(19)
(11) EP 0 854 259 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.07.1998  Patentblatt  1998/30

(21) Anmeldenummer: 98100944.2

(22) Anmeldetag:  21.01.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E05B 45/08, E05B 15/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 21.01.1997 DE 19701886

(71) Anmelder: Matouschek, Thomas
D-72584 Hülben (DE)

(72) Erfinder:
  • Matouschek, Thomas
    D-72584 Hülben (DE)

(74) Vertreter: Vetter, Hans, Dipl.-Phys. Dr. 
Patentanwälte Dipl.-Ing. Rudolf Magenbauer Dipl.-Phys. Dr. Otto Reimold Dipl.-Phys. Dr. Hans Vetter, Dipl.-Ing. Martin Abel, Hölderlinweg 58
73728 Esslingen
73728 Esslingen (DE)

   


(54) Türschloss zur elektronischen und mechanischen Sicherung von Türen und Toren gegen Einbruch


(57) Es wird ein Türschloß zur elektronischen und mechanischen Sicherung von Türen und Toren gegen Einbruch vorgeschlagen. Ein an einem Türrahmen anbringbares Schließblech (8) weist Aussparungen (5) zur Aufnahme einer Schloßfalle und eines Schloßriegels (3) auf, die an der Tür angeordnet sind. Die Aussparung für die Schloßfalle besitzt eine mit einer Sollbruchstelle versehene Fallensperre (10). Weiterhin ist eine bei gewaltsamer Überwindung der Sollbruchstelle einen Alarm auslösende Alarmvorrichtung zugeordnet. Die in Öffnungsrichtung (7) der Tür weisenden Sperrflächen der Schloßfalle und des Schloßriegels (3) sind in dieser Öffnungsrichtung (7) wenigstens um 3 mm zueinander versetzt angeordnet, wobei bei an der Falllensperre (10) anliegender Schloßfalle ein Freiraum (4) zwischen dem Schloßriegel (3) und der in der Öffnungsrichtung (7) liegenden Begrenzungskante (12) der entsprechenden Aussparung (5) im Schließblech (8) gebildet wird. Durch diese Versetzung kann ein ausreichender Freiraum (4) bei noch verbleibendem, mechanisch sehr widerstandsfähigem Steg gebildet werden, wobei dieser Freiraum erforderlich ist, um nach Überwindung der Sollbruchstelle und Alarmauslösung nach einer begrenzten Öffnungsbewegung wieder einen festen Widerstand gegen ein weiteres Öffnen bilden zu können.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Türschloß zur elektronischen und mechanischen Sicherung von Türen und Toren gegen Einbruch gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] So wie ein Brandmelder keinen Brand löschen kann, kann eine Einbruchmeldeanlage auch keinen Einbruch verhindern. Dies können nur rechtzeitig gerufene Hilfskräfte. Der Alarm gleicht somit einem Startschuß. Dieselbe Zeit, die die Hilfskräfte zur Anfahrt benötigen, im Schnitt etwa 10 Minuten, steht auch dem Einbrecher für seine Tat und Flucht zur Verfügung.

[0003] Da bei früheren üblichen Einbruchmeldeanlagen die Auslöseelektronik nach dem mechanischen Widerstand an der Tür oder am Fenster eingebaut war, war die Zeit, die der Täter benötigte, um die Mechanik an der Tür oder am Fenster zu überwinden, für die Intervention eine verlorene Zeit. Eine Lösung dieses Problems wird in der EP-A-0 744 002 durch eine elektronisch überwachte Sollbruchstelle aufgezeigt. Dadurch wurde es möglich, die Alarmauslösung vor den mechanischen Widerstand zu legen und somit die zur Oberwindung des mechanischen Widerstands erforderliche Zeit zur Intervention zur Verfügung zu stellen. Bei dieser bekannten Einbruchsmeldeanlage trifft der Einbrecher an der Tür auf ein stabiles Sicherheits-Schließblech mit aufgeschraubtem Zuhalteschlitten und einer Melde-Platine. Die als Sollbruchstelle eingesetzten Schrauben sind so ausgelegt, daß sie den Alltagsbelastungen, wie z.B. dem Zuschlagen der Tür, widerstehen. Bei einem Einbruchversuch werden höhere Kräfte eingesetzt, so daß die Schrauben abgeschert werden. Dabei verschiebt sich der Zuhaltschlitten um einige Millimeter in der Einbruchsrichtung, also der Öffnungsrichtung der Tür. Dadurch wird der Alarm ausgelöst und der Einbruch deutlich signalisiert. Anschließend verhakt sich der Zuhalteschlitten im feststehenden stabilen Sicherheits-Schließblech und bildet eine gemeinsame zweite, wesentlich stärkere Widerstandseinheit.

