[0001] Die Erfindung betrifft ein Türschloß zur elektronischen und mechanischen Sicherung
von Türen und Toren gegen Einbruch gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] So wie ein Brandmelder keinen Brand löschen kann, kann eine Einbruchmeldeanlage auch
keinen Einbruch verhindern. Dies können nur rechtzeitig gerufene Hilfskräfte. Der
Alarm gleicht somit einem Startschuß. Dieselbe Zeit, die die Hilfskräfte zur Anfahrt
benötigen, im Schnitt etwa 10 Minuten, steht auch dem Einbrecher für seine Tat und
Flucht zur Verfügung.
[0003] Da bei früheren üblichen Einbruchmeldeanlagen die Auslöseelektronik nach dem mechanischen
Widerstand an der Tür oder am Fenster eingebaut war, war die Zeit, die der Täter benötigte,
um die Mechanik an der Tür oder am Fenster zu überwinden, für die Intervention eine
verlorene Zeit. Eine Lösung dieses Problems wird in der EP-A-0 744 002 durch eine
elektronisch überwachte Sollbruchstelle aufgezeigt. Dadurch wurde es möglich, die
Alarmauslösung vor den mechanischen Widerstand zu legen und somit die zur Oberwindung
des mechanischen Widerstands erforderliche Zeit zur Intervention zur Verfügung zu
stellen. Bei dieser bekannten Einbruchsmeldeanlage trifft der Einbrecher an der Tür
auf ein stabiles Sicherheits-Schließblech mit aufgeschraubtem Zuhalteschlitten und
einer Melde-Platine. Die als Sollbruchstelle eingesetzten Schrauben sind so ausgelegt,
daß sie den Alltagsbelastungen, wie z.B. dem Zuschlagen der Tür, widerstehen. Bei
einem Einbruchversuch werden höhere Kräfte eingesetzt, so daß die Schrauben abgeschert
werden. Dabei verschiebt sich der Zuhaltschlitten um einige Millimeter in der Einbruchsrichtung,
also der Öffnungsrichtung der Tür. Dadurch wird der Alarm ausgelöst und der Einbruch
deutlich signalisiert. Anschließend verhakt sich der Zuhalteschlitten im feststehenden
stabilen Sicherheits-Schließblech und bildet eine gemeinsame zweite, wesentlich stärkere
Widerstandseinheit.
[0004] Der Nachteil dieser sehr praktikablen bekannten Lösung besteht darin, daß in Holzrahmentüren
entsprechende Ausfräsungen für die Montage des Sicherheits-Schließblechs ausgeführt
werden müssen. Dies führt gelegentlich dazu, daß dieses Produkt nicht eingesetzt wird.
Insbesondere in Holzrahmentüren werden überwiegend Winkel-Schließbleche eingesetzt,
wobei der Steg zwischen den Aussparungen für Falle und Riegel einerseits und Außenkante
anderererseits maximal 4 mm beträgt. Aus diesem Grunde muß bei der bekannten Lösung
der Anschlag für Falle und Riegel nach dem Brechen der Sollbruchstellen in Aufbruchsrichtung
etwas verschoben werden, um nach der Begrenzung den mechanischen Widerstand leisten
zu können.
[0005] Bei einer weiteren, in der EP-A-0 744 002 beschriebenen Lösung liegt die Türfalle
an der entsprechenden Begrenzungskante des Schließblechs an, wenn die Tür geschlossen
ist. Der Schließriegel hat, damit er sich leicht sperren läßt, bis zu 1 mm Toleranz.
Die Fallensperre wird mit einer elektronisch überwachten Sollbruchstelle versehen.
Beim gewaltsamen Aufbruch geht die Fallensperre einige Millimeter in Öffnungsrichtung
mit und verhakt sich dann erneut mechanisch. Bei einer Holzrahmentür würde jetzt der
Schließriegel an der Begrenzungskante der Aussparung im Schließblech anstehen und
könnte diese Bewegung nicht mitmachen.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, mit einem gegenüber dem Stand der
Technik einfacheren und einfacher zu montierenden Schließblech dieselben Sicherheitsvorteile
zu erreichen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein eine Schloßfalle und einen Schloßriegel aufweisendes Schloß in der Draufsicht
und
- Fig. 2
- ein entsprechendes Schließblech, ebenfalls in der Draufsicht.
