Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Handwerkzeugmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Es ist schon eine Handwerkzeugmaschine am Markt bekannt, die einen Detektor aufweist,
der bei Erreichen einer Mindestlänge l der Kohlebürsten ein Servicesignal erzeugt.
Das Servicesignal, das durch eine Warnlampe gegeben wird, weist den Bediener der Handwerkzeugmaschine
auf die Notwendigkeit des Austauschs der Kohlebürsten hin. Zusätzlich ist in die Kohlebürsten
ein mechanisches Abschaltorgan integriert, das bei Erreichen einer Restlänge der Kohlebürste,
die kleiner als die Mindestlänge l ist, die Kontaktierung des Kollektors durch die
Kohlebürste verhindert. Der Detektor und das mechanische Abschaltorgan sind in die
Kohlebürste integriert. Das mechanische Abschaltorgan beansprucht jedoch konstruktionsbedingt
eine relativ große Abschalt-Restlänge der gesamten Bürstenlänge L. Die Ausnutzung
der Kohlebürsten ist daher bei den bekannten Handwerkzeugmaschinen nicht besonders
gut, d.h. die Kohlebürsten müssen schon nach relativ kurzen Zeitintervallen ausgetauscht
werden.
Vorteile der Erfindung
[0002] Die erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat den
Vorteil, daß die Kohlebürsten bei gleicher Bürstenlänge L eine längere Standzeit aufweisen,
so daß ein Bürstenwechsel seltener notwendig ist.
[0003] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 genannten Handwerkzeugmaschine möglich.
Zeichnung
[0004] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 eine Längsansicht eines
Bohrhammers als Beispiel einer Handwerkzeugmaschine und Figur 2 eine schematische
Darstellung einer Kohlebürste mit Detektionseinrichtung.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0005] In Figur 1 ist mit 10 ein Bohrhammer bezeichnet, der als Beispiel einer erfindungsgemäßen
Handwerkzeugmaschine dient. Die Handwerkzeugmaschine hat ein Gehäuse 11, in dem ein
elektrischer Antriebsmotor 12 untergebracht ist. Der Antriebsmotor 12 hat eine Motorwelle
13, auf der abtriebsseitig ein Ritzel 14 angeordnet ist, über das der Antriebsmotor
12 ein nicht näher dargestelltes Getriebe und darüber ein Werkzeug 15 drehend und/oder
schlagend antreibt. Der Antriebsmotor 12 ist mit einem Kollektor 18 versehen, mit
dessen Außenumfang zwei einander gegenüberliegend angeordnete Bürsten 19 in elektrisch
leitendem Kontakt stehen.
[0006] Eine Steuereinrichtung 22 wird über eine Eingangsleitung 17 in Abhängigkeit der jeweiligen
Schaltstellung eines Schalters 23 mit elektrischer Antriebsenergie versorgt. Die Steuereinrichtung
22 kontaktiert über elektrische Leitungen 20, 21 die beiden einander gegenüberliegenden
Bürsten 19 und steuert den elektrischen Antriebsmotor 12 an. Darüber hinaus verbinden
Detektionsleitungen 24, 25 an den Bürsten angeordnete Detektionseinrichtungen 26,
27 mit der Steuereinrichtung 22.
[0007] In Figur 2 ist eine an sich bekannte Detektionseinrichtung 26 dargestellt, die an
einer Bürste 19 ausgebildet ist, welche mit dem Kollektor 18 zusammenwirkt. Die Detektionseinrichtung
26 ist der dem Kollektor 18 abgewandten Rückseite der Bürste 19 angeordnet und über
die Leitung 21 mit der Steuereinrichtung 22 verbunden. Die Detektionseinrichtung 26
besteht aus einem isolierten Drahtstück 30, das zu einer Schlaufe gebogen ist und
in die Bürste 19 im rückseitigen Bereich integriert, vorzugsweise darin verpresst
bzw. eingesintert ist. Beim Betrieb der Handwerkzeugmaschine nutzt sich die Bürste
19 infolge des elektrischen (Bürstenfeuer) und mechanischen (Reibung) Verschleiß am
Kollektor 18 ab. Sobald der Abrieb der Bürste 19 bis zur Detektionseinrich-tung 26
fortgeschritten ist, d.h. wenn der Kollektor 18 am Drahtstück 30 reibt und dessen
Isolierschicht beschädigt, entsteht zwischen Drahtstück 30 und Bürste 19 bzw. Kollektor
18 eine elektrisch leitende Verbindung. Eine an der Bürste 9 anliegende elektrische
Spannung kann dann auf das Drahtstück 30 gelangen und für die Erzeugung eines Detektionssignals
s dienen.
