[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ermitteln des Facettenverlaufs
auf dem Rand von formzubearbeitenden Brillengläsern und zum Steuern des Formbearbeitens
entsprechend dem ermittelten Facettenverlauf.
[0002] Der Facettenverlauf auf dem Rand von formzubearbeitenden Brillengläsern soll in der
Weise bestimmt werden, daß sich das formbearbeitete Brillenglas ohne Nacharbeit in
ein entsprechendes, ausgewähltes Brillengestell einsetzen läßt und soll aus ästhetischen
Gründen auf dem Umfangsrand des formgeschliffenen Brillenglases möglichst überall
den gleichen Abstand von der Vorderkante aufweisen, auch wenn das Brillenglas eine
von der kreisrunden Form stark abweichende Gestalt hat, um bezüglich des Brillengestells
nicht unterschiedlich weit nach vorne überzustehen.
[0003] Beim CNC-gesteuerten Formbearbeiten, insbesondere Bearbeiten der optischen Oberflächen
und dem nachfolgenden Formschleifen des Umfangsrandes und der Dachfacette eines Brillenglases
liegen die Form des Brillenglases und die persönlichen optometrischen Daten des Brillenträgers
in Form einer Datenmenge vor, mit denen sich eine Brillenglasformbearbeitungsmaschine
so steuern läßt, daß ein Rohglas entsprechend den persönlichen optometrischen Daten
des Brillenträgers hinsichtlich der optischen Oberflächen sowie entsprechend der Form
des ausgewählten Brillengestells randbearbeitet und die Dachfacette so auf den Umfangsrand
des formbearbeiteten Brillenglases gelegt wird, daß sie auf dem gesamten Umfang auf
dem Umfangsrand verläuft und beispielsweise einen bestimmten Abstand zur Vorderkante
des formbearbeiteten Brillenglases einhält.
[0004] Die die Form des Brillengestells betreffenden Daten können in Form einer vom Brillengestellhersteller
bereitgestellten Datenmenge vorliegen oder dadurch gewonnen werden, daß das Brillengestell
in eine Vorrichtung zum Abtasten der Facettennut eingesetzt und die Datenmenge in
dreidimensionaler Form aufgenommen werden. Hierbei ist zu beachten, daß die Facettennut
in einem Brillengestell aufgrund von Herstellungstoleranzen oder Formabweichungen
nicht zwangsläufig auf einer Kugelfläche liegen muß.
[0005] Eine Vorrichtung zum dreidimensionalen Abtasten von Brillengestellen ist im deutschen
Gebrauchsmuster 86 08 201 U1 der Anmelderin beschrieben.
[0006] In der deutschen Offenlegungsschrift DE 34 10 040 A1 ist des weiteren eine CNC-gesteuerte
Brillenglasrandschleifmaschine beschrieben, bei der die Außenoberfläche und die Innenoberfläche
eines in die Brillenglasrandschleifmaschine eingespannten, hinsichtlich der optischen
Oberflächen bereits fertig bearbeiteten, kreisrunden Rohglases auf einer der Brillenglasform
entsprechenden Kurve durch zwei federnd gelagerte, stiftförmige Fühler abgetastet
wird, die ständig unmittelbar an dem Glas anliegen und deren axiale Stellung Potentiometern
mitgeteilt wird, wobei die durch diese Potentiometer ermittelten Werte und Daten einem
Rechner oder einem Datenspeicher weitergegeben werden, der daraus den räumlichen Verlauf
der Vorderkante und Hinterkante des Brillenglases sowie die jeweilige Glasdicke berechnet
und aus einer gespeicherten Damenmenge von verschiedenen Dachfacetten diejenige Dachfacette
auswählt, die sich auf dem Umfangsrand des formgeschliffenen Brillenglases anbringen
läßt, ohne den Umfangsrand an irgendeiner Stelle zu verlassen. Die beschriebene Meßvorrichtung
ist in die CNC-gesteuerte Brillenglasrandschleifmaschine integriert und das Abtasten
des Rohglases erfolgt stets als erster Schritt des Bearbeitungsvorganges durch die
CNC-gesteuerte Brillenglasrandschleifmaschine. Während des Abtastens ist das Formbearbeiten
des Rohglases nicht möglich.