[0009] Das in Fig. 1 dargestellte Schloß 1 ist als Einsteckschloß zur Montage in einem entsprechenden
Schlitz einer nicht dargestellten Tür ausgebildet. Eine Schloßfalle 2 ist oberhalb
eines Schloßriegels 3 angeordnet. Die Bewegungsrichtung von Schloßfalle 2 und Schloßriegel
3 verläuft senkrecht zur Zeichenebene. Die in der Öffnungsrichtung 7 der Tür weisenden
Sperrflächen bzw. Begrenzungsflächen oder Begrenzungslinien der Schloßfalle 2 und
des Schloßriegels 3 sind in dieser Öffnungsrichtung 7 um einen Abstand X zueinander
versetzt, der wenigstens 3 mm beträgt. Dabei ragt die Schloßfalle 2 in der Öffnungsrichtung
7 über den Schloßriegel 3 um eben diesen Abstand X vor.
[0010] Ein in Fig. 2 dargestelltes entsprechendes Schließblech 8 wird in einen nicht dargestellten
Türrahmen eingesetzt. Das Schließblech 8 ist dabei üblicherweise als Winkelblech ausgebildet.
In einer entsprechenden Aussparung des Schließblechs 8 ist als Sicherungselement eine
Fallensperre 10 montiert, die als Winkelblech ausgebildet ist. Der eine, parallel
zur Zeichenebene angeordnete Schenkel dieser Fallensperre 10 ist ins Innere der Aussparung
hineinversetzt und dort an einer gestrichelt schematisch dargestellten Haltevorrichtung
mittels Schrauben 9 fixiert. Die Haltevorrichtung selbst ist mittels Schrauben 11
am Schließblech 8 fixiert. Die Schrauben 9 sind als Sollbruchstellen ausgebildet.
Der zweite, senkrecht zur Zeichenebene angeordnete Schenkel 6 der Fallensperre 10
dient als Anlage- und Sperrelement für die Schloßfalle 2 und schließt mit der Ebene
des Schließblechs 8 ab.
[0011] Eine unterhalb der ersten Aussparung angeordnete zweite Aussparung 5 dient zur Aufnahme
des Schloßriegels 3. Bei Anlage der in Fig. 2 nicht dargestellten Schloßfalle 2 am
Schenkel 6 der Fallensperre 10 bildet sich ein Freiraum 4 zwischen dem in die Aussparung
5 eingreifenden Schloßriegel 3 und der in Öffnungsrichtung 7 vorderen Begrenzungskante
12 der Aussparung 5 aus. Sofern die Anlagelinie bzw. -ebene des Schenkels 6 der Fallensperre
10 mit der der Begrenzungskante 12 übereinstimmt, so entspricht das Maß des Freiraums
4 dem Abstand X.
[0012] Erfolgt nun eine sehr starke Gewalteinwirkung auf das Türblatt, wie dies bei einem
Einbruch der Fall ist, so wird zunächst die aufgewendete Kraft über die Schloßfalle
2 auf den Schenkel 6 der Fallensperre 10 und damit auf die als Sollbruchstellen ausgelegten
Schrauben 9 übertragen. Übersteigt diese Kraft die definierte Sollbruchkraft der Schrauben
9, werden diese abgeschert bzw. brechen, wodurch ein nicht näher erläuterter Alarm
ausgelöst wird. Die Alarmauslösung kann gemäß dem eingangs angegebenen Stand der Technik
erfolgen, das heißt, bei der infolge des Brechens der Schrauben 9 erfolgten Verschiebung
der Fallensperre 10 kann ein Alarmdraht oder eine Alarmplatine reißen, oder aber ein
Schalter, z.B. ein Reed-Schalter, wird ausgelöst und bewirkt einen sogenannten stillen
Alarm, durch den über Funk oder Leitungsnetz ein Sicherheitsdienst alarmiert wird.
[0013] Nach dem Bruch der Sollbruchstellen und Auslösung des Alarms wird die Öffnungsbewegung
der Tür dadurch begrenzt, daß der Schloßriegel 3 an der Begrenzungskante 12 der Aussparung
5 nach Überwindung des Freiraums 4 anschlägt. Nun wird der Öffnungsbewegung erst der
eigentliche hohe mechanische Widerstand entgegengesetzt, durch den der Einbrecher
zeitlich gebunden wird, so daß den Sicherheitskräften die erforderliche Zeit für eine
Intervention gegeben wird.