[0008] Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, die Detektionseinrichtung 26, d.h. das Drahtstück
30 über den Leiter 24 mit der Steuereinrichtung 22 zu verbinden. Bei Erreichen der
Mindestlänge l der Bürste 19 wird infolge der beschädigten Isolation des Drahtstücks
30 von der Detektionseinrichtung 26 ein Detektionssignal s erzeugt, das über den Leiter
24 an die Steuereinrichtung 22 weitergeleitet wird.
[0009] Die Steuereinrichtung 22 verändert bei Vorliegen des Detektionssignals s die elektrische
Ansteuerung des Antriebsmotors 12 dahingehend, daß die Benutzung der Handwerkzeugmaschine
eingeschränkt oder sogar unmöglich wird. Auf diese Weise wird dem Bediener auf elektronischem
Wege signalisiert, daß ein Wechsel der Bürsten 19 erforderlich ist. Die Änderung der
Ansteuerung kann beispielsweise darin bestehen, daß der Antriebsmotor 12 abgeschaltet
wird oder nur noch langsam läuft, bzw. im Betrieb brummt. Zusätzlich kann das Detektionssignal
s auch zur Erzeugung eines Lichtsignals bzw. eines akustischen Signals weiterverarbeitet
werden.
[0010] Ein mechanisches Abschaltorgan für die Bürsten ist bei erfindungsgemäß ausgestatteten
Handwerkzeugmaschinen nicht mehr nötig. Die Detektionseinrichtung 26 hat einen kleineren
Abstand l von der Rückseite der Bürste 19 und nimmt daher einen erheblich kleineren
Anteil an der veränderlichen Gesamtlänge L der Bürsten 19 in Anspruch. Die verfügbare
Abriebslänge L-l der Bürsten 19 wird somit verlängert und die Standzeit erhöht.
[0011] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.
So reicht es aus, eine der Bürsten 19 mit einer Detektionseinrichtung 26 zu versehen,
da die Bürsten 19 erfahrungsgemäß ziemlich gleichmäßig abgenutzt werden und normalerweise
gleichzeitig ausgetauscht werden müssen. Die Handwerkzeugmaschine kann auch mehr als
zwei Bürsten 19 aufweisen.
1. Handwerkzeugmaschine mit einem elektrischen Antriebsmotor (12), der einen Kommutator
(18) aufweist, mit dem wenigstens zwei Bürsten (19) in elektrisch leitendem Kontakt
stehen, wobei eine Detektionseinrichtung (26) vorgesehen ist, die bei Erreichen einer
Mindestlänge (l) zumindest einer der Bürsten (19) ein Detektionssignal (s) erzeugt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Detektionseinrichtung (26) mit einer Steuereinrichtung
(22) für den Antriebsmotor (12) verbunden ist, die bei Auftreten des Detektionssignals
(s) eine Änderung der elektrischen Ansteuerung des Antriebsmotors (12) bewirkt.
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsmotor
(12) bei Vorliegen des Detektionssignals (s) von der Steuereinrichtung (22) abschaltbar
ist.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsmotor
(12) bei Vorliegen des Detektionssignals (s) mit verringerter Leistung ansteuerbar
ist.
4. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Detektionssignal (s) zusätzlich zur Erzeugung eines optischen und/oder akustischen
Signals dient.
5. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Detektionseinrichtung (26) ein Drahtstück (30) aufweist, das an zumindest
einer der Bürsten (19) in einem durch den Abrieb veränderbaren Abstand (L - l) vom
dem Kommutator (18) zugewandten Ende angeordnet ist.
6. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Drahtstück (30)
durch eine Isolierschicht gegenüber der Bürste (19) isoliert ist.
7. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Drahtstück (30)
über einen Detektionsleiter (24) mit der Steuereinrichtung (22) verbunden ist und
bei abgeriebener Bürste (19) in elektrischen Kontakt mit der Bürste (19) bzw. dem
Kommutator (18) gerät.
8. Handwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
das Drahtstück (30) in das dem Kommutator abgewandten Ende der Bürste (19) integriert
ist.