[0007] Beim Vermessen eines Brillenglases nach einem in der deutschen Patentschrift DE 38
42 601 C2 der Anmelderin beschriebenen Verfahren, bei dem die Vorder- bzw. die Hinterkante
eines vorgeschliffenen Brillenglases während des Bearbeitungsvorganges durch einen
Tastkopf vermessen wird, ist zwar kein zusätzlicher Zeitaufwand beim Vermessen des
Brillenglases erforderlich, jedoch gehen Abweichungen des Brillenglases von der sphärischen
Form in die Messung ein. Derartige Abweichungen können sich aus einem den sphärischen
Schliff überlagerten prismatischen oder zylindrischen Schliff sowie aus der Anordnung
eines Nahteils ergeben. Auch die Dezentration der optischen Achse des Brillenglases
mit Bezug auf die geometrische Achse des Brillenglases bzw. den geometrischen Mittelpunkt
des Brillengestells spielt eine Rolle.
[0008] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren zum Ermitteln des Facettenverlaufs
auf dem Rand von formzubearbeitenden Brillengläsern und zum Steuern des Formbearbeitens
entsprechend dem ermittelten Facettenverlauf zu schaffen, mit dem sich die Ausnutzung
einer CNC-gesteuerten Brillenglasformbearbeitungsmaschine und die Genauigkeit des
Facettenverlaufs steigern und die Bedienung vereinfachen läßt.
[0009] Ausgehend von dieser Aufgabenstellung wird ein Verfahren vorgeschlagen, das erfindungsgemäß
aus folgenden Schritten besteht:
- Eingeben der Formdaten r (γ, z) einer Brillengestellöffnung oder der Formdaten r (γ)
einer Formscheibe in einen Rechner einer CNC-gesteuerten Brillenglasformbearbeitungsmaschine,
- Eingeben der persönlichen optometrischen Daten des Brillenträgers in den Rechner,
- Eingeben des Radius R1 der Vorderfläche und des Radius R2 der Rückfläche sowie der
Dicke d des Rohglases oder Berechnen der Radien R1, R2 und der Dicke d des Rohglases
aus den optometrischen Daten,
- Berechnen der vorderen und hinteren Randkurven des Brillenglases aus den Formdaten
und den persönlichen optometrischen Daten oder aus den Formdaten und den Radien R1
und R2 sowie der Glasdicke d,
- Berechnen des räumlichen Verlaufs einer geeigneten Dachfacette auf dem Umfangsrand
zwischen der entsprechend den eingegebenen Werten berechneten, vorderen oder hinteren
Randkurve,
- Steuern der Bearbeitung der optischen Oberflächen und/oder des Randes mittels der
Brillenglasformbearbeitungsmaschine entsprechend den Formdaten und
- Steuern der Formbearbeitung der Facette entsprechend dem berechneten räumlichen Verlauf
der geeigneten Dachfacette oder
- Eingeben der Formdaten r (γ, z) einer Brillengestellöffnung oder der Formdaten r (γ)
einer Formscheibe in einen Rechner einer CNC-gesteuerten Brillenglasformbearbeitungsmaschine,
- Eingeben der persönlichen optometrischen Daten des Brillenträgers in den Rechner,
- Messen der Dicke d eines Rohglases sowie der vorderen und hinteren Raumkurve des Brillenglases
entsprechend den Formdaten der Brillengestellöffnung oder der Formscheibe in einer
von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine getrennten Meßvorrichtung oder
- Messen des Radius R1 der Vorderfläche und/oder des Radius R2 der Rückfläche und der
Dicke d des Rohglases in einer von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine getrennten
Meßvorrichtung oder
- Messen der Dicke d des Rohglases in einer von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine
getrennten Meßvorrichtung oder mittels einer mit einer Brillenglashaltewelle in der
Brillenglasformbearbeitungsmaschine zusammenwirkenden Meßvorrichtung,
- Übertragen der Meßwerte in den Rechner,
- ggf. Berechnen der vorderen und hinteren Randkurven des Brillenglases aus den Formdaten
und den persönlichen optometrischen Daten oder aus den Formdaten und den Radien R1
und R2 sowie der Glasdicke d,
- Berechnen des räumlichen Verlaufs einer geeigneten Dachfacette auf dem Umfangsrand
zwischen der gemessenen oder entsprechend den eingegebenen Werten berechneten, vorderen
oder hinteren Randkurve,
- Steuern der Bearbeitung der optischen Oberflächen und/oder des Randes mittels der
Brillenglasformbearbeitungsmaschine entsprechend den Formdaten und
- Steuern der Formbearbeitung der Facette entsprechend dem berechneten räumlichen Verlauf
der geeigneten Dachfacette.