[0014] Durch die Versetzung von Schloßfalle 2 und Schloßriegel 3 kann ein ausreichender
Freiraum 4 geschaffen werden, was bei herkömmlichen Anordnungen wegen einer zu geringen
Materialbreite des verbleibenden Stegs kaum möglich ist. Eine solche geringe Materialbreite
würde auch nicht zur Erzeugung der erhöhten Widerstandskraft gegen den Einbruchsversuch
ausreichen. Durch die Versetzung von Schloßfalle 2 und Schloßriegel 3 kann der benötigte
Freiraum bei hoher Festigkeit des verbleibenden Stegs in einfacher Weise geschaffen
werden. Es muß lediglich die Fallensperre 10 an einem handelsüblichen Schließblech
montiert bzw. eingesetzt werden, was beispielsweise durch einfaches Einfräsen am bereits
montierten herkömmlichen Schließblech erfolgen kann. Darüber hinaus muß lediglich
ein neues Einsteckschloß eingesetzt werden, wodurch insgesamt geringe Montagekosten
und eine schnelle Montage realisiert werden können. Selbstverständlich kann das Ausfräsen
der Aussparung für die Fallensperre 10 auch bei abmontiertem Schließblech 8 erfolgen,
wobei dann auf jeden Fall Anpassungsarbeiten an den Türrahmen entfallen können.
[0015] In Abwandlung des dargestellten Ausführungsbeispiels kann die Sollbruchstelle anstelle
durch Schrauben 9 auch direkt an der Fallensperre 10 realisiert werden, beispielsweise
durch eine schlitzartige Materialschwächung im Blechmaterial. Eine weitere Möglichkeit
für eine Sollbruchstelle bietet eine Sollbruchplatte, beispielsweise gemäß der DE
19 603 679 C1.
[0016] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die Anwendung bei Türen beschränkt,
sondern kann auch bei Toren und anderen schwenkbaren Elementen eingesetzt werden,
die mittels eines Schlosses und eines Schließbleches gesichert werden können.
1. Türschloß zur elektronischen und mechanischen Sicherung von Türen und Toren gegen
Einbruch, mit einem an einem Türrahmen oder dergleichen anbringbaren Schließblech,
das Aussparungen zur Aufnahme mindestens einer Schloßfalle und mindestens eines Schloßriegels
aufweist, die an der Tür angeordnet sind, wobei die Aussparung für die Schloßfalle
eine mit einer Sollbruchstelle versehene Fallensperre besitzt, und mit einer bei gewaltsamer
Überwindung der Sollbruchstelle einen Alarm auslösenden Alarmvorrichtung, dadurch
gekennzeichnet, daß die in Öffnungsrichtung (7) der Tür weisenden Sperrflächen der
Schloßfalle (2) und des Schloßriegels (3) in dieser Öffnungsrichtung (7) wenigstens
um 3 mm zueinander versetzt angeordnet sind, wobei bei an der Fallensperre (10) anliegender
Schloßfalle (2) ein Freiraum (4) zwischen dem Schloßriegel (3) und der in der Öffnungsrichtung
(7) liegenden Begrenzungskante (12) der entsprechenden Aussparung (5) im Schließblech
(8) gebildet wird.
2. Türschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallensperre (10) mittels
als Sollbruchstelle ausgebildeten Schrauben (9) oder Bolzen direkt oder indirekt am
Schließblech (8) fixiert ist
3. Türschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallensperre (10) selbst
eine Sollbruchstelle aufweist.
4. Türschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fallensperre (10) als Winkelblech ausgebildet ist.
5. Türschloß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schenkel (6) des als Fallensperre
(10) dienenden Winkelblechs als Anlage- und Sperrelement für die Schloßfalle (2) und
der andere Schenkel zur Aufnahme der Schrauben (9) oder Bolzen ausgebildet ist.
6. Türschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fallensperre (10) innerhalb des einen L-förmigen Querschnitt aufweisenden Schließblechs
(8) an diesem fixiert ist.
7. Türschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Alarmvorrichtung als Auslöseelement eine bei Überwindung der Sollbruchstelle reißende,
abscherende oder brechende Platine oder Alarmdrahtanordnung aufweist.
8. Türschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Alarmvorrichtung
als Auslöseelement ein bei Überwindung der Sollbruchstelle ansprechendes Schalterelement
aufweist.