[0004] Der Nachteil dieser sehr praktikablen bekannten Lösung besteht darin, daß in Holzrahmentüren entsprechende Ausfräsungen für die Montage des Sicherheits-Schließblechs ausgeführt werden müssen. Dies führt gelegentlich dazu, daß dieses Produkt nicht eingesetzt wird. Insbesondere in Holzrahmentüren werden überwiegend Winkel-Schließbleche eingesetzt, wobei der Steg zwischen den Aussparungen für Falle und Riegel einerseits und Außenkante anderererseits maximal 4 mm beträgt. Aus diesem Grunde muß bei der bekannten Lösung der Anschlag für Falle und Riegel nach dem Brechen der Sollbruchstellen in Aufbruchsrichtung etwas verschoben werden, um nach der Begrenzung den mechanischen Widerstand leisten zu können.

[0005] Bei einer weiteren, in der EP-A-0 744 002 beschriebenen Lösung liegt die Türfalle an der entsprechenden Begrenzungskante des Schließblechs an, wenn die Tür geschlossen ist. Der Schließriegel hat, damit er sich leicht sperren läßt, bis zu 1 mm Toleranz. Die Fallensperre wird mit einer elektronisch überwachten Sollbruchstelle versehen. Beim gewaltsamen Aufbruch geht die Fallensperre einige Millimeter in Öffnungsrichtung mit und verhakt sich dann erneut mechanisch. Bei einer Holzrahmentür würde jetzt der Schließriegel an der Begrenzungskante der Aussparung im Schließblech anstehen und könnte diese Bewegung nicht mitmachen.

[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, mit einem gegenüber dem Stand der Technik einfacheren und einfacher zu montierenden Schließblech dieselben Sicherheitsvorteile zu erreichen.

[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
ein eine Schloßfalle und einen Schloßriegel aufweisendes Schloß in der Draufsicht und
Fig. 2
ein entsprechendes Schließblech, ebenfalls in der Draufsicht.


[0009] Das in Fig. 1 dargestellte Schloß 1 ist als Einsteckschloß zur Montage in einem entsprechenden Schlitz einer nicht dargestellten Tür ausgebildet. Eine Schloßfalle 2 ist oberhalb eines Schloßriegels 3 angeordnet. Die Bewegungsrichtung von Schloßfalle 2 und Schloßriegel 3 verläuft senkrecht zur Zeichenebene. Die in der Öffnungsrichtung 7 der Tür weisenden Sperrflächen bzw. Begrenzungsflächen oder Begrenzungslinien der Schloßfalle 2 und des Schloßriegels 3 sind in dieser Öffnungsrichtung 7 um einen Abstand X zueinander versetzt, der wenigstens 3 mm beträgt. Dabei ragt die Schloßfalle 2 in der Öffnungsrichtung 7 über den Schloßriegel 3 um eben diesen Abstand X vor.

[0010] Ein in Fig. 2 dargestelltes entsprechendes Schließblech 8 wird in einen nicht dargestellten Türrahmen eingesetzt. Das Schließblech 8 ist dabei üblicherweise als Winkelblech ausgebildet. In einer entsprechenden Aussparung des Schließblechs 8 ist als Sicherungselement eine Fallensperre 10 montiert, die als Winkelblech ausgebildet ist. Der eine, parallel zur Zeichenebene angeordnete Schenkel dieser Fallensperre 10 ist ins Innere der Aussparung hineinversetzt und dort an einer gestrichelt schematisch dargestellten Haltevorrichtung mittels Schrauben 9 fixiert. Die Haltevorrichtung selbst ist mittels Schrauben 11 am Schließblech 8 fixiert. Die Schrauben 9 sind als Sollbruchstellen ausgebildet. Der zweite, senkrecht zur Zeichenebene angeordnete Schenkel 6 der Fallensperre 10 dient als Anlage- und Sperrelement für die Schloßfalle 2 und schließt mit der Ebene des Schließblechs 8 ab.

[0011] Eine unterhalb der ersten Aussparung angeordnete zweite Aussparung 5 dient zur Aufnahme des Schloßriegels 3. Bei Anlage der in Fig. 2 nicht dargestellten Schloßfalle 2 am Schenkel 6 der Fallensperre 10 bildet sich ein Freiraum 4 zwischen dem in die Aussparung 5 eingreifenden Schloßriegel 3 und der in Öffnungsrichtung 7 vorderen Begrenzungskante 12 der Aussparung 5 aus. Sofern die Anlagelinie bzw. -ebene des Schenkels 6 der Fallensperre 10 mit der der Begrenzungskante 12 übereinstimmt, so entspricht das Maß des Freiraums 4 dem Abstand X.

[0012] Erfolgt nun eine sehr starke Gewalteinwirkung auf das Türblatt, wie dies bei einem Einbruch der Fall ist, so wird zunächst die aufgewendete Kraft über die Schloßfalle 2 auf den Schenkel 6 der Fallensperre 10 und damit auf die als Sollbruchstellen ausgelegten Schrauben 9 übertragen. Übersteigt diese Kraft die definierte Sollbruchkraft der Schrauben 9, werden diese abgeschert bzw. brechen, wodurch ein nicht näher erläuterter Alarm ausgelöst wird. Die Alarmauslösung kann gemäß dem eingangs angegebenen Stand der Technik erfolgen, das heißt, bei der infolge des Brechens der Schrauben 9 erfolgten Verschiebung der Fallensperre 10 kann ein Alarmdraht oder eine Alarmplatine reißen, oder aber ein Schalter, z.B. ein Reed-Schalter, wird ausgelöst und bewirkt einen sogenannten stillen Alarm, durch den über Funk oder Leitungsnetz ein Sicherheitsdienst alarmiert wird.