[0010] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, daß für die Brillenglasformbearbeitungsmaschine
Totzeiten vermieden werden sollen und sie daher nur Bearbeitungsvorgänge durchführen
soll, um den höchsten Ausnutzungsgrad zu erreichen, während alle für das Durchführen
der Bearbeitungsschritte erforderlichen Vorbereitungen außerhalb der Maschine aber
in enger Verbindung mit der Maschine ablaufen sollen. Dementsprechend werden sämtliche
Messungen, die einen besonderen zusätzlichen Schritt erfordern, außerhalb der Brillenglasformbearbeitungsmaschine
durchgeführt. Nur Funktionen, die sich mit ohnehin erforderlichen Bearbeitungsschritten
verbinden lassen, werden in der Brillenglasformbearbeitungsmaschine durchgeführt,
ohne die Totzeiten zu verlängern. Hierzu gehört das Messen der Dicke d des Rohglases,
das sich in der Maschine durchführen läßt, wenn das Rohglas in der Brillenglashaltewelle
eingespannt wird, da sich die Bewegung der Brillenglashaltewelle beim Spannen zum
Messen der Dicke d des Rohglases verwenden läßt.
[0011] Des weiteren wird die Leistungsfähigkeit des zur Steuerung der Brillenglasformbearbeitungsmaschine
verwendeten Rechners ausgenutzt, um alle die Werte unter Berücksichtigung der eingegebenen
und gemessenen Daten durchzuführen, die sich programmieren und mit großer Rechnergeschwindigkeit
durchführen lassen. Ein zusätzlicher Großrechner oder Zentralrechner ist hierfür nicht
erforderlich, da ein entsprechend programmierter Rechner, der sich auch in die Brillenglasformbearbeitungsmaschine
integrieren und für die CNC-Steuerung verwenden läßt, völlig ausreicht.
[0012] Der Rechner kann beispielsweise den räumlichen Verlauf einer geeigneten Dachfacette
auf dem Umfangsrand zwischen der vorderen und hinteren Randkurve des Brillenglases
berechnen, indem einerseits die persönlichen, optometrischen Daten des Brillenträgers
wie Dioptriezahl, die Achsenlage eines zylindrischen oder prismatischen Schliffs,
die Lage eines Nahteils und die Dezentrationswerte der vorgegebenen Umrißgestalt mit
Bezug auf die optische Achse des Rohglases eingegeben sowie die Dicke d eines Rohglases
sowie die vordere und hintere Randkurve des Brillenglases entsprechend den Formdaten
der Brillengestellöffnung oder der Formscheibe, die ebenfalls in Form einer Datenmenge
in den Rechner eingegeben werden, in einer von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine
getrennten Meßvorrichtung ermittelt und an den Rechner übermittelt werden, woraufhin
der Rechner daraus den räumlichen Verlauf einer geeigneten Dachfacette berechnet.
Oder es werden nur der Radius R1 der Vorderfläche und/oder der Radius R2 der Rückfläche
und die Dicke d des Rohglases in einer von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine
getrennten Meßvorrichtung gemessen und zusammen mit den übrigen Daten zum Berechnen
des räumlichen Verlaufs einer geeigneten Dachfacette verwendet.
[0013] Schließlich kann es auch genügen, alle Werte in den Rechner einzugeben, woraufhin
der Rechner dann unter Verwendung eines geeigneten Algorithmus zunächst die vordere
und hintere optische Oberfläche und daraus die vordere und hintere Randkurve des Brillenglases
aus den Formdaten und den persönlichen optometrischen Daten oder aus den Formdaten
und den Radien R1 und R2 sowie der eingegebenen oder gemessenen Glasdicke d berechnet
und daraus dann den räumlichen Verlauf einer geeigneten Dachfacette auf dem Umfangsrand
zwischen der vorderen und der hinteren Randkurve berechnet, wonach diese Werte zum
Steuern der Bearbeitung der optischen Oberflächen und/oder der Randbearbeitung mittels
der Formbearbeitungsmaschine entsprechend den Formdaten und zum Steuern der Formbearbeitung
der Facette entsprechend dem berechneten räumlichen Verlauf der geeigneten Dachfacette
verwendet werden. Es kann dabei genügen, nur den einen Radius R1 oder R2 sowie die
Glasdicke d zu messen, da der zweite Radius des Brillenglases in der Regel bekannt
ist und direkt in den Rechner eingegeben werden kann.
[0014] Vorteilhafterweise können die Radien R1, R2 und die Dicke d oder die vordere und
hintere Raumkurve mittels eines Laserstrahlmeßsystems oder mittels eines mechanischen
oder eines opto-mechanischen Meßsystems gemessen werden, das entweder als eigenständige
Meßvorrichtung neben der Brillenglasformbearbeitungsmaschine vorhanden sein kann,
oder aber in eine automatische Vorrichtung zum Aufnehmen und Einsetzen von Rohgläsern
in die Brillenglasformbearbeitungsmaschine integriert sein kann.
[0015] Die Brillenglasformbearbeitungsmaschine mit einer ein formzubearbeitendes Rohglas
einspannenden Brillenglashaltewelle kann vorteilhafterweise eine den Zustellweg einer
axial verschiebbaren Hälfte der Brillenglashaltewelle zum Messen der Dicke d des eingespannten
Rohglases aufnehmende Meßvorrichtung aufweisen, so daß sich die Dicke des Rohglases
automatisch beim Einspannen in die Brillenglashaltewelle ergibt und an den Rechner
weitergeleitet wird.
[0016] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
des näheren erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische, perspektivische Ansicht einer Anlage zum CNC-gesteuerten Formbearbeiten
von Brillengläsern und
- Fig. 2
- eine schematische, perspektivische Darstellung einer Meßvorrichtung zum Messen des
Radius R1 der Vorderfläche und/oder des Radius R2 der Rückfläche und der Dicke d des
Rohglases sowie ggf. der vorderen und hinteren Randkurve des Brillenglases entsprechend
den Formdaten der Brillengestellöffnung oder der Formscheibe.
[0017] Eine erfindungsgemäße Anlage zum Bearbeiten des Umfangsrandes von Brillengläsern
weist eine CNC-gesteuerte Brillenglasrandbearbeitungsmaschine 1 mit einer Eingabetastatur
2, einer Klappe 3 mit einem Fenster, einer hinter der Klappe 3 angeordneten Brillenglashaltewelle
4 in der ein Rohglas 5 gehalten ist, das mittels einer Schleifscheibe 6 CNC-gesteuert
seinen Formschliff erhält, auf. Ein Rechner 7, der als Tischrechner außerhalb der
Brillenglasrandschleifmaschine 1 dargestellt ist, in diese jedoch auch integriert
sein kann, bewirkt das Formschleifen des Rohglases 5 entsprechend den eingebenen Daten
für die Brillenglasform.
[0018] Die Eingabetastatur 2 kann selbstverständlich außerhalb der Brillenglasrandbearbeitungsmaschine
1, insbesondere in Verbindung mit dem Tischrechner 7, der auch einen Bildschirm 38
aufweisen kann, um die eingegebenen Daten und dergleichen anzuzeigen, angeordnet sein.
[0019] Ein Kasten 8 mit zwei Auflagen 9 für flachliegende Rohgläser, nämlich einem linken
Rohglas 10 und einem rechten Rohglas 11, läßt sich mittels einer nicht dargestellten
Transportvorrichtung auf Führungsschienen 12 in den Bereich eines Handhabungsgeräts
13 bringen. Dieses Handhabungsgerät 13 ist mittels eines ortsfesten Ständers 14 verankert
und weist ein am oberen Ende des Ständers 14 um senkrechte Achsen schwenkbares Armpaar
15 auf. Am freien Ende eines der schwenkbaren Arme 15 ist eine dreh- und verschiebbare
Führungsstange 16 in einem mit einem entsprechenden Antrieb versehenen Kopfteil 21
angeordnet. Am unteren Ende der Führungsstange 16 befindet sich ein weiteres Kopfteil
17, das als Träger für einen senkrechten, bezüglich des Kopfteils 17 feststehenden
Sauger 18 und für sechs um eine waagerechte Achse drehbare, an einem Ringsegment halbmondförmig
angeordnete Sauger 19 dient. Von jedem der Sauger 19 führt eine Saugleitung 20 in
das Kopfteil 17 und von dort über nicht dargestellte Sensoren zu einem Unterdruckbehälter
oder zu einer Vakuumpumpe. Eine entsprechende Saugleitung ist auch für den Sauger
18 vorhanden.
[0020] Mittels einer Steuereinrichtung 22, die mit dem Rechner 7 verbunden ist und auch
als Teil des Rechners 7 ausgebildet sein kann, läßt sich das Kopfteil 17 in den Bereich
der Brillenglasrandschleifmaschine 1, des Kastens 8 und eines opto-elektronischen
Erkennungssystems 23 für Brillengläser bringen. Das opto-elektronische Erkennungssystem
23 weist ein Gehäuse 30 mit einer nach oben gerichteten Öffnung 31 auf. Die Öffnung
ist von einer Abschirmung 26 umgeben, aus der drei Stifte 24 einer Drei-Punkt-Auflage
für ein Rohglas 25 herausragen.
[0021] An einer Seite des Gehäuses 30 ist ein aufragender Träger 32 angeordnet, an dem ein
Schwenkarm 33 gelagert ist. Dieser Schwenkarm 33 weist an seinem freien Ende eine
axialverschiebbaren Führungsstange 34 mit einem weichelastischen Kopf 35 an ihrem
freien Ende auf. Dieser weichelastische Kopf 35 läßt sich durch Schwenken des Schwenkarms
33 bis oberhalb des Rohglases 25 verschwenken. Durch Herabsenken der Führungsstange
34 kommt der weichelastische Kopf 35 zur Anlage auf das Rohglas 25 und hält dieses
auf der Drei-Punkt-Auflage 24 fest. Am Träger 32 ist des weiteren eine Beleuchtung
37 befestigt, die für eine Schräglichtbeleuchtung des Rohglases 25 sorgt.
[0022] In dem Gehäuse 30 unterhalb der Öffnung 31 ist eine nicht dargestellte CCD-Kamera
angeordnet, die ein elektronisches Bildverarbeitungs- und Auswertesystem in einer
Steuereinheit 36 aufweist und mit der Steuereinrichtung 22 des Handhabungsgeräts 13
verbunden ist. Auch die Steuereinrichtung 36 kann in den Rechner 7 integriert sein.
