Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Handwerkzeugmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Es ist schon eine Handwerkzeugmaschine bekannt (DE 195 38 252 A1), die mit einem
Handgriff versehen ist, auf dessen Rückseite ein Schalenelement angeordnet ist, das
dem Bediener als Andruckfläche dient. Das Schalenelement weist an seiner Außenkante
Eingriffvorsprünge auf, die in korrespondierende Aufnahmerillen im Handgriff eingreifen.
Zusätzlich ist das Schalenelement entweder mit dem Handgriff verschraubt oder verspannt.
In jedem Fall ist zwischen Schalenelement und Handgriff eine spielfreie Verbindung
vorgesehen. Ein Betrieb der Handwerkzeugmaschine ohne Schalenelement ist nicht zulässig,
da erst das Schalenelement den Handgriff gegen Eindringen von Schmutz oder Wasser
schützt. Beim Betrieb der Handwerkzeugmaschine auftretende Schwingungen können nicht
wirksam abgedämpft werden.
[0002] Aus der DE 41 24 574 A1 ist ein Bohrhammer bekannt, bei dem der Handgriff über ein
Drehgelenk am Maschinengehäuse befestigt ist. Zusätzlich zum Drehgelenk ist der Handgriff
mit dem Maschinengehäuse über ein Federsystem gekoppelt. Diese Ankopplung hat jedoch
den Nachteil, daß die Handhabbarkeit des Arbeitsgeräts wegen des allein über das Federsystem
begrenzten Federweges zwischen Handgriff und Maschinengehäuse erschwert wird.
Vorteile der Erfindung
[0003] Die erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat den
Vorteil, daß eine wirksame Schlagdämpfung bei guter Handhabbarkeit der Handwerkzeugmaschine
gewährleistet ist, wobei die Handwerkzeugmaschine auch bei abgenommenem Schalenelement
uneingeschränkt funktionsfähig ist.
[0004] Durch die in abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der erfindungsgemäßen Handwerkzeugmaschine möglich.
Zeichnung
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen Figur 1 einen Schnitt durch
den Griffteil einer Handwerkzeugmaschine, Figur 2 eine Ansicht des Griffteils bei
abgenommener Dämpfungseinrichtung, Figur 3 eine Ansicht des Griffteils mit Dämpfungseinrichtung
in Ruhestellung und Figur 4 eine Ansicht des Griffteils nach Figur 3 in Anpreßstellung.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] In Figur 1 ist mit 10 eine Handwerkzeugmaschine bezeichnet, von der ein hinterer
Teil dargestellt ist. Die Handwerkzeugmaschine 10 weist ein Maschinengehäuse 11 auf,
das u.a. einen Antriebsmotor 12 aufnimmt. An das Maschinengehäuse 11, das in bekannter
Weise aus zwei Gehäuseschalen zusammengesetzt ist, ist ein ebenfalls zweischalig zusammengesetzter
Handgriff 13 angeformt. Im Handgriff 13 befindet sich ein Schalter 14, mittels dem
der Antriebsmotor 12 über einen Drucktaster 15 steuerbar ist. An einem freien Ende
18 des Handgriffs 13 ist eine Verstärkungsmuffe 19 für ein Zuleitungskabel 20 befestigt.
Der Handgriff 13 hat eine bekannte, pistolengriffähnliche Form, die dem Benutzer das
Aufbringen einer Andrückkraft in Richtung auf einen Werkzeugfortschritt ermöglicht.
Im dargestellten Beispielfall handelt es sich bei der Handwerkzeugmaschine 10 um ein
Schlagbohrgerät bzw. einen Bohrhammer, bei dem der Werkzeugfortschritt in Längsrichtung
des Bohrwerkzeugs erfolgt und daher eine Andrückkraft in Richtung eines Pfeils 21
aufzubringen ist.
[0007] Als Andruckfläche für den Bediener dient überwiegend die Gehäusewandung am rückseitigen
Teil 24 des Handgriffs 13. Dieser Teil 24 des Handgriffs 13 ist von einem Schalenelement
25 überdeckt, das aus einem harten Grundkörper 26 besteht, der im Bereich der Andrückfläche
einen weichen Überzug 27 trägt.
[0008] Das Schalenelement 25 ist in Befestigungsstellen 30, 31 mit dem Maschinengehäuse
11 bzw. mit dem Handgriff 13 verbunden. Eine erste Befestigungsstelle 30 ist im Bereich
des freien Endes 18 des Handgriffs 13 vorgesehen. Zwischen Handgriff 13 und Schalenelement
25 besteht eine Schnappverbindung, die aus einer am Grundkörper 26 angeformten, federnden
Zunge 32 gebildet wird, an der ein Rasthaken 33 angeformt ist. Der Rasthaken 33 hintergreift
in der Montagestellung des Schalenelements 25 einen Vorsprung 34 am Handgriffgehäuse
13.
