[0001] Die Erfindung betrifft einen Trockner für band- oder plattenförmiges Gut, insbesondere
einen Mehretagentrockner für Gipskartonplatten, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Sie geht von einem Trockner aus, der durch die DE-OS 19 46 696 bekannt geworden ist.
Die Druckschritt enthält schon deutliche Hinweise auf das Problem, auf der ganzen
Breite der Fördereinrichtung eine gleichmäßige Trocknung zu erreichen. Hierzu sind
verschiedene Maßnahmen vorgesehen. Die Düsenkästen sind keilförmig ausgebildet, so
daß der Querschnitt von der Zuströmseite in Richtung auf das andere Ende abnimmt.
Dadurch soll innerhalb des Düsenkastens auf der ganzen Länge ein konstanter Druck
aufrechterhalten werden. Die keilförmigen Düsenkästen sind so angeordnet, daß der
Abstand der Begrenzungswand, die der durchlaufenden Platte zugekehrt ist, von der
Zuströmseite in Richtung auf die Abströmseite zunimmt. Dadurch wird der abströmenden
Luft mit zunehmendem Abstand von der Zuströmseite ein entsprechend der zunehmenden
Menge größer werdender Querschnitt zur Verfügung gestellt. Um trotz des ungleichmäßigen
Abstandes zwischen Düsenkasten und durchlaufender Platte auf der ganzen Breite eine
gleichmäßige Geschwindigkeit der auf die Platte aufprallenden Trocknungsluftstrahlen
zu erhalten, sind die Düsen als kurze Rohrstücke ausgebildet, deren Länge um so größer
ist, je weiter sie von der Zuströmseite entfernt angeordnet sind. Dadurch wird der
Abstand zwischen Düsenmündung und durchlaufender Platte auf der ganzen Breite konstant
gehalten. Eine weitere Maßnahme besteht darin, den Trockner in aufeinanderfolgende
Zonen zu unterteilen und die Zuströmöffnungen der Düsenkästen von Zone zu Zone abwechselnd
an gegenüberliegenden Seiten des Trockners anzuordnen.
[0003] Die zuletzt genannte Maßnahme setzt bei den üblicherweise in Gipskartonplattentrocknern
eingesetzten Rollenförderem voraus, daß sowohl die Antriebe mit den Antriebsketten
als auch die Versorgungsleitungen in aufeinanderfolgenden Zonen auf entgegengesetzten
Seiten angeordnet sind. Daher wechselt auch die für Wartungs- oder Reparaturarbeiten
zugängliche Seite von Zone zu Zone. Das ist in der Praxis ein schwerer Nachteil. Schon
der Umstand, daß in der erwähnten Druckschrift diese Maßnahme trotzdem empfohlen wird,
deutet darauf hin, daß die übrigen Maßnahmen nicht die gewünschte Gleichförmigkeit
auf der ganzen Breite gewährleisten.
[0004] Die ungleichförmige Trocknung wird in besonders starkem Maße bei Trocknern beobachtet,
die - wie der in der angeführten Druckschrift beschriebene Trockner - mehrere etagenartig
übereinander angeordnete Fördereinrichtungen aufweisen und aus diesem Grunde einen
sehr kompakten Aufbau haben. Die Querschnittsabmessungen der einzelnen Düsenkästen
sind dabei sehr klein im Verhältnis zur Länge. Es kann sich - in Längsrichtung des
Düsenkastens gesehen - eine ungleichmäßige Verteilung der Geschwindigkeit ergeben,
mit der die Luftstrahlen aus den Düsenöffnungen ausströmen. Durch die in Querrichtung
abströmende Luft werden die Düsenstrahlen mit zunehmender Entfernung von der Zuströmseite
immer stärker aus der Vertikalen abgelenkt.. Die zwischen den Düsenkästen abströmende
Luft bewirkt eine in Richtung auf die Abströmseite zunehmende Kühlung der Düsenkästen,
die zu einer Abkühlung der Trocknungsluft und letzten Endes zu einer Verschlechterung
des Trocknungseffektes führt.
[0005] Die in der Druckschrift angegebenen Maßnahmen haben außerdem den Nachteil, daß sie
nur schwer korrigierbar sind, wenn sich herausstellt, daß die erforderliche Gleichmäßigkeit
nicht ereicht wird.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Trockner mit den im Oberbegriff angegebenen
Merkmalen mit einfachen Mitteln auszustatten, die es ermöglichen, auf der gesamten
Breite eine gleichmäßige Restfeuchte zu erhalten und etwaige Abweichungen mit geringem
Aufwand zu korrigieren. Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Bei der Erfindung macht man sich den Umstand zunutze, daß der Wärmeübergang von einem
aufprallenden Luftstrom auf eine zu trocknende Platte eine Funktion des Abstandes
zwischen Düsenmündung und Platte ist.
[0008] Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 4 angegeben.
[0009] Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht dargestellten
Ausführungsbeispiels.
- Figur 1
- zeigt einen Querschnitt.