[0013] Nach dem Bruch der Sollbruchstellen und Auslösung des Alarms wird die Öffnungsbewegung der Tür dadurch begrenzt, daß der Schloßriegel 3 an der Begrenzungskante 12 der Aussparung 5 nach Überwindung des Freiraums 4 anschlägt. Nun wird der Öffnungsbewegung erst der eigentliche hohe mechanische Widerstand entgegengesetzt, durch den der Einbrecher zeitlich gebunden wird, so daß den Sicherheitskräften die erforderliche Zeit für eine Intervention gegeben wird.

[0014] Durch die Versetzung von Schloßfalle 2 und Schloßriegel 3 kann ein ausreichender Freiraum 4 geschaffen werden, was bei herkömmlichen Anordnungen wegen einer zu geringen Materialbreite des verbleibenden Stegs kaum möglich ist. Eine solche geringe Materialbreite würde auch nicht zur Erzeugung der erhöhten Widerstandskraft gegen den Einbruchsversuch ausreichen. Durch die Versetzung von Schloßfalle 2 und Schloßriegel 3 kann der benötigte Freiraum bei hoher Festigkeit des verbleibenden Stegs in einfacher Weise geschaffen werden. Es muß lediglich die Fallensperre 10 an einem handelsüblichen Schließblech montiert bzw. eingesetzt werden, was beispielsweise durch einfaches Einfräsen am bereits montierten herkömmlichen Schließblech erfolgen kann. Darüber hinaus muß lediglich ein neues Einsteckschloß eingesetzt werden, wodurch insgesamt geringe Montagekosten und eine schnelle Montage realisiert werden können. Selbstverständlich kann das Ausfräsen der Aussparung für die Fallensperre 10 auch bei abmontiertem Schließblech 8 erfolgen, wobei dann auf jeden Fall Anpassungsarbeiten an den Türrahmen entfallen können.

[0015] In Abwandlung des dargestellten Ausführungsbeispiels kann die Sollbruchstelle anstelle durch Schrauben 9 auch direkt an der Fallensperre 10 realisiert werden, beispielsweise durch eine schlitzartige Materialschwächung im Blechmaterial. Eine weitere Möglichkeit für eine Sollbruchstelle bietet eine Sollbruchplatte, beispielsweise gemäß der DE 19 603 679 C1.

[0016] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die Anwendung bei Türen beschränkt, sondern kann auch bei Toren und anderen schwenkbaren Elementen eingesetzt werden, die mittels eines Schlosses und eines Schließbleches gesichert werden können.


Ansprüche

1. Türschloß zur elektronischen und mechanischen Sicherung von Türen und Toren gegen Einbruch, mit einem an einem Türrahmen oder dergleichen anbringbaren Schließblech, das Aussparungen zur Aufnahme mindestens einer Schloßfalle und mindestens eines Schloßriegels aufweist, die an der Tür angeordnet sind, wobei die Aussparung für die Schloßfalle eine mit einer Sollbruchstelle versehene Fallensperre besitzt, und mit einer bei gewaltsamer Überwindung der Sollbruchstelle einen Alarm auslösenden Alarmvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die in Öffnungsrichtung (7) der Tür weisenden Sperrflächen der Schloßfalle (2) und des Schloßriegels (3) in dieser Öffnungsrichtung (7) wenigstens um 3 mm zueinander versetzt angeordnet sind, wobei bei an der Fallensperre (10) anliegender Schloßfalle (2) ein Freiraum (4) zwischen dem Schloßriegel (3) und der in der Öffnungsrichtung (7) liegenden Begrenzungskante (12) der entsprechenden Aussparung (5) im Schließblech (8) gebildet wird.
 
2. Türschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallensperre (10) mittels als Sollbruchstelle ausgebildeten Schrauben (9) oder Bolzen direkt oder indirekt am Schließblech (8) fixiert ist
 
3. Türschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallensperre (10) selbst eine Sollbruchstelle aufweist.
 
4. Türschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallensperre (10) als Winkelblech ausgebildet ist.
 
5. Türschloß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schenkel (6) des als Fallensperre (10) dienenden Winkelblechs als Anlage- und Sperrelement für die Schloßfalle (2) und der andere Schenkel zur Aufnahme der Schrauben (9) oder Bolzen ausgebildet ist.
 
6. Türschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallensperre (10) innerhalb des einen L-förmigen Querschnitt aufweisenden Schließblechs (8) an diesem fixiert ist.
 
7. Türschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Alarmvorrichtung als Auslöseelement eine bei Überwindung der Sollbruchstelle reißende, abscherende oder brechende Platine oder Alarmdrahtanordnung aufweist.
 
8. Türschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Alarmvorrichtung als Auslöseelement ein bei Überwindung der Sollbruchstelle ansprechendes Schalterelement aufweist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht