannten Naßpartie der eingangs genannten Art ist die Funktion einer Presse in den Siebbereich des Formers integriert, um eine Bahnabnahmestelle einzusparen. Die im Siebbereich vorgesehene Preßstelle wird durch eine Saugwalze und eine offene Walze gebildet. Der betreffende Preßspalt ist entweder sehr hart, d.h. mit einer hohen Linienkraft behaftet, oder sehr kurz und weich, was auf eine niedrige Linienkraft zurückzuführen ist. Weder die eine noch die andere Betriebsart ist dafür geeignet, der Faserstoffbahn bei geringen Trockengehalten, d.h. bei noch nasser Faserstoffbahn, die erforderliche Wassermenge bei möglichst kleinem Druckgradienten zu entziehen.

[0004] Ziel der Erfindung ist es, eine Naßpartie der eingangs genannten Art zu schaffen, die bei minimalem Aufwand und geringem Platzbedarf sowie bei minimalem Energiebedarf und entsprechend geringen Betriebskosten eine möglichst optimale Entwässerung der vorgebildeten, noch nassen Faserstoffbahn gewährleistet.

[0005] Die Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß daß wenigstens eine Presse eine Langspaltpresse und der betreffende Preßspalt ein in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt ist und daß der Preßspalt in einem Bereich vorgesehen ist, in dem der Trockengehalt der in den Spalt einlaufenden vorgebildeten Faserstoffbahn kleiner oder gleich 15 % und vorzugsweise kleiner oder gleich 12 % ist.

[0006] Die erfindungsgemäße Lösung ist u.a. auf Gapformer, Hybridformer, Langsiebe, Mehrlangsiebe und/oder dergleichen anwendbar. Die Preßspaltlänge kann an die jeweilige Produktsorte angepaßt werden. Nachdem die betreffende Preßstelle näher am Stoffauflauf liegt, ist die Faserstoffbahn beim Pressen wärmer, wodurch die Entwässerungsleistung weiter erhöht wird. Zudem ergibt sich insgesamt ein geringerer Siebverschleiß. Die Energiekosten werden deutlich herabgesetzt. Die Pressung erfolgt auf äußerst schonende Weise, wobei der Preßdruckverlauf durch eine entsprechende Schuhgestaltung (z.B. Länge, Form) vorgebbar ist. Schließlich ist auch eine äußerst volumenschonende Pressung gewährleistet.

[0007] Vorteilhafterweise ist wenigstens ein der Bahnbildungszone zugeordnetes Sieb durch den in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt geführt. Dabei ist es bei bestimmten Anwendungsfällen von Vorteil, zwei der Bahnbildungszone zugeordnete Siebe durch den Preßspalt zu führen.

[0008] Die in der Bahnbildungszone vorgebildete Faserstoffbahn kann dem Preßspalt auch durch ein die Faserstoffbahn vor dem Preßspalt übernehmendes wasseraufnehmendes Band zugeführt sein. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Filz-, Sieb-und/oder perforiertes Band handeln.

[0009] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante ist vorgesehen, daß beiderseits der Faserstoffbahn jeweils wenigstens ein Band durch den Preßspalt geführt ist und daß der erhaltene Bänderaufbau bezüglich der Faserstoffbahn symmetrisch ist.

[0010] In diesem Fall kann auf jeder Bahnseite ausgehend von der Faserstoffbahn jeweils ein die Faserstoffbahn abstützendes, vorzugsweise aus feinem Gewebe bestehendes Stützband, ein der Aufnahme und dem Transport von Wasser dienendes Band aus porösem Gewebe und ein wasserundurchlässiges Band vorgesehen sein. Hierbei ist das Stützband vorzugsweise ein Filz-und/oder Siebband.

[0011] Es ist auch möglich, auf jeder Bahnseite ausgehend von der Faserstoffbahn jeweils ein dickes Filzband und ein wasserundurchlässiges Band vorzusehen.

[0012] Es ist aber auch denkbar, auf jeder Bahnseite ausgehend von der Faserstoffbahn jeweils ein aus feinem Gewebe bestehendes Band, ein poröses, grobes Band und ein wasserundurchlässiges Band vorzusehen. Bei dem aus feinem Gewebe bestehenden Band kann es sich beispielsweise um ein Siebband handeln.

[0013] Gemäß einer anderen zweckmäßigen Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Naßpartie ist vorgesehen, daß beiderseits der Faserstoffbahn jeweils wenigstens ein Band durch den Preßspalt geführt ist und daß der erhaltene Bänderaufbau bezüglich der Faserstoffbahn asymmetrisch ist.