[0023] Im Arbeitsbereich des Handhabungsgeräts 13 ist des weiteren eine Laserstrahlmeßvorrichtung
angeordnet, die eine Grundplatte 41 aufweist, auf der ein Drehtisch 42 angeordnet
ist. Dieser Drehtisch 42 ist mit einem Sauger zum einseitigen Halten eines Rohglases
51 versehen. Um die Grundplatte 41 sind Schutzwände 43 angeordnet, die den Arbeitsraum
oberhalb der Grundplatte 41 abschließen. An einem seitlich an der Grundplatte 41 befestigten
Ständer 44 ist ein Haltekopf 50 angeordnet, der einen axial verschiebbaren Teleskoparm
46 trägt. Am freien Arm des Teleskoparms 46 ist eine Führung 47 angeordnet, die eine
darin heb- und senkbare Spindel 48 trägt. Am unteren Ende der Spindel 48 befindet
sich eine Laserstrahlquelle 49, von der ein Meßstrahl 100 ausgeht.
[0024] Um den Radius R1 oder R2 der der Laserstrahlquelle 49 zugewandten Oberfläche des
Rohglases 51 zu messen, genügt es, die Laserstrahlquelle 49 durch axiales Verschieben
des Teleskoparms 46 einmal quer über das Rohglas 51 zu verfahren und dabei die über
der Oberfläche gemessenen Höhenunterschiede aufzunehmen. Hieraus berechnet der Rechner
7 den Radius R1 bzw. R2 je nachdem, welche Seite des Rohglases 51 zur Laserstrahlquelle
49 gerichtet ist. Werden beide Radien R1 und R2 auf diese Weise durch Umschlag gemessen,
ergibt sich daraus auch direkt die jeweilige Rohglasdicke d im optischen Mittelpunkt.
[0025] Mit der in Fig. 2 dargestellten Meßvorrichtung lassen sich auch die vordere und hintere
Raumkurve des Brillenglases entsprechend der Form der Brillengestellöffnung oder der
Formscheibe messen, wenn vom Rechner 7 über die Steuereinrichtung 45 die Bewegung
des Teleskoparms 46 bei gleichzeitiger Drehung des Drehtischs 43 so gesteuert wird,
daß der Meßstrahl 100 die Oberfläche des Rohglases 51 entsprechend der Form des Brillenglases
abfährt.
[0026] Statt der dargestellten Laserstrahlmeßvorrichtung läßt sich auch ein mechanisches
oder opto-mechanisches Meßsystem verwenden, das die Messungen im Scheitel des Rohglases
durchführt.
[0027] Das Rohglas 51 wird mittels der Handhabungsvorrichtung 13 in die Meßvorrichtung eingesetzt
und wieder aus dieser entnommen und läßt sich schließend in das opto-elektronische
Erkennungssystem 23 einsetzen oder kann direkt in die Brillenglashaltewelle 4 der
Brillenglasbearbeitungsmaschine 1 eingesetzt werden.
[0028] Der Rechner 7 berechnet anhand der Meßdaten sowie der eingegebenen Daten, die sich
auf die persönlichen optometrischen Daten des Brillenträgers die Form der Brillengestellöffnung
oder der Formscheibe beziehen, den räumlichen Verlauf einer geeigneten Dachfacette
auf dem Umfangsrand des Brillenglases zwischen der vorderen und der hinteren Randkurve
und steuert die Bearbeitung des Rohglases 5 entsprechend diesen Werten. Dabei wird
zunächst das Rohglas 5 in die Form entsprechend den Formdaten der Brillengestellöffnung
oder der Formscheibe gebracht und wird anschließend die Dachfacette auf den Umfangsrand
zwischen der vorderen und der hinteren Randkurve so bearbeitet, daß sie den Forderungen
nach einer ästhetisch ansprechenden Anordnung der Brillengläser im ausgewählten Brillengestell
entspricht und dabei das Einsetzen des formbearbeiteten Brillenglases in das ausgewählte
Brillengestell ohne Schwierigkeiten zuläßt.