[0009] Eine zweite Befestigungsstelle 31 ist am maschinenseitigen Ende des Handgriffs 13
im Bereich seines Ansatzes zum Maschinengehäuse 11 vorgesehen. Zur Befestigung dient
eine vom Schalenelement 25 der zur Andrückrichtung wegstehende Lasche 36, die in eine
entsprechend quer verlaufende Aufnahmeöffnung 37 im Maschinengehäuse 11 greift. Die
Lasche 36 hintergreift dabei einen Absatz 38 am Maschinengehäuse 11, der als Anschlag
für die Lasche 36 dient.
[0010] Die spezielle Art der Befestigung des Schalenelements 25 gewährleistet in der ersten
Befestigungsstelle 30 eine nahezu spielfreie Verbindung von Schalenelement 25 und
Handgriff 13 in Andrückrichtung (Pfeil 21). In der zweiten Befestigungsstelle 31 ist
die Aufnahmeöffnung 37 deutlich breiter als die Lasche 36, so daß in Andrückrichtung
(Pfeil 21) ein deutliches Bewegungsspiel vorhanden ist. Andererseits ist das Schalenelement
25 um seine erste Befestigungsstelle 30 in Grenzen schwenkbar, so daß die Lasche 36
beim Andruck in Richtung des Pfeils 21 gegen einen dem Absatz 38 gegenüberliegenden
Anschlag am Maschinengehäuse 11 gedrückt werden kann.
[0011] Aufgrund der Schlagwirkung der Handwerkzeugmaschine 10 werden im Betrieb Schwingungen
auf den Handgriff 13 übertragen. Zwischen Schalenelement 25 und Maschinengehäuse 11
ist zur Reduzierung der auf den Bediener wirkenden Schwingungen ein Dämpfungselement
40 zwischengeschaltet. Am Schalenelement 25 ist eine Stützfläche 41 gebildet, die
am Dämpfungselement 40 anliegt. Eine korrespondierende Auflagefläche 42 stützt das
Dämpfungselement 40 gegenüber dem Maschinengehäuse 11 ab. Das Dämpfungselement 40
besteht aus einem Material mit stoßdämpfender Wirkung, beispielsweise einem Weichgummi.
[0012] In Figur 2 ist das Schalenelement 25 vom Handgriff 13 abgenommen dargestellt. Der
Handgriff 13 ist auch ohne Schalenelement 25 voll funktionsfähig und in bei Handwerkzeugmaschinen
üblicher Art und Weise aus zwei Gehäuseschalen zusammengesetzt, die etwa in einer
Längsebene der Handwerkzeugmaschine 1 geteilt sind. In der in Figur 2 dargestellten
Form ist somit ein Betrieb der Handwerkzeugmaschine 10, wie er bei herkömmlichen Maschinen
ohne spezielle Dämpfung am Handgriff üblich ist, möglich. Im Bereich des Handgriffs
13 erkennt man dann nach außen hin sichtbar eine nach hinten offene Aussparung 43
für das Dämpfungselement 40, eine Ausnehmung 44 für eine Versteifungsrippe 45 am Schalenelement
25, die Aufnahmeöffnung 37 an der zweiten Befestigungsstelle 31 und den Vorsprung
34 an der ersten Befestigungsstelle 30.
[0013] Soll der Handgriff 13 mit einer wirksamen Dämpfung ausgestattet werden, wird das
Dämpfungselement 40 in die Aussparung 43 eingesetzt. Hierzu sind die beiden Gehäuseschalen
des Maschinengehäuses 11 zu trennen und das Dämpfungselement 40 dazwischen einzulegen.
Nach anschließendem Zusammenfügen der beiden Gehäusehälften ist das Dämpfungselement
40 über einen Rand 40a formschlüssig im Handgriff 13 bzw. im Maschinengehäuse 11 gehalten.
Zum Befestigen des Schalenelements 25 wird zunächst die Lasche 36 in die Aufnahmeöffnung
37 eingeführt, anschließend wird das Schalenelement 25 mit seinem der ersten Befestigungsstelle
30 zugewandten Ende gegen den Handgriff 13 gedrückt, wobei die Zunge 32 am Vorsprung
34 federnd zurückweicht bis der Rasthaken 33 hinter dem Vorsprung 34 einrasten kann.
Das Schalenelement 25 ist dann werkzeuglos an die Handwerkzeugmaschine 10 angesetzt
und nimmt dann ohne Ausübung einer Andrückkraft in Pfeilrichtung 48 die in Figur 3
gezeigte Ruhelage ein. Zwischen den verdeckten und daher gestrichelt gezeichneten
Gehäusekonturen 11a, 25a von Maschinengehäuse 11 und Schalenelement 25 besteht dann
im Bereich der zweiten Befestigungsstelle 31 ein Spiel s. Das Dämpfungselement 40
ist dabei so zwischen Maschinengehäuse 11 und Schalenelement 25 zwischengeschaltet,
daß es das Schalenelement 25 unter Vorspannung vom Handgriff 13 weg in Richtung auf
den Anschlag 38 am Maschinengehäuse 11 drängt, wodurch das Spiel auf einen Maximalwert
s begrenzt wird. Das Schalenelement 25 ist beispielsweise durch Öffnen des zweischaligen
Maschinengehäuses 11 möglich, da dann der Rasthaken 33 seitlich am Vorsprung 34 vorbei
verschiebbar ist. Es wäre aber auch denkbar, im Handgriffgehäuse eine Öffnung vorzusehen,
durch die hindurch die Zunge 32 im Sinne einer Entrastung am Vorsprung 34 zurückgedrückt
werden kann.
[0014] In Figur 4 ist die Handwerkzeugmaschine 10 in Arbeitslage gezeigt, bei der auf das
Schalenelement 25 vom Bediener eine Andrückkraft 48 aufgebracht wird. Das Dämpfungselement
40 wird dabei maximal um das Spiel s elastisch verformt. Das Schalenelement 25 kommt
dann zumindest mit seiner Lasche 36 zur Anlage am Maschinengehäuse 11.
1. Handwerkzeugmaschine, insbesondere Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine, mit einem Maschinengehäuse
(11), mit einem Handgriff (13), der mit dem Maschinengehäuse (11) verbunden ist, und
mit einem Schalenelement (25), das einen rückseitigen Teil (24) des Handgriffs (13)
überdeckt und dem Bediener als Andruckfläche dient, wobei das Schalenelement (25)
an wenigstens zwei Befestigungsstellen (30, 31) mit dem Handgriff (13) bzw. dem Maschinengehäuse
(11) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine erste Befestigungsstelle (30)
vorgesehen ist, die in Andruckrichtung (21) eine nahezu spielfreie Verbindung zwischen
Handgriff (13) und Schalenelement (25) gewährleistet, daß eine zweite Befestigungsstelle
(31) vorgesehen ist, die in Andruckrichtung (21) ein Bewegungsspiel zwischen Handgriff
(13) und Schalenelement (25) zuläßt und daß zwischen Handgriff (13) und Schalenelement
(25) wenigstens ein Dämpfungselement (40) zwischengeschaltet ist, das das Schalenelement
(25) unter Vorspannung vom Handgriff (13) weg in Richtung auf einen Anschlag (38)
am Handgriff (13) drängt.
2. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schalenelement
(25) aus einem harten Grundkörper (26) und einem die Andruckfläche überdeckenden weichen
Überzug (27) zusammengesetzt ist.
3. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schalenelement
(25) auf einer Wandung (24) am rückseitigen Teil des Maschinengehäuses (11) wahlweise
abnehmbar angeordnet ist.
4. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Befestigungsstelle (30) durch eine am Schalenelement (25) vorspringede
Zunge (32) gebildet wird, an der ein Rasthaken (33) ausgebildet ist, der in der Montagestellung
des Schalenelementes (25) einen Vorsprung (34) am Handgriff (13) hintergreift.
5. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Befestigungsstelle (31) durch eine am Schalenelement (25) vorspringende
Lasche (36) gebildet wird, die in eine Aufnahmeöffnung (37) im Maschinengehäuse (11)
eingreift.
6. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmeöffnung
(37) und die Lasche (36) quer zur Andrückrichtung angeordnet sind, wobei die Aufnahmeöffnung
(37) in Andrückrichtung breiter ist, als die Lasche (36).
7. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß am Schalenelement (25) eine Stützfläche (41) gebildet ist, die sich am Dämpfungselement
(40) abstützt.
8. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Maschinengehäuse (11) aus zwei in Längsrichtung der Handwerkzeugmaschine (10)
geteilten Gehäuseschalen gebildet ist und das Dämpfungselement (40) bei geöffneten
Gehäuseschalen in eine Aussparung (43) im Maschinengehäuse (11) einsetzbar ist.
9. Handwerkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schalenelement (25) wenigstens eine Versteifungsrippe (45) aufweist.