[0001] Die Erfindung betrifft eine Zerkleinerungsvorrichtung für die selektive Zerkleinerung
von Aufgabegut unterschiedlicher Größe und Härte, das mit Steinen und/oder Holz vermischt
ist, die eine Sieb-Förderbahn mit mehreren darüber angeordneten antreibbaren Brechrädern
aufweist, wobei die Brechräder in Schwenkarmen gelagert sind. Als Aufgabegut kommen
Kohle, insbesondere Braunkohle, und in ihrem Brechverhalten vergleichbare Materialien
in Betracht.
[0002] Mit derartigen Zerkleinerungsvorrichtungen wird ein Teil des über die Sieb-Förderbahn
geführten Aufgabegutes von den darüber befindlichen, nebeneinander angeordneten Brechrädern
zerkleinert, während die nicht zerkleinerbaren Bestandteile des Aufgabegutes den das
betreffende Brechrad bzw. die betreffenden Brechräder tragenden Schwenkarm anheben
und unzerkleinert ausgesondert werden (DE-OS 24 35 997). Bei diesen bekannten Zerkleinerungsvorrichtungen
verläuft zwischen den Brechrädern eine Antriebskette, die von einem Kettenrad angetrieben
wird. Mit diesen bekannten Zerkleinerungsvorrichtungen kann das Aufgabegut, soweit
es zerkleinerbar ist, bis auf eine Korngröße von ca. 150 mm Durchmesser zerkleinert
werden.
[0003] Bei den bekannten Zerkleinerungsvorrichtungen ist es bekannt, zur Erhöhung der Zerkleinerungswirkung
und zum besseren Einzug des Aufgabegutes vor und/oder hinter den Brechrädern weitere
nebeneinander angeordnete Brechräder vorzusehen (DE-OS 32 11 137). Hierdurch wird
erreicht, daß größere Stücke des Aufgabegutes schon vor Erreichen der Haupt-Brechräder
durch die davor befindlichen weiteren Brechräder vorzerkleinert bzw. angeschnitten
werden. Durch die hinter den Haupt-Brechrädern befindlichen weiteren Brechräder wird
eine Zerkleinerung auf die Endkorngröße bewirkt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannten Zerkleinerungsvorrichtungen
dahingehend zu verbessern, daß eine Endkorngröße des zerkleinerbaren Aufgabegutes
von deutlich unter 150 mm Durchmesser, beispielsweise von nur 50 mm Durchmesser erreicht
werden kann.
[0005] Die Lösung der gestellten Aufgabe besteht bei einer Zerkleinerungsvorrichtung der
eingangs genannten Art darin,
- daß mehrere Brechräder starr miteinander verbunden sind und - zusammen mit einem Schwenkarm
- eine Brechrad-Kombination bilden,
- daß jede Brechrad-Kombination einen gesonderten Antriebsmotor aufweist,
- und daß der Antriebsmotor als Radnabenmotor ausgebildet ist.
[0006] Da bei der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung zwischen den einzelnen Brechrädern
keine Kette mehr geführt werden muß, kann der Abstand der einzelnen Brechräder voneinander
sehr gering gewählt werden, so daß erforderlichenfalls auch eine Korngröße von <50
mm gebrochen werden kann.
[0007] Durch den Wegfall der nach dem Stand der Technik üblichen Kettentriebe für den Antrieb
der Brechräder wird der Wartungsaufwand sehr erheblich verringert. Ein Radnabenmotor
ist außerdem wesentlich kostengünstiger als ein Kettentrieb und unterliegt einem wesentlich
geringeren Verschleiß. Darüber hinaus läßt sich ein Radnabenmotor sehr leicht regeln,
wobei erforderlichenfalls die einzelnen Brechrad-Kombinationen mit unterschiedlicher
Drehzahl umlaufen können. Während bei den bekannten Zerkleinerungsvorrichtungen eine
Störung des Kettentriebes, beispielsweise der Bruch einer Kette, zum Stillstand der
Zerkleinerungsvorrichtung und damit der gesamten Versorgungslinie führt, kommt es
bei der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsvorrichtung bei einer Störung eines Antriebselementes
nur zum Ausfall eines Schwenkarmes. Die Zerkleinerungsvorrichtung kann aber mit den
übrigen Schwenkarmen - wenn auch mit verminderter Kapazität - weiter betrieben werden,
da sich das Aufgabegut an dem stillstehenden Brecharm aufstaut und zu den anderen
Brecharmen umgelenkt wird. Es ergibt sich somit eine höhere Verfügbarkeit und eine
erhöhte Betriebssicherheit.
[0008] In Ausgestaltung der Erfindung ist der Antriebsmotor als Hydraulikmotor ausgebildet.