- Figur 2
- zeigt einen Längsschnitt mit Ansicht auf die Trennwand.
- Figur 3
- zeigt ausschnittweise eine Draufsicht auf einige Rollen und Düsenkästen.
- Figur 4
- zeigt einen Ausschnitt aus Figur 1 in größerem Maßstab.
- Figur 4a
- zeigt vergrößert eine Einzelheit X aus Figur 4
- Figur 5
- zeigt eine andere Einzelheit aus Figur 4, ebenfalls in vergrößertem Maßstab.
[0010] Der Trockner besteht z. B. aus dreißig oder mehr baukastenartig aneinandergereihten
Abteilen. Ein Abteil misst in Förderrichtung 2,0 m bis 2,5 m und ist 5,0 m bis 6,0
m breit. Es hat eine Decke 1 und Seitenwände 2, 3.
[0011] In dem Abteil ist durch eine Zwischendecke 4, eine Trennwand 5 und ein gitterartiges
Traggestell 6 ein Kernbereich 7 von einem Umluftkanal abgetrennt. Dieser besteht aus
einem waagerechten Kanal 8 über dem Kernbereich 7, einem seitlichen senkrechten Verteilerkanal
9 und einem auf der gegenüberliegenden Seite im wesentlichen spiegelsymmetrisch angeordneten
Sammelkanal 10. Die Breite des Kernbereichs 7 beträgt etwa 50 bis 65 % der Gesamtbreite,
die Höhe etwa 60 bis 80 % der Gesamthöhe. In dem Kernbereich 7 sind in mehreren Ebenen,
in der Praxis in etwa acht bis zwölf Ebenen, die in gleichen Abständen von etwa 250
bis 350 mm etagenartig übereinanderliegen, Rollen 11 angeordnet, die an der einen
Seite an der Trennwand 5, an der anderen Seite in dem Traggestell 6 gelagert sind.
An dem Ende, das dem Traggestell 6 benachbart ist, hat jede Rolle 11 einen Zapfen
12, auf dem ein Kettenrad 13 sitzt. Über nicht dargestellte Ketten sind alle Rollen
11 mit der gleichen Geschwindigkeit antreibbar.
[0012] Sie bilden daher in jeder Etage einen Rollenförderer, der sich über die gesamte Länge
des Trockners erstreckt.
[0013] Unterhalb und oberhalb der Transportebenen, in denen sich die auf den einzelnen Rollenförderern
liegenden Platten kontinuierlich durch den Trockner bewegen, sind in den Zwischenräumen
nebeneinanderliegender Rollen 11 fingerartige Düsenkästen 14a, 14b angeordnet, die
sich über die Breite des Rollenförderers erstrecken. Die der Transportebene zugekehrte
Begrenzungswand des Düsenkastens 14a, 14b ist mit Düsenöffnungen 15 zum Aufblasen
von Trocknungsluft auf die durchlaufenden Platten 16 versehen. Das eine Ende des Düsenkastens
14a, 14b ist als Zuströmöffnung 17 ausgebildet, das andere Ende 18 ist geschlossen.
Die Düsenkästen 14a, 14b sind keilförmig ausgebildet, so daß ihr Querschnitt in Richtung
auf das geschlossene Ende 18 stetig abnimmt. Zwischen benachbarten Transportebenen
ist jeweils ein oberer Düsenkasten 14a mit einem unmittelbar darunterliegenden Düsenkasten
14b hosenartig verbunden, so daß sie einen Doppelkasten bilden und eine gemeinsame
Einströmöffnung 17 haben. Das Ende, an dem sich die Einströmöffnung 17 befindet, sitzt
passend in einer rechteckigen Ausnehmung der Trennwand 5. Es ist unbeweglich an der
Trennwand 5 befestigt und durch einen in Figur 4a erkennbaren abgewinkelten Kragen
ringsum abgedichtet. Am anderen Ende 18 des Düsenkastens 14a, 14b ist eine hochkant
angeordnete Halteplatte 19 befestigt.
[0014] Der waagerechte Kanal 8 ist durch ein treppenstufenähnlich geformtes Trennblech 20
in einen Saugraum 21 und einen Druckraum 22 unterteilt. Der Saugraum 21 steht mit
dem Sammelkanal 8 in offener Verbindung, der Druckraum 22 mit dem Verteilerkanal 9.
Mittig in dem waagerechten Kanal 8, und zwar in dem durch das Trennblech 20 abgetrennten
Druckraum 22, ist ein freilaufendes (d. h. gehäuseloses) einseitig saugendes Radiallaufrad
23 untergebracht, dessen Antriebswelle die Decke 1 durchdringt und mit einem auf der
Decke 1 sitzenden Antrieb 24 gekoppelt ist. Mit dem Ansaugtrichter 25 des Radiallaufrades
23 korrespondiert eine Öffnung in einem horizontalen Bereich des Trennblechs 20, so
daß das Radiallaufrad 23 saugseitig mit dem Saugraum 21 in Verbindung steht.