[0014] Hierbei können jeweils ausgehend von der Faserstoffbahn auf einer Bahnseite ein Filzband und ein wasserundurchlässiges Band und auf der anderen Bahnseite ein Siebband, ein poröses, grobes Band und ein wasserundurchlässiges Band vorgesehen sein.

[0015] Bei einem solchen asymmetrischen Aufbau ist es auch möglich, jeweils ausgehend von der Faserstoffbahn auf einer Bahnseite ein wasserundurchlässiges Band und auf der anderen Bahnseite ein Siebband, ein poröses, grobes Band und ein wasserundurchlässiges Band vorzusehen.

[0016] Bei der in der Praxis bevorzugten Ausführungsform ist der in Bahnlaufrichtung verlängerte Preßspalt zwischen einem umlaufenden, über wenigstens einen Preßschuh geführten flexiblen Preßband und einer gegenüberliegenden Preßfläche gebildet. Der verlängerte Preßspalt kann somit insbesondere durch eine Schuhpresse gebildet sein.

[0017] Nachdem der aufgebrachte Preßdruck bei den geringen Trocken-gehalten relativ gering ist, kann der Bereich zwischen Preßschuh und flexiblem Preßband zweckmäßigerweise mit Wasser geschmiert sein. Damit besteht insbesondere auch die Möglichkeit, den betreffenden Preßschuh in eine stirnseitig offene Bandschleife einzusetzen und entsprechend ein offenes System zu verwenden, bei dem die Schuhlänge relativ groß sein kann.

[0018] Bei einer in der Praxis bevorzugten Ausführungsform ist somit vorgesehen, daß die durch das umlaufende flexible Preßband gebildete Bandschleife an ihren beiden Stirnseiten offen ist.

[0019] Zur Bildung des in Bahnlaufrichtung betrachtet ersten verlängerten Preßspaltes ist vorzugsweise ein Preßschuh mit einer zumindest im wesentlichen ebenen mantelseitigen Preßfläche vorgesehen. In diesem Fall werden die durch den Preßspalt laufenden Gewebe mechanisch weniger auf Biegung beansprucht, so daß sie dicker sein und entsprechend mehr Wasser aufnehmen können.

[0020] Vorzugsweise umfaßt die Naßpartie einen zusätzlich mit Verdünnungswasser gespeisten Stoffauflauf.
Gemäß einer besonders vorteilhaften praktischen Ausführungsform ist die Naßpartie in Kombination mit wenigstens einer weiteren Langspaltpresse und einer Transferzone für einen Transfer der Faserstoffbahn in eine Trockenpartie vorgesehen, wobei die Faserstoffbahn vorzugsweise so geführt ist, daß sich insgesamt eine geschlossene Bahnführung ergibt.

[0021] Dem ersten Preßspalt kann wenigstens ein weiterer Preßspalt folgen, bei dem es sich um einen Langspalt oder einen Walzenspalt handeln kann.

[0022] Zur Bildung des in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspaltes kann auch ein über wenigstens einen Preßschuh geführtes Preßband vorgesehen sein, das außerhalb des Schuhbereichs zumindest im wesentlichen kreiszylindrisch geführt ist und somit eine Walzenform annimmt.

[0023] Mit der erfindungsgemäßen Naßpartie ergibt sich insgesamt ein geringerer Siebverschleiß. Die Energiekosten sind auf ein Minimum herabgesetzt. Nachdem die erste Preßstelle näher am Stoffauflauf liegt, ist die Abkühlung des Stoffes geringer, wodurch die Entwässerung erleichtert wird. Die Pressung erfolgt auf äußerst schonende Weise, wobei der Preßdruckverlauf durch eine entsprechende Schuhgestaltung (z.B. Länge, Form) vorgebbar ist. Zudem ist auch eine möglichst volumenschonende Pressung gewährleistet.

[0024] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
Figur 1
eine schematische Seitenansicht einer Ausführungsform einer Naßpartie mit einem in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt, der zwischen zwei Schuhpreßwalzen gebildet ist,
Figur 2
eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform einer Naßpartie mit einem in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt, der zwischen einer Schuhpreßwalze und einer Saugwalze gebildet ist,
Figur 3
eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform einer Naßpartie mit einem in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt, der zwischen einer Formierwalze und einer Schuhpreßwalze gebildet ist,
Figur 4
eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform einer Naßpartie mit einem zusätzlich mit Verdünnungswasser gespeisten Stoffauflauf und
Figur 5
eine weitere Ausführungsform mit einer separaten Schuhpresse vor Abnahme in Pressenpartie.


[0025] Figur 1 zeigt in rein schematischer Seitenansicht eine Ausführungsform einer Naßpartie einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn 10, insbesondere Papier- und/oder Kartonbahn.

[0026] In dieser Naßpartie wird einer zwei konvergent verlaufende Siebe 12, 14 umfassenden Bahnbildungszone durch einen mit einem Pfeil lediglich angedeuteten Stoffauflauf 16 wenigstens ein Fasersuspensionsstrom zugeführt. Hierbei ist das untere Sieb 12 um eine Formierwalze 18 geführt.

[0027] Die Naßpartie umfaßt eine Langspaltpresse 20 mit einem in Bahnlaufrichtung L verlängerten Preßspalt, der zwischen zwei Schuhpreßwalzen 22, 24 gebildet ist. Um die untere Schuhpreßwalze 22 und die obere Schuhpreßwalze 24 ist jeweils ein Band 26 bzw. 28 geführt, bei dem es sich beispielsweise um ein Sieb- und/oder Filzband handeln kann.

[0028] Der durch die Langspaltpresse 20 gebildete Preßspalt ist in einem Bereich vorgesehen, in dem der Trockengehalt der in den Spalt einlaufenden vorgebildeten Faserstoffbahn 10 kleiner oder gleich 15 % und vorzugsweise kleiner oder gleich 12 % ist.

[0029] Wie anhand von Figur 1 zu erkennen ist, ist durch den Preßspalt der Langspaltpresse 20 lediglich das untere Sieb 12 der beiden der Bahnbildungszone zugeordneten Siebe 12, 14 geführt.

[0030] Die beiden Schuhpreßwalzen 22 und 24 umfassen jeweils ein über einen Preßschuh 30 geführtes flexibles Preßband 32. Dabei ist der Bereich zwischen Preßschuh 30 und flexiblem Preßband 32 jeweils mit Wasser geschmiert. Zudem besitzen die Preßschuhe 30 im vorliegenden Fall jeweils eine zumindest im wesentlichen ebene mantelseitige Preßfläche.

[0031] Die Naßpartie ist in Kombination mit zwei weiteren Pressen 34, 36, von denen die eine, nämlich die Presse 34, eine Langspaltpresse ist, und einer Transferzone 38 für einen Transfer der Faserstoffbahn 10 in die Trockenpartie vorgesehen. Dabei ist die Faserstoffbahn 10 so geführt, daß sich insgesamt eine geschlossene Bahnführung ergibt.

[0032] Die beiden weiteren Pressen 34, 36 werden im vorliegenden Fall durch eine zentrale Durchbiegungsausgleichswalze 40 mit glattem, d.h. eine geschlossene Oberfläche aufweisenden Walzenmantel und einerseits eine weitere Schuhpreßwalze 42 und andererseits eine weitere Preßwalze 44 gebildet. Die zentrale glatte Durchbiegungsausgleichswalze 40 übernimmt die Faserstoffbahn 10 unmittelbar vom unteren Sieb 12.

[0033] Figur 2 zeigt in schematischer Seitenansicht eine weitere Ausführungsform einer Naßpartie, die ebenfalls mit einem in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt versehen ist. Der verlängerte Preßspalt ist in diesem Fall zwischen einer Schuhpreßwalze 46 und einer Saugwalze 48 gebildet. Die entsprechend erhaltene Langspaltpresse 50 ist wiederum in einen Bereich vorgesehen, in dem der Trockengehalt der in den Spalt einlaufenden vorgebildeten Faserstoffbahn kleiner oder gleich 15 % und vorzugsweise kleiner oder gleich 12 % ist. Wie der Figur 2 weiter entnommen werden kann, ist durch den Spalt der Langspaltpresse 50 wiederum nur das untere Sieb 12 der beiden der Bahnbildungszone zugeordneten Siebe 12, 14 (vgl. Figur 1) geführt. Die Bahnbildungszone im Bereich der Formierwalze ist in der gleichen Weise wie bei der Ausführungsform der Figur 1 aufgebaut.

[0034] Von dem über die zentrale Saugwalze 48 geführten Band 28 wird die Faserstoffbahn 10 von einer zwischen der Saugwalze 48 und einer weiteren Preßwalze 52 angeordneten weiteren Zentralwalze 54 übernommen, so daß sich im Anschluß an den verlängerten Preßspalt der Langspaltpresse 50 zwei weitere Preßspalte ergeben, bevor die Faserstoffbahn 10 der Trockenpartie zugeführt wird.