Die Verwendung eines Hydraulikmotors als Radnabenmotor hat den Vorteil, daß im Gegensatz
zu einem Kettenantrieb eine Staubeinwirkung auf den Antrieb praktisch ausgeschlossen
ist. Es treten dadurch keine wesentlichen Verschleißprobleme auf, was ebenfalls die
Verfügbarkeit der Anlage wesentlich beeinflußt. Hydraulikmotore sind aufgrund ihrer
kompakten Bauweise und ihres geringen Gewichts für den Einbau in die Naben der Brechrad-Kombinationen
besonders geeignet.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen der Nabe jeder Brechrad-Kombination
und einer mit dem Schwenkarm fest verbundenen, den Antriebsmotor mit Abstand umgreifenden
Buchse ein Wälzlager vorgesehen, wobei das Wälzlager zweckmäßigerweise als Nadellager
ausgebildet ist. Dadurch erhalten die Brechräder in dem Schwenkarm eine stabilere
und sicherere Führung.
[0010] Die Erfindung ist anhand der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Zerkleinerungsvorrichtung schematisch dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Zerkleinerungsvorrichtung in Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine andere Zerkleinerungsvorrichtung, ebenfalls in Seitenansicht;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Brechräder der in Fig. 2 dargestellten Zerkleinerungsvorrichtung;
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch eine der Brechräder-Kombinationen der Zerkleinerungsvorrichtung,
in einem erheblich größeren Maßstab.
[0011] Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, weisen Schwenkarme 1, die mit ihren hinteren Enden
in einer gemeinsamen feststehenden Schwenkachse 2 gelagert sind, Brechräder 3 auf.
Die vorderen Enden der Schwenkarme 1 sind entweder - wie dargestellt - an Ketten 4
aufgehängt oder auf Stützen mit Stoßdämpfern gelagert. Unter den Schwenkarmen 1 befindet
sich eine Sieb-Förderbahn 5, die auch als Scheibenrost bezeichnet wird. Die Sieb-Förderbahn
5 bildet ein Gegenwerkzeug zu den Brechrädern 3.
[0012] Durch die Länge der Ketten 4 ist der kleinste Abstand A zwischen den Brechrädern
3 und der Sieb-Förderbahn 5 bestimmt. Da die Kette 4 nur auf Zug beanspruchbar ist,
können die Brechräder 3 beim Passieren nicht zerkleinerbare Teile des Aufgabegutes
nach oben ausweichen.
[0013] Entsprechendes gilt bei der Abstützung der Schwenkarme 1 durch Stoßdämpfer-Stützen.
[0014] Bei dem in den Fig. 2 und 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind neben den Brechrädern
3, den Haupt-Brechrädern, weitere Brechräder 6 vorgesehen, die in diesem Falle als
Vorbrechwerkzeug dienen.
[0015] In Fig. 3 sind die Schwenkarme 1 durch strichpunktierte Linien angedeutet. Die (Haupt-)Brechräder
3 und die weiteren Brechräder 6 haben jeweils den gleichen Abstand voneinander. Bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel bilden jeweils sechs in einem Schwenkarm 1 angeordnete
Brechräder 3 eine Brechrad-Kombination. Die sechs Brechräder 3 sind starr miteinander
verbunden; sie können aber auch einstückig ausgebildet sein. Die weiteren Brechräder
6 sind zu den (Haupt-)Brechrädern 3 versetzt angeordnet.
[0016] Fig. 4 zeigt den Antrieb der Brechräder 3. Die weiteren Brechräder 6 (vgl. Fig. 2
und 3) können jedoch in der gleichen Weise angetrieben sein. In der Nabe 7 der im
dargestellten Fall aus sechs Brechrädern 3 gebildeten Brechrad-Kombination ist der
als Radnabenmotor ausgebildete Antriebsmotor 8 angeordnet, dessen Rotor über Flansche
9 und 10 mit der Nabe 7 verbunden ist. Der Stator des Antriebsmotors 8 ist über Flansche
11 und 12 mit dem Schwenkarm 1 verbunden. Zwischen der Nabe 7 und einer mit dem Schwenkarm
1 fest verbundenen, den Antriebsmotor 8 mit Abstand umgreifenden Buchse 13 ist ein
Wälzlager 14 vorgesehen.
1. Zerkleinerungsvorrichtung für die selektive Zerkleinerung von Aufgabegut unterschiedlicher
Größe und Härte, das mit Steinen und/oder Holz vermischt ist, die eine Sieb-Förderbahn
mit mehreren darüber angeordneten antreibbaren Brechrädern aufweist, wobei die Brechräder
in Schwenkarmen gelagert sind,
dadurch gekennzeichnet,
1.1 daß mehrere Brechräder (3) starr miteinander verbunden sind und - zusammen mit
einem Schwenkarm (1) - eine Brechrad-Kombination bilden,
1.2 daß jede Brechrad-Kombination einen gesonderten Antriebsmotor (8) aufweist,
1.3 und daß der Antriebsmotor (8) als Radnabenmotor ausgebildet und in die Nabe (7)
der Brechrad-Kombination eingesetzt ist.
2. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsmotor
(8) als Hydraulikmotor ausgebildet ist.
3. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Nabe (7) jeder Brechrad-Kombination und einer mit dem Schwenkarm (1) fest verbundenen,
den Antriebsmotor (8) mit Abstand umgreifenden Buchse (11) ein Wälzlager (12) vorgesehen
ist.
4. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Wälzlager
(12) als Nadellager ausgebildet ist.