[0015] Die Halteplatte 19 ist mit einem senkrechten Langloch 26 versehen. Durch zwei Schrauben
27, die durch das Langloch 26 hindurchgreifen, ist die Halteplatte 19 mit einem Schenkel
eines U-ähnlich geformten Befestigungselementes 28 verbunden. Der andere Schenkel
ist an einem waagerechten Träger 29 des Traggestells 6 befestigt. Das Langloch 26
erlaubt in senkrechter Richtung eine Verschiebung, wie durch einen Doppelpfeil in
Figur 5 symbolisiert.
[0016] Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel, bei dem die Düsenöffnungen 15 gemäß Figur
3 als kreisrunde Löcher ausgebildet sind, ist auf der Zuströmseite der Abstand zwischen
den Düsenöffnungen 15 und der durchlaufenden Platte 16 etwa gleich dem 4- bis 5-fachen
Lochdurchmesser. An der Abströmseite läßt er sich auf etwa den 2,5- bis 4-fachen Lochdurchmesser
verkleinern. Bei einem Lochdurchmesser von 1,0 bis 1,5 cm beträgt also die Verschiebung
maximal etwa 3,0 cm. Die Düsenkästen 14a, 14b sind bei einer Länge von etwa 3,0 m
in dem für die Verschiebung erforderlichen Maß elastisch verformbar.
[0017] Die Einstellung der Düsenkästen 14a, 14b erfolgt bei der Montage und Inbetriebnahme
des Trockners. Wenn alle Düsenkästen 14a, 14b so montiert sind, daß die Düsenöffnungen
15 auf der gesamten Breite den gleichen Abstand von den durchlaufenden Platten haben,
stellt man in der Regel fest, daß die Platten auf der Zuströmseite trockener sind
als auf der Abströmseite. Zweckmäßig werden die Düsenkästen 14a, 14b schon bei der
Montage nach einer Modellrechnung oder nach Erfahrungswerten ein wenig schräg gestellt,
so daß an der Abströmseite der Abstand der Düsenöffnungen 15 von der durchlaufenden
Platte 16 kleiner ist als auf der Zuströmseite. Die oberen Düsenkästen 14a in Figur
4 werden daher mit einem leichten Gefälle nach links, die unteren Düsenkästen 14b
mit einem leichten Gefälle nach rechts montiert. Bei Trocknern, die aus einer größeren
Anzahl von aneinandergereihten Abteilen bestehen, wird die Schräg-stellung zumindest
in einigen Abteilen vorgenommen, vorzugsweise in der einlauf-seitigen Hälfte der Trocknungsstrecke.
Zeigt sich dann bei der Inbetriebnahme, daß die Restfeuchte der den Trockner verlassenden
Platten auf der einen Seite größer oder kleiner ist als auf der anderen Seite, so
wird je nach Größe der festgestellten Ungleichförmigkeit eine Korrektur vorgenommen.
Dies geschieht, indem man weitere Düsenkästen ein wenig schräg stellt oder bei dem
bereits schräggestellten Düsenkästen die Neigung vergrößert, verkleinert oder rückgängig
macht.Je nach der Größe der festgestellten Ungleichförmigkeit genügt es schon, nur
bei wenigen Düsenkästen, z. B. bei den Düsenkästen eines einzigen Abteils, die Schrägstellung
zu korrigieren. Nach der Durchführung der Korrektur sind die Düsenkästen daher in
der Regel in unterschiedlichen Stellungen arretiert.
1. Trockner für band- oder plattenförmiges Gut, insbesondere Mehretagentrockner für Gipskartonplatten,
mit Fördereinrichtungen entsprechend der Anzahl der Etagen, insbesondere mit Rollenförderern,
und
mit Düsenkästen, die
sich über die Breite der Fördereinrichtungen erstrecken,
an einem Ende eine Zuströmöffnung aufweisen und am anderen Ende geschlossen sind,
und
mit Düsenöffnungen zum Aufblasen von Trocknungsluft zumindest auf eine Seite des durchlaufenden
Gutes,
gekennzeichnet durch Düsenkästen (14a, 14b) die zumindest an einem Ende in senkrechter
Richtung verschieblich und in einer geneigten Stellung befestigt sind, in der der
Abstand der Düsenöffnungen (16) von der Transportebene an einer Seite des Trockners
größer ist als an der anderen Seite.
2. Trockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nur das geschlossene Ende (18)
des Düsenkastens (14a, 14b) verschieblich ist.
3. Trockner nach Anspruch 1 oder 2, mit mehreren baukastenartig aneinandergereihten Abteilen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Düsenkästen (14a, 14b) verschiedener Abteile in unterschiedlich
geneigten Stellungen befestigt sind.
4. Trockner nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Düsenkasten (14a,
14b) an der Zuströmseite unbeweglich angeordnet und in dem für die senkrechte Verschiebung
des geschlossenen Endes (18) erforderlichen Maße elastisch verformbar ist.