[0035] In Figur 3 ist in schematischer Seitenansicht eine weitere Ausführungsform einer Naßpartie mit einem in Bahnlaufrichtung verlängerten Preßspalt gezeigt. In diesem Fall ist der verlängerte Preßspalt zwischen einer Formierwalze 56 und einer Schuhpreßwalze 22 gebildet, um die wiederum ein Band 26 geführt ist. Um die Formierwalze 56 ist ein der Bahnbildungszone zugeordnetes unteres Sieb 12 geführt. Dabei wird durch den Stoffauflauf 16 dem zwischen dem unteren Sieb 12 und der Formierwalze 56 gebildeten einlaufseitigen Spalt wenigstens ein Fasersuspensionstrom zugeführt, so daß die Faserstoffbahn zwischen dem unteren Sieb 12 und der Formierwalze 56 erzeugt wird.

[0036] Von der Formierwalze 56 wird die Faserstoffbahn schließlich von einem um eine Saugwalze 58 geführten Filz 60 übernommen, um anschließend weiteren Preßspalten zugeführt zu werden, die wiederum durch wenigstens eine Langspaltpresse gebildet sein können.

[0037] Die die Schuhpresse 22 umfassende erste Langspaltpresse 62 ist im vorliegenden Fall somit im Bereich der Formierwalze 56 vorgesehen, wobei der betreffende verlängerte Preßspalt zwischen dieser Formierwalze 56 und der Schuhpreßwalze 22 gebildet ist. Auch in diesem Fall ist die Langspaltpresse wieder in einem Bereich angeordnet, in dem der Trockengehalt der in den betreffenden Spalt einlaufenden vorgebildeten Faserstoffbahn kleiner oder gleich 15 % und vorzugsweise kleiner oder gleich 12 % ist.

[0038] Figur 4 zeigt eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform einer Naßpresse mit einem zusätzlich mit Verdünnungswasser gespeisten Stoffauflauf 16.

[0039] Im vorliegenden Fall liegt die Formierwalze 18 in der Schleife des oberen Siebes 14, während das untere Sieb 12 über diese von dem Sieb 14 umschlungene Formierwalze 18 geführt ist. Im Anschluß an die Formierwalze 18 ist das Sieb 12 um eine Saugwalze 64 gefuhrt, um anschließend die vorgebildete Faserstoffbahn 10 dem ersten, durch die Langspaltpresse 20 gebildeten verlängerten Preßspalt zuzuführen.

[0040] Im übrigen besitzt diese Ausführungsform gemäß Figur 4 im wesentlichen den gleichen Aufbau wie die in Figur 1 gezeigte Naßbartie. So ist auch in diesem Fall lediglich das untere Sieb 12 der beiden der Bahnbildungszone zugeordneten Siebe 12, 14 durch den ersten verlängerten Preßspalt geführt. Auch hier der betreffende in Bahnlaufrichtung verlängerte Preßspalt wieder in einem Bereich vorgesehen, in dem der Trockengehalt der in den Spalt einlaufenden vorgebildeten Faserstoffbahn kleiner oder gleich 15 % und vorzugsweise kleiner oder gleich 12 % ist.

[0041] Figur 5 zeigt eine weitere Ausführungsform mit einer separaten Schuhpresse 66 vor Abnahme in Pressenpartie.

Bezugszeichenliste



[0042] 
10
Faserstoffbahn
12
Sieb
14
Sieb
16
Stoffauflauf
18
Formierwalze
20
Langspaltpresse
22
Schuhpreßwalze
24
Schuhpreßwalze
26
Band
28
Band
30
Preßschuh
32
flexibles Preßband
34
Langspaltpresse
36
Presse
38
Transferzone
40
Durchbiegungsausgleichswalze
42
Schuhpreßwalze
44
Preßwalze
46
Schuhpreßwalze
48
Saugwalze
50
Langspaltpresse
52
Preßwalze
54
Zentralwalze
56
Formierwalze
58
Saugwalze
60
Filz
62
Langspaltpresse
64
Saugwalze
66
Schuhpresse



Ansprüche

1. Naßpartie einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn (10), insbesondere Papier- und/oder Kartonbahn, mit wenigstens einer Presse, die einen Preßspalt umfaßt, durch den die in einer Bahnbildungszone vorgebildete Faserstoffbahn (10) hindurchgeführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Presse eine Langspaltpresse (20, 50, 62) und der betreffende Preßspalt ein in Bahnlaufrichtung (L) verlängerten Preßspalt ist und daß der Preßspalt in einem Bereich vorgesehen ist, in dem der Trokkengehalt der in den Spalt einlaufenden vorgebildeten Faserstoffbahn (10) kleiner oder gleich 15 % und vorzugsweise kleiner oder gleich 12 % ist.
 