[0029] Da die Brillenglasrandbearbeitungsmaschine 1 nur die Bearbeitungsvorgänge, jedoch
keine Meßvorgänge, die zu zusätzlichen Totzeiten führen, durchzuführen hat, läßt sich
der Ausnutzungsgrad der Maschine steigern. Die Bedienung der Brillenglasrandbearbeitungsmaschine
1 ist sehr vereinfacht, da nur die verfügbaren persönlichen optometrischen Daten des
Brillenträgers in die alphanumerische Tastatur 2 einzugeben sind, während der weitere
Ablauf durch den Rechner 7 automatisch gesteuert wird.
[0030] Alle eingegebenen und gemessenen Daten lassen sich anhand einer Darstellung auf dem
Bildschirm 38 kontrollieren, so daß eine fehlerhafte Bedienung oder fehlerhafte Bearbeitung
ausgeschlossen sind.
[0031] Auch das opto-elektronische Erkennungssystem 23 mit seinem elektronischen Bildverarbeitungs-
und Auswertesystem 36 trägt zur vereinfachten Handhabung und zum genauen Arbeiten
der Brillenglasrandschleifmaschine 1 bei, da das Bildverarbeitungs- und Auswertesystem
36 so genaue Daten für die Steuerung des Handhabungsgeräts 13 liefert, daß sich Rohgläser
in der CNC-gesteuerten Brillenglasrandbearbeitungsmaschine 1 äußerst genau bearbeiten
lassen und sich ohne Nacharbeit in dasjenige Brillengestell einsetzen lassen, nach
dessen Daten das Brillenglas formgeschliffen wurde. Die für den jeweiligen Brillenträger
vom Optiker zu ermittelnden Dezentrationswerte des optischen Mittelpunkts der Brillengläser
mit Bezug auf den geometrischen Mittelpunkt der Brillenglasöffnungen im Brillengestell
lassen sich entweder von der CNC-Steuerung der Brillenglasrandschleifmaschine 1 rechnerisch
berücksichtigen, oder das Handhabungsgerät 13 setzt ein Rohglas in die Brillenglasrandschleifmaschine
1 nicht nur winkelgenau bezüglich der Lage der Achse eines zylindrischen oder prismatischen
Schliffs bzw. der Lage eines Nahteils, sondern auch noch um die Dezentrationswerte
versetzt ein, so daß ein Umrechnen der Daten der Brillenglasform unter Berücksichtigung
der Dezentrationswerte nicht erforderlich ist.
[0032] Zusätzlich zu der dargestellten, CNC-gesteuerten Brillenglasrandbearbeitungsmaschine
1 kann daneben eine Maschine zum CNC-gesteuerten Bearbeiten der optischen Oberflächen
aufgestellt sein, die mit denselben Daten das Bearbeiten der optischen Oberflächen
durch den Rechner 7 CNC-gesteuert durchgeführt, wobei das Handhabungsgerät 13 dazu
dienen kann, das automatische Umsetzen des Rohglases zwischen der Brillenglasrandbearbeitungsmaschine
und der nicht dargestellten Oberflächenbearbeitungsmaschine vorzunehmen.
[0033] Wenn das Bearbeiten der optischen Oberflächen und des Randes einschließlich der Facette
in einer einheitlichen Maschine integriert ist, ist auch das Umsetzen nicht erforderlich.