2. Naßpartie nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein der Bahnbildungszone zugeordnetes Sieb (12) durch den in Bahnlaufrichtung (L) verlängerten Preßspalt geführt ist.
 
3. Naßpartie nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei der Bahnbildungszone zugeordnete Siebe durch den in Bahnlaufrichtung (L) verlängerten Preßspalt geführt sind.
 
4. Naßpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in der Bahnbildungszone vorgebildete Faserstoffbahn (10) dem Preßspalt durch ein die Faserstoffbahn (10) vor dem Preßspalt übernehmendes wasseraufnehmendes Band zugeführt ist.
 
5. Naßpartie nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das die vorgebildete Faserstoffbahn (10) übernehmende Band ein Filz-, Sieb- und/oder perforiertes Band ist.
 
6. Naßpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß beiderseits der Faserstoffbahn (10) jeweils wenigstens ein Band durch den Preßspalt geführt ist und daß der erhaltene Bänderaufbau bezüglich der Faserstoffbahn (10) symmetrisch ist.
 
7. Naßpartie nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf jeder Bahnseite ausgehend von der Faserstoffbahn (10) jeweils ein die Faserstoffbahn (10) abstützendes, vorzugsweise aus feinem Gewebe bestehendes Stützband, ein der Aufnahme und dem Transport von Wasser dienendes Band aus porösem Gewebe und ein wasserundurchlässiges Band vorgesehen sind.
 
8. Naßpartie nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stützband ein Filz- und/oder Siebband ist.
 
9. Naßpartie nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf jeder Bahnseite ausgehend von der Faserstoffbahn (10) jeweils ein dickes Filzband und ein wasserundurchlässiges Band vorgesehen sind.
 
10. Naßpartie nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf jeder Bahnseite ausgehend von der Faserstoffbahn (10) jeweils ein aus feinem Gewebe bestehendes Band, ein poröses, grobes Band und ein wasserundurchlässiges Band vorgesehen sind.
 
11. Naßpartie nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß das aus feinem Gewebe bestehende Band ein Siebband ist.
 
12. Naßpartie nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß beiderseits der Faserstoffbahn (10) jeweils wenigstens ein Band durch den Preßspalt geführt ist und daß der erhaltene Bänderaufbau bezüglich der Faserstoffbahn asymmetrisch ist.
 
13. Naßpartie nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils ausgehend von der Faserstoffbahn (10) auf einer Bahnseite ein Filzband und ein wasserundurchlässiges Band und auf der anderen Bahnseite ein Siebband, ein poröses, grobes Band und ein wasserundurchlässiges Band vorgesehen sind.
 
14. Naßpartie nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils ausgehend von der Faserstoffbahn (10) auf einer Bahnseite ein wasserundurchlässiges Band und auf der anderen Bahnseite ein Siebband, ein poröses, grobes Band und ein wasserundurchlässiges Band vorgesehen sind.
 
15. Naßpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der in Bahnlaufrichtung (L) verlängerte Preßspalt zwischen einem umlaufenden, über wenigstens einen Preßschuh (30) geführten flexiblen Preßband (32) und einer gegenüberliegenden Preßfläche gebildet ist.
 
16. Naßpartie nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Bereich zwischen Preßschuh (30) und flexiblem Preßband (32) mit Wasser geschmiert ist.
 
17. Naßpartie nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die durch das umlaufende flexible Preßband gebildete Bandschleife an ihren beiden Stirnseiten offen ist.
 
18. Naßpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Bildung des in Bahnlaufrichtung (L) betrachtet ersten verlängerten Preßspaltes ein Preßschuh (30) mit einer zumindest im wesentlichen ebenen mantelseitigen Preßfläche vorgesehen ist.
 
19. Naßpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen zusätzlich mit Verdünnungswasser gespeisten Stoffauflauf (16) umfaßt.
 
20. Naßpartie nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie in Kombination mit wenigstens einer weiteren Langspaltpresse (34) und einer Transferzone (38) für einen Transfer der Faserstoffbahn (10) in eine Trockenpartie vorgesehen ist, wobei die Faserstoffbahn (10) vorzugsweise so geführt ist, daß sich insgesamt eine geschlossene Bahnführung ergibt.
 




Zeichnung