1. Verfahren zum Ermitteln des Facettenverlaufs auf dem Rand von formzubearbeitenden
Brillengläsern und zum Steuern des Formbearbeitens entsprechend dem ermittelten Facettenverlauf
mit den Schritten:
- Eingeben der Formdaten r (γ, z) einer Brillengestellöffnung oder der Formdaten r(γ)
einer Formscheibe in einen Rechner einer CNC-gesteuerten Brillenglasformbearbeitungsmaschine,
- Eingeben der persönlichen optometrischen Daten des Brillenträgers in den Rechner,
- Eingeben des Radius R1 der Vorderfläche und des Radius R2 der Rückfläche sowie der
Dicke d des Rohglases oder Berechnen der Radien R1, R2 und der Dicke d des Rohglases
aus den optometrischen Daten,
- Berechnen der vorderen und hinteren Randkurven des Brillenglases aus den Formdaten
und den persönlichen optometrischen Daten oder aus den Formdaten und den Radien R1
und R2 sowie der Glasdicke d,
- Berechnen des räumlichen Verlaufs einer geeigneten Dachfacette auf dem Umfangsrand
zwischen der gemessenen oder entsprechend den eingegebenen Werten berechneten, vorderen
oder hinteren Randkurve,
- Steuern der Bearbeitung der optischen Oberflächen und/oder des Randes mittels der
Brillenglasformbearbeitungsmaschine entsprechend den Formdaten und
- Steuern der Formbearbeitung der Facette entsprechend dem berechneten räumlichen
Verlauf der geeigneten Dachfacette.
2. Verfahren zum Ermitteln des Facettenverlaufs auf dem Rand von formzubearbeitenden
Brillengläsern und zum Steuern des Formbearbeitens entsprechend dem ermittelten Facettenverlauf
mit den Schritten:
- Eingeben der Formdaten r (γ, z) einer Brillengestellöffnung oder der Formdaten r(γ)
einer Formscheibe in einen Rechner einer CNC-gesteuerten Brillenglasformoearbeitungsmaschine,
- Eingeben der persönlichen optometrischen Daten des Brillenträgers in den Rechner,
- Messen der Dicke d eines Rohglases sowie der vorderen und hinteren Raumkurve des
Brillenglases entsprechend den Formdaten der Brillengestellöffnung oder der Formscheibe
in einer von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine getrennten Meßvorrichtung oder
- Messen des Radius R1 der Vorderfläche und/oder des Radius R2 der Rückfläche und
der Dicke d des Rohglases in einer von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine getrennten
Meßvorrichtung oder
- Messen der Dicke d des Rohglases in einer von der Brillenglasformbearbeitungsmaschine
getrennten Meßvorrichtung oder mittels einer mit einer Brillenglashaltewelle in der
Brillenglasformbearbeitungsmaschine zusammenwirkenden Meßvorrichtung,
- Übertragen der Meßwerte in den Rechner,
- ggf. Berechnen der vorderen und hinteren Randkurven des Brillenglases aus den Formdaten
und den persönlichen optometrischen Daten oder aus den Formdaten und den Radien R1
und R2 sowie der Glasdicke d,
- Berechnen des räumlichen Verlaufs einer geeigneten Dachfacette auf dem Umfangsrand
zwischen der gemessenen oder entsprechend den eingegebenen Werten berechneten, vorderen
oder hinteren Randkurve,
- Steuern der Bearbeitung der optischen Oberflächen und/oder des Randes mittels der
Brillenglasformbearbeitungsmaschine entsprechend den Formdaten und
- Steuern der Formbearbeitung der Facette entsprechend dem berechneten räumlichen
Verlauf der geeigneten Dachfacette.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Messen der Radien R1, R2, der Dicke d oder der vorderen und hinteren Raumkurve
mittels einer Laserstrahlmeßvorrichtung durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Messen der Radien R1, R2 der Dicke d mittels eines mechanischen oder eines
opto-mechanischen Meßsystems im Scheitel des Rohglases durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Messen der Radien R1, R2, der Dicke d oder der vorderen und hinteren Randkurve
in einer automatischen Vorrichtung zum Aufnehmen und Einsetzen von Rohgläsern in die
Brillenglasformbearbeitungsmaschine erfolgt.
6. Brillenglasformbearbeitungsmaschine mit einer ein formzubearbeitendes Rohglas (5)
einspannenden Brillenglashaltewelle (4) und einer den Zustellweg einer axial verschiebbaren
Hälfte der Brillenglashaltewelle (4) zum Messen der Dicke des eingespannten Rohglases
(5) aufnehmenden Meßvorrichtung (39).